Aktuelle Pressemitteilungen

Stern-Klinikliste: Uniklinikum Würzburg in 25 Fachbereichen ausgezeichnet

Das Magazin Stern hat im Ranking „Gute Kliniken für mich“ deutschlandweit die besten Kliniken und Fachabteilungen ermittelt. Dabei wurde das Uniklinikum Würzburg in 25 Fachbereichen ausgezeichnet – von Alzheimer bis Zahnkliniken.

Würzburg / Hamburg. Die kürzlich erstmals in einer Sonderausgabe veröffentlichte Klinikliste des Magazins Stern listet „Deutschland Top 100 Krankenhäuser“ auf. Unter diesen findet sich auch das Uniklinikum Würzburg (UKW). Das Rechercheinstitut Munich Inquire Media ermittelte im Auftrag des Stern, dass das unterfränkische Krankenhaus der Maximalversorgung in 25 von insgesamt 40 bewerteten Fachbereichen herausragende Leistungen erbringt. Im bayernweiten Vergleich liegt es damit auf Platz vier, bundesweit auf Platz 15.

Über die Methodik der Bewertung

Grundlage der Bewertung waren ausführliche, persönliche und vertrauliche Interviews mit Ärztinnen und Ärzten. Für die Patientenperspektive wurden die Bewertungen aus der „Weißen Liste“ der Krankenkassen berücksichtigt. Als weitere Quellen dienten die von den Kliniken erstellten Qualitätsberichte und die Zertifikate von medizinischen Fachgesellschaften. Zusätzlich hatten die Krankenhäuser die Möglichkeit, einen Fachfragebogen auszufüllen. Die Platzierung im Ranking richtet sich nach der Anzahl der empfohlenen Fachkliniken und danach, wie viele Top-Medizinerinnen und -Mediziner im Krankenhaus tätig sind.

Die Top-Bereiche des UKW

Hier die ausgezeichneten Fachbereiche des UKW: Adipositaschirurgie, Alzheimer, Angststörungen, Augenerkrankungen, Beckentumoren, Brustkrebs, Darmkrebs, Depression, Haut, Hautkrebs, Herzchirurgie, Hirntumoren, Interventionelle Kardiologie, Kinderchirurgie, Kreuzbandriss/Meniskus, Leukämie, Multiple Sklerose, Parkinson, Prostatakrebs, Risikogeburten, Schilddrüsenchirurgie, Schlaganfall, Strahlentherapie, Unfallchirurgie sowie Zahnkliniken.

Absolventin der Berufsfachschule für Massage für Leistungen in Schule und Ehrenamt ausgezeichnet

Bei der Absolventenehrung 2022 mit Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo wurde auch eine Schülerin der Staatlichen Berufsfachschule für Massage am Uniklinikum Würzburg für ihre schulischen Leistungen wie auch ihren ehrenamtlichen Einsatz gewürdigt.

München/Würzburg. Am 28. Juli 2022 ehrten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Kultusminister Michael Piazolo rund 75 Absolventinnen und Absolventen aller Schularten und Regierungsbezirke des Freistaats. Voraussetzungen für die Auszeichnung waren nicht nur ein exzellenter Schulabschluss, sondern auch ein herausragendes soziales und ehrenamtliches Engagement. Eine der geladenen Schülerinnen und Schüler, die bei der feierlichen Veranstaltung in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz eine Urkunde, einen Bildband und einen Büchergutschein entgegennehmen durften, war Viola Daus. Diese hatte im Juli 2022 ihre staatliche Abschlussprüfung an der Berufsfachschule für Massage am Uniklinikum Würzburg mit einem Notendurchschnitt von 1,0 bestanden. Während ihrer Ausbildung war sie zudem als Tutorin für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler tätig – auch in ihrer Freizeit. Dabei beantwortete sie beispielsweise nach dem Unterricht noch offene Fragen, bildete Lerngruppen und gab Nachhilfe.

