Nord­er­weiterung: Erste Teil­bau­maß­nahmen können starten

Auf dem Erweiterungsgelände Nord wird sich das UKW in Zukunft baulich und strukturell weiterentwickeln. Nach den wegweisenden politischen Weichenstellungen in diesem Frühjahr werden noch im Herbst 2026 die ersten sichtbaren Maßnahmen begonnen. Das Ziel: Spitzenmedizin jetzt und in der Zukunft.

Grünes Licht vom Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag: Am 16. April 2026 hat der Ausschuss den Vorabmaßnahmen der Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord am UKW zugestimmt. Damit können im Herbst dieses Jahres die ersten Schritte starten, um das Baufeld für eines der größten Bauprojekte im Freistaat freizumachen. Hierfür wird ein Budget von 102,4 Millionen Euro bereitgestellt.

Diese ersten Teilbaumaßnahmen sind ein Meilenstein und eine Voraussetzung dafür, dass im weiteren Verlauf die ­eigentlichen Hochbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt des neuen Klinikkomplexes beginnen können.

Noch ist alles ruhig: Blick auf das Erweiterungsgelände Nord im Juni 2026.

Neubau führt Klinikbereiche zusammen

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord wird zukünftig für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und die Augenklinik – beide bisher in der Kopfklinik – sowie für die Frauenheilkunde eine Nutzungsfläche von insgesamt rund 30.000 qm schaffen. Das bietet Platz für rund 270 Betten, Operationssäle, Intensivpflegeplätze und Zentraleinrichtungen. Die topmodernen Räumlichkeiten werden die jetzigen Flächen aus den 1970er (Kopfklinik) bzw. 1930er Jahren (Frauenklinik) ersetzen.

Bevor der erste Bauabschnitt starten kann, sind mehrere Maßnahmen nötig, für die es nun im April grünes Licht gab. Dazu zählen unter anderem:

  • die Errichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase,
  • der Bau eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes,
  • der Abtrag des Oberbodens und ein Teilaushub,
  • die Installation von Trafostationen zur Baustromversorgung,
  • die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes,
  • die Verlegung von Wasser- und Gasleitungen,
  • Ausgleichsmaßnahmen für den Arten- und Naturschutz.

Bau der Interimsparkplätze als erste Maßnahme

Die Verlagerung der Parkplätze und des Hubschrauberlande­platzes ist nötig, da der künftige Neubau auf den Flächen entsteht, die aktuell hierfür genutzt werden. Wichtig dabei: Die derzeitigen Parkmöglichkeiten im A-Bereich bleiben bis mindestens 2028 unverändert nutzbar. Das ist möglich, da die ­ersten Baumaßnahmen außerhalb der aktuellen Parkplatzflächen liegen: Ab Herbst 2026 werden zum Beispiel die ­entsprechenden Rodungs- und weiteren Geländearbeiten durchgeführt und Baustraßen um das Gelände herum errichtet. Erst wenn die Interimsparkplätze fertiggestellt sind und genutzt werden können, wird mit dem Rückbau der ebenerdigen Parkflächen im A-Bereich begonnen. Das Parkhaus bleibt weiterhin in Nutzung. Ferner laufen aktuell ­Planungen, wie der Betrieb des Shuttle-Busses zur Einbindung der Interimsparkplätze gestaltet werden kann. Auch soll ein Fußweg neu angelegt werden.

Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes sollen die Interimsparkplätze wieder zurückgebaut werden, das Parken ist dann wieder in direkter Nähe der Klinikgebäude möglich.

So liegen die Interims- zu den heutigen Parkplätzen.

Das Wettbewerbsmodell aus 2021 zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten.

