Aktuelle Pressemitteilungen

Das Uniklinikum Würzburg ist Teil eines europäischen Forschungsprojekts zur Fettleberdiagnostik

Ein wegweisendes europäisches Forschungsprojekt will neue diagnostische Tests zum Erkennen von Patienten mit Nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung entwickeln. Das Uniklinikum Würzburg ist das Leitzentrum für die Patientenrekrutierung in Deutschland.

Bis zu 30 Prozent der Weltbevölkerung sind von der Nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (Nonalcoholic fatty liver disease, NAFLD) betroffen. Hervorgerufen wird sie durch eine Fettanreicherung in den Leberzellen, die zu einer Entzündung der Leber führen kann. Mögliche Folgen sind Vernarbungen oder die Entwicklung einer Zirrhose. Die Krankheit ist eng verbunden mit Übergewicht und Typ 2-Diabetes.
„Obwohl viele Menschen eine NAFLD aufweisen, kommt es nur bei etwa jedem Zehnten langfristig zu schweren Schäden“, berichtet Prof. Dr. Andreas Geier. Der Leiter des Schwerpunkt Hepatologie am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Die große Herausforderung ist es, rechtzeitig diejenigen Patienten zu identifizieren, deren Erkrankung bis zu einer Zirrhose oder auch zu Leberkrebs fortschreiten kann.“

Neue Biomarker nutzen statt Leberbiopsie

Derzeit ist laut dem Würzburger Leber-Experten für diese Vorhersage noch eine Biopsie erforderlich, die nur von Spezialisten durchgeführt werden kann. Das Forschungsprojekt LITMUS will als Alternative dazu neue Biomarker zur Testung auf NAFLD entwickeln, validieren und etablieren. LITMUS steht für „Liver Investigation: Testing Marker Utility in Steatohepatitis“. Das Vorhaben bringt klinische Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftler/innen von führenden akademischen Zentren aus ganz Europa zusammen mit Firmen des Europäischen Dachverbands der pharmazeutischen Industrie (European Federation of Pharmaceutical Industries Associations, EFPIA). Koordiniert wird LITMUS von der Universität Newcastle/Großbritannien in enger Zusammenarbeit mit dem internationalen Pharmakonzern Pfizer.

Atemtest-basierte Diagnoseverfahren am UKW

Unter den insgesamt 47 Forschungspartnern ist das Uniklinikum Würzburg das Leitzentrum für die Patientenrekrutierung in Deutschland. „Zusätzlich wird das Referenzlabor für Atemtest-basierte Diagnoseverfahren am UKW lokalisiert sein“, schildert Prof. Geier, der die LITMUS-Aktivitäten am Würzburger Klinikum leitet.

Eine Förderung von 34 Millionen Euro

Ein essentieller Schritt für die weiteren Arbeiten war die kürzlich bekanntgegebene, 34 Millionen Euro starke Förderung von LITMUS durch die Innovative Medicines Initiative 2 (IMI 2). Die IMI 2 ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission, und der (bio)pharmazeutischen Industrie, vertreten durch EFPIA. www.litmus-project.eu

Über NAFLD
Eine gesunde Leber sollte kein oder nur sehr wenig Fett enthalten. Man kann jedoch davon ausgehen, dass mittlerweile jede/r Dritte in Europa eine Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung aufweist, bei der ein deutlich erhöhter Fettgehalt in der Leber feststellbar ist. Obwohl dies nicht in allen Fällen zu Schäden führt, kann in bestimmten Fällen eine entzündliche Form der Erkrankung, die so genannte Steatohepatitis auftreten. Diese birgt ein erhöhtes Risiko, eine bindegewebige Vernarbung in der Leber zu entwickeln. Bei manchen Betroffenen kann es zu gravierenden Spätfolgen wie Leberzirrhose kommen. Ebenso erhöht ist das Risiko, einen Leberkrebs, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu entwickeln.

