Medikamentöse Kopf-Hals-Onkologie

Schwerpunktbereich mit translationaler Medizin und klinischen Studien

Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie bietet zur umfassenden Behandlung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich neben den chirurgischen und strahlentherapeutischen Therapien einen eigenen Schwerpunkt im Bereich der medikamentösen und translationalen Medizin an.

Die meisten Tumoren im Kopf-Halsbereich werden primär operiert und/oder bestrahlt. Die moderne medikamentöse Tumortherapie ergänzt diese Therapieformen. Sie wird, abhängig vom Tumorstadium, oftmals zusätzlich zu Operation und Bestrahlung oder auch als alleinige Therapie durchgeführt. Besondere Bedeutung haben hier die Checkpointinhibitoren (zum Beispiel PD1-Antikörper), die alleine oder in Kombination mit klassischen Chemotherapeutika schonend eingesetzt werden.

Was behandeln wir?

Wir behandeln das komplette Spektrum der malignen Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. In jedem Krankheitsstadium.

Die medikamentöse Tumortherapie im Kopf-Hals-Bereich hat bislang Zulassungen in fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Dies beinhaltet vor allem das Karzinom der Mundhöhle und tieferer Regionen („Kopf-Hals-Karzinom“), die Hautkarzinome und Basaliome sowie Melanome. Vor allem die Therapie der malignen Hauterkrankungen findet in enger Abstimmung und Kooperation mit der Hautklinik statt.

Unsere Ziele sind die bestmögliche und schonendste Behandlung. Hierbei ist unser Anspruch die Behandlung mit einem personalisierten, individuell auf Sie zugeschnittenen Ansatz. 

Das bedeutet, dass wir auch außerhalb dieser Zulassungen Ihnen, über das leitliniengerechte Maß hinaus, neue innovative Therapieoptionen anbieten. Dies ist zum Beispiel im Bereich der bösartigen Erkrankungen der Speicheldrüsen der Fall. 

Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, an den modernsten Entwicklungen bei der Behandlung gegen Ihre Tumorerkrankung teilzuhaben. Dies beinhaltet auch Wirkstoffe, die für konventionelle Behandlungen sonst noch nicht zu Verfügung stehen. Hierin haben wir langjährige Erfahrung und zählen zusammen mit unseren Kollegen vom Kopf-Hals-Tumorzentrum, von der Studienambulanz und der Early Clinical Trial Unit (ECTU) zu einem der bundesweit größten Studienzentren im Bereich der Kopf-Hals-Onkologie für Phase I-IV-Studien.

Wie läuft die medikamentöse Tumortherapie ab?

In Abhängigkeit welche Therapieform gewählt wird, erfolgt die Behandlung ambulant oder stationär. Wenn es die Behandlungsform und der Allgemeinzustand des Patienten es zulässt, wählen wir eine ambulante Therapieform.

Ambulante Therapie

  • Hierbei setzen wir in der Regel gut verträgliche Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen ein. Die am häufigsten eingesetzte Medikamentengruppe sind die immun-onkologischen Wirkstoffe. Diese ergänzen wir in ausgewählten Fällen indikationsabhängig mit Chemotherapeutika.
  • Diese Therapie erfolgt in der Regel in unserer Klinik und findet vorwiegend mittwochs statt.
  • Mit Vor- und Nachbereitung müssen Sie mit einem Zeitaufwand von circa zwei bis drei Stunden rechnen.
  • Die meisten Therapien werden in einem Rhythmus zwischen zwei und sechs Wochen verabreicht.

Stationäre Therapie

  • Sollten Medikamente oder Medikamentenkombinationen eingesetzt werden, die weitreichendere Nebenwirkung auf Ihren Körper haben können (zum Beispiel Knochenmark, Niere), führen wir die Behandlung aus Gründen der Patientensicherheit stationär durch.
  • Es werden meistens Kombinationstherapien aus bis zu drei Wirkstoffen angewendet. Die Verabreichung kann, inklusive der Vorbereitung und Nachkontrollen, bis zu einer Woche in Anspruch nehmen.
  • Diese Therapien finden in mehrwöchigen Abständen statt.

Personalisierte Medizin und molekulares Tumorboard

Sie haben einen sehr speziellen Tumor oder bisherige Therapieformen haben leider nicht angesprochen und konventionelle Verfahren stehen nicht mehr zu Verfügung? In dieser Situation tun wir alles, um noch (weitere) Therapieoptionen für Sie zu finden.

In unserem Tumorzentrum bieten wir die personalisierte Medizin an.

