Aktuelle Pressemitteilungen

Das Uniklinikum Würzburg sucht gesunde Proband*innen

Im Zusammenhang mit der Forschung zur Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry sucht das Uniklinikum Würzburg gesunde Proband*innen als Vergleichsgruppe. Neben dem guten Gefühl, einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt zu leisten, winkt eine Vergütung von 80 Euro.

Expert*innen des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) untersuchen Patient*innen mit der seltenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry. „Um unsere Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, müssen wir diese mit denjenigen gesunder Probandinnen und Probanden vergleichen“, berichtet Prof. Dr. Mirko Pham. Der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW fährt fort: „Deshalb suchen wir weiterhin gesunde Freiwillige, mit denen wir klinische Untersuchungen und eine Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule durchführen wollen. Bei dieser sogenannten Kernspintomographie kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.“Die Untersuchungen finden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Claudia Sommer und Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, führenden Schmerzforscherinnen der Neurologischen Klinik des UKW, statt.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Die gesuchten Proband*innen sollten zwischen 30 und 70 Jahren alt sein und dürfen keine psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen aufweisen. Für die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zudem wichtig: keine Metallimplantate, Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Cochlea-Implantate oder Metallsplitterverletzungen. Außerdem sollten die in Frage kommenden Personen nicht in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten und keine Platzangst haben.

80 Euro Vergütung
Neben der MRT-Untersuchung erwarten sie Fragebögen, eine Blutentnahme, eine Sensibilitätsprüfung der Haut, eine Nervenmessung und zwei, etwa vier Millimeter kleine Hautentnahmen am Bein in örtlicher Betäubung. Die Untersuchungen dauern insgesamt mindestens zwei Stunden an einem oder zwei Terminen. Vergütet wird die Teilnahme pauschal mit 80 Euro.Interessierte wenden sich bitte vorzugsweise an die E-Mail-Adresse forschung.nrad@ ukw.de oder rufen werktags zwischen 8:30 und 16:00 Uhr an unter Tel: 0931/201-34805.

Universität Würzburg: RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien

Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann. Einem Forschungs-Team der Uni Würzburg ist es gelungen, neue Details dieser Fähigkeit zu entschlüsseln.

Pressemeldung der Universität Würzburg

Helicobacter pylori ist weltweit verbreitet. Experten schätzen, dass etwa die Hälfte der Menschheit das Bakterium in sich trägt – bevorzugt im Magen. Dank diverser Anpassungen ist Helicobacter vor der extrem sauren Umgebung geschützt und kann sich in der Magenschleimhaut dauerhaft ansiedeln und vermehren. Vor allem die Fähigkeit, die Strukturen auf der Oberfläche seiner Hülle äußerst variabel zu gestalten, hilft dem Bakterium dabei, sich in dieser an und für sich feindlichen Umwelt zu behaupten. Mit dem gleichen Trick weiß er sich vor dem Immunsystem seines Wirts zu verbergen.

Wie es das macht:  Dazu hat eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gemeinsam mit Kollaborationspartnerinnen am Institut Pasteur in Paris jetzt neue Details entschlüsselt. Dem Team ist es gelungen, ein Gen zu identifizieren, das an der Synthese der Oberflächenstrukturen der Bakterien beteiligt ist.

Weiterhin konnte es zeigen, dass eine kleine RNA die Expression dieses Gens modulieren und damit die Beschaffenheit der Oberflächenstrukturen variieren kann. Auf diese Weise schafft es Helicobacter pylori nicht nur, dem Immunsystem zu entkommen, sondern auch seine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antibiotika zu variieren.

Publikation in Nature Communications

Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Forscherinnen jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Verantwortlich dafür ist Cynthia Sharma, Leiterin des Lehrstuhls für Molekulare Infektionsbiologie II und Sprecherin des Zentrums für Infektionsforschung der JMU.

