Aktuelle Meldungen

Günter Landbeck Excellence Award für Würzburger Hämatologen

Prof. Dr. Harald Schulze vom Uniklinikum Würzburg erhielt den diesjährigen Günter Landbeck Excellence Award in der Kategorie „Klinische Arbeiten“. Der Preis zeichnet herausragende Studien zur Blutgerinnung aus.

Beim 48. Hämophilie Symposion in Hamburg wurde am 10. November 2017 der diesjährige Günter Landbeck Excellence Award (GLEA) verliehen. Mit der Auszeichnung sollen vielversprechende Forschungsansätze und neue Perspektiven in der Behandlung von Gerinnungsstörungen – insbesondere bei Hämophilie-Patienten – gefördert werden. Preisträger in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ ist Prof. Dr. Harald Schulze. Seine Arbeitsgruppe „Experimentelle Hämostaseologie“ ist am Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin angesiedelt, der Teil des Uniklinikums Würzburg und des Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrums ist.

Test für verschiedene Formen der Storage Pool Disorder entwickelt

Der Preis würdigt die Entwicklung eines Tests zur Unterscheidung verschiedener Gerinnungsstörungen. Im Fokus standen dabei angeborene und erworbene Blutungsstörungen von Kindern. Im Detail ging es um die Erforschung von zwei Formen von Granula (körnchenförmige Einlagerungen) im Inneren von Thrombozyten, von denen bislang nicht bekannt ist, wie sie zur Blutungsstillung beitragen. Prof. Schulze und sein Team untersuchten dazu das Blut von Kindern, die von der Storage Pool Disorder (SPD) betroffen sind. Dies ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gerinnungsstörungen, die durch einen Mangel an thrombozytären Granula gekennzeichnet sind. „Um eine gezieltere Diagnostik zu ermöglichen, entwickelten wir ein Testverfahren, das hilft, verschiedene Formen der SPD zu unterscheiden – und das einfach, schnell und kostengünstig. Für unseren Test werden nur minimale Blutmengen benötigt, was besonders bei Kinder mit Blutungsneigung relevant ist“, erklärt der Preisträger.

Mit 25.000 Euro dotiert

Der jährliche Günter Landbeck Excellence Award wird außer in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ auch für „Experimentelle Arbeiten“ vergeben. Dieser Part ging in 2017 an die Mikrobiologin Dr. Simone Bergmann von der TU Braunschweig. Sie und Prof. Schulze erhielten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.
Der Award wird vom Günter Landbeck Stipendium verliehen und von der Baxalta Deutschland GmbH finanziert, die zum internationalen Biotechnologie-Unternehmen Shire gehört. Der Namensgeber des Preises, Prof. Günter Landbeck (1925 – 1992), gilt als einer der Pioniere in der deutschen Hämophilie-Forschung.

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Hentschel-Preis ehrt jetzt auch bundesweit Erfolge im Kampf gegen den Schlaganfall

Der Hentschel-Preis zeichnet Weiterentwicklungen im Kampf gegen den Schlaganfall aus. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn.

Mit dem Hentschel-Preis ehrt die Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“ thematisch passende Arbeiten aus Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie. In diesem Jahr überreichte Günter Hentschel, der Gründer der Stiftung, die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn. Die Biologin führte als Postdoktorandin das prämierte Projekt „Astrocytic calcium release mediates peri-infarct depolarizations in a rodent stroke model“ durch. Gegenstand der Arbeit sind die Entstehungsmechanismen von elektrischen Fehlentladungen („peri-infarct depolarizations“), die in der Randzone eines frischen Hirninfarktes auftreten und zum Wachstum des Schlaganfalls beitragen.

Ein möglicher Ansatzpunkt für eine medikamentöse Behandlung

Dr. Rakers konnte zeigen, dass diese Phänomene auf eine Calciumfreisetzung aus Astrozyten zurückzuführen sind. Die auch Sternzellen genannten Astrozyten sind essentielle Bestandteile des zentralen Nervensystems mit vielfältigen Funktionen. Der nachgewiesene Mechanismus der Calciumfreisetzung ist prinzipiell pharmakologisch beeinflussbar. Die Arbeit der Forscherin wurde im international hochrangigen „Journal of clinical investigation“ publiziert.

