OP-Pflegekraft Ayse Ceylan steuert die neue Röntgenanlage im Hybrid-OP des UKW.

Neuer Hybrid-OP gestartet

Am UKW ist ein neuer Hybrid-Operationssaal in Betrieb gegangen. Die Kombination aus moderner Bildgebung und voll ausgestatteter OP-Infrastruktur sorgt für mehr Sicherheit, kürzere Wege und hohe Präzision.

OP-Pflegekraft Ayse Ceylan steuert die neue Röntgenanlage im Hybrid-OP des UKW.

Neuer Hybrid-OP gestartet

Am UKW ist ein neuer Hybrid-Operationssaal in Betrieb gegangen. Die Kombination aus moderner Bildgebung und voll ausgestatteter OP-Infrastruktur sorgt für mehr Sicherheit, kürzere Wege und hohe Präzision.

66 Quadratmeter Hightech: Der neue Hybrid-OP am UKW vereint hochauf­lö­sende radiologische Echtzeit-Bildgebung mit den Standards eines modernen Operationssaals. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem eines: mehr Sicherheit. Bei einem ­Aorten­aneu­rysma etwa muss ein Stent millimeter­genau in der Hauptschlag­ader platziert werden. Dank integrierter Bildgebung können Gefäßchirurginnen und -chirurgen die Position unmittelbar kontrollieren, ohne den Patienten umlagern zu müssen oder Zeit zwischen Diagnostik und Eingriff zu verlieren. „Mit unserem neuen Hybrid-OP ­setzen wir Maßstäbe in der intraoperativen Diagnostik und Behandlung“, betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW. Die Vorteile liegen auf der Hand: kürzere Eingriffszeiten, hohe Präzision, größt­möglicher Erhalt gesunden Gewebes und zusätzliche ­Sicherheit durch unmittelbare Kontrollmöglichkeiten. Auch in der Herzmedizin spielt der neue Saal seine Stärken aus. „Der Hybrid-OP ist das ideale Arbeitsumfeld, um modernste Herzklappen exakt und sicher zu implan­tieren“, erklärt Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I. Bei kathetergestützten Eingriffen ersetze die Bildgebung die direkte Sicht – gleichzeitig müsse jedoch jederzeit die Infrastruktur für einen offenen Eingriff bereitstehen. Der Umbau begann im April 2025 unter Leitung des Geschäftsbereichs Technik und Bau. Neun Monate später, am 19. Januar 2026, ging der Hybrid-OP in Betrieb – integriert in den Zentral-OP des Zentrums für Operative Medizin (ZOM). Trotz laufenden OP-Betriebs wurde der Bereich umfassend modernisiert und neu organisiert.

Mit robotergestütztem ­Angiografie-System

Herzstück ist ein robotergestütztes, bodengebundenes Angiografie-System. „Die neue Bauart ermöglicht eine optimale Flächennutzung“, erläutert Dr. András K. Szabó, Leiter des OP-Managements. Privatdozent Dr. Frank Schön­leben, Leiter der Gefäßchirurgie in der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinder­chirurgie, ergänzt, die Anlage unterstütze „wie ein Navigations­system“ dabei, Prothesen punktgenau einzusetzen – ein entscheidender Beitrag zur Patienten­sicherheit. „Der Hybrid-Saal vereint die Vorteile einer chirurgischen Operation mit denen einer röntgengeführten Intervention“, sagt Dr. Khaled Hamouda, Stellvertretender Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie. Für die Anästhesiologie ist er ein „zentraler Baustein moderner Hoch­leistungsmedizin“, so Privatdozent Dr. Maximilian Kippnich, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Neben Gefäßchirurgie sowie Kardiologie und Herzchirurgie soll perspektivisch auch die Unfallchirurgie den Saal nutzen. Verbesserungen gibt es auch für das OP-Personal: Ein neuer deckenmontierter Patientenlifter erleichtert das Umlagern und schont die Pflegekräfte, wie Kristin Uhl, Gesamtleiterin der OP-Pflege im Zentral-OP, betont.

1.000 Schwangere mit Eiseninfusionen behandelt

Am UKW wurden seit 2022 bereits 1.000 Schwangere mit intravenösen Eiseninfusionen versorgt. Das Behandlungs­konzept ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig.

Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch.

Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch.

1.000 Schwangere mit Eiseninfusionen behandelt

Am UKW ist einAm UKW wurden seit 2022 bereits 1.000 Schwangere mit intravenösen Eiseninfusionen versorgt. Das Behandlungs­konzept ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. neuer Hybrid-Operationssaal in Betrieb gegangen. Die Kombination aus moderner Bildgebung und voll ausgestatteter OP-Infrastruktur sorgt für mehr Sicherheit, kürzere Wege und hohe Präzision.

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kurz­atmigkeit: Solche Beschwerden gelten in der Schwangerschaft oft als normal. Dahinter kann jedoch ein Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie stecken. Unbehandelt drohen gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind, darunter ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko, Entwicklungs­verzögerungen des unge­borenen Kindes oder eine Wochenbettdepression. Am UKW begegnet die Anämie-Ambulanz diesem Problem seit September 2022 mit einem besonderen Konzept. Im Februar 2026 wurde dort die 1.000. Schwangere mit einer intravenösen Eiseninfusion behandelt. Das Angebot der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerz­therapie gilt in dieser Form als deutschlandweit einzigartig. Eisen ist für die Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport unverzichtbar. Gerade in der Schwangerschaft steigt der Bedarf deutlich, weil Blutvolumen, Plazenta und das ungeborene Kind versorgt werden müssen. Ein Bluttest auf Hämoglobin und Ferritin ermöglicht eine zuverlässige Diagnose. Nach Einschätzung des Würzburger Teams bleibt Eisenmangel in der Schwangerschaft jedoch noch häufig unerkannt oder wird nicht ausreichend behandelt, obwohl eine wirksame Therapie möglich ist.

Wenn Tabletten nicht ausreichen

Meist wird Eisenmangel zunächst mit Tabletten behandelt. „Orale Eisenpräparate können aber vor allem einen schweren Eisenmangel nicht zuverlässig ausgleichen. Zudem wirken sie langsam, es ist fraglich, wie viel Eisen aus ihnen aufgenommen wird und sie verursachen vergleichsweise häufig Nebenwirkungen wie Verstopfung“, sagt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor der Anästhesie. Die intravenöse ­Eisengabe kann die Speicher schneller und gezielter auffüllen und ist auch noch im letzten Abschnitt der Schwangerschaft möglich. In vielen Fällen reicht eine einmalige Infusion, in Einzelfällen kann kurz vor der Geburt eine weitere Gabe sinnvoll sein. Auch nach der Geburt werden die Eisenwerte bei Bedarf kontrolliert und behandelt. Wie entlastend die Therapie sein kann, zeigt die 1.000. Patientin Antonia Krißmer. Sie litt unter einem schweren Eisenmangel und fühlte sich im Alltag kaum belastbar. Nach der Infusion habe sie sich deutlich stabiler gefühlt. Am 8. Februar 2026 kam ihr Sohn Levi gesund zur Welt.

Sicherheit durch engmaschige Überwachung

Warum die Infusionstherapie bislang nicht flächendeckend etabliert ist, hat mehrere Gründe. „Ärztinnen und Ärzte sind bei der Behandlung von Schwangeren häufig zurückhaltend. Zudem verfügen vor allem die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen oft nicht über die notwendigen räumlichen, zeitlichen und personellen Ressourcen für eine eng überwachte Infusionstherapie. Deshalb wird die für sie weniger aufwändige Behandlung mit Tabletten bevorzugt“, erläutert Prof. Dr. Peter Kranke, der Leiter der geburtshilflichen und ­gynäkologischen Anästhesie am UKW. In Würzburg setzt man deshalb auf eine engmaschig überwachte Versorgung. Während der Infusion werden die Vitalzeichen permanent kontrolliert, zusätzlich erfolgt vor und nach der Gabe eine Ultraschalluntersuchung, um das Wohlbefinden des Kindes zu überprüfen. Schwere Komplikationen wurden bislang nicht beobachtet. Das Würzburger Konzept stößt inzwischen auch überregional auf Interesse. Regelmäßig hospitieren Fachleute aus ganz Deutschland in der Ambulanz.

Bild: Loomn Architektur Visualisierung | H.-P. Wuthenow (Modell)

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