Aktuelle Pressemitteilungen

Vielversprechende Studie zum Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin gestartet

Würzburger Forscher untersuchen ob Diabetes-Medikament auch Patienten ohne Diabetes hilft

In der großen klinischen Studie EMPA-REG OUTCOME mit Patienten mit Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische Studien auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Gerade gestartet ist die EMPA-KIDNEY-Studie, die den Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes zeigen soll. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert. Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt. Die Wissenschaftler untersuchen in dieser Studie, ob die einmal tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Dazu erhält die Hälfte der Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, die sie einmal täglich einnehmen muss, während die andere Hälfte ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.

Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung: „Ich freue mich, dass wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der University of Oxford fortsetzen und die EMPA-KIDNEY-Studie auf den Weg gebracht haben. Das Uniklinikum Würzburg hat bereits seit dem Jahr 2005 mit den Wissenschaftlern aus Oxford mehrere große Studien wie SHARP und REVEAL erfolgreich koordiniert und abgeschlossen. Gemeinsam möchten wir nun her-ausfinden, ob sich die einmal tägliche Einnahme von Empagliflozin bei Patienten mit einer Nierenerkrankung aber ohne Diabetes ebenfalls positiv auswirkt. Somit können wir hoffentlich das Leben von Patienten mit Nierenerkrankungen retten und die Notwendig-keit einer Dialysebehandlung in Zukunft verringern.“

Auch Patienten mit Herzerkrankungen dürfen hoffen. Professor Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI): „Die EMPA-REG OUTCOME Studie, an der das DZHI in der Person von Professor Wanner ebenfalls beteiligt war, zeigte, dass Empagliflozin die An-zahl von Todesfällen infolge einer Herzerkrankung um 38 Prozent und von Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Herzinsuffizienz um 35 Prozent senkt. Aufgrund dieser Ergebnisse wird Empagliflozin inzwischen weltweit bei Patienten mit Diabetes und erhöhtem Risiko für eine Herzerkrankung oder bereits bestehender Herzerkrankung eingesetzt. Nun gilt es zu prüfen, ob Empagliflozin auch Patienten ohne Diabetes zugutekommt und es für weitere Indikationen zugelassen werden kann. Parallel zur EMPA-KIDNEY-Studie, die sich an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung richtet, haben wir zwei klinische Funktionalitätsstudien namens EMPERIAL gestartet, bei denen untersucht wird, ob Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz die körperliche Belastbarkeit verbessert. Ich freue mich, dass das Uniklinikum Würzburg und unser Clinical Trial Office vom DZHI zu diesem möglichen und wichtigen Therapiefortschritt einen Beitrag leisten können.“

Professor Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI und Leiter des Departments Translationale Forschung begrüßt ebenfalls das neue Studienprogramm, zumal der Fokus seiner Forschung unter anderem auf der Wechselwirkung von Herzinsuffizienz und Diabetes liegt. Als Ergebnis eines internationalen Expertenworkshops der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Brüssel, an dem auch Christoph Wanner teilnahm, hat Maack vor kurzem ein Positionspapier zu diesem Thema veröffentlicht. „Immer mehr Menschen leiden hierzulande an Herzinsuffizienz und an Diabetes mellitus. Auch die Kombination aus Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz steigt mit der Zunahme von Adipositas stetig. Umso wichtiger ist es, eine medikamentöse Therapie zu finden, die sich positiv auf alle Erkrankungen auswirkt.“

