Behandlung der Achalasie

Bei der Achalasie kommen verschiedene operative und nicht-operative Behandlungsmethoden infrage, die dazu dienen, die Nahrungspassage aus der Speiseröhre in den Magen wiederherzustellen und somit die Schluckstörungen zu beheben. Aber auch anderen Beschwerden wird entgegengewirkt.

Was sind die Therapieziele bei Achalasie?

Hauptziel: Aufhebung der "Hochdruckzone"

Das Haupttherapieziel bei der Behandlung der Achalasie liegt in der Beseitigung der Hochdruckzone am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Hierdurch wird die Nahrungspassage in den Magen verbessert und die möglichst vollständige Entleerung der Speiseröhre ermöglicht.

Vermeidung von Reflux

Andererseits wird durch die Muskelspaltung der Speiseröhrenschließmuskel-Apparat geschwächt, der ein Aufsteigen von Mageninhalt in die Speiseröhre normalerweise verhindert. Die Folge kann ein symptomatischer Reflux, also ein Rückfluss von Magensäure mit Sodbrennen sein, der im Verlauf auch zu einer Entzündung der Speiseröhre führen kann.

Daher wird das Standardtherapieverfahren, die laparoskopische Heller-Myotomie, zumeist mit einer weiteren Operationsmethode kombiniert, die dem Magensäure-Rückfluss entgegenwirkt, der sogenannten Fundoplicatio nach Dor.

Beseitigung von Brustschmerzen

Bei einem relevanten Anteil der Patientinnen und Patienten mit Achalasie besteht neben dem Kardinalsymptom Schluckbeschwerden auch Brustschmerz. Dieses Symptom liegt insbesondere bei der Typ-III-Achalasie oder spasmodischen Form vor. Patientinnen und Patienten mit dieser Achalasie-Form profitieren zumeist von einer längerstreckigen Muskelspaltung (Myotomie) bis in die mittlere Speiseröhre. Die längerstreckige Myotomie ist am besten durch die perorale endoskopische Myotomie, kurz POEM, zu erreichen.

Welche Therapieverfahren gibt es?

Zur Behandlung der Achalasie kommen grundsätzlich nicht-operative Verfahren wie Medikamente, Botox-Injektion und Ballondilatation infrage. Ein Vergleich der einzelnen Behandlungsmethoden zeigt jedoch, dass eine operative Behandlung der nicht-operativen klar überlegen ist.

Therapieverfahren im Vergleich

Stellt man die aktuell verfügbaren Verfahren nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand vergleichend gegenüber, kommt man zu folgenden Ergebnissen:

  • Mit Medikamenten lassen sich bisher weder Schluckbeschwerden noch Brustschmerz oder Reflux angemessen behandeln.
  • Mit einer Botox-Injektion lassen sich nur die Schluckbeschwerden geringfügig bessern.
  • Mit einer Ballondehnung (endoskopische pneumatische Dilatation) lassen sich die Schluckbeschwerden mittelgradig, Brustschmerzen und Reflux geringgradig bessern. Es handelt sich dabei um ein einfaches und schnell durchzuführendes wirkungsvolles Verfahren. Allerdings zeigen die meisten Studien, dass die Ballondilatation im Langzeitverlauf weniger effektiv ist als eine Myotomie. Viele Patientinnen und Patienten benötigen im Verkauf mehrere Dilatationen. Je mehr Dilatationen durchgeführt werden, desto schlechter ist das Ergebnis und desto höher ist das Operationsrisiko einer Myotomie, wenn diese später doch noch notwendig werden sollte.
  • Mit einer laparoskopischen Heller-Myotomie mit Fundoplicatio lassen sich Schluckbeschwerden sehr effektiv, Brustschmerz geringgradig und Refluxbeschwerden mittelgradig verbessern. Die langfristige Effektivität ist hoch.
  • Eine perorale endoskopische Myotomie (POEM) ist sehr effektiv in der Behandlung von Schluckbeschwerden und Brustschmerzen, geringgradig bessert sie auch die Refluxbeschwerden. Da das Verfahren noch relativ neu ist, gibt es noch keine hochwertigen Langzeitdaten.

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