Aktuelle Pressemitteilungen

Neues CT-Gerät: UKW setzt Maßstäbe in der Radiologie

Strahlungsdosis um die Hälfte reduziert und kürzere Untersuchungszeiten durch photonenzählenden Computertomographen

Über die zusätzliche Präzision des neuen Computertomographen am UKW freuen sich: Theresa Riedel, leitende Medizinische Technologin für Radiologie (MTR), Dr. Pauline Pannenbecker, Prof. Dr. Thorsten Bley, PD Dr. Andreas Kunz und Inge Krafft, MTR, Bereichsleitung CT, v.l. Foto: UKW / PD Dr, Henner Huflage.
Über die zusätzliche Präzision des neuen Computertomographen am UKW freuen sich: Theresa Riedel, leitende Medizinische Technologin für Radiologie (MTR), Dr. Pauline Pannenbecker, Prof. Dr. Thorsten Bley, PD Dr. Andreas Kunz und Inge Krafft, MTR, Bereichsleitung CT, v.l. Foto: UKW / PD Dr. Henner Huflage.

Würzburg. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist jetzt der dritte photonenzählende Computertomograph (CT) im Einsatz und bringt enorme Vorteile für die Patienten. Durch das neue Gerät kann die Strahlendosis um die Hälfte reduziert werden. Ganzkörperscans können in wenigen Sekunden durchgeführt werden.

Zudem profitieren Patienten und Ärzte von der neuen Qualität und Präzision der CT-Aufnahmen: „Selbst feinste Strukturen, die wir im herkömmlichen CT oft nur unscharf sehen, sind exakt dargestellt. Wir können z.B. die kleinen Seitenäste der Herzkranzgefäße erkennen oder minimale Ablagerungen in der Gefäßwand exakt darstellen. Auch Tumorzellnester im Knochenmark lassen sich im neuen CT schneller und besser erkennen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKW. Dort wurde das neue Gerät installiert.

Jedes Photon wird einzeln gezählt

Der Grund für diese Präzision liegt in der Technik des Gerätes, das jedes einzelne Photon, also die kleinste physikalische Einheit des Lichts, zählen und dessen Energie messen kann. Herkömmliche CT-Geräte können das nicht und müssen sehr viele Photonen zu einem Lichtstrahl bündeln. Die photonenzählende Computertomographie liefert daher eine deutlich bessere räumliche Auflösung.

Mehr Komfort für die Patienten / 50 Prozent weniger Kontrastmittel

Das neue Gerät wird seit Juli in der täglichen Patientenversorgung eingesetzt. Prof. Bley ist überzeugt: „Solche photonenzählenden CT-Geräte werden sich im klinischen Alltag der Radiologie weiter durchsetzen. Die hohe Auflösung bei verbessertem Komfort für die Patienten dank kürzerer Scanzeit, eine niedrigere Strahlendosis und potentiell geringere Nebenwirkungen sind starke Argumente. Wir setzen damit am UKW bereits jetzt neue Maßstäbe in der Versorgung. Das ist ein Riesengewinn für alle Disziplinen der Krankenversorgung am UKW – auch für die Notfallmedizin.“ Durch die neue Technik kann zudem die Menge des eingesetzten Kontrastmittels um die Hälfte reduziert werden. 

„Ausstattung ist einzigartig“

Das Team um Prof. Bley hat bereits umfangreiche Erfahrung mit der Technik: Seit 2021 konnte ein solcher photonenzählender Computertomograph bereits durch Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Forschung am UKW eingesetzt werden. Insgesamt sind an der Würzburger Uniklinik nun drei dieser photonenzählenden CT-Geräte im Einsatz: Zwei im Institut von Prof. Bley, ein drittes Gerät wird im Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie (Direktor Prof. Dr. Mirko Pham) in der Kopfklinik genutzt. Prof. Bley: „Eine solche Ausstattung ist wirklich einzigartig und ein großer Gewinn für unsere Patienten.“

Ein anderer Aspekt ist dem Würzburger Radiologen aber genauso wichtig: „Die Geräte werden natürlich von Kolleginnen und Kollegen genutzt, die dafür die erforderliche Kompetenz haben und ebenso die nötige Empathie im Umgang und im Gespräch mit den Patienten. Denn für uns mag eine solche Untersuchung klinische Routine sein, für viele Patienten ist eine Untersuchung im CT aber eine neue bzw. nicht alltägliche Erfahrung. Auch darauf gehen wir ein. Das ist ein wichtiger Baustein für eine patientenorientierte Radiologie.“

