• Juniorgruppe Gustavo Ramos
  • Illustration: Herz in Flammen
  • Illustration: Repertoire von T-Zellen

Über die Heilung des Herzens nach einem Infarkt

Neue Konzepte in der Kardiologie legen nahe, den Herzmuskel nach einem Infarkt als „verwundetes“ Gewebe zu betrachten, in dem sich gleichzeitig Reparaturvorgänge abspielen. Neben den klassischen Bedenken bezüglich der hämodynamischen Bedingungen bei Herzinfarkt-Patienten haben nun die immunentzündlichen Phänomene, die dieser Reparatur nach Herzinfarkt zugrunde liegen, Aufmerksamkeit erregt. Im immunkardiologischen Labor untersucht Gustavo Ramos mit seinem Team die Rolle von antigenspezifischen CD4+ T-Zellen im Herzinfarkt und bei myokardialer Heilung.

Lymphozyten sind die vorherrschenden Faktoren, die die Qualität der Gewebereparatur bestimmen - von der Wundheilung der Haut bis zur Regeneration der Gliedmaßen bei Amphibien. Jedoch konnte erst kürzlich gezeigt werden, dass Lymphozyten Mechanismen steuern, die auch die Reparatur des Herzens nach einem Infarkt beeinflussen. Aktuelle Forschungsergebnisse aus unserer Gruppe und von anderen Wissenschaftlern zeigen, dass ein Herzinfarkt auto-reaktive T-Lymphozyten aktiviert, welche wiederum als „Mediatoren“ myokardiale Entzündung, Heilung und Fibrose beeinflussen. Darüber hinaus haben präklinische Studien das Prinzip bewiesen, dass die myokardiale Heilung durch die Aktivität von Lymphozyten verbessert werden kann.

Interaktion von Immunsystem und Herzkreislaufsystem

Wir sind jedoch noch weit davon entfernt, ein klares Bild vom großen Ganzen zu haben. Denn die Immunzellen interagieren mit dem Herzen in einer ambivalenten Art und Weise. Herzspezifische Immunantworten können die Heilung nach einem Infarkt positiv beeinflussen, aber sie können auch unter anderen Umständen wie chronischer Herzinsuffizienz und im Alter schädlich sein. Deshalb ist es bedeutsam, das detaillierte Verständnis für die Interaktion von Immun- und Herzkreislaufsystem im gesunden und im kranken Individuum zu verbessern.

Ziele des immunkardiologischen Labors

Im immunkardiologischen Labor nähern wir uns dem infarzierten Herzen aus einer Perspektive, die die Wundheilung in den Mittelpunkt stellt, und beschäftigen uns mit der Frage, wie immunologische Vorgänge die myokardiale Heilung beeinflussen. Wir wollen vor allem herausfinden, welche kardialen Antigene für die Aktivierung von CD4+ T-Zellen in der Klinik und im experimentellen Herzinfarktmodell verantwortlich sind. Darüber hinaus planen wir, die heilsamen und schädlichen Aspekte der Post-Infarkt-Autoimmunität sowohl auf molekularer als auch auf systemischer Ebene zu analysieren, sodass in Zukunft therapeutische Strategien zur Optimierung der myokardialen Heilung entwickelt werden können.

Förderung: Seit Frühjahr 2019 werden zwei weitere Forschungsprojekte der Juniorgruppe von Gustavo Ramos von der DFG und vom ERA-CVD gefördert. Lesen Sie hier die Pressemitteilung dazu.

Über einen Meilenstein in der Forschung dieser Juniorgruppe wird in der Pressemitteilung vom 10. September 2019 berichtet.

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat über den Meilenstein berichtet. Den Artikel "Immunsystem schützt Herz - Welche Rolle die Abwehr nach dem Infarkt spielt" von Hildegard Kaulen, erschienen am 18.09.2019 in der FAZ-Rubrik Natur und Wissenschaft, finden Sie hier.

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