Patienten, für die es keine standardisierten (und zugelassenen) Therapieformen mehr gibt, werden in unserem interdisziplinären molekularen Tumorboard von Spezialisten aus allen Fachbereichen fächerübergreifend diskutiert. Meist folgt daraus eine Untersuchung der Erbinformation des Tumorgewebes (Sequenzierung) bei der wir einzelne molekulare Veränderungen im Bereich des Tumors aufspüren wollen, die man für eine Therapie nutzen kann (zum Beispiel im Rahmen einer klinischen Studie). Das heißt wenn wir eine behandelbare Veränderung finden, können wir eine mögliche Therapie individuell auf Sie ganz persönlich ausrichten (personalisierte Medizin). In manchen Fällen können wir auch Veränderungen nachweisen, aus denen sich therapeutische oder diagnostische Konsequenzen für nahe Familienangehörige ergeben.

Diese Form der high-end Medizin konnten wir aktuell mehr als 200 Patienten pro Jahr für alle Tumorentitäten anbieten. Bei etwa einem Viertel der Patienten konnten wir aus der Genanalyse einen Therapievorschlag ableiten und eine personalisierte Therapie beginnen.

Klinische Studien

Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten die Möglichkeit geben, bei der Behandlung ihrer Tumorerkrankung von den modernsten Entwicklungen zu profitieren. Dies beinhaltet auch Wirkstoffe, die für konventionelle Behandlungen sonst noch nicht zu Verfügung stehen. Hierin haben wir langjährige Erfahrung und zählen zusammen mit dem Kopf-Hals-Tumorzentrum, der Studienambulanz und der Early Clinical Trial Unit (ECTU) zu einem der bundesweit größten Studienzentren im Bereich der Kopf-Hals-Onkologie für klinische Studien der Phasen I bis IV.

Zweitmeinungen und Behandlungsanfragen

Bei Ihnen wurde eine Tumorerkrankung im Kopf-Hals-Bereich neu diagnostiziert und Sie sind unsicher, was Ihre Therapie anbelangt?

Sie haben eine fortgeschrittene Tumorerkrankung und wollen sich über therapeutische Alternativen informieren?

Sie haben von neuen technischen oder medikamentösen Therapieverfahren gehört und möchten wissen, ob diese für Sie und Ihre Situation geeignet sind?

Sie möchten sich über klinische Studien und eine mögliche Teilnahme informieren?

Fragen Sie uns. Wir sind sehr gerne für Sie da!

Bitte senden Sie uns vorab relevante Informationen zu Ihrer Erkrankung zu, zum Beispiel Arztbriefe, pathologische, radiologische und andere Befunde, gerne auch in digitaler Form. Die Unterlagen werden gesichtet und an die richtigen Ansprechpersonen weitergeleitet. Wir vereinbaren dann mit Ihnen einen Beratungstermin.

Bitte richten Sie Ihre Anfrage entweder per Post an die

Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
Universitätsklinikum Würzburg
Stichwort „Zweitmeinung“
Pleicherwall 2
97070 Würzburg


oder per E-Mail an: zweitmeinung-mkg@ ukw.de 

Versorgung aus einer Hand

Der Schwerpunktbereich der medikamentösen Kopf-Hals-Onkologie ist über das Kopf-Hals-Tumorzentrum, das Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT WERA) und das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) eng mit den anderen Disziplinen verzahnt, die für Therapie und klinische Forschung in diesem Bereich notwendig sind. Zu unseren Partnern in zählen vor allem die HNO-Klinik, die Internistische Onkologie, die Strahlentherapie, die Hautklinik und das Interdisziplinäre Zentrum Palliativmedizin.

Das Besondere in der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie in Würzburg ist dabei, dass die meisten medikamentösen Tumortherapien direkt in unserer Klinik durchgeführt werden. Für den Patienten bedeutet dies, dass er in jeder Phase seiner Erkrankung in einer gewohnten Umgebung die gleichen Ansprechpartner hat.

Herausragende Expertise

Geleitet wird dieser Schwerpunkt von Prof. Dr. Dr. Urs Müller-Richter, der über eine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt und zu den führenden Spezialisten auf diesem Gebiet in Deutschland zählt. Die Focus-Ärzteliste listet ihn in seiner Bestenliste als einen der deutschen Topmediziner. Vertreten wird er von PD Dr. Dr. Stefan Hartmann.

 

 


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Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
08:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Montag bis Donnerstagnachmittag nur nach Terminvereinbarung

Spezialsprechstunden siehe Ambulante Behandlung

Telefon

Direktor
Prof. Dr. Dr. Alexander Kübler

Sekretariat
Beate Karl
+49 931 201-72720

 

Befundanforderungen

Telefon: +49 931 201-74854

E-Mail

mkg@ ukw.de

Fax

+49 931 201-72700


Anschrift

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums | Pleicherwall 2 | 97070 Würzburg | Deutschland

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