Aktuelle Meldungen

Aktionstag an der Würzburger Universitäts-Augenklinik am 9. Oktober 2019

Im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“ lädt die Augenklinik des Universitätsklinikums Würzburg am Mittwoch, 9. Oktober 2019, ab 14:30 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Neben Präsentationen, Besichtigungen, Beratungen und Infoständen gibt es einen Vortragsblock, bei dem Experten über die Volkskrankheiten Glaukom, Grauer Star und Altersbedingte Makula-Degeneration sowie die Chancen der Hornhauttransplantation referieren.

 

Die bundesweite „Woche des Sehens“ macht alljährlich auf die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam. Die diesjährige 17. Neuauflage findet vom 8. bis 15. Oktober statt. Die Augenklinik des Würzburger Universitätsklinikums beteiligt sich an der Kampagne und lädt am Mittwoch, den 9. Oktober 2019, zu einem Tag der offenen Tür ein.

Führung durch die Klinik

Ab 14:30 Uhr bis ca. 16:00 Uhr werden in den Räumen der Poliklinik in der Josef-Schneider-Str. 11 allgemeine und spezielle Augenuntersuchungen demonstriert. In der Low-Vision-Ambulanz informieren Fachleute über die verschiedenen Möglichkeiten von vergrößernden Sehhilfen, gerne können auch Vergrößerungsgeräte getestet werden. Um 15:15 Uhr startet zudem eine Führung durch die Räume der Augenklinik, bei der moderne Untersuchungsmethoden vorgestellt werden.

Vorträge zu bedeutenden Augenkrankheiten

Geballte Information bietet außerdem ein Vortragsblock, der von 16:45 bis etwa 17:45 Uhr im Hörsaal der Augenklinik stattfindet. Nach einer Einführung durch Prof. Dr. Jost Hillenkamp, dem Direktor der Universitäts-Augenklinik, berichten vier seiner Experten über die Behandlungsmöglichkeiten der verbreiteten Augenkrankheiten Glaukom, Katarakt (Grauer Star) und Altersbedingte Makula-Degeneration sowie über die Chancen der Hornhauttransplantation. Viele Augenkrankheiten sind Volkskrankheiten. So leidet in Deutschland knapp eine Million Menschen an einem Glaukom, bei weiteren 1,3 Millionen lassen sich wichtige Risikofaktoren, wie ein erhöhter Augeninnendruck feststellen. Der neue Glaukomspezialist der Augenklinik ist Prof. Dr. Nils A. Loewen aus Pittsburgh, USA.
Laut den Statistiken sind zehn Millionen Menschen in Deutschland vom Grauen Star betroffen, jedes Jahr werden etwa 650.000 Menschen deswegen operiert. Über diese Erkrankung informiert Dr. univ. Olga Lamm.

Frühe Anzeichen einer altersabhängigen Makula-Degeneration zeigen sich bei 2,6 Millionen Menschen, ernstlich daran erkrankt sind 1,6 Millionen. Die Details zur Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung der Netzhaut liefert am Aktionstag Dr. Ioana-Sandra Tarau.
Als vierter Referent erläutert Oberarzt Dr. Daniel Kampik, wann eine Hornhauttransplantation die Therapie der Wahl ist und welche neuen minimal-invasiven lamellären Techniken die OP noch schonender machen.

Infostände der Partnerorganisationen

Der Tag der offenen Tür läuft in Kooperation mit der Selbsthilfevereinigung Pro Retina, dem Berufsförderungswerk Würzburg-Veitshöchheim, der Blindeninstitutsstiftung Würzburg, dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund und der Low-Vision Ambulanz der Augenklinik. Die Partnerorganisationen sind am Aktionstag mit Infoständen vor Ort vertreten. Es gibt die Möglichkeit, lebenspraktische Fertigkeiten zu erproben sowie Einblicke in das Orientierungs- und Mobilitätstraining zu gewinnen.

Der Förderverein subventioniert durch Mitgliedschaften und Spenden Projekte, die Menschen mit Sehbehinderungen unterstützen sowie den Lehrauftrag und die Forschung der Augenklinik fördern.

