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Campus: Erfahrung mit Nachwirkung

Aus dem Online-Managzin einBLICK der Julius-Maximilians-Unversitäts Würzburg vom 18.07.2018

Alljährlich im Sommer treffen sich Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler auf einer einwöchigen Tagung in Lindau am Bodensee. Diesmal waren zwei Würzburger Medizinerinnen auf Vorschlag der Uni mit dabei.

39 Nobelpreisträger, 600 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, 84 Herkunftsländer und sechs Tage voller Gespräche und Diskussionen über Forschung und Gesellschaft: Das sind die Eckdaten der 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung, die vom 24. bis 29. Juni in Lindau stattgefunden hat. Mit dabei waren in diesem Jahr auf offiziellen Vorschlag der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zwei junge Nachwuchswissenschaftlerinnen aus der Medizin: Luise Appeltshauser und Carmina Teresa Fuß.
Eine „einzigartige Erfahrung und ein einmaliges Erlebnis“ seien die Tage am Bodensee gewesen, berichten die beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen kurz nach ihrer Rückkehr. Angesichts des vollen Programms seien sie immer noch damit beschäftigt, die Eindrücke zu verarbeiten und nachwirken zu lassen. Forschung in Physiologie und Medizin standen in diesem Jahr im Fokus der Tagung. Dazu passend hat Luise Appeltshauser Medizin und experimentelle Medizin an der JMU studiert; derzeit arbeitet sie als Assistenzärztin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW. Carmina Teresa Fuß hat ihr Studium der Humanmedizin ebenfalls an der JMU absolviert und ist aktuell als Assistenzärztin auf dem Gebiet der Endokrinologie tätig.

Volles Programm (fast) rund um die Uhr

Wer Entspannung sucht, ist auf dem Nobelpreisträgertreffen definitiv am falschen Platz. Der Tag beginnt um 7 Uhr mit einem Frühstück, bei dem sich die erste Gelegenheit bietet, mit den hochdekorierten Forscherinnen und Forschern ins Gespräch zu kommen. Dann folgen Posterpräsentationen, Master-Klassen und Science Walks – also Spaziergänge, bei denen sich „Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler durch die schöne Landschaft des Bodensees inspirieren lassen“, wie es in einer Pressemitteilung des Organisationskomitees heißt. Im Rahmen von Laureate Lunches treffen sich jeweils zehn angehende Wissenschaftler mit einem Nobelpreisträger – zum Essen und Austauschen; bei sogenannten Agora Talks stellen sich die Laureaten den Fragen der Zuhörer. Schluss ist erst tief in der Nacht.
Die Begegnungen mit einer Nobelpreisträgerin und einem Preisträger hatten es den beiden Würzburger Medizinerinnen besonders angetan: Ada E. Yonath (79), Strukturbiologin aus Israel, die im Jahr 2009 den Nobelpreis für Chemie für ihre Studien zur Struktur und Funktion des Ribosoms erhalten hat, sowie Peter Agre, (69), US-amerikanischer Mediziner und Molekularbiologe, der ebenfalls mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde – im Jahr 2003 für die Erforschung von Kanälen in Zellmembranen.

