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Amblyopie

Der Begriff Amblyopie bezeichnet das entwicklungsbedingte Defizit des Formensehens, eine  Unfähigkeit des Gehirns, Sinneseindrücke des Auges richtig zu verarbeiten. Die Ursache liegt in einem gestörten Entwicklungsprozess im Zusammenspiel zwischen Auge und Gehirn in einer sensiblen Phase der Kindheit. Nur im Kindesalter lässt sich diese Störung der Sehentwicklung noch erfolgreich behandeln und teilweise beheben.

Was ist eine Amlyopie?

Um scharf sehen zu können, müssen die Sinneseindrücke der kindlichen Augen über Nervenbahnen in das Gehirn weitergeleitet werden, damit sich die Sehleitungsbahnen und das Sehzentrum entwickeln können. Ist die Weiterleitung der Sinneseindrücke eines Auges in der Phase der Sehentwicklung behindert, kann das Gehirn die vom Auge gesandten Bilder nicht richtig verarbeiten. Die daraus resultierende verminderte Sehkraft wird als Schwachsichtigkeit oder Amblyopie bezeichnet.

Ursachen

Oft liegt beim Kind ein Schielen oder ein seitenungleicher Brechungsfehler vor. Das schielende Auge oder das Auge mit dem höheren Brechungsfehler vermittelt ein doppeltes oder unscharfes Bild, weshalb dieses vom kindlichen Gehirn nicht richtig verarbeitet, beziehungsweise ausgeblendet wird und sich die Sehkraft nicht richtig entwickeln kann. Weitere Ursachen einer Amblyopie sind angeborene Trübungen der Augenlinse, ein herabhängendes Oberlid oder andere Fehlbildungen. In seltenen Fällen sind auch beide Augen betroffen.

Symptome

Weil das Kind mit dem einen Auge den Ausfall des anderen Auges kompensiert, wird eine Amblyopie oft recht spät oder gar nicht erkannt. Manchmal fällt ein Defizit im räumlichen Sehen auf, beispielsweise durch eine Ungeschicklichkeit beim Ballspielen oder durch häufiges Umstoßen des Trinkglases. Da kleine Augenfehlstellungen, sogenanntes Mikroschielen, oder Brechungsfehler häufig nicht offensichtlich sind, sollte selbst bei Kindern ohne Symptome im Alter zwischen zwei und drei Jahren eine augenärztliche Basisuntersuchung durchgeführt werden.

Therapie

Soweit dies möglich ist, wird zunächst die Grunderkrankung therapiert. Bei einer Fehlsichtigkeit wird eine Brille angepasst. Die angeborene Linsentrübung sollte je nach Ausprägung innerhalb der ersten Lebensmonate operiert werden. Bei Fehlstellungen der Augen hängt der Zeitpunkt einer Operation von der Schielform ab.
Die Amblyopie selbst wird durch die sogenannte Okklusionsbehandlung mit Augenpflastern therapiert. Dabei wird für einen bestimmten Zeitraum pro Tag das gute Auge abgeklebt, damit das schlechte Auge trainiert wird.

Erfolgsaussicht

Die sensible Phase der Sehentwicklung erstreckt sich bis in das Grundschulalter. Rechtzeitig entdeckt kann eine Amblyopie noch teilweise oder sogar vollständig korrigiert werden. Entscheidend sind der rechtzeitige Beginn und die konsequente Durchführung der Okklusionsbehandlung.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med.
Martin Nentwich, FEBO

Sektionsleiter Kinderaugenheilkunde, Schielbehandlung und Neuroophthalmologie

+49 931 201-20487

Dr. med.
Antonia Homa

Assistenzärztin

+49 931 201-20487

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