Über die zusätzliche Präzision des neuen Computertomographen am UKW freuen sich: Theresa Riedel, leitende Medizinische Technologin für Radiologie (MTR), Dr. Pauline Pannenbecker, Prof. Dr. Thorsten Bley, PD Dr. Andreas Kunz und Inge Krafft, MTR, Bereichsleitung CT, v.l. Foto: UKW / PD Dr, Henner Huflage.
Über die zusätzliche Präzision des neuen Computertomographen am UKW freuen sich: Theresa Riedel, leitende Medizinische Technologin für Radiologie (MTR), Dr. Pauline Pannenbecker, Prof. Dr. Thorsten Bley, PD Dr. Andreas Kunz und Inge Krafft, MTR, Bereichsleitung CT, v.l. Foto: UKW / PD Dr. Henner Huflage.

Deutsche Krebshilfe fördert CCC Allianz WERA erneut als Onkologisches Spitzenzentrum

Der Förderzeitraum beginnt am 1. Januar 2027 und umfasst für vier Jahre eine Fördersumme von mehr als 6 Millionen Euro.

Das geschäftsführende Direktorium der CCC Allianz WERA (v. l.): Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Matthias W. Beckmann (Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg). Foto:  Valerio Agolino/UKR
Das geschäftsführende Direktorium der CCC Allianz WERA (v. l.): Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Matthias W. Beckmann (Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg). Foto: Valerio Agolino/UKR

Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg. Die Deutsche Krebshilfe hat den Förderantrag der Comprehensive Cancer Center Allianz Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (CCC WERA) bewilligt und die Allianz erneut als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet. Nach positiver Begutachtung durch eine internationale Expertenkommission erteilten Vorstand und Stiftungsrat der Deutschen Krebshilfe (DKH) im Rahmen der 11. Ausschreibungsrunde den Förderbescheid für den Zeitraum 2027 bis 2030.

Starke Impulse für Forschung und Versorgung

Mit der erneuten Förderung zählt die CCC Allianz WERA weiterhin zu den bundesweit ausgezeichneten Onkologischen Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. Der Förderzeitraum beginnt am 1. Januar 2027 und umfasst für vier Jahre eine Fördersumme von mehr als 6 Millionen Euro. 

„Die erneute Förderung als Onkologisches Spitzenzentrum durch die Deutsche Krebshilfe ist ein starkes Signal und ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der CCC Allianz WERA. Sie unterstreicht die hohe wissenschaftliche und klinische Qualität der beteiligten Einrichtungen und schafft optimale Rahmenbedingungen für eine gemeinsam gestaltete, hervorragende Krebsmedizin in der Region“, sagt Prof. Dr. Tobias Pukrop, Direktor des CCC Ostbayern. 

Vernetzte Strukturen für eine bessere Patientenversorgung

Die CCC Allianz WERA bündelt die onkologische Expertise der Universitätsklinika und Universitäten an den Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg. Ziel des Verbunds ist es, Krebsforschung und -versorgung standortübergreifend weiterzuentwickeln, innovative Therapien schneller in die klinische Anwendung zu bringen sowie Patientinnen und Patienten eine Versorgung nach höchsten Qualitätsstandards zu ermöglichen.

Im neuen Förderzeitraum sollen die standortübergreifende Zusammenarbeit, gemeinsame Studienkonzepte sowie der Ausbau vernetzter Infrastrukturen weiter gestärkt werden. Schwerpunkte liegen dabei auf besonders zielgerichteten Behandlungsansätzen und der Überprüfung neuer, wirksamer Therapien im Rahmen klinischer Studien.

„Mit der Förderung können wir unsere gemeinsamen Infrastrukturen weiter stärken und die Verzahnung von Forschung und klinischer Anwendung gezielt ausbauen, um Patientinnen und Patienten den größtmöglichen Nutzen und einen schnellen Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Ralf Bargou, Direktor des CCC Mainfranken. Die nationale Förderung als Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) stellt zudem einen bedeutenden Standortvorteil für die Durchführung früher, klinischer Studien dar. „Zudem liegt uns auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit speziellen Ausbildungs- und Trainingsprogrammen am Herzen“, so Bargou.