Erstmals bundesweit ausgeschrieben

Der seit dem Jahr 2011 jährlich vergebene Hentschel-Preis konzentrierte sich bislang auf Forschungsleistungen aus der Würzburger Universitätsmedizin. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Dr. Rakers nahm den mit 5.000 € dotierten Preis im Rahmen des 2. Würzburger Schlaganfallsymposiums der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg am 25. Oktober 2017 entgegen.

Um auch in Zukunft den Kampf gegen den Schlaganfall vorantreiben zu können, freut sich Günter Hentschel über Spenden auf das Konto:
Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402

Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

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Mein Kind am UKW - Kindermitbringtag für Mitarbeiter des Universitätsklinikums Würzburg

Kontinuierlich arbeitet das Universitätsklinikum daran, das Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterzuentwickeln. Morgen findet in diesem Jahr am UKW eine Premiere statt: Initiiert von der AG Beruf und Familie veranstaltet das UKW in diesem Jahr zum ersten Mal den Tag:

"Mein Kind am UKW"

Für alle angemeldeten Mitarbeiterkinder im Grundschulalter hat das Vorbereitungsteam ein buntes Programm mit spannenden Inhalten ausgearbeitet:

08:00 Uhr    Begrüßung durch den ärztlichen Direktor Herrn Professor Ertl, Gruppenfoto und Spiel

09:00 Uhr    Zweites Frühstück zur Stärkung für den Tag

10:00 Uhr    Buntes Programm Ergo- und Physiotherapie (Basteln, Malen, Spiel und Spaß etc.)

12:00 Uhr    Gemeinsames Mittagessen

13:00 Uhr    Wie funktioniert das mit den Knochen und Gipsen

14:00 Uhr    Abholung der Kinder durch die Eltern

 

 

 

16 Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten erfolgreich ausgebildet

Am 30. September dieses Jahres erhielten 16 Absolventinnen und Absolventen der Schule für Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) an der Akademie des Uniklinikums Würzburg ihre Zeugnisse. Damit steht der zweite fertige Jahrgang der Würzburger OTA-Schule der Arbeitswelt zur Verfügung.

Bei der Zeugnisübergabe am 30. September 2017 gab es nur positive Ergebnisse: Alle 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ausbildungsgangs zur/zum Operationstechnischen Assistentin oder Assistenten schlossen mit gutem oder sehr gutem Erfolg ab. Das theoretische Wissen hierfür hatten sie sich während der letzten drei Jahre an der Akademie des Uniklinikums Würzburg (UKW) angeeignet. Sie sind der zweite Abschlussjahrgang der Würzburger OTA-Schule.

Das Uniklinikum Würzburg bildet die OTA zu einem bedeutenden Teil für den eigenen Bedarf aus. So starteten aus dem aktuellen Abschlussjahrgang sechs Frauen und Männer in ein weiteres Berufsleben am UKW. Teilnehmer/innen aus den Kooperationskrankenhäusern füllen zusätzlich die Kurse des Klinikums.
„Der Bedarf der deutschen Gesundheitsbranche an Fachkräften ist ungebrochen groß und aktuell stetig steigend“, weiß Egbert Stanka, der Leiter der Würzburger OTA-Schule. In diesem Jahr begannen 15 Schülerinnen und Schülern die dreijährige duale Ausbildung.

Ein Job für technikbegeistere Teamplayer

Die Hauptaufgaben von Operationstechnischen Assistenten/innen sind das Instrumentieren und die Assistenz im Operationssaal, in der Endoskopie und in Ambulanzen. Hinzu kommen das Vorbereiten, Lagern und Versorgen der Patienten, die Gewährleistung der Patientensicherheit, das Warten und Pflegen der Instrumente und technischen Geräte sowie die Mitverantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften im Operationsbereich.
Weitere Details zur OTA-Ausbildung und der Würzburger Schule gibt es unter www.ukw.de/ausbildung-fort-und-weiterbildung/ota-schule/spezialisten-am-op-tisch. Außerdem ist OTA-Schule auch bei Facebook (OTA-Schule am UKW) und auf Instagram (#otaschuleukw) vertreten.

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Großzügige Spende fördert neues Immuntherapie-Projekt am Uniklinikum Würzburg

Mit einer großzügigen Spende kurbeln die Eheleute Merete und Alexander Knauf vom gleichnamigen Iphöfer Baustoffunternehmen ein vielversprechendes Grundlagenforschungsprojekt der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg an. Bei dem von Prof. Andreas Beilhack geleiteten Vorhaben geht es darum, mit einem völlig neuartigen Ansatz die möglichen Abstoßungsreaktionen zwischen einem Stammzelltransplantat und den Körperzellen des Empfängers noch präziser in den Griff zu bekommen.

