Aktuelle Meldungen

KEINE Tuberkulose-Folgeerkrankung am Universitätsklinikum Würzburg

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg und des Landratsamtes Würzburg 21. Januar 2019

Am 25. Oktober 2018 berichtete eine gemeinsame Presseerklärung des Gesundheitsamtes Würzburg und der Universitätsklinik, dass ein Mitarbeiter (m/w/divers) des Uniklinikums Würzburg an einer ansteckungsfähigen Tuberkulose erkrankt war und von Anfang bis Ende September 2018 Kontakt zu Patienten und Mitarbeitern hatte.
Für eine Ansteckung mit Tuberkulose ist i.d.R. ein mehrstündiger Kontakt in einem geschlossenen Raum oder ein einmaliger enger Kontakt, z.B. durch Anhusten, notwendig. Dennoch wurden vorsorglich alle Personen, die sich zu dem Zeitpunkt auf der jeweiligen Station befunden hatten, in eine sogenannte Umgebungsuntersuchung einbezogen.
Hierbei wird 8 Wochen nach dem Kontakt eine Blutuntersuchung durchgeführt, die Hinweise gibt, ob eine Person sich mit dem Tuberkuloseerreger auseinandergesetzt hatte. Ob dieses Ereignis vor vielen Jahren oder erst kürzlich stattfand, kann der Test nicht unterscheiden. Daher gibt ein positives Ergebnis Anlass für eine sorgfältige weitere Abklärung, die ggf. auch eine Röntgenuntersuchung der Lunge beinhaltet.

Die Gesundheitsämter der Region führten unter Koordination des Gesundheitsamtes Würzburg Untersuchungen an 188 Patienten des Universitätsklinikums durch. Sechzehn Patienten wurden aufgrund des Ergebnisses des Bluttests weitergehend untersucht. Hierbei wurde kein Fall einer neuen Tuberkuloseerkrankung festgestellt. Einer Person wurde die vorsorgliche Einnahme von Antibiotika empfohlen.
Der Betriebsärztliche Dienst des Universitätsklinikums Würzburg ließ 123 Blutproben von Beschäftigten untersuchen. Es wurde kein auffälliger Befund festgestellt, der im Zusammenhang mit dem Kontakt zu dem an Tuberkulose erkrankten Mitarbeiter (m/w/divers) stand. Ein positives Ergebnis war durch eine frühere, abgeheilte Tuberkuloseerkrankung verursacht.

Somit kann zusammenfassend festgestellt werden, dass nach dem möglichen Kontakt zu einem an Tuberkulose erkrankten Mitarbeiter am Universitätsklinikum Würzburg kein zweiter Fall einer Tuberkulose-Erkrankung aufgetreten ist.

Weitere Informationen zur Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine ansteckende Infektionskrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Sie kann verschiedene Organe des menschlichen Körpers befallen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Typische Symptome sind langanhaltender Husten gelegentlich mit blutigem Auswurf, Schmerzen beim Atmen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß und vergrößerte Lymphknoten. Neben der Lunge können auch andere Organe befallen sein, z. B. Lymphknoten, Nieren und Gelenke, Wirbelsäule und zentrales Nervensystem. Personen mit einer offenen Lungentuberkulose sind ansteckend, weil diese die Bakterien beim Husten und Niesen ausscheiden. Andere Menschen können dann die erregerhaltigen Tröpfchen einatmen und sich anstecken.

Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt dabei von der Dauer und Stärke des Kontakts ab. Eine Tuberkulose, bei der die Lunge nicht betroffen ist, ist bei normalem Kontakt nicht ansteckend. Nicht jeder Kontakt mit Tuberkulosebakterien führt zu einer Erkrankung. In der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit nicht aus, weil das Immunsystem die Tuberkulose-Erreger nach Aufnahme in den Körper kontrolliert. So erkranken in den ersten beiden Jahren nur ungefähr zehn Prozent der Menschen nach Aufnahme der Bakterien in den Körper. Je nach Lebensalter und Abwehrlage kann es aber bereits schon nach Monaten oder auch erst nach Jahrzehnten zum Krankheitsausbruch kommen.

