Schwerpunkte der Forschung

Forschungsschwerpunkte der Augenklinik liegen bei der klinischen Forschung im vorderen Augenabschnitt in den Bereichen Vorderabschnittserkrankungen, Glaukom und Hornhaut sowie im Bereich der Grundlagenforschung. Im hinteren Augenabschnitt stehen die Retinologie und bildgebende Verfahren im Fokus, insbesondere die quantifizierende Autofluoreszenz. Zudem beschäftigt sich die Forschung mit spektralen Untersuchungen der autofluoreszierenden Eigenschaften von Granula.

Klinische Forschung: Vorderer Augenabschnitt

In dem Schwerpunkt für Vorderabschnittserkrankungen und Hornhaut sowie der Sektion Glaukom werden unter anderem Verfahren zur Behandlung von Tumoren der Augenoberfläche, moderne Formen der Hornhauttransplantation, die Langzeitergebnisse nach cornealem Crosslinking bei Keratokonus und anderen Keratektasien sowie Methoden zur Hemmung der Narbenbildung nach Glaukomoperationen untersucht. Die Klinik ist zudem maßgeblich an der Entwicklung neuer Methoden zur Augeninnendruckmessung beteiligt. Insbesondere die Einführung neuer bildgebender Verfahren wie die Vermessung der peripapillären Nervenfaserschichtdicke mittels hochauflösendem Spectral-Domain OCT hat die Möglichkeiten der morphologischen Verlaufskontrolle von Patientinnen und Patienten mit Glaukom weiter verfeinert.

Ansprechpartner:
Dr. med. Daniel Kampik
Prof. Dr. med. Nils A. Loewen

Retinologie und bildgebende Verfahren im hinteren Augenabschnitt: Quantifizierende Fundusautofluoreszenz - ein neues klinisches Tool zur Diagnostik und Verlaufskontrolle von Netzhautveränderungen

Autofluoreszenz (AF)-Aufnahmen des Augenhintergrunds können den Zustand von Netzhaut und deren angrenzenden Schichten bildlich darzustellen. Insbesondere lassen sich hiermit krankhafte Veränderungen von gesunden Strukturen unterscheiden. Die Aufnahmen sind einfach durchführbar, nicht-invasiv und werden routinemäßig an der Augenklinik der Universität Würzburg angefertigt. Eine Weiterentwicklung dieser Technik ist die quantifizierende Autofluoreszenz (qAF), die erstmals auch vergleichende Untersuchungen eines Probanden im Langzeitverlauf beziehungsweise zwischen Probanden erlaubt. Die qAF hat sich an unserer Klinik etabliert und es konnten alterskorrelierte qAF-Normdatenbanken erstellt werden (AG PD Dr. T. Ach). Für die detaillierten Analysen wurde eigens eine Software entwickelt.

Ansprechpartner:
PD Dr. med. Thomas Ach
Dr. med. Winfried Göbel
Prof. Dr. med. Jost Hillenkamp

Grundlagenforschung: Vorderer Augenabschnitt

    Manche für das Sehen essentiellen Gewebe regenerieren sich nicht. Durch Gentransfer von Transkriptionsfaktoren wird versucht, eine In-situ-Regeneration speziell des cornealen Endothels sowie des Retinalen Pigmentepithels zu erreichen (Dr. med. D. Kampik, PhD in Kooperation mit dem UCL Institute of Ophthalmology, London). Die Kooperation mit dem Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin des Universitätsklinikum Würzburg beinhaltet zwei Themen: die Entwicklung eines dreidimensionalen künstlichen Hornhaut-Gewebemodells als Alternative zum Tierversuch und für die präklinische Testung von Medikamenten, sowie die Entwicklung eines Cornea-Bioreaktors zur besseren Kultivierung der Transplantathornhaut ex vivo (Dr. med. D. Kampik, PhD).

    Ansprechpartner:
    Dr. med. Daniel Kampik, PhD

    Hinterer Augenabschnitt Eigenschaften intrazellulärer Granula des retinalen Pigmentepithels – Studien mittels hochauflösender spektraler Mikroskopie

    Zellen des retinalen Pigmentepithels (RPE) lagern verschiedene autofluoreszierende Granula intrazellulär an. Dabei sind vor allem Lipofuszin, ein Alterspigment unbekannter Zusammensetzung, und Melanin von Bedeutung. Lipofuszin war lange Zeit mit der Entwicklung einer alterskorrelierten Makuladegeneration (AMD) assoziiert, was aber derzeit durch die Erkenntnisse neuer histologischer Arbeiten eher kritisch diskutiert wird. Melanin / Melanosomen dagegen werden protektive Eigenschaften (Radikalfänger, Verhinderung der Lichtstreuung) zugesagt. In einem von den National Institutes of Health (NIH) geförderten Projekt (AG PD Dr. T. Ach; Förderperiode: 2017-2021) werden die genauen intrazellulären Lokalisationen und autofluoreszierenden Eigenschaften dieser Granula mittels hochauflösender, spektraler Mikroskopie untersucht. Unterschiede im Lipofuszin / Melanosomen-Gehalt einzelner RPE-Zellen sind abhängig von der retinalen Lage (in Bezug zur Fovea = Stelle des schärfsten Sehens) und dem lter. Inwiefern sich auch durch verschiedene Makulaerkrankungen (unter anderem AMD) Veränderungen im Gehalt / Spektrum der Granula ergeben, wird in derzeitigen Studien an menschlichem Spendergewebe untersucht.

    Ansprechpartner:
    PD Dr. med. Thomas Ach

    Kontakt

    Telefon

    +49 931 201-20602


    Anschrift

    Augenklinik und Poliklinik des Universitätsklinikums | Kopfkliniken | Josef-Schneider-Straße 11 | Haus B2 | 97080 Würzburg | Deutschland