„Meine Frau und ich engagieren uns regelmäßig in Projekten, bei denen wir den Eindruck haben, mit einer finanziellen Förderung wichtige Verbesserungen in unserer Gesellschaft wirklich voranbringen zu können“, sagt Alexander Knauf, der geschäftsführende Gesellschafter des weltweit aktiven Baustoffunternehmens Knauf aus Iphofen. Nicht zuletzt, weil seine Frau Merete selbst Medizinerin ist, sei auch dieser Themenbereich in ihrem gemeinsamen Förderfokus. Auf der Suche nach einem passenden Vorhaben wandten sich die Mäzene kürzlich an Prof. Dr. Alfred Forchel. Der Präsident der Würzburger Universität unterbreitete ihnen einen Fächer aktueller lokaler Projekte. Unter diesen wählten die Eheleute Knauf ein Vorhaben von Prof. Dr. Andreas Beilhack von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg aus.
Prof. Beilhack leitet eine Forschungsgruppe zur experimentellen Stammzelltransplantation am Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin (ZEMM). Er erläutert: „In Europa werden jährlich über 40.000 Knochenmark-Stammzelltransplantationen durchgeführt. Mehr als 16.000 Patienten erhalten dabei eine Stammzelltransplantation von einem gesunden Fremdspender, wovon derzeit fast jeder zweite Patient nicht überlebt.“ Der Grund hierfür ist eine unerwünschte Immunreaktion, die Graft-versus-Host Erkrankung. Ziel des jetzt geförderten Forschungsprojekts ist es, die Grundlage dafür zu schaffen, diese Nebenwirkungen zu lindern und diese Leben zu retten.

Herausforderung: Gefährliche T-Lymphozyten unterdrücken, hilfreiche erhalten

Die schädlichen Abstoßungsreaktionen in den Griff zu bekommen, ist keine einfache Aufgabe. „Mit dem Transplantat erhält der Patient einen ganzen Pool von fremden, unterschiedlichen T-Lymphozyten. Ein Teil dieser Abwehrzellen kann die Körperzellen des Empfängers attackieren. Diese gefährlichen Zellen gilt es, zu unterdrücken. Ein anderer Teil jedoch verhindert Infektionen und sorgt für einen Anti-Tumoreffekt. Diese müssen wir nach Möglichkeit in ihrer Funktionsfähigkeit erhalten“, schildert Prof. Beilhack. Mit den bisher verfügbaren Behandlungsmethoden gelingt diese Selektion nach seinen Worten leider nicht: Sie beeinträchtigen unspezifisch alle T-Lymphozyten – auch diejenigen, die für den gewünschten Anti-Tumorkampf verantwortlich sind.

Hoffnungsträger: Neue Fusionsproteine

In einem völlig neuartigen, am ZEMM vorangetriebenen Ansatz sollen jetzt per Gentechnik designte Eiweißmoleküle geschaffen werden, die genau diesen Nachteil überwinden und gezielt nur die gefährlichen T-Lymphozyten eliminieren oder – alternativ dazu – diese in tolerante Zellen umwandeln.
„Wir sprechen hier zwar von Grundlagenforschung, aber von einer extrem zielorientierten“, unterstreicht Musga Qureischi, die in der Arbeitsgruppe von Prof. Beilhack seit Mai dieses Jahres das Projekt maßgeblich vorantreibt. Dieses zielt nach Angaben der Nachwuchswissenschaftlerin zwar konkret auf Verbesserungen in der Stammzelltherapie ab, bei einem Erfolg könne das Prinzip aber durchaus auch auf viele Autoimmun- und Entzündungskrankheiten übertragen werden. „Hier kommt dem Projekt auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Molekularbiologen Prof. Dr. Harald Wajant sowie den Kinderonkologen Prof. Dr. Paul-Gerhardt Schlegel und Privatdozent Dr. Matthias Wölfl vom Uniklinikum Würzburg zugute“, ergänzt Prof. Beilhack.

