• Illustrationsbild: Labormitarbeiter betrachtet ein Behältnis in dem sich Flüssigkeit und eine Hornhaut befindet
  • Illustrationsbild: Patient mit Untersuchungsgerät am Auge

Hornhaut-Transplantation

In Deutschland werden derzeit jährlich etwa 6000 Hornhauttransplantationen vorgenommen. Damit ist die sogenannte Keratoplastik die häufigste Form der Gewebeverpflanzung beim Menschen. Seit den ersten Versuchen im 19. Jahrhundert ist die Keratoplastik zu einem modernen Schwerpunkt in der Augenheilkunde geworden und wird seit den 1960er Jahren auch an unserem Haus durchgeführt. 

Durch bedeutende technische Fortschritte in der Aufbereitung von Gewebe sowie die Entwicklung von Operationstechniken, die es auch zulassen, nur einzelne Schichten der alten Hornhaut zu entfernen und entsprechend zu ersetzen, sind die Erfolgsraten der Transplantation mit rund 90 Prozent sehr hoch.

Gründe für eine Hornhauttransplantation

Nach Unfällen, Verätzungen oder Infektionen kann es zu Defekten, Vernarbungen und Trübungen kommen, welche keine andere Wahl als eine Hornhauttransplantation zulassen. Häufigste Gründe für eine Keratoplastik sind jedoch – zum Teil anlagebedingte – Erkrankungen der Hornhaut, die zu Vernarbungen, Auflösung des Gewebes oder auch extremen Verformungen und Verdünnungen führen können. Auch Schmerz ist manchmal ein Grund. In all diesen Fällen – vor allem in fortgeschrittenem Stadium - kann eine Hornhauttransplantation die Sehkraft oft wieder herstellen.

Vorgehen und Entscheidung

Ist die Entscheidung zur Hornhauttransplantation gefallen, muss ein geeignetes und gewebeverträgliches Transplantat gefunden werden, um eine Abstoßung möglichst auszuschließen. Aufgrund unserer eigenen Hornhautbank ist die Versorgungslage an unserer Klinik jedoch gut. Die Wartezeit beträgt in der Regel zwei bis drei Monate. Bereits im Vorfeld wird das jeweils beste Operationsverfahren festgelegt und der etwa einstündige Eingriff meist in Vollnarkose durchgeführt.

Perforierende Keratoplastik

Im Zentrum der Hornhaut wird ein kreisförmiger, alle Schichten der Hornhaut umfassender Bereich herausgestanzt. Der entstandene Defekt wird mit einem exakt zugeschnitten Scheibchen aus der Spenderhornhaut gedeckt und an den Seitenrändern mit den eigenen Hornhautresten vernäht. Dabei sind die Fäden um ein Vielfaches dünner als ein Haar. Nach einem Jahr werden die Fäden wieder entfernt.

Lamelläre Transplantation

Bei der lamellären Transplantation werden nur einzelne Schichten der Hornhaut ersetzt und intakte Bestandteile der Hornhaut bleiben erhalten. Dadurch reduziert sich die Gefahr der Abstoßung. Man unterscheidet zwischen der vorderen und der hinteren Keratoplastik, je nachdem welche Hornhautlage ersetzt wird. Das Verfahren ist technisch deutlich schwieriger und erfordert eine entsprechende Geräteausstattung, um die einzelnen Schichten sorgfältig heraus zu präparieren.

DMEK

Die sogenannte Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist die derzeit modernste Methode der lamellären Transplantation. Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird lediglich die zehn Mikrometer dicke, nach einem französischen Arzt benannte Descemet-Membran an der Rückfläche der Hornhaut transplantiert. Dabei wird das Auge mit drei winzig kleinen Schnitten eröffnet, die erkrankte Hornhautinnenschicht herausgenommen, das hauchdünne Spendergewebe mittels Injektion eingesetzt und mit einer Luftblase und ohne Naht an die Hornhaut des Empfängers gedrückt. Die Operation zählt vor allem bei Degenerationserkrankungen der Hornhaut als Mittel der ersten Wahl. 

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