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Wird Telemonitoring zur Routineversorgung bei Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz ist in Deutschland der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung. Die von der Würzburger Kardiologin Christiane Angermann geleitete multizentrische Registerstudie MEMS-HF hat erstmals in Europa gezeigt, dass ein Monitoring des Lungenblutdrucks mit dem CardioMEMS™HF System sicher ist und Krankenhausaufenthalte und Sterblichkeit verringern könnte. In einer Folgestudie, PASSPORT-HF, prüft das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) nun im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ob das CardioMEMS™HF System in Deutschland in die Regelversorgung integriert werden soll.

Fast vier Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Herzinsuffizienz. Die Ursachen sind komplex. Die Lebenserwartung nimmt stetig zu und akute kardiovaskuläre Erkrankungen werden immer häufiger überlebt – nicht selten mit einer Herzinsuffizienz als Langzeitfolge. Hinzu kommen zahlreiche weitere Erkrankungen sowie gravierende Einschränkungen der Lebensqualität. Diese Volkskrankheit stellt sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitssystem eine enorme Belastung dar.

Bei Druckanstieg in Lungenarterie droht Dekompensation
Eine vielversprechende therapeutische Chance bietet die Früherkennung und präventive Behandlung von Verschlechterungen der Herzinsuffizienz. Klinische Symptome dieser sogenannten Dekompensation bemerken die Patienten in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn ein Krankenhausaufenthalt zur Behandlung dieses oft lebensgefährlichen Zustands nicht mehr zu vermeiden ist. Ein Druckanstieg in der Lungenarterie deutet indes meist schon Wochen zuvor die drohende Entgleisung an - früh genug, um durch eine geeignete vorbeugende Therapieanpassung einen weiteren Krankenhausaufenthalt zu verhindern.

Das CardioMEMS™HF System bietet die Möglichkeit, mit einem in die Lungenarterie eingebrachten Sensor die Druckwerte täglich zu überwachen. Die Patienten leiten sie mit der elektronischen Patienteneinheit selbst ab und übertragen sie auf eine sichere Website, wo das Betreuungsteam sie überprüfen und je nach Ergebnis die Therapie flexibel anpassen kann. Professor Dr. Christiane Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) berichtete beim Online-Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in einer „Late Breaking Clinical Trials“ Session am 23. Juni über die von ihr geleitete multizentrische MEMS-HF Studie, in der die Anwendung das CardioMEMS™HF Systems erstmals in drei europäischen Ländern untersucht wurde. Die Studienergebnisse wurden jetzt vom European Journal of Heart Failure veröffentlicht. 

Weniger Klinikaufenthalte und Todesfälle, mehr Lebensqualität
Die MEMS-HF Studie bestätigt Ergebnisse der amerikanischen CHAMPION-Studie und zeigt, dass ein CardioMEMS- geführtes Herzinsuffizienzmanagement auch in Deutschland, den Niederlanden und in Irland machbar ist. 234 Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III*) erhielten in insgesamt 31 Zentren einen CardioMEMS Sensor. Komplikationen bei der Implantation oder ein Versagen des Sensors wurden nur in seltenen Ausnahmen beobachtet und waren nicht lebensbedrohlich, das System erwies sich also als sehr sicher. „Die Teilnahmetreue der Patienten war zudem sehr hoch“, berichtet Prof. Dr. Christiane Angermann erfreut. Mehr als drei von vier Patienten übertrugen tatsächlich jeden Tag ihre Werte an ihr Zentrum und fast 100 Prozent übertrugen wenigstens einmal wöchentlich.“

Die klinischen Erfolge waren ebenfalls deutlich: „Die Hospitalisierungsrate war nach der Implantation des Sensors im Vergleich zum Jahr vorher um mehr als 60 Prozent reduziert, und die jährliche Sterblichkeit war mit weniger als 14 Prozent bei diesen Hochrisikopatienten relativ niedrig“, erklärt Christiane Angermann. „Eindrucksvoll war auch, dass sich die Lebensqualität umso mehr verbesserte, je ausgeprägter die Drucksenkung in der Lungenarterie war. Die depressiven Symptome bildeten sich ebenfalls deutlich zurück. Dazu kamen eine während des gesamten Untersuchungszeitraums von zwölf Monaten anhaltende Verbesserung der Herzschwächesymptome bei über 40 Prozent der Patienten und ein hochsignifikanter Abfall des Herzschwächemarkers NT-proBNP*.“

