Aktuelle Pressemitteilungen

Kein KIWI-Cup – trotzdem große Spende

Das Kinder-Fußballturnier KIWI-Cup musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Edeka überreicht trotzdem 10.000 Euro für die Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg.

Kürzlich überreichte Sebastian Kohrmann, Vorstand der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung, eine Spende von 10.000 Euro an den Verein KIWI. In anderen Jahren ist diese Unterstützung für die „Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation“ verbunden mit dem KIWI-Cup auf dem Gelände des TSV Bergrheinfeld. Heuer musste das traditionelle Kinder-Fußballturnier jedoch schweren Herzens wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

„Für uns war es selbstverständlich, auch in diesem besonderen Jahr nach Wegen zu suchen, wie wir die Arbeit von KIWI e.V. dennoch unterstützen können“, sagte Sebastian Kohrmann bei der Spendenübergabe an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Gemeinsam mit den etatmäßigen Hauptorganisatoren Burkard Pfister (Edeka-Einzelhändler), Ernst Gehling (sportliche Leitung) und Helmut Müller (TSV Bergrheinfeld) wurden Freunde, Mitarbeiter und Geschäftspartner der Edeka angeschrieben und um Spenden gebeten. So kam der stolze Betrag zusammen.

 

Geld für psychosoziale Betreuung

Die Vorsitzende von KIWI e.V., Ina Schmolke, zeigte sich begeistert von diesem besonderen Geldsegen: „Wir sind sehr dankbar, damit die psychosoziale Betreuung der Familien der schwer kranken Kinder auf den Intensivstationen der Uni-Kinderklinik intensiv weiter unterstützen zu können.“

Prof. Dr. Christoph Härtel – im Mai dieses Jahres als Direktor der Kinderklinik gestartet – war beeindruckt von der langjährigen, vertrauensvollen und effektiven Zusammenarbeit zwischen Edeka, KIWI und seiner Klinik: „Es ist eine große Freude, eine Klinik anzutreffen und zu leiten, in der so viele wertvolle Unterstützungen – wie die kompetente psychosoziale Betreuung, Elternwohnungen und viele andere kleinere und größere Projekte – nachhaltig die Versorgungssituation für unsere schwerkranken Patienten und deren Familien verbessern können!“

Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Uni-Kinderklinik, hofft auf das kommende Jahr: „Alle ehrenamtlichen Helfer, die Sponsoren und die Geschäftspartner von Edeka hätten es mehr als verdient, wenn es uns allen gelingen könnte, den KIWI-Cup im kommenden Jahr wieder erfolgreich als besonderen Festtag für die ganze Familie organisieren zu können.“

 

Bei der Spendenübergabe (von links): Ina Schmolke, 1. Vorsitzende des KIWI e. V, Sebastian Kohrmann, Vorstand der Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Prof. Dr. Christoph Härtel, Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Bild: Matthias Emmert / Uniklinikum Würzburg

Staatsministerin Judith Gerlach informierte sich über das Digitalisierungszentrum für Präzisions- und Telemedizin

Am 16. Oktober 2020 besuchte Judith Gerlach, Bayerns Staatsministerin für Digitales, das Uniklinikum Würzburg und informierte sich über die Fortschritte beim Digitalisierungszentrum für Präzisions- und Telemedizin. Laut der Ministerin ist das unterfränkische Kooperationsprojekt wegweisend für die Zukunft der Patientenversorgung im Freistaat.

 Das Digitalisierungszentrum für Präzisions- und Telemedizin (DZ.PTM) will Diagnostik- und Therapieverfahren mit Hilfe von zukunftsweisenden digitalen Lösungen weiterentwickeln. Es setzt dabei auf eine enge Interaktion zwischen Wissenschaft, Einrichtungen des Gesundheitswesens und Wirtschaft. Unter Federführung des Uniklinikums Würzburg kooperieren in dem virtuellen Zentrum seit Mitte 2018 das Institut für Informatik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und das Dienstleistungsunternehmen Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen. Möglich gemacht werden die Arbeiten durch die Förderung des bayerischen Wissenschaftsministeriums.

Am 16. Oktober dieses Jahres besuchte Bayerns Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, das Uniklinikum und ließ sich von den Verantwortlichen über die bisherigen Entwicklungen und weiteren Pläne informieren.

