Auszeichnung: Volker ter Meulen ist Ehrensenator

Aus dem Online-Magazin einBLICK der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 15.05.2018

Der langjährige Professor für Klinische Virologie und Immunologie Volker ter Meulen wurde beim Stiftungsfest der Universität mit der Ehrensenatorwürde geehrt. Die Laudatio hielt Vizepräsident Hermann Einsele.

Volker ter Meulen wurde 1933 in Osnabrück geboren. Er studierte bis 1960 Medizin an den Universitäten Münster, Innsbruck, Kiel und schließlich in Göttingen, wo er auch promovierte.
Seine virologische Fachausbildung absolvierte er im Department of Virology am Children’s Hospital of Philadelphia in den USA, seine pädiatrische Facharztausbildung an der Universitäts-Kinderklinik in Göttingen. 1968 folgten – ebenfalls in Göttingen – seine Habilitation und die Verleihung der Venia legendi für Kinderheilkunde und klinische Virologie.

Seit 1971 in Würzburg

Nach weiteren Forschungsaufenthalten in den USA in Philadelphia und Berkeley wurde Volker ter Meulen 1971 zum Abteilungsleiter für klinische Virologie und im Jahr darauf zum außerplanmäßigen Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg berufen. 1975 wurde er zum ordentlichen Professor für Klinische Virologie und Immunologie am Institut für Virologie ernannt, dem er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 vorstand. Als Ordinarius des neu eingerichteten Lehrstuhls baute er in dieser Zeit die molekulare Virologie der JMU auf.

Pionier der Neurovirologie

Volker ter Meulen ist einer der maßgeblichen Wegbereiter der molekularbiologischen Virusforschung und ein Pionier der Neurovirologie. Im Mittelpunkt seiner Forschung standen Virusinfektionen des Zentralnervensystems und die damit zusammenhängenden pathophysiologischen Vorgänge. Seine detaillierten molekularbiologischen Untersuchungen lieferten entscheidende Einsichten in die viralen und zellulären Mechanismen, die bei der Etablierung persistenter Infektionen in neuronalen Geweben zum Tragen kommen.

Professor ter Meulen ist Mitglied und Ehrenmitglied in diversen Wissenschaftsakademien und Vereinigungen. Von 2003 bis 2010 leitete er als Präsident die Geschicke der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, die 2008 vom Bund und den Ländern zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. Zudem war er von 2007 bis 2010 Vorsitzender des European Academies‘ Science Advisory Council (EASAC), ein Zusammenschluss der nationalen Wissenschaftsakademien der EU-Mitgliedsländer. Von 2013 bis 2016 hatte er das Amt eines Co-Chair des InterAcademy Panels inne, bevor er 2017 die Position des Präsidenten des weltweiten Akademien-Netzwerks, der InterAcademy Partnership, übernahm.

Volker ter Meulen war und ist in zahlreichen nationalen wie internationalen Gremien als Leiter, Berater oder Gutachter aktiv. Er übernahm wichtige Funktionen und Ämter an unterschiedlichen Universitäten und Forschungsorganisationen, Fachgesellschaften, Stiftungen und Behörden, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation, des Wissenschaftsrats, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und diverser Landes- und Bundesministerien.
Vielfache Auszeichnungen erhalten
Für seine wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verdienste wurde Professor ter Meulen vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 1992 den Max-Planck-Forschungspreis, den Pioneer Award der International Society of NeuroVirology und den Emil-von-Behring-Preis im Jahr 2000 sowie 2003 die Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold. 2008 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg verliehen und 2009 folgte die Robert-Koch-Medaille in Gold. Volker ter Meulen ist Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Verdienstordens sowie des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst.

Einsatz für Uni und Uniklinik

Volker ter Meulen gestaltete über viele Jahre die Geschicke der JMU mit: Neben seiner Funktion als Sprecher von zwei großen Sonderforschungsbereichen von 1980 bis 2001 war er zehn Jahre lang Sprecher des Zentrums für Infektionsforschung. Außerdem war er von 1981 bis 1982 Vorsitzender der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft zu Würzburg. Insgesamt drei Mal übernahm er als Dekan die Verantwortung für die Medizinische Fakultät. Von 1999 bis 2002 wurde er zum Mitglied des Aufsichtsrates des Universitätsklinikums Würzburg bestellt. Dabei gab er mit Weitsicht und Sachverstand wertvolle Impulse für die strukturelle Weiterentwicklung des Universitätsklinikums sowie der gesamten Universität.
Für sein herausragendes Wirken für die JMU wurden Professor ter Meulen bereits 2006 die Bene-Merenti-Medaille in Gold der Universität Würzburg sowie 2009 die Rinecker-Medaille der Medizinischen Fakultät verliehen. In Anerkennung seiner überragenden wissenschaftlichen Leistungen und seiner beispielgebenden wissenschaftspolitischen Verdienste verlieh ihm die Universität Würzburg beim Stiftungsfest 2018 die Ehrensenatorwürde.