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Mundhöhlenkeim, der das Wachstum von Krebszellen beschleunigt: HIRI und JMU Würzburg erstellen ersten RNA-Atlas des Fusobacterium nucleatum

Würzburg, 2. August 2021 – Der Mundhöhlenkeim Fusobacterium nucleatum ist dafür bekannt, das Wachstum menschlicher Karzinome, etwa im Darm oder in der Brust, zu beschleunigen.

Pressemitteilung Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und die Julius-Maximilians-Universität (JMU) in Würzburg haben jetzt in einer gemeinsamen Studie die RNA-Moleküle von fünf klinisch relevanten Stämmen dieses anpassungsfähigen Erregers kartiert. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, neue Therapien bei verschiedenen Krebserkrankungen zu entwickeln. Die Forschungsergebnisse wurden soeben in der Fachzeitschrift Nature Microbiology veröffentlicht.

Das Fusobacterium nucleatum kommt in der menschlichen Mundhöhle vor und ist ein wichtiger Bestandteil der gesunden Mundflora. Es kann jedoch auch zur Entstehung von Parodontitis beitragen. Und noch wichtiger: Der Keim wird zunehmend auch innerhalb des menschlichen Körpers, nämlich auf Darmkrebszellen und Mammakarzinomen nachgewiesen. Dort scheint er das Tumorwachstum zu befördern und die Behandlung zu erschweren. Die bisherige Grundlagenforschung hat erste Erkenntnisse über die molekulare Reaktion der Wirtszellen auf die Bakterien erbracht. Weitgehend unverstanden sind bislang jedoch die molekularen Eigenschaften des Erregers selbst, seine Aktivität im Krebsgewebe und wie es ihm gelingt, sich nicht nur im Mund, sondern an ganz unterschiedlichen Stellen im menschlichen Körper anzusiedeln.

Wissenschaftler:innen vom Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg, einem Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) mit der Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU), sowie vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) der JMU sind bei diesen Fragen jetzt einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Sie haben für fünf klinisch relevante Stämme des Keims einen globalen Atlas der RNAs, also der Ribonukleinsäuren (von engl. ribonucleic acid) erstellt. Damit können sie hunderte zuvor unbekannter Ereignisse in der Genregulation der Mikroorganismen nachweisen und zeigen, wie sich diese im Laufe des Bakterienwachstums verändern. Außerdem haben die Forscher:innen erstmals einen Überexpressions-Vektor als genetisches Werkzeug im Fusobacterium eingesetzt, um die Funktionen seines Erbguts zu untersuchen. 

RNA-basierter Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten

„Unser RNA-basierter Ansatz eröffnet völlig neue Möglichkeiten, einen klinisch überaus relevanten Mikroorganismus auf molekularbiologischer Ebene zu analysieren und besser zu verstehen“, meint HIRI-Direktor Jörg Vogel. Der Professor und zugleich Direktor des IMIB ist Initiator der aktuellen Studie und zuversichtlich, dass die vorliegenden Erkenntnisse die weiterführende translationale, also auf die medizinische Anwendung zielende Forschung befördern werden. 

Hintergrund

Die durchgeführte RNA-Kartierung umfasst Fusobacterium nucleatum mit seinen Unterarten nucleatum, animalis, polymorphum und vincentii sowie Fusobacterium periodonticum. Die Wissenschaftler:innen haben die primären Transkriptome – die Gesamtheit der RNA-Moleküle – dieser Stämme erfasst. Um deren genetischen Funktionen zu untersuchen, setzte das Team einen Überexpressions-Vektor ein. Das ist gewissermaßen ein Werkzeug, das ein bestimmtes Gen dauerhaft „anschalten“ kann, um dessen Wirkweise genau zu analysieren.

Die Forscher:innen entdeckten durch Einsatz des Überexpressions-Vektors kleine regulatorische RNAs, sogenannte sRNAs (von engl. small RNAs), und konnten erstmals nachweisen, dass diese auch eine regulatorische Funktion in den Mikroorganismen erfüllen. Eine durchaus interessante Beobachtung, wie Falk Ponath, Erstautor der Studie, meint: „Fusobacterium nucleatum hat sich in seiner evolutionsbiologischen Entwicklung recht früh von anderen Bakterien entfernt. Deswegen sind wir nicht von vornherein davon ausgegangen, in den untersuchten Stämmen sRNA zu entdecken, die ähnlich agiert wie bereits bekannte in anderen Bakterien.“ Und nicht nur das: Das Team konnte ebenso nachweisen, dass diese kleine RNA ein Protein der äußeren Zellmembran reguliert. 