 

Modellprojekt zum Leistungsmanagement in der Radiologie

„Kern unserer Bemühungen ist es, mit den Möglichkeiten moderner Digitalisierungstechnologien einschließlich der Telemedizin die Patientenversorgung in Kliniken, Reha-Einrichtungen und Praxen zu optimieren“, erläuterte Prof. Dr. Christoph Reiners, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Uniklinikums und einer der Initiatoren des Projekts. Dazu startete das Zentrum vor zwei Jahren mit zwei Modellprojekten. Eines davon, bei dem es um „Wissensbasiertes Leistungsmanagement in der Radiologie“ geht, wurde der Ministerin beim Würzburger Treffen ausführlicher vorgestellt. „Die Vision dabei ist, dass der Arzt seine Diagnose in ein mobiles Gerät – beispielsweise einen Tablet-PC oder ein Smartphone – diktiert, und die passende radiologische Leistung, unterstützt durch intelligente maschinelle Vorschlagsverfahren, automatisch angefordert wird“, schilderte Maximilian Ertl vom Servicezentrum Medizin-Informatik des Uniklinikums und Geschäftsführer des DZ.PTM. Mit dieser Lösung, die über halbautomatische Zwischenschritte erreicht werden soll, käme aus dem breiten Fächer von bildgebenden Verfahren – von Ultraschall bis PET/CT – genau die individuell erforderliche Untersuchung zum Einsatz. Eine „Überdiagnostik“ sowie unnötige und teure Mehrfachuntersuchungen könnten laut Maximilian Ertl so vermieden werden.

 

Wachsende Anzahl an Projekten

Das zweite Modellprojekt des DZ.PTM will unter dem Namen BASE-Netz eine Online-Plattform für die Patientenversorgung im Netzwerk der bayrischen Zentren für Seltene Erkrankungen installieren. Darüber hinaus wurden mittlerweile fünf zusätzliche Projekte ins Portfolio des DZ.PTM aufgenommen. Deren Ziele reichen von der Verbesserung der Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes/Adipositas oder Herzinsuffizienz bis zu onkologischen Telekonsultationen für ein chinesisches Krankenhaus. Zwei weitere Projektanträge sind in der Pipeline. „Dieses starke Interesse verdeutlicht, dass wir mit der geschaffenen Zentrumsstruktur auf einen großen Bedarf in der Forschung und Patientenversorgung treffen“, unterstrich Prof. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums.

 

Telemedizin als Chance gerade für ländliche Räume

„Das DZ.PTM zeigt beispielhaft, wie durch das Zusammenwirken regionaler Kräfte in der Regiopolregion Mainfranken innovative Gesundheitsversorgung gelingen kann“, sagte Thomas Bold. Der Landrat des Landkreises Bad Kissingen ist zusammen mit Prof. Ertl Sprecher der Themenplattform Gesundheit innerhalb der Region Mainfranken GmbH. Eines der Ziele der Regionalentwicklungsgesellschaft und der Themenplattform ist es, Prävention, Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Pflege in Mainfranken durch Kooperationsprojekte noch stärker zu verzahnen. „Damit eine adäquate medizinische Versorgung der Menschen vor allem in ländlichen Räumen sichergestellt werden kann, steht beim Digitalisierungszentrum auch die Telemedizin im Fokus“, erläuterte der Landrat. Folgerichtig ist nach seinen Worten das Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen einer der zentralen Leistungsträger bei der sektorenübergreifenden Vernetzung innerhalb des DZ.PTM.

Judith Gerlach zeigte sich beeindruckt von den Projekten des Zentrums. „Es freut mich, dass wir durch die staatliche Förderung einen Beitrag zum Gelingen des DZ.PTM beitragen konnten“, sagte die Ministerin. In ihrer Ansprache lobte sie ferner dessen regional-kooperatives Konzept, schließlich sei es „für eine erfolgreiche Digitalisierung besonders wichtig, dass Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen.“ Die Politikerin fuhr fort: „Für mich ist Digitalisierung einer der größten Change-Prozesse in der Geschichte der Menschheit – und wir müssen dieser Entwicklung den richtigen Weg vorgeben. Das DZ.PTM ist ein Beispiel, wie die Weichen in diese Richtung gestellt wurden und werden.“