„Eine tolle Leistung einer hervorragenden Schülerin! Das Motto der Berufsfachschule ‚Ausbildung mit Herz und Hand‘ wird von Viola Daus überzeugend umgesetzt“, zeigt sich Oberstudiendirektorin Christine Hildebrandt stolz. Die Leiterin des staatlichen beruflichen Schulzentrums freut sich, dass durch die Auszeichnung auch die zweijährige Ausbildung zur Masseurin bzw. zum Masseur und medizinischen Bademeisterin/Bademeister öffentliche Aufmerksamkeit erfährt.

Fortschritte in der Etablierung einer einheitlichen Infrastruktur an den bayerischen Universitätsklinika

Am 21. Juli 2022 stellten die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ihre Ergebnisse im Rahmen des 2. BZKF Netzwerktreffens am Universitätsklinikum Regensburg vor.

Das Ziel des BZKF ist es, durch ein bayernweites Netzwerk weltweit Spitzenplätze in der Krebsmedizin zu belegen. In der derzeitigen Aufbauphase des BZKF arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten unter anderem an der Vernetzung ihrer Forschungs-, IT- und Kommunikationsinfrastruktur und bauen international sichtbare gemeinsame wissenschaftliche Leuchtturmstrukturen auf. Leuchttürme sind wissenschaftliche Einheiten, die spezielle Expertisen entwickelt haben und diese allen Standorten des BZKF zur Verfügung stellen. Im Fokus des diesjährigen BZKF Netzwerktreffens standen die aktuellen Entwicklungen der BZKF Infrastruktur, die Präsentation der wissenschaftlichen Leuchttürme sowie die Begutachtung der 2021 gegründeten klinischen Studiengruppen durch internationale Expertinnen aus London und den USA.

Anlässlich des Netzwerktreffens betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZKF ist einer unserer Leuchttürme. Dieses Netzwerk findet Antworten auf eine der größten Fragen der Menschheit: Wie können wir den Kampf gegen den Krebs gewinnen? Die bayerischen Uniklinika sind Forschungstempel und Orte der Maximalversorgung auf exzellentem Niveau. Danke, dass Sie sich hier gemeinsam auf den Weg machen. Denn Kooperation und Innovation sind entscheidende Mittel gegen Krebs, eine der Geiseln der Menschheit.“

Mit dem Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur an den sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten möchte das BZKF die Voraussetzungen für eine exzellente und patientennahe Krebsforschung in Bayern schaffen. Ziel ist es, einen bayernweiten vernetzten Campus für Forschung in der Krebsmedizin aufzubauen, von dem alle Patientinnen und Patienten in Bayern profitiert. „Im Rahmen des BZKF Netzwerktreffens stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen den aktuellen Projektstand vor. Bereits in der Aufbauphase des BZKF sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie frühzeitig eingebunden werden, daher freut es uns, dass unsere Partnerinnen und Partner zum Treffen anwesend sind“, so Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Der Aufbau erfolgt in mehreren Phasen und ist auf sechs Jahre angelegt. Der Fortschritt innerhalb des BZKF wurde ebenfalls durch ein internationales Expertengremium beurteilt. Neben der Vorstellung, Begutachtung und Diskussion der aktuellen BZKF-Projekte gab das Treffen auch Raum für den direkten Austausch zwischen den BZKF-Akteurinnen und Akteuren. 140 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reisten aus ganz Bayern zum Treffen nach Regensburg an. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten, wurde von den Teilnehmenden gerne genutzt und das Netzwerk wurde dadurch noch weiter ausgebaut.

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Krebsmedizin

Eine wesentliche Aufgabe während der jetzigen Aufbauphase des BZKF besteht in der Erweiterung der vernetzten, digitalen Infrastruktur zur Erfassung diagnostisch‐molekularer, bildgebender, klinischer und bio-bankbezogener Daten. Dieser Aspekt wurde von Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg, im Vortrag „BZKF Real World Data Plattform“ überzeugend vorgestellt. Geplant ist die Etablierung einer integrierten Forschungs‐IT-Infrastruktur sowie eine Verwendung von klinischen Daten aus der Routinedokumentation für Forschungszwecke. Durch die flächen-deckende Sicherung von komplexen Diagnostik- und Behandlungs-Daten innerhalb des BZKF (Molekulare Pathologie, Bildgebung, Wirkung und Nebenwirkung) sollen weitere Erkenntnisse für die Krebsmedizin gewonnen werden und langfristig zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen. Die Real World Data Plattform des BZKF basiert auf Vorarbeiten und Standards der deutschen Medizininformatik-Initiative und stellt Daten für standortübergreifende, verteilte Analysen sowie die Entwicklung von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung.

