Von A wie Aorta bis Z wie Zugangswege
Welchen Forschungsfragen die Herz-Thorax-Chirurgie auf den Grund geht.

Von A wie Aorta bis Z wie Zugangswege
Welchen Forschungsfragen die Herz-Thorax-Chirurgie auf den Grund geht.
Wie entsteht Herzschwäche – und zwar auf Ebene der Herzmuskelzelle und ihres Stoffwechsels? Was verändert sich im Blutfluss, wenn wir Klappen ersetzen oder ein Kunstherz einsetzen? Diesen Fragen geht Gloria Färber mit ihrem Team nach – an der Schnittstelle von OP-Saal, Bildgebung, Patientenkontakt und Forschungslabor. Ziel ist es, Krankheitsmechanismen zu verstehen und Therapien langfristig noch passgenauer, sicherer und besser zu machen.
Im Fokus der Forschung steht unter anderem die Herzinsuffizienz: Was genau passiert in der Herzmuskelzelle, genauer gesagt mit dem Stoffwechsel der Zelle, wenn sie nicht mehr genug Energie bereitstellen kann? Das Team untersucht menschliches Gewebe und vernetzt sich mit Partnern auf nationaler und internationaler Ebene, um die Ursachen der Volkskrankheit, deren Folgen die Forschenden täglich in der Klinik sehen und behandeln, besser zu verstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Strömungsmechanik im Blutkreislauf. „Wenn das Herz Blut pumpt, erzeugt es auch eine Pulswelle, die sich über die Arterien im ganzen Körper ausbreitet“, erläutert Färber. Erkrankungen von Herzklappen, Herzmuskel oder Hauptschlagader, aber auch die Veränderungen nach Herzoperationen können den Blutfluss und die Pulswelle beeinflussen. Unter diesen Aspekten untersucht ihre Arbeitsgruppe Verschleißmechanismen und Haltbarkeit – gemeinsam mit Spezialisten für Bildgebung und Blutbestandteile.
Auch in klinischen Studien ist Färber mit ihrem Team im Rahmen von internationalen Netzwerken aktiv. In Zusammenarbeit mit Studienzentren weltweit geht es darum, die Herzmedizin weiter voranzubringen. Von A wie Aorta bis Z wie Zugangswege (im Sinne minimalinvasiver Verfahren) stehen schonende, langlebige und möglichst risikoarme Therapiekonzepte im Mittelpunkt ihrer Forschung. Zusammen mit der Europäischen Gesellschaft für Herz-Thorax-Chirurgie (EACTS) erstellt sie Behandlungsleitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten, um so bewährte Standards auch in Deutschland zu etablieren.