Die Behandlung von Patienten mit Diabetes und Herzinsuffizienz ist Christoph Maack zufolge bislang ein klinisches Dilemma. „Obwohl viele Medikamente den Blutzucker senken, haben sie sehr unterschiedlich den Verlauf von Herz-Kreislauferkrankungen beeinflusst“, erklärt der Kardiologe. „Dies legt nahe, dass nicht die Blutzuckersenkung an sich, sondern womöglich andere Effekte auf den Stoffwechsel und/oder das Herz-Kreislaufsystem die Effektivität verschiedener Medikamente bestimmen. Im Falle von Empagliflozin, Dapagliflozin und anderer Medikamente aus dieser Substanzklasse werden neben dem Schutz der Nierenfunktion auch Blutdrucksenkung, Entwässerung mit Gewichtsreduktion sowie Beeinflussung des Elektrolythaushalts und Stoffwechsels des Herzens als zugrundeliegende Mechanismen diskutiert. Die zukünftigen Studien sollen zeigen, ob die Gliflozine auch bei Patienten ohne Diabetes eine Herzschwäche und Nierenschwäche günstig beeinflussen.“

Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt. Es sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz und Nieren aus.

Über das DZHI

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum unter dem Dach von Universitätsklinikum und Universität Würzburg und wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, effektive Strategien für Prävention und Therapie der Herzinsuffizienz zu entwickeln und die Erkrankung grundlegend zu erforschen. Das Zentrum vereint dazu Grundlagen-, Versorgungs- und klinische Forschung in einem bundesweit einmalig multidisziplinären, translationalen Ansatz.

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Fachtagung am Uniklinikum Würzburg verdeutlicht die hohen Anforderungen beim Planen und Bauen von Krankenhäusern

Wie kann den Bedürfnissen von Patienten und Beschäftigten, wie auch den Anforderungen aus Hygiene, Technik, Brandschutz und Ökonomie bei der Planung von Krankenhaus-Baumaßnahmen Rechnung getragen werden? Diesem Thema widmeten sich multiprofessionelle Experten bei einer Fachtagung Ende September dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg.

Vor zwei Jahren startete das Uniklinikum Würzburg (UKW) eine neue Tagungsreihe unter dem Titel „Bauen in medizinischen Einrichtungen“. Am 26. September dieses Jahres fand deren zweite Veranstaltung statt, diesmal mit dem Schwerpunkt „Planerische und bauliche Regelwerke beim Bauen in Krankenhäusern“. An der Organisation beteiligt waren – neben dem UKW – das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Bayerische Architektenkammer, die Ingenieurskammer Bau sowie die Bayerische Krankenhausgesellschaft. Vor Ort sorgten Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW, und sein Team für einen reibungslosen Ablauf. Wie schon bei der Pilotveranstaltung in 2016 war die Tagung mit gut 250 Teilnehmer/innen aus dem gesamten Bundesgebiet schnell ausgebucht.

Im Spannungsfeld zwischen moderner Medizin, Effizienz und Ökonomie

Nach einer Begrüßung durch Prof. Vogel und Marion Resch-Heckel, Vizepräsidentin der Bayerischen Architektenkammer, führte Peter Lechner vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in die Förderrichtlinien und planerischen Vorgaben beim Krankenhausbau in Bayern ein. Nach seinen Worten ist das Budget für außeruniversitäre Krankenhaus-Baumaßnahmen im Freistaat im Jahr 2018 um 23 Prozent gestiegen. Auch für die nähere Zukunft werde eine ähnliche Größenordnung angestrebt. Neben diesen positiven Botschaften arbeitete der Referent jedoch auch das Spannungsfeld zwischen den Wünschen nach medizinisch zeitgemäßen Abläufen, effizienten betrieblichen Strukturen sowie sparsamen Lösungen heraus.
Joachim Fuchs vom Staatlichen Bauamt Würzburg gab einen Einblick in das Vergabeverfahren in Planungs- und Bauphasen. Zu unterscheiden sei insbesondere, ob Vergaben nach nationalem oder EU-Recht durchzuführen seien und ob die Vergabe an einen Generalunternehmer oder an Einzelunternehmer erfolge. „Zwar fallen nur elf Prozent der Vergaben unter EU-Vergaberecht, allerdings haben diese Projekte große Vergabevolumina“, erläuterte Fuchs. Nach seinen Worten funktioniert die Kommunikation der Vergabe mittlerweile ausschließlich elektronisch.
Petra Wörner von dem auf Gesundheits- und Forschungsbau spezialisierten Ingenieurbüro wörner traxler richter aus Frankfurt a. M. beschrieb anhand von Beispielen verschiedene Schritte und Ebenen des Planungsprozesses bei Krankenhausneubau- und Sanierungsprojekten. Laut der Architektin ermöglicht ein detailliertes Kosten- und Vergabemanagement dabei die Einhaltung von Budget- und Terminvorgaben.

