Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: Gruppen-Kunstwerk wird zugunsten frühgeborener Kinder versteigert

Noch bis zum 28. Juni 2019 ist die Schau „Der Mensch im Dialog“ am Uniklinikum Würzburg zu besichtigen. Genauso lang kann man noch Gebote für ein Gemeinschaftsgemälde der ausstellenden KreARTivgruppe um die Würzburger Künstlerin Beate Hemmer abgeben. Der Erlös geht an die „Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“.

Seit Februar dieses Jahres schmücken die Gemälde, Zeichnungen und Drucke von elf Künstlerinnen und einem Künstler die Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße. Die Bilder entstanden in den vergangenen vier Jahren in der KreARTivwerkstatt von Beate Hemmer. Bei der Vernissage der Schau am 28. März 2019 machte die Würzburger Künstlerin auf eine die Ausstellung begleitende Benefizaktion aufmerksam. Sie versteigert ein Gemälde, das bei einer öffentlichen Kunstaktion im März 2019 im ZOM als Gemeinschaftswerk von mehreren Künstlerinnen der Gruppe geschaffen wurde.

Erlös dient der Nachsorge Frühgeborener

Der Erlös geht an das „Das Würzburger Modell: Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“. Bei diesem in den letzten Jahren zusammen mit Prof. Dr. Christian P. Speer, dem Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, aufgebauten System betreuen fünf Kinderkrankenschwestern und eine Sozialpädagogin sehr unreife frühgeborene Kinder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus intensiv weiter. Die vom Kiwanis Club Würzburg-Mainfranken finanzierte sozialmedizinische Nachsorge erleichtert Eltern und Kindern den Übergang von der Klinik in den normalen Alltag und bietet den Eltern eine wertvolle Hilfestellung.

Assoziationen zum Themenfeld Geborgenheit

„Unser Gemeinschaftsgemälde nimmt dazu thematisch passende Assoziationen auf“, schildert Beate Hemmer. So finden sich nach ihrer Schilderung auf der 1,5 m x 1,5 m großen Leinwand Aspekte wie Geborgenheit, sich getragen fühlen, die Einheit von Erwachsenem und Kind sowie der Kontakt mit dem „Inneren Kind“ wieder.
Vor den rund 120 Gästen der Vernissage nannte sie 1.500 Euro als Mindestgebot. Interessierte haben noch bis zum Ausstellungsende am 28. Juni 2019 Gelegenheit, das besonders gekennzeichnete Werk zu betrachten und bei Beate Hemmer unter E-Mail info@hemmer-art.de ein Gebot abzugeben.
Die ausstellenden Kunstschaffenden der Schau „Mensch im Dialog“ sind: Andrea Barbera, Gilla Böhm, Rosi Bug, Dr. Christine Burger, Martina Burger, Nina Ćosić, Hannelore Dörrich, Christoph Janssen, Ruth Kornherr, Marika Ugrai, Heike Uibel und Ulrike Ulmer.

Gruppenbild KreArtivgruppe
Bei der Vernissage: Die ausstellende Gruppe mit ihrer Leiterin Beate Hemmer (Mitte) vor dem Gemälde, das zugunsten frühgeborener Kinder versteigert wird. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Chor-Konzert bringt über 7.100 Euro für die Würzburger Schlaganfallforschung

Der Gospel-Rock-Pop-Chor Voices überreichte die gesamten Einnahmen seines Jubiläumskonzerts in Höhe von 7.131 Euro an die Hentschel-Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“. Das Geld kommt der Schlaganfallforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zugute.

Mit einem Benefiz-Konzert feierte der Chor Voices im November vergangenen Jahres in der Würzburger Neubaukirche sein 20-jähriges Jubiläum. Ein Gastauftritt des weithin bekannten Saxophon-Quartetts Passion4Saxxes aus Schweinfurt ergänzte das musikalische Erlebnis. Durch den Kartenverkauf der nahezu ausverkauften Veranstaltung kamen 7.131 Euro zusammen. Dieses Geld überreichte eine Delegation des Chors kürzlich der Hentschel-Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“. Die Organisation fördert seit zehn Jahren die an der Würzburger Universität geleistete Forschungsarbeit zu den Ursachen und Mechanismen der Volkskrankheit. Ziel ist es, akute Schlaganfälle besser behandeln zu können und das Auftreten im Vorfeld soweit möglich zu verhindern.