Vorzeigeprojekt der universitären Spitzenmedizin

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sagte aus Anlass der Entscheidung des Haushaltsausschusses: „Das ist der Start für ein echtes Generationenprojekt. Nordbayerns größte Baumaßnahme kann im Herbst starten. Nach dem Ministerrat hat nun auch der Haushaltsausschuss den Weg frei gemacht. Herzlichen Dank für das Votum. Die Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Würzburg ist ein Vorzeigeprojekt der universitären Spitzenmedizin – die Staats­regierung treibt das mit voller Kraft voran. Auch künftig wollen wir am UKW für die kommenden Generationen eine hochwertige medizinische und zeitgemäße Patientenversorgung gewährleisten und Forschung und Lehre auf höchstem Niveau anbieten.“

Und Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW, kommentiert: „Nach dem Votum des Ministerrats im Februar ist die Entscheidung des Haushaltsausschuss ein weiterer wichtiger Meilenstein: Er sichert auch in Zukunft Spitzenmedizin am UKW. Durch die Norderweiterung können wir die Leistungsstärke der Würzburger Universitätsmedizin in den kommenden Jahrzehnten weiter ausbauen.“ Nach seinen Worten gilt der Dank des UKW dabei allen, die an dieser Zukunftsentscheidung mitgewirkt haben. Dazu zählen neben dem Wissenschafts­ministerium und den weiteren beteiligten Ministerien auch zahlreiche Landtagsabgeordnete, die sich in diesen Prozess eingebracht haben. „Die Entscheidung des Hauhaltsauschusses für die Baufeldfreimachung ist ein großartiger Impuls für Forschung, Lehre und Innovation sowie für die Sicherstellung der universitären Maximalversorgung in Unterfranken und den angrenzenden Regionen“, betont von Oertzen.

Erste sichtbare Etappe für den Neubau

„Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung des Freistaates Bayern bei diesem Projekt. Nach einer intensiven Planungsphase kann mit der Erschließung des Baufeldes bald die erste sichtbare Etappe für den Neubau gestartet werden“, sagt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Er dankt dem Staatlichen Bauamt Würzburg und den beteiligten Fachabteilungen des UKW für die enge Zusammenarbeit bei diesem Mammut-Projekt.

Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät, erklärt: „Diese Entscheidung ist ein weiterer Impuls zur Stärkung der Universitätsmedizin. Der sehr starke biomedizinische Forschungsstandort Würzburg wird damit erneut in seiner exzellenten Entwicklung bestätigt.“

Autor: Stefan Dreising, Leiter der Stabsstelle Kommunikation des UKW

Bisherige Etappen

2016

Beginn der Verhandlungen zwischen Freistaat Bayern und Stiftung Juliusspital über den Erwerb eines rund zehn Hektar großen Grundstücks nördlich des Klinikums als Voraussetzung für die langfristige bauliche Entwicklung des UKW.

12. September 2017

Auf einer Pressekonferenz des UKW wird mitgeteilt, dass der bisherige Plan, die Kopfklinik im Bestand abschnittsweise neu zu bauen, zugunsten des Neubaus auf dem Erweiterungsgelände Nord aufgegeben wird.

30. Juli 2019

Das Bayerische Kabinett beschließt den Ankauf des Erweiterungsgeländes Nord und gibt damit grünes Licht für die zukünftige Entwicklung des Klinikums außer­halb des bisherigen Bestands.

22. Oktober 2019

Notarielle Unterzeichnung des Kaufvertrags: Der Freistaat Bayern erwirbt vom Juliusspital die zehn Hektar große Fläche im Würzburger Stadtteil Grombühl.

Oktober 2021

Abschluss des städtebaulichen und hochbaulichen Planungswettbewerbs für Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind: Der erste Platz geht an Hascher Jehle Architektur (Berlin).

März 2022

Der Würzburger Stadtrat stimmt der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Erweiterungsgelände Nord zu.

17. Juni 2022

Vergabe des Generalplanerauftrags für den ersten Bauabschnitt; Ministerpräsident Markus Söder besucht das Gelände. Damit beginnt die konkrete Planung.

