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Parkinson-Chatbot jAImes im Sicherheitstest

Würzburger Neurologen werteten mehr als 2.000 Gespräche mit jAImes aus. Die Ergebnisse zeigen, wie sicher der KI-Assistent ist und warum eine kontinuierliche Kontrolle wichtig bleibt

Strichmännchen und daneben der Schriftzug Parkinson Chatbot jAImes

Würzburg. Wer kennt es nicht: Man sitzt vor seiner Ärztin oder seinem Arzt, hat ein Dutzend Fragen, aber nicht genügend Zeit, diese zu stellen, traut sich nicht, vergisst die Hälfte oder man kann sich die Antworten nicht richtig merken. Zwar können klassische Suchmaschinen wie Google oder Dialoge mit KI-gestützten Chatbots wie ChatGPT hilfreiche Informationen zur Erkrankung liefern, sie können aber auch falsche Schlüsse ziehen oder unnötige Ängste auslösen. Der größte Nachteil ist jedoch, dass die Nutzerinnen und Nutzer im Netz sehr persönliche Gesundheitsdaten preisgeben, ohne genau zu wissen, wie ihre Informationen verarbeitet, gespeichert oder später verwendet werden. Eine ärztliche Schweigepflicht gibt es hier nicht. 

Geprüftes Wissen statt beliebiger Internetsuche

Doch was wäre, wenn der KI-Assistent nicht kommerziell wäre, das Gespräch anonym verliefe, die Fragen weder mit einem Namen noch mit einem Konto in Verbindung gebracht werden könnten und die Antworten zudem ausschließlich wissenschaftlich evaluiert wären? Diese Idee hatten Prof. Dr. Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und Vorstandsmitglied der Parkinson Stiftung, sowie PD Dr. Florian Lange, Funktionsoberarzt in der Neurologie am UKW, vor drei Jahren. Inzwischen gibt es „jAImes“ – einen KI-Chatbot für Parkinson. Sein Name verbindet den Vornamen des britischen Arztes James Parkinson, der die Krankheit 1817 erstmals systemisch beschrieb, mit AI, der Abkürzung für Artificial Intelligence (künstliche Intelligenz). 

Technisch entwickelt wurde der KI-Assistent von dem Berliner Informationswissenschaftler und KI-Experten Ssaman Mardi - Begründer der Plattform smardis.tech, die datenschutzenkonforme KI-Lösungen anbietet. Finanziert hat das Projekt die Parkinson Stiftung, die jAImes auch hostet, also ein Zuhause gibt. Für die Fütterung mit Wissen, also die wissenschaftliche Kuratierung, war und ist Florian Lange zuständig, der dabei von seinen Kollegen aus dem UKW und dem Beirat der Parkinson Stiftung unterstützt und kontrolliert wird. Somit greift jAImes ausschließlich auf geprüfte Informationsquellen zurück und erhält permanent neue wissenschaftliche Updates. Für die kontinuierliche Überwachung der Gespräche auf mögliche Sicherheitsprobleme entwickelte das Team CARE-LLM - ein Verfahren, mit dem sich problematische Antworten und Risiken anhand realer Gespräche systematisch erkennen lassen. 

Die meisten Antworten überzeugen – Fehler bleiben möglich 

Wie sicher jAImes nun tatsächlich ist, zeigte das Team jetzt, nach Auswertung der ersten rund 2.000 Gespräche mit mehr als 6.000 Nachrichten in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet Regional Health – Europe“. „Uns interessierte zunächst, ob jAImes falsche medizinische Auskünfte gibt, Risiken übersieht oder problematische beziehungsweise potenziell gefährliche Empfehlungen ausspricht“, sagt Florian Lange und gibt gleich Entwarnung: „Das tut er in der Regel nicht.“ 

Abgesehen von der positiven Bewertung durch mehr als 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzern fiel auch die automatisierte Prüfung der 2.035 Gespräche, die innerhalb der ersten 129 Tage nach dem Start des Chatboots am 11. November 2025 geführt wurden, positiv aus. 88,6 Prozent der Antworten des Chatbots wurden als gut eingestuft. 11 Prozent wurden als teilweise angemessen und nur 0,4 Prozent als unangemessen bewertet. Auffällige Gespräche wurden anschließend von den Neurologen überprüft. Darüber hinaus untersuchten die Experten stichprobenartig 100 Gespräche, die das automatisierte System zuvor als gut bewertet hatte. Dabei fanden sie vier weitere Fälle mit klinisch kritischen Fehlern. „Dazu gehörte zum Beispiel, dass ein Medikament verwechselt wurde“, sagt Lange. Da jAImes konzeptionell keine Medikamentenempfehlungen gibt, ergeben sich daraus keine Risiken für die Nutzerinnen und Nutzer. Der Chatbot darf lediglich aufzählen, welche Medikamente es für diese und jene Beschwerden gibt, und die Empfehlung aussprechen, mit dem Arzt oder der Ärztin darüber zu reden. 

Warum die Sicherheit laufend überprüft werden muss

Was Lange umtreibt ist ein Gespräch, in dem eine Person Suizidgedanken äußerte. In diesem einen Fall löste der Chatbot nicht die vorgesehene angemessene Reaktion zur Krisenintervention aus. „Diese und weitere Lücken haben wir mit jAImes 2.0 geschlossen“, versichert Lange. Dennoch wird die Sicherheit von jAImes auch weiterhin systematisch überprüft. Lange hätte die Person gern kontaktiert, doch das ist der Preis der Anonymität. 

„Mit unserer Studie zeigen wir grundsätzlich, dass ein speziell auf ein medizinisches Thema zugeschnittener Chatbot durchaus hilfreiche Informationen bereitstellen kann. Doch selbst bei einem KI-System, das auf geprüfte Informationsquellen zurückgreift, können Fehler auftreten. Umso wichtiger ist ein Verfahren zur kontinuierlichen Überwachung der Gesprächsverläufe“, resümiert Jens Volkmann. Er und sein Team erhalten derzeit täglich Anfragen zu jAImes. Sowohl aus anderen Ländern als auch aus anderen Fachgebieten kommt Interesse an dem smarten Butler. 

Potenzial über Parkinson hinaus 

„Das Spannende an unserem KI-Assistenten ist, dass er in vielen anderen medizinischen Fachbereichen eingesetzt werden kann, beispielsweise bei Herzinsuffizienz, Krebs oder Demenz“, sagt Volkmann. „Der Chatbot hat extrem viel Potenzial.“ 

Selbstverständlich kann ein KI-Chatbot die ärztliche Beratung nicht ersetzen. In der knappen Sprechstundenzeit lassen sich aber nicht alle Anliegen klären, und viele Fragen stellen sich erst danach, etwa abends, am Wochenende oder zwischen zwei Terminen. jAImes hilft zum Beispiel geduldig und kompetent rund um die Uhr dabei, den Durchblick im Versorgungsdschungel zu behalten, und unterstützt bei der Beantragung des Pflegegrades oder von Hilfsmitteln. „Das gibt uns in den Sprechstunden Zeit für andere Themen“, sagt Lange.