Private Spende hilft, die Wirksamkeit nachzuweisen

„Die großzügige Spende des Ehepaars Knauf hilft, eine typische Hürde in der deutschen Förderlandschaft zu überspringen“, freut sich Universitätspräsident Forchel und erläutert: „Für das Erlangen von öffentlichen Geldern müssen Projekte wie dieses eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit wissenschaftlich nachweisen. Aber schon um diesen Nachweis führen zu können, sind beträchtliche Mittel erforderlich. Wir sind für das herausragende Engagement des Ehepaars Knauf ganz besonders dankbar, durch das diese Lücke überbrückt werden kann.“
Bei gutem Verlauf des Vorhabens kann der angestrebte Nachweis laut Prof. Beilhack innerhalb der kommenden zwei Jahre gelingen.

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(von links): Prof. Andreas Beilhack und Musga Qureischi von der Forschungsgruppe zur experimentellen Stammzelltransplantation, die Mäzene Merete und Alexander Knauf sowie Prof. Alfred Forchel, der Präsident der Würzburger Universität.
In einem Labor des Zentrums für Experimentelle Molekulare Medizin (von links): Prof. Andreas Beilhack und Musga Qureischi von der Forschungsgruppe zur experimentellen Stammzelltransplantation, die Mäzene Merete und Alexander Knauf sowie Prof. Alfred Forchel, der Präsident der Würzburger Universität. Bild: Arnika Hansen / Uniklinikum Würzburg
Prof. Andreas Beilhack und seine Mitarbeiterin Musga Qureischi erläuterten bei einem Ortstermin im Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin des Uniklinikums Würzburg den Gästen Unipräsident Prof. Alfred Forchel sowie Alexander und Merete Knauf (von links) die Hintergründe des neuen Forschungsvorhabens. Das eingefärbte Mikroskopie-Schnittbild zeigt eine Abwehrattacke von T-Lymphozyten (in Grün- und Blautönen) auf eine Darmwand.
Prof. Andreas Beilhack und seine Mitarbeiterin Musga Qureischi erläuterten bei einem Ortstermin im Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin des Uniklinikums Würzburg den Gästen Unipräsident Prof. Alfred Forchel sowie Alexander und Merete Knauf (von links) die Hintergründe des neuen Forschungsvorhabens. Das eingefärbte Mikroskopie-Schnittbild zeigt eine Abwehrattacke von T-Lymphozyten (in Grün- und Blautönen) auf eine Darmwand. Bild: Arnika Hansen / Uniklinikum Würzburg

Einladung zur Vernissage der Medizin II

Vernissage mit musikalischer Begleitung im Haus A4, Ebene +2

Die MEDIZIN II  ist sehr dankbar, dass sie der Fotoclub seit Jahren unterstützt. Mit viel Herzblut erhalten sie Bilder aus aller Welt in verschiedenen Formen und Rahmen kostenfrei gestellt. In diesem Jahr konnte die Medizin II Frau Kreft mit Bildern aus Afrika gewinnen, die gerne auf M52 die Ausstellung übernommen hat.
Damit die Patienten auch einen musikalische Bereicherung zur Eröffnung erleben, wird das Duo Frau Grimmer (Querflöte) und Herr Steiner (Gitarre) zwei Stücke spielen.
Alle  Patienten und Gäste sind herzlich eingeladen zur Vernissage um 18:00 Uhr auf der Station M42 (Haus A4, Ebene +2).

Den Flyer zur Vernissage gibt es hier zum Download.

Vernissage am 30. November 2017, Haus A4, Ebene +2
Vernissage am 30. November 2017 um 18:00 Uhr im Haus A4, Ebene +2
Vernissage am 30. November 2017, Haus A4, Ebene +2
Vernissage am 30. November 2017 um 18:00 Uhr im Haus A4, Ebene +2

5.000 Würzburger Herzen untersucht!

Wie stark sind die Herzen, und was macht sie schwach? Dieser Frage gehen Herzforscher in der STAAB-Studie nach.

Zwischenziel erreicht! Die STAAB-Studie hat jetzt nach knapp vier Jahren die 5.000ste Probandin untersucht. Ziel der Kohortenstudie am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) ist es, herauszufinden, wie häufig eine noch unentdeckte Herzschwäche in der Bevölkerung auftritt und welche Faktoren diese tückische Erkrankung auslösen. Immerhin leiden mehr als 2 Millionen Bundesbürger an einer Herzinsuffizienz. Die Studienteilnehmer – alle zwischen 30 und 79 Jahre alt – wurden von der Stadt Würzburg nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und angeschrieben. Die ersten Ergebnisse werden derzeit von den beiden Kooperationspartnern, dem DZHI und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Universität Würzburg ausgewertet.