Die Erkrankung lässt sich mit Medikamenten erfolgreich behandeln. Bei ausreichend langer Therapie und zuverlässiger Einnahme der Medikamente kann die Krankheit meist geheilt werden. (Quelle: LGL)

Weitere Links zum Thema:

Robert Koch-Institut:
www.rki.de/tuberkulose
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL: www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/tuberkulose/
Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK):
http://www.dzk-tuberkulose.de

Prof. Dr. Claudia Sommer: Würzburger Expertin neue Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft

Seit Beginn dieses Jahres ist Prof. Dr. Claudia Sommer die neue Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Die Neurologin arbeitet als Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg. „Als Präsidentin Europas größter wissenschaftlich-medizinischer Schmerzfachgesellschaft ist es mein Ziel, die Probleme einer bedarfsgerechten Schmerzversorgung in Deutschland sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Forschung deutlich zu benennen und einen Beitrag zu Verbesserungen zu leisten“, unterstrich Prof. Sommer bei ihrem Amtsantritt. Dabei will sie die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen und die Serviceangebote der Fachgesellschaft stärken sowie die in den letzten Jahren aufgebauten Partnernetzwerke intensivieren.

Nach OP am Uniklinikum Würzburg: Miranda macht den Mund auf

Die sechsjährige Miranda aus Angola ist eines von vier ausländischen Kindern, denen die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Uniklinikums Würzburg im Jahr 2018 bei schweren Gesichts- und Kieferdefekten helfen konnte. Finanziert wurden die humanitären Aktionen erneut von der Würzburger Bene Maxilla-Stiftung.

Bis vor Kurzem konnte Miranda ihren Mund nur wenige Millimeter weit öffnen. Grund war eine linksseitige Kiefergelenksankylose. Bei diesem Krankheitsbild verwächst der – meist durch einen Sturz auf das Kinn – gelenknah gebrochene Unterkiefer teilweise mit dem Oberkiefer, so dass der Unterkiefer nicht mehr bewegt werden kann – der Mund bleibt dauerhaft geschlossen. „Für das sechsjährige Mädchen aus Angola hatte das weitreichende Folgen“, schildert Prof. Dr. Alexander Kübler. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Uniklinikums Würzburg fährt fort: „Da sie durch den Mundspalt seit drei bis vier Jahren nur flüssige oder passierte Nahrung zu sich nehmen konnte, wurde ihre körperliche Entwicklung behindert. Außerdem konnte sie nur ‚durch die Zähne‘ sprechen.“
Deshalb war es für Miranda eine Riesenchance, als sie im September vergangenen Jahres vom Verein Friedensdorf International nach Deutschland geholt wurde. Die in Oberhausen beheimatete Hilfseinrichtung bringt pro Jahr bis zu 500 kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung in die Bundesrepublik. Nach Abschluss der Behandlung durch hiesige Spezialisten kehren sie zu ihren Familien zurück.

Zweistündige Operation löste das Problem

Im Fall von Miranda war Prof. Kübler der richtige Experte. Der Klinikdirektor und sein Team lösten am 13. Dezember 2018 in einer zweistündigen Operation die knöcherne Verwachsung am Kiefergelenk des Kindes. Nach einem einwöchigen stationären Aufenthalt in der Würzburger Zahnklinik kehrte Miranda nach Duisburg zurück. Dort trainiert sie seither – unterstützt von einem kleinen medizintechnischen Gerät – täglich insgesamt mindestens eine Stunde lang die neue Beweglichkeit ihres Kiefergelenks und der entsprechenden Muskulatur.
Bei einem Kontrollbesuch Anfang Januar 2019 in Würzburg konnte sich Prof. Kübler vom Erfolg dieser Übungen überzeugen: Mittlerweile kann das Mädchen seinen Mund weit öffnen und alle Arten von Speisen kauen. „Jetzt muss ein Zahnarzt in Duisburg nur noch ein paar Kariesschäden beheben – schließlich konnte Miranda ihre Zähne durch die Kiefergelenksankylose bislang nicht richtig pflegen – und dann steht einem Heimflug im Februar dieses Jahres nichts mehr im Wege“, freut sich der Mediziner.