Eine weitere Stärke von WERA ist die multidisziplinäre Patientenversorgung in den zertifizierten Onkologischen Zentren aller vier Standorte. Dazu zählen auch die personalisierte und digitale Onkologie, Psychoonkologie, Palliativmedizin sowie weitere Supportiv-Angebote. „Die multidisziplinäre Behandlung, moderne IT-Strukturen und eine verlässliche Tumordokumentation sind entscheidend für eine hochwertige onkologische Versorgung. Genau hier werden wir in den kommenden Jahren unsere Stärken weiter ausbauen“, sagt Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor des CCC Erlangen-EMN.

Forschung vorantreiben, Netzwerke stärken, Patienten befähigen

„Das Forschungsprofil der CCC Allianz WERA baut auf exzellenten Forschungsstrukturen und klaren Schwerpunkten an allen vier Standorten auf. Durch gemeinsame Forschung entstehen Synergien, die Innovationen fördern und die Versorgung nachhaltig verbessern“, erklärt Prof. Dr. Martin Trepel, Direktor des CCC Augsburg. Zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen Krebsimmuntherapie, Tumorheterogenität und Target-Identifikation, lokale Therapien, Theranostik und Bildgebung sowie Versorgungsforschung.

Ein weiterer Fokus der Allianz liegt auf dem Ausbau des regionalen Versorgungs- und Studiennetzwerks. Durch gezielte Outreach-Aktivitäten und die stärkere Einbindung kooperierender Zentren sollen insbesondere Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen einen besseren Zugang zu klinischen Studien und onkologischer Spitzenmedizin erhalten. „Wir werden das regionale Netzwerk weiter koordinieren und ausbauen sowie kooperierende Zentren stärker in klinische Studien einbinden, um für Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum den Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin und klinischen Studien zu verbessern“, erläutert Prof. Dr. Tobias Pukrop.

Auch die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen sowie die Stärkung von Patientinnen und Patienten durch umfassende Informationsprogramme und deren Einbindung in Entscheidungsprozesse sind zentrale Bestandteile der Allianzstrategie.

Über die CCC Allianz WERA

Die CCC Allianz WERA ist ein Zusammenschluss der Comprehensive Cancer Center an den Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg mit ihren jeweiligen Universitätsklinika und Universitäten. Ziel ist es, strukturierte Krebsmedizin und Krebsforschung in (inter-)nationalen Forschungsnetzwerken weiterzuentwickeln und Spitzenmedizin zum Wohle der Patientinnen und Patienten bereitzustellen.  Darüber hinaus sieht sich die Allianz in der Verantwortung, mehr als 8 Millionen Menschen in ihrem Einzugsgebiet mit exzellenter onkologischer Versorgung zu erreichen. Strukturen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) WERA sind in die Allianz integriert.

Über die Deutsche Krebshilfe 

Die Deutsche Krebshilfe fördert mit dem Programm „Onkologische Spitzenzentren“ ausgewählte Krebszentren in Deutschland, um eine qualitativ hochwertige, interdisziplinäre Versorgung und exzellente Forschung zu sichern. „Mit den von ihr initiierten und geförderten Comprehensive Cancer Center hat die Deutsche Krebshilfe ein europaweit einzigartiges Netzwerk der onkologischen Spitzenmedizin geschaffen. Die stetige Weiterentwicklung der Zentren bringt uns dem Ziel immer näher, dass alle Menschen mit Krebs in Deutschland von der Expertise der Spitzenzentren profitieren – unabhängig davon, wo sie behandelt werden. Dafür tragen die CCCs ihr Wissen und ihre Innovationen in die jeweiligen Regionen und stärken so die Krebsversorgung auch an anderen Kliniken und Facharztpraxen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstand Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Weitere Informationen

CCC Allianz WERA

Onkologische Spitzenzentren

Das geschäftsführende Direktorium der CCC Allianz WERA (v. l.): Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Matthias W. Beckmann (Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg). Foto:  Valerio Agolino/UKR
Das geschäftsführende Direktorium der CCC Allianz WERA (v. l.): Prof. Dr. Ralf Bargou (Würzburg), Prof. Dr. Matthias W. Beckmann (Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop (Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel (Augsburg). Foto: Valerio Agolino/UKR

Konferenz: CuttingGardens kommt nach Würzburg

EEG-Daten helfen dabei, Epilepsien zu diagnostizieren oder festzustellen, wie tief eine Person im Koma liegt. Die Konferenz CuttingGardens bringt Forschende, die mit solchen Daten arbeiten, zusammen. Anmeldeschluss: 31. August.

