Aktuelle Meldungen

Fitness im Alltag: Studienteilnehmer gesucht

Aus dem Online-Magazin einBLICK der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 22.05.2018

Die Software „Chamelio“ soll helfen, das eigene Gesundheits-Niveau im Alltag und am Arbeitsplatz zu verbessern. Entwickelt wird sie von Studierenden der Uni Würzburg. Nun sucht das Team „sportfaule“ Teilnehmer für eine Studie.

Es gibt unzählige Fitness-Apps fürs Handy. Fast alle zielen darauf ab, Menschen sportlicher zu machen und das Äußere zu optimieren. Die Trainingssituation ist klassischerweise: Fitnessstudio, Sportplatz, Laufstrecke oder ähnliches. „Chamelio“, ein neues Projekt von vier Studierenden der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), verfolgt dabei jedoch einen anderen Ansatz. „Es geht darum, ein Bewegungskonzept für den Alltag, für den Arbeitsplatz, zu erstellen“, sagt Stefanie Rödig.

Gemeinsam mit Robert Leppich, Lisa Schräder und Laura Steinkopf entwickelt sie im Startup Chamelio das Trainingskonzept inklusive Software mit dem Motto „Wissen schafft Gesundheit“. Die weiblichen Teammitglieder studieren alle Sportwissenschaften – in jeweils unterschiedlichen Fächerkombinationen – und Leppich ist Informatiker.

Trainings-Know-how und Künstliche Intelligenz

Die Idee entstand in einem Seminar zum Thema Leistungsdiagnostik von Professor Billy Sperlich. Dessen Schwerpunkt an der JMU ist Trainingswissenschaft. In ihren Bachelorarbeiten überprüfen Lisa, Laura und Stefanie nun konkrete Tests, die den allgemeinen Fitness-Zustand der Nutzer ermitteln sollen, auf ihre Anwendbarkeit in der App. Ziel ist es, das persönliche Fitnesslevel dann gezielt durch individuell ausgewählte Übungen zu verbessern und vor allem, Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz zu betreiben.

Der Name „Chamelio“ steht für das, was die Studierenden erreichen wollen. „Unsere Software passt sich mittels individuell zusammengestellten Trainingseinheiten wie ein Chamäleon an jegliche Umgebungen und körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz des Nutzers an“, sagt Stefanie.

Eine große Rolle spielt hierbei auch die Programmierung. „Hier kommen Elemente der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz“, erklärt Informatiker Robert Leppich. Die Software lernt mit der Zeit dazu und soll so in der Zukunft immer bessere und passgenauere Übungsempfehlungen machen.

Für die Übungen wird kein Zubehör benötigt. Man trainiert lediglich mit dem eigenen Gewicht und typischerweise in Büros vorkommenden Gegenständen. Der Umfang des Trainings beträgt sieben Minuten: Idealerweise wird das Programm ein- bis zweimal täglich durchgeführt.

Studie liefert Daten für wissenschaftlichen Ansatz / Deadline 31. Mai

Neben der Individualität und der Mobilität der angebotenen Dienstleistung will das Team von Chamelio einen weiteren Punkt betonen: die wissenschaftliche Expertise hinter der Software. Daher auch der aktuelle Aufruf zur Teilnahme an einer Studie: „Wir suchen hauptsächlich noch Personen, die keinen bis wenig Sport treiben“, sagt Stefanie Rödig und ergänzt: „Es geht im Wesentlichen um die Überprüfung unserer Diagnostik.“

Der Proband profitiert auch davon: „Alles in allem erhält jeder eine vollwertige Leistungsdiagnostik mit der Messung der Ausdauerleistungsfähigkeit sowie Kraft- und Beweglichkeitsmessungen. Diese werden sonst beim Arzt mit Kosten im dreistelligen Bereich veranschlagt“, sagt Stefanie.

Die Teilnahme beinhaltet einen 90-minütigen Termin im Sportzentrum der JMU an der Mergentheimer Straße, an dem diese Tests durchgeführt werden, und zwei weitere Termine à zehn Minuten zuhause. „Hier werden mit Hilfe der Web-App am Computer einige kleinere Fitness- und Beweglichkeitstests durchgeführt“, sagt Stefanie.