Lipopolysaccharide (LPS): So lautet der Fachbegriff dieser Oberflächenstrukturen, für die sich Sharma und ihr Team interessieren. Dabei handelt es sich um Verbindungen aus fettähnlichen (Lipo-) Bestandteilen und Zucker (Polysaccharid), die in der äußeren Membran von Bakterien wie Helicobacter zu finden sind. „Helicobacter pylori produziert ein im Vergleich zu anderen Bakterien einzigartiges Lipopolysaccharid, das wichtige Funktionen im Infektionsprozess übernimmt. Ohne dieses Molekül könnte das Bakterium den menschlichen Magen nicht besiedeln oder dort dauerhaft überleben“, erklärt Sharma.

Auf der anderen Seite ist LPS einer der stärksten Stimulatoren des Immunsystems. Damit ein Organismus eine Infektion mit Helicobacter wirkungsvoll bekämpfen kann, müssen seine Immunzellen diese Strukturen erkennen können. Das zu verhindern haben die Bakterien im Laufe der Evolution gelernt: „Während einer Infektion modifizieren viele Krankheitserreger ihre LPS-Synthese sowie deren Struktur. Auf diese Weise können sie der Erkennung durch das Immunsystem entkommen“, sagt Sharma.

Weit verstreute Gene

Obwohl die zentrale Rolle der Lipopolysaccharide für die erfolgreiche Infektion des Wirts durch bestimmte Bakterien bekannt ist, ist der Syntheseweg dieser Moleküle im Fall von Helicobacter pylori noch nicht komplett entschlüsselt. „Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Gene, die für die LPS-Synthese verantwortlich sind, über das gesamte Erbgut des Bakteriums verstreut sind“, vermutet Sharma. Gemeinsam mit ihrem Team ist es ihr jetzt gelungen, ein essentielles Protein in diesem Vorgang zu identifizieren.

Sogenannte „hypervariable Simple Sequence Repeats (SSRs)“ sind eine der Hauptquellen für die Veränderungen der Lipopolysaccharide. Bei ihnen handelt es sich um kurze DNA-Sequenzen, die während der Zellteilung zufällig in der Länge variiert werden und darüber die Expression von Genen beeinflussen. Die Arbeitsgruppe konnte in vorherigen Arbeiten zeigen, dass solche SSRs auch Angriffspunkte für kleine regulatorische RNAs (sRNAs vom Englischen small RNA) sind, einer wichtiger Klasse von Regulatoren, die beispielsweise unter Stressbedingungen oder während einer Infektion die Genexpression kontrollieren.

Graduelle Resistenz gegen Antibiotika

In der jetzt veröffentlichten Studie zeigen die Beteiligten, dass eine bestimmte sRNA mit dem wissenschaftlichen Namen RepG (Regulator of polymeric G-repeats) in Helicobacter pylori die Synthese des LPS kontrolliert, indem es die Expression eines Gens moduliert, das für diesen Prozess von Bedeutung ist. Das Zusammenspiel der verschiedenen Beteiligten ermöglicht eine schrittweise Kontrolle der LPS-Biosynthese durch die sRNA.

„Auf diese Weise kann die regulatorische RNA die Struktur der Lipopolysaccharide fein abgestimmt regulieren und damit die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika beeinflussen und die Gefahr reduzieren, vom Immunsystem des Wirts erkannt zu werden“, sagt Sandy Westermann, Erstautorin der Studie. Damit sei Helicobacter pylori in der Lage, sich auch einem widrigen Umfeld anzupassen und im Wirt zu überleben.

Bayernweites Forschungsnetzwerk

Cynthia Sharmas Forschung an Bakterien ist unter anderem dem Bayerischen Forschungsnetzwerk bayresq.net angegliedert. Mit seinen zahlreichen Forschungsgruppen, einschließlich zweier Konsortien an der JMU, hat es das Ziel, neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung zu entwickeln.

