Uniklinikum Würzburg: Preiswürdige Trainings-App für Menschen mit ankylosierender Spondylitis

Das vom Uniklinikum Würzburg unterstützte Start-up Applimeda GmbH ist einer der Preisträger des „Gründungswettbewerbs – Digitale Innovationen" des Bundeswirtschaftsministeriums. Ausgezeichnet wurde es für die Entwicklung einer App, die Menschen mit ankylosierender Spondylitis zu einer leitliniengerechten Bewegungstherapie anleiten soll.

Patientinnen und Patienten mit ankylosierender Spondylitis – früher als Morbus Bechterew bezeichnet – leiden an einer unheilbaren, chronisch-entzündlichen Erkrankung, die sich häufig durch starke Rückenschmerzen äußert und unter anderem zur völligen Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Als Gegenmaßnahme ist vor allem eine richtig durchgeführte Bewegungstherapie entscheidend. „In der Realität zeigt sich jedoch, dass ein Großteil der Betroffenen diese Therapie nur unzureichend oder gar nicht ausführt“, berichtet Maxime le Maire. Um diese Versorgungslücke zu schließen, arbeitet der Würzburger Medizinstudent zusammen mit seinem Studienkollegen Tobias Heusinger und dem Aachener Informatiker Johannes Raufeisen seit rund eineinhalb Jahren an einer Smartphone-App, die Menschen mit ankylosierender Spondylitis spielerisch zur Bewegungstherapie anleiten und motivieren soll. Für die weitere Entwicklung gründeten sie im November vergangenen Jahres das Start-up-Unternehmen Applimeda GmbH. 

Ihre Produktidee wurde im April dieses Jahres beim „Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen" des Bundeswirtschaftsministeriums mit einem Preisgeld von 7.000 Euro ausgezeichnet.

Studie zur klinischen Wirksamkeit geplant

Kooperationspartner des Gründerteams ist – neben der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e.V. – das Uniklinikum Würzburg (UKW). „Ende 2020 nahmen wir im Zusammenhang mit unserer geplanten App Kontakt mit der Rheumatologie des UKW auf“, berichtet Tobias Heusinger und fährt fort: „Daraus entwickelte sich der Plan, die klinische Wirksamkeit der App in einer wissenschaftlichen Studie am UKW zu überprüfen.“ Diese soll im ersten Quartal 2023 mit rund 200 Patientinnen und Patienten starten. Maxime le Maire und Tobias Heusinger sind eng in die Durchführung und Planung der Studie eingeschlossen. Von Seiten des UKW betreuen Privatdozent Dr. Marc Schmalzing, der Leiter des Schwerpunkts Rheumatologie / Klinische Immunologie an der Medizinischen Klinik II, seine Kollegen Dr. Patrick-Pascal Strunz und Dr. Matthias Fröhlich sowie Anna Fleischer vom Schwerpunkt Psychosomatische Medizin der „Med II“ das Projekt.

Individuelles Übungsprogramm und weitere Funktionen

Was kann die neue Software im Detail leisten? „Die App soll den Patientinnen und Patienten mit ankylosierender Spondylitis vor allem eine leitliniengerechte Bewegungstherapie bieten, in deren Zentrum ein individuell zugeschnittenes Übungsprogramm steht“, beschreibt Maxime le Maire. Nach seinen Worten passt die App durch einen selbstlernenden Algorithmus die Übungen im Laufe der Zeit immer besser an die persönlichen Voraussetzungen der Nutzerin oder des Nutzers an. „Darüber hinaus wollen wir auch die Patientenedukation verbessern. So sollen durch spielerisch gestaltete Lektionen wertvolles Wissen und Tipps für den Umgang mit der Erkrankung vermittelt werden“, kündigt Tobias Heusinger an. Als weitere nützliche Funktion nennt er ein integriertes Medikamenten- und Schmerztracking.

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