Der Stiftungsgründer Günter Hentschel bedankte sich im Beisein des ehemaligen Ärztlichen Direktors des Uniklinikums Würzburg, Prof. Dr. Christoph Reiners, herzlich für die fortgesetzte Unterstützung durch den beliebten Gospel-Rock-Pop-Chor.
Um auch in Zukunft den Kampf gegen den Schlaganfall vorantreiben zu können, sind nach seinen Worten weitere Spenden auf folgendes Konto jederzeit willkommen:

Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402
Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

Gruppenbild Spendenübergabe
Stiftungsgründer Günter Hentschel (Mitte) und Prof. Dr. Christoph Reiners als Vertreter des Uniklinikums Würzburg (links) freuten sich über die Spendenübergabe von Chorleiter Fred Elsner, die stellvertretende Vorsitzende Susanne Vitzthum und Chormanager Rolf Schlegelmilch vom Gospel-Rock-Pop-Chor Voices (von links). Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Erster Fachkongress für OP-Personal am Uniklinikum Würzburg

Das Uniklinikum Würzburg lädt Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten sowie Fachpersonal aus dem OP zu einem Kongress am Zentrum für Operative Medizin ein. Am Freitag, den 17. Mai 2019, geht es unter dem Titel „Zukunft gestalten – Chancen ergreifen“ sowohl um Themen aus der Berufspolitik, wie auch aus der Praxis im Operationssaal.

Seit rund zwei Jahrzehnten prägt das Berufsbild der Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (OTA) neben der Fachkrankenpflege die Arbeit in den Operations-, Diagnostik- und Interventionsbereichen von Kliniken aller Versorgungsstufen. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) begleitete diese Entwicklung und gründete unter anderem im Jahr 2013 eine eigene, seither erfolgreich agierende OTA-Schule. Basierend auf dieser Expertise vor Ort und ergänzt durch das Know-how externer Referenten veranstaltet das UKW am 17. Mai 2019 erstmals einen Kongress für Fachkräfte im OP. Im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin an der Oberdürrbacher Straße gibt es zwischen 8:30 und 16:30 Uhr Vorträge zu Fragen der Berufspolitik und Ausbildung, wie auch zu technologischen Entwicklungen und der interprofessionellen Kooperation im Operationssaal. Eine Ausstellung zu neuen medizintechnischen Produkten und Behandlungsmöglichkeiten rundet das Informationspaket des Tages ab.

Das detaillierte Programm des Fachkongresses „Zukunft gestalten – Chancen ergreifen“, die Teilnahmekonditionen und ein Anmeldeformular finden sich unter www.ukw.de/ota-kongress. Die Anmeldung ist bis zum 30. April 2019 möglich.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz
Der Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz am Uniklinikum Würzburg. Bild: Alexander Wilm / Uniklinikum Würzburg

Weniger Angst und mehr Lebensqualität bei ICD-Patienten nach Internetschulung

Die Angst vor dem Schock ist bei vielen Patienten mit einem implantierten Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD oder Defi) groß. Zum einen, weil der heftige Stromschlag in der Brust schmerzhaft sein kann, zum anderen weil man ohne ihn möglicherweise tot wäre. Dass ein Defi die Angst beim Patienten verstärken kann, hat der Würzburger Psychologe Professor Paul Pauli mit seinem Team bereits wissenschaftlich belegt. Auch, dass eine telefonische Betreuung die Angst mildern kann. Nun haben die Psychologen der Universität Würzburg gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung gefunden, wie man das Leben von Herzkranken, bei denen der Defi zu erheblichen psychischen Problemen geführt hat, langfristig verbessern und Ängste, aber auch die häufig damit einhergehende Depression nachweislich reduzieren kann: ein sechswöchiges, moderiertes Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe. Das Ergebnis der Studie wurde gerade in der renommierten kardiologischen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ online publiziert.