Beispielsweise erforscht Cynthia Sharma gemeinsam mit Ana Rita Brochado (Biozentrum Würzburg) und Christian Müller (LMU München) in ihrem „StressRegNet“-Projekt bakterielle Stressreaktionen und Signalwege bei Infektionen mittels Hochdurchsatztechnologien und maschinellem Lernen.PublikationSmall RNA mediated gradual control of lipopolysaccharide biosynthesis affects antibiotic resistance in Helicobacter pylori. Sandy R. Pernitzsch, Mona Alzheimer, Belinda U. Bremer, Marie Robbe-Saule, Hilde de Reuse & Cynthia M. Sharma. Nature Communications, https://doi.org/10.1038/s41467-021-24689-2   

Kontakt


Prof. Dr. Cynthia M. Sharma, Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie II, Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB), Universität Würzburg, T +49 931 31-82560, cynthia.sharma@ uni-wuerzburg.de  

Universität Würzburg: Erste Hilfe virtuell und lebensnah erlernen

Virtual Reality ermöglicht realitätsnahe Trainings. Ein Team der Uni Würzburg will dieses Potenzial nutzen und so Ausbildungsmöglichkeiten für Erste Hilfe schaffen. Die ersten Ergebnisse sind äußerst positiv.

Pressemeldung der Universität Würzburg

Wunden versorgen, stabile Seitenlage, Wiederbelebung. Kenntnisse in Erster Hilfe können in einer Notsituation Leben retten. Doch diese Kenntnisse müssen erlernt werden – und sie müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Hier setzt das Projekt „VRescue“ der Julius-Maximilians-Universität (JMU) an: Mittels Virtual-Reality (VR) bietet es die Möglichkeit, zu jeder Zeit Erste Hilfe effektiv trainieren zu können.

Seit 2019 läuft das Projekt von Professor Sebastian von Mammen und seiner Mitarbeiterin Sarah Hofmann. Im Juni 2020 wurde das Konzept mit dem Universitäts-Förderpreis der mainfränkischen Wirtschaft ausgezeichnet. Damals überreichten IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara und IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Jahn dem Team den Preis – dotiert mit 30.000 Euro als Anschubfinanzierung, mit der Hofmann von einer studentischen Hilfskraft zur wissenschaftlichen Mitarbeiterin wurde. Nun folgte ein Besuch von Vertretern der IHK und des Universitätsbundes an der JMU, um die Fortschritte bei „VRescue“ aus erster Hand zu sehen. Als erste Demonstration wurde dabei ein Training in Wiederbelebung erfolgreich simuliert.

Schritt für Schritt zum Lernerfolg

„VRescue“ bietet verschiedene Möglichkeiten, Erste Hilfe zu lernen und zu trainieren. Für Anfänger gibt es Tutorials, die detailliert aufzeigen, welche Schritte man in einer simulierten Notfallsituation nacheinander machen muss. „Schließlich wird es auch Level für Fortgeschrittene geben, in denen man auf sich allein gestellt ist“, erklärt Sarah Hofmann, die federführend an dem Projekt arbeitet.

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist zum Beispiel für den Führerschein Pflicht. Doch mit der Zeit vergisst man die helfenden Maßnahmen für den Ernstfall, Auffrischungskurse bei Rettungsverbänden werden weniger besucht. „Das Besondere an unserer Applikation ist, dass man damit sehr einfach Erste-Hilfe-Maßnahmen trainieren und so sein Wissen jederzeit auffrischen kann. Man braucht dafür lediglich eine VR-Brille“, erklärt Hofmann.

Immer mehr simulierte Notfallsituationen

Die Wiederbelebung wurde in der Applikation bereits erfolgreich eingebaut, in kürze folgt die stabile Seitenlage. „Im Laufe der Zeit wollen wir immer mehr Erste-Hilfe-Maßnahmen einbauen“, so Hofmann. Die VR-Übungen sind in einem virtuellen Lehrraum möglich, aber auch in anderen virtuellen Umgebungen – zum Beispiel eine realitätsnahe Unfallstelle auf einer befahrenen Straße.

„Durch die Möglichkeit, alle Maßnahmen der Notfallversorgung immer wieder zu trainieren und damit zu perfektionieren, kann ‚VRescue‘ dabei helfen, Leben zu retten“ sagt von Mammen. Er zeigt sich daher auch optimistisch, das erfolgreiche Projekt mit einer Anschlussfinanzierung fortzusetzen und zur Marktreife für zum Beispiel Rettungsverbände zu bringen. In einem weiteren Schritt könnten dann auch Trainingssysteme für verwandte Bereiche entwickelt werden, die ebenso von der innovativen Technik profitieren würden. Als Beispiel nannte von Mammen etwa das Training von Behandlungsweisen angehender Zahnärzte und weiterer medizinischer Bereiche.