Was der Chatbot über die Bedürfnisse der Betroffenen verrät

Welche weiteren Themen den Patientinnen und Patienten neben den klassischen Symptomen am Herzen liegen, hat die erste Auswertung der Gespräche dem Team noch einmal vor Augen geführt. „Die Fragen im Chatbot sind medizinversorgungstechnisch hochinteressant“, berichtet Lange. „In meiner Sprechstunde geht es vorwiegend um Bewegungsstörungen. Doch jAImes vertrauen die Patientinnen und Patienten zahlreiche weitere Symptome an, von kognitiven Einschränkungen und sexuellen Funktionsstörungen über Schlafprobleme bis hin zu Halluzinationen und psychiatrischen Problemen.“ Der Neurologe zieht daraus den Schluss, dass er in seinen Sprechstunden viel mehr Fragen zur Lebensqualität stellen muss. Auch die Parkinson Stiftung hat bereits reagiert und passt ihr Informationsmaterial entsprechend an. 

„Mit jAImes machen wir den ersten Schritt hin zu einem digitalen Ökosystem für Menschen mit Parkinson. Unser Ziel ist, verlässliches Wissen, Orientierung und Zugang zur Forschung an einem Ort zu bündeln. Als nächstes Modul entwickeln wir einen Trial-Finder, der Patientinnen und Patienten hilft, passende Studien zu finden“, so Prof. Dr. Dirk Woitalla, Vorsitzender des Vorstands der Parkinson Stiftung. 

Wer mit jAImes ins Gespräch kommen möchte, trifft den KI-Assistenten auf der Startseite der Parkinson Stiftung sowie unter folgenden Link: https://www.parkinsonstiftung.de/chatbot/

Am 17. November um 18 Uhr stellt zudem Ssaman Mardi in einem Online-Seminar der Parkinson Stiftung vor, wie der Chatbot jAImes funktioniert. Weitere Informationen: https://www.parkinsonstiftung.de/online-akademie

Publikation: Florian Lange, Ssaman Mardi, Tobias Binder, Martin M. Reich, Thorsten Odorfer, Jens Volkmann, Real-world use and evaluation of a generative AI chatbot for Parkinson's disease information: a prospective observational study, The Lancet Regional Health - Europe, Volume 70, 2026, 101866, ISSN 2666-7762, https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2026.101866

Strichmännchen und daneben der Schriftzug Parkinson Chatbot jAImes

Virtuell trainieren, Leben retten

Ohne Einsatz von Tieren Magenblutungen realitätsnah behandeln lernen.

Der am Universitätsklinikum Würzburg entwickelte Simulator OPTESK ermöglicht ein realitätsnahes Training endoskopischer Notfalleingriffe – ohne Risiko für Patientinnen und Patienten und ohne den Einsatz von Tieren.

 

Gruppenbild der Arbeitsgruppe in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin
Die AG InExEn wird geleitet von Prof. Dr. Alexander Hann (Mitte in weißem Kittel), rechts neben ihm steht die Ärztin Jana Theile, ganz links im Bild ist Game Developerin Annika Köhler, ganz rechts Hardware Engineer Irshath Ali Syed. © Daniel Peter / UKW
Annika Köhler ist von hinten zu sehen, sie trägt eine VR-Brille und hält das Endoskop in der Hand, an der Wand ist die virtuelle Welt einer endoskopischen Behandlung projiziert.
Annika Köhler testet den VR-Simulator OPTESK, das aus drei Teilen besteht: der VR Brille (die Sicht ist hier auf den Monitor projiziert), dem Endoskop mit einem langen Schlauch, an dessen Ende die Kamera ist sowie der am Tisch befestigten Sensoreinheit. © Daniel Peter / UKW
Nahaufnahme Endoskop, das in der Hand der Anwenderin liegt. Im Hintergrund der Bildschirm eines Laptops mit der virtuellen Welt.
Über die Räder am Handstück kann die Spitze des Endoskops nach links, rechts, oben und unten bewegt werden. © Daniel Peter / UKW

Würzburg. Magenblutungen sind ein häufiger und potenziell lebensbedrohlicher Notfall. Sie erfordern eine schnelle und sehr präzise Behandlung mittels Endoskopie. Da eine praktische Ausbildung unter direkter Anleitung nur begrenzt möglich ist und oft auf lebende Tiermodelle beschränkt bleibt, bietet das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) mit dem Virtual Reality (VR)-Simulator OPTESK nun eine offen zugängliche Alternative zum Training am Tier, unter dem Leitgedanken des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine; auf deutsch: Vermeiden, Verringern, Verbessern). Die Evaluation des Trainingssimulator zur Behandlung von Magenblutungen wurden im Journal Bioelectronic Medicine veröffentlicht.

Medizinisches Wissen trifft auf technische Expertise

OPTESK steht für „Offene Plattform zur tiermaterialfreien endoskopischen Simulation und Komplikationsmanagement“. Das System wurde von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe InExEn unter der Leitung des Gastroenterologen Prof. Dr. Alexander Hann entwickelt und besteht aus einer Kombination herkömmlicher Endoskope, handelsüblicher Virtual Reality-Brillen und der eigens entwickelten OPTESK-Hardware. 

Neben Hann vertritt Jana Theile die medizinische Perspektive in der Arbeitsgruppe. Die Aufgabe der technikbegeisterten Ärztin bestand im Projekt OPTESK vor allem darin, die Anforderungen an den VR-Simulator sowie das medizinische Verständnis an ihre Kolleginnen und Kollegen zu vermitteln. Zum Team OPTESK zählen außerdem die Game Developerin Annika Köhler sowie die Ingenieure Irshath Ali Syed und Joel Troya. Kontinuierlich begleitet wurde das Vorhaben von Dr. Stavros Dimitriadis, Gastroenterologe in Thessaloniki, der seine langjährige klinische Erfahrung sowie seine Expertise im Bereich Simulatoren und Endoskopie Training in das Projekt einbrachte. Erst durch das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Fachkenntnisse wurde OPTESK Wirklichkeit.  

Vom CT-Bild zum virtuellen Magen

Zunächst einmal galt es, ein realistisches virtuelles Magenmodell zu gestalten, mit dem die Nutzerinnen und Nutzer interagieren können. Hier kam die Bildgebung von Jan-Peter Grunz ins Spiel, Professor für Muskuloskelettale Radiologie am UKW: „Die Computertomographie ermöglicht es uns, auch komplexe dreidimensionale Strukturen mit hoher räumlicher Auflösung darzustellen. Bei OPTESK konnten wir diese Technologie einmal ganz anders einsetzen als in der klinischen Diagnostik, nämlich als Grundlage für die Entwicklung einer virtuellen Trainingsumgebung.“ Die hochauflösenden Photon-Counting-CT-Untersuchungen von speziellen Phantomen bildeten für Annika Köhler die Grundlage für 3D-Modellierungen des oberen Magen-Darm-Traktes. Neben dem gastrointestinalen Trakt gestaltete die Game Developerin Läsionen, also Veränderungen der normalen Magenwand mit assoziierten Blutungen, sowie medizinische Instrumente wie das Endoskop und weitere Werkzeuge. Bei der Entwicklung der simulierten Interaktionen, beispielsweise der Rotation und der Vorschub- und Rückzugsbewegung des Endoskops, wurde sie von Irshath Ali Syed unterstützt. Der Ingenieur widmete sich im Projekt der anspruchsvollen Aufgabe der sensorbasierten Erfassung von Bewegungen und Position des Endoskops.