Zur Teilnahme und für weitere Infos genügt eine E-Mail an stefanie@ chamelio.org oder eine Nachricht auf den Social-Media-Kanälen von Chamelio. Deadline zur Anmeldung ist der 31. Mai 2018.

Zum Tod von Jost Lemmerich

Aus dem Online-Magazin einBLICK der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 22.05.2018

Am 21. März 2018 ist Jost Lemmerich, Ehrenbürger der Universität Würzburg, im 89. Lebensjahr verstorben. An der Universität hat er unter anderem die vielbeachtete Ausstellung „100 Jahre Röntgenstrahlen“ gestaltet.

Im Jahr 1995 feierte die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) das 100. Jubiläum der Entdeckung „einer neuen Art von Strahlen“ durch Wilhelm Conrad Röntgen. Zum Programm gehörte auch eine große Ausstellung. Präsident Theodor Berchem und Kanzler Bruno Forster gelang es damals, den Wissenschaftshistoriker und renommierten Ausstellungsgestalter Dr. Jost Lemmerich dafür zu gewinnen.

Dass dies eine weise Entscheidung war, zeigte der Erfolg der Röntgen-Ausstellung. Lemmerich hatte schon seit den 1970er-Jahren Ausstellungen über Albert Einstein, Lise Meitner, Otto Hahn und Max von Laue entworfen. Er zeichnete aber auch verantwortlich für themenorientierte Ausstellungen, etwa über „Mikroskopie und Zellbiologie in drei Jahrhunderten“ oder „Der Mensch und die Automation – historische Aspekte“.

Wissenschaftler als Menschen gezeigt

In seinen Ausstellungen präsentierte Lemmerich nicht nur die Wissenschaft. Ihm ging es immer auch um die Menschen, um die Zeit und vor allem um die Verantwortung der Wissenschaft. Das alles machte seine Ausstellungen lebendig, eindringlich und des Nachdenkens wert. Manche waren so erfolgreich, dass sie sogar im Science Museum in London und in der Halle des Volkes in Peking gezeigt wurden.

Lemmerichs großes Interesse an den Wissenschaftlern als Menschen spiegelte sich unter anderem in seiner Tätigkeit als Fellow des Churchill College der Universität Cambridge wider – dort erschloss er in akribischer Arbeit den Nachlass von Lise Meitner. Er gab auch den Briefwechsel zwischen Lise Meitner und Max von Laue während der Zeit des „Dritten Reichs“ heraus.

Vom Europäischen Patentamt nach Würzburg

Als die Anfrage aus Würzburg zur Gestaltung der Röntgenausstellung kam, war Lemmerich hauptberuflich beim Europäischen Patentamt in Berlin tätig. Er entschloss sich, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen und für einige Zeit nach Würzburg zu ziehen.

„Hundert Jahre Röntgenstrahlen“, sagte er, „muss man etwas länger vorbereiten.“ Durch seine zahlreichen Kontakte und vor allem durch das große Vertrauen, das er sich in aller Welt erworben hatte, gelang es ihm, wertvollste Leihgaben nach Würzburg zu holen. Belohnt wurde er mit dem großen Erfolg der Ausstellung, zu der sogar der damalige Bundespräsident Roman Herzog kam, und mit der Ehrenbürgerwürde der Universität Würzburg.

Nobelpreisträger prägnant dargestellt

Ein zweites Mal wurde Lemmerich 2006 nach Würzburg gebeten, um gemeinsam mit Dr. Armin Stock eine Ausstellung über die Würzburger Nobelpreisträger im Rahmen des Projekts „Wissenschaftsmeile Röntgenring“ zu gestalten. Insgesamt 13 Nobelpreisträger galt es prägnant darzustellen, was keine leichte Aufgabe war.

Die Eröffnung dieser Ausstellung im Dezember 2006 im Beisein des Nobelpreisträgers Hartmut Michel und des per Telefonkonferenz aus Hawaii zugeschalteten Nobelpreisträgers Klaus von Klitzing war bereits ein besonderes Ereignis. Auch diese Ausstellung, die an verschiedenen Standorten gezeigt wurde, hatte rund 40.000 Besucher. Darunter waren zahlreiche Schulklassen, die einen lebendigen Einblick in die naturwissenschaftliche Forschung erhielten.