 

Luftaufnahme des Würzburger Mains. Im Hintergrund ist die Würzburger Stadt. Rechts im Bild das Logo mit Schriftzug Cutting Gardens 2026, welches sich in Blätter auflöst.
Thematischer Schwerpunkt des Würzburger CuttingGardens ist die Aufbereitung von EEG-Daten. (Bild: Würzburg CuttingGardens Team)

Bei einer Elektroenzephalografie (EEG) messen Forschende aus der medizinischen Diagnostik oder aus der Neurologie die elektrische Gehirnaktivität. Ein Elektroenzephalogramm stellt die Gehirnwellen grafisch dar. Zum Einsatz kommt eine EEG zum Beispiel bei der Diagnose und Verlaufskontrolle einer Epilepsie oder um zu bestimmen, wie tief eine Person im Koma liegt.

Um die verschiedenen Disziplinen, die mit EEG-Daten arbeiten, zusammenzubringen und den interdisziplinären Austausch zu ermöglichen, findet die Konferenz CuttingGardens an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) statt. Der thematische Fokus liegt auf der Aufbereitung von EEG-Daten. Die Konferenz bringt EEG-Forschende zusammen und schafft eine offene Dialogplattform mit Diskussionen, Plenarsitzungen und Grillabenden.

Zur Konferenz

Veranstaltungsort ist der JMU-Lehrstuhl für Psychologie I an der Marcusstraße 9 bis 11, 97070 Würzburg. Das Event startet Montag, 21. September 2026, und endet Freitag, 25. September 2026. Eingeladen sind alle Würzburger Forschenden, die mit EEG-Daten arbeiten. Eine Anmeldung ist bis Montag, 31. August 2026, möglich.

Zur Anmeldung und zum Programm

Bei Fragen können sich Interessierte an das Würzburger Organisationsteam unter psy-cuttinggarden2026@ uni-wuerzburg.de wenden.

Zu CuttingGardens

CuttingGardens ist eine Konferenz, organisiert von der CuttingEEG Community, die sich auf Methoden fokussiert, EEG-Daten zu analysieren. Das internationale Event findet gleichzeitig an mehreren Standorten – sogenannten Gardens – weltweit statt. Die Uni Würzburg veranstaltet das erste Mal einen lokalen Garden in der Domstadt.
 

Weitere Informationen 

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 04.08.2026

Luftaufnahme des Würzburger Mains. Im Hintergrund ist die Würzburger Stadt. Rechts im Bild das Logo mit Schriftzug Cutting Gardens 2026, welches sich in Blätter auflöst.
Thematischer Schwerpunkt des Würzburger CuttingGardens ist die Aufbereitung von EEG-Daten. (Bild: Würzburg CuttingGardens Team)

Personalia vom 04.08.2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

 

Prof. Dr. Frank Breuckmann, Chefarzt, Klinik Kitzinger Land, Abteilung Kardiologie, Pneumologie, Neurologie und Internistische Intensivmedizin, wurde mit Wirkung vom 28.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin“ erteilt. Gleichzeitig wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Würzburg bestellt.

Dr. Philipp Gruschwitz, Oberarzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde mit Wirkung vom 23.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Radiologie“ erteilt

 

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 04.08.2026
 

Bessere Sicht, mehr Sicherheit im OP: Videolaryngoskopie überzeugt im Vergleich

Weltweit größte randomisiert-kontrollierte Studie mit mehr als 2.500 Patientinnen und Patienten zeigt Vorteile der videogestützten Atemwegssicherung gegenüber der klassischen direkten Laryngoskopie.