Starke Kooperationen für das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen und der Industrie

Des Weiteren wurde während des Treffens die Idee einer Kooperation der Pharmainitiative Bayern mit dem BZKF im Rahmen der neu gegründeten Arbeitsgruppe AMG/MPG (Arzneimittelgesetz/Medizinproduktegesetz) vorgestellt. Ziel ist es, dass das BZKF ein Partner für die bayerische Industrie und Motor in der Umsetzung von Innovationen in der Krebsmedizin wird. Zudem ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt für die wissenschaftliche Nutzung von Real World Daten, die Etablierung onkologischer Fortbildungsveranstaltungen und die Durchführung innovativer klinischer Studien vorgesehen. Weiterhin arbeitet das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen. Diese Schnittstelle bietet neue Möglichkeiten für die Forschungsprojekte.

1. BZKF Award für herausragende Leistungen verliehen

Im Rahmen einer Posterpräsentation stellten die Sprecher der BZKF Leuchttürme und Studiengruppen ihre Ergebnisse der ersten Förderperiode 2020/2021 vor. Prof. Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern des Universitätsklinikums Regensburg, erklärte: „Die geförderten BZKF Studien-gruppen sind ein wichtiger Bestandteil des BZKF und sollen langfristig neue Therapiekonzepte gegen Krebserkrankungen evaluieren. Um eine hohe wissenschaftliche Qualität in den Studiengruppen sicherzustellen, werden diese zunächst nur befristet gefördert und von externen sowie von internen und internationalen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Für Ihre herausragende Arbeit während der vergangenen 18 Mo-nate wurden die BZKF Studiengruppe Primäre und Sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen und die BZKF Studiengruppe Lungentumoren mit dem 1. BZKF Award und einem Preisgeld von 10.000,00 € bzw. 5.000,00 € ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz, dass wir bereits nach zwei Jahren als BZKF-Verbund die Weichen für die Entwicklung innovativer Krebstherapien gestellt haben.“

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Seit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neuesten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt“, so Prof. Dr. Mackensen weiter. Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bzkf.de.

Pressemitteilung des BZKF 

Personalia vom 2. August 2022 - Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Anna Kobsar, PhD, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie, wurde mit Wirkung vom 21.07.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Experimentelle Transfusionsmedizin“ erteilt.

Dr. Thomas Linsenmann, Oberarzt, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 21.07.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Neurochirurgie“ erteilt.

Pressemitteilung der Uni

Tierschutzpreis für Würzburger Initiative

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Händel-Tierschutzpreis 2022 vergeben. Einer der beiden Preisträger ist die „Würzburg Initiative 3R“, die an Alternativmethoden zu Tierversuchen in der Forschung arbeitet.

Die „Würzburg Initiative 3R (WI3R)“ am Fraunhofer-Translationszentrum für Regenerative Therapien sowie der Universität Würzburg und der Mediziner Dr. Michael Karl Melzer von der Universität Ulm teilen sich in diesem Jahr den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Der mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Preis wird zum nunmehr neunten Mal an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die den Tierschutz in der Forschung im Sinne des 3R-Prinzips verbessern. Die drei R stehen dabei für Replace (Vermeiden), Reduce (Verringern) und Refine (Verbessern).

Gewebemodelle zum Ersatz von Tierversuchen

„Die an der ‚Würzburg Initiative 3R (WI3R)‘ beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln seit vielen Jahren Gewebemodelle zum Ersatz von Tierversuchen, die sowohl in der Wissenschaft als auch in der pharmazeutischen, chemischen und kosmetischen Industrie Anwendung finden. Der Erfolg des Teams spiegelt sich in einer beeindruckenden Anzahl an Publikationen, Patenten und Projekten“, sagte die Vorsitzende der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung, Professorin Dr. Brigitte Vollmar, die auch Mitglied der Händel-Tierschutzpreis-Jury ist.