Empfehlung: Hygiene-Experten in die Bauplanung einbinden

Nutzer werden meist als Letzte zu Bauprojekten hinzugezogen, sind aber diejenigen, die dann am Ende im fertigen Gebäude arbeiten. Dabei weichen die Vorstellungen des Auftraggebers und der Nutzer oft in vielen Punkten voneinander ab. Auf diese Problematik wies Johanna Groß hin. Die Fachbereichsleiterin Hygiene im Medizinmanagement der Schön Klinik Management SE empfahl: „Die Einbindung der Krankenhaushygienemitarbeiter in Bauprojekte ermöglicht relevante Verbesserungen der Hygiene im Krankenhausbau. Deshalb sollte Hygiene als eigenes Teilprojekt an der Bauplanung beteiligt sein.“

Rooming-in-Lösung in der Neonatologie

Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Kinderklinik am UKW, stellte am Beispiel des Rooming-in in der Neu- und Frühgeborenenmedizin die Herausforderungen bei der Planung einer Behandlungseinheit aus ärztlicher Sicht dar. „In diesem sensiblen Bereich muss es das Ziel sein, durch bauliche Maßnahmen einen engen Kontakt von Eltern und Frühgeborenen zu gewährleisten und zu vermeiden, dass die Kinder durch Krankenhauskeime erkranken“, verdeutlichte Prof. Wirbelauer. Er schlug vor, dass Patientenzimmer für eine Familie vorbehalten sind und von einer Seite über die Station, von der anderen über den Rooming-in Bereich der Eltern begehbar sein sollten.

Hochkontagiöse Patienten in der Notaufnahme: Bauliche Lösungen

Jan Holzhausen vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen an der Technischen Universität Braunschweig beschrieb die Rolle des Bauens bei der Infektionsreduzierung am Beispiel des Umgangs mit hochkontagiösen Patienten in einer Notaufnahme. Die dazu nötigen baulichen Planungen werden derzeit im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten EKOS-Projekts bearbeitet. EKOS steht für „Entwicklung eines neuartigen Konzepts zur Sicherstellung der infektiologisch-medizinischen Versorgung von seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen in Schwerpunktkrankenhäusern“.
Wie innovative medizinische Verfahren die Anforderungen an den Krankenhausbau verändern, schilderte Prof. Dr. Volker Schächinger, der Direktor der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fulda, am Beispiel eines Hybrid-Herzkatheterlabors. Dort werden die Anforderungen an moderne kardiologische Interventionstechniken – wie eine moderne Durchleuchtungseinrichtung – mit einem suffizienten Hygienekonzept zusammengeführt.

Verdunstungskühlwerke vor Legionellen schützen

Die Probleme und Anforderungen an die Hygiene bei Verdunstungskühlwerken erklärte Rainer Kryschi, Sachverständiger für Wasserhygiene. Die gerade auch in Krankenhäusern häufig zur Abführung von überschüssiger Wärme eingesetzten Verdunstungskühlanlagen sind für viel kommunale Legionellen-Ausbrüche verantwortlich. Die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetztes aus dem Jahr 2017 erhöhte die Anforderungen an den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen auch in Krankenhäusern.