Jan Peter Grunz: „Besonders spannend finde ich, wie hier medizinische Bildgebung, Ingenieurwissenschaften und Softwareentwicklung zusammenkommen, um neue Möglichkeiten für eine realitätsnahe und zugleich tiermaterialfreie medizinische Ausbildung zu schaffen.“

Eine virtuelle Welt, die den Ernstfall simuliert

Jana Theile evaluierte während der Entwicklung fortwährend die Realitätsnähe und Anwendung des Simulators. Noch heute ist sie begeistert von dem Prozess, wie aus den allerersten 3D-Modellen durch kontinuierlich neue kreative Ideen für Software und Hardware ein realistisches Magenmodell entstand, mit dem man interagieren kann. Die Entwicklung einer solchen Simulation sei ein iterativer Prozess, so Köhler, bei dem die Anwendung regelmäßig getestet und anschließend weiter optimiert werden müsse. 

Annika Köhler: „VR ermöglicht ein realistisches, tierfreies, individuelles und beliebig ausbaufähiges Training. Das Besondere daran ist, dass sich realistische Behandlungssituationen in einer sicheren, dreidimensionalen Trainingsumgebung erleben lassen. Dabei geht es vor allem darum, die Anwendung so zu gestalten, dass die Nutzenden Spaß am Training haben und motiviert sind, ihre Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern.“ 

Annika Köhler schuf in der virtuellen Welt einen Endoskopieraum, der das Gefühl vermittelt, sich in einer realen Situation zu befinden, in der es gilt, eine Blutung endoskopisch zu stillen. Durch das Einbinden von zusätzlichen auditiven und visuellen Reizen können die Nutzenden bereits während des Trainings Stressfaktoren ausgesetzt werden, um auch den Umgang mit solchen Situationen zu üben. 

Die perfekte Balance zwischen den Fähigkeiten der Nutzenden und dem Schwierigkeitsgrad der Trainingsszenarien herzustellen, war dabei essenziell. Das Szenario muss anspruchsvoll empfunden werden, ohne Frustration auszulösen. 

Mit echten Instrumenten virtuell trainieren

Das Besondere an dem Projekt ist, dass ein herkömmliches Endoskop zum Einsatz kommt, wie es in der klinischen Routine verwendet wird. Dadurch wirkt die Untersuchung noch realistischer. „Allein das Steuern der Untersuchung mit einem realen Werkzeug wie dem Endoskop erzielt einen Lerneffekt“, bestätigt Jana Theile. Der Simulator umfasst zwei Szenarien: die Behandlung einer nicht blutenden Angiodysplasie (krankhafte Erweiterung von Blutgefäßen) mittels Argon-Plasma-Koagulation (APC) und die Behandlung einer blutenden Angiodysplasie, beginnend mit der Injektion von Adrenalin und anschließender APC-Therapie.

Die Verbindung des echten Endoskops mit der virtuellen Trainingsumgebung war für den Doktoranden Irshath Ali Syed eine echte Herausforderung. Der Hardware Engineer entwickelte zunächst einen einzelnen Bewegungssensor, der sowohl die Drehung als auch die Biegung des Endoskops erfasste. „Dabei stellten wir fest, dass die Drehbewegung mit der Zeit nicht mehr zuverlässig erfasst wurde. Deshalb haben wir das System von Grund auf neu gedacht“, sagt Syed. In der zweiten Generation hat jetzt jede Bewegung einen eigenen Sensor. Diese Aufteilung macht die Bewegungserfassung gezielter und das gesamte System modularer. Die Leistung dieses Systems und die Verbindung mit der VR-Simulation wurden in einer ersten Studie evaluiert.

Irshath Ali Syed: „Die Ergebnisse dieser Studie mit dem weiterentwickelten Prototypen zu sehen, war für mich ein ganz besonderer Moment. Die Teilnehmenden führten das Endoskop wie bei einem echten Eingriff – und unser Tracking folgte ihren Bewegungen. Das hat mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich bin überzeugt, dass OPTESK verändern kann, wie Endoskopie erlernt wird: Junge Ärztinnen und Ärzte können mit einem echten Instrument sicher und so oft sie möchten üben, bevor sie zum ersten Mal einen Patienten behandeln. Wenn wir damit zugleich den Bedarf an tierbasiertem Training verringern können, wäre das ein großer Schritt nach vorn.“

Positive Rückmeldungen und erste Studienergebnisse

Bereits erste Nutzerstudien mit Endoskopierenden unterschiedlicher Erfahrungsstufen nach rund eineinhalb Jahren lieferten sehr positives Feedback. Die Teilnehmenden bewerteten die realitätsnahe Umsetzung des Notfallszenarios positiv und zeigten großes Interesse am Simulator.

Jana Theile: „Wir sehen anhand der Rückmeldung unserer Zielgruppe, der Endoskopierenden, dass dieses Projekt großes Potenzial für eine realitätsnähere Aus- und Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte hat und bereits jetzt sehr guten Anklang findet.“

Die Studie bestätigt den positiven Eindruck, den das Team bei Präsentationen auf Messen und Kongressen gewonnen hat. An der Studie nahmen 44 Teilnehmende aus über 20 Zentren teil. Ihre Aufgabe war es, die nicht blutende und blutende Angiodysplasien zu behandeln. Die blutende Angiodyplasie haben 97,4 Prozent der Teilnehmenden erfolgreich gestillt. Erfahrene Endoskopierende behandelten die Blutung dabei schneller als Teilnehmende mit weniger Erfahrung. Dies deutet darauf hin, dass der Simulator Unterschiede im Erfahrungsstand abbilden kann.

Der Simulator wurde hinsichtlich seiner Nutzerfreundlichkeit positiv bewertet und erreichte moderate bis niedrige NASA-TLX-Werte. Der NASA-TLX Wert zeigt, dass die Aufgaben anspruchsvoll sind, jedoch nicht übermäßig belasten und somit eine gute Trainingsbasis bilden.

Die positiven Bewertungen der Fragen zur Inhaltsvalidität demonstrieren besonders deutlich, dass die Teilnehmenden den VR-Simulator als Trainingswerkzeug befürworten. Gleichzeitig unterstützt der signifikante Unterschied in der Interventionszeit zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Endoskopierenden die Konstruktvalidität des Simulators.