Die Studienergebnisse untermauerten außerdem die Anpassungsfähigkeit des Keims und könnten zumindest in Teilen erklären, warum dieser als Generalist auftrete, so Ponath. „Der opportunistische Erfolg von Fusobacterium nucleatum im Krebsgewebe ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass diejenigen Gene stets aktiv sind, die für die Adhäsion an die Tumorzellen verantwortlich sind“, sagt der Wissenschaftler. 

Erstes Fellowship der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp

Die in der Fachzeitschrift Nature Microbiology veröffentlichte Studie wurde aus Mitteln des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft, verliehen 2017 an Jörg Vogel, sowie durch das Fellowship-Programm der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp finanziert. Deren Vorstandsvorsitzender Gunther Schunk, Förderer von Fellow Falk Ponath, betont das Stiftungsziel, exzellente wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen: „Das HIRI zählt mit seiner RNA-basierten Infektionsforschung zur Weltspitze. Mit den jetzt vorliegenden Studienergebnissen aus unserem Fellowship-Programm, das wir mit der HIRI-Förderung initiiert haben, setzen wir gemeinsam ein starkes Signal in der Grundlagenforschung und im Kampf gegen Krebs“, freut sich Schunk. 

Für die künftige Therapie von Krebserkrankungen stellt die Kartografierung des Fuso-Transkriptoms eine wichtige Grundlage dar. Auf ihrer Basis könnten in einem nächsten Schritt Gene identifiziert werden, auf die eine Behandlung zielen kann, um das Fusobacterium in Karzinomen zu beseitigen und das Krebswachstum einzudämmen. 

Publikation

RNA landscape of the emerging cancer-associated microbe Fusobacterium nucleatum. Falk Ponath, Caroline Tawk, Yan Zhu, Lars Barquist, Franziska Faber, and Jörg Vogel. Nature Microbiology, 08.07.2021. 

Diese Medieninformation findet sich auch online unter: 
https://www.helmholtz-hiri.de/de/newsroom/

Das mit Krebs assoziierte Fusobacterium im menschlichen Körper

Uniklinikum Würzburg: Neue Vordenkerin in der Parodontologie

Seit April 2021 dieses Jahres ist Yvonne Jockel-Schneider Juniorprofessorin für Parodontale Medizin der Uni Würzburg.

Privatdozentin Dr. Yvonne Jockel-Schneider wurde mit Wirkung vom 21. April 2021 zur Juniorprofessorin für Parodontale Medizin an der Universität Würzburg ernannt. Zuvor war sie Oberärztin im Team von Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf. Der Leiter der Abteilung für Parodontologie am Uniklinikum Würzburg (UKW) ging Ende September vergangenen Jahres in den Ruhestand.Die gebürtige Duisburgerin begann ihre zahnmedizinische Karriere als Studierende an der Universität Münster. „Schon damals war ich beeindruckt von der inspirierenden Atmosphäre des Wissenschaftsbetriebs und entwickelte so den Wunsch, nach dem Abschluss des Studiums im universitären Umfeld forschend und lehrend tätig zu sein“, erklärt Prof. Jockel-Schneider und fährt fort: „Um die Studierenden auch in den klinischen Ausbildungskursen wirklich kompetent unterstützen zu können, wollte ich jedoch zunächst praktische Erfahrungen im zahnärztlichen Alltag sammeln“. Deshalb arbeitete sie nach ihrem Staatsexamen im Jahr 2005 rund eineinhalb Jahre lang als Vorbereitungsassistentin in einer niedergelassenen Frankfurter Zahnarztpraxis. Eine Zeit, die für ihre spätere Spezialisierung auf dem Gebiet parodontaler Erkrankungen entscheidend war. „In der Praxis sieht man erst, wie viele Menschen chronische Entzündungen im Mund aufweisen, welche Auswirkungen dies auch auf ihre allgemeine Gesundheit haben kann und wie stark sich hierdurch oftmals ein lebensbeeinträchtigender Leidensdruck entwickelt“, schildert die Professorin.

