Drittmittelgeförderte Projekte zu Affektiven Erkrankungen

Clinician-Scientist-Programm "Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases (Union-CVD)"

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Projektleitung: Prof. Dr. Stefanie Hahner
Projektleitung Psychiatrie: Prof. Dr. Jürgen Deckert
Laufzeit: 2019-2021

Ziel des Clinician-Scientist-Programms (CSP) "Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases" (UNION-CVD) ist es, talentierte junge klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Clinician Scientists, CSs) innerhalb eines strukturierten Programms systematisch zu unterstützen und bei ihrer Weiterentwicklung zu fördern, indem das bestehende hervorragende wissenschaftliche Umfeld auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßforschung in Würzburg genutzt wird.

Projektteil "Brain"

Seit vielen Jahren wird in Würzburg an der Interaktion zwischen dem Herz-Kreislauf-System und dem Gehirn geforscht. Gefäßerkrankungen betreffen das Gehirn, und das Gehirn ist besonders empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel, weshalb kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen in einer komplexen Beziehung zueinander stehen. Andererseits können Hirnerkrankungen über die Aktivierung des sympathischen Nervensystems und der HPA-Achse die Herz- und Gefäßfunktion beeinflussen.

Wir führen derzeit mehrere klinische Forschungsprojekte und Studien durch, an denen CSs aktiv teilnehmen können, zum Beispiel:

Schlaganfall: TRANSIT-Stroke (Telemedizinisches Schlaganfallnetzwerk in der Region Unterfranken; Kooperation zwischen Neurologie, Epidemiologie, Neuroradiologie); SICFAIL (Prävalenz und natürlicher Verlauf von Herzdysfunktionen und langfristigen Gefäßkomorbiditäten und Komplikationen bei ischämischen Schlaganfallpatienten; Zusammenarbeit zwischen Kardiologie, Neurologie, Epidemiologie); INSU-COR (Fall-Kontroll-Studie über die Rolle des insulären Kortex für kardiovaskuläre Komplikationen bei ischämischen Schlaganfällen; Zusammenarbeit zwischen Kardiologie, Neurologie, Neuroradiologie und Epidemiologie). Diese Projekte sollen als Forschungsplattformen für CSs dienen zur Entwicklung interdisziplinärer Projekte zur Untersuchung des gegenseitigen Zusammenhangs zwischen Herzerkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Arrhythmie, koronare Herzkrankheit) und zerebrovaskulären Erkrankungen in Bezug auf Pathophysiologie, Auftreten und weiteren Verlauf durch verbesserte Diagnostik und Interventionen.

Die endovaskuläre akute Schlaganfallbehandlung hat sich in letzter Zeit als die effektivste Form der therapeutischen Schlaganfallbehandlung mit Level 1A Evidenz etabliert. Die unmittelbare zeitliche Kont zwischen dem zerebralen ischämischen Indexereignis (embolischer Verschluss), dem akuten therapeutischen Indexereignis (Wiederherstellung der Durchblutung durch endovaskuläre Rekanalisation) und deren Einfluss auf den Herzrhythmus und die elektrische Funktion ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Erforschung der Kausalität der insularen Gehirnfunktion zur Regulierung des kardialen autonomen Nervensystems. Dies wird näher untersucht werden (Zusammenarbeit zwischen Neuroradiologie, Neurologie, Kardiologie).

Kognition:Cognition.Matters-HF ist eine Langzeit-Kohortenstudie, die derzeit ihre 5-Jahres-Follow-up-Untersuchung durchführt. Herzinsuffizienz-Patienten wurden durch standardisierte kardiologische und neurologische Untersuchungen, anspruchsvolle neuropsychologische Tests sowie multiparametrische 3T-MRT des Gehirns umfassend phänotypisiert und nach 1, 3 und 5 Jahren nochmals untersucht (Zusammenarbeit mit Neurologie, Neuroradiologie, Kardiologie, Psychologie, Psychiatrie, CHFC). Vorläufige Daten zeigen, dass die Kognition das therapeutische Ergebnis beeinflusst und zukünftige Studien durchgeführt werden sollten, die die kognitive Funktion in therapeutische Algorithmen der Herzinsuffizienz integrieren. Ein CS wird hier im 5-Jahres-Follow-up und den damit verbundenen Analysen von klinischen, bildgebenden und Biomaterialdaten arbeiten.

Depressionen:  DaCFail und Insu-DacFail sind komplementäre Projekte, die als klinische Beobachtungsstudien konzipiert sind, um mechanistische Zusammenhänge zwischen Depression und Herzerkrankungen mit Fokus auf Sympathotonus, HPA-Achse und Entzündung zu finden, einschließlich Analysen der Funktion des insularen Kortex mittels funktioneller 3T-MRT (Kooperation zwischen Psychiatrie, Kardiologie, Neuroradiologie, CHFC). Die Ergebnisse dieser und ähnlicher Studien in der Herzchirurgie werden diejenige Gruppe depressiver Patienten mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Herzkrankheit definieren, was Gründe für weitere klinische Studien liefert. Der CS wird die Daten analysieren, um diese Untergruppen zu definieren.

Angsterkrankungen: In klinischen therapeutischen Studien im Rahmen von Panic-Net haben wir gezeigt, dass der vagale Tonus den therapeutischen Erfolg bei Panikstörungen beeinflusst. In Tiermodellen untersuchen wir den Einfluss der Angstnetzwerkaktivität auf die Herzfunktion mit Hilfe der Optogenetik. Der CS wird dazu beitragen, dieses Modell im kardiovaskulären Kontext zu etablieren und damit die Interaktion zwischen spezifischen Hirnregionen und kardiovaskulären Erkrankungen zu untersuchen. Follow-up-Studien sollen diese Beobachtungen in innovative und individualisierte Therapieansätze auf Basis der Herzfunktion umsetzen.

Vor kurzem haben wir eine gemeinsame Plattform basierend auf der Methodik und den Instrumenten der bevölkerungsbasierten STAAB-Kohortenstudie (n=5.000) etabliert, die es ermöglicht, Patienten klinisch, psychometrisch und auf dem neuesten Stand der Echokardiographie zu charakterisieren. STAAB beinhaltet wiederholte Follow-ups in Fünfjahresabständen. Morphologische und funktionelle MRT-Bildgebungsverfahren für Herz und Gehirn werden parallel verfügbar sein. Der CS kann prüfen, welche psychometrischenParameter mit vorherrschenden und auftretenden Herzerkrankungen verbunden sind.

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