Dem Adolf-Würth-Zentrum eng verbunden

In seinem letzten Lebensjahrzehnt war Lemmerich insbesondere dem Adolf-Würth-Zentrum für Geschichte der Psychologie eng verbunden. Immer wieder kam er von Berlin nach Würzburg – und sei es nur, um für einen Nachmittag intensiv über eine neue Ausstellung des Zentrums zu beraten, bevor er spät abends, häufig nach Mitternacht, wieder nach Berlin zurückkehrte. Sein Wissen lebt zu einem guten Teil am Adolf-Würth-Zentrum weiter.
Zum Stiftungsfest 2017 war Jost Lemmerich das letzte Mal in Würzburg. Hier beriet er noch einmal die Stadt und die Röntgengedächtnisstätte für deren Vorbereitungen zum 125. Jubiläum der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Bereits bei diesem Besuch war zu erahnen, dass sich ein großes und ausgefülltes Leben langsam dem Ende zuneigte.

Zur Eröffnung der ihm gewidmeten Ausstellung am Adolf-Würth-Zentrum zum Thema Psychotechnik am 8. Dezember 2017 hatte Jost Lemmerich nicht mehr die Kraft zu kommen. Dennoch blieb er bis zuletzt in stetigem Kontakt mit der Universität. Am 21. März 2018 fand der unermüdliche, unendlich fleißige, mit zahlreichen Auszeichnungen dekorierte, aber dennoch immer sehr bescheiden gebliebene Jost Lemmerich seine letzte Ruhe. Die Universität wird ihm in großer Dankbarkeit verbunden bleiben.

Uniklinikum Würzburg: 44 genetische Variationen im Zusammenhang mit Depressionen identifiziert

Einem internationalen wissenschaftlichen Konsortium ist es gelungen, 44 Genorte zu identifizieren, die mit schweren Depressionen im Zusammenhang stehen. Die unter maßgeblicher Beteiligung von Prof. Dr. Manuel Mattheisen von der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg gewonnenen Erkenntnisse können die Grundlage für eine noch effizientere Behandlung von Depressionen sein.

„Der Zusammenhang von genetischen Faktoren und Depressionen ist mittlerweile unbestritten“, sagt Prof. Dr. Manuel Mattheisen. Der Leiter der Arbeitsgruppe für Psychiatrische Genetik und Epigenetik an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg fährt fort: „Da die Erkrankung klinisch und genetisch sehr komplex ist, müssen für jeden weiteren Wissensgewinn möglichst vielen Personen untersucht werden. Voraussetzung dafür sind neben nationalen Bemühungen die Zusammenarbeit in großen, internationalen Forschungskonsortien.“

Ein solches Konsortium unter Beteiligung von Prof. Dr. Manuel Mattheisen untersuchte die Gene von fast 500.000 Menschen – 135.000 Patienten mit Depressionen und mehr als 344.000 Kontroll-Personen. Die Ergebnisse der Studie wurden im April dieses Jahres in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Nature Genetics publiziert. „Es gelang uns, 44 Genorte zu identifizieren, die mit schweren Depressionen im Zusammenhang stehen“, berichtet Prof. Mattheisen, einer der Erstautoren der Studie. Mit Genort wird die genaue Lage eines bestimmten Gens oder eines genetischen Markers auf einem Chromosom bezeichnet. Von den identifizierten Genorten wurden 30 erstmals beschrieben, während 14 schon in früheren Studien entdeckt worden waren.

Die Tür zu den biologischen Ursachen aufstoßen

Die neuen Erkenntnisse sind die direkte Folge einer beispiellosen globalen Anstrengung von über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die im internationalen Psychiatric Genomics Consortium (PGC) zusammenarbeiten. „Menschen, die eine höhere Zahl an genetischen Risikofaktoren in sich vereinen, tragen auch ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Wir wissen, dass viele weitere (Umwelt-) Faktoren eine Rolle spielen, aber die Identifikation dieser genetischen Zusammenhänge kann die Tür zu den biologischen Ursachen aufstoßen“, unterstreicht Dr. Naomi Wray von der University of Queensland in Australien, die zusammen mit Dr. Patrick F. Sullivan, Direktor des Zentrums für Psychiatrische Genomik an der University of North Carolina School of Medicine (USA), und einem Team von weiteren Autoren die Studie leitete. „Mit weiteren zukünftigen Forschungsbemühungen sollten wir in der Lage sein, Instrumente zu entwickeln, die für die Behandlung von schweren Depressionen wichtig sind“, sagt Dr. Sullivan.