Aspekte des Brandschutzes

Thorsten Maiwald und Gerald Pierags von der Berufsfeuerwehr Würzburg schilderten am Beispiel der Zentren für Operative und Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg praktische Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes. Gerade in großen Gebäudekomplexen müssen die Feuerwehranfahrt, die Löschwasserversorgung und die Evakuierung von Patienten von Beginn an in die Bauplanungen einbezogen werden. Dies verdeutlichte Georg Brechensbauer von der Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, am Beispiel der Umbauplanung des Klinikums Robert Koch Gehrden. Seiner Meinung nach gehört das Planen und Bauen von medizinischen Einrichtungen zu den schwierigsten Planungs- und Bauaufgaben überhaupt – eine Einschätzung, die auch als ein Fazit der gesamten Tagung stehen könnte.

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Bayerischer Verdienstorden für Prof. Dr. Andreas Warnke

Prof. Dr. Andreas Warnke, der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg, wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

„Sie haben den Schwächsten in unserer Gesellschaft eine hörbare Stimme verliehen und waren in dunklen Stunden für sie da“, sagte Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback bei der feierlichen Übergabe des Bayerischen Verdienstordens an Prof. Dr. Andreas Warnke am 13. September dieses Jahres in der Würzburger Residenz. Warnke (Jahrgang 1946) leitete von 1992 bis 2012 die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Uniklinikums Würzburg. Laut der Laudatio prägte er die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in Unterfranken wesentlich, baute die Forschung erheblich aus und verbesserte Lehre und Nachwuchsförderung. Der Orden wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk" verliehen.

Zu den Leistungen Prof. Warnkes

Prof. Dr. Warnke war der Motor hinter vielen, in seiner Amtszeit neugeschaffenen Würzburger Versorgungseinrichtungen. Dazu zählen die Intensivstation der KJPPP, die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, die Wichern Schule für Kranke sowie die Klinik am Greinberg für behinderte Kinder und Jugendliche mit psychischer Störung.
Internationale Beachtung fanden seine Forschungen zu Legasthenie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa), Zwang und Angststörungen.
Mit großem Engagement trug der Klinikdirektor die Probleme der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen auch in die Gesellschaft und schuf dabei neue Perspektiven, Lösungswege, Netzwerke und Partnerschaften. So wirkte sein Lehrstuhl beispielsweise entscheidend an der bayerischen Gesetzgebung zum „Legasthenieerlass“ mit. Dieser legte fest, dass Kindern mit Lese- und Rechtschreibstörung ein Nachteilsausgleich gewährt werden muss.
Sein profundes Wissen gab Prof. Warnke gerne weiter – zum einen als Autor und Mitherausgeber von zentralen Lehrbüchern seines Fachbereichs, zum anderen als engagierter und mitreißender Dozent. Dabei ging es ihm in der Lehre darum, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern die Studierenden auch in einen persönlichen Kontakt mit den psychisch kranken Patienten zu bringen, um ihnen die Verpflichtung zu einem respektvollen und wertschätzenden Umgang aufzuzeigen.
Prof. Warnke suchte die Kooperation mit allen Schulformen und schulpsychologischen Diensten genauso, wie mit der Jugend- und Behindertenhilfe. Ein Ausdruck dieses Einsatzes ist die Einführung der Arzt-Lehrer-Tagung, der Tagung Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe sowie der Arbeitskreistagung Biologische Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Für Hilfen, die in den sonstigen Budgets nicht vorgesehen sind, rief der Unermüdliche den Verein Menschenskinder ins Leben, der sich bis heute für die Belange von Kindern mit psychischen Erkrankungen einsetzt.

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Die Würzburger Universitätsmedizin gedenkt eines Wegbereiters der modernen Urologie

Die Würzburger Universitätsmedizin trauert um Prof. Dr. Hubert Frohmüller, der Anfang Oktober dieses Jahres im Alter von 90 Jahren verstarb. Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls für Urologie und Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg entwickelte sein Fach in vielen Aspekten maßgeblich weiter.

