Vermeidung von Komplikationen nach einer Lebertransplantation

Die Lebensqualität steigt nach einer Lebertransplantation bereits nach einem Monat deutlich an. Doch es können auch eine Reihe von Komplikationen auftreten, die besonders beachtet werden müssen.

Sexualität und Schwangerschaft

Sexuelle Störungen kommen vor allem anfangs vor. Eine Schwangerschaft sollte in den ersten ein bis zwei Jahren vermieden werden.

Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte

Durch die Immunsuppressiva kann es besonders in der Anfangsphase zu stärkeren Schwankungen von Blutdruck und Blutzucker kommen. Andererseits bringt das neue Organ aber auch häufig eine Verbesserung. In jedem Fall müssen die Veränderungen von Blutdruck und Blutzucker von Patientin oder Patient und Ärztin und Arzt engmaschig überwacht und die Medikamente entsprechend angepasst werden. Auch die Blutfettwerte können sich durch die Immunsuppressiva verändern, was unter Umständen die Einnahme blutfettsenkender Medikamente erforderlich macht.

Infektionen

Die Hauptaufgabe des Immunsystems ist es, körperfremde Zellen und Organismen wie Bakterien, Pilze und Viren abzuwehren. Durch die Einnahme von Immunsuppressiva steigt auch die Gefahr einer Infektion durch Krankheitserreger, die unser Immunsystem im Normalfall gut abwehren kann. Das Risiko für solche sogenannten opportunistischen Infektionen ist deshalb nach einer Transplantation erhöht.
In den ersten Wochen besteht eine ausgeprägte Gefahr für Infektionen mit Bakterien und Pilzen. Nach dieser Zeit bis zum Ablauf von sechs Monaten werden häufiger Infektionen mit Viren, besonders dem Zytomegalievirus (CMV), Pilzen (insbesondere sogenannte interstitielle Lungenentzündungen mit Pneumocystis jirovecii) und Bakterien wie etwa unterschiedlichen Tuberkulose-Erregern beobachtet. Nach sechs Monaten werden die opportunistischen Infektionen zunehmend seltener, jedoch besteht gegenüber der Normalbevölkerung immer noch ein erhöhtes Risiko.

Tumoren

Das Immunsystem wehrt nicht nur Infektionen ab, es eliminiert auch Tumorzellen, die zufällig im Körper entstehen können. Nach einer Transplantation besteht deshalb auch ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, die bei rechtzeitiger Diagnose aber glücklicherweise eine sehr gute Prognose haben. Eine jährliche Vorsorge ist dennoch unbedingt erforderlich.
Am häufigsten kommen vor:

  • Basaliome: Diese Form von hellem Hautkrebs entsteht bei 27 Prozent der Lebertransplantierten innerhalb von zehn Jahren. Das Risiko wird durch Sonne multipliziert, Sonnenschutz ist also besonders wichtig. Außerdem sollte lebenslang eine jährliche Kontrolle der gesamten Haut beim Hautarzt erfolgen. Früh erkannt sind diese Tumoren sehr gut behandelbar.
  • Lymphoprolifertive Erkrankungen (PTLD): Bei diesen Erkrankungen vermehren sich Lymphozyten im Körper unreguliert. In den meisten Fällen hängt das mit einer Eppstein-Barr-Virus-Infektion zusammen. Die Mehrzahl der PTLD-Erkrankungen kann mit Erhalt des transplantierten Organs behandelt werden.

 

 

 

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