„Die Rücklaufquote der Bevölkerung mit 31 Prozent war ausgezeichnet. Ohne diese breite Unterstützung in der Bevölkerung und natürlich der Stadt Würzburg hätten wir das nie geschafft. Je mehr der ausgewählten Bürger an der Studie teilnehmen, umso besser ist die Aussagekraft der Studie. Aus den Ergebnissen wollen wir dann Strategien für die Vorbeugung und Behandlung einer Herzschwäche entwickeln“, erklärt der Kardiologe Stefan Störk, der gemeinsam mit dem Epidemiologen Peter Heuschmann die Studie leitet. Beide Forscher bedanken sich stellvertretend für das Studienteam bei der Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake für das Engagement der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

„Die Stadt Würzburg hat dieses groß angelegte Forschungsprojekt von Beginn an gern unterstützt. Schließlich liegt uns die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger sehr am Herzen“, erklärt Marion Schäfer-Blake. „Wer daran teilgenommen hat, erfährt ja nicht nur, ob seine Herzfunktion beeinträchtigt ist oder eines Tages sein könnte, sondern auch, wie der komplette Gesundheitsstand ist.“

Karin Westgate-Kokoschka, die 5.000ste Probandin, hat diese Gelegenheit gern genutzt: „Ich bin keine gute Arztgängerin und hatte schon lange keine umfassende Untersuchung mehr. Deshalb hat mich die Einladung zur Teilnahme an der STAAB-Studie voll motiviert.“ Und nach dreieinhalb Stunden hatte sie die Gewissheit: Alles ist gut! Auch die Befürchtung, dass nun die ersten Tabletten ins Haus kommen, hat sich nicht bewahrheitet.

Die Teilnehmer der Studie erhielten am DZHI eine ausführliche Untersuchung zu ihrem Gesundheitszustand, unter anderem mit umfangreicher Untersuchung des Herzens und der Gefäße, des Zucker-und Fettstoffwechsels sowie der Gedächtnisleistung. Im Anschluss an die etwa dreieinhalbstündige Untersuchung wurde jedem Teilnehmer seine Untersuchungsergebnisse in einem ausführlichen Abschlussgespräch mitgeteilt. Alle Daten der Freiwilligen wurden selbstverständlich anonymisiert

„Zurzeit werten wir die Untersuchungsergebnisse der ersten 2.500 Studienteilnehmer aus und werden diese alsbald veröffentlichen“, berichtet Studienleiter Peter Heuschmann, der als Epidemiologe die Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölkerung erforscht. „Aus den Daten des STAAB-Forschungsprogramms wollen wir gezieltere Vorsorgestrategien entwickeln. Das würde vor allem den Menschen helfen, die ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche haben oder bereits eine im Ultraschall nachweisbare Herzfunktionsstörung zeigen. Man spricht dann von den Stadien A oder B, daher auch der Name STAAB.“

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie ein erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche haben, diese sind im Stadium A. Dazu gehören Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, oder Übergewicht. Andere sind bereits erkrankt, sie haben jedoch keine Symptome – sie sind im Stadium B. Da Betroffene keine Beschwerden haben, werden diese frühen Stadien oft nicht vom Arzt erkannt. Dabei kann eine frühzeitige Prävention, Erkennung und Behandlung entscheidend sein und dem Fortschreiten entgegenwirken. Denn eine Herzschwäche ist tückisch. Sie steht in vielfältiger Wechselwirkung mit anderen Organen. In der Todesursachenstatistik nimmt die Herzinsuffizienz den dritten Platz ein.

Um das bestehende Gesamtrisiko in der Bevölkerung noch besser abschätzen zu können und ein umfassendes Bild über die Veränderung des Gesundheitszustandes zu bekommen, werden alle Teilnehmer demnächst zu einer erneuten freiwilligen Nachuntersuchung eingeladen. Ziel ist es, Veränderungen aufzudecken, die sich im Laufe der letzten drei bis fünf Jahre eingestellt haben.

Erfolgreicher Zwischenziel der STAAB-Studie
Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake (links) begrüßt die 5.000ste Teilnehmerin der STAAB-Studie, Karin Westgate-Kokoschka, und gratuliert den Studienleitern Peter Heuschmann (links) und Stefan Störk zum erfolgreichen Zwischenziel der STAAB-Studie. Bild: A. Hansen / Uniklinikum Würzburg