Abhängigkeit von tiergestützten Trainingsmethoden verringern

„Die insgesamt sehr gute Bewertung des Simulators zeigt uns, dass wir mit der bisherigen Entwicklung auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig eröffnet sie uns die Möglichkeit, das System in verschiedene Richtungen auszubauen“, sagt Annika Köhler. Die studierte Medieninformatikerin ist Erstautorin der Studie. 

Alexander Hann: „OPTESK kann als wertvolles Trainingsinstrument für die endoskopische Behandlung von Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt dienen. Dieser Ansatz könnte dazu beitragen, die Abhängigkeit von tiergestützten Trainingsmethoden zu verringern und ein risikofreies Üben vor klinischen Eingriffen zu ermöglichen.“

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert (Fördernummer: 03LW0696).

Publikation: Annika Köhler, Irshath Ali Syed, Jana Sophia Theile, Ioannis Kafetzis, Joel Troya, Jan-Peter Grunz, Ulrike W. Denzer, Ivica Grgic, Benjamin M. Walter, Rüdiger Pryss, Stavros Dimitriadis & Alexander Hann. Evaluation of the OPTESK VR training simulator for gastric bleeding treatment. Bioelectron Med 12, 22 (2026). https://doi.org/10.1186/s42234-026-00216-w

Gruppenbild der Arbeitsgruppe in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin
Die AG InExEn wird geleitet von Prof. Dr. Alexander Hann (Mitte in weißem Kittel), rechts neben ihm steht die Ärztin Jana Theile, ganz links im Bild ist Game Developerin Annika Köhler, ganz rechts Hardware Engineer Irshath Ali Syed. © Daniel Peter / UKW
Annika Köhler ist von hinten zu sehen, sie trägt eine VR-Brille und hält das Endoskop in der Hand, an der Wand ist die virtuelle Welt einer endoskopischen Behandlung projiziert.
Annika Köhler testet den VR-Simulator OPTESK, das aus drei Teilen besteht: der VR Brille (die Sicht ist hier auf den Monitor projiziert), dem Endoskop mit einem langen Schlauch, an dessen Ende die Kamera ist sowie der am Tisch befestigten Sensoreinheit. © Daniel Peter / UKW
Nahaufnahme Endoskop, das in der Hand der Anwenderin liegt. Im Hintergrund der Bildschirm eines Laptops mit der virtuellen Welt.
Über die Räder am Handstück kann die Spitze des Endoskops nach links, rechts, oben und unten bewegt werden. © Daniel Peter / UKW

Blasenkrebs: Antikörper-Kombinationstherapie gegen die Abwehrtricks des Tumors

Würzburger Forschung zu GDF-15 liefert Grundlage für neuen Immuntherapieansatz / Studie zeigt stark verbessertes Ansprechen, wenn Nivolumab mit Visugromab in frühen Therapielinien kombiniert wird

Das Bild zeigt wie der pink eingefärbten Antikörper den in vielen soliden Tumoren stark überexprimierte Wachstums- und Differenzierungsfaktor GDF-15 blockiert.
Der Antikörper Visugromab (dargestellt in pink) blockiert gezielt den Wachstums- und Differenzierungsfaktor 15 (GDF-15, dargestellt in orange). Durch die Neutralisierung von GDF-15 kann Visugromab das Immunsystem dabei unterstützen, Tumore effektiver anzugreifen und Resistenzen gegen Immuntherapien zu überwinden. © CatalYm

Zwei Antikörper, zwei Angriffspunkte: Die Kombination von Visugromab und Nivolumab könnte die Immuntherapie beim muskelinvasiven Blasenkrebs deutlich verbessern. Der maßgeblich in Würzburg mitentwickelte Antikörper Visugromab blockiert GDF-15 und erleichtert damit Immunzellen den Zugang zum Tumor. Nivolumab blockiert den Immuncheckpoint-Rezeptor PD-1 auf T-Zellen und löst so eine weitere Bremse der Immunabwehr. Die klinische Studie GDFATHER-NEO liefert ermutigende Ergebnisse – und eröffnet eine Perspektive für schonendere Behandlungen. Die endgültigen Ergebnisse wurden am 24. Oktober 2026 auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt und zeitgleich in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Würzburg. Ist ein Tumor in der Harnblase bereits in die Muskelschicht der Blasenwand eingedrungen, wird er als muskelinvasives Blasenkarzinom bezeichnet. Mit der Invasion in die Muskelschicht steigt auch das Risiko einer Ausbreitung des Tumors in umliegendes Gewebe oder über Lymph- und Blutbahnen in andere Körperregionen. In der Regel wird das muskelinvasive Blasenkarzinom mit einer Chemotherapie und der operativen Entfernung der Blase behandelt. Oftmals wirkt die Therapie jedoch nur lebensverlängernd. Denn es kommt häufig zu Rückfällen. 

Immuntherapien können helfen, dieses Risiko zu senken. So wird beispielsweise der Immuncheckpoint-Inhibitor Nivolumab bei Blasenkrebs eingesetzt. Der Antikörper bindet an den Rezeptor PD-1 auf T-Zellen und kann so vom Tumor ausgebremste Immunantworten wieder aktivieren.

Immuncheckpoint-Rezeptor PD-1: Krebszellen exprimieren das Protein PD-L1, um gegen sie gerichtete T-Zellen des Immunsystems zu blockieren.  Indem ihr Ligand PD-L1 an den Rezeptor PD-1 auf der T-Zelle bindet, bremst der Tumor deren Aktivität. Nivolumab verhindert, dass PD-L1 sein hemmendes Signal auslöst und die T-Zelle inhibiert.

Immunabwehr auf mehreren Wegen stärken 

In der GDFATHER-NEO-Studie wurde untersucht, ob die Immunabwehr durch die gleichzeitige Gabe des Antikörpers Visugromab verstärkt werden kann. Tumoren exprimieren vermehrt GDF-15 um Immunzellen fernzuhalten. Visugromab bindet selektiv an GDF-15 und neutralisiert dessen Funktion. Ursprünglich von der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Wischhusen an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) präklinisch entwickelt, wird die klinische Entwicklung heute vom Münchner Biotech-Unternehmen CatalYm vorangetrieben. 

