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Diagnostik der Achalasie

Vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnose Achalasie vergehen durchschnittlich fünf Jahre. Grund dafür ist zum einen die Seltenheit der Erkrankung – auf 100 000 Menschen kommt eine Neuerkrankung pro Jahr – und zum anderen die zu Beginn eher unspezifischen Symptome.

Warum ist die Diagnose Achalasie so schwer zu stellen?

Vielen Ärztinnen und Ärzten ist das Krankheitsbild der Achalasie nur unzureichend bekannt. Das Auftreten von Aufstoßen und Schluckstörungen wird beispielsweise häufig als Refluxkrankheit fehlinterpretiert, Brustschmerzen werden dem Herzen zugeschrieben.
Auch wenn eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen, eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, kurz ÖGD, erfolgt, wird die Achalasie oft nicht erkannt. Denn gerade zu Beginn der Erkrankung sieht die Speiseröhre meist weitgehend unverändert aus und liefert selbst erfahrenen Untersuchern keine ausreichenden Hinweise für die Diagnose Achalasie.
 
Daher sollten Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Symptomen auch bei scheinbar unauffälligem Untersuchungsbefund zur weiteren Diagnostik einem spezialisierten Behandlungsteam vorgestellt werden.

Wie sieht die Diagnostik bei Achalasie aus?

Zur Diagnostik der Achalasie und zum Ausschluss anderer Erkrankungen sind mehrere Untersuchungen notwendig, darunter:

Ausschluss anderer Erkrankungen

Bei der Erstdiagnose einer Achalasie sollten zunächst  andere Erkrankungen, die eine ähnliche Symptomatik verursachen können, ausgeschlossen werden. Diese bezeichnet man auch als Pseudoachalasie.

Insbesondere bei Schluckstörungen und einem Alter von über 45 Jahren sollte routinemäßig eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden.

Bei der Endosonographie, kurz EUS, wird eine Ultraschallsonde ähnlich wie bei einer Magenspiegelung in die Speiseröhre eingeführt. So lassen sich die einzelnen Wandschichten der Speiseröhre differenziert darstellen.

Die Untersuchung dient dem Ausschluss einer bösartigen Erkrankung, die ähnliche Symptome wie eine Achalasie hervorrufen kann. Sie wird bei begründetem Verdacht und bei Patientinnen und Patienten ab 45 Jahren empfohlen.

Mit einer Computertomographie werden vor allem die umgebenden Organe dargestellt. So kann zum Beispiel ausgeschlossen werden, dass andere Strukturen die Speiseröhre von außen einengen.

Die CT wird nicht standardmäßig zur Diagnose der Achalasie eingesetzt, sondern zur erweiterten Abklärung, wenn die bisherige Diagnostik keine eindeutigen Ergebnisse erbringen konnte. So können in sehr seltenen Fällen andere im Brustraum liegende Strukturen die Speiseröhre einengen, zum Beispiel eine untypisch verlaufende Unterschlüsselbein-Arterie, eine sogenannte Arteria lusoria. Auch im Fall einer Krebsdiagnose wir die Computertomographie routinemäßig eingesetzt, um eventuelle Metastasen aufzuspüren.

Fachliteratur zum Thema

Diagnostik der Achalasie

Eckardt VF (2001) Clinical presentation and complications of achalasia. Gastrointest Endosc Clin N Am;11: 281-92.

Eckardt VF, Kohne U, Junginger T,Westermeier T (1997) Risk factors for diagnostic delay in achalasia. Dig Dis Sci; 42: 580-5.

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