Kontakt
Prof. Dr. Sebastian von Mammen, Professur für Games Engineering, Universität Würzburg, T: +49 931 – 31 86381, sebastian.von.mammen@ uni-wuerzburg.de 

DFG-Förderung: 830.000 Euro für Forschungsstandort Würzburg / Drei Anträge zum Thema Phagen erfolgreich

Würzburg, 27. Juli 2021 – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert drei Würzburger Forschungsvorhaben zum Thema Phagen im Rahmen ihres aktuellen Schwerpunktprogramms SPP 2330. Für einen Projektzeitraum von drei Jahren vergibt die Wissenschaftsorganisation insgesamt rund 830.000 Euro an Wissenschaftler:innen am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und an der Julius-Maximilians-Universität (JMU).

Pressemeldung Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)

Bakterien kennt jeder, allein im menschlichen Mikrobiom gibt es Billionen von ihnen. Häufiger als die Bakterien selbst kommen in der Natur jedoch Phagen vor: Das sind Viren, die ihrerseits Bakterien befallen. In der translationalen, also der auf die medizinische Anwendung zielenden Grundlagenforschung sind Phagen von besonderem Interesse. Sie können beispielsweise als Antibiotikaersatz dienen und somit Auswege aus dem Problem zunehmender Resistenzen bieten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert jetzt drei Würzburger Forschungsvorhaben zum Thema Phagen im Rahmen ihres aktuellen Schwerpunktprogramms SPP 2330. Dabei vergibt die Organisation insgesamt rund 830.000 Euro an Wissenschaftler:innen der Mainstadt.

Einer der erfolgreichen Antragsteller auf dem Medizin-Campus ist Jörg Vogel, Professor an der JMU und geschäftsführender Direktor am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Er will an sogenannten Riesenphagen forschen. Deren großes Genom und ihre komplexe Lebensweise bieten beste Voraussetzungen, um sich den molekularen Faktoren der Wirtsmanipulation zu widmen, die während eines Infektionsprozesses wirken. Dabei könnten neuartige Proteine mit spezialisierten Funktionen entdeckt und analysiert werden, hofft der Biochemiker.

Ebenfalls erfolgreich ist Chase Beisel aus dem Antragsverfahren hervorgegangen. Der Professor und Gruppenleiter am HIRI will neuartige Immunsysteme zur Abwehr von Phagen in nativen bakteriellen Wirten untersuchen, um sie besser zu verstehen und mit anderen inhärenten Schutzmechanismen zu vergleichen. Der dritte Würzburg-Zuschlag geht an Mercedes Gomez de Agüero, Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für Systemimmunologie (Max-Planck-Forschungsgruppe) der JMU. Sie will mithilfe der DFG-Förderung die Dynamik und die Mechanismen entziffern, die wechselseitig zwischen Phagen und Bakterienwirt in der Haut von Neugeborenen wirken.

Infektionsforschung herausragend in Würzburg

Dass diesmal gleich drei voneinander vollkommen unabhängige Würzburger Projekte von der DFG gefördert würden, sei durchaus bemerkenswert, meint Jörg Vogel. „Die dreifach erfolgreiche Drittmittelakquise zeigt, wie stark die Infektionsbiologie am Forschungsstandort Würzburg ist“, freut sich der HIRI-Direktor und ergänzt: „Phagen waren ganz wichtige Forschungsobjekte in den Anfangszeiten der Molekularbiologie im 20. Jahrhundert, führten in dieser Disziplin in den vergangenen Jahrzehnten jedoch eher ein Schattendasein.“ Dass das Thema aktuell eine starke Renaissance erlebe, sei auf die neuen Analysetechniken und ein besseres Verständnis der schieren Zahl und Vielfalt dieser bakteriellen Viren zurückzuführen.

