Aktuelle Meldungen

Organspende: Bundestagsabgeordnete diskutierten am Uniklinikum Würzburg

Zustimmungs- oder Widerspruchslösung? Bundestagsabgeordnete berieten sich mit Experten des Uniklinikums Würzburg und einem Betroffenenvertreter über die Zukunft der Organspende in Deutschland.

 

Nur 36 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. Die Zahl der gespendeten Organe deckt den Bedarf in Deutschland bei weitem nicht ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn strebt deshalb eine „doppelte Widerspruchslösung“ an. Demnach sollen alle Volljährigen als Organspender gelten, ein Widerspruch ist aber jederzeit durch den Betroffenen oder seine nächsten Angehörigen möglich. Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt. Der Gesetzentwurf der Neuregelung wird kontrovers diskutiert – auch am Uniklinikum Würzburg (UKW). So trafen sich am 2. Dezember dieses Jahres die Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar, Paul Lehrieder und Prof. Dr. Andrew Ullmann mit Experten des Klinikums zu einer Gesprächsrunde zu diesem Themenkomplex. Von Seiten der Betroffenen nahm Heiner Röschert teil, der seit dem Jahr 2016 einem Netzwerk für Angehörige von Organspendern vorsteht.

Die Teilnehmer/innen tauschten in einer lebhaften Diskussion ihre Argumente für und gegen die Zustimmungs- und die Widerspruchslösung aus. Konsens bestand in dem Wunsch nach einem Rahmen, in dem sich jede/r Einzelne zur Organspende positioniert – ansonsten werden die Angehörigen zur Entscheidung gezwungen.

„Wir freuen uns immer, wenn sich Politikerinnen und Politiker gerade bei so wichtigen gesundheitspolitischen Weichenstellungen für unsere praxisnahen Perspektiven interessieren“, betont Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, und fährt fort: „Dabei hoffen wir, dass wir stichhaltige Argumente liefern und zu profunden Entscheidungen beitragen können.“

Die zweite und dritte Lesung des aktuellen Gesetzentwurfes wird für die erste Sitzungswoche des Bundestages im Januar 2020 erwartet.

 

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Uniklinikum Würzburg ausgezeichneter Partner beim Dualen Studium

Das Uniklinikum Würzburg erhielt von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg den diesjährigen „Dualen Partner Award“ in der Kategorie Gesundheit.

 

Praxisphasen sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW, Stuttgart). Schließlich bestreiten die Studierenden die Hälfte ihres Studiums beim Praxispartner. Vor diesem Hintergrund zeichnet die DHBW jährlich Praxispartner aus, die in den Kernfeldern Theorie-Praxis-Transfer, Betreuungskonzept und Unterstützungsmaßnahmen zu Studienbeginn besonders überzeugen können. Mit seinem Konzept „1000 Wege. Deine Entscheidung – das vielfältige Duale Studium am Universitätsklinikum Würzburg“ gewann das mainfränkische Krankenhaus der Supramaximalversorgung in diesem Jahr den „Dualen Partner Award“ in der Kategorie Gesundheit.

Die Jury hob unter anderem die eng verzahnten Rückmeldungsmechanismen am Würzburger Uniklinikum hervor: Dank regelmäßiger Feedbackgespräche und bereichsübergreifender Präsentationen vor Führungskräften lernen die Studierenden von Anfang an, sich im Arbeitsalltag zurechtzufinden. In diesem Theorie-Praxis-Transfer erwerben sie sowohl soziale, wie auch fachliche Kompetenzen.

Daneben lobte die Jury die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Studierenden während der Praxisphasen. Durch diese lernen sie den kompletten Prozess der Patientenbehandlung kennen und sind nach ihrem Studium bestens für ihre Tätigkeit am Klinikum ausgebildet.
Die Preisverleihung fand am 28. November 2019 vor mehr als 200 Gästen im Beisein der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in Stuttgart statt. Verliehen wurde der Award in insgesamt neun Kategorien. Eine Fachjury hatte zuvor aus mehr als 100 Einreichungen 33 Konzepte nominiert und schließlich neun Gewinner gekürt.