Faszination für ein Thema als Triebkraft

„Die beiden besitzen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten“, sagt Luise Appeltshauser. Während Peter Agre immer sehr bescheiden und zurückhaltend aufgetreten sei, habe sich Ada Yonath als Powerfrau präsentiert. Und während Agre die Nachwuchswissenschaftler dazu aufgefordert habe, ihre Mitarbeiter immer nett zu behandeln, lautete Yonaths Motto: „Fight for your ideas!“, ergänzt Carmina Teresa Fuß. Trotz dieser Unterschiede gebe es allerdings eine Gemeinsamkeit, die alle Nobelpreisträger teilen: „Von ihnen hat niemand auf den Nobelpreis spekuliert. Alle waren allein von ihrem Thema fasziniert. Ihr Ziel war es zu verstehen, wie bestimmte Dinge funktionieren“, so die beiden Medizinerinnen.
Klar: Ihre jeweiligen Forschungsgebiete – Luise Appeltshauser untersucht die Auslöser bestimmter Nervenleiden, Carmina Teresa Fuß beschäftigt sich mit Erkrankungen der Nebenniere – spielten auf dem Lindauer Treffen keine Rolle. Aber das sei auch mal ganz schön gewesen. „Man konnte seinen Horizont erweitern, neue Themen entdecken und sich überlegen, wie sich bestimmte Erkenntnisse aus anderen Gebieten auf die eigene Arbeit übertragen lassen“, sagt Luise Appeltshauser. Dieser Aspekt hat auch Carmina Teresa Fuß gefallen: „Dafür hat man sonst eigentlich nicht die Zeit“, sagt sie. Deshalb habe sie den Austausch über Fachgebiete hinweg als „sehr bereichernd und inspirierend“ empfunden.
Ein großes Netzwerk verknüpft die Teilnehmer
Und wer weiß schon heute, was die Vielzahl an neuen Kontakten, die sich auf solch einem Treffen ergeben, in Zukunft mit sich bringen. „Man spricht mit jemandem, der kennt jemand anderen, und so lernt man schnell viele interessante Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen“, schildert Luise Appeltshauser eine in Lindau übliche Variante des Netzwerkens. Außerdem stünden sämtliche Teilnehmer aller Nobelpreisträgertagungen inzwischen dank einer App – zumindest theoretisch – miteinander in Kontakt. Eine gewaltige Quelle potenzieller Kollaborationen.
Haben die beiden jetzt „Blut geleckt“ und werden ab sofort den erfolgreichen Vorbildern nacheifern? Wohl nicht im gleichen Maß wie potenzielle oder tatsächliche Nobelpreisträger. 20 Jahre lang im Labor zu stehen und Fragen aus dem Bereich der Grundlagenforschung nachzugehen: Das schwebe ihnen nicht vor. Dazu schätzen sie die Verbindung aus Kontakt mit Patienten und Arbeit im Labor zu sehr, die ihnen ihre jetzige Arbeit bietet. „Der Kontakt zum Patienten liefert ein direktes Feedback. Man erhält am Ende des Tages eine Rückmeldung“, sagt Luise Appeltshauser. Und Carmina Teresa Fuß ergänzt: „Das Wesen der Arbeit als forschende Ärztin in der Klinik zeigt sich in der Verbindung von Forschung und Klinik. Die Arbeit auf der Station erinnert einen immer wieder daran, wofür man im Labor steht.“

Die 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung

Wissenschaftliche Beweise als Antwort auf Fake News – unter diesem Leitgedanken stand die Eröffnung der 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung am 24. Juni. Das diesjährige Treffen war der Physiologie und Medizin gewidmet und befasste sich schwerpunktmäßig mit der Rolle der Wissenschaft in einem „postfaktischen“ Zeitalter, der Forschung zur inneren Uhr, der Gentechnik sowie der wissenschaftlichen Publikationspraxis. Als Medizintagung stellte es gleich zwei Rekorde auf: Noch nie hatten so viele Nobelpreisträger teilgenommen, und noch nie war das Teilnehmerfeld mit 84 Herkunftsländern so vielfältig gewesen.
Neun Nobelpreisträger haben 2018 zum ersten Mal an der Lindauer Tagung teilgenommen, darunter die zuletzt gekürten Medizinpreisträger Michael Rosbash und Michael Young, die für ihre Forschung zur inneren Uhr ausgezeichnet wurden.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zu einem weltweit einzigartigen Forum für den internationalen Austausch von Wissenschaftlern entwickelt.

Weitere Informationen: http://www.lindau-nobel.org/
Den Kontakt zu den beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen vermittelt Ihnen die Pressestelle der Uni Würzburg gerne.