Das DFG-Schwerpunktprogramm SPP 2330 startet jetzt unter dem Motto „Neue Konzepte der Virus-Wirt-Interaktion in Prokaryoten – von Einzelzellen zu mikrobiellen Gemeinschaften“ in seine erste Förderperiode. Sein Ziel ist es, den Weg für die Entdeckung grundlegend neuer Konzepte und Mechanismen in der Biologie zu ebnen. Der Fokus liegt dabei auf drei Komplexen der viralen Organisation: virale Zellbiologie, neue ein- und mehrzellige antivirale Abwehrmechanismen und virale Auswirkungen auf mikrobielle Gemeinschaften.

DFG-Schwerpunktprogramm SPP 2330: Die geförderten Würzburger Projekte

Prof. Dr. Jörg Vogel
Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB)
Julius-Maximilians-Universität (JMU)
Projekt: „Identifizierung von molekularen Faktoren des ΦKZ Phagen zur Modulation der Wirtsproteinsynthese“

Prof. Dr. Chase Beisel
Biologie Synthetischer RNA
Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)
Projekt: „Untersuchung neuartiger Immunsysteme zur Abwehr von Phagen in nativen bakteriellen Wirten“

Dr. Mercedes Gomez de Agüero
Institut für Systemimmunologie
Max-Planck-Forschungsgruppe
Julius-Maximilians-Universität (JMU)
Projekt: „Dynamik und Mechanismen der frühen Wechselwirkungen zwischen Bakteriophagen und seinem Bakterienwirt in der Haut“

Diese Medieninformation findet sich auch online unter:
https://www.helmholtz-hiri.de/de/newsroom/news/detail/news/dfg-foerderung-wuerzburg0/  

Uniklinikum Würzburg: Lang anhaltende Remission bei Lymphknotenkrebs beobachtet

Eine Langzeitbeobachtung beweist: Patient*innen mit einem wiederkehrenden oder therapieresistenten diffus großzelligen B-Zell-Lymphom sprechen dauerhaft sehr gut auf eine Kombinationstherapie aus dem Antikörper Tafasitamab und dem Immunmodulator Lenalidomid an. Erstautor der entsprechenden Publikation ist Dr. Johannes Düll, Oberarzt der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg.

 

„Es wird immer wahrscheinlicher, dass wir Patientinnen und Patienten mit aggressivem B-Zell-Lymphom mit einer Kombination aus Tafasitamab und Lenalidomid tatsächlich heilen können“, sagt Dr. Johannes Düll. Der Oberarzt der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) stützt sich bei dieser Aussage auf die Ergebnisse der Langzeitbeobachtung zur multizentrischen Phase-2-Studie L-MIND. Die Publikation zu den Drei-Jahresdaten erschien im Juli dieses Jahres in der Zeitschrift Haematologica. 

Johannes Düll, Erstautor der Veröffentlichung, erläutert: „Tafasitamab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper in klinischer Entwicklung. Das parallel verabreichte Lenalidomid ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren. Es stimuliert das eigene Immunsystem, um die Wirkung des Antikörpers zu verstärken.“ 

Lange Ansprechdauer, bemerkenswertes Gesamtüberleben

Nach seinen Worten bestätigt der spätere Zeitschnitt zu der vor gut einem Jahr in der Zeitschrift Lancet Oncology veröffentlichten Studie L-MIND die lange Ansprechdauer und das bemerkenswerte Gesamtüberleben unter dieser Therapie. „Im Gegensatz zu anderen Antikörper-Therapien sieht es ganz so aus, als könnte ‚Tafasitamab plus Lenalidomid‘ für sehr lang anhaltende Remissionen sorgen“, schildert Johannes Düll. Wichtig sei auch, dass in der Langzeitbeobachtung keine neuen Toxizitäten aufgetreten seien. „Diese Behandlungsmethode zeigt generell eine gute Verträglichkeit. Außerdem erfordert sie keine Chemotherapie, ist sofort einsetzbar und kann ambulant gegeben werden“, zählt der Mediziner weitere Vorteile auf. 

Auf dem Weg zur europäischen Marktzulassung

Nachdem diese Therapieoption im vergangenen Jahr bereits von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wurde, wird nun vermutlich auch Europa bald nachziehen: Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency, EMA) gab Ende Juni 2021 eine Stellungnahme ab, in der er die bedingte Marktzulassung von Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid für die in der L-MIND-Studie umrissene Patientenzielgruppe empfahl.