Extrem ermutigend findet Professor Paul Pauli das Interesse des European Heart Journals an seiner randomisierten und kontrollierten ICD-Forum-Studie, in der die Wirksamkeit einer webbasierten Intervention zur Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens bei Patienten mit implantierten Kardioverter-Defibrillatoren untersucht wurde. „Das ist für mich das Signal, dass die kardiologische Community den Bedarf an IT-basierter psychologischer Intervention erkennt.“ Es ist schon länger bekannt, dass eine Herzinsuffizienz häufig mit einer Depression einhergeht. Seit Jahren empfehlen die Leitlinien, herzkranke Patienten auf eine depressive Belastung zu screenen. Wie Dr. Stefan M. Schulz, der Leiter der Multi-Center Studie erklärt, fehlten bislang aber nachhaltige und vor allem im klinischen Alltag realisierbare psychologische Interventionen, um den Patienten nicht nur medizinisch, sondern auch psychologisch zu helfen. „Unsere Studie hat hier einen Durchbruch geleistet“, sagt Paul Pauli. „Wir konnten zeigen, dass eine Internetintervention nicht nur nachhaltige Erfolge hat, sondern auch organisatorisch zu leisten ist und man sie in Kliniken implementieren kann. Es ist eine moderne Form, mit der man viele Patienten erreichen kann.“

Senioren erstaunlich gut versiert mit dem Internet

Für die Studie wurden mehr als 1.200 Patienten in Würzburg und sechs weiteren Zentren gescreent. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war ein implantierter Defibrillator sowie eine erkennbare und messbare psychische Belastung. „Der Bedarf für eine psychologische Intervention musste vorhanden sein“, erläutert Schulz. Und das war sicher auch ein Faktor für den Erfolg der Studie.“ Außerdem sollten alle Studienteilnehmer dem Internet gegenüber aufgeschlossen sein. „Das war überraschenderweise gar kein Problem“, so Schulz. Die meisten Patienten in der Altersgruppe um 65 kannten sich mit dem Internet erstaunlich gut aus, was die Zukunftsfähigkeit dieses Mediums unterstreicht.“

118 Patienten haben schließlich an der Studie teilgenommen. Während die Hälfte von ihnen Teil einer randomisierten Kontrollgruppe ohne Internetintervention war, nahm die andere Hälfte in Gruppen zwischen 10 und 20 Teilnehmern an einer sechswöchigen Webschulung unter der Moderation von Schulz teil. Mit einem Passwort konnten sie sich ab einem bestimmten Stichtag anonym einloggen. Die Teilnehmer durften Fragen stellen, sich mit den anderen in einem Diskussionsforum unterhalten, mussten aber auch an den wöchentlichen Schwerpunktthemen, die sukzessive freigeschaltet wurden, interaktiv teilnehmen.

Von Angst bis Krisen meistern: jede Woche ein neues Thema!

Nachdem in der ersten Woche das System erklärt wurde, stand in der zweiten Woche der Defi im Fokus, wie funktioniert er, was darf ich. „Die Patienten haben enorme Wissenslücken, aus denen wiederum Ängste entstehen“, so Stefan Schulz. „Einige Patienten haben zum Beispiel Angst, die Schranken in den Eingangstüren großer Geschäfte zu passieren, weil Gerüchte kursieren, dass die Elektrik die Defibrillatoren ausschaltet. In der dritten Woche ging es um Depressionen, wie sie entstehen, wie die Betroffenen damit umgehen. „Vielfach haben wir Bausteine genommen, die wir von der kognitiven Verhaltenstherapie und von evidenzbasierten Methoden abgeleitet haben. Wichtig war uns, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln, so dass Gelerntes auch nach Beendigung der Programms weiter wirksam sein kann.“, erläutert Stefan Schulz. Die vierte Woche war auf Ängste fokussiert. Wichtige Themen sind hier zum Beispiel die Vorbereitung auf die letzte Lebensphase und das Lebensende. Was passiert mit dem Defi, wenn ich sterbe? Sollte ich ihn irgendwann abschalten lassen? Unsicherheiten zu reduzieren, etwa in Form von Patientenverfügungen, ist hier ein wichtiger Schritt. Denn wenn man grübelt, steigert das die Angst und verschlechtert sich die Lebensqualität. Die fünfte Woche war vergleichbar mit einem Werkzeugkasten, aus dem sich jeder Patient individuell das passende herausnehmen konnte. Welche Methoden helfen beim Umgang mit Stress? Wo bekomme ich

Hilfe, die über das Forum hinausgeht? Wie kann ich ein eigenes Krankheitsmanagement betreiben? In der sechsten und letzten Woche ging es darum, diesen individuellen Fokus zu vertiefen, die eigene Agenda zu definieren und deren Umsetzung im Alltag. „Wir haben ganz bewusst nach sechs Wochen ein Ende gesetzt, sonst wäre die Verlockung groß, wichtige Fragen zu verschieben“, sagt Stefan Schulz.