Wie Tumoren Immunzellen auf Abstand halten: Jörg Wischhusens Arbeitsgruppe zeigte, dass der Wachstumsdifferenzierungsfaktor GDF-15 (Growth Differentiation Factor 15) ein zentraler Resistenzfaktor gegen Immuntherapien, der neben Blasenkrebs auch bei anderen soliden Tumoren eine Rolle spielen könnte. „Patientinnen und Patienten, die eine niedrige GDF-15-Konzentration im Serum aufwiesen, hatten eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit, wohingegen diejenigen mit einem hohen GDF-15-Wert nicht gut auf die Immuntherapie angesprochen haben“, schildert Wischhusen die Ergebnisse seiner Studie, die 2023 in Nature Communications (https://doi.org/10.1038/s41467-023-39817-3) publiziert wurde. Der Biochemiker erklärt die Gründe: „GDF-15 hemmt die Aktivierung des Integrins LFA-1, welches von T-Zellen benötigt wird, um über die Bindung an das Adhäsionsmolekül ICAM-1 aus den Blutgefäßen ins Tumorgewebe einzuwandern.“ Er vergleicht die Immunzelle mit einem Schwimmer in einem Strömungskanal. Nachdem sie im Lymphknoten aktiviert wurde, macht sie sich in der Blutbahn auf den Weg zum Tumor. Es gelingt ihr jedoch nicht, sich mit ihren „Armen“, den Integrinen, an den „Griffen“ im Strömungskanal festzuhalten, sich herauszuziehen und zum Tumor ins Gewebe zu gelangen, um diesen zu bekämpfen. GDF-15 schwächt gewissermaßen die Schultermuskulatur des Greifarms der Immunzelle.“ Seine Untersuchungen ergaben: Wird GDF-15 blockiert, können mehr T-Zellen den Tumor erreichen und die Immunabwehr unterstützen. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die klinische Entwicklung von Visugromab durch das Münchner Biotech-Unternehmen CatalYm.

Das Forschungsteam stellte sich die Frage, ob sich durch GDF-15 Blockade auch die Wirkung etablierter Immuntherapien wie Nivolumab verstärken lässt. Die am 24. Oktober auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Madrid vorgestellten und in Nature Medicine publizierten Ergebnisse der explorativen Phase-2a-Studie GDFATHER-NEO sagen eindeutig „Ja“. 

Mehr vollständige Tumorremissionen unter der Kombination

An der Studie nahmen 31 Patientinnen und Patienten mit einem muskelinvasiven Blasenkarzinom teil, die entweder nicht für eine Chemotherapie infrage kamen oder diese ablehnten. Stattdessen erhielten sie vor der operativen Entfernung des Tumors oder der Harnblase im Abstand von jeweils vier Wochen drei Infusionen des Immuntherapeutikums Nivolumab, entweder in Kombination mit Visugromab oder mit Placebo. Nach der Nachbeobachtungszeit von mehr als einem Jahr zeigte sich: Bei 33 Prozent der mit der Kombination aus Visugromab und Nivolumab behandelten Personen war im Anschluss kein Resttumor mehr nachweisbar, gegenüber acht Prozent unter Nivolumab allein. Auch in der Bildgebung sprachen viermal mehr Patientinnen und Patienten auf die Kombination an (60 Prozent gegenüber 15 Prozent). Die Kombinationstherapie wurde gut vertragen und es traten keine neuen Nebenwirkungen auf.

Damit wurde erstmals eine GDF-15-Blockade erfolgreich mit einer Krebsimmuntherapie im Frühstadium kombiniert. Besonders gut sprach die Kombination bei Tumoren an, in denen bereits CD8-positive T-Zellen vorkamen. Diese Immunzellen können Krebszellen erkennen und gegebenenfalls zerstören. Der Zusammenhang zeigte sich auch unabhängig von den etablierten Biomarkern, die bislang dabei helfen sollen, das Ansprechen auf eine Immuntherapie vorherzusagen. Dies könnte künftig neue Möglichkeiten eröffnen, um geeignete Patientinnen und Patienten für eine Behandlung zu identifizieren. Eine zuvor ebenfalls unter Würzburger Beteiligung in Nature publizierte Studie hatte bereits gezeigt, dass Visugromab insbesondere auch die Einwanderung von CD8+ T Zellen ins Tumorgewebe verstärkt (Melero et al., Nature 2025).

Potenzial über den Blasenkrebs hinaus

„Die Ergebnisse machen Hoffnung, dass künftig mehr Patientinnen und Patienten diese sehr aggressive Krebserkrankung überleben werden. Die Immuntherapie, die das ermöglicht, ist vergleichsweise gut verträglich und kann im Idealfall auch einen Erhalt der Blase ermöglichen“, erklärt Jörg Wischhusen. Trotz seiner Zuversicht schränkt er ein: „Da die Studie zwar verblindet, aber recht klein war, und sequentiell rekrutiert wurde, müssen die Befunde noch in größeren randomisierten Studien bestätigt werden. Darüber hinaus erscheint eine Ausweitung der neoadjuvanten Visugromab-Gabe auf weitere Tumorentitäten durchaus vielversprechend.“

CatalYm treibt die Entwicklung von Visugromab bereits in weiteren Phase-2b-Studien voran. Dazu zählen Studien bei metastasiertem nicht plattenepithelialem nicht kleinzelligem Lungenkrebs in der Erstlinie, in der Zweitlinie, beim hepatozellulären Karzinom in der Zweitlinie sowie bei Kachexie. Die tumorbedingte Kachexie (Auszehrung) ist eine schwere Erkrankung, von der ein erheblicher Anteil der Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Krebs betroffen ist. Der Therapieansatz erfolgt hier durch die Hemmung der Aktivierung des GDF-15/GFRAL-Signalwegs im Hirnstamm, der maßgeblich zu Gewichtsverlust und Appetitunterdrückung bei Krebspatientinnen und -patienten beiträgt.

Förderung, Koordination, Beteiligung

Die CatalYm GmbH mit Sitz in München und San Francisco war Sponsor der Studie und somit verantwortlich für die Finanzierung, das Studiendesign und die Bereitstellung des Prüfpräparats Visugromab. Zudem begleitete das Unternehmen die klinische Entwicklung des Wirkstoffs und führte fortlaufende Biomarkeranalysen von Blutproben und Tumorgewebe durch. Auf Unternehmensseite leitete PD Dr. Felix Lichtenegger die Studie. Die Koordination erfolgte durch das IRCCS Ospedale San Raffaele und die Universität Vita-Salute San Raffaele in Mailand. Erstautor und leitender Prüfarzt war Prof. Dr. Andrea Necchi, der die urogenitale medizinische Onkologie am IRCCS leitet und zu den international führenden Experten seines Fachgebiets zählt. Er war maßgeblich an der Konzeption der Studie, der Behandlung der Patientinnen und Patienten, der Datenauswertung und der Präsentation der ersten Ergebnisse beteiligt. Weitere Studienzentren befanden sich in Turin und Rom.