Stiftung trägt die Kosten

Auch wenn er und alle sonstigen Beteiligten des Uniklinikums Würzburg sich bemühten, die Behandlung so preiswert wie nur irgend möglich abzurechnen, kamen durch den Eingriff und die Nachversorgung beträchtliche Kosten zusammen. Diese übernahm – wie schon in rund 30 vergleichbaren Fällen in den letzten Jahren – die Bene Maxilla-Stiftung. Hauptziel der Würzburger Wohltätigkeitsorganisation ist es, Kinder aus der Dritten Welt mit angeborenen Fehlstellungen oder schweren Erkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich zu unterstützen, die ohne fremde Hilfe keine Chance auf Linderung oder Heilung ihrer Krankheiten haben.
Als medizinische Partner der Bene Maxilla-Stiftung behandelten Prof. Kübler und sein Team in 2018 nach diesem Modell drei weitere Kinder im Alter von fünf, sechs und acht Jahren. Sie kamen aus Afghanistan, Algerien und Angola. Für 2019 liegen bereits drei neue entsprechende Anmeldungen vor.

Über die Bene Maxilla-Stiftung

Hinter der im Jahr 2011 ins Leben gerufenen Stiftung stehen die Eheleute Edelgard und Max J. Bieniussa Leusser. Als Patient von Prof. Dr. Alexander Kübler wurde Max J. Bieniussa Leusser vor einigen Jahren in der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Uniklinikums Würzburg erfolgreich behandelt. Dies war die Initialzündung für seine Benefiztätigkeit: In Würdigung der geleisteten Arbeit der Mediziner will er seither mit der Stiftung andere Menschen bei der Überwindung ähnlicher Krankheiten unterstützen.
Um noch viel mehr Kindern wie Miranda helfen zu können, freuen sich die Gründer der Bene Maxilla-Stiftung über Spenden auf das Konto:
Bene Maxilla-Stiftung
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE17 7905 0000 0046 8966 19
SWIFT-BIC: BYLADEM1SWU

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100.000 Euro in 10 Jahren – Spenden des Patientenverbands HPP Deutschland e.V. ermöglichen hochwertige experimentelle Forschung zur Erkrankung Hypophosphatasie

Pressemitteilung des Patientenverbands Hypophosphatasie Deutschland e.V.

Erneut stellt der HPP Deutschland e.V. 10.000 Euro für die experimentelle Erforschung der seltenen Erbkrankheit Hypophosphatasie (HPP) zur Verfügung. Somit hat der Verband seit 2008 insgesamt bereits 100.000 Euro für die Wissenschaft aufgebracht – eine beachtliche Summe für einen Verein mit 148 Mitgliedern im gesamten deutschsprachigen Raum. Mit diesem Geld konnten im Lauf der Jahre verschiedenste Projekte im Labor des Muskuloskelettalen Zentrums unter der Leitung von Prof. Franz Jakob und Frau PD Dr. Christine Hofmann im König-Ludwig-Haus Würzburg unterstützt werden. Die HPP ist eine seltene, erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der ein Defekt des Enzyms „Gewebeunspezifische Alkalische Phosphatase“ (engl.: TNAP), aufgrund von Veränderungen im zugrundeliegenden ALPL-Gen, zu einer fehlerhaften Knochen- und Zahnmineralisierung führen kann; aber auch zu Problemen mit der Muskulatur, der Lunge, den Nieren sowie des Nervensystems. Ziel der Würzburger Forschungsarbeiten war und ist es, die Rolle der TNAP im Körper zu entschlüsseln und die Auswirkungen verschiedener Mutationen auf deren Funktion besser zu verstehen. Die genauen Abläufe, die zu diesen Auswirkungen führen, sind derzeit noch nicht vollständig entschlüsselt, aber ein Verständnis auf molekularer Ebene ist für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden unerlässlich. So wurde in den letzten Jahren im Rahmen der Promotion von Biologin Dr. Stephanie Graser die Funktion des Enzyms TNAP im Nervensystem analysiert. Und zuletzt untersuchte Zahnärztin Hannah Melms im Rahmen ihrer Doktorarbeit typische zahnmedizinische HPP-Symptome. Bereits einige Jahre zuvor wurde in enger Kooperation zwischen Frau Dr. Christine Hofmann (geb. Beck) aus der Kinderklinik und Frau Dr. Birgit Mentrup aus dem Orthopädischen Forschungszentrum ein Zellkultursystem entwickelt, um die funktionelle Charakterisierung von neu entdeckten Veränderungen im ALPL-Gen standardisiert durchführen zu können. Die Ergebnisse wurden in hochrangigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

