Nachdenkliche Augen …

….. hatten die Schüler*innen des dritten Ausbildungsjahres beim Exkurs zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg am 06.02.2020.

Um 06.45 Uhr starteten die 39 Schüler*innen und die zwei Pflegepädagoginnen I. Scherer und J. Beuschel mit dem Bus nach Flossenbürg. Gegen 10 Uhr begann der Besuch der Gedenkstätte mit einem Rundgang über das historische Gelände.

In vier Gruppen eingeteilt, konnten sich die Schüler*innen durch die häufigen Meinungsabfragen und Aufforderungen zum Perspektivenwechsel aktiv in die Führung einbringen. Ein zentraler Bestandteil war unter anderem die Frage, wie die Akteure der damaligen Zeit unter den herrschenden Bedingungen hätten anders agieren können. Die Entstehung und Geschichte des Konzentrationslagers und seiner Außenlager wird in der ehemaligen Wäscherei sehr eindrucksvoll, u.a. durch die dargestellten Einzelschicksale der Häftlinge beschrieben.

Eines der Außenlager trägt im Haftstättenverzeichnis des Internationalen Suchdienstes die Adresse "SS-Lazarettabteilung für Nervenkranke an der Universitätsklinik Würzburg, Füchsleinstraße 15". Ärztlicher Leiter dieser neurologisch-psychiatrischen Beobachtungsstation der Waffen-SS in Würzburg war der Euthanasiearzt Professor Werner Heyde, SS-Sturmbannführer und Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universitätsklinik Würzburg (Skriebeleit, 2004).

Nach dem Mittagessen im integrativen Museumscafe, dem ehemaligen SS-Casino, konnten die Schüler*innen die medizinische und pflegerische Betreuung der Häftlinge im Konzentrationslager in Workshops erarbeiten. Unter anderem wurden die Menschenversuche, die "Organisation T4" und das Krankenrevier Flossenbürg kritisch hinterfragt. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die medizinische (Nicht-)Versorgung der Häftlinge an den Nützlichkeitsabwägungen des Staates ausgerichtet war. In einem Gallery Walk wurden die erarbeiteten Ergebnisse präsentiert. Die Schüler*innen wurden angeregt, über ihre eigenen beruflichen Werte und das berufliche Ethos im Generellen zu reflektieren.

Um 16 Uhr fuhren wir alle wieder zurück an die Krankenpflegeschule nach Würzburg, mit vielen Gedanken und Eindrücken und auch mit kritischen Fragen an das Heute.

Text & Bilder: I. Scherer

Studientag im KZ Flossenbürg
Studientag im KZ Flossenbürg
Die Schüler folgen gebannt und vor allem sehr betroffen den Ausführungen

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