Personalia

Aus dem Online-Managzin einBLICK der Julius-Maximilians-Unversitäts Würzburg vom 10.07.2018

33 Studierende der Zahnmedizin haben die Examensprüfung 2018/I bestanden. Bei einer Feier in der Neubaukirche bekamen die Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse überreicht. Besonderen Grund zur Freude hatten die zwei Prüfungsbesten: Sie wurden mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet. Der mit 1.000 Euro dotierte erste Preis ging an Lea Droste aus Würzburg, der mit 250 Euro dotierte zweite Preis an Lena Kaiser, ebenfalls aus Würzburg. Der Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis wurde 1977 gestiftet: Inka Lübeck wollte damit an ihren vier Jahre zuvor gestorbenen Mann erinnern, den Würzburger Zahnmediziner Adolf Lübeck. Seit dem Tod von Inka Lübeck im Jahr 1990 wird die Prämie unter dem jetzigen Namen verliehen.

Zehn Millionen für die Krebsforschung

Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universitäts WÜrzburg vom 04.07.2018

Die Deutsche Krebshilfe richtet in Würzburg eines von bundesweit fünf Mildred-Scheel-Nachwuchszentren ein. Junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher sollen hier beste Arbeitsbedingungen vorfinden.

Dresden, Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn und Würzburg * an diesen Standorten können junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künftig dazu beitragen, die Krebsforschung in Deutschland zukunftsfähig zu halten: Hier richtet die Deutsche Krebshilfe ihre neuen Mildred-Scheel-Nachwuchszentren ein. Sie stattet jedes davon in den kommenden fünf Jahren mit zehn Millionen Euro aus.

Das gab die Krebshilfe am 4. Juli 2018 bei ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin bekannt. Sie will mit dieser Initiative dem *eklatanten Mangel* an jungen Krebsforschenden entgegenwirken, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

In Würzburg ist die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Träger des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums. Federführend bei der Bewerbung war Professor Martin Eilers, Krebsforscher am Biozentrum der JMU. Ihm zufolge werden die ersten Forschungsgruppen des neuen Zentrums voraussichtlich im Herbst 2018 ihre Arbeit aufnehmen.

Zentrum strebt Vereinbarkeit von Beruf und Familie an


Talentierte Nachwuchskräfte sollen in den neuen Nachwuchszentren * dafür hatte es insgesamt 27 Bewerbungen aus ganz Deutschland gegeben * bestmögliche Arbeitsbedingungen und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf geboten bekommen.

Um den jungen Forschenden möglichst gute Bedingungen zu bieten, werden laut Eilers besonders flexible Arbeitszeitmodelle etabliert. Außerdem seien die Forschenden von allen Verpflichtungen in Klinik und Lehre befreit. Das Zentrum könne das Fördergeld von der Krebshilfe unter anderem auch einsetzen, um in den Ferien oder bei Kongressreisen eine Kinderbetreuung zu finanzieren.

Gemeinsame Forschungsfrage vereint die Gruppen

*Wir wollen bis zu acht Forschungsprojekte und -gruppen etablieren, in denen insgesamt rund 35 Personen arbeiten*, sagt Eilers. Wert lege man darauf, junge Talente aus den Naturwissenschaften und der Medizin gemeinsam forschen zu lassen.

Die Gruppen sollen auf dem Medizin-Campus in Grombühl unter einem Dach zusammenarbeiten. Ihre gemeinsame
Forschungsfrage: Wie schaffen es Tumorzellen, sich aktiv vor dem Immunsystem zu verstecken? Und wie lässt sich die Kontrolle durch das Immunsystem wieder herstellen? Von der Lösung dieser Fragen erhofft sich die Wissenschaft weitere Fortschritte bei der Behandlung von Krebs.

Exzellentes Forschungsumfeld in Würzburg

Das Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum findet in Würzburg ein sehr gutes Umfeld: Am Biozentrum und am Rudolf-Virchow-Zentrum der JMU forschen mehrere Gruppen an der Entschlüsselung molekularer Mechanismen der Tumorentstehung. Die neu eingerichteten Max-Planck-Forschungsgruppen arbeiten auf dem Gebiet der System-Immunologie.
Außerdem entwickeln Arbeitsgruppen in der Medizinischen Klinik und Poliklinik II, der Hautklinik, der Frauenklinik und der Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg neue Strategien zur Immuntherapie. Und das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung untersucht methodisch eng verwandte Fragestellungen.

