Schwerpunkte der Forschung

Die Forschungsschwerpunkte der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie umfassen die Themen Tumorbiologie beim oralen Plattenepithelkarzinom, Bisphosphonat-induzierte Kiefernekrosen, Mundschleimhaut-Geweberegeneration, Diagnostik und Evaluierung der Therapie bei Kindern mit kraniofazialen Fehlbildungen sowie Knochenregeneration und Knochenersatz. Außerdem beschäftigt sich die Forschung mit moderner Bildgebung, der Erforschung von Resistenzen zielgerichteter Therapien des Kopf-Karzinoms, der Grundlagenforschung zur Apoptoseinduktion des oralen Plattenepithelkarzinoms und dem Einsatz von BMP2-Derivaten im Multiplen Myelom.

Forschungsgruppe Tumorbiologie beim oralen Plattenepithelkarzinom

Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Identifikation der Mechanismen der Tumorentstehung und -progression. Hierbei richtet sich besonderes Augenmerk auf Signaltransduktionswege und ihre intrazellulären Schaltstellen. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten der Bekämpfung des oralen Plattenepithelkarzinoms und seiner Vorläuferläsionen untersucht werden. Hierbei spielen auch weitere Angriffspunkte wie Tumorantigene eine herausgehobene Rolle. Auf genetischer Ebene werden in Kooperation mit dem CCC Mainfranken Untersuchungen durchgeführt, Mutationen in Proteinen des Tumorzellstoffwechsels zu entdecken und für eine Therapie nutzbar zu machen. Diese Untersuchungen bilden die Grundlage zur Teilnahme an klinischen Medikamentenstudien, die unseren Patienten in Zusammenarbeit mit Studienambulanz für Solide Tumoren, zu Verfügung gestellt werden.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter, Dr. Dr. Stefan Hartmann, Dr. Roman Brands, Dr. Axel Seher, Prof. Dr. Dr. Alexander C. Kübler

Klinische Forschungsgruppe für Bisphosphonat-induzierte Kiefernekrosen

In der klinikweiten von der Sanderstiftung geförderten Therapieeinheit Multiples Myelom erfolgt die histologische Charakterisierung der unter Bisphosphonat-Medikation klinisch gehäuft auftretenden Kiefernekrosen sowie die Korrelation mit dem Präparat, der Dosierung und den Begleiterkrankungen der Patienten. Mittels prospektiver und retrospektiver Betrachtungen sollen Risikofaktoren und eine mögliche Prävention erarbeitet werden. Diese molekularbiologischen und knochenstoffwechselbetreffenden Therapieeinsätze werden durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter, Dr. Jan-Friedrich Dehner, Dr. Axel Seher, Prof. Dr. Dr. Alexander C. Kübler

 

 

Forschungsgruppe Mundschleimhaut-Geweberegeneration

In der Forschungsgruppe wird eine melt-elektrogesponnene Membran zur intraoralen Rehabilitation von Hart- und Weichgewebsdefekten entwickelt. Melt-Elektrospinning ermöglicht die vorhersagbare Herstellung weniger mikro- bis nanometerdicker Fasern aus geschmolzenen Polymeren, die in definierten Strukturen zu einer Membran versponnen werden können. Diese besteht aus medizinisch zugelassenem Polycaprolacton und soll die folgenden Eigenschaften aufzeigen: optimale Wachstumsbedingungen für Mundschleimhaut, bakteriendichter Kern und optimale Regenerationsbedingungen für das knöcherne Transplantatlager.

Ansprechpartner: Dr. Dr. Christian Linz, Dr. med. dent. Andreas Fuchs, Prof. Dr. Dr. Alexander C. Kübler; in Kooperation mit Prof. Dr. Paul Dalton (Funktionswerkstoffe in Medizin und Zahnmedizin)

Diagnostik und Evaluierung der Therapie bei Kindern mit kraniofazialen Fehlbildungen

Im Rahmen verschiedener Studien werden Kinder mit einem frühzeitigen Verschluss der Schädelnähte und mit lagerungsbedingten Plagiozephalus untersucht. Ein Ziel ist u.a. die Etablierung 3D-Stereophotogrammetrie als non-invasives bildgebendes Verfahren. Des Weiteren werden unterschiedliche therapeutische Konzepte (mit/ohne individuell gefertigter CAD/CAM Kopforthese) untersucht und hinsichtlich der morphologischen Veränderungen des Schädels und der neuropsychologischen Entwicklungsverläufe verglichen. Hierzu werden die (vor-)sprachliche Entwicklung sowie entwicklungsneurologische Parameter longitudinal erfasst, um die Diagnostik und Therapie von Kindern mit kraniofazialen Anomalien zu verbessern.

