Deutsch
English
Русский

Asthma bei Kindern

Seit er etwa zwei Jahre alt ist leidet Maximilian an Atembeschwerden, Husten und muss deshalb immer wieder inhalieren. Bis zum sechsten Lebensjahr weiß keiner was Maximilian fehlt. Immer wieder bekommt er Lungenentzündungen. Die Vermutung, dass er an einer Allergie leidet, was der Auslöser von bis zu 80% der Fälle ist, bestätigte sich. An der Würzburger Universitätskinderklinik findet Prof. Dr. Hebestreit heraus, dass Katzenhaare schuld an den Asthmaanfällen sind. Zur Therapie bekommt er unter anderem Kortison um die verengten Bronchien zu weiten. Obwohl er dieses sehr akribisch genommen hat und die Mutter ihn sogar mit Mundschutz in den Kindergarten hat laufen lassen, hat er immer wieder Asthmaanfälle. Abhilfe bringt ein damals neuartiges Mittel namens Omalizumab, welches er alle zehn Tage unter die Haut gespritzt bekommt. Das Medikament fängt die IgE-Antikörper ab, welche für die allergische Reaktion verantwortlich sind. Durch das Omalizumab ist das Asthma soweit im Griff, sodass ihn Prof. Hebestreit gegen seine Allergene hypersensibilisieren kann. Bevor die Pollensaison losgeht, bekommt er vier Spritzen, sodass es Maximilian heute bis auf ein paar Einschränkungen recht gut geht.

Ein solch schwerer Fall wie bei Maximilian ist selten. Oft wissen Patienten gar nicht, dass sie an einer Asthmaerkrankung leiden. Um mögliche Anzeichen eines Asthmas zu eruieren beschreibt Prof. Dr. Hebestreit einen ganz einfachen Test: „Wenn Sie mit dem Fahrrad bei Kälte den Berg hochfahren und auf der Gegenseite wieder runter rollen, und Sie beim runter rollen das Husten anfangen, ist das durchaus ein mögliches Anzeichen einer Asthmaerkrankung.“

Die Zahl der Asthmaerkrankungen ist in den letzten Jahren gestiegen. Jedes Jahr werden etwa hundert Kinder und Jugendliche in der Universitätskinderklinik Würzburg stationär behandelt.

So auch Angela. Sie ist drei Jahre alt, als bei einem Reitausflug das Husten und die angeschwollene Lippe die ersten Anzeichen auf eine Asthmaerkrankung liefern. Auch bei Angela sind Tierhaare der Auslöser der Erkrankung, welche in Ihrem Fall jedoch nur leicht ausgeprägt ist. Sie kann trotzdem regelmäßig Sport machen, muss sich jedoch von den meisten Tieren fernhalten, was sie sehr belastet hat. Nun hat sie doch ein Haustier an die Seite bekommen, einen Tibet Terrier. Er ist für Allergiker besonders gut geeignet, da er keine Haare verliert.

In Deutschland geht es rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen wie Angela und Maximilian, wobei die Tendenz leider steigend ist. Aus welchem Grund das so ist muss die Medizin noch herausfinden.