Den Samen erfolgreich gesät

Der psychische Status der Patienten wurde vor und nach der sechswöchigen Schulung erfasst und ein Jahr später erneut beurteilt. Ergebnis: Bereits direkt nach der Schulung zeigte sich, dass die Teilnehmer von der Schulung profitierten. Eine leichte Verbesserung der psychischen Belastung war aber auch bei Patienten zu erkennen, die nicht an der Webschulung teilgenommen hatten. Eventuell hat bereits die Zuwendung im Rahmen des Rekrutierungsgesprächs den Patienten geholfen. Nach einem Jahr standen die geschulten Patienten jedoch deutlich besser da als die Patienten ohne Behandlung, die eine starke Rückkehr zu Angst und Depression aufwiesen. „Das zeigt eindrücklich, dass die Patienten während des sechswöchigen Trainings eine Kompetenz erworben haben, wie sie mit der Angst umgehen können“, resümiert Professor Pauli. „Wir haben einen Samen für etwas gesät, das wächst, wenn es gebraucht wird. Die Patienten wurden für bestimmte Problemstellungen sensibilisiert und haben sich im späteren Verlauf an die Werkzeuge erinnert, die wir ihnen mitgegeben haben.“

Praktikabler Weg, um Lebensqualität zu verbessern

Für die Psychologen und Kardiologen aus der Universität Würzburg und dem DZHI ist diese Studie, die als erste diese positiven Effekte zeigt, ein Türöffner. Wir können uns gut vorstellen, die Internetintervention deutschlandweit anzubieten, aber auch auf andere Zielgruppen zu erweitern“, erläutert Paul Pauli. „Viele Belastungsfaktoren, die wir in unserer Studie in den Fokus genommen haben, betreffen nämlich auch Herzpatienten ohne Defi. Unsere webbasierte Schulung eröffnet einen praktikablen Weg, die Lebensqualität von psychisch belasteten herzkranken Patienten nachhaltig zu verbessern“.

Über diesen innovativen Therapieansatz freut sich auch Professorin Christiane Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, der die Verbindung von Kardiologie und Psychologie besonders am Herzen liegt: „Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie gehört zu den Gründungsstudien des DZHI. Sie symbolisiert die multidisziplinären Kooperationen, die ohne die Infrastruktur des DZHI, wo Forschung und Versorgung zum Wohl des Patienten eng verzahnt werden, nicht möglich gewesen wäre.“

*Link zum Abstract "Efficacy of a web-based intervention for improving psychosocial well-being in patients with implantable cardioverter-defibrillators – the randomised controlled ICD-FORUM trial": https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article-abstract/doi/10.1093/eurheartj/ehz134/5431178

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF.

 

 

v.l.n.r.: Die Kardiologen Stefan Störk und Christiane Angermann vom DZHI und die Psychologen Paul Pauli und Stefan Schulz von der Universität Würzburg freuen sich über die Publikation ihrer Studie im European Heart Journal.

Uniklinikum Würzburg: Ausgezeichnete Auszubildende in der Zahnmedizin

Das Uniklinikum Würzburg ist stolz auf zwei Zahnmedizinische Fachangestellte, die ihre Ausbildung in diesem Frühjahr mit Bravour abschlossen.

WSelina Vogel und Stella Zankova wurden im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit (ZMK) des Uniklinikums Würzburg zu Zahnmedizinischen Fachangestellten ausgebildet. Aufgrund ihrer guten Kenntnisse und Fähigkeiten konnten beide im Februar 2019 vorzeitig die Abschlussprüfung ablegen. Zudem sprach die Regierung von Unterfranken Selina Vogel für ihren hervorragenden Abschluss der Berufsschule eine besondere Anerkennung aus. Sie kam an der Klara-Oppenheimer-Schule in Würzburg auf eine Abschlussnote von 1,3. Stella Zankova schloss mit einem Notendurchschnitt von 1,7 ab.
„Glücklicherweise konnten wir Selina Vogel für eine Weiterbeschäftigung in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik gewinnen“, freut sich Prof. Dr. Gabriel Krastl. Der Geschäftsführende Direktor des ZMK gratulierte der frischgebackenen Fachangestellten mit einem Blumenstrauß.