 

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Uniklinikum Würzburg als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet

Der Lohn eines mittlerweile gut einjährigen kooperativen Prozesses: Das bundesweite Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ zeichnete das Uniklinikum Würzburg bei einem Festakt in Gegenwart von Landtagspräsidentin a.D. Barbara Stamm und Oberbürgermeister Christian Schuchardt als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ aus.

 

Das Datum war mit Bedacht gewählt: Am 5. Dezember 2019, dem internationalen Tag des Ehrenamtes, überreichte Antje Liesener, Koordinatorin des bundesweiten Netzwerks „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ die Urkunde zum „Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus“ an Prof. Dr. Georg Ertl, den Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW). Dies war der vorläufige Höhepunkt eines aufwändigen Prozesses, in dem das unterfränkische Krankenhaus der Supramaximalversorgung seit gut einem Jahr danach strebt, seine Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe noch weiter zu optimieren.

Als Leitschnur auf diesem Weg dienten vom Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung“ vorgegebene Qualitätskriterien. Diese wurden von Vertreter/innen aus Selbsthilfegruppen, von Mitarbeiter/innen der Selbsthilfekontaktstellen des Aktivbüros der Stadt Würzburg und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Unterfranken e.V. sowie von UKW-Beschäftigten in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Leben gefüllt.

Selbsthilfe als anerkannter Partner in der Patientenbetreuung

„Wir sind nicht mehr dasselbe Krankenhaus wie vor dem Prozess für die heutige Auszeichnung“, sagte Prof. Ertl vor den rund 200 Gästen des Festakts im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin des UKW. So seien die Voraussetzungen geschaffen und vielfach schon umgesetzt worden, dass von nun an das Erfahrungswissen und die Betroffenenkompetenz der Selbsthilfe noch stärker und strukturierter in das ärztliche und pflegerische Handeln am UKW einfließen können. Dr. Renate Fiedler, eine der beiden Selbsthilfevertreterinnen des UKW, drückte es so aus: „Die Selbsthilfe hat ihr Schattendasein beendet und ist nun ein anerkannter Partner in der Patientenbetreuung am Uniklinikum Würzburg.“

Antje Liesener betonte in ihrer Ansprache die gewaltigen Dimensionen, die ein solcher kooperativer Prozess an einem so großen Krankenhaus, wie dem UKW, einnimmt. „Diese Auszeichnung ist wortwörtlich schwer verdient“, unterstrich die Netzwerkkoordinatorin und fuhr fort: „Sie signalisieren damit: Bei uns steht wirklich der Mensch im Mittelpunkt.“


Weitere Zitate von Redner/innen des Festakts:

„Die Selbsthilfe ist eine wichtige Stütze im Gesundungsprozess. Über das sogenannte Empowerment hat sie nachweislich positive Effekte auf die Lebensqualität und -länge der Betroffenen.“
Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg

„Die Auszeichnung des Uniklinikums Würzburg ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg der Selbsthilfe in Würzburg.“
Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg.

„Heute ist nicht der Abschluss, sondern ein Schritt in einem Prozess.“
Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg

„Ich hoffe, dass das Uniklinikum Würzburg als Leuchtturmprojekt in die gesamte Region ausstrahlt.“
Kathrin Speck, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Unterfranken

„Heute wissen auch die Krankenkassen: Wenn es die Selbsthilfe nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Das war nicht immer so.“
Barbara Stamm, Bayerische Landtagspräsidentin a. D.

 

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Bestnote für 3. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz

Erst kürzlich wurde die dritte Auflage der Nationalen Versorgungs-leitlinien (NVL) zur chronischen Herzinsuffizienz veröffentlicht. Erstmalig hat mit dieser NVL eine Leitlinie den Rekordwert von 15 von 18 möglichen Punkten bei Leitlinienwatch erreicht. Die Initiative bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Als 181. bewertete Leitlinie wurde die NVL in der nun aktualisierten Fassung mit dieser Bestnote bewertet und das, obwohl 20 von 35 Leitlinienautoren Interessenkonflikte angaben. Laut Leitlinienwatch wurden diese jedoch in der NVL-Gruppe detailliert diskutiert und dokumentiert. Insgesamt bescheinigt Leitlinienwatch der NVL-Gruppe einen sehr transparenten Umgang mit diesem sensiblen Problem. Mit Prof. Dr. Georg Ertl und Prof. Dr. Stefan Störk kommen zwei der Autoren der NVL aus dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI).