„Wert des CardioMEMS™HF-Systems ist umso größer, je besser das Betreuungsteam die Information für die Behandlung nutzt“
Wie kamen diese vielfältigen Verbesserungen zustande? „Natürlich erfordert die engmaschige Betreuung viel Kommunikation zwischen Patienten und Betreuungsteam und eine Infrastruktur, in der geschultes Personal zeitnah die richtigen Maßnahmen ergreift, wenn Abweichungen des Lungenarteriendrucks auftreten“, erläutert Angermann. „Für die Studie wurden in den Zentren Pflegekräfte speziell geschult, die bei den Patienten auch das in Würzburg entwickelte Disease Management Programm HeartNetCare-HF™ anwendeten. Hier lernen Patienten Therapietreue und Selbstfürsorge und erhalten Informationen über das Krankheitsgeschehen“, so die Kardiologin. „In MEMS-HF wurden besonders in der Anfangsphase die Medikamente oft angepasst, um den Lungenarteriendruck zu normalisieren. Wie weit das Disease Management zusätzliche positive Effekte hatte, ließ sich in der Registerstudie nicht sicher unterscheiden. Wahrscheinlich haben Patientenschulung und -information zu den guten Studienergebnissen beigetragen“.  Abschließend stellt Christiane Angermann fest: „Natürlich ist das CardioMEMS™HF System nur ein Hilfsmittel, es stellt nicht selbst eine Therapie dar. Sein Nutzen hängt daher immer ganz entscheidend von der nachgeschalteten Effektorseite ab, also davon, wie gut das Betreuungsteam das System zur Optimierung der Behandlung nutzt, und wie zeitnah und umfassend gut informierte Patienten die Behandlungsempfehlungen umsetzen. Leider gibt es für diese vielversprechende Betreuungsform bisher von den Krankenkassen keine Finanzierung.“

Wie geht es weiter? Derzeit wird im Auftrag des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) in der randomisierten PASSPORT-HF Studie geprüft, ob hierzulande im Vergleich ähnlich positive Effekte zu erwarten sind und das CardioMEMSTM HF-System in die Regelversorgung integriert werden soll. „Wichtig ist jedoch, dass die übertragenen Messwerte der Patienten von einer geschulten Pflegekraft und im Bedarfsfall zusätzlich vom Arzt regelmäßig evaluiert und interpretiert werden, sodass die Medikation und Therapie zeitnah angepasst werden können“, resümiert Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der neuen PASSPORT-HF Studie am DZHI.

* Die New York Heart Association (NYHA) hat die Herzinsuffizienz in vier Stadien eingeordnet.

*Die Biomarker BNP (brain natriuretic peptide) und NT-proBNP (N-terminales pro-BNP) sind Indikatoren für die Herzinsuffizienz und den Behandlungserfolg.

Publikationen
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32592227/
Angermann CE, Assmus B, Anker SD, et al. Pulmonary artery pressure-guided therapy in ambulatory patients with symptomatic heart failure: the CardioMEMS European Monitoring Study for Heart Failure (MEMS-HF) [published online ahead of print, 2020 Jun 27]. Eur J Heart Fail. 2020;10.1002/ejhf.1943. doi:10.1002/ejhf.1943

Angermann CE, Assmus B, Anker SD, Brachmann J, Ertl G, Köhler F, Rosenkranz S, Tschöpe C, Adamson PB, Böhm M.Safety and feasibility of pulmonary artery pressure-guided heart failure therapy: rationale and design of the prospective CardioMEMS Monitoring Study for Heart Failure (MEMS-HF).  Clin Res Cardiol. 2018 Nov;107(11):991-1002. doi: 10.1007/s00392-018-1281-8. Epub 2018 May 19.

 

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Der 15 Millimeter lange Sensor des CardioMEMSTM HF Systems wird mit zwei Drahtschlaufen in der Pulmonalarterie fixiert. © Abbott, 2020

Würzburger Universitäts-Frauenklinik: Tablets für die stationären Patientinnen

In Zukunft können stationäre Patientinnen der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg über zwei gesponserte Tablet-PCs mit der Außenwelt in Kontakt bleiben.