In jüngster Vergangenheit konnten die Zuwendungen des Patientenverbands zudem die Finanzierung notwendiger experimenteller Vorarbeiten für die Beantragung eines Forschungsprojektes zur Etablierung des Zebrafisches als Modell für die HPP unterstützen. Dieses Projekt von Dr. Stephanie Graser und Dr. Daniel Liedtke wird derzeit von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Kooperationsprojekt mit der Arbeitsgruppe von Prof. Eva Klopocki im Institut für Humangenetik gefördert (https://www.biozentrum.uni-wuerzburg.de/humangenetik/aktuelles/single/news/seltene-erbkrankheit-im-blick-1/).

Insgesamt wurden mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Mittel bereits acht international beachtete Arbeiten in angesehenen wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht; weitere Veröffentlichungen sind in Arbeit. Somit haben die Forschungsgelder des Selbsthilfeverbands in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, die krankheitsbedingten physiologischen Abläufe auf molekularer Ebene weiter zu entschlüsseln. In den klinisch tätigen Arbeitsgruppen der Uni-Kinderklinik Würzburg (PD Dr. Chrsitine Hofmann) und des König-Ludwig-Hauses (Dr. Lothar Seefried) wird das Krankheitsbild der HPP zudem auch in der konkreten täglichen Arbeit mit den Patientinnen und Patienten hoch kompetent bearbeitet. Seit den 1990er Jahren ist auf diese Weise in Würzburg die größte Patienten-Gruppe in ganz Europa entstanden.

Weitere Links:

https://www.med.uni-wuerzburg.de/orthopaedie/startseite/
https://www.med.uni-wuerzburg.de/hypophosphatasie/startseite/
https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-seltene-erkrankungen-zese/fachzentren-fuer-seltene-erkrankungen/zentrum-fuer-seltene-kindliche-knochenerkrankungen/startseite/

Weltkrebstag am 4. Februar: Das CCC Mainfranken ist mit vielen Veranstaltungen dabei

Das Comprehensive Cancer Center Mainfranken beteiligt sich am diesjährigen Weltkrebstag: Am Uniklinikum Würzburg, am KWM-Juliusspital und am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau werden am 4. Februar 2019 viele, thematisch weitgespannte Informationsveranstaltungen angeboten.

Seit dem Jahr 2006 findet jährlich am 4. Februar der Weltkrebstag statt. Der internationale Aktionstag hat das Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. In diesem Jahr ist das integrierte Krebsforschungs- und -behandlungszentrum Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken gleich an drei Standorten mit Aktionen und Veranstaltungen dabei.

Uniklinikum Würzburg: Expertenvorträge, Begehungen und Beiträge der Selbsthilfe

Am Uniklinikum Würzburg, dem Hauptsitz des CCC Mainfranken, können sich Interessierte an diesem Tag ab 13:30 Uhr in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM, Oberdürrbacher Straße) für Vorträge, Präsentationen und Begehungen am Nachmittag anmelden. Das Programm startet im Hörsaal des ZOM um 14:00 Uhr mit einer Begrüßung und Einführung durch Prof. Dr. Ralf Bargou. Der Direktor des CCC Mainfranken wird dabei die Struktur und die Ziele des Krebszentrums erläutern sowie einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Onkologie geben. Anschließend ist in der Magistrale des ZOM eine Ausstellung von Gemälden zu besichtigen, die in der Therapiearbeit mit onkologischen Patientinnen entstanden sind. Außerdem kann eine von der Würzburger Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs organisierte Überraschungsaktion erlebt werden.
Ab 15:00 Uhr finden dann an verschiedenen Orten des Klinikumsgeländes von den jeweiligen Experten geleitete Infoveranstaltungen statt. Das Themenspektrum reicht von neuen Therapien, wie der Chemosaturation, über komplementäre Angebote, wie gesundheitsförderndes Bewegen, bis hin zur Führung durch die hochtechnisierte Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg.
Das detaillierte Programm kann im Internet abgerufen werden unter www.ccc.uni-wuerzburg.de.