Seit über zehn Jahren befasst sich die „Würzburg Initiative 3R (WI3R)“ mit der hochkomplexen Modellierung von Krankheitsprozessen und der Testung von Arzneimittelwirkungen unter Vermeidung von Tierversuchen. Eine gemeinsame inhaltliche Klammer ist das Ziel, Barrierefunktionen des Körpers in vitro nachzuahmen. „Die dabei erzielten Ergebnisse sind von hoher technischer Qualität und Relevanz für die Anwendung, was eine Vielzahl von Publikationen in renommierten internationalen Journalen belegt“, schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Sechs Modelle sogenannter Barriere-Organe

Hinter WI3R steht ein etabliertes Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Namentlich sind dies Dr. Antje Appelt-Menzel, Dr. Gudrun Dandekar, Dr. Florian Groeber-Becker, Dr. Christian Lotz, Privatdozent Dr. Marco Metzger, Dr. Maria Steinke und Dr. Daniela Zdzieblo. Das Team hatte für seine Bewerbung die Entwicklung und Anwendung von sechs In-vitro-Modellen der Barriere-Organe Haut, Kornea – also der Hornhaut, der äußersten Schutzhaut des Augapfels vor der Linse, Darm, Blut-Hirn-Schranke und Lunge sowie für solide Tumoren vorgestellt, die dem „Replacement“ des 3R-Konzeptes dienen.

Die Modelle finden beispielsweise in der Infektions- und Krebsforschung sowie bei der Testung von Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln und medizinischen Produkten wie Medikamenten oder Impfungen bereits jetzt eine breite Anwendung. Mit dem Preisgeld will das Team ein 3R-Netzwerk etablieren, wissenschaftliche Treffen initiieren sowie kleine Projekte fördern.

Preisverleihung am 13. Oktober

Der Preisträger und die Preisträgergruppe wurden unter zwölf Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Die Preisverleihung ist für den 13. Oktober im Rahmen eines von der Universität Münster organisierten Tierschutztages geplant.

Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis

Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis geht auf die Initiative seiner gleichnamigen Stifterin zurück. Die Düsseldorferin Ursula M. Händel (1915–2011) setzte sich über Jahrzehnte in vielfältiger Weise für den Tierschutz ein. So gründete sie unter anderem den Bonner Arbeitskreis für Tierschutzrecht und engagierte sich in diesem Rahmen für die Novellierung des Tierschutzgesetzes. Dem Tierschutz in Wissenschaft und Forschung besonders verbunden, stellte Händel der DFG Mittel für den Tierschutzpreis zur Verfügung. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist der höchst dotierte Forschungspreis dieser Art in Deutschland.

Pressemitteilung der Pressestelle DFG

Nanomedizin für die Krebstherapie

Der neue Chemieprofessor Lutz Nuhn befasst sich mit medizinischen Anwendungen der Polymerchemie. Mit seinem Team entwickelt er Nanopartikel, die das Immunsystem gegen Krebs aktivieren sollen.

Klug designte Nanopartikel sind wie Taxis, die ihre Fahrgäste bis zum gewünschten Ziel transportieren: Sie lassen sich mit Impfstoffen oder Medikamenten beladen und bringen ihre Fracht im Körper zielgenau dorthin, wo sie wirken soll. In solche Partikel ist zum Beispiel die mRNA in den Impfstoffen gegen das Coronavirus verpackt.

Professor Lutz Nuhn (37) entwickelt solche Nanopartikel. Er leitet seit 1. April 2022 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. Die Nanopartikel, an denen sein Team arbeitet, sind für Immuntherapien gegen Krebs konzipiert und bestehen aus Polymeren.

