Chancen suchen und ergreifen

Seit 2002 ist Constanze Richter am Universitätsklinikum. Die gelernte Krankenschwester arbeitet als Study Nurse im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI), das Forschung und Behandlung unter einem Dach vereint. Ihre Aufgabe verlangt viel Organisationstalent, gibt ihr aber auch die Möglichkeit, über den Schreibtischrand hinauszuschauen.

Constanze Richter kennt ihre Patienten – und zwar mehr als 500. Entsprechend viel Zeit verbringt die Study Nurse am Telefon. „Die Patienten rufen mich bei Fragen zu Studien oder zum Thema Herzinsuffizienz an. Und ich bin auch für sie da, wenn es ihnen mal schlechter geht“, erklärt die 35-Jährige. Sechs Studien betreut sie derzeit – eine weitere läuft gerade an. Die Wahl-Würzburgerin koordiniert und dokumentiert die Untersuchungstermine und begleitet ihre Patienten persönlich, wenn sie diese in der Ambulanz des DZHI wahrnehmen.

„Die Patienten sagen mir immer wieder, wie dankbar sie darüber sind, an den Studien teilnehmen zu können. Hier erhalten sie viele zusätzliche Untersuchungen und das nach den neuesten medizinischen Methoden.“ Auftraggeber sind neben dem eigenen Haus auch andere Unikliniken wie die Medizinische Hochschule Hannover und Pharmafirmen. Auf die Frage, wie sie es schafft, bei so vielen Patienten den Überblick zu behalten, sagt sie: „Ich kann gut organisieren. Das hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht.“

Wissen für ihre Patienten

Der Blick auf ihren Lebenslauf unterstreicht, wie gut sie organisiert ist. Seitdem sie vor vier Jahren ins Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum DZHI wechselte, nutzt sie jede Gelegenheit, Neues dazuzulernen. Zuerst absolvierte sie die Weiterbildung zur Studienassistentin und belegte noch im selben Jahr einen Englischkurs für Study Nurses. „Ich wollte aber auch über das Fachwissen und die Fachkompetenz verfügen, um meine Patienten gut zu beraten. Deshalb war für mich ein Abschluss als Herzinsuffizienzschwester selbstverständlich.“

Das DZHI und das Uniklinikum unterstützen ihre Weiterbildungen – finanziell und mit der dafür nötigen Zeit. Allerdings sei stets Eigeninitiative gefragt. Man müsse wissen, was man will. „Eine Kollegin hatte in einer Fachzeitschrift von einem Hospitationsprogramm der Universität Witten/Herdecke gelesen. Gefördert wurden fachbezogene Auslandsaufenthalte, um Erkenntnisse über die Versorgung chronisch Kranker zu gewinnen. Daran wollten wir unbedingt teilnehmen.“ Prof. Dr. Stefan Störk, Professor für Klinische Epidemiologie, unterstützte die Bewerbung der Study Nurse und stellte den Kontakt zur Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals in Bern her. „Für mich war es erstaunlich, wie unterschiedlich teilweise gearbeitet wird“, erklärt sie rückblickend. Neben dem fachlichen Austausch war es ihr vor allem wichtig, Kontakte zu knüpfen. Mit ihrer Berner Kollegin trifft sie sich immer noch regelmäßig und konnte sie als Referentin für ein Pflegesymposium am DZHI gewinnen.

Den Austausch pflegt Constanze Richter auch mit weiteren Kollegen und nutzt dafür Kongresse wie das Dreiländertreffen Herzinsuffizienz. „Ich will immer wissen, welche neuen Ansätze es im Bereich der Kardiologie gibt und vor allem auch Erfahrungen mit den Kollegen austauschen.“

Aktuell absolviert Constanze Richter die Weiterbildung zur Praxisanleiterin, da seit diesem Jahr auch Schüler aus der Krankenpflege am DHZI ausgebildet werden. „Ich fungiere als Hauptansprechpartnerin, organisiere gemeinsam mit einer Kollegin die vierwöchige Praxiszeit und schreibe abschließend die Beurteilungen.“ Mitte Oktober schließt sie die Weiterbildung ab, und dann? „Mal sehen. Erst einmal plane ich meinen Südamerika-Urlaub.“