In Zukunft bessere Prognosen zum Therapieerfolg möglich

Prof. Mattheisen ergänzt: „Im Bereich der Pharmakogenetik eröffnen die publizierten Befunde in der Zukunft neue Möglichkeiten, das Ansprechen von Therapien mit Antidepressiva vorherzusagen.“
Finanziert wurden die Metaanalyse und die darin enthaltenen Primärstudien vom US-amerikanischen nationalen Institut für psychische Gesundheit und dem nationalen Institut für Drogenmissbrauch, der niederländischen Wissenschaftsorganisation, der Dutch Brain Foundation und der VU Universität Amsterdam, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (Deutschland), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem National Health und Medical Research Council (Australien).

Über Depressionen

Eine deutlich verminderte Lebensqualität, Arbeitsunfähigkeit, stationäre Behandlungen und Frühverrentung sind nur einige der Komplikationen im Zusammenhang mit Depressionen. Sie sind die Folge von typischen Merkmalen wie Antriebshemmung, Gedankenschleifen und vermindertem Selbstwertgefühl, die im Extremfall zu Todesgedanken und Suizid führen können. Die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie bemüht sich durch Angebote wie Schwerpunktstationen und im Rahmen des Würzburger Bündnisses gegen Depression (Sprecher: Privatdozent Dr. Andreas Menke) zu einer besseren Therapie und Vorbeugung von Depressionen beizutragen. Dennoch: „Das persönliche Leid der Betroffenen und ihres Umfelds, wie Familie und Freunde, ist dramatisch und die volkswirtschaftlichen Folgen sind erheblich“, sagt Prof. Dr. Jürgen Deckert, Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit am Uniklinikum Würzburg, und fährt fort: „Die vorhandenen Therapien und Medikamente helfen nach wie vor nicht bei allen Patienten und der Forschungsbedarf ist deshalb immer noch groß.“

Literatur:
Nat Genet. 2018 Apr 26. doi: 10.1038/s41588-018-0090-3.
Genome-wide association analyses identify 44 risk variants and refine the genetic architecture of major depression.

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Aktuelle Bauarbeiten am Universitätsklinikum Würzburg

Im Zuge der umfassenden Modernisierung des Universitätsklinikums Würzburg steht eine weitere Erschließungsmaßnahme auf dem Klinikcampus an.

Aktuell betroffen ist die Versorgungstrasse zwischen Rudolf-Virchow-Zentrum (Gebäude D15) und Kinderklinik (Gebäude C5/C6) auf dem Altcampus, wo ein unterirdischer Versorgungskanal neu gebaut werden muss. Derzeit wird die Baustelle eingerichtet sowie das Baufeld freigemacht. Diese Maßnahme bildet den Auftakt weiterer Bauvorhaben am Klinikum, die dringend erforderlich sind. Ziel ist es, das auf dem gesamten Gelände des Uniklinikums (Altcampus) verlaufende Netz unterir-discher Versorgungskanäle, welches in seinen Ursprüngen aus dem Jahr 1920 stammt, nach neu-esten Umwelt- und technischen Standards zu erneuern und so eine optimale Wasser- und Energie-versorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Im Zuge der Bauarbeiten werden weitere Versorgungs-trassen für die Trinkwasserversorgung, Abwasser, Wärmeversorgung, Elektrotechnik und IT-Infrastruktur gebaut bzw. saniert, gebündelt und verstärkt.

Die Sanierung des Versorgungskanals hat zur Folge, dass etwa 30 Parkplätze am RVZ und an der dort verlaufenden internen Klinikstraße wegfallen. Die Zufahrt zur Kinderklinik (C5) bleibt aus stati-schen Gründen grundsätzlich gesperrt. Unter der Zufahrt verläuft ein alter, maroder Heizkanal. Krankenwägen sowie einzelne PKW können die Zufahrtsstraße bis zum Eingang des Gebäudes C5 nutzen. Die Zufahrt wird über eine noch zu installierende Schranke reguliert.