Gruppenbild ausgezeichnete ZMF und Professor Krastl
Die ausgezeichnete Zahnmedizinische Fachangestellte Selina Vogel mit Prof. Dr. Gabriel Krastl, dem Geschäftsführenden Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit des Uniklinikums Würzburg. Bild: Uniklinikum Würzburg

Würzburger Forschungsverbundprojekt will neue Testsysteme für immunonkologische Therapien entwickeln

Gemeinsame Pressemitteilung 04.04.2019

Würzburger Forschungsverbundprojekt will neue Testsysteme für immunonkologische Therapien entwickeln

Innovative immunonkologische Therapien vor dem Einsatz im Mensch noch effizienter in neuen Zellmodellen testen – das ist das Ziel eines Forschungsverbundprojekts. Bei Erfolg könnten durch die Arbeit von Experten des Uniklinikums Würzburg, der Uni Würzburg sowie des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung zudem Tierversuche reduziert werden.

Das Forschungsprojekt ImmuTherM will neue Wege erarbeiten, wie sich die Wirksamkeit von Immuntherapien gegen das Maligne Melanom bestimmen lässt. Hinter dem Vorhaben stehen drei Würzburger Forscher und ihre jeweiligen Teams: Prof. Dr. Bastian Schilling von der Universitäts-Hautklinik, Privatdozent Dr. Niklas Beyersdorf vom Lehrstuhl für Immunologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) sowie Dr. Florian Groeber-Becker vom Fraunhofer-Translationszentrum Regenerative Therapien am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Alternativen zum Tierexperiment“ in den kommenden drei Jahren mit insgesamt rund 830.000 Euro.

Immun-Checkpoint-Blocker in der Krebstherapie aussichtsreich

Das maligne Melanom – auch bekannt als „Schwarzer Hautkrebs“ – ist eine der gefährlichsten Krebsarten und führt in Deutschland zu etwa 3.000 Todesfällen pro Jahr. Ein neuer Ansatz zur Behandlung des Melanoms ist die Immuntherapie mit sogenannten Immun-Checkpoint-Blockern (ICB). Immun-Checkpoints sind Rezeptoren auf der Membran von T-Zellen. Sie regulieren die Immunantwort dieser körpereigenen Abwehrzellen, wodurch beispielsweise Autoimmunreaktionen verhindert werden. „Leider sind Tumorzellen in der Lage, diese Checkpoints zu täuschen und dadurch dem Immunsystem zu entkommen“, schildert Bastian Schilling. Der Professor für Dermatologische Onkologie an der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Hier setzen die ICB an, indem sie die Checkpoints blockieren und so die Immunantwort der T-Zellen gegen den Tumor ermöglichen oder verstärken.“
Für die Entdeckung und Nutzbarmachung dieser biologischen Vorgänge für die Krebstherapie ging im Jahr 2018 der Nobelpreis für Medizin an den US-amerikanischen Immunologen James Allison und den japanischen Immunologen Tasuku Honjo. „Das unterstreicht die Bedeutung der Krebsimmuntherapien mit ICB. Umso wichtiger ist es, für den Test der jeweiligen Wirksamkeit dieser Therapien tragfähige Lösungen zu finden“, sagt Prof. Schilling.

Bisherige Testverfahren für die Translation wenig aussagefähig

Bisher konnte der Effekt von ICB in herkömmlichen Zellkultursystemen jedoch noch nicht belegt werden. Das heißt: Gerade für neuartige Immuntherapeutika besteht aktuell eine experimentelle Lücke zwischen der erfolgreichen Etablierung neuer Therapieprinzipien im Tierversuch und der klinischen Erprobung an Probanden oder Patienten, wie Dr. Beyersdorf, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Virologie und Immunbiologie der JMU, berichtet.