Klinikum Würzburg Mitte, Standort Juliusspital: Infos zu Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs

Das Klinikum Würzburg Mitte (KWM) stellt ab 14:00 Uhr das operative und konservative Behandlungsteam des Viszeralonkologischen Zentrums am Standort Juliusspital vor. Außerdem werden in Vorträgen die organspezifischen Besonderheiten von Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs verdeutlicht. Veranstaltungsort ist der Raum Siebold im Fürstenbau des Juliusspitals an der Juliuspromenade.
Der genaue Ablauf findet sich unter www.kwm-klinikum.de/termine.

Klinikum Aschaffenburg-Alzenau: Vorträge und Infostände

Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau bietet ein ähnlich umfassendes Programm wie das Uniklinikum Würzburg an. Neben einer Serie von Vorträgen im Konferenzsaal des Klinikums (Am Hasenkopf 1, Aschaffenburg) greifen Infostände im Foyer des Krankenhauses weitere Aspekte, unter anderem aus der hochkalorischen Ernährung oder der Psychoonkologie, auf. In Führungen präsentieren sich das Medizinische Versorgungszentrum, die Strahlentherapie und die Pathologie.
Mehr dazu unter www.klinikum.ab-alz.de.

Über das Comprehensive Cancer Center Mainfranken

Das Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken ist eine gemeinsame Einrichtung des Uniklinikums Würzburg (UKW) und der Würzburger Universität. In den letzten Jahren spannte das integrierte Krebsforschungs- und -behandlungszentrum ein regionales Versorgungsnetzwerk auf. Dieses ermöglicht es, dass auch Patienten, die in Partnereinrichtungen – außerhalb des UKW – behandelt werden, Zugang zu innovativen Krebsbehandlungsmethoden haben. Gleichzeitig unterstützt das CCC Mainfranken die Behandlungspartner in der Region beim Aufbau klinischer Forschungsstrukturen sowie bei der Zertifizierung von Organkrebszentren und Onkologischen Zentren. Insgesamt bestehen derzeit Kooperationsverträge zwischen dem CCC Mainfranken und elf Akutkliniken, acht Reha-Kliniken sowie zwölf im Bereich der onkologischen Versorgung tätigen Praxen in der Region. Rund 80 Prozent aller Krebspatienten in Unterfranken werden im Rahmen des regionalen Versorgungsnetzwerks des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken behandelt. Als Onkologisches Spitzenzentrum wird das CCC Mainfranken von der Deutschen Krebshilfe gefördert.
www.ccc.uni-wuerzburg.de

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Enzym PKD1 aktiviert die Fettspeicherung

Pressemeldung des Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg vom 14.01.2019

Das Enzym PKD1 scheint eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel zu übernehmen. Das konnten Wissenschaftler des Rudolf-Virchow-Zentrums der Universität Würzburg nun in einer neuen Studie zeigen. Mäuse, denen das Enzym fehlte, blieben auch bei kalorienreicher Ernährung schlank. Beim Menschen scheint PKD1 ähnlich zu wirken. Möglicherweise weisen die Ergebnisse daher den Weg zu neuen Medikamenten gegen Fettleibigkeit und Diabetes.

Wenn wir mit der Nahrung viel Energie zu uns nehmen, ohne diese direkt zu benötigen, dann speichert unser Körper sie für schlechtere Zeiten. Verantwortlich dafür ist das weiße Fettgewebe. In ihm findet die so genannte Lipogenese statt: die Bildung von Speicherfett, das dann in Form kleiner Tröpfchen in den Zellen eingelagert wird.

Allerdings gibt es auch Fettzellen, die sich völlig anders verhalten: Anstatt die energiereichen Verbindungen in Fett umzuwandeln, „verbrennen“ sie sie einfach. Sie erzeugen dadurch Wärme und sorgen so dafür, dass der Körper seine Temperatur von 37 Grad halten kann. Im Unterschied zu ihren weißen Kollegen sind sie beige oder bräunlich gefärbt.
Bis vor einigen Jahren dachte man, dass beim Menschen nur Säuglinge über diese körpereigene Heizung verfügen. „Inzwischen ist bekannt, dass das nicht stimmt“, erklärt Mona Löffler vom Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg. „Unter bestimmten Bedingungen kann sich bei Erwachsenen weißes Fettgewebe sogar in die beige Form umwandeln – etwa bei wiederholten und länger dauernden Kältereizen.“

PKD1 beeinflußt das Fettgewebe

Welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, ist allerdings nur teilweise bekannt. Löffler, die in der Arbeitsgruppe von Dr. Grzegorz Sumara promoviert, hat dazu nun zusammen mit Kollegen und Kolleginnen eine neue Studie vorgelegt. Demnach scheint ein Enzym namens PKD1 (Protein kinase D1) bei der Umwandlung von weißem in beiges Fettgewebe eine Schlüsselrolle zu spielen.