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Bundesweit einmalig: Operationsroboter unterstützt die Herz-Chirurgie am Uniklinikum Würzburg

Die Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des Uniklinikums Würzburg nutzt als bislang einzige Klinik Deutschlands einen Operationsroboter der neuesten Generation für chirurgische Eingriffe am Herzen. Für die Patienten zahlt sich dies unter anderem in kleineren Zugangswegen, verringerten Wundflächen und einer schnelleren Genesung aus.

Seit Juni dieses Jahres verfügt das Uniklinikum Würzburg (UKW) mit dem „da Vinci Xi“ über den derzeit fortschrittlichsten Operationsroboter auf dem Markt. Neben den Urologen, Gynäkologen und Allgemeinchirurgen nutzen seither auch die Herz-Thorax-Chirurgen des UKW das über zwei Millionen Euro teure Hochtechnologie-Gerät für ausgewählte Eingriffe. „Wir sind damit die bislang einzige deutsche Einrichtung, die ein solches System zum Beispiel in der Mitralklappen-Chirurgie oder zum Verschließen von angeborenen Schwachstellen im Herzen einsetzt“, unterstreicht Prof. Dr. Rainer G. Leyh. Der Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des UKW ist von den Möglichkeiten des „da Vinci Xi“ begeistert. „Die mit den Operationsinstrumenten dieses Systems erreichbare Beweglichkeit und Präzision übertrifft die der menschlichen Hand. Und die hochaufgelöste, dreidimensionale Visualisierung durch die HD-Kamera erlaubt eine bei Schlüsselloch-Operationen bislang unerreicht gute Sicht auf das Operationsgebiet“, schildert der renommierte Herzchirurg.

Operateur arbeitet von einer Konsole aus

Der neue Roboter hat vier Arme, die neben der Kamera bis zu drei Instrumente tragen. Sie werden durch kleine Schnitte in den Körper eingeführt. Der Operateur sitzt an einer Konsole in der Nähe des OP-Tischs und arbeitet mit Joysticks. Mit diesen werden kleinste Fingerbewegungen an die Roboterinstrumente übertragen. Dabei ist ein starkes „Verfeinern“ möglich: Aus großen Handbewegungen an der Konsole werden bei Bedarf kleinste, hochpräzise Instrumentenbewegungen im Operationsgebiet. Dabei transferiert das System die Bewegungswünsche des Chirurgen zitterfrei auf die Instrumente im Patienten.
Während des Eingriffs ruhen die Arme des Arztes auf bequemen Armlehnen und auch sein Kopf wird ergonomisch gestützt. Dies fördert ein ermüdungsfreies und konzentriertes Arbeiten auch bei komplexen, mehrstündigen Operationen.

Patienten schneller zurück im Alltag

Wie profitieren die Patienten vom Einsatz des OP-Roboters? „Allgemein gesagt durch eine Verbesserung der Lebensqualität nach der Operation“, schildert Prof. Leyh und präzisiert: „Wo wir ansonsten in vielen Fällen das Brustbein öffnen müssen, um an das Operationsgebiet heranzukommen, genügen uns bei der Roboterchirurgie kleine Öffnungen für die Instrumente an den Seiten des Brustkorbs. Bei gleichen Sicherheitsstandards während des Eingriffs beschleunigt dies den Heilungsprozess und die Rehabilitation deutlich.“ Zum Vergleich: Nach einer Brustbeinöffnung muss der Oberkörper des Patienten rund drei Monate lang geschont werden – nach einem minimalinvasiven Eingriff mit Robotertechnologie ist schon nach zwei Wochen wieder eine normale Aktivität möglich.
Unterstützt wird die Rückkehr in den Alltag durch einen psychologischen Effekt. „Viele Patienten haben beim Anblick ihrer großen Narbe längs des gesamten Brustbeins Angst, sich wieder normalen Belastungen auszusetzen. Bei den wesentlich kleineren Narben der Schlüsselloch-Chirurgie ist diese innere Barriere viel geringer“, weiß Prof. Leyh.