Literatur:

Long-term outcomes from the Phase II L-MIND study of tafasitamab (MOR208) plus lenalidomide in patients with relapsed or refractory diffuse large B-cell lymphoma.Johannes Duell, Kami J Maddocks, Eva González-Barca, Wojciech Jurczak, Anna Marina Liberati, Sven de Vos, Zsolt Nagy, Aleš Obr, Gianluca Gaidano, Pau Abrisqueta, Nagesh Kalakonda, Marc André, Martin Dreyling, Tobias Menne, Olivier Tournilhac, Marinela Augustin, Andreas Rosenwald, Maren Dirnberger-Hertweck, Johannes Weirather, Sumeet Ambarkhane and Gilles Salles.Haematologica. 2021; 106:xxxdoi:10.3324/haematol.2020.275958

 

Kastentext:

Über das DLBCL

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und zählt zur Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Diese aggressive Form des Lymphdrüsenkrebses schreitet schnell voran und ist vor allem bei einem Rezidiv sehr schwer zu behandeln. 

 

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Planetare Gesundheit und Ernährung

Die Lehrklinik der medizinischen Fakultät Würzburg lädt herzlich zum dritten Termin ihrer Seminarreihe Klima.Umwelt.Gesundheit. am 20. Juli 2021, 20 Uhr ein.

Dr. Claudia Löffler ist Oberärztin in der Onkologie am Universitätsklinikum Würzburg und spezialisiert auf Integrative und Ernährungsmedizin. Sie berichtet über die wissenschaftlichen Hintergründe zu gesunder und nachhaltiger Ernährung. Dr. Jörg Schmid ist Arzt und Referent für die Akademie der Physicians Association for Nutrition e.V. (PAN) und Curriculumsentwickler für Planetare Gesundheit an der Lehrklinik Würzburg. Er beschäftigt sich mit der Frage nach der optimalen Ernährung für die menschliche Gesundheit und die Gesundheit unseres Planeten. Den Anmeldelink zum Zoom Meeting sowie weitere Informationen zum Programm und den Referentinnen finden sie hier: https://www.med.uni-wuerzburg.de/lehrklinik/globale-und-planetare-gesundheit/seminarreihe-planetare-gesundheit-klimaumweltgesundheit/ 

 

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Kickers spendierten Mützchen für die Würzburger Universitäts-Frauenklinik

Der FC Würzburger Kickers finanzierte eine Sonderserie von Mützchen für die Neugeborenen an der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg. Der geschenkte „Fanartikel“ kam bei den Eltern sehr gut an.

Am Anfang war der Wunsch der Verantwortlichen beim Fußball-Club Würzburger Kickers e.V., die für die Region so wichtige Arbeit der Würzburger Universitäts-Frauenklinik zu unterstützen. Ein Ansatzpunkt dafür waren die Mützchen, die die Klinik ihren Neugeborenen schenkt. Hier finanzierte der Verein kürzlich eine Sonderserie: Die Mitarbeiterinnen aus der Geburtshilfe und der Stillberatung der Klinik gestalteten eine Version der zarten Kopfbedeckungen, die mit den Logos des Uniklinikums und der Kickers bedruckt wurden. „So konnten wir nicht nur das Budget der Frauenklinik etwas entlasten, sondern gleichzeitig auch den jüngsten Menschen unserer Region die Kickers nahebringen“, schmunzelt Matthis Frankenstein, der Marketingleiter des Vereins. 

Laut Claudia Freudinger, Still- und Laktationsberaterin der Frauenklinik, kamen die lokalpatriotischen Mützen bei den Müttern und Vätern so gut an, dass der 200 Exemplare umfassende Bestand schon fast wieder vergriffen ist. „Ich bedanke mich beim Verein für die freundliche Unterstützung und die nette Idee, die sicher für die nächste Fan-Generation sorgen wird – für die Kickers, wie auch für das Uniklinikum“, kommentiert Klinikdirektor Prof. Dr. Achim Wöckel augenzwinkernd.

 

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