Fakten zum DZ.PTM

 

Beteiligte Einrichtungen:
Uniklinikum Würzburg
Institut für Informatik der Uni Würzburg
Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen

 

Projekte mit gesicherter Finanzierung:

  • Wissensbasiertes Leistungsmanagement in der Radiologie
  • Online-Plattform für die Patientenversorgung im Netzwerk der bayrischen Zentren für Seltene Erkrankungen (BASE-Netz)
  • Plattform für die telekonsiliarische Beratung des Guangxi International Zhuang Hospitals (GIZHM, China)
  • Unterstützung der Versorgung von Covid-19-Patienten am Uniklinikum Würzburg
  • Smartvisit App für die Unterstützung von Patienten nach Adipositas-chirurgischen Eingriffen
  • DocAssist: Assistierte Routine-Dokumentation bildgebender Verfahren durch intelligente Bildverarbeitung, Befundungsschablonen und Information Extraction
  • DMP HI PLUS: Bedarfsoptimierte Versorgung im Disease Management Programm Herzinsuffizienz durch nichtärztliches Fachpersonal und Herzinsuffizienz eHealth Plattform

 

Laufzeit:
Juni 2018 bis Juni 2023

 

Förderung: rund 8 Millionen Euro, Eigenanteil des ZTM Bad Kissingen 362.000 Euro, durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

 

Kontakt:

Geschäftsführung: Maximilian Ertl, Servicezentrum Medizin-Informatik (SMI), Uniklinikum Würzburg, Schweinfurter Straße 4, 97080 Würzburg, E-Mail: Ertl_M@ukw.de, Telefon: +49 (931) 201-59459
Projektkoordination: Dr. Melanie Ullrich, Servicezentrum Medizin-Informatik (SMI), Uniklinikum Würzburg, Schweinfurter Straße 4, 97080 Würzburg, E-Mail: Ullrich_M@ukw.de, Telefon: +49 (931) 201-29008 

 

 

 

Pressemitteilung hier zum Download

 

 

 

Judith Gerlach, Bayerns Staatsministerin für Digitales, sprach bei der Veranstaltung des DZ.PTM unter anderem vor den Ärzten Konrad Fuchs und Andreas Kunz sowie dem Ärztlichen Direktor Prof. Georg Ertl, alle drei vom Uniklinikum Würzburg (von links). Bild: Anna Wenzl / Uniklinikum Würzburg

BeLA Unterfranken: Würzburger Universitätsmedizin engagiert sich für mehr Nachwuchskräfte in der ländlichen Allgemeinmedizin

Mehr Medizinstudierende für das Fach Allgemeinmedizin begeistern und so speziell im ländlichen Raum eine flächendeckende hausärztliche Versorgung sichern – das ist das Kernziel des Programms „Beste Landpartie Allgemeinmedizin (BeLA)“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Seit diesem Jahr wird das Vorhaben auch in Unterfranken umgesetzt. Wesentliche Akteure hierbei sind zwei Institute des Uniklinikums Würzburg sowie regionale Partnerkliniken und -praxen. Am 15. Oktober 2020 fand die Auftaktveranstaltung von „BeLA Unterfranken“ statt.

„Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig eine ambulante medizinische Versorgung in Ballungszentren, aber vor allem auch im ländlichen Raum ist“, sagte Gabriele Hörl bei Auftaktveranstaltung zu „BeLA Unterfranken“ am 15. Oktober dieses Jahres im Rudolf-Virchow-Zentrum am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die Abteilungsleiterin des Bayerischen Gesundheitsministeriums fuhr fort: „Hausärzte sind wichtig – für den Einzelnen, aber auch für das Gesundheitssystem!“ Zwar sei die allgemeinmedizinische Versorgungssituation im Freistaat aktuell noch sehr gut, aber unter anderem durch anstehende Generationswechsel in den Hausarztpraxen drohten Nachwuchsprobleme. Um hier gegenzusteuern, fördert ihr Ministerium seit dem Jahr 2018 das Projekt „Beste Landpartie Allgemeinmedizin (BeLA)“. Dabei sollen Medizinstudierende bereits früh im Studium mit einer späteren allgemeinmedizinischen Tätigkeit im ländlichen Raum in Kontakt gebracht werden. Neben verschiedenen außercurricularen Veranstaltungen winken für Interessierte auch Stipendien.