Gleich zu Beginn eine große Studie betreut
Im November 2007 nutzte sie die Gelegenheit einer ausgeschriebenen freien Stelle und startete als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Parodontologie am UKW. Prof. Schlagenhauf betraute sie gleich zu Beginn als Prüfärztin mit der Betreuung der Würzburger Kohorte einer großen klinischen Multicenterstudie, die sie mit hohem persönlichem Einsatz erfolgreich durchführte. „Die Mitarbeit in dieser Studie weckte in mir eine Freude an wissenschaftlicher Arbeit, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Umso dankbarer bin ich Prof. Schlagenhauf für das damals in mich gesetzte Vertrauen“, betont Yvonne Jockel-Schneider. Ihre heutigen Forschungsschwerpunkte spiegeln das aktuelle Verständnis von Parodontitis als Folge einer pathologisch erhöhten systemisch-internistischen Entzündungslast wider. „Parodontitis ist nicht primär ein Problem mangelhafter Mundhygiene. Wir wissen mittlerweile, dass Parodontitis mit vielen anderen chronisch-entzündlichen Allgemeinerkrankungen assoziiert werden kann. Deshalb versuche ich, Therapieansätze zu finden, die nicht unbedingt nur auf den Mund fokussiert sind. Es geht also nicht darum, die Zähne ‚noch sauberer‘ zu machen, sondern entzündungsförderliche systemische Ursachen zu finden und zielgenau zu behandeln“, umreißt die Wissenschaftlerin. Dazu kooperiert sie in ihrer Forschung mit Expert*innen etlicher anderer medizinischer Fachbereiche, wie zum Beispiel Kardiologie, Mikrobiologie, Nephrologie, Hepatologie und Psychologie.

Mit Mut neue Sichtweisen verfolgen
Neben viel Fachwissen lernte sie von Prof. Schlagenhauf, mit Mut neue, interdisziplinäre Wege zu gehen. Deshalb sind für sie unter den vielen wissenschaftlichen Preisen und Auszeichnungen ihrer bisherigen Karriere jene besonders wertvoll, die von Fachgesellschaften anderer Disziplinen vergeben wurden – wie beispielsweise der Young Investigator Award der Gesellschaft für arterielle Gefäßsteifigkeit (DeGAG) im Jahre 2014.In der nationalen Forschungslandschaft genießt Prof. Jockel-Schneider eine besondere Sichtbarkeit bei innovativen Ansätzen zur ursachengerichteten Therapie parodontaler Entzündungen durch die gezielte Umstellung der Ernährung und den Einsatz von Prä- und Probiotika. International ist sie zudem für ihre Forschungen zu den Zusammenhängen zwischen parodontaler und vaskulärer Gesundheit bekannt.

Lehre mit dem Blick über den Würzburger Horizont
Neben der Wissenschaft ist der Juniorprofessorin auch die Lehre ein großes Anliegen. So erprobte sie gemeinsam mit den Studierenden im aktuellen Sommersemester die Nutzung neuer digitaler Online-Lehrformate. „Wir bieten unseren Studierenden eine zusätzliche Online-Plattform an, auf der renommierte Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland Lehrvideos zu ihren parodontologischen Spezialgebieten bereitstellen. So haben unsere angehenden Zahnmedizinerinnen und -mediziner die Chance, schon früh die Gelegenheit, eine Vielfalt an manchmal auch deutlich divergierenden Lehrmeinungen kennenzulernen und so den Blick über den Würzburger Tellerrand heben zu können“, beschreibt Jockel-Schneider. In Vorlesungen und Seminaren können dann die verschiedenen Therapieansätze diskutiert und verglichen werden.

Breites therapeutisches Angebot
Neben ihrem Einsatz in Forschung und Lehre wird die Zahnmedizinerin auch in Zukunft der klinischen Tätigkeit treu bleiben und weiterhin selbst parodontal Erkrankte in der Ambulanz der Parodontolologie behandeln. Sie verdeutlicht: „Wir sind die Anlaufstelle für die Behandlung komplexer parodontaler Behandlungen, wie zum Beispiel für junge Menschen mit rasch fortschreitenden Formen der Erkrankung. Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit systemischen Erkrankungen – wie beispielsweise Rheumatoide Arthritis, Herz-Kreislauferkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen, Hauterkrankungen oder Depressionen – in Verbindung mit parodontalen Entzündungen.“Das etablierte Würzburger Konzept mit neuartigen Therapieansätzen, wie Ernährungslenkung, gehören ebenso zum Behandlungsspektrum, wie die Korrektur parodontaler Hart- und Weichgewebsdefekte mit minimalinvasiven Operationstechniken. Neu aufgebaut wird im Verbund mit den anderen Abteilungen der Zahnklinik der Sektor Seniorenzahnmedizin.