Prof. Dr. Andrea Necchi resümiert: „Mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs, die eine neoadjuvante Immuncheckpoint-Therapie erhalten, erreichen weiterhin kein bedeutsames Ansprechen, und die Möglichkeiten zum Erhalt der Harnblase sind nach wie vor begrenzt. Die Vorteile, die sich sowohl bei pathologischen als auch bei radiologischen Untersuchungen zeigten, darunter ein tieferes Ansprechen und eine höhere Eignung für blasenerhaltende Behandlungsansätze, sprechen dafür, dass die Neutralisierung von GDF-15 eine klinisch relevante Strategie ist, um einer Resistenz gegen Immuntherapien entgegenzuwirken oder deren Entstehung möglicherweise zu verhindern. Zusammengenommen verdeutlichen diese Ergebnisse das breite Potenzial von Visugromab, die Antitumorimmunität zu verstärken und die klinischen Behandlungsergebnisse bei Patientinnen und Patienten mit lokal begrenzten, immunresponsiven Krebserkrankungen zu verbessern.“

Publikation: Necchi, A., Mercinelli, C., Maiorano, B.A. et al. Neoadjuvant nivolumab with or without visugromab in muscle-invasive bladder cancer: the phase 2a GDFATHER-NEO trial. Nat Med (2026). https://doi.org/10.1038/s41591-026-04740-9

Die Pressemeldung von CatalYm finden Sie hier.

Das Bild zeigt wie der pink eingefärbten Antikörper den in vielen soliden Tumoren stark überexprimierte Wachstums- und Differenzierungsfaktor GDF-15 blockiert.
Der Antikörper Visugromab (dargestellt in pink) blockiert gezielt den Wachstums- und Differenzierungsfaktor 15 (GDF-15, dargestellt in orange). Durch die Neutralisierung von GDF-15 kann Visugromab das Immunsystem dabei unterstützen, Tumore effektiver anzugreifen und Resistenzen gegen Immuntherapien zu überwinden. © CatalYm

Patienten- und Pflegebeauftragter Thomas Zöller zu Besuch am Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin

Austausch über aktuelle Forschungsprojekte und mögliche Formen der Patienten- und Bürgerbeteiligung

Gruppenbild mit Thomas Zöller
Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, MdL Thomas Zöller, mit den am Standort Würzburg beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des BZI. Von links nach rechts: Prof. Oliver Kurzai, Dr. Theresa Eifert, MdL Thomas Zöller, Dr. Hanna Schrader, Prof. Dr. Stefanie Kampmeier und PD Dr. Manuel Krone. Foto: Manfred Dülk

Würzburg. Wie können Infektionskrankheiten frühzeitig erkannt, Impfstrategien verbessert und Patientinnen, Patienten sowie Bürgerinnen und Bürger in die Infektionsforschung einbezogen werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Besuchs von MdL Thomas Zöller, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, beim Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) in Würzburg. Gemeinsam mit Manfred Dülk aus dem unterfränkischen Büro der FREIEN WÄHLER informierte er sich über die Ziele und aktuellen Forschungsaktivitäten des BZI. 

Bayernweite Zusammenarbeit für wirksame Infektionsprävention

Das BZI ist ein Netzwerk der sechs bayerischen Standorte der Universitätsmedizin, das eng mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kooperiert. Gemeinsame Forschungsstrukturen und abgestimmte Verfahren ermöglichen standortübergreifende Untersuchungen zu Infektionskrankheiten und Infektionsgeschehen und tragen entscheidend dazu bei, Bayern besser auf künftige Ausbruchsgeschehen und mögliche Pandemien vorzubereiten. 

Impfprävention: Wirksamkeit analysieren und Impfbereitschaft stärken

Aktuelle Studien des BZI, an denen sich bereits in der Aufbauphase etwa 1.000 Patientinnen und Patienten beteiligen, untersuchen die Wirksamkeit von Impfungen gegen COVID-19, Influenza und Pneumokokken bei Menschen ab 60 Jahren sowie der RSV-Immunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern. 

In neu anlaufenden Studien wird analysiert, wie unterschiedliche Formen der Impfberatung während eines Krankenhausaufenthalts die Impfbereitschaft beeinflussen. Vorgesehen sind eine individuelle Beratung zu empfohlenen Schutzimpfungen sowie bei Einverständnis ein Impfangebot noch im Krankenhaus.  

Früherkennung: gefährliche Erreger erkennen und Betroffene einbeziehen

Nicht gegen alle gefährlichen Infektionserreger stehen Impfungen zur Verfügung. Das BZI untersucht deshalb die Häufigkeit und Verbreitung von besonders gefährlichen oder resistenten Erregern in Bayern. Ziel ist es, Veränderungen im Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen, etwa die Ausbreitung neuer oder resistenter Erregervarianten, die schwer behandelbare Infektionen verursachen können. Die bayernweite Überwachung soll helfen, auf Basis epidemiologischer Daten effiziente Präventionsstrategien zu entwickeln. 

Im Gespräch mit MdL Zöller wurde die Vision des BZI diskutiert, interessierte Patientinnen und Patienten auch nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus als „citizen scientists“ in die Arbeit des BZI einzubinden. Dies könnte einen neuen Weg eröffnen, Besiedlungsverläufe und mögliche Übertragungswege im häuslichen Umfeld besser zu verstehen. Verständliche Informationen und Beratungsangebote würden zugleich dabei helfen, Unsicherheiten im Alltag abzubauen – ein auch aus Sicht von MdL Zöller sehr wichtiger Ansatz.

Long COVID: Perspektiven von Betroffenen in die Forschung einbringen

Ein weiterer Schwerpunkt war das Bayerische Long-COVID-Register im BZI. Dafür werden an allen bayerischen Universitätsklinika nach einheitlichen Vorgaben medizinische Daten von Patientinnen und Patienten erfasst, die auch längere Zeit nach einer Infektion noch unter Beschwerden leiden. Ergänzend ist die Sammlung von Blut- und anderen biologischen Proben vorgesehen. MdL Zöller zeigte sich erfreut über die hohe Bereitschaft der Betroffenen, sich an dem Register des BZI zu beteiligen. 

Forschung gemeinsam mit der Bevölkerung gestalten

Übergreifend ging es bei dem Austausch um mögliche Beteiligungsformate, in denen Patientinnen und Patienten ihre Erfahrungen einbringen, Forschungsfragen mitgestalten oder an der Entwicklung verständlicher Gesundheitsinformationen mitwirken können. Auch bereits bestehende Formate wie Bürgerforen und Ideenwerkstätten wurden als mögliche Anknüpfungspunkte angesprochen.

Prof. Dr. med. Oliver Kurzai, Präsident des BZI, resümierte nach dem Gespräch: „Das große Interesse von Herrn Zöller als Patienten- und Pflegebeauftragter freut uns sehr! Das Gespräch mit ihm hat uns bestärkt, dass wir in der Entwicklung des BZI auf dem richtigen Weg sind. Der weitere Ausbau des BZI ab 2027 wird entscheidend sein, um die mit Herrn Zöller diskutierten Visionen gemeinsam umsetzen zu können.“ 

Weitere Informationen: www.bzi-bayern.de

Über das Bayerische Zentrum für Präventive Infektionsmedizin BZI: Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) ist ein bayernweites Forschungsnetzwerk, das die sechs Universitätsstandorte mit medizinischer Fakultät, ihre Universitätsklinika und den öffentlichen Gesundheitsdienst vernetzt, um Infektionskrankheiten frühzeitig zu erkennen, zu erforschen und wirksam vorzubeugen. Zu den Schwerpunkten zählen die Überwachung von Krankheitserregern, die Impfstoffforschung und die Untersuchung von Langzeitfolgen wie Long COVID. Das BZI wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen der Highmed-Agenda Bayern aktuell mit rund drei Millionen Euro jährlich gefördert. Geleitet wird es von einem Direktorium, das aus Vertretern aller bayerischen Standorte besteht, Präsident des BZI ist Prof. Dr. med. Oliver Kurzai, Universität Würzburg.