Durchführung durch zwei Institute des Uniklinikums Würzburg

Nach Süd- und Nordbayern mit der Technischen Universität München und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt sich seit April dieses Jahres auch Unterfranken unter Leitung des UKW an dem Programm. Konkret durchgeführt wird das Vorhaben vom Institut für Allgemeinmedizin sowie dem Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung.

Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des UKW, präsentierte die Säulen, auf denen BeLA steht. Dazu zählen unter anderem eine intensive Betreuung der Medizinstudierenden in außercurricularen Veranstaltungen und während der Praktika in kooperierenden Lehrkrankenhäusern und Hausarztpraxen sowie diverse Angebote zur Einbindung in die Region wie etwa Wohnungsangebote, Projektarbeit oder Notdienstwochenenden, praxisnahe zusätzliche Ausbildungsinhalte und eine intensive Betreuung durch Mentorinnen und Mentoren. Ein monatliches Stipendium in Höhe von 600 Euro gibt es für Studentinnen und Studenten, die sich im Gegenzug dazu verpflichten, nach Abschluss des Studiums ihre Facharztweiterbildung für Allgemeinmedizin im Weiterbildungsverbund der Region Unterfranken zu absolvieren. „In den ersten Monaten des Programms in Unterfranken haben fünf Studierende diesen Weg gewählt“, berichtete Simmenroth.

Als Partnerkliniken von BeLA Unterfranken konnten bislang das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt, die Haßberg-Kliniken, das Klinikum Main-Spessart und die Main-Klinik Ochsenfurt gewonnen werden.

Wissenschaftlich begleitet

Passend zum Forschungsauftrag der Würzburger Universitätsmedizin soll das Gesamtvorhaben auch wissenschaftlich begleitet werden. „Hierzu zählt die Zielgruppenanalyse: Wer möchte später als Hausärztin oder Hausarzt in einer ländlichen Region tätig sein? Und welche Variablen beeinflussen diese Motivation?“, schilderte Anne Simmenroth. Und Prof. Dr. Sarah König, die Leiterin des Instituts für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung, kündigte an: „Wir werden auch einen Fokus auf die Ausbildung während des Praktischen Jahres richten und freuen uns darauf, über das BeLA-Projekt neue didaktische Ideen umzusetzen.“

Insgesamt gab es bei der Auftaktveranstaltung breite Zustimmung und eine spürbare Aufbruchsstimmung. So wünschten Vertreter*innen des Bayerischen Hausärzteverbands, der Kassenärztlichen Vereinigung, der GesundheitsregionenPlus und der Partnerkliniken gutes Gelingen. Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg, brachte den allgemeinen Optimismus auf den Punkt: „BeLA beruht auf einer gewachsenen und vertrauensvollen Zusammenarbeit der Partnereinrichtungen. Daher bin ich mir sicher: Das Projekt wird erfolgreich sein!“

Weitere Details zu BeLA Unterfranken gibt es unter https://go.uniwue.de/bela.

 

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Uniklinikum Würzburg: Digitales Brustkrebs-Forum am 25. November 2020

Das 7. Brustkrebs-Forum der Würzburger Universitäts-Frauenklinik findet am Mittwoch, den 25. November 2020, als Online-Veranstaltung statt. Nach zwei Vorträgen stehen den Teilnehmer*innen gleich acht Expert*innen für individuelle Fragen zur Verfügung.

In diesem Jahr nutzt die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) für ihr jährlich stattfindendes Brustkrebs-Forum das Internet. Am Mittwoch, den 25. November 2020, sind Patientinnen, Angehörige und sonstige Interessierte eingeladen, über die Videokonferenz-Software Skype for Business Neues rund um die häufigste weibliche Krebserkrankung zu erfahren.