24. Februar 2026

Der Bayerische Ministerrat gibt den Startschuss für die Vorabmaßnahmen der Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord und stellt die finanziellen Voraus­setzungen für die Baufeldfrei­machung bereit.

16. April 2026

Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags genehmigt die Vorabmaßnahmen der Erschließung (102,4 Mio. Euro). Damit wird die Umsetzung des Projekts verbindlich.

Herbst 2026 (geplant)

Beginn der Baufeldfreimachung mit Interimsparkplätzen, Interimslandeplatz, Leitungsverlegungen und ersten Erdarbeiten.

Vorbe­reitungen für Straßen­bahn­­erwei­terung

Aktuell ist die Endhaltestelle der Straßenbahnlinien im Stadtteil Grombühl die Pestalozzistraße. Nun laufen die Vorbereitungen für die Trassenverlängerung um 1,3 Kilometer auf Hochtouren.

Im Zuge der Linienerweiterung ist auch eine eigene Haltestelle direkt vor dem ZOM | ZIM geplant.

Vorbereitungen für Straßenbahn­erwei­terung

Aktuell ist die Endhaltestelle der Straßenbahnlinien im Stadtteil Grombühl die Pestalozzistraße. Nun laufen die Vorbereitungen für die Trassenverlängerung um 1,3 Kilometer auf Hochtouren.

Im Zuge der Linienerweiterung ist auch eine eigene Haltestelle direkt vor dem ZOM | ZIM geplant.

Es war ein wichtiger Meilenstein für die Trassenverlängerung bis hin zum künftigen Erweiterungsgelände Nord des UKW: Der Würzburger Stadtrat stellte im Dezember 2025 einstimmig die Weichen für den weiteren Ausbau eines attraktiven ÖPNV in Würzburg. So wurde die Würzburger Straßenbahn GmbH mit der Verlängerung des Schienennetzes in Grombühl beauftragt. Die Verlängerung in Grombühl wird in Zukunft auch die Erreichbarkeit des UKW mit der Straba deutlich verbessern. Aktuell befindet man sich in der Ausschreibungsphase der Baumaßnahmen.

Was wird gebaut?

Die bisherige Trasse wird verlängert bis zu einer neuen ­Wendeschleife, die unmittelbar neben dem Sportplatz des TSV Grombühl und dem zukünftigen Erweiterungsgelände Nord liegt. Ziel ist die vollständige Anbindung des UKW und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs für eine zukunftsgerechte Infrastruktur.

Insgesamt werden dabei drei neue, barrierefreie und nach topaktuellem Standard ausgestaltete Haltestellen eingerichtet:

  • Frauenklinik und Kopfklinikum,
  • Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM | ZIM),
  • die Endhaltestelle inkl. einer Park & Ride-Anlage.

So sieht die geplante Linienerweiterung aus.

Regelmäßige Informationen über Baufortschritt

Die Baumaßnahme umfasst zunächst das Aufstellen von Lärm- und Stützwänden entlang der neuen Trasse sowie das Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen. Es folgen der Bau der Straßen, Wege und Plätze sowie das Herstellen der Gleis- und Fahrleitungsanlagen. Die Maßnahme wird in mehreren Bauphasen durchgeführt. Dabei kann der Individualverkehr grundsätzlich aufrechterhalten bleiben. Die Rettungsfahrzeuge können jederzeit das Klinikgelände er­reichen. Über den Baufortschritt informiert die WVV auch auf einer eigenen Homepage, die je nach Maßnahmenstand regel­mäßig aktualisiert wird: www.wvv.de/grombuehlerweiterung

Auch sind Informationsveranstaltungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Beschäftigten des UKW geplant. Autor: Stefan Dreising

Bilder: Illustrationen: ARTLERY DESIGN- stock.adobe.com | Bild: Loomn Architektur Visualisierung | H.-P. Wuthenow (Modell) | WVV

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