Akademische Karriere auch als Mutter möglich
Last but auf keinen Fall least ist Yvonne Jockel-Schneider auch Mutter von zwei Töchtern im Alter von vier und acht Jahren. Dass es möglich war und ist, eine akademische Karriere und die Ansprüche einer Familie unter einen Hut zu bekommen, hat aus ihrer Sicht mehrere Gründe. Neben ihrer eigenen hohen Einsatzbereitschaft und der guten Arbeitsteilung mit ihrem Ehemann spielte dabei die Frauenförderung der Universität Würzburg eine wichtige Rolle. Jockel-Schneider: „Insbesondere die damit verbundenen Stipendien ermöglichten mir den erforderlichen Freiraum für wissenschaftliches Arbeiten.“

Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider leitet seit diesem Jahr die Abteilung für Parodontologie des Uniklinikums Würzburg.

Bild: Yvonne Jockel-Schneider / Uniklinikum Würzburg

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Yvonne Jockel-Schneider, Juniorprofessorin für Pardontale Medizin der Universität Würzburg

Uniklinikum Würzburg: Ausgezeichnete Auszubildende in der Zahnmedizin

Das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg freut sich über eine neue Zahnmedizinische Fachangestellte, deren schulischen Leistungen und Prüfungsergebnisse preiswürdig waren.

Leonie Fischer wurde im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg (UKW) zur Zahnmedizinischen Fachangestellten ausgebildet. Für ihre herausragenden schulischen Leistungen und Kammerprüfungsergebnisse erhielt sie kürzlich vom Zahnärztlichen Bezirksverband Unterfranken eine Auszeichnung. Zudem sprach ihr die Regierung von Unterfranken für ihren hervorragenden Abschluss der Berufsschule eine besondere Anerkennung aus. Sie absolvierte die Klara-Oppenheimer-Schule mit der Durchschnittsnote 1,2 und legte die Abschlussprüfung mit dem Gesamtergebnis „sehr gut“ ab.

Glücklicherweise konnte Leonie Fischer für eine Weiterbeschäftigung in der Poliklinik für Kieferorthopädie des UKW gewonnen werden. Prof. Dr. Gabriel Krastl, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit, gratulierte ihr zu ihrer besonderen Leistung und überreichte ihr als weitere Wertschätzung einen Blumenstrauß.

Prof. Dr. Gabriel Krastl, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg, freut sich, dass die doppelt ausgezeichnete, nun ehemalige Auszubildende Leonie Fischer der Zahnklinik als Mitarbeiterin erhalten bleibt.

Bild: Klaus Nowarra / Uniklinikum Würzburg

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Ausgezeichnete Auszubildende in der Zahnklinik
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Uniklinikum Würzburg: Keine gesicherten Vorteile in der Corona-Therapie durch Ivermectin

Das Uniklinikum Würzburg war an einer systematischen Übersichtsarbeit beteiligt, welche die Effekte von Ivermectin bei der Vorbeugung und Behandlung von Covid-19 untersuchte. Ergebnis: Der Nutzen des Medikaments ist unklar.

Das von der Bundesregierung über das Netzwerk Universitätsmedizin geförderte Projekt CEOsys sammelt die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien zu den dringendsten Fragen zu Prävention, Behandlung und Folgen von Covid-19, bewertet sie und fasst sie zusammen. CEOsys wird getragen von einem Zusammenschluss von 20 deutschen Universitätsklinika und weiteren außeruniversitären Partnerorganisationen. Im Rahmen dieses Projekts führten Forscher*innen der Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus anderen deutschen Universitätsklinika im Rahmen des Nationales Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19 nun eine systematische Übersichtsarbeit durch. Diese untersuchte die Effekte von Ivermectin auf die Prävention und Behandlung einer Corona-Erkrankung Interessengruppen für einen Einsatz von Ivermectin bei CoronaIvermectin ist ein Medikament zur Behandlung von Parasitenerkrankungen bei Mensch und Tier. Im vergangenen Jahr wurde es als potenzieller Wirkstoff gegen Covid-19 vorgeschlagen. Anfängliche Labortests in isolierten Zellen deuteten auf eine schwache Hemmung der Vermehrung von SARS-CoV-2-Viren hin. Allerdings nur in hohen Konzentrationen, die für den Menschen toxisch wären. Zur Überprüfung der Hypothese, ob Ivermectin im Einsatz am Menschen zur Prävention oder Therapie von Corona wirksam ist, wurden klinische Studien durchgeführt. Mehrere kleine Studien schienen große Effekte auf die Sterblichkeit zu zeigen, was dazu führte, dass sich spezielle Interessengruppen für eine weltweite Einführung von Ivermectin einsetzen. 