Die Veranstaltung startet um 18:00 Uhr mit einem Kurzvortrag von Prof. Dr. Achim Wöckel über aktuelle Fortschritte in der Therapie des Mammakarzinoms. Der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik berichtet: „Bei der Brustkrebsbehandlung wächst der Erkenntnisgewinn derzeit exponentiell. So stehen bei den lokalen Therapieverfahren, also vornehmlich bei Operationen und Strahlentherapie, vielfach deeskalierende Konzepte im Vordergrund, ganz nach dem Motto ‚Weniger ist mehr‘. Und bei den medikamentösen Therapien gibt es eine Reihe von Innovationen, die sich gerade bei fortgeschrittenen Erkrankungen als hocheffektiv erweisen.“

Beeinträchtigung der Körperwahrnehmung nach Krebs

Anschließend lenkt Dr. Elisabeth Jentschke in ihrem Vortrag die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen auf einen psychischen Aspekt. „Eine Krebserkrankung kann zu Veränderungen des Körperbildes führen. Nicht nur der Verlust des Kopfhaares, der Augenbrauen und der Wimpern beeinflusst die Selbstwahrnehmung. Operationen an der Brust oder im Bauchraum können weitreichende psychische Folgen nach sich ziehen und auch eine Paarbeziehung erheblich belasten“, weiß die Expertin, die am Comprehensive Cancer Center Mainfranken die Abteilung für Psychoonkologie leitet.

Expertenteam beantwortet individuelle Fragen

Nach dem Vortragsblock bietet das Forum wieder breiten Raum für individuelle Fragen der Teilnehmer*innen. Für deren Beantwortung stehen neben Prof. Wöckel und Dr. Jentschke gleich vier Ärztinnen und ein Arzt der Frauenklinik sowie mit Beate Beyrich zusätzlich eine Vertreterin der Selbsthilfe zur Verfügung.

Da die Teilnehmerzahl der kostenlosen Veranstaltung begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis spätestens 10. November 2020 wichtig. Wer sich rechtzeitig anmeldet, erhält per E-Mail die Zugangsdaten und eine detaillierte Anleitung zum technischen Ablauf. Für die Anmeldung kontaktieren alle Interessierten die Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@ gn-beratung.de oder Tel: 0931 / 88079447.

 

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Crowdfunding: Krebs macht vor Corona nicht halt

Keine Veranstaltungen, keine Spenden. Das ist das Corona-Dilemma der Stiftung Forschung hilft, die Gelder für die Krebsforschung an der Uni Würzburg sammelt. Die Stiftung bittet nun mit einer Crowdfunding-Aktion um Unterstützung.

Die Stiftung „Forschung hilft“ sammelt bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Spendengelder zu Gunsten der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) und dem Universitätsklinikum Würzburg. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und den damit verbundenen Veranstaltungsverboten hat die Stiftung über 50 Prozent ihrer Spendeneinahmen verloren. Nun startet „Forschung hilft“ ein Crowdfunding-Projekt und bittet die Öffentlichkeit um Unterstützung.

„Leider macht Krebs auch vor Corona nicht halt. Daher haben uns die Verbote von größeren Veranstaltungen hart getroffen. Aus diesem Grund haben wir uns kurzfristig entschlossen, ein Crowdfunding-Projekt zu initiieren“, erklärt Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Stiftungsrates von „Forschung hilft“. „Mit dieser Aktion möchten wir auf den großartigen Forschungsstandort Würzburg aufmerksam machen, aber auch die Bevölkerung in dieser Zeit um Unterstützung im Kampf gegen Krebs bitten.“

Vier innovative Forschungsprojekte

Konkret sollen dabei vier Forschungsprojekte unterstützt werden: Die AG von Leo Rasche beschäftigt sich mit Entschlüsselungen der Tumorevolution in der Ära neuer Immuntherapien. Die AG von Carola Förster und Mario Löhr arbeitet an einem Projekt, um das Gehirn vor Metastasen zu schützen. Die AG von Armin Wiegering beschäftigt sich mit der Optimierung der zweizeitigen Resektion kolorektaler Lebermetastasen. Und die AG von Jürgen Löffler befasst sich mit einem brandaktuellen Thema - dem Nachweis von Immunzellbotenstoffen gegen Covid-19 für die Diagnostik und Impfstofftestung. Dies ist für allem für onkologische Patienten als Risikogruppe relevant, die besonders von einer verlässlichen multi-modalen Diagnostik abhängig sind.

Zur Crowdfunding-Aktion der Stiftung „Forschung hilft“ geht es hier.