Kein Ersatz für Arztbesuch

Auch wenn der Aktionstag viele wertvolle Informationen und Einblicke gibt, ist es den Medizinern der Würzburger Universitäts-Augenklinik wichtig zu betonen, dass der Aktionstag eine individuelle Untersuchung und Beratung durch einen Augenarzt nicht ersetzen kann.

Ansprechpartner:

Matthia Röser, Low-Vision-Ambulanz der Augenklinik, E-Mail: Roeser_M@ ukw.de
Dr. Daniel Kampik, PhD, Oberarzt der Augenklinik, E-Mail: kampik_d@ ukw.de

Kastentext:

Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2019
Seit dem Jahr 2002 informiert die bundesweite Woche des Sehens mit vielfältigen Aktionen über die Bedeutung guten Sehvermögens und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf.

Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission Deutschland, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der Selbsthilfevereinigung Pro Retina Deutschland.
Weitere Informationen gibt es unter www.facebook.com/WochedesSehens oder www.woche-des-sehens.de.

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Mainfrankenmesse 2019: Das Tages-Programm des Uniklinikums bietet für jeden Besucher etwas

Das Uniklinikum auf zwei Ständen in der Halle der Stadt Würzburg mit täglich wechselndem Programm.

Information rund um vielfältige Themen aus Patientenversorgung, Forschung&Lehre, Gesundheits-Checks, Mitmachaktionen, Beratung zum Thema Ausbildung und Job sowie eine große Stammzell-Typisierungsaktion erwarten die Besucher der Messe.

Ort: Talavera Würzburg, Halle der Stadt Würzburg (Halle 1/2)
Termin: Samstag 29. September bis Sonntag, 6. Oktober 2019

Das Programm nach Tagen:

Samstag, 28. September

  • Darmkrebszentrum: „Darmkrebsvorsorge: Warum sie so wichtig ist!“
  • Transplantationszentrum: „35 Jahre Transplantationsmedizin in Würzburg“

Sonntag, 29. September

  • Netzwerk Hoffnung: „Große Stammzellen-Aktion: Typisierungsaktion auf der Mainfrankenmesse. Mit dabei die Mannschaft der DJK Rimpar Wölfe.“
  • Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie: „Steinleiden – eine Volkskrankheit: Moderne minimal-invasive Steintherapie“

Montag, 30. September

  • Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und Medizinische Klinik und Poliklinik I: „Das Herz sehen, stärken, schützen.“
  • Pflege am UKW: „Altersgerechtes KH: Vom Kind bis Hochbetagten“

Dienstag, 1. Oktober

  • Berufsfachschule für Operationstechnische Assistenten (OTA-Schule): “OTA – Experten am OP-Tisch“ und Personalentwicklung Ausbildung&Studium „Ausbildung am UKW – 100 Wege. Deine Entscheidung“
  • Küche/Diätküche am UKW: „Ernährung mit Herz“

 Mittwoch, 2. Oktober

  • Physiotherapie am UKW: „Wir bewegen Sie“ "Trainiere wie ein Wolf“ Training mit den Spielern der DJK Rimpar Wölfe!“
  • Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw): „Der kälteste Ort in Würzburg“ und Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung (IZKF): „Forschung fördern“

Donnerstag, 3. Oktober

  • Pflege am UKW: „Altersgerechtes KH: Vom Kind bis Hochbetagten“
  • Frauenklinik: „Von Anfang an in guten Händen - Gebären in der Universität -Frauenklinik“


Freitag, 4. Oktober

  • Staatliche Berufsfachschule für MTA: „Die MTAs: Ohne Diagnostik keine Therapie“
    + Personalentwicklung Ausbildung&Studium: „Ausbildung am UKW – 100 Wege. Deine Entscheidung“
  • Augenklinik und Poliklinik: „Sehen ist das höchste Gut“

Samstag, 5. Oktober

  • Staatliches Berufliches Schulzentrum für Gesundheitsberufe + Staatliche Berufsfachschule für Diätassistenten: „Ernährungsberatung rund um Prävention, Therapie und Rehabilitation“
  • Augenklinik und Poliklinik: „Sehen ist das höchste Gut“


Sonntag, 6. Oktober

  • Medizinische Klinik und Poliklinik II -  Hepatologie: “Die Spezialisten der Hepatologie checken mit Fibroscan ihre Leber.“
  • Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin: „Therapieangebote im Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin“

 

Das ganze Programm hier zum Download

Vom Lebercheck bis zur Stammzelltypisierung: Das Uniklinikum Würzburg auf der Mainfranken-Messe

Unter dem Motto „Wegweisend in medizinischer Versorgung, Forschung und Lehre“ präsentiert sich das Uniklinikum Würzburg auf der Mainfranken-Messe 2019 an zwei Infoständen in Halle 1. Vom 28. September bis 6. Oktober informieren und unterhalten Experten die Besucherinnen und Besucher mit einem vielfältigen Programm.