Die drei verschiedenen untersuchten Laryngoskope nebeneinander auf grauem Hintergrund.
In der COVALENT-Studie wurden drei Laryngoskope miteinander verglichen: das klassische Laryngoskop (links), das Macintosh-Videolaryngoskop (Mitte) und das hyperangulierte Videolaryngoskop mit stark gekrümmtem Spatel. © Benedikt Schmid / UKW
Collage mit vier Bildern an einer Patientenpuppe - Laryngoskopie- und Intubationsvorgang
Die Collage demonstriert den Laryngoskopie- und Intubationsvorgang im Trainingslabor. Oben links findet eine Laryngoskopie mit konventionellem Laryngoskop statt, daneben wird der Tubus eingefügt. Das Bild unten links zeigt eine ideale Sicht auf die Stimmbandebene, rechts wird der Tubus korrekt in der Trachea zwischen den Stimmbändern platziert. © Benedikt Schmid / UKW
Diagramm zeigt den first-path-success bei 2532 Patienten mit drei unterschiedlichen Laryngoskopen, erfolgreich blaue Kästchen in Säule, nicht erfolgreich rote Kästchen in Säule.
In der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit drei Armen, an der 2.532 erwachsene Patienten teilnahmen, lagen die Erfolgsraten beim ersten Durchgang bei Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9 %) und hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). © Benedikt Schmid / UKW

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich untersucht, welche Methode bei der endotrachealen Intubation die besten Ergebnisse erzielt. Die COVALENT-Studie zeigt: Videolaryngoskope ermöglichen häufiger eine erfolgreiche Intubation bereits beim ersten Versuch, verkürzen die Atemwegssicherung nach Fehlschlägen und reduzieren kleinere Verletzungen. Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als Standardverfahren im Operationssaal einzusetzen.

Würzburg. Die Intubation zählt zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Aufgaben in der Anästhesie. Dabei wird durch das Einführen eines dünnen, flexiblen Schlauchs, des sogenannten Tubus, über Mund oder Nase in die Luftröhre die Atmung sichergestellt und die Luftröhre abgedichtet, sodass keine Flüssigkeiten, wie beispielsweise Magensaft oder Blut, in die Lunge gelangen können. Zur Einführung des Tubus muss die Luftröhre gut sichtbar sein. Das sogenannte Laryngoskop (griechisch „Larynx“ für Kehlkopf und „skopein“ für betrachten) ermöglicht es Anästhesistinnen und Anästhesisten, die Zunge vorsichtig zu heben und einen guten Blick auf Kehlkopf und Stimmbänder zu erhalten. 

Ein herkömmliches Laryngoskop besteht aus einem Griff, einer Klinge und einer Lichtquelle. Heute kommen zunehmend auch Videolaryngoskope zum Einsatz. Diese besitzen eine kleine Kamera an der Spitze, die das Bild auf einen Monitor überträgt. Aber sind sie wirklich besser? 

Diese Frage beantwortet Dr. Dr. Benedikt Schmid, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) mit einem klaren „Ja“. Der Anästhesist und Leiter der AG Data Science and Reproducible Research verglich in einer multizentrischen Studie mit mehr als 2.500 erwachsene Patientinnen und Patienten die konventionelle mit der videogestützten Laryngoskopie bei perioperativen endotrachealen Intubationen, also bei der Platzierung eines Beatmungsschlauchs während einer Operation. „Unsere Daten zeigen, dass die Videolaryngoskope die Intubation während einer Vollnarkose deutlich erleichtern und die Sicherheit erhöhen“, erläutert Benedikt Schmid. 

Bei routinemäßigen Trachealintubationen führen Videolaryngoskope zu deutlich höheren Erfolgsraten beim ersten Versuch

In der COVALENT-Studie verglich Schmid mit einem Team von sechs Kliniken in Deutschland und Österreich erstmals drei Verfahren miteinander: die klassische direkte Laryngoskopie sowie zwei Formen der Videolaryngoskopie mit unterschiedlicher Geometrie. Die Erfolgsraten beim ersten Durchgang waren bei den sogenannten Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9%) und den sogenannten hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). „Beide Videoverfahren führten also häufiger bereits beim ersten Versuch zu einer erfolgreichen Trachealintubation“, erläutert Benedikt Schmid. „Besonders gut schnitten Geräte mit stark gekrümmtem Spatel ab.“ Zudem gelang nach einem fehlgeschlagenen ersten Versuch die Intubation mit Videolaryngoskopen schneller und es traten seltener kleinere Verletzungen im Mund- und Rachenraum auf.

„Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als neuen Standard für die routinemäßige Atemwegssicherung im Operationssaal einzusetzen“, kommentiert Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Würzburger Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. 

