Stereotaktische Bestrahlung und Radiochirurgie

Die stereotaktische Bestrahlung oder Radiochirurgie ist auch als Operation ohne Messer bekannt. In unserer Klinik haben wir besonders viel Erfahrung mit der wenig belastenden Technik – sowohl im Bereich des Schädels als auch in anderen Körperregionen. Die Weiterentwicklung der Methode ist einer unserer wissenschaftlichen Schwerpunkte.

Was versteht man unter stereotaktischer Bestrahlung?

Stereotaktische Bestrahlung ist auch unter den Begriffen Strahlenchirurgie, Radiochirurgie, Gamma Knife oder CyberKnife bekannt. Hier wird mit hoher Intensität und Präzision ein sehr kleines Gebiet bestrahlt. Kleine Tumoren, die tief im Körperinnern liegen, lassen sich damit so präzise zerstören, dass dies der chirurgischen Entfernung mit einem Skalpell gleicht.

Wie funktioniert die stereotaktische Bestrahlung?

Stereotaxie bedeutet, dass zur Steuerung der Bestrahlung ein koordinatenbasiertes Computernavigationssystem verwendet wird. Indem man die Behandlungsstrahlen aus verschiedenen Einstrahlwinkeln punktgenau auf den Tumor treffen lässt, erreicht das gesunde Gewebe nur eine geringe Strahlendosis. Der Tumor selbst kann dagegen mit sehr hoher Intensität bestrahlt werden.
Um die erforderliche Präzision zu erreichen, musste früher unter lokaler Betäubung ein Rahmen an dem bestrahlten Körperteil festgeschraubt werden. Heute können kleine Bewegungen dank bildgeführter Strahlentherapie (IGRT) automatisch ausgeglichen werden. Eine gute Ruhigstellung – zum Beispiel durch eine individuell angepasste Maske oder Matratze – ist dennoch wichtig.

Wo wird die Radiochirurgie eingesetzt?

Die Radiochirurgie ist grundsätzlich nur für kleine Tumoren bis maximal vier Zentimeter Durchmesser geeignet. Lange Zeit war die Methode Tumoren und Fehlbildungen innerhalb des Schädels vorbehalten, wie etwa Meningeomen, Akustikusneurinomen und anderen Hirntumoren, Hirnmetastasen oder arteriovenösen Malformationen des Gehirns. In den letzten Jahrzehnten kamen, auch durch unsere Forschung, weitere Einsatzgebiete hinzu: etwa Lungenkrebs im Frühstadium oder Metastasen in Lunge, Leber, Wirbelsäule, Becken und Bauchraum.

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