„Eine wesentliche Aufgabe des DZHI ist auch, aktuelle Forschungsergebnisse in die Patientenversorgung zu bringen. Eine Maßnahme dafür ist es, diese in Leitlinien einzubringen, in diesem Fall in die für Deutschland besonders wichtige Nationale Versorgungsleitlinie“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direkter des Universitätsklinikums Würzburg und Gründer des DZHI.

Nationale Versorgungsleitlinien sind Entscheidungshilfen für Ärzte über die angemessene Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen im Rahmen der strukturierten medizinischen Versorgung und damit eine Orientierungshilfe im Sinne von Handlungs- und Entscheidungs-vorschlägen, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss.

„In der dritten Ausgabe haben wir die Inhalte zu Diagnostik, Therapieplanung, nicht-medikamentöser Therapie, Komorbiditäten, akuter Dekompensation, Rehabilitation und Palliativversorgung komplett überarbeitet“, erklärt Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz und Klinischen Forschung am DZHI. „Die Leitlinie wurde unter Einbeziehung von mehr als 20 Fachdisziplinen und Patientenvertretern erarbeitet. Sie fokussiert insbesondere auf die Übergänge zwischen primär- und spezialfachärztlicher Versorgung sowie zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. So wird insbesondere auch der Einsatz von spezialisiertem Herzinsuffizienz-Assistenz-Personal empfohlen. Damit ist die Leitlinie ein zentrales Element der Versorgung von herzinsuffizienten Menschen im ambulanten Bereich.“

Die Leitlinie, Patientenmaterialien und weitere Dokumente sind frei verfügbar auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) www.herzinsuffizienz.versorgungsleitlinien.de. Das ÄZQ ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Es unterstützt die Gesellschafter bei der Förderung und Sicherung der Qualität der ärztlichen Berufsausübung.

Leitlinienwatch.de ist eine gemeinsame Initiative von Mezis, NeurologyFirst und Transparency International Deutschland. Die Initiative bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Ihr Punktesystem bewertet Maßnahmen, mit denen der Einfluss von Interessenkonflikten reduziert wird. Die dritte Auflage der NVL Herzinsuffizienz wurde mit einer Bestnote ausgezeichnet, obwohl die Bewerter den hohen Anteil der kardiologischen Experten mit mutmaßlich Leitlinien-relevanten Interessenkonflikten weiterhin kritisch sehen. Die Heranziehung der erheblich interessenkonfliktbelasteten Leitlinien der European Society of Cardiology und anderer kardiologischer Leitlinien als Quell-Leitlinien sei nicht unproblematisch. „Jedoch werden nach unseren Stichproben diese Quellen kritisch und differenziert bewertet“, heißt es in dem Kommentar. „Auch sonst werden verschiedene Maßnahmen zur Reduktion industrieller Einflussnahme getroffen. Darunter sind insbesondere die unabhängige Leitlinienkoordination sowie die Evidenzaufbereitung durch unabhängige Methodiker des ÄZQ positiv hervorzuheben.“

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF und hier ein Informationsblatt des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zu den wichtigsten Änderungen der 3. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz.

 

 

Begeisterte Kinder spielen, wo Mama und Papa arbeiten

Basteln, Spielen, Entdecken und dabei Lernen: Unter diesem Motto stand der dritte Kindermitbringtag am UKW am 20. November 2019.

Für die 49 Kinder jagte ein Abenteuer das nächste: Erst eine Entdeckungsreise durch die Kinderchirurgie, dann ging es zum Gipsen in die Zentrale Notaufnahme. Der Oberkurs der Physiotherapieschule hatte bewegungstherapeutische Lauf-, Hüpf und Denkspiele entwickelt, die die Kinder begeistert ausprobierten.