Cochrane Review fand keine positiven Effekte

Die jetzt durchgeführte Übersichtsarbeit – ein sogenannter Cochrane Review – schloss 14 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1678 Teilnehmer*innen ein. Die Behandlung leichter bis mittelschwerer Corona-Patient*innen wurde in 13 Studien untersucht, in denen Ivermectin mit Placebo oder keiner, über die Standardbehandlung hinausgehender Behandlung, verglichen wurde. Nur eine Studie widmete sich der Prävention einer SARS-CoV-2-Infektion und verglich Ivermectin mit keiner Behandlung. Der Review analysierte die Effekte von Ivermectin auf die Zahl der Todesfälle, ob sich der Zustand des/der Patient*in verschlechterte oder verbesserte sowie unerwünschte Nebenwirkungen der Therapie. Dabei fanden sich keine Hinweise darauf, dass Ivermectin – im Krankenhaus oder ambulant verabreicht – im Vergleich zu Placebo oder einer Standardbehandlung den Zustand der Patient*innen verbessert. Ebenso lassen sich in der Übersichtsarbeit keine Hinweise finden, dass Ivermectin eine SARS-CoV-2-Infektion verhindert oder die Zahl der Todesfälle nach einer Hochrisiko-Exposition reduziert. 

Aktuelle Evidenz rechtfertigt keinen breiten Einsatz von Ivermectin 

„Das Fehlen qualitativ hochwertiger Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ivermectin ergibt sich aus einem Studienpool, der hauptsächlich aus kleinen randomisierten Studien mit insgesamt eingeschränkter Qualität in Bezug auf Studiendesign, Durchführung und Berichterstattung besteht. Die aktuelle Evidenz rechtfertigt keine Verwendung von Ivermectin zur Behandlung oder Prävention von Corona außerhalb qualitativ hochwertiger randomisierter Studien“, gibt Dr. Stephanie Weibel zu bedenken. Sie und Maria Popp, beide Mitarbeiterinnen der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des UKW, sind die Hauptautorinnen des Reviews. Und Paul Garner, koordinierender Editor der Cochrane Infectious Disease Group, kommentierte: „Dies ist ein großartiger Review von einem hocherfahrenen Team. Der Hype um Ivermectin wird durch einige Studien vorangetrieben, in denen die Effektstärke des Medikaments nicht glaubwürdig ist, und dies hat die Schlussfolgerungen in anderen bereits publizierten Reviews beeinflusst. Eine kürzlich erschienene Studie mit starkem positivem Effekt wurde inzwischen sogar als ‚Fake‘ zurückgezogen.“ Dr. Stephanie Weibel und Maria Popp beobachten die Studienlage zu Ivermectin weiterhin. Beide hoffen, dass sie bald durch Ergebnisse zukünftiger Studien die Fragen zur Wirksamkeit von Ivermectin bei Covid-19 in einem Review-Update mit hoher Evidenz beantworten können.Die Übersichtsarbeit fand keine Hinweise darauf, dass Ivermectin im Vergleich zu Placebo oder einer Standardbehandlung den Zustand der Patient*innen verbessert.

Bild: Tim Göbel / Uniklinikum Würzburg

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Tim Göbel / Uniklinikum Würzburg
Tim Göbel / Uniklinikum Würzburg

Das Uniklinikum Würzburg sucht gesunde Proband*innen

Im Zusammenhang mit der Forschung zur Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry sucht das Uniklinikum Würzburg gesunde Proband*innen als Vergleichsgruppe. Neben dem guten Gefühl, einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt zu leisten, winkt eine Vergütung von 80 Euro.