„Helfen Sie uns, die Krebsforschung auch in Corona-Zeiten weiterhin zu unterstützen. Je mehr an Krebstherapien geforscht wird, desto mehr Menschen kann geholfen werden“, so Nelkenstock. Seit Gründung der Stiftung Ende 2017 wurden bereits 15 innovative Forschungsansätze mit insgesamt über 200.000 Euro an Spendengeldern unterstützt.

Spendenkonto

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ auch außerhalb der Aktion mit Zuwendungen unterstützen will, kann diese auf folgendes Konto überweisen: Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65, BIC: BYLADEM1SWU.

Kontakt

Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Stiftungsrates, Stiftung „Forschung hilft“, T +49 931 – 4677 6993, info@ forschung-hilft.de

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg

Uniklinikum Würzburg: Online-Vortrag zu Schilddrüsenerkrankungen

Am Dienstag, den 10. November 2020, beantworten drei Experten des Uniklinikums Würzburg in einem Online-Vortrag Fragen zur Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen aus endokrinologischer, chirurgischer und nuklearmedizinischer Sicht. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist von einer krankhaften Schilddrüsenveränderung betroffen. Dabei können die Erkrankungen in jedem Lebensalter auftreten, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Fehlfunktionen der lebenswichtigen Hormondrüse – also Über- oder Unterfunktion – und Veränderungen in Größe und Beschaffenheit, wie Vergrößerungen, Knoten und Tumore. „Häufig bestehen Überschneidungen und Mischformen. Dabei sagt eine strukturelle Veränderung allerdings noch nichts über die Funktion des Organs aus und umgekehrt“, sagt Prof. Dr. Martin Fassnacht. Der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie am Uniklinikum Würzburg (UKW) ist einer von drei Experten, die am Dienstag, den 10. November 2020, in einem kostenlosen Online-Vortrag laienverständlich über die Schilddrüsen und ihre Erkrankungen informieren werden. Zusammen mit Prof. Dr. Andreas Buck, dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, und Prof. Dr. Nicolas Schlegel, dem Leiter der Endokrinen Chirurgie am UKW, wird er Fragen beantworten wie: Welche Beschwerden deuten auf eine Überfunktion hin und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Woran erkenne ich eine Unterfunktion und wodurch wird sie verursacht? Wann ist bei knotigen Veränderungen des Organs eine Operation erforderlich? Und verlaufen Entzündungen der Schilddrüse immer chronisch?

Die Veranstaltung unter dem Titel „Nicht immer ist die Schilddrüse schuld – Funktionen und Erkrankungen eines wichtigen Organs“ geht von 18:00 bis 19:30 Uhr. Sie nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Mit dem digitalen Format setzen die Mediengruppe Main-Post und das UKW ihre gemeinsame, seit Jahren erfolgreiche Reihe „Abendsprechstunde“ fort, die bis zur Corona-Pandemie aus Hörsaal-Vorträgen bestand. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Rätsel nach 16 Jahren gelöst

Die langjährige Fragestellung wie der Proteinkomplex CDK-activating kinase (CAK), der die zentralen Prozesse der Zellteilung und Transkription kontrolliert, genau aktiviert wird, konnte eine Würzburger Forschungsgruppe nun klären. Die Gruppe analysierte die aktive Form des Proteinkomplexes und konnte auf molekularer Ebene die Funktionsweise entschlüsseln. Diese neuen Erkenntnisse liefern die Grundlage für weitere Forschung an Krebsmedikamenten und wurden in dem renommierten Fachjournal PNAS veröffentlicht.

Die Zellteilung und die Transkription, also das Ablesen der Gene, gehören zu den wichtigsten Aufgaben einer Zelle und werden sehr genau reguliert, da Fehler in diesen Prozessen fatale Folgen wie Krebsentwicklung nach sich ziehen können. Spezielle Proteine, sogenannte Cyclin-abhängige Kinasen (CDK), regulieren im Zusammenspiel mit weiteren Proteinen diese Abläufe. CDK7 ist eine der wichtigsten dieser Kinasen beim Menschen. Die Struktur der Kinase selbst war schon seit 2004 bekannt, aber bislang wurde nicht verstanden, wie das Zusammenspiel der Proteine Cyclin H, MAT1 und CDK7 dazu führt, dass die Kinase innerhalb dieses Komplexes (CAK) ihre Aktivität entfalten kann. Dies gelang nun den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die Professorin Dr. Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg, indem sie die Struktur des Komplexes in seiner aktiven Form entschlüsselten.