Projektpartner und Förderung

Neben dem UKW waren an der COVALENT-Studie die Anästhesiologischen Kliniken der Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Leipzig und Heidelberg sowie die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg beteiligt. Das Projekt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) gefördert. 

Publikation: Benedikt Schmid, Linda Grüßer, Lukas Müller, Maria Wittmann, Achilles Delis, Tugce Dinc Dogan, Robert Werdehausen, Christopher Neuhaus, Peter Paal, Carolin Claassen, Philipp Helmer, Paul Fischer, Peter Kranke, Patrick Meybohm, Gregor Massoth, and the German Society of Anaesthesiology and Intensive Care (GSAIC) Trials Group. Conventional vs Video-Assisted Laryngoscopy for Perioperative Endotracheal Intubations: A Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026;9(8):e2625965. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.25965

Die drei verschiedenen untersuchten Laryngoskope nebeneinander auf grauem Hintergrund.
In der COVALENT-Studie wurden drei Laryngoskope miteinander verglichen: das klassische Laryngoskop (links), das Macintosh-Videolaryngoskop (Mitte) und das hyperangulierte Videolaryngoskop mit stark gekrümmtem Spatel. © Benedikt Schmid / UKW
Collage mit vier Bildern an einer Patientenpuppe - Laryngoskopie- und Intubationsvorgang
Die Collage demonstriert den Laryngoskopie- und Intubationsvorgang im Trainingslabor. Oben links findet eine Laryngoskopie mit konventionellem Laryngoskop statt, daneben wird der Tubus eingefügt. Das Bild unten links zeigt eine ideale Sicht auf die Stimmbandebene, rechts wird der Tubus korrekt in der Trachea zwischen den Stimmbändern platziert. © Benedikt Schmid / UKW
Diagramm zeigt den first-path-success bei 2532 Patienten mit drei unterschiedlichen Laryngoskopen, erfolgreich blaue Kästchen in Säule, nicht erfolgreich rote Kästchen in Säule.
In der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit drei Armen, an der 2.532 erwachsene Patienten teilnahmen, lagen die Erfolgsraten beim ersten Durchgang bei Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9 %) und hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). © Benedikt Schmid / UKW

Die Sonnenfinsternis sicher betrachten

Am 12. August 2026 ist die in Deutschland am stärksten sichtbare Sonnenfinsternis seit 1999 zu beobachten. Die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg erklärt, wie sich das Naturschauspiel sicher verfolgen lässt und welche Gefahren für die Augen beim ungeschützten Blick in die Sonne drohen.

 

PD Dr. Berlin hält in seinen Händen eine Schutzbrille für die Sonnenfinsternis
PD Dr. Andreas Berlin von der Augenklinik des UKW: Die Sonnenfinsternis nur mit zertifizierter Spezialbrille betrachten! © Daniel Peter / KI-modifiziert / UKW

Würzburg. Wenn sich am Mittwoch, 12. August 2026, der Mond vor die Sonne schiebt, bietet sich auch in Unterfranken ein beeindruckendes Himmelsschauspiel. In Würzburg beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:20 Uhr, erreicht gegen 20:13 Uhr ihren Höhepunkt und endet mit dem Sonnenuntergang gegen 20:43 Uhr. Wer das Ereignis beobachten möchte, sollte dabei jedoch keinesfalls auf den richtigen Augenschutz verzichten. Darauf weist die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) hin.

Nur mit zertifizierter Schutzbrille in die Sonne blicken

„Eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille ist die wichtigste Voraussetzung, um eine Sonnenfinsternis sicher zu beobachten“, betont Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt der Augenklinik und Poliklinik des UKW. Wichtig sei außerdem, dass die Schutzbrille unbeschädigt ist und der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht. Die Brille müsse bereits vor dem Blick zur Sonne aufgesetzt und dürfe erst wieder abgenommen werden, nachdem der Blick von der Sonne abgewendet wurde.

Schäden bleiben oft zunächst unbemerkt

Der direkte Blick in die Sonne kann bereits nach kurzer Zeit zu einer sogenannten solaren Retinopathie führen. Dabei werden die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut dauerhaft geschädigt. Typische Beschwerden wie verschwommenes Sehen, ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes oder verzerrtes Sehen treten häufig erst Stunden später auf. „Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Deshalb bemerken Betroffene die Schädigung oft erst, wenn sie bereits eingetreten ist“, erläutert Dr. Berlin. Zwar könnten sich die Veränderungen teilweise zurückbilden, in manchen Fällen bleibe jedoch eine dauerhafte Einschränkung des zentralen Sehens bestehen.