 

Als Mainfrankens Krankenhaus der Supramaximalversorgung und größter Arbeitgeber der Stadt Würzburg ist das Uniklinikum Würzburg (UKW) fester Bestandteil jeder Mainfranken-Messe auf den Würzburger Mainwiesen. Bei der diesjährigen Leistungsschau der regionalen Wirtschaft liefert das Klinikum vom Samstag, 28. September, bis Sonntag, 6. Oktober, an zwei Ständen in Halle 1 einen ausgewogenen Mix aus Medizinwissen, Gesundheits-Checks, Ausbildungsinformationen und Unterhaltung.

Ausbildungs- und Karrierechancen

Die Pflege zeigt die Vielfalt ihres Berufes, die Physiotherapie regt zur Bewegung an und gibt Tipps und die Küche stellt leckere Diäten vor. Das UKW hat mehr als 700 Ausbildungsplätze und etwa 20 Ausbildungsberufe. Vor diesem Hintergrund werben an drei Tagen (1./4./5.10.) der Bereich Personalentwicklung, die Staatlichen Berufsfachschulen für Technische Assistenten in der Medizin und für Diätassistenten sowie die Schule für Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten für ihre hochkarätigen Ausbildungsmöglichkeiten. Daneben gibt es Informationen und Beratung zu Job- und Karrierechancen.

Täglich wechselndes Programm

Auf der Mainfranken-Messe ferner vertreten sind die Augenklinik, die Chirurgie I, das Darmkrebszentrum, die Frauenklinik mit dem Mutter-Kind-Zentrum, die Medizinischen Kliniken I und II, das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, die Urologische Klinik, das Transplantationszentrum, das Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin, das Netzwerk Hoffnung, die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg und das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung. Zusammen stellen sie ein täglich wechselndes Programm auf die Beine. Dabei erfahren die Besucher/innen zum Beispiel, warum Darmkrebsvorsorge so wichtig ist (28.9.). Die Spezialisten der Hepatologie checken auf Wunsch und kostenlos per Fibroscan die Leber (6.10.). Dass man bei Schwangerschaft und Geburt „von Anfang an in guten Händen“ ist, verdeutlicht das Standpersonal der Universitäts-Frauenklinik (3.10.), während die Urologen die moderne, minimalinvasive Therapie von Nieren-, Gallen- und weiteren Steinen präsentieren (29.09.).
Aus dem Bereich Forschung tritt unter anderem die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg auf der Messe als „der kälteste Ort in Würzburg“ (2.10.) auf.

Stammzelltypisierungsaktion mit den Rimparer Wölfen

Am Sonntag, den 29. September 2019, führt das Netzwerk Hoffnung, die Stammzellspenderdatei des UKW, auf der Messe eine Typisierungsaktion durch. Die Handballer der Rimparer Wölfe unterstützen das für viele Krebspatienten überlebenswichtige Vorhaben mit einer Autogrammstunde. Außerdem gibt es als Dankeschön für die Teilnehmer/innen Freikarten zum Heimspiel am 3. November 2019.
Die Handballer sind übrigens auch dabei, wenn es unter Anleitung der Physiotherapeutinnen und -therapeuten heißt: „Trainiere wie ein Wolf“ (2.10.).