Link zur BZI-Pressemitteilung: Besuch aus der Bayerischen Staatsregierung

Pressemitteilung Bayerisches Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) 21.10.2026

Gruppenbild mit Thomas Zöller
Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, MdL Thomas Zöller, mit den am Standort Würzburg beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des BZI. Von links nach rechts: Prof. Oliver Kurzai, Dr. Theresa Eifert, MdL Thomas Zöller, Dr. Hanna Schrader, Prof. Dr. Stefanie Kampmeier und PD Dr. Manuel Krone. Foto: Manfred Dülk

ATLS-Kurs schult Schwerverletztenversorgung nach topaktuellem Standard

Anfang Oktober fand am Uniklinikum Würzburg der bundesweit erste ATLS-Kurs nach dem kurz zuvor aktualisierten Ausbildungsstandard im Rahmen der 11. Edition statt. Trainiert wurde die strukturierte Versorgung lebensbedrohlicher Verletzungen im Schockraum.

 

Schwerverletzter
Beim ATLS-Kurs wurde die Erstversorgung eines Schwerverletzten simuliert. © Jascha Saul / Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Herzbeutelpunktion
Mit innovativen Simulationsmodellen konnten spezielle Notfallmaßnahmen realitätsnah trainiert werden. Hier beispielhaft die Durchführung einer Herzbeutelpunktion. © Mila Paul / UKW
Ultraschalluntersuchung
Geübt wurde auch eFAST, eine standardisierte, schnelle Ultraschalluntersuchung in der Notfallmedizin und Traumatologie. © Mila Paul / UKW

Würzburg. Bei schweren Verkehrsunfällen, Stürzen aus großer Höhe oder anderen Zwischenfällen mit lebensbedrohlichen Verletzungen zählt jede Minute. Umso wichtiger ist es, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die richtigen Prioritäten setzen, schnell entscheiden, alle Handgriffe beherrschen und reibungslos zusammenarbeiten. Genau diese Fähigkeiten standen am 3. und 4. Oktober 2026 im Mittelpunkt eines ATLS-Kurses am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). ATLS steht für „Advanced Trauma Life Support“ und bezeichnet ein seit Jahrzehnten international etabliertes Ausbildungskonzept. Die Kurse werden etwa alle vier bis sechs Jahre inhaltlich und strukturell überarbeitet. Die Veranstaltung in Würzburg war bundesweit der erste Kurs der 11. ATLS-Edition.

Lebensbedrohliche Verletzungen systematisch erkennen und behandeln

An der zweitägigen Fortbildung nahmen 20 Ärztinnen und Ärzte teil. Die Hälfte von ihnen arbeitet am UKW – in der Unfallchirurgie, der Allgemeinchirurgie oder der Anästhesie. Die übrigen Teilnehmenden kamen aus anderen Kliniken des Traumanetzwerks Nordbayern-Würzburg. Angeleitet wurden sie von einer Kursdirektorin sowie sechs Instruktorinnen und Instruktoren – unter letzteren Privatdozentin Dr. Mila Paul, Prof. Dr. Johan Lock und Dr. Daniel Röder, alle drei vom UKW. „Das gemeinsame Training mit Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerkliniken fördert nicht nur die medizinische Kompetenz, sondern auch das gegenseitige Verständnis und die Kooperation der beteiligten Einrichtungen“, schildert PD Dr. Paul. Laut der Unfallchirurgin ist gerade bei schwer verletzten Patientinnen und Patienten eine enge Abstimmung zwischen den verschiedenen Einrichtungen von großer Bedeutung. Sie fügt hinzu: „Einheitliche Behandlungsstandards erleichtern die Zusammenarbeit und schaffen wichtige Voraussetzungen für eine durchgängige, qualitativ hochwertige Versorgung.“

Bei dem vom American College of Surgeons entwickelten und in Deutschland von der Akademie für Unfallchirurgie (AUC) angebotenen Kurskonzept steht der Grundsatz „Treat first what kills first“ im Mittelpunkt – behandle zuerst, was zuerst zum Tod führen kann. Nach einem festgelegten Untersuchungsschema werden zunächst die Atemwege, die Atmung und der Kreislauf überprüft, bevor die neurologische Beurteilung und die weitere körperliche Untersuchung folgen. Lebensbedrohliche Probleme sollen dabei nicht nur möglichst schnell erkannt, sondern unmittelbar behandelt werden.

Realitätsnahe Übungen mit neuen Trainingsmodellen

Neben theoretischen Unterrichtseinheiten bildeten praktische Übungen einen Schwerpunkt des Kurses. Anhand simulierter Notfallsituationen trainierten die Teilnehmenden, Verletzungsmuster zu beurteilen, lebensbedrohliche Zustände zu erkennen und die erforderlichen Behandlungsschritte einzuleiten. Eine weitere Besonderheit des Würzburger Kurses war der erstmalige Einsatz spezieller medizinischer Simulationsmodelle des Magdeburger Start-ups Phantoms. Sie erweiterten die Möglichkeiten, realitätsnah zu üben – wie zum Beispiel eine chirurgische Atemwegssicherung, eine Punktion des Herzbeutels oder die Anlage einer Thoraxdrainage.

„Letztlich tragen die am UKW durchgeführten ATLS-Kurse dazu bei, dass Notfallpatientinnen und -patienten in den Schockräumen der nordbayerischen Kliniken auf hervorragend ausgebildete und sehr gut vorbereitete Teams treffen“, fasst Mila Paul den Hauptnutzen der Fortbildung zusammen.

Text: Pressestelle / UKW

Schwerverletzter
Beim ATLS-Kurs wurde die Erstversorgung eines Schwerverletzten simuliert. © Jascha Saul / Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Herzbeutelpunktion
Mit innovativen Simulationsmodellen konnten spezielle Notfallmaßnahmen realitätsnah trainiert werden. Hier beispielhaft die Durchführung einer Herzbeutelpunktion. © Mila Paul / UKW
Ultraschalluntersuchung
Geübt wurde auch eFAST, eine standardisierte, schnelle Ultraschalluntersuchung in der Notfallmedizin und Traumatologie. © Mila Paul / UKW

Gesundheitstalk - Forschung fördern, Zukunft gestalten: Die Stiftung „Forschung hilft“ und der Rotkreuzhof

Wie können innovative Forschungsprojekte in der Medizin gezielt unterstützt werden? Und welche Rolle spielt dabei die Stiftung „Forschung hilft“? Im aktuellen Gesundheitstalk spricht Moderator Daniel Pesch mit Gabi Nelkenstock, der Vorsitzenden des Stiftungsrats, und Professor Dr. Tim J. von Oertzen, dem ärztlichen Direktor der Uniklinik Würzburg, über die diesjährige Förderpreisverleihung, die Bedeutung medizinischer Forschung und den Rotkreuzhof.