Der Betrieb der Kinderklinik läuft während der Bauarbeiten uneingeschränkt weiter. Um die Auswir-kungen möglichst gering zu halten, wird die komplexe Maßnahme so schnell wie möglich umge-setzt. Nach aktuellem Planungsstand dauert sie voraussichtlich bis März 2021. Diese und auch die Folgemaßnahmen sind so konzipiert, dass eventuelle Einschränkungen für Patienten, Besucher, Anwohner und Mitarbeiter möglichst gering bleiben. Das Uniklinikum informiert frühzeitig über wei-tere Erschließungs- und Sanierungsmaßnahmen.

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Die Würzburger Universitäts-Frauenklinik informiert über Blasen- und Senkungsbeschwerden

Am Montag, den 18. Juni 2018, informieren drei Experten der Würzburger Universitäts-Frauenklinik in einer kostenlosen Abendveranstaltung über moderne Behandlungsmethoden bei unwillkürlichem Harnverlust und Senkungsbeschwerden.

„Senkungsbeschwerden und Inkontinenz sind kein unabwendbares Schicksal, sondern mit modernen Methoden sehr gut behandelbar“, betont Prof. Dr. Achim Wöckel. Der Direktor der Frauenklinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Allerdings hindert ein unnötiges Schamgefühl viele Patientinnen daran, sich professionelle Hilfe zu suchen – und das, obwohl Inkontinenz und Schmerzen ihre Lebensqualität oft stark beeinträchtigen.“ Hier wollen die Urogynäkologen des UKW den betroffenen Frauen mit Information und Beratung helfen: Am Montag, den 18. Juni 2018, laden sie um 17:00 Uhr alle Interessierten zu einem Informationsabend in die Gaststätte B. Neumann am Würzburger Residenzplatz ein.

Laienverständliche Kurzvorträge

Zwar stellen sich bei den meisten Frauen Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden erst nach der Menopause ein, aber es gibt dennoch eine große Gruppe von betroffenen jüngeren Frauen. Was bei diesen Patientinnen in der Behandlung besonders zu beachten ist, arbeitet Prof. Wöckel in seinem laienverständlichen Vortrag heraus.
Anschließend referiert der Dr. Ralf Joukhadar über die Möglichkeiten der am UKW gebotenen Roboter-gestützten Schlüsselloch-Chirurgie. „Unterstützt durch diese High-End-Technologie sind wir in der Lage, die erforderlichen Eingriffe besonders präzise und schonend durchzuführen“, betont der Leitende Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik.
Der betagteren Patientinnengruppe widmet sich der Vortrag von Privatdozent Dr. Joachim Diessner unter dem Titel: „Beckenboden-Funktionsstörungen im hohen Alter – eine besondere Herausforderung für den behandelnden Arzt“.

Raum für individuelle Fragen

Ab 18:00 Uhr haben die Teilnehmerinnen dann zudem bei einer Diskussionsrunde Gelegenheit, fundierte Antworten auf individuelle Fragen zu erhalten. Die Würzburger Universitäts-Frauenklinik ist eine langjährige Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und kann sich auf eine hohe Expertise in diesem Themenkreis stützen.

Teil der Welt-Kontinenz-Woche

Der Infoabend findet am ersten Tag der Welt-Kontinenz-Woche 2018 statt. Die jährlich stattfindende Aufklärungskampagne wurde von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft ins Leben gerufen und bietet bundesweite Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie Expertenvorträge für Betroffene und Mediziner/innen an.

Kostenlos, aber mit Anmeldung

Die Teilnahme am Würzburger Informationsabend ist kostenlos, allerdings wird um eine Anmeldung bis 11. Juni 2018 gebeten unter Tel: 0931/ 880 79 447 oder E-Mail: mail@ gundn-eventmanagement.de. Das detaillierte Programm findet sich im Internet unter www.frauenklinik.ukw.de.