Das jeweilige Tagesprogramm findet sich zeitnah unter www.ukw.de/aktuelles

 

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Die wenigsten Menschen leben herzgesund

Dass Frauenherzen anders schlagen, weiß man schon seit längerem. Über den spezifischen Einfluss kardiovaskulärer Risikofaktoren auf die Herzfunktion bei Männern und Frauen ist bislang jedoch wenig bekannt. Ein Forschungsteam am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) um die Kardiologin Dr. Caroline Morbach hat jetzt belegt, dass sich die typischen kardiovaskulären Risikofaktoren unterschiedlich auf die Herzfunktion auswirken können. Frauen scheinen beispielsweise anfälliger für Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte zu sein. Am gefährlichsten für den Herzmuskel, sowohl für den weiblichen als auch für den männlichen, zeigte sich Übergewicht. Das weibliche Herz scheint zwar empfindlicher gegenüber kardiovaskulären Risikofaktoren zu sein, Frauen wiesen diese aber seltener auf. Generell hatten jedoch überraschend viele Menschen im mittleren Alter mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor. Die Ergebnisse basieren auf Untersuchungen an der STAAB-Kohortenstudie, einer repräsentativen Stichprobe der Einwohner der Stadt Würzburg.

Die Echokardiografie, auch als Herzecho bekannt, ist eine der wichtigsten Untersuchungen, um Veränderungen am Herzen zu erkennen. In der Ultraschalluntersuchung wird die Bewegung des Herzmuskels sichtbar. Das Verkürzungs- und Ausdehnungsprofil, das über strain (Maß der Längenveränderung) und strain rate (Geschwindigkeit der Längenveränderung) gemessen wird, liefert wichtige Informationen über die Pumpleistung des Herzens. Doch das Erkennen „abnormaler“ Funktionen erfordert zunächst eine Definition von „normal“. Bislang gab es weder Referenzwerte für die diastolische strain rate noch ausreichende Erkenntnisse über die Auswirkungen von Alter und Geschlecht auf die Verformung des Herzmuskels.

Normwerte für Bewegungsprofil des Herzmuskels
Ein Forschungsteam am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) um die Kardiologin Dr. Caroline Morbach hat jetzt Normwerte für die systolische und diastolische Verformung des Herzens erstellt. Ferner haben sie die Auswirkungen von Alter, Geschlecht und klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren auf die Funktion des Herzmuskels untersucht.

Für die Referenzwerte haben die Echo-Spezialisten die Werte von 1818 Teilnehmern aus der STAAB-Studie untersucht. In der STAAB-Kohortenstudie am DZHI wurden und werden insgesamt 5.000 Probanden aus Würzburg im Alter von 30 bis 79 und ohne bekannte Herzinsuffizienz innerhalb von circa drei Jahren zweimal untersucht. Ziel der STAAB-Studie, die von den Professoren Peter Heuschmann (IKE-B) und Stefan Störk (DZHI) geleitet wird, ist es, herauszufinden, wie häufig eine noch unentdeckte Herzschwäche in der Bevölkerung auftritt und welche Faktoren die frühen Stadien A und B der Volkserkrankung auslösen. Die Subkohorte war im Schnitt 54 Jahre alt, 52 Prozent von ihnen war weiblich.

Überraschend viele Menschen haben Risikofaktoren
Bei der Stichprobe für die Erstellung der Normwerte, haben sich die Forscher auf die Probanden konzentriert, die keine bekannten Herzerkrankungen und keine kardiovaskulären Risikofaktoren hatten. „Überraschenderweise waren das sehr wenige“, bemerkt Caroline Morbach. „Von den 1818 Probanden waren lediglich 542 Personen augenscheinlich gesund, noch nicht einmal jeder dritte. Die anderen 1276 Personen hatten mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor.“ Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht (Adipositas = Body Mass Index von über 30kg/m2), Diabetes mellitus, Nikotinkonsum, Bluthochdruck (Hypertonie = Blutdruck höher als 140 / 90 mmHg oder eine blutdrucksenkende Therapie) und Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie = LDL-Cholesterin-Wert von über 190 mg/dl oder fettsenkende Therapie).

„Allein diese Erkenntnis ist schon ein Alarmzeichen“, warnt Caroline Morbach. „Sehr viele Menschen haben vor allem schon in jüngeren Jahren mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor. Interessanterweise überwiegen in der gesunden Gruppe die Frauen. 58 Prozent der Probanden ohne Risikofaktoren waren Frauen und hatten ein Durchschnittsalter von 49 Jahren.“

Frauenherzen schlagen anders
In einem zweiten Schritt haben die Forscher den Einfluss kardiovaskulärer Risikofaktoren auf die Herzfunktion untersucht und dabei eine wichtige Entdeckung gemacht, die das weibliche Herz betrifft. Denn Frauen scheinen zunächst zwar gesünder zu sein, liegt jedoch ein kardiovaskulärer Risikofaktor vor, reagieren ihre Herzen vermutlich empfindlicher als Männerherzen. „Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass der weibliche Herzmuskel anfälliger ist gegenüber hohem Blutdruck und erhöhten Blutfettwerten. Adipositas hatte einen geschlechtsunabhängigen und insgesamt den stärksten negativen Einfluss auf die Funktion des Herzmuskels“, erläutert Caroline Morbach.