Ansprechpartner: Dr. Dr. Hartmut Böhm, Dr. Dr. Christian Linz; in Kooperation mit Dr. Felix Kunz (Kieferorthopädie) und PD Dr. med. Tilmann Schweitzer (Neurochirurgie)

Forschungsgruppe Knochenregeneration und Knochenersatz

Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit neuen Anwendungsformen resorbierbarer Knochenersatzwerkstoffe, die eine schnellere knöcherne Regeneration gegenüber bisher verfügbaren Materialien aufweisen sollen. Hierbei werden Calciumagnesiumphosphat-Pasten bzw. Granulate in Rahmen eines geplanten Tierversuchsvorhabens anhand von orthotopen Defektmodellen getestet. Es soll evaluiert werden, wie sich die einzelnen Materialien in knöchernen Defektsituationen verhalten. Im Fokus des Interesses stehen besonders das Degradationsverhalten der Pasten bzw. Granulate sowie deren Umbau in ortsständigen Knochen.

Ansprechpartner: Dr. Dr. Christian Linz, Dr. med. dent. Andreas Fuchs; in Kooperation mit Prof. Dr. rer. nat. Uwe Gbureck (Funktionswerkstoffe in Medizin und Zahnmedizin)

Forschungsgruppe moderne Bildgebung

Im Rahmen der Erstdiagnostik (Staging) und der regelmäßigen Nachsorge erfolgt bei Patienten mit einer Tumorerkrankung im Kopf- und Halsbereich eine bildgebende Untersuchung. In prospektiven Studien wird die Wertigkeit und beste Kombination der Verfahren der klinischen Routine (Sonographie, DVT, MRT und CT) miteinander verglichen. Die diagnostische Spezifität und Sensitivität des Lymphknotenstagings am Hals kann durch das FDG-PET/CT erhöht werden. Ziel ist die Verbesserung der Diagnostik, die frühzeitige Entdeckung von Rezidiven oder Zweittumoren und die Reduktion der Strahlenbelastung für betroffene Patienten bei gleichzeitiger Kostenreduktion.

Ansprechpartner: Dr. Dr. Christian Linz, Dr. Roman Brands, Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter, Prof. Dr. Dr. Alexander C. Kübler; in Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Buck (Nuklearmedizin)

Erforschung von Resistenzen zielgerichteter Therapien des Kopf-Karzinoms

Die zielgerichtete Therapie des Kopf-Hals-Karzinoms, die zumeist aus den epidermal growth factor receptor (EGFR) abzielt, ist von hohen Resistenzraten geprägt. Die Ursachen hierfür liegen in der genetischen Heterogenität der Tumoren und in einer Aktivierung alternativer Signalwege. Ziel des Projekts ist die Erforschung der Ursachen der Resistenzen gegenüber EGFR-Antikörpern und PI3K-Inhibitoren. Hierbei sind u.a. die Rezeptortyrosinkinasen (RTK) im Fokus der Untersuchungen. Weiterhin wird der Einfluss der humanen Papillomaviren auf die Expressionslevel der RTKs evaluiert.

Ansprechpartner: Dr. Dr. Stefan Hartmann; in Kooperation mit der IZKF-Rotationsstelle Z-2/59

Grundlagenforschung zur Apoptoseinduktion des oralen Plattenepithelkarzinoms

Im Rahmen einer zielgerichteten Tumortherapie spielen Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI), welche eine selektive Hemmung von Signaltransduktionswegen bewirken, eine maßgebliche Rolle. Die sogenannten SMAC mimetics sind pro-apoptotische Moleküle, die intrazelluläre Inhibitoren der Apoptose hemmen. Ziel des Projektes ist die Erforschung der Wirksamkeit verschiedener TKIs und SMAC mimetics in Monotherapie wie auch in Kombination mit herkömmlicher Chemotherapie auf das orale Plattenepithelkarzinom. Dies geschieht in In-vitro-Untersuchungen an Tumorzelllinien.

Ansprechpartner: Dr. Roman Brands; in Kooperation mit dem Clinician Scientist Programm / CCC Mainfranken

Einsatz von BMP2-Derivaten im Multiplen Myelom

Als maligne Erkrankung des Knochenmarks zeichnet sich das Multiple Myelom (MM) durch eine pathologische Antikörperproliferation und eine Zerstörung der Knochenstruktur aus. Die Behandlung mit Bisphosphonaten kann dazu führen, dass die Knochenstruktur des Unterkiefers weiter geschädigt wird. Mit gentechnisch veränderten Proteinen aus der Familie der bone morphogenetic proteins (BMP) sollen sowohl die Knochenhomöostase durch eine Osteoinduktion durch BMPs wiederhergestellt, als auch die apoptotische Wirkung der BMPs auf neoplastische B-Zellen des MM genutzt werden

Ansprechpartner: Dr. Axel Seher, Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter; in Kooperation mit Dr. Joachim Nickel (Tissue Engineering & Regenerative Medizin)

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Montag bis Donnerstagnachmittag nur nach Terminvereinbarung

Spezialsprechstunden siehe Ambulante Behandlung

Telefon:  

Direktor: Prof. Dr. Dr. Alexander Kübler

Sekretariat:

Beate Karl
+49 931 201-72720

Befundanforderungen:
+49 931 201-74854

E-Mail:
mkg@ukw.de

Fax:
+49 931 201-72700


Anschrift:

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums | Pleicherwall 2 | 97080 Würzburg | Deutschland