Prominente Namensgeberin

Benannt sind die neuen Nachwuchszentren nach der Ärztin Mildred Scheel (1931-1985). Sie hat die Deutsche Krebshilfe im Jahr 1974 gegründet.

Website der Deutschen Krebshilfe (https://www.krebshilfe.de/)

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Sanderring 2, 97070 Würzburg
Pressesprecherin: Dr. Esther Knemeyer Pereira, Tel. (0931) 31-86002
presse@uni-wuerzburg.de     www.presse.uni-wuerzburg.de

Spendenübergabe - Aktion Spargeltaler

Anfang Juli überreichte das Ehepaar Frank und Edith Kulinna, Weinstuben Juliusspital, dem Vorstand der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder e.V. in der Universitäts-Kinderklinik eine Spende von 1.200,-- Euro. Diese Spendensumme stammt aus dem Verkauf von „Spargeltalern“, die rund 900 Gästen der Weinstube serviert wurden; die restliche Summe spendierte das Ehepaar Kulinna.
Der Spargeltaler, ein kross gebackener Kartoffelpuffer, in dem Stücke des Edelgemüses eingebacken werden und der mit einer Senf-Silvaner-Sauce und Spargelstangen serviert wird, stand währen der Spargelsaison bis Johanni, 24. Juni auf der Speisekarte der Weinstuben Juliusspital.
„Diese besondere Aktion, die zum 11. mal stattgefunden hat, ist ein veritables Beispiel für regionales soziales Engagement, das direkt unseren Patienten und betroffenen Familien zu Gute kommt“ so Prof. Christian P. Speer, Direktor der Universitäts-Kinderklinik.

Gruppenbild Spende
Über die Spende freuen sich: v.l.: Prof.Dr. Christian P. Speer - Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg, Monika Demmich - Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V., Prof.Dr. Paul-Gerhardt Schlegel - Uni-Kinderklinik Würzburg, Klara Zehnder - Fränkische Weinkönigin, Frank Kulinna - Wirt Weinstuben Juliusspital, Edith Kulinna - Wirtin Weinstuben Juliusspital, Elmar Marquardt - Initiator von Radio Charivari, Jana Lorenz-Eck - Vorsitzende Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V.

IT-Großprojekt für Menschen mit seltenen Erkrankungen in Bayern gestartet

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst fördert das Netz des Bayerischen Arbeitskreises Seltene Erkrankungen (BASE-Netz) zunächst mit rund 500.000 Euro. Das auf drei Jahre angelegte Projekt will die fünf Zentren für Seltene Erkrankungen in Bayern IT-medizinisch vernetzen. Ende Juni fand das erste BASE-Netz-Treffen im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) statt.

Mehr als 600.000 Menschen in Bayern leiden an einer von etwa 8.000 seltenen Erkrankungen. Aufgrund der geringen Fallzahlen je Erkrankung können Patienten weder auf ein flächendeckendes Netz an medizinischer Versorgung, noch auf eine rasche Diagnose hoffen. Was die Ursache ihrer Beschwerden ist, erfahren sie oft erst in einem auf seltene Erkrankungen spezialisierten Zentrum. Bayernweit gibt es davon fünf. „Bei einer seltenen Erkrankung ist für Betroffene der Weg zum nächsten Experten weit. Bei akuten Problemen, aber auch für Routinekontrollen wäre eine Versorgung vor Ort mit telemedizinischer Unterstützung durch einen Experten extrem hilfreich. Doch es fehlt an der notwendigen Infrastruktur sowie an geeigneten Softwarelösungen“, informiert Professor Dr. med. Mark Berneburg, Sprecher des Zentrums für Seltene Erkrankungen Regensburg (ZSER) am UKR und einer der Projektleiter von BASE-Netz.