Gesunder Lebensstil und Gesundheits-Check-ups beim Arzt
„Diese Ergebnisse belegen einmal mehr, wie wichtig ein gesunder Lebensstil und Achtsamkeit im Alltag sind“, kommentiert Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie im DZHI. „Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu erreichen und zu halten, ernähren Sie sich gesund, meiden Sie Nikotin und dauerhaften Stress und lassen Sie regelmäßig Ihre Risikowerte wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette bei Ihrem Hausarzt kontrollieren.“

Die Ergebnisse wurden jetzt in “The Public Library of Science ONE” (PLOS ONE) veröffentlicht https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0221888.

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Rimparer Wölfe unterstützen Stammzelltypisierungsaktion des Uniklinikums Würzburg auf der Mainfranken-Messe

Am Sonntag, den 29. September 2019, führt das Netzwerk Hoffnung, die Stammzellspenderdatei des Uniklinikums Würzburg, auf der Mainfranken-Messe eine Typisierungsaktion durch. Die Handballer der Rimparer Wölfe unterstützen das für viele Krebspatienten überlebenswichtige Vorhaben mit einer Autogrammstunde. Außerdem gibt es als Dankeschön für die Teilnehmer/innen Freikarten zum Heimspiel am 3. November 2019.

Der Bedarf an potenziellen Stammzellspenderinnen und -spendern ist nach wie vor groß: Jährlich erkranken in Deutschland etwa 11.000 Menschen an Leukämie oder ähnlichen Bluterkrankungen. Viele von ihnen benötigen zur Heilung eine Stammzelltransplantation. „Für diese Patienten ist es lebensnotwendig, dass sich möglichst viele Menschen typisieren und registrieren lassen“, betont Prof. Dr. Markus Böck, der Direktor des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Deshalb führt das an seinem Institut angesiedelte Netzwerk Hoffnung – die Stammzellspenderdatei des UKW – am Sonntag, den 29. September 2019, auf der Mainfranken-Messe eine große Typisierungsaktion durch. Den Teilnehmer/innen wird dabei vor Ort mittels eines Wattestäbchens jeweils ein Wangenabstrich entnommen. Im Labor werden daraus die wichtigsten Gewebemerkmale des Spenders bestimmt und die anonymisierten Daten unter einer Spendernummer an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschlands in Ulm gemeldet.

Autogrammstunde und Freikarten

Um die Typisierung – neben dem humanitären Aspekt – für die Messebesucher/innen noch attraktiver zu machen, kooperiert das Netzwerk Hoffnung mit den Handballern der DJK Rimpar Wölfe. Zum einen findet auf dem Stand des Klinikums in Halle 1 an diesem Tag um 12:00 Uhr eine Autogrammstunde mit den Stars der Mannschaft statt. Zum anderen laden die Wölfe und das UKW jeden, der sich typisieren lässt, mit einer Freikarte zum Heimspiel gegen TuSEM Essen am 3. November 2019 in der Würzburger S.Oliver-Arena ein. „Wir engagieren uns immer gerne für Krebspatienten“, sagt Roland Sauer, der Manager der Rimparer Wölfe, und fährt fort: „So sind wir schon seit vielen Jahren Botschafter des Vereins ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ und stolz ein Teil des Netzwerks zu sein. Wir haben schon in der Vergangenheit eine Typisierungsaktion mit Netzwerk Hoffnung durchgeführt und in der Folge wurde einer unserer Spieler als Spender ausgewählt. Dies zeigt uns allen, wie wichtig jede einzelne Knochenmarkspende ist und wie wertvoll diese für das Leben anderer sein kann.“ Nach seinen Worten ist die Typisierungsaktion auf der Mainfranken-Messe den Wölfen ein aktuell besonders großes Anliegen, da Steffen Lieb, ein Spielerkollege vom TV Großwallstadt, an Blutkrebs erkrankt und auf eine passende Stammzellspende angewiesen ist.