Roboterchirurgie in der Herz-Thorax-Chirurgie mit riesigem Potenzial

Bis Mitte November dieses Jahres wurden von ihm und seinem Oberarzt Dr. Khaled Hamouda zehn Eingriffe erfolgreich mit dem „da Vinci Xi“ durchgeführt. „Die Robotertechnologie hat in der Herz-Thorax-Chirurgie ein riesiges Potenzial“, ist sich Prof. Leyh sicher. Er schätzt, dass sich am UKW pro Jahr rund 100 Mitralklappen-Operationen dafür eignen. Hinzu kommen bis zu 200 Bypass-Operationen sowie das Entfernen von Tumoren aus den Herzvorhöfen. Und ein Ende der Entwicklung ist nach seinen Worten nicht abzusehen. „Die Roboterunterstützung kann viele chirurgische Verfahren revolutionieren. Ich denke da zum Beispiel an ein automatisiertes hochpräzises Verbinden von Gefäßenden. Und es fallen einem ständig neue Anwendungsmöglichkeiten ein“, so Prof. Leyh. Schon heute geplant ist, dass das Gerät durch seine Klinik ab Mitte kommenden Jahres auch bei Lungenoperationen, speziell bei Lungenkrebs, eingesetzt wird. „Spätestens dann wird das Klinikum ein zweites Gerät anschaffen müssen, um dem Bedarf einigermaßen gerecht zu werden“, kündigt der Klinikdirektor an.

Aktuell noch keine Kostendeckung

Im Moment sind die roboterunterstützten Operationen für die Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des UKW mangels adäquater Vergütung durch die Krankenkassen noch ein „Draufzahlgeschäft“. Was aber für Prof. Leyh derzeit noch in Ordnung geht, schließlich gehöre es zu den Aufgaben der Universitätsmedizin, als Speerspitze der medizinischen Entwicklung fortschrittliche Verfahren umzusetzen und weiterzuentwickeln. Auf Sicht hofft er jedoch, dass die mit dem „da Vinci Xi“ erreichbare Ergebnisqualität und der Patientenwunsch zu einer Anpassung der Vergütung führen werden.

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Erster Kindermitbringtag am UKW

Das Krankenhaus durch die Brille eines Patienten sehen: Unter diesem Motto stand der erste Kindermitbringtag am Uniklinikum Würzburg, bei dem sich 50 Mitarbeiterkinder auf eine spannende Entdeckungsreise begaben.

„Gipsen ist cool – das tut gar nicht weh“

Das Krankenhaus durch die Brille eines Patienten sehen: Unter diesem Motto stand der erste Kindermitbringtag am Uniklinikum Würzburg, bei dem sich 50 Mitarbeiterkinder im Grundschulalter auf eine spannende Entdeckungsreise in das Innenleben des UKW begaben.

Mit Handicap basteln oder Hockey-Spielen mit Krücke und Armschiene waren nur einige der Programmpunkte, mit denen sich die Kinder spielerisch beschäftigten. So erfuhren sie an sich selbst, wie eingeschränkt ein Patient ist, wenn beispielsweise ein Arm gebrochen ist. Besonders gefragt bei den Kleinen war dann auch das Gipsen, mit dem ein „kaputter Arm repariert werden kann“. Sie verfolgten aufmerksam, wie so ein Gipsarm angelegt wird. „Das ist praktisch, dann muss ich morgen in der Schule keine Arbeit schreiben“, zwinkerte eine Viertklässlerin mit Blick auf ihren eingegipsten Arm. Auf die Frage an alle Kinder, ob sie sich auch im Alltag ein Leben mit Gips vorstellen können, waren sie sich einig: „Nein, das ist nur ohne Schmerzen schön“. 

In der Physiotherapie konnten sich die Kinder dann bei verschiedenen Spielen, zum Beispiel mit einem Riesenschwungtuch austoben oder bei der gegenseitigen Massage entspannen. Alle verhielten sich sehr rücksichtsvoll, um den Klinikablauf nicht zu beeinträchtigen. 