Wissenschaftsministerium unterstützt BASE-Netz mit 500.000 Euro


BASE-Netz ist ein Zusammenschluss der Zentren für Seltene Erkrankungen der Universitätsklinika Regensburg, Würzburg, Erlangen, LMU und TU München mit dem  
Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen. Die Verbundpartner wollen die einzelnen Zentren in Bayern mit einer eigens entwickelten Software-Lösung IT-medizinisch vernetzen. Für 2018 erhält BASE-Netz vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Masterplans Bayern Digital II insgesamt 462.095 Euro. Weitere Fördermittel wurden in Aussicht gestellt. Insgesamt beläuft sich der Förderbedarf von BASE-Netz auf rund 1,8 Millionen Euro. „Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II investieren wir in die digitale Zukunft Bayerns. BASE-Netz nimmt bei der zentrumsübergreifenden Betreuung von Patienten mit seltenen Erkrankungen in den Bereichen Telemedizin und Patientendatenschutz bayernweit eine Vorreiterrolle ein und hat das Potenzial, auch international den Austausch von Experten für seltene Erkrankungen zu erleichtern“, begründet Professor Dr. med. Marion Kiechle, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, die Projektförderung. 

Erstes BASE-Netz-Treffen in Regensburg konkretisiert Projektumsetzung


Am 28. Juni 2018 traf sich das Konsortium von BASE-Netz erstmals zu einem Netzwerktreffen im Universitätsklinikum Regensburg. Die Mitglieder konkretisierten hier die Anforderungen an die IT für die Umsetzung des Projekts, definierten die Aufgaben der Projektverantwortlichen der Uniklinika Regensburg und Würzburg sowie die Besetzung der Steuerungsgruppe. Demnach obliegen nun dem ZSER unter anderem die Mittelverwaltung und Berichterstattung für BASE-Netz, während das Zentrum für Seltene Erkrankungen Nordbayern am Universitätsklinikum Würzburg die Koordination innerhalb der verschiedenen Zentren verantwortet und die Datenschutzkonzepte federführend entwickelt.

„Wir wollen mit BASE-Netz die fachärztliche Beratung für Menschen mit seltenen Erkrankungen auch außerhalb der Ballungszentren verbessern und klinische Studien zu seltenen Erkrankungen koordiniert unterstützen“, nennt Professor Dr. med. Helge Hebestreit, Projektkoordinator von BASE-Netz und Sprecher des Zentrums für seltene Erkrankungen Nordbayern am Universitätsklinikum Würzburg, die wichtigsten Ziele des Projekts. Darüber hinaus will BASE-Netz aufbauend auf einem eigens entwickelten Datenschutzkonzept und mit entsprechender Datenschutzfreigabe eine elektronische Patientenakte entwickeln, die sowohl für ärztliches Personal als auch für den Patienten außerhalb der individuellen Klinikinformationssysteme einsehbar und bearbeitbar ist. Geplant sind auch die Forschungsunterstützung durch Aufbau einer zentralen Datenbank, die Vernetzung mit dem Projekt „1000 Genome in Bayern“ sowie das Ausweiten des Netzwerks auf kleinere Zentren für Seltene Erkrankungen an nicht-universitären Krankenhäusern.

BASE-Netz integriert Patienten, Hausärzte, Uniklinika und IT-Spezialisten


Das Konsortium von BASE-Netz setzt sich zusammen aus den Projektleitern Professor Dr. med. Mark Berneburg und Professor Dr. med. Helge Hebestreit sowie einer Steuerungsgruppe mit Vertretern der bayerischen Zentren für Seltene Erkrankungen, des Zentrums für Telemedizin in Bad Kissingen sowie den IT-Spezialisten der einzelnen Häuser.  Patientenvertreter und der Bayerische Hausärzteverband sind in Form von Beiräten in die Arbeit von BASE-Netz einbezogen. Der Initiative voran ging die elektronische Vernetzung der Zentren für Seltene Erkrankungen Regensburg und Würzburg.