Kreativ sein und lernen

Für weihnachtliche Stimmung sorgte das Engelbasteln mit Naturmaterialien und Gips gemeinsam mit der Ergotherapie. Neben dem Ausleben ihrer Kreativität konnten die Kinder so auch ihre motorischen Fähigkeiten testen.

Abschließend sahen sich die Kinder einen Film über den Blutkreislauf an und erlernten in einem Mini-Kurs die Grundlagen der Wiederbelebung. Prof. Ralf-Ingo Ernestus hieß als Stellvertretender Ärztlicher Direktor die Kinder herzlich willkommen.
Ein gesundes Frühstück, Zwischensnacks, Getränke und ein leckeres Mittagessen für die wissbegierigen Kleinen ergänzten das Programm und sorgten für die nötige Grundlage dieses ereignisreichen Tages.

 

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Würzburg randomisiert 100. Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz

Ob er die Tablette mit dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin bekommt oder ein Placebo, ein Scheinmedikament ohne Wirkung, weiß weder der Patient noch das Studienteam des Uniklinikums Würzburg. Doch die Hoffnung ist groß, dass die Studie künftig vielen Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung hilft. Ernst Sawitsch (73) ist der hundertste Teilnehmer, der heute am Uniklinikum Würzburg für die internationale klinische EMPA-KIDNEY Studie randomisiert wurde, also auf eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe verteilt wurde. Er ist einer von 5.000, an denen weltweit untersucht wird, ob die tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW) koordiniert.

In der großen klinischen EMPA-REG OUTCOME Studie, in der Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und Typ-2-Diabetes untersucht wurden, haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische Studien wie EMPA-KIDNEY auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Sie sollen zeigen, ob das Diabetes-Medikament Empagliflozin auch bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung einen Herz- und Nierenschutz aufweist.

„Wir haben große Hoffnungen, dass Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringern und schlussendlich Leben retten kann“, sagt Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung und der Nephrologie am UKW.

Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. In Deutschland nehmen 35 Zentren an der EMPA-KIDNEY Studie teil. Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt. Bis Ende 2019 sollen bundesweit insgesamt 1.250 Patienten rekrutiert werden. „Die Studienteilnehmer werden innerhalb der ersten sechs Monate zu drei Zeitpunkten im Studienzentrum gesehen und im weiteren Studienverlauf alle sechs Monate. Bei jeder Studienvisite werden Blutdruck und Nierenfunktion gemessen und Informationen zum Gesundheitsstatus erfasst. Bei einigen Visiten wird zusätzlich der Spontanurin untersucht“, erklärt die Studienärztin Dr. Susanne Brenner.

Für den hundertsten Probanden, Ernst Sawitsch, ist die Teilnahme an der Studie eine Selbstverständlichkeit. „Ich sehe darin einen großen Wert, nicht nur für mich, auch für andere“, äußert der 73-Jährige. Der Schausteller hat seit den 1980er Jahren bereits vier Herzinfarkte erlitten. Die daraus resultierende Herzschwäche und die zahlreichen Tabletten haben seine Nieren geschwächt. Durch die Studie erhofft er sich, dass er seinen augenblicklich stabilen Gesundheitsstand halten und noch viele Jahre auf dem Weihnachtsmarkt in Würzburg Mützen und Schals verkaufen kann.

Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetespatienten entwickelt. Der SGLT-2 Hemmer (Natrium-Glukose-Transporter-2-Hemmer) sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Gleichzeitig werden Niere und Kreislauf entscheidend entlastet. „Unser Lebensstil ist von zu hohem Kohlenhydrat- und Zuckerkonsum bei unzureichender Bewegung geprägt, weshalb Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zunehmen, die wiederum zu Herz- und Nierenerkrankungen führen“, resümiert Dr. Susanne Brenner. „SGLT-2-Hemmern scheinen diese Erkrankungsspirale zu durchbrechen.“

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Das EMPA-KIDNEY-Team am Uniklinikum Würzburg begrüßt den 100sten Probanden in der Studie zum Herz- und Nieren-schutz. Von links nach rechts: Dr. Susanne Brenner, Dr. Maria Lazariotou, Anja Knoppe, Ernst Sawitsch, Dr. Sharang Ghavam-pour und Katrin Weyer. Auf dem Bild fehlen Kirsten Hofmann und Prof. Dr. Christoph Wanner. © Kirstin Linkamp

Seit 30 Jahren treuer Blutspender des Uniklinikums Würzburg

Joachim Brennfleck zählt zu den besonders treuen „Partnern“ des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg: Seit mittlerweile 30 Jahren spendet er regelmäßig Blut – und rettet dadurch vielen Menschen das Leben.