Ziel: Neue, individuelle Testmodelle aufbauen

Deshalb soll im Forschungsprojekt ImmuTherM ein bereits vom Fraunhofer-Translationszentrum und vom UKW entwickeltes Modellsystem des malignen Melanoms um weitere Tumorzelllinien sowie um humane T-Zellen erweitert werden. „So können im Idealfall individuelle Testmodelle aufgebaut werden, bei denen T-Zellen und Melanomzellen vom selben Patienten stammen“, sagt Dr. Groeber-Becker. Der Leiter des Bereichs In-vitro-Testsysteme am Fraunhofer ISC ergänzt: „Diese neuen individuellen Testmodelle werden anhand von bekannten und bereits als Medikament eingesetzten ICB validiert. Wenn dieser Eignungstest bestanden ist, wird im nächsten Schritt eine neue Immuntherapie, basierend auf einem immobilisierten monoklonalen anti-CD28 Antikörper getestet. So lässt sich überprüfen, ob das Modell geeignet ist, die Wirkung eines noch unbekannten Therapeutikums zu überprüfen.“

Weiterer möglicher Effekt: Tierversuche reduzieren?

Zusammengenommen soll ImmuTherM eine neue Plattform etablieren, um Immuntherapien präklinisch möglichst nahe an der individuellen Patientensituation testen zu können. Sollte eine hohe Vorhersagekraft des Modells belegt werden, so könnte dadurch die Anzahl der benötigten Tierversuche in der frühen präklinischen Phase einer Wirkstoffentwicklung reduziert werden.
Das Vorhaben startet im April dieses Jahres.

Pressekontakt:

Dr. Florian Groeber-Becker, Projektkoordinator, Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC,
E-Mail: florian.kai.groeber-becker@ isc.fraunhofer.de

Marie-Luise Righi, Leitung PR und Kommunikation, Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC,
E-Mail: righi@ isc.fraunhofer.de

Dr. Esther Knemeyer Pereira, Leiterin der Pressestelle der Julius-Maximilians-Universität Würzburg,
E-Mail: esther.knemeyer@ uni-wuerzburg.de

Gemeinsame Pressemitteilung als PDF zum Download.

Laborbild
Im Labor hergestellte Hautmodelle dienen als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung eines Testsystems für Immuntherapeutika gegen das maligne Melanom. Bild: K. Dobberke / Fraunhofer ISC

Infoveranstaltung: Die Nebenwirkungen von neuen Tumortherapien mildern

Moderne Krebstherapien können im Nebeneffekt Haut, Haare und Nägel der Patienten schädigen. Die Dermatologin Dr. Anja Gesierich zeigt in einer Infoveranstaltung des am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Comprehensive Cancer Centers Mainfranken am 10. April auf, dass diese Probleme in vielen Fällen durch ein gutes Nebenwirkungsmanagement deutlich abgemildert werden können.

Das Spektrum an möglichen Nebenwirkungen der Krebstherapie ist breit. Der Ausfall und die Strukturveränderung der Haare unter Chemotherapie sind da fast schon „Klassiker“. Hinzukommen können allerdings auch Ausschläge, Entzündungen und Pigmentveränderungen an der Haut. „Diese Probleme können insbesondere bei neuen Behandlungsmethoden, wie der Immuntherapie und anderen personalisierten Therapien, auftreten“, weiß Dr. Anja Gesierich. Die Oberärztin am Hautkrebszentrum des Uniklinikums Würzburg fährt fort: „Durch ein gutes Nebenwirkungsmanagement ist es möglich, einen großen Teil dieser Belastungen abzumildern. Dies ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass die Patienten ihre Therapien auch im erforderlichen Umfang erhalten können.“
Die Ursachen den jeweiligen Nebenwirkungen an Haut und Nägeln sowie ihre Vermeidungsstrategien erläutert Dr. Gesierich bei einer kostenlosen Patientenveranstaltung des am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Comprehensive Cancer Centers Mainfranken am Mittwoch, den 10. April 2019, zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. Neben einem Vortrag gibt es ausreichend Gelegenheit für Tumorpatienten, ihre Angehörigen sowie sonstig Interessierte, Antworten auf individuelle Fragen zu bekommen.

Veranstaltungsort ist die Würzburger Universitäts-Hautklinik, Haus D8 an der Josef-Schneider-Straße. Anmelden kann man sich unter Telefon: 0931/20135350 oder E-Mail: anmeldung_ccc@ ukw.de.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Tropf
Viele Krebstherapien sind mit Nebenwirkungen an Haut, Haaren und Nägeln verbunden Bild: Katja Ziegler / Uniklinikum Würzburg