PKD1 ist eine so genannte Kinase – ein Enzym, das andere Enzyme auf eine bestimmte Weise chemisch modifiziert und sie so aktiviert oder hemmt. „Wir haben das PKD1 in Mäusen ausgeschaltet und diese dann sechs Monate lang auf eine sehr energiereiche Kost gesetzt“, erklärt Löffler. „Die Tiere aßen zwar genauso viel wie unbehandelte Artgenossen, nahmen dabei aber kaum zu.“  Normalerweise entwickeln Mäuse zudem bei kalorienreicher Ernährung mit der Zeit eine so genannte Insulin-Resistenz – die Vorstufe eines Diabetes. Bei diesen Mäusen war dieser Effekt nicht zu beobachten. Auch andere gesundheitliche Nebenwirkungen, wie etwa die Bildung einer Fettleber, blieben bei ihnen aus. Zugleich zeigten die Tiere ein deutlich erhöhter Energieumsatz. Die „Heizung-Zellen“ enthalten nämlich eine große Menge von Mitochondrien. In beigem Fettgewebe arbeiten die Mitochondrien im Leerlauf – sie produzieren nur Wärme.

Beige Fettzellen unterscheiden sich in ihrem Stoffwechsel also fundamental von ihren weißen Zellen. Da ist es kein Wunder, dass in ihnen auch ganz andere Gene aktiv sind. „Unsere Mäuse ohne PKD1 zeigten in ihrem Fettgewebe ein ähnliches Genaktivitäts-Muster, wie es eigentlich in beigen Fettzellen zu erwarten wäre“, betont Mona Löffler.

PKD1 verbessert die Insulinsensitivität

Auch Menschen bilden in ihrem Fettgewebe das Enzym PKD1. Ersten Untersuchungen zufolge scheint es dort eine ähnliche Wirkung zu entfalten wie in Mäusen. Darauf deutet etwa die Analyse von Blutproben hin, die die Wissenschaftler Testpersonen entnahmen: Je höher bei den Probanden die PKD1-Konzentration war, desto stärkere Anzeichen einer Insulinresistenz zeigten sie. Zellkulturen mit menschlichen Fettzellen reagierten zudem auf eine Hemmung des Enzyms genau wie die von Mäusen: Sie stellten ihre Fettproduktion weitgehend ein und erhöhten ihren Energieumsatz.
Diese Ergebnisse könnten zu einer besseren Strategie zur Behandlung von Fettleibigkeit und den damit verbundenen Komplikationen beitragen.

Publikation

Löffler MC, Mayer AE, Trujillo Viera J, Loza Valdes A, El-Merahbi R, Ade CP, Karwen T, Schmitz W, Slotta A, Erk M, Janaki-Raman S, Matesanz N, Torres JL, Marcos M, Sabio G, Eilers M, Schulze A, Sumara G: Protein kinase D1 deletion in adipocytes enhances energy dissipation and protects against adiposity. The EMBO Journal, 2018, DOI: 10.15252/embj.201899182 http://emboj.embopress.org/content/37/22/e99182

Personen

Dr. Grzegorz Sumara ist seit 2013 Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg.

Kontakt:

Mona Löffler (Arbeitsgruppe Sumara, Rudolf-Virchow-Zentrum, Universität Würzburg)
Tel. +49 (0)931 31 82506, mona.loeffler@ virchow.uni-wuerzburg.de

Dr. Grzegorz Sumara (Rudolf-Virchow-Zentrum, Universität Würzburg)
Tel. +49 (0)931 31 89263, grzegorz.sumara@ uni-wuerzburg.de
 
Dr. Daniela Diefenbacher (Pressestelle, Rudolf-Virchow-Zentrum)
Tel. +49 (0)931 31 88631, daniela.diefenbacher@ uni-wuerzburg.de

Lehrpreis für Hans-Jörg Hellmuth

Aus dem Onlinemagazin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 15.01.2019

Die Medizinische Fakultät hat ihren Albert-Kölliker-Lehrpreis an Dr. Hans-Jörg Hellmuth verliehen. Der langjährige Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin hat sich um die Ausbildung der Studierenden verdient gemacht.