Am 5. Oktober dieses Jahres verstarb Prof. Dr. Hubert Frohmüller im Alter von 90 Jahren. „Mit höchstem Respekt und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von diesem großen Arzt, der die Entwicklung der Urologie in Würzburg mehr als zweieinhalb Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW).
Hubert Frohmüller wurde am 13. Mai 1928 in Würzburg geboren und studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Medizin. Seine urologische Facharztausbildung erhielt er im Wesentlichen an der Mayo Clinic in Rochester/USA.

Erster Lehrstuhlinhaber für Urologie in Würzburg

Im Jahr 1965 übernahm er die Leitung der damals noch nicht selbstständigen urologischen Abteilung am UKW. Sechs Jahre später, 1971, richtete die Würzburger Universität einen eigenen Lehrstuhl für Urologie ein – und Prof. Frohmüller wurde der erste Lehrstuhlinhaber sowie Klinikdirektor. Es folgte eine fast 26-jährige, äußerst fruchtbare Tätigkeit in dieser Funktion.
Schon früh erkannte Prof. Frohmüller den hohen therapeutischen Wert einer radikalen operativen Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Im Jahr 1969 führte er die erste retropubische radikale Prostatektomie in Deutschland durch. Hierbei wird die von Krebs befallene Prostata mittels einer offenen Operation durch einen Schnitt am Unterbauch entfernt. Dieses Thema war auch ein Schwerpunkt seiner klinisch ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeit.

Endoskopische Operationsverfahren weiterentwickelt

Darüber hinaus verbesserte Frohmüller auch endoskopische Operationsverfahren. So modifizierte er das Thompson-Resektoskop. Dieses OP-Instrument dient der Entfernung von Prostatagewebe und wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Weiterhin entwickelte Frohmüller einen nach ihm benannten Blasenkatheter.
Zu seinen Leistungen als Operateur zählt eine weitere Premiere: Im Jahr 1984 führte er die erste Nierentransplantation in Würzburg durch.
Rund 300 Publikationen belegen die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Würzburger urologischen Universitätsklinik unter seiner Führung. Aus dieser Schule gingen mehrere Lehrstuhlinhaber und eine Reihe urologischer Chefärzte hervor.

In wissenschaftlichen Kreisen hoch anerkannt

Wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter die Willy-Gregoir-Medaille der European Association of Urology für einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Urologie in Europa, zahlreiche Ehrenmitgliedschaften in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften und seine Wahl in führende Funktionen wissenschaftlicher Organisationen spiegeln die allgemeine Wertschätzung Prof. Frohmüllers wider.
Neben Prof. Ertl zeigte sich auch Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg, dankbar: „Ob in der Patientenversorgung, Forschung oder Lehre – es war ein absoluter Glücksfall, dass die Würzburger Urologie vom Beginn ihrer Eigenständigkeit an von einem so großen Mann wie Prof. Hubert Frohmüller geformt wurde.“

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Myelom-Forum des Uniklinikums Würzburg: Neues zur Tumorerkrankung des Knochenmarks

Am Samstag, den 17. November 2018, findet in Würzburg das 7. Myelom-Forum statt. Die Experten des Uniklinikums informieren Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten über den aktuellen Status in der Diagnose und Behandlung von Multiplem Myelom. Auch psychosomatische und komplementärmedizinische Aspekte im Umgang mit der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks werden angesprochen.

Das Multiple Myelom (MM) ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) widmet sich dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses seit vielen Jahren mit hohem Engagement – in der Behandlung, wie in der Forschung. „Als eines der europaweit führenden Zentren für diese Krankheit sehen wir es quasi als unsere Pflicht an, speziell die Betroffenen, aber auch deren Angehörige und alle sonstigen Interessierten über neue Erkenntnisse sowie aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden auf dem Laufenden zu halten“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW und international renommierte Myelom-Experte bezieht sich dabei besonders auf die öffentliche Informationsveranstaltung „Myelom-Forum“, die am 17. November 2018 zum siebten Mal stattfindet. An jenem Samstag referieren Experten des Klinikums ab 9:00 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße wieder über aktuelle Entwicklungen.