 

70 Prozent aller Menschen brauchen mindestens einmal im Leben Blutprodukte, aber nur fünf Prozent spenden Blut. Ein besonders langjähriger Blutspender ist Joachim Brennfleck (Jahrgang 1968): Seit dem Jahr 1989 kommt er alle vier bis fünf Wochen ans Uniklinikum Würzburg (UKW) und gibt seinen Lebenssaft für die Allgemeinheit. Bei seinem jüngsten Spendenaufenthalt am Klinikum am 25. November 2019 dankten ihm die Beschäftigten des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie im Namen der vielen Empfänger herzlich für dieses 30-jährige Engagement.

Der Beginn der Blutspender-Kariere von Joachim Brennfleck war allerdings eher zufällig. Er erinnert sich: „Meine damalige Freundin und heutige Frau war seinerzeit schon Blutspenderin und ich kam mehrfach als Begleitung und Fahrer mit. Irgendwann sprachen mich die Schwestern im Wartezimmer an, ob ich nicht auch spenden wolle.“

Bislang 225 Mal Blut gespendet

Aus dem ersten Mal wurden für ihn mittlerweile 225 Spenden – und alle ausschließlich am UKW. Etwa alle vier bis fünf Wochen nimmt er eine rund 40 km weite Anfahrt auf sich, um dann rund eine Stunde lang Thrombozyten und Plasma zu spenden. Hinzu kommt die Zeit für die erforderlichen Gesundheitsuntersuchungen vorab. „Da ich im Schichtdienst arbeite, kann ich den Gesamtaufwand von knapp vier Stunden in meinem Leben recht gut unterbekommen“, erläutert Brennfleck, der pro Sitzung eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro erhält. Die Blutentnahmen hat er in den drei Jahrzehnten immer problemlos vertragen.

Angenehme Atmosphäre am Institut

Besonders schätzt er das gute Verhältnis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Transfusionsmedizin. „Mittlerweile kennt man sich sehr gut, wir finden immer ein nettes Gesprächsthema und es gibt auch immer wieder etwas zu lachen“, beschreibt der „Stammkunde“. Vor dem Hintergrund dieser guten Erfahrungen hat er nach eigenen Angaben schon etliche Freunde und Bekannte animieren können, selbst Blutspender/in zu werden. Und wie lang soll das für ihn selbst noch so weitergehen? „Im Moment plane ich, die 300 Spenden am Uniklinikum Würzburg vollzumachen und dann mit etwa 60 Jahren aufzuhören“, kündigt Joachim Brennfleck an. Außer seinem „Dienst“ als Blutspender ließ er sich zwischenzeitlich auch beim NETZWERK HOFFNUNG, der Stammzellspenderdatei des UKW, als potenzieller Stammzellspender registrieren.

Der Bedarf ist hoch wie nie

„Verlässliche Spender wie Herrn Brennfleck brauchen wie heute mehr denn je“, sagt Prof. Dr. Markus Böck. Nach Angaben des Direktors des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des UKW steigt der Bedarf an Blutprodukten stetig. So werden zum Beispiel immer kompliziertere Operationen möglich, immer mehr schwer verletzte Unfallopfer erreichen lebend die Krankenhäuser und immer aufwändigere Transplantationen werden durchgeführt. „Allein am UKW transfundieren wir aktuell pro Jahr mehr als 30.000 Blutkonserven. Würden diese nicht zur Verfügung stehen, würden viele Menschen sterben“, betont Prof. Böck.

Interessierte Spender wenden sich bitte an die Anmeldung der Blutspende unter Tel: 0931 / 201-31230.

 

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