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Auszeichnung: Preisgekrönte Promotionen

Aus dem Online-Magazin einBLICK der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 15.05.2018

Seit über 50 Jahren werden beim Stiftungsfest herausragende Doktorarbeiten, die sich thematisch mit Unterfranken befassen oder deren Verfasser seit längerer Zeit in der Region leben, ausgezeichnet.

Mit 500 Euro sind die gemeinsamen Promotionspreise der Unterfränkischen Gedenkjahrstiftung für Wissenschaft und der Universität Würzburg dotiert. Sie werden jedes Jahr für herausragende Dissertationen verliehen. Voraussetzung: Die Arbeiten müssen sich mit Unterfranken befassen und/oder von Personen geschrieben sein, die in der Region aufgewachsen sind oder seit längerer Zeit hier leben.
Traditionell werden die Preise im Rahmen des Stiftungsfestes der Universität in der Neubaukirche von Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer in seiner Funktion als Vorsitzender des Stiftungsvorstands und von Universitätspräsident Alfred Forchel an die insgesamt 20 Preisträger verliehen.
Ab 2012 wurden die Mittel in enger Zusammenarbeit mit der Universität aufgestockt. Die Stiftung wurde 1964 ins Leben gerufen. Anlass war ein Jubiläum, die 150-jährige Zugehörigkeit Unterfrankens zu Bayern. Initiiert wurde die Stiftung vom damaligen Regierungspräsidenten Heinz Günder und dem Würzburger Geschichtsprofessor Otto Meyer. Stifter waren der Freistaat Bayern, der Bezirk Unterfranken, die unterfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte sowie die unterfränkischen Sparkassen.
Die Preisträger 2018
Katholische Theologie
Dr. Marievonne Schöttner-Gödecke: „Der vollkommene Mensch. Zur Genese eines frühchristlich-gnostischen Konzepts.“ Betreuer: Prof. Dr. Bernhard Heininger

Jura

Dr. des. Magdalena Mayer: „Soziale Netzwerke im Internet im Lichte des Vertragsrechts.“ Betreuer: Prof. Dr. Oliver Remien
Dr. Alexander Schmidt: „Die Nichtzulassung der Revision mangels Erfolgsaussichten. Zur analogen Anwendbarkeit des § 144 Abs. 4 VwGO im Verfahren über die Nichtzulassungsbeschwerde nach § 133 VwGO.“ Betreuer: Prof. Dr. Ralf Brinktrine

Medizin

Dr. Stefan Karl: “Control Centrality in Non-Linear Biological Networks.” Betreuer: Prof. Dr. Thomas Dandekar
Dr. Anja Quast: „Die Bedeutung der „Minipubertät“ im frühkindlichen Spracherwerb – welchen Einfluss haben postnatale Sexualhormonkonzentrationen auf melodische, artikulatorische und temporale Eigenschaften von Komfortlauten von Säuglingen im fünften Lebensmonat?“ Betreuerin: Prof. Dr. Kathleen Wermke

Philosophische Fakultät

Dr. Benjamin Heidenreich: „Ein Ereignis ohne Namen? Von der Deutung zur Erinnerung an den sog. „Bauernkrieg“ von 1525.“ Betreuer: Prof. Dr. Helmut Flachenecker
Dr. Julian Schroeter: „Begriff und Hermeneutik der Selbstdarstellung – für fiktionale Texte und den Fall Christian Kracht.“ Betreuer: Prof. Dr. Fotis Jannidis

Humanwissenschaften

Dr. Philipp Abelein: „‘Ich sehe was, was du nicht siehst?!‘ Subjektive und fremde Wahrnehmung der sozialen Integration bei Schülern mit AD(H)S – eine empirische Untersuchung an bayerischen Grundschulen.“ Betreuer: Prof. Dr. Roland Stein
Dr. Sandra Pachtner: „Quantitative Charakterisierung akustischer und phonetischer Eigenschaften kanonischer Babbler von gesunden Kindern mit deutscher Umgebungssprache.“ Betreuer: Prof. Dr. Detlef Hansen

Biologie

Dr. Christian Franke: „Advancing Single-Molecule Localization Microscopy: Quantitative Analyses and Photometric Three-Dimensional Imaging.” Betreuer: Prof. Dr. Markus Sauer