Nuhns Gruppe konzentriert sich auf Nanopartikel aus Polycarbonaten. Diese langkettigen Moleküle bestehen im Wesentlichen aus Kohlensäurebausteinen. Das hat den Vorteil, dass sie sich im Körper zu Kohlendioxid und Alkoholen abbauen lassen – beides Moleküle, die der Organismus direkt ausscheiden oder gut nutzen kann. Die Monomere zur Polycarbonat-Herstellung können außerdem nicht nur aus Erdöl gewonnen werden, sondern auch aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ist das ein weiterer Pluspunkt.

Nanopartikel können noch besser werden

„In der Polymerchemie können wir schon sehr gute Nanopartikel für medizinische Zwecke herstellen, aber einige Hausaufgaben müssen wir noch machen“, sagt der neue Professor.

Erstens: Wenn Nanopartikel aus Polycarbonaten an ihren Zielorten ankommen, etwa in Immunzellen, dann sollen sie das merken und sofort damit anfangen, sich selbst abzubauen und die Wirkstoffe freizusetzen, die sie mit sich tragen. Dazu müssen sie auf Reize reagieren können – etwa auf Temperatur, Licht, pH-Wert oder bestimmte Strukturelemente von Proteinen.

Zweitens: Diejenigen Nanopartikel, die es nicht zu ihren Zielorten schaffen, sollen sich nach einer angemessenen Zeit im Körper von alleine auflösen – dafür sind Polycarbonate hervorragend geeignet.

Drittens: Die Nanopartikel sollen sich möglichst autonom bilden. Im Idealfall sollte es genügen, ihre Grundbausteine mit den jeweiligen medizinischen Wirkstoffen in einer wässrigen Lösung zusammenzubringen, wo sich die Partikel dann selbstständig zur gewünschten Struktur formieren. In der Chemie wird dieser Prozess „self-assembly“ genannt.

Viertens: Nuhns Team hat das Ziel, die autonom entstandenen Nanopartikel durch chemische Modifikationen so zu stabilisieren, dass man die Partikel zu einem Pulver trocknen, bei Raumtemperatur lagern und später wieder mit Wasser lösen kann, ohne dass sie dabei ihre Transportfähigkeit verlieren. Das würde die Handhabung der Partikel in der Praxis erleichtern; das Einhalten von Kühlketten zum Beispiel wäre dann überflüssig.

 Immunzellen als Zielstrukturen

Der Forschungsschwerpunkt des Chemieprofessors liegt auf dem Design von Nanopartikeln, die therapeutische Impfungen und Immuntherapien gegen Krebs ermöglichen sollen. Zielstrukturen sind in erster Linie die Zellen des Immunsystems. Nuhns Team interessiert sich dabei ganz besonders für Immunzellen, die sich in der Mikro-Umgebung von Tumoren aufhalten, dort aber inaktiv sind und dadurch die Tumore für das Immunsystem unsichtbar machen.

„Wir möchten unsere Nanopartikel so designen, dass sie von Immunzellen aufgenommen werden und dann maßgeschneiderte Moleküle freisetzen, welche die Immunzellen gegen den Tumor aktivieren“, sagt der Wissenschaftler. In dem komplexen Netzwerk aus Krebs- und Immunzellen, das die Mikro-Umgebung von Tumoren kennzeichnet, soll dadurch der Schalter von „Ruhe“ auf „Sturm“ umgelegt werden. Wie gut die Nanopartikel die ihnen zugedachte Aufgabe erledigen, erforscht der Chemiker in Kooperation mit Gruppen aus der Immunologie und Medizin.

 Vorlesungen zur Polymerchemie

Für die Studierenden der Chemie und der Funktionswerkstoffe wird Professor Nuhn Lehrveranstaltungen zur Polymerchemie anbieten. Neu entwickelt hat er zum Beispiel den praktischen Kurs Nano4Med, in dem die medizinischen Anwendungen von Polymerstrukturen im Mittelpunkt stehen.

Der neue Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie ist Teil des 2020 an der JMU gegründeten Instituts für Funktionsmaterialien und Biofabrikation (IFB). Dem Institut gehören außerdem der Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde (Professor Jürgen Groll) und der Lehrstuhl für Chemische Technologie der Materialsynthese (Professor Gerhard Sextl) an.

