Ausbildung nach Bedarf

Im September beginnt Kim Alessa Grebe ihr drittes Ausbildungsjahr als Medizinische Fachangestellte mit Schwerpunkt DRG-Assistenz – eine Ausbildung, die neu am Universitätsklinikum ist und die der alleinerziehenden Mutter die Flexibilität bietet, die sie für ihre Tochter und sich braucht.

Eigentlich wollte Kim Alessa Grebe Medizin studieren, doch mit der Geburt ihres Kindes vor drei Jahren änderten sich ihre Prioritäten. „Medizin interessiert mich weiterhin, doch will ich auch Zeit für meine Tochter haben“, erklärt die 21-Jährige. Deshalb entschied sie sich für die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (früher „Arzthelfer/in“) „So kann ich Organisation und Medizin miteinander verbinden, da mir beides liegt“, sagt die junge Frau. „Das Besondere ist, dass ich speziell zur DRG-Assistentin ausgebildet werde.“ Sie ist die Erste, die am UKW diesen Beruf in einer strukturierten Ausbildung erlernt.

„Für mich war von Anfang an klar, dass ich ans Uniklinikum wollte und nicht in eine Arztpraxis“, betont die Alleinerziehende. „Hier passen die Rahmenbedingungen, so dass ich Beruf und Familie gut verbinden kann.“ Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung wurde ihr eine Teilzeitregelung angeboten. Deshalb arbeite sie 30 Stunden, könne sich diese frei einteilen und nutze die angebotene Gleitzeitregelung.

Vielfältige Möglichkeiten

Drei Tage Klinik – in ihrem Fall im ZIM und im ZOM – und ein Tag Schule, so ist ihre Ausbildungswoche gegliedert. Sie sei vorwiegend im Büro, wobei die Abrechnung es mit sich bringe, dass sie sich oft mit Ärzten und Pflegepersonal austausche. Sie liest Arztbriefe, schaut sich Befunde an und trägt diese für die Abrechnung in ein entsprechendes Programm ein. „Für jede Diagnose gibt es einen spezifischen ICD-Code. Allein für die Innere Medizin kenne ich 150 Codes auswendig, aber es gibt weit mehr.“

Zu ihrer Ausbildung gehört auch der Einsatz auf den Stationen, bei denen sie die Tätigkeiten der Medizinischen Fachangestellten erlernt wie Blut abnehmen und Patientenanmeldung. Während der Ausbildung war Kim Alessa Grebe bereits auf verschiedenen Stationen, im Zentrallabor und in verschiedenen Polikliniken. „Ich kann Wünsche äußern, wo ich eingesetzt werde. Zum Beispiel möchte ich gern noch einmal in den OP.“ Ihre Ausbilderin Sandra Wiesenfelder kümmert sich um Ansprechpartner und stellt den Kontakt her. Sie ist für die junge Mutter aber auch bei allen anderen Fragen da.

Insgesamt erlernen am UKW derzeit 775 Schülerinnen und Schüler mehr als 20 Berufe. Dabei reicht das Spektrum weit über die medizinischen Bereiche wie Krankenpflege und Medizinisch-Technische Assistenz hinaus. Auch Fachinformatik und sogar Tierpflege werden hier ausgebildet. Dabei orientiert sich das UKW stets am eigenen Bedarf. So verwundert es auch nicht, dass bei guten Leistungen die meisten Auszubildenden übernommen werden.