Chemie / Pharmazie

Dr. Theresa Dellermann: „NHC-stabilisierte Bor-Bor-Mehrfachbindungssysteme – Darstellung und Reaktivität.“ Betreuer: Prof. Dr. Holger Braunschweig
Dr. Anja Röder: „Excited-State Dynamics in Open-Shell Molecules.“ Betreuer: Prof. Dr. Ingo Fischer

Mathematik / Informatik

Dr. Dorit Borrmann: „Multi-modal 3D mapping – Combining 3D point clouds with thermal and color information.” Betreuer: Prof. Dr. Andreas Nüchter
Dr. Thorsten Reichert: “Classification and Reduction of Equivariant Star Products on Symplectic Manifolds.” Betreuer: Prof. Dr. Stefan Waldmann

Physik / Astronomie

Dr. Jean-Nicolas Lang: “Automation of electroweak NLO corrections in general models.” Betreuer: Prof. Dr. Ansgar Denner
Dr. Henriette Maaß: “Spin-dependence of angle-resolved photoemission from spin-orbit split surface states.” Betreuer: Prof. Dr. Friedrich Reinert

Wirtschaftswissenschaft

Dr. Klaus Gründler: “A Contribution to the Empirics of Economic Development – The Role of Technology, Inequality, and the State.” Betreuer: Prof. Dr. Norbert Berthold
Dr. Florian Schubert: „Composite-based Methods in Structural Equation Modeling.” Betreuer: Prof. Dr. Martin Kukuk

Graduate School of Life Sciences

Dr. Sudip Das: “Genome-wide identification of virulence-associated genes in Staphylococcus aureus using transposon insertion-site deep sequencing.” Betreuer: Prof. Dr. Thomas Rudel
Dr. Christiane Ziegler: “Epigenetic mechanisms in the pathogenesis and therapy of anxiety disorders.” Betreuerin: Prof. Dr. Katharina Domschke

Grüne Damen und Herren: 30 Jahre ehrenamtlicher Patientenbesuchsdienst am Uniklinikum Würzburg

Seit 30 Jahren besuchen die mittlerweile auch durch „Grüne Herren“ verstärkten „Grünen Damen“ die einsamen und hilfsbedürftigen Patientinnen und Patienten des Uniklinikums Würzburg. Anfang Mai dieses Jahres wurde das Jubiläum der ehrenamtlich Engagierten mit einer Feier am Klinikum unterstrichen.

Aktuell 22 aktive Grüne Damen und vier Grüne Herren besuchen wöchentlich die Kranken in den Kliniken des Uniklinikums Würzburg (UKW). Die unter dem Dach der Caritas organisierten Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit für Gespräche, erledigen kleine Einkäufe oder kümmern sich um Organisatorisches. Der Beginn des Hilfsangebots war eine Initiative von Antonio Lucchetta, einem italienischen Sozialarbeiter der Caritas. Ende des Jahres 1987 stellte er eine kleine Gruppe italienischer Frauen zur Betreuung von kranken Landsleuten am UKW auf die Beine. Wenige Monate später hatten sich auch deutsche Frauen der Gruppe angeschlossen, aus der sich 1988 die deutsch-italienische Krankenhaushilfe der Caritas bildete. Der Name „Grüne Damen und Herren“ leitet sich ab von den mintgrünen Kitteln, die sie bei ihrer Arbeit tragen.

Gottesdienst in der Klinikumskapelle

Anlässlich des 30-jährigen Geburtstags der Initiative veranstaltete das Uniklinikum Würzburg am 4. Mai dieses Jahres eine Jubiläumsfeier. Mit den aktiven und ehemaligen Grünen Damen und Herren sowie den Gratulanten und Gästen kamen dabei rund 70 Personen zusammen. Der Nachmittag startete mit einem Gottesdienst in der Katholischen Kapelle auf dem Klinikumsgelände an der Josef-Schneider-Straße, geleitet von Domkapitular und 1. Vorsitzenden des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg, Clemens Bieber, sowie Pater Maximilian Bauer, dem 1. Katholischen Klinikpfarrer des UKW.

