Biobank-Erweiterung stärkt die Forschung
Anfang Mai wurde ein Eckpfeiler für die medizinische Forschung am UKW feierlich eröffnet: Mit mehr Platz und modernsten Technologien kann die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wertvolle humane Bioproben bereitstellen.

Bei der feierlichen Einweihung am 8. Mai 2026 (von links): Philip Rieger (Kaufmännischer Direktor des UKW), Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor der UKW), Prof. Dr. Roland Jahns (Leiter der ibdw), Dr. Uwe Klug (Kanzler der JMU Würzburg) und Dekan Prof. Dr. Matthias Frosch.
Die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw) hat ihre technische Infrastruktur gezielt ausgebaut und damit die Voraussetzungen für zukünftige Entwicklungen gestärkt. Neben den bestehenden –80 °C-Lagern können Bioproben nun auch in einem automatisierten Hochleistungslagersystem in der Gasphase von flüssigem Stickstoff bei –185 °C aufbewahrt werden. Ergänzend ermöglicht ein automatisierter Arbeitsplatz die Verarbeitung bei –100 °C ohne Unterbrechung der Kühlkette. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern verbessert auch den Arbeitsschutz für die Mitarbeitenden. Gleichzeitig setzt die ibdw auf eine umweltfreundlichere Technologie ohne den Einsatz von ozon- und klimaschädlichen Kältemitteln.
Mit den Anforderungen der Forschung wachsen
„Unsere Biobank arbeitet seit über zehn Jahren erfolgreich und hat sich als verlässlicher Partner der Forschung etabliert“, schildert Prof. Dr. Roland Jahns. Der Direktor der ibdw fährt fort: „Die jetzige Erweiterung erlaubt uns – dank der Unterstützung des UKW und der Würzburger Universität – insbesondere unseren onkologischen Verbünden wie dem Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen ein besseres Leistungsspektrum und mehr Lagerkapazität anzubieten.“ Der aktuelle Ausbau sei ein klares Signal, mit dem der steigende Bedarf der medizinischen Forschung an hochwertigen Bioproben und stabilisierten humanen Zellen auch zukünftig gedeckt werden könne.
Die Bauarbeiten erstreckten sich über zwei Jahre und wurden im laufenden Betrieb umgesetzt. Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen ist die Technik der Biobank modular aufgebaut. Das System lässt sich flexibel an steigende Probenzahlen und neue wissenschaftliche Anforderungen anpassen. Unterschiedliche Probenformate können integriert und bestehende Labor- sowie Automationssysteme problemlos angebunden werden.
Ein weiterer Aspekt ist die lückenlose Dokumentation: Jeder Verarbeitungsschritt einer Probe bleibt über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eindeutig nachvollziehbar – von der Einlagerung bis zur späteren Nutzung in der Forschung. Sensible Patientendaten bleiben dabei geschützt.
Investition in die Medizin von morgen
Neben dem UKW hat sich auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg an den Kosten im sechsstelligen Bereich maßgeblich beteiligt. Institutionen wie das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) unterstützen die Weiterentwicklung von Biobanken durch die Förderung von Fachpersonal und die Etablierung gemeinsamer Standards. Der Standort Würzburg ist in diese überregionalen Strukturen eingebunden.
Die neuen Kryolager schützen das Personal und ermöglichen eine weitgehende automatisierte Lagerung von Bioproben.
Neuer Professor für Medizinische Datenwissenschaften
Zum 16. März 2026 wurde Prof. Dr. Rüdiger Pryss auf den Lehrstuhl für Medizinische Datenwissenschaften am Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Uni Würzburg berufen. Bereits zuvor war er dort als Professor für Medizininformatik tätig.
Seine Forschung verbindet zentrale Themen der digitalen Medizin mit modernen datenwissenschaftlichen Methoden. Im Fokus stehen insbesondere digitale Gesundheitsanwendungen, mobile und sensorgestützte Systeme sowie die Analyse von Nutzungs- und Versorgungsdaten. Pryss entwickelt und evaluiert datengetriebene Anwendungen, die dazu beitragen, Krankheitsverläufe besser zu verstehen und Therapien gezielter zu gestalten. Dabei spielen auch Fragen der Qualitätssicherung, regulatorische Anforderungen sowie die Integration unterschiedlicher Datenquellen eine wichtige Rolle.
Sichere Daten als Grundlage für Innovation
Auch am UKW übernimmt Pryss zentrale Aufgaben: Seit März 2026 leitet er dort die Treuhandstelle und verantwortet damit den datenschutzkonformen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Zudem ist er wissenschaftlicher Leiter des Datenintegrationszentrums, das eine zentrale Infrastruktur für die Nutzung klinischer Daten in Forschung und Versorgung bereitstellt.
Darüber hinaus ist Pryss in nationale Netzwerke wie das Netzwerk Universitätsmedizin und die Medizininformatik-Initiative eingebunden. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, medizinische Daten besser zu vernetzen und für innovative Forschungsansätze nutzbar zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Nutzung digital erhobener Gesundheitsdaten.
Neben Forschung und Infrastruktur engagiert sich Pryss auch in der Lehre: Mit Formaten wie „Digitalisierung in der Medizin“ oder „KI-Anwendungen in der Medizin“ bereitet er Würzburger Studierende frühzeitig auf die Anforderungen einer zunehmend datengetriebenen Medizin vor.
Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung stärkt Pryss die Medizinischen Datenwissenschaften in Würzburg und trägt dazu bei, die digitale Transformation im Gesundheitswesen aktiv voranzubringen.

Prof. Dr. Rüdiger Pryss (links) bei der Übergabe der Urkunde mit Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli.
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Die Mitte März 2026 erschienene Ausgabe der Publikationsreihe „Gesundheit“ des Nachrichtenmagazins Focus enthält die Neuauflage der „Focus-Ärzteliste“. Unterteilt ist das umfangreiche Tabellenwerk in 126 Fachbereiche, wie Neonatologie, Unfallchirurgie oder Tumoren des Verdauungstrakts. In 50 dieser Spezialisierungen finden sich die Namen von insgesamt 32 Ärztinnen und Ärzten des UKW, da manche Expertinnen und Experten mehrfach empfohlen werden.
Unter den in der Focus-Ärzteliste 2026 genannten über 30 Expertinnen und Experten des UKW findet sich auch Prof. Dr. Andreas Buck (rechts), dieser in den Bereichen „Nuklearmedizin“ und „Endokrinologie & Fettstoffwechsel“.
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Unter den in der Focus-Ärzteliste 2026 genannten über 30 Expertinnen und Experten des UKW findet sich auch Prof. Dr. Andreas Buck (rechts), dieser in den Bereichen „Nuklearmedizin“ und „Endokrinologie & Fettstoffwechsel“.
Bilder: Jörg Fuchs, Gunnar Bartsch | Illustration: Natali S - stock.adobe.com | Alexander Limbach - stock.adobe.com