Tränenwegsendoskopie mit Mikrodrilldakryoplastik

Die Tränenwegsendoskopie ist ein relativ neues Verfahren, das direkte Einblicke in den Tränenkanal und minimal-invasive Eingriffe ermöglicht. Mit dieser Operationsmethode, die ohne Schnitt auskommt, lassen sich etwa 70 Prozente aller krankhaften Veränderungen der Tränenwege dauerhaft behandeln.

Was ist eine Tränenwegsendoskopie?

Die Tränenwegsendoskopie ist ein mikro-invasives Verfahren, welches in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurde, um das Innere eines Tränenkanals ohne Schnitt und Röntgenstrahlen vor Ort zu betrachten und kleine Eingriffe vorzunehmen. Dabei wird ein flexibles Röhrchen von knapp einem Millimeter Durchmesser vom Lidrand in den Tränenkanal geschoben. In diesem miniaturisierten Endoskop befinden sich ein Beleuchtungskanal, ein Darstellungskanal mit Videokamera und ein Arbeitskanal. Über winzige Glasfaserbündel werden der Tränenkanal von innen ausgeleuchtet und die erstellten Aufnahmen auf einen Monitor übertragen.

Anwendung

Dieses auch als Dakryoendoskopie bezeichnete Verfahren ermöglicht nicht nur eine präzise Befunderhebung oder Operationsplanung, sondern lässt zeitgleich über den Arbeitskanal therapeutische Maßnahmen zu: So lassen sich bestimmte Verstopfungen der Tränenwege beseitigen, Entzündungen behandeln und Tränengangssteine entfernen. Wenn es sich um kurzsstreckige Verengungen der Tränenwege handelt, wird diese  Methode heute klassischerweise als erster Schritt angewendet.

Mikrodrill-Dakryoplastik

Um mechanische Hindernisse im Tränenkanal zu beseitigen, wird häufig auch ein Minibohrer (engl.: drill) eingesetzt. Mit einem Durchmesser von 0,3 Millimetern eröffnet er nicht nur kleine Stenosen, sondern entfernt auch störende Häutchen, Falten oder Polypen. Mit dem Mikrodrill lassen sich auch Tränensteine zerkleinern.

Vorteile

Wenn auch die Erfolgsrate im Vergleich zur offenen Operation, der Dakryozystorhinostomie, nicht ganz so hoch ist, bietet der minimal-invasive Eingriff viele Vorteile: Die Operationsdauer ist kürzer, die Komplikationsrate geringer und das persönliche Befinden wird als besser angegeben. Die Operation wird in kurzer Vollnarkose stationär durchgeführt. Danach wird zum Offenhalten des Tränenkanals ein Silikonschläuchlein eingelegt, das nach drei bis sechs Monaten entfernt wird.

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Univ.-Prof. Dr. med.
André Rosentreter

Sektionsleiter Glaukom und Tränenwege

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