Kontakte
Sprecher BASE-Net
Professor Dr. Mark Berneburg
Sprecher Zentrum für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Regensburg
Tel.: 0941 944-9601
mark.berneburg@ukr.de
www.ukr.de

Koordinator BASE-Net
Prof. Dr. Helge Hebestreit
Sprecher Zentrum für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Würzburg
Tel: 0931/201-27729
E-Mail: Hebestreit_H@ukw.de
www.zese.ukw.de


Gemeinsame Pressemitteilung UKR, UKW, UKE, KLMU, MRI, und ZTM.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Teilnehmer des 1. BASE-Netz-Treffens
Die Teilnehmer des 1. BASE-Netz-Treffens am 28. Juni 2018 in Regensburg. © UKR / Franziska Holten
Hände
Für die Seltenen: Im Base-Netz arbeiten Mediziner standortübergreifend zum Wohl der Patienten zusammen. © UKR / Vincent Schmucker

Besserer Sonnenschutz für Kinder – ein Präventionsprojekt der Stadt Würzburg, des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und des Uniklinikums Würzburg

Sommer, Sonne – und kein Sonnenbrand: Die Stadt Würzburg, der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und die Hautklinik des Uniklinikums Würzburg kooperieren, um Kinder in den regionalen Ferienfreizeiten noch besser vor UV-strahlungsbedingten Hautschäden zu schützen. Neben Informationen wurden Sonnenschutzmittel im Wert von 2.000 Euro als Spende bereitgestellt.

Die Stadt Würzburg bietet gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern auch in diesem Sommer wieder viele erlebnispädagogische Veranstaltungen für Kinder an. „Hier, wie auch in den Kindertageseinrichtungen, verbringen die Mädchen und Jungen bei schönem Wetter viel Zeit im Freien“, weiß Dr. Hülya Düber. Die Leiterin des Jugend-, Familien- und Sozialreferats der Stadt Würzburg fährt fort: „Allerdings bergen die angenehmen Sonnenstrahlen auch Risiken für die Haut der Kinder. Deshalb ist die Aufklärung und Sensibilisierung sowohl der Eltern, wie auch des Fachpersonals in den Einrichtungen für dieses Thema nach wie vor wichtig.“

Vortrag der Hautklinik vor Trägern und Leiter/innen

Eine gute Gelegenheit dazu war das Treffen der Träger/innen und Leiter/innen der Würzburger Kindertagesstätten sowie deren Dachverbände am 28. Juni 2018 im Würzburger Rathaus. Die rund 60 Teilnehmer/innen sind verantwortlich für etwa 5.100 Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder zwischen einem und zehn Jahren. Als einer der Tagesordnungspunkte des Meetings referierte Dr. Tina Giner von der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) auf Einladung von Dr. Düber über die Zusammenhänge zwischen Sonnenstrahlung, Folgeerkrankungen und richtigem Sonnenschutz. „Übermäßige UV-Bestrahlungen, gerade die in der Kindheit und Jugend erworbenen Sonnenschäden, zählen zu den Hauptrisikofaktoren für die spätere Entstehung von Hautkrebs“, betonte die Dermatologin. Als Schutzmaßnahme – neben dem Tragen von Textilien und einer Kopfbedeckung sowie dem Meiden der Mittagssonne – empfiehlt sie das Eincremen der undeckten Körperpartien mit einem Sonnenschutzmittel, das einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 haben sollte. Dabei sei auch die eingesetzte Menge wichtig. Dr. Giner: „Häufig wird nicht genügend Sonnencreme aufgetragen. Um den angegebenen Schutzfaktor zu erreichen, ist zudem ein wiederholtes Nachcremen notwendig, um die Verluste durch Abrieb, Wasserkontakt und Schwitzen auszugleichen.“