Um noch mehr potenzielle Spender/innen zu erreichen, wird es auch beim Heimspiel der Wölfe am 3. November eine Typisierungsaktion geben.

 

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Internationale Experten zur Blut-Hirn-Schranke treffen sich in Würzburg

Vom 11. bis 13. September dieses Jahres findet im Congress Centrum Würzburg das 22. Internationale Symposium zur Signalweiterleitung an der Blut-Hirn-Schranke statt.

Bei der vom Uniklinikum Würzburg, dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung und dem AIT Wien organisierten Veranstaltung werden rund 150 Experten aus aller Welt erwartet.

Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) ist eine schützende Barriere zwischen dem Gehirn und der Blutzirkulation. Sie hält neurotoxische und pathogene Substanzen aus dem Zentralorgan fern – leider genauso wie Medikamente, zum Beispiel gegen Hirntumore oder die Alzheimer-Erkrankung. Vor diesem Hintergrund steht die BHS im Mittelpunkt zahlreicher Forschungsbemühungen. Beim Symposium werden unter anderem neue Konzepte in der Medikamentenentwicklung, aktuelle In-vitro-Modelle sowie die Rolle der BHS bei Infektionen diskutiert.

Weitere Details zur Tagung gibt es hier: www.bbb-conference.fraunhofer.de

Nadel im Heufhaufen gefunden

Lange hat er danach gesucht, jetzt hat er es gefunden: Den Teil des Proteins, der für die Bildung der T-Zellen verantwortlich ist, die als Helferzellen des Immunsystems eine frühe Heilung nach einem Herzinfarkt unterstützen. „Es war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, resümiert Dr. Gustavo Ramos. Fünf Jahre suchte er danach, in den letzten Jahren wurde er unterstützt von seiner Juniorforschungsgruppe am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI), die vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) gefördert wird. Nicht nur die Nadel, das Protein, auch der Ort ist entscheidend für seine bahnbrechende Entdeckung. Denn erstmals konnte gezeigt werden, dass die T-Zellen nicht im Herzgewebe gebildet werden, sondern in den Lymphknoten. Je größer der Infarkt, desto größer der Lymphknoten und vermutlich auch desto besser die Heilung. Die Nuklearmedizin der Universitätsklinik Würzburg bestätigte Ramos‘ Ergebnisse aus den Untersuchungen am Mausmodell: Patienten wiesen nach einem Herzinfarkt im PET-CT (eine Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie) eine analoge Herz-, Lymphknoten- und T-Zell-Achse auf.

Es gibt 20.000 Proteine im Herzen. Ein für die Herzmuskelzellen wichtiges Strukturprotein ist das Myosin Heavy Chain Alpha (MYHCA). Würzburger Forscher haben nun herausgefunden, dass dieses Protein ein dominantes kardiales Antigen ist, welches die Entstehung von speziellen Immunzellen, den T-Zellen, nach einem Herzinfarkt aktiviert. Der Würzburger Oberarzt Prof. Dr. Ulrich Hofmann hatte schon im Jahr 2012 entdeckt, dass T-Zellen eine wichtige Rolle bei der Wundheilung nach einem Herzinfarkt spielen. Der Biologe Dr. Gustavo Ramos vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) knüpfte an diese Entdeckung an und hat jetzt mit seiner Juniorforschungsgruppe nicht nur herausgefunden, welcher Molekülabschnitt die Bildung von T-Zell-Rezeptoren auslöst, nämlich MYHCA614-629, sondern auch, wo sich die so genannten CD4+T-Zellen bilden: in den mediastinalen Lymphknoten, also in den Lymphknoten, die in der Mitte des Brustkorbs zwischen beiden Lungenflügeln liegen. Anschließend wandern sie ins Herz, wo sie die frühe Heilung des geschädigten Herzmuskelgewebes unterstützen.