Näher kennenlernen konnten sich die Kinder bei einem gesunden Frühstück und Mittagessen. Morgens warteten Körnerbrötchen, Müsli, Obst und Kakao, mittags Pizza. Am Ende der ereignisreichen sechs Stunden beantworteten die kleinen Gäste die Frage, was ihnen besonders gefallen habe, einhellig mit „Alles!“.

Über dieses Lob freut sich natürlich auch die AG „Beruf und Familie“, die diesen Tag erstmals initiiert hat. Die AG wurde vom Klinikumsvorstand eingerichtet und engagiert sich dafür, die Vereinbarkeit Familie und Beruf am UKW kontinuierlich zu verbessern. Als Termin für den Kindermitbringtag wurde der Buß- und Bettag ausgewählt, da in Bayern an diesem Tag zwar die Schulen geschlossen bleiben, es aber kein gesetzlicher Feiertag ist. Somit stehen viele berufstätige Eltern vor dem Problem, eine Kinderbetreuung organisieren zu müssen. Die Nachfrage war enorm, viele Kinder standen noch auf der Warteliste. Nach dieser gelungenen Premiere ist eine Wiederholung am UKW im nächsten Jahr fest geplant.

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Neuer Ausbildungskurs an der Würzburger OTA-Schule gestartet

Anfang Oktober dieses Jahres startete der inzwischen fünfte Ausbildungsjahrgang an der OTA-Schule des Uniklinikums Würzburg.

Voller Elan begannen zwölf Frauen und drei Männer am 2. Oktober 2017 ihre Ausbildung zu Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (OTA). Wie schon in den vergangenen Jahren kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neuen Kurses an der OTA-Schule des Uniklinikums Würzburg (UKW) aus dem Klinikum selbst sowie aus verschiedenen Kooperationskrankenhäusern. Los ging es für sie mit einem sechswöchigen Einführungsblock, der die Auszubildenden gezielt auf ihren ersten praktischen Einsatz vorbereitete. Seit Mitte November arbeiten und lernen sie in den verschiedenen OP-Abteilungen des UKW und der anderen Häuser. 

Das machen OTA

Die Hauptaufgaben von Operationstechnischen Assistenten/innen sind das Instrumentieren und die Assistenz im Operationssaal, in der Endoskopie und in Ambulanzen. Hinzu kommen das Vorbereiten, Lagern und Versorgen der Patienten, die Gewährleistung der Patientensicherheit, das Warten und Pflegen der Instrumente und technischen Geräte sowie die Mitverantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften im Operationsbereich.

App hilft bei der Organisation

Bei ihrer Ausbildung profitieren die Schülerinnen und Schülern von den modernsten Lehrmethoden und Unterrichtsmitteln. So wird zur Zeit eine App eingeführt, mit der sie jederzeit ihre Stunden- und Einsatzpläne einsehen können. Außerdem erhalten die Azubis damit Informationen zu Änderungen und sonstige Neuigkeiten per Push-Nachricht auf ihr Smartphone.

Weitere Details zur OTA-Ausbildung und der Würzburger Schule gibt es unter www.ukw.de/ausbildung-fort-und-weiterbildung/ota-schule/spezialisten-am-op-tisch.

Außerdem ist die OTA-Schule auch bei Facebook (OTA-Schule am UKW) und auf Instagram (#otaschuleukw) vertreten.

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Studie des Uniklinikums Würzburg: Hirnschrittmacher bald auch nach Schlaganfall?

Eine neue Studie an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg lässt hoffen, dass durch die elektrische Stimulation einer bestimmten Mittelhirnregion die Gangstörungen von Schlaganfallpatienten gebessert werden könnten. Der fachwissenschaftliche Artikel dazu erschien kürzlich in der renommierten US-amerikanischen Zeitschrift „Annals of Neurology“.