Expert*innen des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) untersuchen Patient*innen mit der seltenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry. „Um unsere Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, müssen wir diese mit denjenigen gesunder Probandinnen und Probanden vergleichen“, berichtet Prof. Dr. Mirko Pham. Der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW fährt fort: „Deshalb suchen wir weiterhin gesunde Freiwillige, mit denen wir klinische Untersuchungen und eine Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule durchführen wollen. Bei dieser sogenannten Kernspintomographie kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.“Die Untersuchungen finden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Claudia Sommer und Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, führenden Schmerzforscherinnen der Neurologischen Klinik des UKW, statt.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Die gesuchten Proband*innen sollten zwischen 30 und 70 Jahren alt sein und dürfen keine psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen aufweisen. Für die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zudem wichtig: keine Metallimplantate, Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Cochlea-Implantate oder Metallsplitterverletzungen. Außerdem sollten die in Frage kommenden Personen nicht in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten und keine Platzangst haben.

80 Euro Vergütung
Neben der MRT-Untersuchung erwarten sie Fragebögen, eine Blutentnahme, eine Sensibilitätsprüfung der Haut, eine Nervenmessung und zwei, etwa vier Millimeter kleine Hautentnahmen am Bein in örtlicher Betäubung. Die Untersuchungen dauern insgesamt mindestens zwei Stunden an einem oder zwei Terminen. Vergütet wird die Teilnahme pauschal mit 80 Euro.Interessierte wenden sich bitte vorzugsweise an die E-Mail-Adresse forschung.nrad@ ukw.de oder rufen werktags zwischen 8:30 und 16:00 Uhr an unter Tel: 0931/201-34805.

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BZKF: Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen

Die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) stellen ihre ersten Ergebnisse auf dem 1. BZKF Netzwerktreffen vor

Pressemitteilung Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF) 20.07.2021

 „Exzellenz stärken –Wissen teilen" unter diesem gemeinsamen Motto fand am 16.07.2021 in Erlangen das 1. BZKF Netzwerktreffen statt. Seit November 2019 arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika im Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) zusammen. Im Rahmen des Netzwerktreffens wurden nun die ersten Maßnahmen und Ergebnisse der Arbeitsgruppen und der geförderten Leuchtturmprojekte vorgestellt. Ziel dieser Initiative ist es, die Versorgung von Krebspatient:innen in Bayern auf ein neues Level zu heben, indem man die Expertise aller sechs Standorte in einem gemeinsamen Zentrum bündelt. Des Weiteren will das BZKF die klinische Krebsforschung in Bayern, die bereits seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau ist, noch weiter verbessern, um im nationalen und internationalen Vergleich konkurrenzfähiger zu werden.

Neben der Vorstellung und Diskussion der geförderten Projekte ermöglichte das Treffen den direkten Austausch, der im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur über digitale Konferenzen stattfinden konnte. Für die 110 Teilnehmer:innen, die aus ganz Bayern anreisten, war es das erste persönliche Zusammentreffen. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten und über mögliche Vernetzungen zu diskutieren, wurde von allen Anwesenden nach der langen Zeit des Abstands sehr begrüßt.

Die Aufbauphase des BZKF wird sich über vier bis fünf Jahre erstrecken. In dieser Zeit wird in verschiedenen Arbeitsgruppen eine einheitliche Grundstruktur an allen Universitätskliniken etabliert, um u. a. an allen sechs Standorten gleiche Bedingungen für die Durchführung klinischer Studien vorhalten zu können. Allein in 2021 fördert das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst das BZKF mit 7,2 Millionen Euro. Aus diesen Mitteln werden u.a. die ersten Leuchttürme und Studiengruppen mit insgesamt 2,3 Millionen Euro finanziert. Der Leuchtturm „Bildgebung und Theranostics“, der von Prof. Dr. Wolfgang Weber, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Klinikums rechts der Isar München, geleitet wird, beschäftigt sich mit neuen bildgebenden Technologien. Theranostik, die Kombination aus "Therapie" und "Diagnostik", bezieht sich auf Medikamente, die nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Sichtbarmachung von Tumoren genutzt werden können. In diesem Bereich sind die bayerischen Universitäten international führend, innovative Verfahren werden bereits heute in der Krebstherapie eingesetzt.

Im Leuchtturm „Zelluläre Immuntherapie“, der von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik für Innere Medizin III der Universitätsklinik Regensburg koordiniert wird, werden neue Immunzelltherapeutika für die klinische Anwendung bei Tumorpatient:innen entwickelt. Da es sich um komplexe Arzneimittelprodukte handelt, bestehen hohe Anforderungen an die Vorbereitung, Herstellung und klinische Anwendung. Auch in diesem Forschungsbereich sind die bayerischen Universitätsklinika international sehr gut aufgestellt.

