Besserer Zugang zu klinischen Krebsstudien

Menschen mit Krebserkrankung schnell und gezielt in passende klinische Studien vermitteln – dieses Ziel verfolgt die „Onko-Studien-Suche“ des UKW.

Bei Krebs eröffnet die Teilnahme an einer klinischen Studie oft neue Chancen.

Patientin mit Kopftuch sitzt in einem Behandlungsstuhl und lächelt eine medizinische Fachkraft an, die an einem Infusionsgerät neben ihr Einstellungen überprüft.

Bei Krebs eröffnet die Teilnahme an einer klinischen Studie oft neue Chancen.

Am Universitätsklinikum Würzburg gibt es seit April 2025 mit dem Register Onko-Studien-Suche ein neues Angebot, das Menschen mit Krebs schneller in passende Studien bringen soll. Die Idee: Wer sich fragt „Gibt es für mich noch eine andere Möglichkeit?“, soll nicht lange suchen müssen – sondern eine Stelle haben, die sich kümmert. Im Interdisziplinären Studienzentrum, das klinische Studien früher Phasen durchführt (Early Clinical Trial Unit, kurz ECTU), wird diesem Bedarf gezielt begegnet.

Denn früher war das oft mühsam, sagt Lena Schick, wissenschaftliche Koordinatorin der Onko-Studien-Suche und erste Ansprechpartnerin. Patientinnen und Patienten mussten erst einmal herausfinden, wer überhaupt zuständig ist. Ärztinnen und Ärzte beantworteten Studienanfragen zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit. Je nachdem, wen man erreichte, führte das zu Unübersichtlichkeit, langen Wartezeiten, Mails, die untergingen, oder fehlender Rückmeldung wegen Urlaub oder Krankheit.

Porträt: Dr. Maria-Elisabeth Goebeler Leiterin des Interdisziplinären Studienzentrums mit ECTU am UKW

Dr. Maria-Elisabeth Goebeler

Leiterin des Interdisziplinären Studienzentrums mit ECTU am UKW

Ein interdisziplinäres Team als Lösung

Nun kümmert sich ein festes Team um die Anfragen: Es sammelt diese und meldet sich schnell zurück. Nach der Anmeldung wird zuerst geprüft, ob am Uniklinikum Würzburg selbst eine passende Studie läuft. Wenn dort nichts passt, sucht das Team weiter – zum Beispiel über vorhandene Kontakte, eigenständige Recherchen in Datenbanken und über ein bayernweites Netzwerk auch an anderen Standorten in Bayern.

„Dank klar strukturierter Abläufe, fester Erreichbarkeit und kurzer Reaktionszeiten stellen wir sicher, dass Anfragen zeitnah bearbeitet und Betroffene direkt kontaktiert werden. Unsere Rückmeldung enthält keine Therapieempfehlung oder Zweitmeinung, sondern informiert transparent und niederschwellig über aktuelle oder potenziell zukünftige Studienmöglichkeiten“, sagt Dr. Maria-Elisabeth Goebeler, Leiterin des Interdisziplinären Studienzentrums mit ECTU am UKW.

Hohe Nachfrage bestätigt den Bedarf

Wie oft am Ende eine passende Studie dabei ist, lasse sich noch nicht in Zahlen sagen; eine Auswertung ist erst für 2026 geplant. Unbestritten bleibt das oberste Ziel, den Anfragenden eine passende Studie zu vermitteln. Die Erfahrungen der zurückliegenden Monate zeigen aber bereits, dass Patientinnen und Patienten durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren in der Onko-Studien-Suche profitieren können. Daher gilt: Jede Anfrage wird beantwortet. Und selbst wenn aktuell nichts Passendes angeboten werden kann, hilft das Team trotzdem weiter – zum Beispiel mit einer Erklärung, warum es gerade keine sinnvolle Option gibt, mit Kontakten zur Weitervermittlung, mit Unterstützung und Beratung bei Off-Label-Anträgen, mit Gesprächsangeboten zwischen Studienarzt und behandelnder Onkologin oder mit Hinweisen auf nächste Schritte.

Dass der Bedarf groß ist, zeigt die Nachfrage: Bereits über 100 Menschen haben sich registriert. Außerdem gehe es nicht nur um eine neue Behandlung und Studienoption, sondern auch um Orientierung. „Manchmal braucht es keine direkte Lösung, sondern erstmal eine helfende Hand und ein offenes Ohr, die Orientierung geben, erste Fragen beantworten und gemeinsam Lösungsansätze diskutieren“, sagt Schick.

Weitere Informationen und Registrierung: Register Onko-Studien-Suche
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