 

An der Würzburger Universitäts-Frauenklinik gibt es einen neuen Service für Patientinnen, die auf den operativen Stationen der Klinik auf ihre Genesung warten: Mit zwei gesponserten Tablet-PCs können sie ab sofort unkompliziert und kostenlos mit ihren Lieben zuhause kommunizieren. Hinter dem neuen Angebot steht die MediaMarktSaturn Retail Group. Diese stellt zusammen mit der Deutschen Technikberatung bei ihrer bundesweiten Initiative „Getrennt und doch verbunden“ vornehmlich Pflege-, Behinderten- und Seniorenheimen kostenlos Tablets zur Verfügung. Insgesamt drei Geräte gingen auch an den Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“. Eines davon reichte der Verein schon vor einigen Wochen an die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) weiter, die beiden anderen wurden jetzt an die Frauenklinik ausgehändigt.

Hilfreich bei Heimatferne und in Corona-Zeiten

Mit den vorfigurierten, von der Klinik leihweise überlassenen Geräten können sich die dortigen Nutzerinnen mit Angehörigen und Freunden per Videochats in Wort und Bild austauschen. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das für viele unserer Patientinnen hoch attraktiv ist“, betont Prof. Dr. Achim Wöckel. Laut dem Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik hat seine Einrichtung gerade bei stationären gynäko-onkologischen Therapien einen sehr weiten Einzugskreis. „Bei den entsprechenden Entfernungen nachhause können viele unserer Frauen nicht täglich Besuch empfangen. Für sie sind die Tablets eine schöne Möglichkeit für Zuspruch und Information.“ Hinzu kommen nach seinen Worten aktuell die besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie, bei denen ein persönlicher Kontakt oft nicht möglich oder nicht gewünscht ist.

„Wir freuen uns, dass wir als Vermittler wieder einen Baustein dazu beitragen konnten, vor allem krebskranken Frauen ihre an sich schon belastende Situation ein bisschen zu vereinfachen“, sagt Gabriele Nelkenstock vom „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“. Zusammen mit Prof. Wöckel und seinem Team dankt sie den Sponsoren sehr herzlich.

Wer die Projekte von Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. am UKW unterstützen will, kann auf folgendes Konto spenden:

Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Castell Bank Würzburg
IBAN: DE74 7903 0001 0000 0092 45
BIC: FUCEDE77XXX

www.kampfgegenkrebs.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Patientenfürsprecherin Sylvia Opel mit großem Dank verabschiedet

Für Sylvia Opel endete am 29. Juni dieses Jahres ihre zwölfjährige Tätigkeit als Patientenfürsprecherin des Uniklinikums Würzburg. Der Klinikumsvorstand dankt ihr herzlich für ihre wichtige Vermittlerrolle zwischen Patient und Krankenhaus.

 

Sylvia Opel arbeitete in den letzten zwölf Jahren als Patientenfürsprecherin am Uniklinikum Würzburg (UKW). Am 29. Juni 2020 endete für sie diese ehrenamtliche Tätigkeit. Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher fungieren als weisungsfreie Anlaufstelle bei Fragen, Wünschen und Beschwerden von Krankenhauspatienten und deren Angehörigen. Bei der Verabschiedung lobte und dankte Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW: „Sylvia Opel genoss durch ihre Unabhängigkeit und ihre zugewandte Art bei unseren Patienten und Beschäftigten gleichermaßen größtes Vertrauen. Ein Wert, den man gar nicht hoch genug schätzen kann, denn gegenseitiges Vertrauen und eine offene Kommunikation gehören zu den Grundlagen einer erfolgreichen Behandlung.“

Sylvia Opel war von 1958 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2004 im Patientenmanagement des UKW tätig. Im Juli 2008 startete sie als Patientenfürsprecherin. Im Jahr 2013 ehrte sie der damalige bayerische Gesundheitsminister Marcel Huber mit dem „Weißen Engel“, einer Auszeichnung, die besondere ehrenamtliche Verdienste im Gesundheitsbereich würdigt.
Die Nachfolge von Sylvia Opel treten Brigitte Paul und Albert Fischer an. Zu erreichen sind sie unter Tel: 0931/201-55078 oder E-Mail: patientenfuersprecher@ ukw.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Erste Patienten im Adipositasnachsorge-Projekt ACHT

Das Projekt „ACHT – Adipositas Care & Health Therapy“ zur Nachsorge nach einer chirurgischen Adipositasbehandlung ist mit den ersten eingeschlossenen Patienten erfolgreich in die Umsetzungsphase eingetreten. Die medizinische Leitung des Vorhabens liegt beim Interdisziplinären Adipositaszentrum des Uniklinikums Würzburg.