Genaue Funktionsweise des CAK aufgelöst

Der CAK-Komplex nimmt eine Schlüsselposition zwischen der Steuerung des Zellzyklus und der Transkription ein. „Über das Protein MAT1 kann der Komplex an den Transkriptionsfaktor TFIIH binden und damit kann das Ablesen der DNA starten“, erklärt Stefan Peissert, der Erstautor der Studie.

Normalerweise werden die Cyclin-abhängigen Kinasen, wie ihr Name das bereits andeutet, durch Cycline aktiviert. „Die CDK7 nimmt aber eine besondere Stellung unter den Kinasen ein, da sie neben ihrem Bindungspartner Cyclin H noch den Aktivator MAT1 benötigt um aktiv zu werden“, erläutert Kisker. Der Aufbau der CDK7 war schon länger bekannt, allerdings nicht der des gesamten Komplexes, da die Bildung eines stabilen Proteinkristalls, der für die Strukturbiologie nötig ist, nicht möglich war. Der Forschungsgruppe gelang es jetzt mittels Röntgenkristallstrukturanalyse die Struktur des trimeren Komplexes erstmals in der aktiven Form zu entschlüsseln. Dabei konnten sie die entscheidenden Strukturveränderungen sichtbar machen, die zur Aktivierung führen. „Genau zu wissen, was auf molekularer Ebene passiert, hilft uns diesen wichtigen Proteinkomplex zu verstehen“, betont Kisker.

CDK7 als Zielprotein der Krebstherapie

In Krebszellen ist der CAK, und somit auch CDK7, durch seine zentrale Position ein hervorragender Angriffspunkt für Krebsmedikamente. In bestimmten Krebsarten können Inhibitoren, die die Funktion des Proteins hemmen, das Tumorwachstum bremsen. „Da nun die Struktur des aktiven Zentrums des Proteinkomplex bekannt ist, ergeben sich ganz neue Angriffsmöglichkeiten für CDK7-Inhibitoren“, sagt Jochen Kuper, der als Postdoc in der Gruppe forscht. Ein weiterer Aspekt den die Forschungsgruppe in Zukunft untersuchen möchte, ist der biochemische Mechanismus nachdem unterschieden wird, ob die Transkription oder der Zellzyklus reguliert wird.

Wie hochaktuell die Forschung an dem CAK ist, zeigt auch die Tatsache, dass eine weitere Forschungsgruppe um Prof. Dr. Eva Nogales an der Berkeley University fast zeitgleich mit einer anderen Methode die Struktur des Komplex entschlüsselte. Die Ergebnisse der beiden Studien ergänzen sich und sind beide in PNAS erschienen.

Publikation

Stefan Peissert, Andreas Schlosser, Rafaela Kendel, Jochen Kuper, Caroline Kisker: Structural basis for CDK7 activation by MAT1 and Cyclin H. PNAS (Oktober 2020) doi: org/10.1073/pnas.2010885117.

Personen

Stefan Peissert forscht als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Caroline Kisker am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg.

Dr. Jochen Kuper (Postdoktorand) forscht in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Caroline Kisker am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg.

Prof. Dr. Caroline Kisker ist unter anderem Leiterin des Lehrstuhls für Strukturbiologie und Dekanin der Graduate School of Life Sciences der Universität Würzburg. Sie ist die Sprecherin des Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg. Mehr Informationen: https://www.uni-wuerzburg.de/rvz/lehrstuehle/lehrstuhl-fuer-strukturbiologie/about/

Kontakte

Prof. Dr. Caroline Kisker (Rudolf-Virchow-Zentrum, Universität Würzburg)
Tel.: +49 (0)931 31 80381, caroline.kisker@ virchow.uni-wuerzburg.de
Dr. Judith Flurer (Pressestelle, Rudolf-Virchow-Zentrum)
Tel.: +49 (0)931 31 85822, judith.flurer@ virchow.uni-wuerzburg.de

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg - Rudolf-Virchow-Zentrum vom 15.10.2020

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