Neben den Leuchttürmen haben im vergangenen Jahr die ersten klinischen  Studiengruppen  ihre Tätigkeiten am BZKF aufgenommen. Die Studiengruppen sollen langfristig gemeinsam klinische Studien mit neuen Krebsmedikamenten, die in Bayern entwickelt wurden, durchführen. Die Vision ist es, dass in naher Zukunft aus dem BZKF eine Zulassung für eine neue wirksame Krebstherapie resultiert.

„Schon jetzt setzt das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) als eines der ersten interuniversitären deutschen Krebsforschungszentren national wie international neue Akzente im Kampf gegen Krebs“, betont Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. „Die hochmodernen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten in Zusammenspiel mit der interdisziplinären Zusammenarbeit gewährleisten eine bestmögliche medizinische Versorgung. Das BZKF steht für eine bürgernahe Krebsmedizin: Die Vernetzung der universitären Standorte und der niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzte ermöglicht allen Patientinnen und Patienten in Bayern einen wohnortnahen Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin im Freistaat“, so Sibler weiter.

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF) 

Mit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürger:innen in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neusten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Prof. Mackensen, Direktor des BZKF. „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt“, so Prof. Mackensen weiter. Mit dem kostenfreien BürgerTelefonKrebs 0800 85 100 80 haben die Bürger:innen eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich Krebserkrankungen beraten zu lassen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bzkf.de. 

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Pressekontakt
FACTUM – Ehrliche Kommunikation
Jörg Röthlingshöfer

Telefon: 089 – 80 91 317 10
Mobil: 0151 – 11 60 23 80

Fachkräfte sichern, Innovation fördern!

Mainfränkische Unterstützungsoffensive für die Leitbranchen Maschinenbau + Automotive und Medizin + Gesundheit

Pressemitteilung Region Mainfranken GmbH

Maschinenbau & Automotive, Medizin & Gesundheit – das sind die beiden größten Leitbranchen der Regiopolregion. Hier ist Mainfranken wirtschaftlich und wissenschaftlich besonders stark, hier nimmt Mainfranken eine Vorreiter- und Führungsrolle ein. Laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos AG waren im Jahr 2020 in beiden Kompetenzfeldern in der Regiopolregion knapp 100.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 54.822, also fast jeder sechste von ihnen im Kompetenzfeld Maschinenbau & Automotive, mehr als 39.000 in der Gesundheitswirtschaft, was prozentual über den bayern- und deutschlandweiten Werten liegt.

Um die Zukunft der beiden Leitbranchen zu sichern, startet die Region Mainfranken GmbH zwei neue Vorhaben: den Aufbau des „Mainfränkischen Kompetenznetzwerkes Maschinenbau & Automotive - MaKoMA“ sowie eine „Fachkräfteoffensive Gesundheit“. Mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie werden im Rahmen einer dreijährigen Regionalmanagementförderung eine Vielzahl an Maßnahmen realisiert.

Projektstart und Auftakt in eine neue Förderperiode: Lenkungsgremium am 23.07.2021 im Burkardushaus Würzburg

Zum Projektstart fand am 23. Juli 2021 als Auftaktveranstaltung ein Treffen der lenkenden Akteure im Würzburger Burkardushaus statt. Mitglieder des Gremiums sind Vertreter*innen der  mainfränkischen Wirtschaftsförderungen und Gesundheitsregionen plus, der IHK Würzburg-Schweinfurt und der Handwerkskammer für Unterfranken sowie die Sprecher*innen der Themenplattformen Kooperation Wissenschaft &Wirtschaft (Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg; Prof. Dr. Matthias Bode, Vizepräsident der Universität Würzburg; Caroline Trips, Vizepräsidentin der IHK Würzburg-Schweinfurt) und Medizin & Gesundheit (Thomas Bold, Landrat Bad Kissingen; Prof. Dr. med. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg). 

Fördermittelgeber ist das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Seitens des Ministeriums hat an der Sitzung Frau Dr. Alexandra Schmidt-Buchholz, stv. Referatsleiterin Regionalmanagement und Standortentwicklung, teilgenommen. Für die Regierung von Unterfranken waren Oliver Weidlich und Marina Klein (Sachgebiet Raumordnung, Landes- und Regionalplanung) anwesend.