Zu diesen zählen zum Beispiel innovative Genomsequenzierungen, mit denen festgestellt werden kann, ob ein MM-Patient auf eine Therapie anspricht oder nicht. Die zugrundeliegenden, neuen Daten wurden vom UKW in Kooperation mit US-amerikanischen Partnern erstellt.

Stand der Dinge bei der Arbeit mit CAR T-Zellen

„Ungebrochen hoch sind unsere Erwartungen an zielgerichtete, personalisierte, immuntherapeutische Behandlungsansätze“, sagt Prof. Einsele und fährt fort: „Hier werden wir beim Forum präklinische Untersuchungen vorstellen, die zeigen, wie CAR T-Zellen beim Myelom wirken können. Außerdem werden wir wahrscheinlich auch schon über erste Erfahrungen beim Einsatz dieser Therapie bei MM-Patienten in Würzburg berichten können.“ Die Idee hinter dem Behandlungskonzept: Weiße Blutkörperchen des Patienten werden mit einem sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgerüstet, der wie ein Sensor ein spezielles Molekül auf den Myelom-Zellen erkennt und diese dann vernichtet.

Nebenwirkungsmanagement, Psychosomatik, Komplementärmedizin

Neben der Beschreibung dieser und weiterer neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden thematisiert das Forum auch den zeitgemäßen Umgang mit Symptomen und Nebenwirkungen. „Außerdem wissen wir, dass unsere Krebspatienten gerne selbst alles Ergänzende tun wollen, um ihre Heilungschancen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Deshalb haben auch die Bereiche Psychosomatik und Komplementärmedizin ihren berechtigten Platz in der Themenliste unseres Forums“, unterstreicht Prof. Einsele.

Antworten auf persönliche Fragen

Wie in den vergangenen Jahren auch, wird eine Diskussion den Zuhörerinnen und Zuhörern Gelegenheit geben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.

Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am 7. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung bis 2. November 2018 im Sekretariat von Prof. Einsele unter Tel: 0931/201-40001 oder bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

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Infoveranstaltung am Uniklinikum Würzburg: Welche Rolle spielen die Gene bei Brustkrebs?

Am Samstag, den 24. November 2018, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik für alle Interessierten ihr 5. Brustkrebs-Forum. Diesmal geht es um den erblich bedingten Brustkrebs. Was sind die Konsequenzen aus einer genetischen Diagnose? Welche Wege gibt es zur Prävention und in der Therapie?

Als sich die US-amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie im Jahr 2013 aufgrund eines stark erhöhten Risikos für genetisch bedingten Brustkrebs beide Brüste entfernen ließ, löste dies eine Anfragewelle auch am Uniklinikum Würzburg (UKW) aus: Wie kann man ein solches Risiko feststellen? Bin ich vielleicht auch betroffen – und wie gehe ich im Fall des Falles mit der Diagnose „erblicher Brustkrebs“ um? Bietet nur die Brustamputation ausreichend Schutz vor Krebs?

Nach wie vor hoher Beratungsbedarf

„Auch heute noch ist der Beratungsbedarf groß“, sagt Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik. Deshalb stellen er und sein Team ihr diesjähriges, mittlerweile fünftes Brustkrebs-Forum unter den Titel „Brustkrebs: Welche Rolle spielen die Gene?“. Am Samstag, den 24. November 2018, sind alle Interessierten zu der kostenlosen Veranstaltung in den Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße herzlich eingeladen.
Nach einer Einführung durch Prof. Wöckel spricht als Gastreferentin Privatdozentin Dr. Kerstin Rhiem vom Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs des Universitätsklinikums Köln zum Thema „Erblicher Brustkrebs – Was sind die Konsequenzen aus unseren Genen?“. Danach stellt Prof. Dr. Daniel Herr von der Frauenklinik des UKW die Präventions- und Therapiemöglichkeiten bei erblich bedingtem Brustkrebs vor.
An den Vortragsblock anschließend besteht ausreichend Zeit, in einer offenen Diskussion Fragen aus dem Auditorium zu beantworten. Dafür stehen neben den Referenten weitere drei Spezialisten der Würzburger Universitätsmedizin zur Verfügung.

