Drittmittelgeförderte Projekte zu ADHS

Aggressotype

Laufzeit 2013-2018
Lokaler Projektleiter: Prof. Dr. K.-P. Lesch

Mehr als 5,4 Millionen Kinder in Europa leiden an ADHS und/oder Verhaltensstörungen, und die Kosten für ihre Behandlung belaufen sich auf über 6,2 Milliarden Euro pro Jahr. Pathologische Aggression ist bei Verhaltensstörungen üblich, aber mehrere Studien zeigen auch eine erhöhte Prävalenz von Aggressionsproblemen bei ADHS, was die Belastung der Patienten, ihrer Familien, der Opfer von Aggression und der Gesellschaft als Ganzes weiter erhöht.

Aggressotype ist ein großes EU-finanziertes Projekt zur Untersuchung pathologischer Aggressionen bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und Verhaltensstörungen (CD). Das Programm erhält von der EU 6 Mio. EUR, um die biologischen Grundlagen der Aggression zu untersuchen und neue Prognose- und Behandlungsstrategien zu entwickeln. Mit 23 akademischen und privaten Partnern aus 11 Ländern ist Aggressotype eines der größten Programme zur Bekämpfung von Aggressionen weltweit.

Die Arbeitspakete umfassen molekulare und bildgebende Studien zur Genetik, Epigenetik und neuronalen Korrelaten der Aggression. Darüber hinaus werden die Verhaltenskomponenten von impulsiven und instrumentellen Arten von Aggression untersucht, und das Aggressotype-Programm wird auf neue Behandlungs- und Präventionsstrategien für maladaptive Aggressionen hinarbeiten.

Das starke, multidisziplinäre Team aus präklinischen und klinischen Spitzenforschern im Aggressotype-Programm hofft, das Leben der Patienten und ihrer Familien in mehrfacher Hinsicht deutlich zu verbessern. Kurzfristig wird die Forschung des Teams die Wirksamkeit der bestehenden Stimulanzienbehandlung bei Aggressionen beleuchten und zur Entwicklung einer nicht-pharmakologischen Biofeedbacktherapie zur Verhinderung von Aggressionseskalationen führen. Längerfristig wird die Aufklärung der Mechanismen, die der Aggression zugrunde liegen, die Entwicklung völlig neuer pharmakologischer Interventionen und einer individuelleren, auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnittenen Behandlung ermöglichen.

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wird zu diesem Programm beitragen, indem es die neurobiologischen Mechanismen der Aggression bei Mäusen untersucht. Zu diesem Zweck werden wir Mäuse verwenden, bei denen vermutete Risikogene der Aggression selektiv entfernt wurden (sogenannte Knock-out-Mäuse). Diese Mäuse werden auf aggressives und impulsives Verhalten hin beobachtet und ihre genetische Ausstattung wird weiter charakterisiert. Darüber hinaus werden wir die an der Aggression beteiligten Hirnareale mit Hilfe der Optogenetik analysieren, einer neuartigen Technik, die es Forschern ermöglicht, bestimmte neuronale Netzwerke mit Licht zu aktivieren oder zu inaktivieren. Diese Mäuse werden dann auf Gen-×-Umwelt-Interaktionen getestet, wobei der Schwerpunkt auf molekularen Folgen wie epigenetischen Veränderungen und entsprechenden Veränderungen in der Genexpression liegt. Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit anderen Forschern des Aggressotype-Programms durchgeführt, insbesondere mit Dr. William Norton (University of Leicester), Dr. Jeffrey Glennon (Radboud University Nijmegen) und Dr. Tatyana Strekalova (University of Maastricht). Es wird erwartet, dass die am UKW erzielten Ergebnisse das Verständnis von Genen und neuronalen Netzwerken erleichtern, die an der Entwicklung von aggressivem Verhalten und Subtypen der Aggression beteiligt sind. Letztendlich wird diese Arbeit, wenn sie auf den Menschen übertragen wird, dazu beitragen, die grundlegenden Mechanismen der pathologischen Aggression bei Krankheiten wie ADHS und CD besser zu verstehen.

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