„Wir erleben leider immer wieder Patienten, die nach einer gut verlaufenen Adipositas-Operation auf Dauer große Probleme bekommen, zum Beispiel mit einer Mangelversorgung“, berichtet Prof. Dr. Martin Fassnacht. Der Leiter der Endokrinologie am Uniklinikum Würzburg (UKW) und Mitarbeiter des dortigen Interdisziplinären Adipositaszentrums fährt fort: „Um hier effektiv vorzubeugen und auf Dauer den Erfolg des chirurgischen Eingriffs zu sichern, brauchen wir ein strukturiertes Nachsorgekonzept.“ Der Entwicklung eines solchen Konzepts widmet sich das im Juli vergangenen Jahres gestartete Projekt „ACHT – Adipositas Care & Health Therapy“. Nachdem es durch die Corona-Pandemie Verzögerungen bei der weiteren Umsetzung gab, konnte das Programm kürzlich mit den ersten Patientinnen und Patienten in Würzburg starten.

Ein breit aufgestelltes Vorhaben

Hinter ACHT steht ein von der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke (DScK) geleitetes Konsortium. Darin kooperieren das Helmholtz Zentrum München, die AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die symeda GmbH sowie die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die Kernstruktur bilden sieben bayerische Adipositaszentren, darunter das Interdisziplinäre Adipositaszentrum des UKW. Medizinischer Leiter des Projekts ist Prof. Fassnacht. Ein Expertenbeirat aus themennahen Verbänden und Vereinen sowie der Medizintechnik unterstützt das Vorhaben.

Hilfreiche Lotsen und unterstützende App

Die Adipositaszentren wollen gemeinsam mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten bayernweit eine strukturierte, disziplinen- und sektorenübergreifende Nachsorge nach bariatrisch-metabolischen Operationen (siehe Kasten) etablieren. „Herzstück dabei sind die sogenannten Adipositas-Lotsen“, schildert Dr. Bettina Zippel-Schultz von der DScK und verdeutlicht: „Diese verknüpfen mit Hilfe einer digitalen Fallakte alle Beteiligten miteinander, motivieren die Patienten und stehen ihnen mit gutem Rat zur Seite.“ Außerdem wird den Teilnehmer/innen eine Adipositas-App zur Verfügung gestellt.

Viele positive Patienten-Feedbacks

Die bisherigen Reaktionen der ersten, allesamt bei der AOK Bayern versicherten Patienten sind durchweg positiv. So kommentierte beispielsweise der Projektteilnehmer Markus Stephan: „Es ist sehr beruhigend, dass es bei Fragen oder Komplikationen einen direkten Ansprechpartner gibt. Die kontinuierliche und individuelle Lotsen-Betreuung und die ACHT-App unterstützen mich beim Einhalten der Empfehlungen in den Bereichen Ernährung, Sport und Bewegung sowie bei der Einnahme der Supplemente – das hat mich überzeugt.“
Das auf dreieinhalb Jahre angelegte Vorhaben wird im Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) mit rund 4,6 Millionen Euro gefördert.
Weitere Details zu „ACHT – Adipositas Care & Health Therapy“ gibt es unter www.acht-nachsorge.de.



Kastentext:

Status quo nach bariatrisch-metabolischen Operationen

Bariatrisch-metabolische Operationen, wie der Magenbypass oder der Schlauchmagen, sind die aktuell wirksamste Behandlungsoption bei krankhaftem Übergewicht (Adipositas). Für einen nachhaltigen Therapieerfolg ist nach einem solchen Eingriff eine langfristige Nachsorge und lebenslange Betreuung wichtig. Auch mögliche postoperative Komplikationen, Ernährungsprobleme oder Mangelzustände müssen rechtzeitig identifiziert und behandelt werden. Da es hierfür noch keine strukturierten Nachsorgeprogramme im ambulanten Bereich gibt, versorgen meist die jeweiligen Adipositaszentren die Patienten weiter.