Infostände im Foyer vor dem Hörsaal
Vor dem Hörsaal ergänzen Stände von Selbsthilfegruppen sowie von Anbietern von Hilfsmitteln rund um die Krebstherapie das Informationsangebot. Das Brustkrebs-Forum beginnt um 10:00 Uhr und endet gegen 14:00 Uhr.
Wichtig ist eine Anmeldung bei Gabriele Nelkenstock bis 9. November 2018 unter Tel: 0931/880 79 447 oder E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

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Zwischen abstrakt und figürlich: „MENSCHenKINDER“ im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg

Bei der offiziellen Eröffnung der Schau von Beate Hemmer am Uniklinikum Würzburg wurde die gegenseitige Wertschätzung zwischen der Künstlerin und dem mainfränkischen Großkrankenhaus deutlich.

49 Gemälde, Holzschnittdrucke und Steinlithografien der Würzburger Künstlerin Beate Hemmer sind seit einigen Wochen in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) zu besichtigen. Bei der offiziellen Ausstellungseröffnung am vergangenen Donnerstag zeigte sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, hocherfreut über diese Bereicherung des von intensivem Publikumsverkehr geprägten Bereichs. Nach seinen Worten passen die zwischen Abstraktion und Figürlichkeit oszillierenden Werke Beate Hemmers mit ihrer positiven sowie vielfach zum Nachdenken und Rätseln anregenden Ausstrahlung perfekt in das Krankenhausumfeld.
Die Künstlerin ihrerseits lobte vor den rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern die freundliche Offenheit und Unterstützung des UKW für zeitgenössische Kunst: „Hier werden Künstler besonders gewürdigt. Das zeigt sich nicht nur an den wechselnden Ausstellungen, sondern zum Beispiel auch an der reichen Ausstattung mit ‚Kunst am Bau‘. Beides ist keine Selbstverständlichkeit.“ Ihre Schau „MENSCHenKINDER“ am Klinikum sei eine gute Gelegenheit, zu testen, welche Raumwirkung ihre Bilder in dem großzügigen Eingangsbereich erzielen.

Auch eine Benefiz-Aktion für frühgeborene Kinder

Darüber hinaus ist die Ausstellung für Beate Hemmer auch eine Gelegenheit, etwas Gutes für Kinder zu tun. So arbeitet sie schon seit längerem mit dem Verein Kiwanis Club Würzburg-Mainfranken zusammen. Die Hälfte aus den Einnahmen des ersten bei der Ausstellung verkauften Bildes sowie der gesamte Erlös aus einem an der Pforte des ZOM für 14 Euro zu erwerbenden Benefiz-Kunstkalenders gehen in das Projekt „Das Würzburger Modell: Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“. Bei diesem in den letzten Jahren zusammen mit Prof. Dr. Christian P. Speer, dem Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, aufgebauten System betreuen fünf Kinderkrankenschwestern und eine Sozialpädagogin bestimmte frühgeborene Kinder – vor allem aus schwierigen sozialen Verhältnissen – nach der Entlassung aus dem Krankenhaus intensiv weiter. Die vom Kiwanis Club Würzburg-Mainfranken finanzierte sozialmedizinische Nachsorge erleichtert Eltern und Kindern den Übergang von der Klinik in den Alltag und beugt einer Schädigung der Kinder vor.
Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch ergänzt durch sechs Trommler der Würzburger Taiko-Gruppe Todoroki Wadaiko. Die Schau läuft noch bis zum 31. Januar 2019.

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