Moderator mit Frau Nelkenstock und Prof. Tim J. von Oertzen im Studio von TV Mainfranken. Hintergrund und Fußboden sind grün.
Gesundheitstalk TV Mainfranken mit Gabriele Nelkenstock und dem Ärztlichen Direktor Herr Prof. Tim J. von Oertzen.
Moderator mit Frau Nelkenstock und Prof. Tim J. von Oertzen im Studio von TV Mainfranken. Hintergrund und Fußboden sind grün.
Gesundheitstalk TV Mainfranken mit Gabriele Nelkenstock und dem Ärztlichen Direktor Herr Prof. Tim J. von Oertzen.

Candida auris: Ein Vorbote weiterer gefährlicher Pilzarten?

Warum ist der Hefepilz Candida auris in nur wenigen Jahren weltweit zu einem gefährlichen Krankheitserreger geworden? Diese Frage treibt viele Forschende um. Carla Schuh und Chaitanya Gokhale vom Biozentrum der Universität Würzburg fassen nun den aktuellen Wissensstand in einem Übersichtsartikel im Fachjournal mSphere zusammen. Dafür haben sie rund 180 Studien anderer Forschender ausgewertet.

 

Die beiden Forschenden hegen einen Verdacht: Ihrer Auffassung nach könnte es sein, dass es der Klimawandel ist, der den Pilz überhaupt erst infektiös gemacht hat.

Warum sie das denken? Von den geschätzt drei bis fünf Millionen Pilzarten auf der Erde sind nur wenige hundert Arten dazu in der Lage, den Menschen zu infizieren. „Das liegt auch daran, dass die meisten Pilze bei der Körpertemperatur von 37 Grad Celsius nicht wachsen können“, sagt Carla Schuh. Doch der Klimawandel könnte dazu führen, dass sich viele Pilze an höhere Temperaturen anpassen – und dann auch den Körper des Menschen besiedeln können.

Ursprünglicher Lebensraum des Pilzes unbekannt

Wichtig: Die Würzburger Studie beweist nicht, dass der Klimawandel tatsächlich die Infektiosität von Candida auris verursacht hat. Die Forschenden haben in den betrachteten Forschungsarbeiten aber zahlreiche Hinweise gefunden, die diese Erklärung unterstützen.

Sie betonen, dass der ursprüngliche Lebensraum von Candida auris bis heute nicht sicher bekannt ist. Vermutet werden unter anderem Küstengebiete, Feuchtgebiete oder andere salzhaltige Lebensräume. „Auch deshalb sind mehrere Erklärungen möglich, warum der Pilz so plötzlich aufgetaucht ist und sich so schnell ausgebreitet hat“, so Chaitanya Gokhale. Diskutiert werden – neben dem Klimawandel – auch andere vom Menschen gemachte Umweltveränderungen, etwa der Einsatz von Pilzschutzmitteln in der Landwirtschaft.

Hohe Sterblichkeit bei Infektion des Blutes

Candida auris wurde erstmals 2009 in Japan im Ohr eines Patienten gefunden. Daher stammt auch sein Name, wörtlich übersetzt: „Hefepilz des Ohrs“. Innerhalb weniger Jahre fand man den Pilz dann auf mehreren Kontinenten gleichzeitig in verschiedenen genetischen Linien. In der Evolutionsbiologie ist das ein Indiz für einen weltweit wirksamen Selektionsfaktor wie den Klimawandel.

Der Pilz wächst problemlos bei 37 Grad Celsius und kann sogar Temperaturen bis 47 Grad Celsius aushalten. Seine engsten Verwandten schaffen das nicht. Zudem gelingt es ihm, über längere Zeit auf Oberflächen in Krankenhäusern zu überleben. Und er ist häufig gegen mehrere Pilzmedikamente gleichzeitig resistent.

All das zusammen macht Candida auris für geschwächte Menschen wie Krankenhauspatienten oder Altenheimbewohner lebensgefährlich. Dringt er ins Blut vor, liegt die Sterblichkeit – je nach Studie – zwischen 20 und 67 Prozent. Für viele Länder finden sich Werte um 52 Prozent. Bei einem Ausbruch in Europa mit 140 nachgewiesenen Fällen starben 41 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Monats.

Pilzinfektionen weltweit auf dem Vormarsch

Der Übersichtsartikel aus Würzburg betrachtet auch weltweite Forschungsergebnisse zur Frage, wie Umweltveränderungen die Verbreitung von Pilzkrankheiten beeinflussen. Die Beispiele reichen von Cryptococcus gattii über Aspergillus fumigatus bis zu weiteren Pilzarten, die neue Regionen besiedeln oder häufig Resistenzen entwickeln.

„Die Forschungscommunity ist sich einig, dass Pilzinfektionen weltweit an Bedeutung gewinnen. Über die genauen Ursachen und die Rolle einzelner Faktoren wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert“, berichtet Carla Schuh.

Frühwarnsysteme für neue Krankheitserreger

Viele Forschende leiten aus ihren Erkenntnissen vor allem einen Bedarf an besserer Überwachung ab – um neue Krankheitserreger möglichst früh zu entdecken, bevor größere Ausbrüche auftreten.

Sie schlagen vor, Pilze in Böden, Gewässern, der Luft und Krankenhäusern systematisch zu beobachten. Dafür sei eine enge Verzahnung von Umweltbeobachtung, Klimaforschung, Evolutionsbiologie und Medizin nötig.

Die Entwicklung solcher Frühwarnsysteme und Präventionsmaßnahmen würde erhebliche Investitionen in Diagnostik, Laborinfrastruktur und Arzneimittelentwicklung erfordern. In einem ersten Schritt könnten theoretische Modelle dabei helfen, auf kosteneffiziente Weise vorherzusagen, welche Arten problematisch werden könnten.

„Angesichts der veränderten Dynamik von Candida-Infektionen sind Investitionen in die Entwicklung solcher Vorhersagemodelle unerlässlich, da wir davon ausgehen, dass sich andere eng verwandte Arten künftig ähnlich entwickeln werden“, so die Würzburger Forscher.

Publikation

Carla E. Schuh, Chaitanya S. Gokhale: Candidozyma auris (Candida auris) as a harbinger of novel fungal pathogens. mSphere, 2. Oktober 2026. DOI: 10.1128/msphere.00109-26

Kontakt

Prof. Dr. Chaitanya Gokhale, Lehrstuhl für Computational and Theoretical Biology, Universität Würzburg, chaitanya.gokhale@ uni-wuerzburg.de 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 21.10.2026