Der Bedarf an Besuchsdiensten bleibt hoch

Fortgesetzt wurde die Feier im benachbarten Hörsaal der Universitäts-Kinderklinik. In ihren Grußworten sprachen die Redner den Grünen Damen und Herren höchste Anerkennung und herzlichsten Dank aus. „Nicht nur für unsere Patienten und deren Angehörige, sondern auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Sie eine ganz große Unterstützung“, sagte Günter Leimberger, der Pflegedirektor des Klinikums. Schließlich sei Medizin sehr viel mehr als Medikamente und Operationen, wie Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW unterstrich. Der Würzburger Bürgermeister Dr. Adolf Bauer wies darauf hin, dass durch die zunehmende Vereinsamung der Menschen in Deutschland der Bedarf an Krankenbesuchen, wie sie die Grünen Damen und Herren leisten, weiter steigen wird. Er lag damit ganz auf der Argumentationslinie von Ulrike Haßelbeck. Die Stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Krankenhaus-Hilfe aus Dortmund nannte in ihrem Grußwort eine Reihe von weiteren Faktoren, warum es auch in 30 Jahren noch klassische Besuchsdienste in den deutschen Krankenhäusern geben wird. So würden zum Beispiel durch das derzeitige Schließen von kleineren Krankenhäusern die Anfahrtswege für Angehörige immer weiter. Wer könne da noch schnell mal einen Besuch bei seinem kranken Verwandten oder Freund machen?

Auch das zunehmende Lebensalter der Menschen bringt Herausforderungen mit sich. Haßelbeck: „In Krankenhäusern begegnen wir auch auf den ‚nicht-geriatrischen‘ Stationen immer mehr Demenzkranken. Sie sind in der fremden Umgebung verwirrt und unruhig.“ Nach Auffassung der Referentin werden nicht nur die Pflegekräfte, sondern auch die Grünen Damen und Herren in Zukunft noch verstärkt lernen müssen, mit dieser Patientengruppe umzugehen.

„Eine weitere Entwicklung wird sein, dass wir immer mehr Patienten aus unterschiedlichen Ländern haben werden, deren Sprache wir nicht sprechen. Sie haben diese Aufgabe in Würzburg bereits vor 30 Jahren beispielhaft gelöst“, lobte Ulrike Haßelbeck den deutsch-italienischen Krankenhausbesuchsdienst.

Plakette für kreatives Helfen
Diese Kreativität des Helfens stellte auch Domkapitular Bieber in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Für ihn sind die Grünen Damen und Herren kreative Menschen, die immer wieder den richtigen Weg finden müssen, um mit den unterschiedlichsten Kranken in ihrer jeweiligen Situation ins Gespräch zu kommen. Ein Sinnbild für kreative Hilfe ist die Bibelstelle, an der findige Freunde einen Gelähmten über ein Loch im Dach eines Hauses zu Jesus bringen. Dieses Motiv zierte auch die bronzenen Plaketten, die Clemens Bieber während der Feierstunde an alle aktiven Grünen Damen und Herren zum Dank und zur Erinnerung überreichte. Außerdem verlieh der Würzburger Caritas-Vorsitzende das Caritas-Silberkreuz an Irmgard Kentel für ihren zehnjährigen Besuchsdienst als Grüne Dame.

Ehrende Präsente auch vom Uniklinikum

Günter Leimberger setzte seitens des UKW die Ehrung besonders verdienter Ehrenamtlicher fort. Blumen gab es für das Gründerehepaar Maria und Antonio Lucchetta sowie für Annegret Dorsch für ihr 25-jähriges Engagement als Grüne Dame. Der aktuelle Gruppenleiter des Besuchsdienstes, Alfred Fischer, erhielt als Dankeschön für seine Arbeit zwei exzellente Weine. Fischers Stellvertreterinnen Christine Steinmetz und Margarete Wyzgol überreichte der Pflegedirektor Blumen und Gutscheine.
Nach dem Festakt lud das Uniklinikum Würzburg alle Anwesenden zu Kaffee, Kuchen und kleinen Speisen ins Krankenhaus-Casino ein.
Wer sich für eine Beteiligung bei den Grünen Damen und Herren interessiert, kontaktiert Albert Fischer unter der E-Mail: albertfischer08@ gmail.com.

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