Lutz Nuhn gehört zur Fakultät für Chemie und Pharmazie; seine Labore und Büros sind zurzeit am Röntgenring 11 untergebracht. Er wird, zusammen mit Gruppen von Jürgen Groll, auf den Hubland-Campus umziehen, sobald dort der Neubau des Center of Polymers for Life bezugsfertig ist.

Lebenslauf des neuen Professors

Lutz Nuhn, Jahrgang 1985, ist in Bad Hersfeld in Osthessen aufgewachsen. Sein Studium der biomedizinischen Chemie an der Universität Mainz schloss er 2010, die Promotion 2014 ab. Auslandsaufenthalte absolvierte er bei führenden Forschern der biomedizinischen Polymerchemie am Massachusetts Institute of Technology und an der Universität Tokyo.

 Als Postdoc forschte er an der Universität Gent in Belgien, im Anschluss übernahm er 2017 die Leitung einer Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Polymerwissenschaften in Mainz. Dort baute er außerdem ab 2019, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), seine eigene Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe auf.

Pressemitteilung der Uni

Diakonie wird Träger der neuen Kita des Uniklinikums Würzburg

Das Uniklinikum Würzburg plant den Bau einer neuen Kindertagesstätte. In einem Vergabeverfahren wurde jetzt das Diakonische Werk Würzburg als Betreiber der Einrichtung ermittelt.

Würzburg. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) benötigt bei der Betreuung der Kinder seiner Beschäftigten weitere Kapazitäten. Deshalb plant es den Neubau einer Kindertageseinrichtung am Hans-Brandmann-Weg im Würzburger Stadtteil Grombühl. Um einen Betreiber für die zukünftige Kita zu finden, führte die Stabstelle Vergabe des Klinikums ein Interessenbekundungsverfahren durch. Dieses wurde vom Referat HR-Entwicklung begleitet und vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Würzburg unterstützt.

Vergabe anhand eines Punktesystems

Nachdem sich zwei Bieter um die ausgeschriebene Aufgabe beworben hatten, wurde die Vergabe anhand eines Punktesystems entschieden. Dabei fiel die Wahl auf das Diakonische Werk Würzburg. Deren Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe betreibt schon seit vielen Jahren die UKW-Kinderbetreuungsgruppe „Grombühlzwerge“ sowie seit Juni 2021 eine ergänzende Gruppe im Würzburger Stadtteil Oberdürrbach.

Kindgerechte Betreuung zu passende Zeiten

„Wir sind sehr glücklich darüber, mit diesem großen und stabilen Partner auch in der neuen Kita zusammenarbeiten zu können. Die Diakonie steht für Kontinuität und eine hoch qualitative Kinderbetreuung“, kommentiert Michelle Hawks, die Ansprechpartnerin für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie am UKW, die Entscheidung. Und Prof. Dr. Jens Maschmann, der Ärztliche Klinikumsdirektor, präzisiert: „Damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ruhe und mit einem guten Gefühl ihrer Arbeit nachgehen können, müssen sie ihren Nachwuchs in guten Händen wissen. Die Diakonie hat bewiesen, dass sie zum einen eine kindgerechte Versorgung sicherstellen kann. Zum anderen ist sie in der Lage, Betreuungszeiten anzubieten, die mit den Krankenhausarbeitszeiten perfekt zusammenpassen.“
Auch beim zukünftigen Betreiber ist man mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden. „Wir freuen uns auf diese neue Aufgabe, die pädagogische Förderung der Kinder und die gute Zusammenarbeit mit den Eltern“, unterstreicht Prof. Dr. Gunter Adams, der Leiter der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Bis zu 128 Plätze

Das Grundstück der neuen Tagesstätte liegt in der Nähe der Zentren für Operative und Innere Medizin und des Erweiterungsgeländes Nord des UKW. Sie wird in fünf Krippengruppen bis zu 110 Betreuungsplätze bieten. Hinzukommen soll eine Naturgruppe mit 18 Plätzen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 vorgesehen.