„Innovationen zu fördern, Fachkräfte zu sichern und Mainfranken als eigenständigen, attraktiven Wirtschaftsstandort und Lebensraum nachhaltig zu positionieren – das ist die Aufgabe der Region Mainfranken GmbH. Mit den neuen staatlichen Mitteln können wir gemeinsam mit allen Akteuren die Stadt-Land-Kooperation weiterhin realisieren und auch die Visibilität der Regiopolregion weiter ausbauen“, so Christian Schuchardt, stellvertretender Vorsitzender der Region Mainfranken GmbH. 

„Fachkräftemangel ist in allen Branchen und in allen Landkreisen zu spüren, insbesondere in der Pflege. Mainfranken ist eine starke Gesundheitsregion, nimmt auch in puncto Forschung eine Führungsrolle ein und bietet Fachkräften beste Zukunftsperspektiven. Dies gilt es mit gezielten Maßnahmen nach außen zu kommunizieren und der dramatischen Entwicklung im Gesundheitswesen entgegenzuwirken“, ergänzte Landrat Thomas Bold in seiner Funktion als politischer Sprecher der Themenplattform Medizin & Gesundheit.

„Mit MaKoMA und der Fachkräfteoffensive Gesundheit hat die Region Mainfranken GmbH zwei neue Projekte auf gesamtregionaler Ebene initiiert und geht Themen in zwei Leitbranchen Mainfrankens an, die wirklich drängen. Es ist die Leistung der Region Mainfranken GmbH, Akteure, die nicht automatisch zusammen agieren, an einen Tisch zu holen – zum Nutzen der gesamten Region. Dafür sind wir dankbar und freuen uns, mit dem heutigen Treffen den offiziellen Startschuss geben zu können.“ Mit diesen Worten überreichte Oliver Weidlich in Vertretung für das Bayerische Staatsministerium den Zuwendungsbescheid in Höhe von 450.000 Euro.

Die geförderten Projekte im Überblick 

MaKoMA – Aufbau Mainfränkisches Kompetenznetzwerk Maschinenbau & Automotive
Mehr als 14 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mainfranken sind in den Wirtschaftssektoren Maschinenbau und Automotive tätig – in mehrheitlich kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Viele dieser Unternehmen stehen vor der enormen Herausforderung, neue technologische Entwicklungen oder Herstellungsverfahren zu implementieren. Gelingen kann dies nur mit qualifiziertem Fachpersonal. Und gerade dieses wird in Zukunft in Mainfranken fehlen, denn schon heute ist etwa die Hälfte aller im Kompetenzfeld Beschäftigten 45 Jahre oder älter.

Durch feste, nachhaltige und verbindliche Strukturen in der Zusammenarbeit der Unternehmen in den Leitbranchen Maschinenbau und Automotive kann es gelingen, den Wirtschaftsstandort Mainfranken zu stärken. Dabei gilt es, das Know-how der Unternehmen sichtbar und zugänglich zu machen. Um eine Basis für den Technologietransfer zu schaffen, plant das Regionalmanagement der Region Mainfranken GmbH die Initiierung des mainfränkischen Kompetenznetzwerks Maschinenbau & Automotive (MaKoMA), das allen Unternehmen der beiden Leitbranchen offensteht.

Fachkräfteoffensive Gesundheit Mainfranken - eine starke Gesundheitsregion mit einem hervorragenden Ruf, weit über die mainfränkischen Grenzen hinaus. Beschäftigte in mehr als 30 Krankenhäusern und Vorsorge-/Rehabilitätseinrichtungen sowie über 2600 Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens versorgen in der Regiopolregion tausende Menschen, die Hilfe benötigen – und das nach höchstem Qualitätsstandard. In Zukunft wird sich aufgrund des demographischen Wandels die Zahl der Menschen mit medizinischem und nichtmedizinischem Betreuungsbedarf bzw. der Pflegebedürftigen stark erhöhen. Doch gerade in der Pflege kommt es seit einigen Jahren verstärkt zu Engpässen, es fehlen qualifizierte Fachkräfte und es mangelt an Nachwuchs. Diesen Entwicklungen entgegenzusteuern, Arbeitgeber*innen aus der Gesundheitsbranche bei der Rekrutierung von Pflegefachkräften zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Mainfranken in den medizinischen und nicht medizinischen Gesundheitsberufen zu stärken, das ist das Ziel der Fachkräfteoffensive Gesundheit.

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KONTAKT FÜR RÜCKFRAGEN Region Mainfranken GmbH
Åsa Petersson, Ludwigstraße 10 a, 97070 Würzburg
Tel.: 0931 - 452 652 11, E-Mail: petersson@ mainfranken.org