2.000 Euro-Spende für Sonnencreme

Um die regionalen Veranstalter von Ferienfreizeiten und die Akteure von Betreuungsangeboten beim Sonnenschutz der ihnen anvertrauten Kinder zu unterstützen, stellt der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ in diesem Jahr erstmals Sonnencremes im Wert von 2.000 Euro als Spende zur Verfügung. Gabriele Nelkenstock, die Gründerin des Vereins, überreichte am Rande des Träger/innen- und Leiter/innen-Treffens einen Scheck über diese Summe an Dr. Düber.
„Bislang haben wir uns der Unterstützung von Tumorpatienten und ihren Angehörigen sowie der Förderung der Krebstherapieforschung gewidmet. Mit diesem Projekt steigen wir erstmals in die Präventionsarbeit ein. Wenn es uns gelingt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kinder von heute nicht die Hautkrebspatienten von morgen werden, so ist hier jeder Euro äußerst sinnvoll investiert“, kommentierte Gabriele Nelkenstock.
Die Sozialreferentin Hülya Düber bedankte sich herzlich für die Spende des Vereins und die Wissensvermittlung durch die Hautklinik. Die Sonnenschutzmittel können von den Kinderfreizeit-Veranstaltern ab sofort angefragt werden im Bereich „Kids, Jiz & Fiz“ im Erdgeschoss des Sozialreferats in der Karmelitenstraße 43, Telefon: 0931/373346 oder E-Mail: Jiz@ stadt.wuerzburg.de.

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2.000 Euro für Sonnenschutzcreme - Gruppenbild
2.000 Euro für Sonnenschutzcreme aller Art – im Bild von links: Monika Kraft (Leiterin der Fachabteilung Kindertagesbetreuung der Stadt Würzburg), Prof. Dr. Matthias Goebeler (Direktor der Würzburger Universitäts-Hautklinik), Gabriele Nelkenstock (Gründerin des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“), Dr. Hülya Düber (Leiterin des Jugend-, Familien- und Sozialreferats der Stadt Würzburg), Gunther Kunze (Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt Würzburg) und Dr. Tina Giner (Ärztin an der Würzburger Universitäts-Hautklinik). Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg
Gruppenbild Sonnencreme
Mit der Scheckübergabe startete ein neues Projekt zum besseren Sonnenschutz für die Kinder der Würzburger Region. Im Bild von links: Prof. Dr. Matthias Goebeler und Dr. Tina Giner von der Würzburger Universitäts-Hautklinik, Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ sowie Dr. Hülya Düber, Monika Kraft und Gunther Kunze vom Jugend-, Familien- und Sozialreferat der Stadt Würzburg. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Uniklinikum Würzburg: Vortrag zu Cannabis und Methadon in der Krebstherapie

Cannabis, Methadon und Co. – Sinnvolle Ergänzung oder gefährliche Verführung für Patienten mit einer Krebserkrankung? Das ist der Titel eines Vortrags, der am Mittwoch, den 4. Juli 2018, im Comprehensive Cancer Center Mainfranken in Würzburg stattfindet.

Vor allem in der Palliativmedizin, gelegentlich aber auch bei Krebspatienten in einer früheren Krankheitssituation können Cannabis und seine Inhaltsstoffe, die sogenannten Cannabinoide, gegen Nebenwirkungen eingesetzt werden. Schon seit einigen Jahren wird darüber hinaus daran geforscht, ob Cannabinoide eine das Wachstum hemmende Wirkung auf Krebszellen haben. Im vergangenen Jahr tauchte dann die Behauptung auf, dass Methadon hilfreich gegen Krebs sei. In ihrem Vortrag am Mittwoch, den 4. Juli 2018, gibt Prof. Dr. Jutta Hübner vom Universitätsklinikum Jena Antworten auf Fragen wie: Was ist Krebs und wie wirken moderne Therapien? Wie unterscheide ich seriöse begleitende Angebote von unseriöser alternativer Medizin? Was machen Methadon und Cannabinoide mit Krebszellen? Sind sie für die Therapie bei Krebs geeignet?
Ort der kostenlosen Veranstaltung ist der Hörsaal II des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße. Beginn ist um 16:00 Uhr.

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