Etwa ein Drittel der Überlebenden eines Schlaganfalls können kaum oder gar nicht mehr gehen. „Für diese chronischen Gangstörungen gibt es bisher keine wirklich wirksamen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten – und auch die Erfolge von übenden Therapien sind sehr beschränkt“, bedauert Prof. Dr. Jens Volkmann, der Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Jetzt haben Mitarbeiter seiner Klinik in einem seit dem Jahr 2015 laufenden Forschungsprojekt möglicherweise einen neuen, vielversprechenden Behandlungsansatz gefunden. 

Vermutung: Störende Signale werden abgeschirmt

In einem Tiermodell des Schlaganfalls bei Ratten konnten sie zeigen, dass die elektrische Stimulation einer bestimmten Mittelhirnregion die koordinierte Gehfähigkeit der Tiere wiederherstellen kann. „Das mesencephale lokomotorische Zentrum ist schon länger als Koordinationszentrum des Gehens bekannt“, berichtet Dr. Felix Fluri. Der Oberarzt der Neurologischen Klinik des UKW betreute maßgeblich die gemeinsam mit Prof. Volkmann und Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz (zwischenzeitlich Universitätsklinikum Essen) konzipierte Studie. Allerdings werde die fragliche Mittelhirnzone nach seinen Worten von einem typischen Schlaganfall im Bereich des Großhirns nicht betroffen. Weshalb sie trotzdem in Folge des Schlaganfalls ihre Funktion in der Steuerung des Gehens nicht mehr korrekt ausübt, sei bislang nicht bekannt. Warum und wie wirkt dann ihre elektrische Stimulation? „Wir vermuten, dass die elektrische Reizung die mesencephale Lokomotionsregion von störenden Signalen aus übergeordneten Hirnregionen abschirmt. Dadurch wird das Mittelhirn wieder in die Lage versetzt, das Gehen über nachgeordnete Rückenmarkszentren normal zu kontrollieren und zu steuern“, erläutert Dr. Fluri. Dabei seien die positiven Effekte auf die Gehfähigkeit zeitlich streng an die elektrische Reizung gebunden. „Das funktioniert wie mit einem Schalter: Strom an – die Ratten können sich normal bewegen, Strom aus – die Ratten haben massive motorische Einschränkungen“, so Dr. Fluri. 

Hoffnung: Tiefe Hirnstimulation auf Schlaganfall adaptierbar

„Diese Arbeit könnte von unmittelbarer Relevanz für Schlaganfallpatienten sein“, freut sich Prof. Volkmann und fährt fort: „Mit der tiefen Hirnstimulation verfügen wir bereits über ein zugelassenes Verfahren, das in anderen Hirnregionen und bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Parkinson-Krankheit, sehr gute Erfolge erzielt. Vor diesem Hintergrund streben wir eine klinische Prüfung der Übertragbarkeit des Verfahrens auf geeignete Schlaganfallpatienten in naher Zukunft an.“

Literatur

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse des Projekts am 11. November dieses Jahres in der namhaften US-amerikanischen Fachzeitschrift „Annals of Neurology“: F Fluri et al. „Stimulation of the Mesencephalic Locomotor Region for Gait Recovery After Stroke”, Ann Neurol 82 (5), 828-840, 2017 Nov 11 

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Günter Landbeck Excellence Award für Würzburger Hämatologen

Prof. Dr. Harald Schulze vom Uniklinikum Würzburg erhielt den diesjährigen Günter Landbeck Excellence Award in der Kategorie „Klinische Arbeiten“. Der Preis zeichnet herausragende Studien zur Blutgerinnung aus.

Beim 48. Hämophilie Symposion in Hamburg wurde am 10. November 2017 der diesjährige Günter Landbeck Excellence Award (GLEA) verliehen. Mit der Auszeichnung sollen vielversprechende Forschungsansätze und neue Perspektiven in der Behandlung von Gerinnungsstörungen – insbesondere bei Hämophilie-Patienten – gefördert werden. Preisträger in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ ist Prof. Dr. Harald Schulze. Seine Arbeitsgruppe „Experimentelle Hämostaseologie“ ist am Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin angesiedelt, der Teil des Uniklinikums Würzburg und des Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrums ist.

