Informationen für Organtransplantierte zum Coronavirus

Liebe Patientin, lieber Patient, 

das Jahr 2021 war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und hat uns – genau wie Ihnen – mehr abverlangt als zunächst gedacht. Nach fast zwei Jahren Pandemie wissen wir um die Gefährlichkeit von SARS-Cov2 für Dialyse- und Transplantationspatientinnen und -patienten bei schwierigen Verläufen. Zudem haben wir auch alle eine große Verunsicherung durch die immer wieder neuen oder doch auch noch unzureichenden Erkenntnisse erfahren. 

Erfreulicherweise ist es gelungen, gleich mehrere hochpotente Impfstoffe zu entwickeln, deren gute Wirksamkeit und Sicherheit mittlerweile mehrfach bewiesen ist. Allerdings hat sich gezeigt, dass gut ein Drittel aller transplantierten Patientinnen und Patienten keine oder keine ausreichende Immunantwort entwickelt. Ob die Mitreaktion von weißen Blutzellen auf den Impfstoff, die sogenannte „T-Zell-Reaktion“, für einen vollständigen Schutz ausreichend ist, kann leider nicht mit gängigen Labormethoden erfasst werden. Es ist deshalb weiterhin sehr wichtig, auch die empfohlenen Hygienemaßnahmen einzuhalten, ausreichend Abstand zu halten und am besten FFP2-Masken zu tragen.

Mit Nachdruck empfehlen wir die Impfung, solange keine Kontraindikation vorliegt! 

Überblick zu Impfempfehlungen

Immunsupprimierte Patientinnen und Patienten sollten einen der beiden mRNA-Impfstoffe erhalten. Das Robert-Koch-Institut stuft beide – sowohl den von Moderna, als auch den von Biontech – als gleichwertig ein, was Sicherheit und Wirksamkeit betrifft. Außerdem raten wir dazu, möglichst alle Haushaltsangehörigen ab zwölf Jahre gegen Covid-19 zu impfen.Einige Daten deuten darauf hin, dass ein Wechsel der Wirkstoffe unter Umständen eine höhere Immunantwort unter Immunsuppression erzielen kann. Zudem scheint die vollständige Impfung mit einer dritten Boostergabe auch sehr gut vor der verbreiteten Omikron-Variante zu schützen. 

Vierte Impfung und Totimpfstoff?

Zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Notwendigkeit einer vierten Impfdosis gibt es bisher weder Erkenntnisse noch Empfehlungen des RKI. Daher ist sie bisher nur in Ausnahmefällen zu erwägen. Seit Ende Februar 2022 steht in Deutschland der Impfstoff Novavax mit einem anderen Wirkprinzip zur Verfügung: Das für die Antikörperbildung entscheidende Spikeprotein des Virus wird im Labor hergestellt und als toter Bestandteil dem Organismus zugeführt. Deshalb zählt Novavax im weiteren Sinne auch zu den Totimpfstoffen. Ein weiterer Totimpfstoff wartet derzeit auf seine Zulassung.
Erste Erkenntnisse zeigen, dass Novavax ebenfalls eine hohe Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante aufweist. Welchen Schutz der Impfstoff jedoch bei Organtransplantierten aufbaut, ist aufgrund der Datenlage bislang noch nicht bekannt

Dauer des Impfschutzes?

Auch über die Dauer des Impfschutzes nach einer Impfung gibt es noch keine verlässliche Daten.

Sollten Sie nach einer Organtransplantation positiv auf Sars-Cov2 getestet werden oder hatten Sie Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person, nehmen Sie bitte Kontakt mit der für Sie zuständigen Transplantationsambulanz oder dem Transplantationszentrum auf. 

Mit herzlichen Grüßen 

Anna Laura Herzog 

Wie wird das Virus übertragen?

  • Tröpfcheninfektion direkt von Mensch zu Mensch.  Dies kann über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.
  • Eine Ansteckung bei Infizierten, die nur sehr leichte oder gar keine Krankheitssymptome aufweisen ist möglich. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei und acht Tage. Die durchschnittliche Dauer der Infektiosität beträgt etwa 8-9 Tage nach Symptombeginn.

Welche Symptome löst COVID-19 aus?

  • Symptome eines grippalen Infektes wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit
  • Fieber >38,5C
  • Geruchs- und Geschmacksverlust
  • Neu aufgetretene Luftnot, Brustschmerzen
  • Bei der aktuellen Omikron-Variante werden auch vermehrt Kopf- und Halsschmerzen als Symptome angegeben

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Durch eine Impfung!

Zusätzlich kann das Infektionsrisiko reduziert werden durch: 

  • Abstand zu Erkrankten von 1,5 bis 2 Meter
  • Konsequent Mund-Nasen-Schutz/Alltagsmaske tragen
  • Häufiges Händewaschen mit Seife
  • Husten- und Niesetikette beachten: in die Ellenbeuge statt Handfläche oder direkt in ein Taschentuch niesen, dieses dann aber sofort entsorgen. Hände waschen!
  • Vermeiden Sie Händekontakt und große Menschenansammlungen
  • Wenn in der näheren Umgebung – zum Beispiel im privaten oder beruflichen Umfeld - Fälle von COVID-19 bekannt werden, sollte dies ebenfalls entsprechend mitgeteilt werden, um gezielte diagnostische Maßnahmen zu beschleunigen.

Diese Maßnahmen gelten auch für alle anderen Infektionskrankheiten!

Eine routinemäßige Testung auf COVID-19 wird von uns nicht empfohlen!

Wann ist eine Ansteckung mit dem neuen Coronavirus wahrscheinlich?

Eine Ansteckung ist nach dem heutigen Stand der Dinge dann wahrscheinlich, wenn Sie akut Fieber, Husten und Atemnot entwickeln UND AUSSERDEM

  • Kontakt zu einer Person hatten, bei der die Infektion mit dem Erreger SARS-CoV2 im Labor nachgewiesen wurde
  • Sie sich in den letzten 14 Tagen in einem ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben.

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind. Daher kann es auch zu kurzfristigen Änderungen, insbesondere zu einer Erweiterung dieser Liste, kommen.

Informationen für Reisende

Bei Reiserückkehren aus einem ausgewiesenen Risikoland oder einem Virusvariantengebiet müssen sich selbst Geimpfte oder Genesene einem Test bei der Einreise unterziehen oder sogar für bis zu 14 Tage in Quarantäne begeben.

Zu den derzeitigen Einreisebestimmungen des BGM 

Was muss ich tun, wenn der Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung besteht?

Wenn Sie an den obigen Symptomen erkranken, Fieber >38,5 C entwickeln und eines der Kriterien auf Sie zutrifft, nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt mit der zuständigen Ambulanz auf. Diese wird mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen und sich im Bedarfsfall umgehend mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.  

Niere: +49 931 201 39935, ab 16.00 Uhr und an Wochenenden sowie Feiertagen: +49 931 201-43200 (Station M32)
Herz: +49 931 201 33461
Leber: +49 931 201 36666, rund um die Uhr erreichbar

Weitere Informationen

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Telefon 

Dr. med. Anna Laura Herzog
+49 931 201-39741

 

 


Anschrift

Transplantationszentrum des Universitätsklinikums | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A3 | 97080 Würzburg | Deutschland