Dank an das Team und das IZKF für die Förderung
„Mit diesen Entdeckungen habe ich mit meiner Juniorforschungsgruppe einen wichtigen Meilenstein erreicht und dafür möchte ich meinem gesamten Team herzlich danken, allen voran den Co-Autoren Murilo Delgobo, Chiara Gaal und Lotte Büchner. Chiara Gaal war maßgeblich an der Entdeckung des Myosin-Antigens beteiligt und kam mit einem Stipendium der Deutschen Herzstiftung zu uns, Lotte Büchner hat mit einem Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ihre Doktorarbeit bei uns geschrieben. Außerdem gilt mein Dank dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung, das unser Forschungsprojekt in großem Umfang gefördert hat.“

Je schwerer der Infarkt, desto größer die Lymphknoten und desto besser die Heilung
Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen am Mausmodell konnten in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg an Herzinfarktpatienten bestätigt werden. Bei der nicht-invasiven PET-CT zeigte der Radioligand CXCR4 bei Patienten nach einem Myokardinfarkt vergrößerte Lymphknoten und eine erhöhte Zellzahl. „Bemerkenswerterweise korrelierte die Veränderung der Lymphknoten mit der Größe des Infarktes und scheinbar auch mit der Herzfunktion“, berichtet Gustavo Ramos. „Das heißt, je schwerer der Infarkt, desto mehr herzreaktive T-Zellen bildet der Körper. Erste Untersuchungen sechs Monate nach dem Infarkt deuten zudem darauf hin, dass die Menge der T-Zellen mit der Regeneration des Herzens in Verbindung steht. Je größer die Lymphknoten, desto besser die Heilung.“

Diese Beobachtung gilt es nun wissenschaftlich zu belegen sowie die Wundheilung längerfristig zu untersuchen. Ferner soll in Follow-up-Studien geprüft werden, ob auch andere Bildgebung-verfahren als das PET-CT für die Darstellung der Lymphknoten und entsprechend der Aktivierung der T-Zellen genutzt werden können, zum Beispiel die Magnetresonanztomographie.

Erkenntnisse helfen in der klinischen Praxis
Die Studie wurde jetzt im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht (https://www.jci.org/articles/view/123859). Interessanterweise hat in diesem Journal schon Prof. Dr. Stefan Frantz vor 20 Jahren seine Erkenntnisse zu Entzündungsreaktionen nach einem Herzinfarkt publiziert. Damals war er Postdoc an der Harvard University in Boston, heute ist er Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW und Mentor von Gustavo Ramos. „Ich freue mich sehr über diese Entwicklung, und dass sich so der Kreis schließt“, kommentiert Stefan Frantz. „Die Erkenntnisse könnten uns helfen, demnächst auf einfache, nicht-invasive Weise die Patienten zu identifizieren, bei denen auf Grund des Immunsystems die Wundheilung beeinträchtigt sein könnte und die eine spezifischere Behandlung benötigen.“

Die guten von den schlechten „Heilern“ unterscheiden
Generell sei entscheidend, die Entzündung nach dem Infarkt zunächst nicht zu blockieren, da erst durch diese entzündlichen Prozesse das Immunsystem und somit die T-Zellen aktiviert wird und damit der Heilungsprozess angeregt wird. Bei einigen Patienten ist die Wundheilung aufgrund des Immunsystems jedoch beeinträchtigt. Sie bilden nicht so viele T-Zellen und möglicherweise auch schlechte T-Zellen. Denn nicht alle haben eine positive Wirkung auf die Wundheilung. Daher liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Juniorgruppe Ramos auf der Identifizierung spezifischer T-Zell-Profile, um die guten von den schlechten „Heilern“ zu unterscheiden und zu prüfen, ob und wann sich gute T-Zellen in schlechte entwickeln und mehr schaden als helfen.

Unterstützt werden diese Forschungsvorhaben unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Europäischen Forschungsnetzwerk ERA-CVD (European Rese-arch Area Network on Cardiovascular Diseases).

Pressemitteilung als PDF

Link zur Forschungsgruppe

Myosin-spezifische CD4+ T-Zellen (TCR-M-Zellen in Magenta), die in das infarzierte Herzmuskelgewebe (dunkelgrün) eindringen. LV: linker Ventrikel, RV: rechter Ventrikel. Dieses und weitere Bilder begleiten die Publikation „Myocardial infarction triggers cardioprotective antigen-specific T helper cells responses“ in The Journal of Clinical Investigation www.jci.org/articles/view/123859 © American Society of Clinical Investigation