 

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Uniklinikum Würzburg: Online-Vortrag zu Wassereinlagerungen

Am Donnerstag, den 23. Juli 2020, beantworten zwei Experten des Uniklinikums Würzburg in einem kostenlosen Online-Vortrag Fragen zur Diagnostik und Behandlung von Wassereinlagerungen im Körper, sogenannten Ödemen.

Ein Ödem ist eine durch Flüssigkeitsansammlung bedingte Schwellung im Körper. „Meist sammelt sich das Wasser in den Beinen und an den Fußknöcheln, manchmal aber auch an anderen Stellen“, sagt Privatdozent Dr. Kai Lopau, der Stellvertretende Leiter der Nephrologie der Medizinische Klinik und Poliklinik I am Uniklinikum Würzburg (UKW). „Neben harmlosen Ursachen, wie Hitze oder langes Stehen, können Ödeme auch die Folge von ernsten Krankheiten, wie etwa Herzschwäche oder Nierenerkrankungen sein“, verdeutlicht sein Kollege, der Kardiologe Prof. Dr. Ulrich Hofmann. Der Geschäftsführende Oberarzt der Medizinischen Klinik I fährt fort: „Oft sind die Wassereinlagerungen zudem chronisch oder wiederkehrend und können für die Betroffenen ein beträchtliches Problem sein.“

Für einen umfassenden Blick auf die Diagnostik und Behandlung der verschiedenen Arten von Ödemen laden die beiden Experten alle Interessierten am Donnerstag, den 23. Juli 2020 zwischen 18:00 und 19:30 Uhr zu einem Online-Vortrag ein. Die Veranstaltung unter den Titel „Wenn das Wasser bis zum Hals steht“ nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC.

„Wir werden an dem Abend unter anderem schildern, wie man Ödeme entdeckt, wann man zum Hausarzt oder zum Spezialisten gehen sollte und welche Behandlungswege für wen geeignet sind“, kündigt der Nierenspezialist Dr. Lopau an. „Zum Teil reichen schon Änderungen im Trinkverhalten oder die Kompression der Beine als vielleicht unbequeme, aber erfolgreiche Maßnahmen“, verrät Prof. Hofmann.

Mit dem digitalen Format setzen die Mediengruppe Main-Post und das UKW nach einer Corona-bedingten Pause ihre gemeinsame, seit Jahren erfolgreiche Reihe „Abendsprechstunde“ fort, die bislang aus Hörsaal-Vorträgen bestand. Die Teilnahme ist kostenlos. Wichtig ist jedoch eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Uniklinikum Würzburg: 170 Herzen gegen Schmerzen

Ein weiteres Mal war die Ochsenfurter Handarbeitsgruppe St. Thekla für die Brustkrebspatientinnen des Uniklinikums Würzburg fleißig: Kürzlich wurden an der Frauenklinik erneut 170 selbstgefertigte Herzkissen angeliefert, die nun an brustoperierte Frauen verschenkt werden.

Die Näherinnen des St. Thekla Handarbeitstreffs aus Ochsenfurt sind „Wiederholungstäterinnen“ – seit dem Jahr 2012 beliefern sie die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) im Rahmen ihrer Aktion „Herzen gegen Schmerzen“ immer wieder mit Herzkissen. Auch während der Corona-Pandemie waren die Damen wieder aktiv, so dass vor wenigen Tagen erneut 170 der kunterbunten Stoffkissen die Klinik erreichten.
„Wir verschenken die Herzen auf Wunsch in erster Linie an operierte Brustkrebspatientinnen“, berichtet Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Frauenklinik. Diese tragen die Kissen zumeist unter dem Arm. „Diese spezielle Lagerung wird von vielen Frauen als sehr angenehm empfunden – zum Beispiel bei bewegungsabhängigen Schmerzen, unter denen manche Brustkrebspatientinnen nach einem chirurgischen Eingriff in der Achselhöhle leiden“, weiß Prof. Wöckel. Hinzu kommt ein emotionaler Aspekt: Für viele der Empfängerinnen ist das mit erkennbar viel Liebe gefertigte Geschenk auch ein Ausdruck der zwischenmenschlichen Solidarität.