Test für verschiedene Formen der Storage Pool Disorder entwickelt

Der Preis würdigt die Entwicklung eines Tests zur Unterscheidung verschiedener Gerinnungsstörungen. Im Fokus standen dabei angeborene und erworbene Blutungsstörungen von Kindern. Im Detail ging es um die Erforschung von zwei Formen von Granula (körnchenförmige Einlagerungen) im Inneren von Thrombozyten, von denen bislang nicht bekannt ist, wie sie zur Blutungsstillung beitragen. Prof. Schulze und sein Team untersuchten dazu das Blut von Kindern, die von der Storage Pool Disorder (SPD) betroffen sind. Dies ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gerinnungsstörungen, die durch einen Mangel an thrombozytären Granula gekennzeichnet sind. „Um eine gezieltere Diagnostik zu ermöglichen, entwickelten wir ein Testverfahren, das hilft, verschiedene Formen der SPD zu unterscheiden – und das einfach, schnell und kostengünstig. Für unseren Test werden nur minimale Blutmengen benötigt, was besonders bei Kinder mit Blutungsneigung relevant ist“, erklärt der Preisträger.

Mit 25.000 Euro dotiert

Der jährliche Günter Landbeck Excellence Award wird außer in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ auch für „Experimentelle Arbeiten“ vergeben. Dieser Part ging in 2017 an die Mikrobiologin Dr. Simone Bergmann von der TU Braunschweig. Sie und Prof. Schulze erhielten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.
Der Award wird vom Günter Landbeck Stipendium verliehen und von der Baxalta Deutschland GmbH finanziert, die zum internationalen Biotechnologie-Unternehmen Shire gehört. Der Namensgeber des Preises, Prof. Günter Landbeck (1925 – 1992), gilt als einer der Pioniere in der deutschen Hämophilie-Forschung.

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Hentschel-Preis ehrt jetzt auch bundesweit Erfolge im Kampf gegen den Schlaganfall

Der Hentschel-Preis zeichnet Weiterentwicklungen im Kampf gegen den Schlaganfall aus. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn.

Mit dem Hentschel-Preis ehrt die Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“ thematisch passende Arbeiten aus Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie. In diesem Jahr überreichte Günter Hentschel, der Gründer der Stiftung, die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn. Die Biologin führte als Postdoktorandin das prämierte Projekt „Astrocytic calcium release mediates peri-infarct depolarizations in a rodent stroke model“ durch. Gegenstand der Arbeit sind die Entstehungsmechanismen von elektrischen Fehlentladungen („peri-infarct depolarizations“), die in der Randzone eines frischen Hirninfarktes auftreten und zum Wachstum des Schlaganfalls beitragen.

Ein möglicher Ansatzpunkt für eine medikamentöse Behandlung

Dr. Rakers konnte zeigen, dass diese Phänomene auf eine Calciumfreisetzung aus Astrozyten zurückzuführen sind. Die auch Sternzellen genannten Astrozyten sind essentielle Bestandteile des zentralen Nervensystems mit vielfältigen Funktionen. Der nachgewiesene Mechanismus der Calciumfreisetzung ist prinzipiell pharmakologisch beeinflussbar. Die Arbeit der Forscherin wurde im international hochrangigen „Journal of clinical investigation“ publiziert.

Erstmals bundesweit ausgeschrieben

Der seit dem Jahr 2011 jährlich vergebene Hentschel-Preis konzentrierte sich bislang auf Forschungsleistungen aus der Würzburger Universitätsmedizin. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Dr. Rakers nahm den mit 5.000 € dotierten Preis im Rahmen des 2. Würzburger Schlaganfallsymposiums der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg am 25. Oktober 2017 entgegen.

Um auch in Zukunft den Kampf gegen den Schlaganfall vorantreiben zu können, freut sich Günter Hentschel über Spenden auf das Konto:
Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402

Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

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