Im Januar 2018 hat die Würzburger Universitätsmedizin den Lehrbereich für Allgemeinmedizin durch ein Institut mit einem Lehrstuhl ersetzt. An dessen Spitze stehen seitdem die Professorinnen Ildikó Gágyor und Anne Simmenroth, die sich ihre Aufgaben in Forschung und Lehre teilen.

Davor stand der Lehrbereich fast zehn Jahre unter der Leitung von Dr. Hans-Jörg Hellmuth. Für seine Verdienste erhielt er jetzt den Albert-Kölliker-Lehrpreis der Medizinischen Fakultät, auch stellvertretend für die Akademischen Lehrpraxen der Allgemeinmedizin. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis bekam Hellmuth bei der Examensfeier am 15. Dezember 2018 in der Neubaukirche überreicht. Die Laudatio hielt Studiendekan Professor Christoph-Thomas Germer.

Freiwillige Zusatzkurse in der Praxis

Hans-Jörg Hellmuth leitete den Lehrbereich für Allgemeinmedizin neben seiner Tätigkeit als niedergelassener Hausarzt in Würzburg-Lengfeld. Auch weiterhin bleibt er Lehrbeauftragter an der Universität. Er hält Vorlesungen und Seminare und bietet in seinen Praxisräumen freiwillige Zusatzkurse für Chirotherapie, Sonographie und Taping an. Laut Professor
Germer sind diese Kurse bei den Studierenden sehr beliebt.

Hellmuth setzte sich stets für den Ausbau des Lehrangebots in Allgemeinmedizin ein. Er verankerte Allgemeinmedizinische Themen und Veranstaltungen auch in Querschnittsfächern und beispielsweise im Kurs „Praktische klinische Untersuchungsmethoden“. Daneben etablierte er das vorklinische Wahlfach „Einführung in die hausärztliche Denk- und Handlungsweise“.

Netzwerk der Lehrpraxen vergrößert

„Unter seiner Leitung vergrößerte sich das Netzwerk der akademischen Lehrpraxen“, so der Studiendekan in seiner Laudatio. Außerdem habe Hellmuth für die Lehrärztinnen und Lehrärzte in den Praxen regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen am Universitätsklinikum eingeführt, die Themen aus verschiedensten Fachbereichen abdecken.

Ein besonderes Anliegen von Hellmuth war und ist die Ausbildung der Studierenden im Wahlfachtertial Allgemeinmedizin des Praktischen Jahres (PJ): Hier wirkt seine Praxis seit vielen Jahren als PJ-Lehrpraxis mit. Hellmuth erarbeitete ein umfangreiches PJ-Logbuch und bot regelmäßig Repetitorien für PJler an.

Würzburger Allgemeinmedizin repräsentiert

Durch sein Wirken in der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin, die Teilnahme an Bayerischen Hausärztetagen und anderen Treffen, durch seine engen Kontakte zu den bayerischen Lehrstühlen für Allgemeinmedizin und nicht zuletzt durch seine Forderung nach einer weiteren Professionalisierung der Allgemeinmedizin in Form eines Lehrstuhls war Hellmuth das „Gesicht“ der Würzburger Allgemeinmedizin und ein Wegbereiter des 2018 eingerichteten Instituts.

Hintergrund: Albert-Kölliker-Lehrpreis

Die Medizinische Fakultät vergibt den Lehrpreis zwei Mal im Jahr. Benannt ist er nach Albert Kölliker, der ab 1849 für mehr als 50 Jahre an der Universität Würzburg lehrte und forschte. Der Professor für Anatomie und Physiologie führte Mikroskopierkurse und andere Lehrformen ein, die damals neuartig waren. Dadurch wirkte er als „Studentenmagnet“ – und sorgte mit dafür, dass die Würzburger Universitätsmedizin in dieser Zeit einen enormen Aufschwung erlebte.

Weblink

Träger des Albert-Kölliker-Lehrpreises:
https://www.med.uni-wuerzburg.de/fakultaet/preise-und-ehrungen/