Mittlerweile knapp 2.700 Kissen ans UKW geliefert

Die nützlichen und formschönen Helfer werden von den Näherinnen genau nach Vorschrift gefertigt, damit beispielsweise der richtige Härtegrad des Herzens präzise eingehalten wird. „In jedem Kissen steckt etwa eine halbe Stunde an Arbeitszeit“, schildert Claudia Zeller vom St. Thekla Handarbeitstreff. Auch nach den in den letzten acht Jahren produzierten, insgesamt fast 2.700 Herzkissen sind sie und ihre Mitstreiterinnen voll motiviert. „Bei der tollen Resonanz, die uns von den Patientinnen erreicht und der Wertschätzung, die uns von Prof. Wöckel und seinem Team entgegengebracht wird, kann das von unserer Seite her gerne noch lange so weitergehen.“ Auch Prof. Wöckel ist von der Kooperation begeistert: „Die Herzkissen sind für mich ein mustergültiges Beispiel für ein höchst sinn- und wertvolles ehrenamtliches Engagement, für das ich mich bei den Ochsenfurter Handarbeiterinnen im Namen unserer Patientinnen ein weiteres Mal aufs Herzlichste bedanke.“

Manche der neuen Herzkissen-Besitzerinnen möchten sich mit einer kleinen Spende für das Geschenk erkenntlich zeigen. Diese geht nach dem Willen der Näherinnen an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“.

 

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Würzburger Nephrologe Christoph Wanner ist Präsident des Europäischen Nierenverbandes

Mit dem virtuellen Kongress der „Europäischen Gesellschaft für Nephrologie“ (ERA-EDTA - European Renal Association – European Dialysis and Transplant Association) hat die Amtszeit von Prof. Dr. Christoph Wanner als Präsident begonnen. Das Universitätsklinikum Würzburg gratuliert dem Leiter der Nephrologie in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I ganz herzlich zu dieser neuen Position.

Die Ziele der Europäischen Gesellschaft für Nephrologie, die ihren Sitz in London hat, sind die Weiterentwicklung der medizinischen Wissenschaft durch Förderung grundlegender und klinischer Fortschritte auf dem Gebiet der Nephrologie, Dialyse, Nierentransplantation, Hypertonie und verwandten Themen. Dazu sollen die Ausbildung und berufliche Weiterentwicklung gefördert werden, ebenso wie ambitionierte Kooperationen zwischen europäischen Forschern.

„Das interessante an der Aufgabe ist, den Weg des Europäischen Nierenverbandes für die nächsten drei Jahre zu gestalten und auszurichten“, sagt Christoph Wanner. „Wer ist schon ein vollkommener Visionär“, fährt Wanner fort, „aber im Moment sehe ich die Forderung, zukünftig die Weiterbildung der 9.000 Mitglieder auch virtuell attraktiv zur Verfügung zu stellen.“ Wanner bringt hier einige Voraussetzungen mit, kennt er doch die Gesellschaft und deren Geschäftsstelle als langjähriges Vorstandsmitglied, Mitglied der Leitlinienkommission und ehemaliger Leiter des Europäischen Dialyseregisters.

Auf der Agenda stehen außerdem die Zusammenarbeit mit EU-Kommission und EU-Parlament sowie die generelle Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung auf chronische Nierenerkrankungen, deren Prävention, Diagnose und Behandlung zu erhöhen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) begrüßt eine enge Zusammenarbeit. „Wir freuen uns, mit Prof. Wanner einen Ansprechpartner aus den eigenen Reihen an der Spitze der europäischen Nephrologie zu haben“, erklärt DGfN-Präsident Professor Jan Galle anlässlich der Nominierung. „Es ist wichtig, dass sich die Nephrologie international vernetzt, um eine höhere öffentliche Aufmerksamkeit und mehr gesundheitspolitisches Gewicht für Nierenerkrankungen zu erhalten.“

 

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Der Leiter der Nephrologie am Universitätsklinikum Würzburg, Prof. Dr. Chris-toph Wanner, ist seit Juni 2020 Präsident der europäischen nephrologischen Fachgesellschaft ERA-EDTA. © ERA-EDTA