Sonnenbrillen reichen nicht aus

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bieten normale Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz. Sie reduzieren zwar die Helligkeit und filtern einen Großteil der UV-Strahlung, schwächen die intensive Sonneneinstrahlung jedoch nicht genügend ab. Zudem erweitern sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, sodass unter Umständen sogar mehr schädliches Licht auf die Netzhaut gelangen kann.

Besondere Vorsicht gilt auch bei Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen. Diese dürfen niemals zusammen mit einer gewöhnlichen Sonnenfinsternis-Brille verwendet werden. Stattdessen sind spezielle Sonnenfilter erforderlich, die vor der Objektivöffnung angebracht werden.

Kinder nur unter Aufsicht beobachten lassen

Für Kinder gelten grundsätzlich dieselben Schutzmaßnahmen wie für Erwachsene. Auch sie sollten ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen verwenden. Da jüngere Kinder jedoch häufig noch nicht sicher beurteilen können, ob die Schutzbrille richtig sitzt oder beschädigt ist, empfiehlt das UKW eine Beobachtung nur unter Aufsicht Erwachsener.

 

 

Text: Pressestelle / UKW
 

PD Dr. Berlin hält in seinen Händen eine Schutzbrille für die Sonnenfinsternis
PD Dr. Andreas Berlin von der Augenklinik des UKW: Die Sonnenfinsternis nur mit zertifizierter Spezialbrille betrachten! © Daniel Peter / KI-modifiziert / UKW

Wolffskeel-Realschule spendet über 6.500 Euro für Angehörigenhaus

Schülerinnen und Schüler der Wolffskeel-Realschule Würzburg haben bei einem Spendenlauf eindrucksvoll gezeigt, wie Sport und gesellschaftlicher Zusammenhalt Hand in Hand gehen können. Die dabei gesammelten 6.562,40 Euro kommen dem vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ geplanten Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung zugute.

Übergabe Spendenscheck
Schulleiter Ingolf John (links) und Lehrer Vitali Schreivogel überreichten den Spendenscheck aus dem Benefizlauf der Würzburger Wolffskeel-Realschule an Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Foto: Andreas Kraus

Würzburg. 530 Schülerinnen und Schüler der Wolffskeel-Realschule Würzburg drehten bei einem Spendenlauf vom 6. bis 10. Juli dieses Jahres ausdauernd ihre Runden. Jede gelaufene Runde wurde durch Sponsorinnen und Sponsoren aus dem Familien- und Freundeskreis honoriert, was den sportlichen Ehrgeiz der Jugendlichen besonders anstachelte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 6.562,40 Euro wurden jetzt an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ überreicht.

Organisiert wurde die Aktion von Vitali Schreivogel, Lehrer an der Wolffskeel-Realschule, im Gedenken an eine an Krebs verstorbene Kollegin. „Wir wollten das Erinnern mit einem Zeichen der Solidarität verbinden. Im Mittelpunkt standen die Freude an der Bewegung und die Bereitschaft, sich gemeinsam für Menschen in schwierigen Lebenssituationen einzusetzen“, erläutert Schreivogel. 

Unterstützung für das Angehörigenhaus

Der Spendenerlös fließt in den Aufbau des geplanten Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung in Würzburg. Dazu soll der historische Rotkreuzhof so umgebaut werden, dass dort Angehörigen schwer erkrankter Patientinnen und Patienten eine bezahlbare Unterkunft, Orte der Begegnung und Beratung sowie weitere Unterstützungsleistungen geboten werden können. Ziel ist es, Menschen in einer oft belastenden Lebensphase umfassend zu begleiten und ihnen ein Stück Halt und Entlastung zu geben.

„Wir freuen uns sehr über diese außergewöhnliche Unterstützung“, kommentierte Gabriele Nelkenstock bei der Spendenübergabe. Die Vorsitzende von „Hilfe im Kampf gegen Krebs e. V.“ fuhr fort: „Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur eine beachtliche Spendensumme erlaufen, sondern zugleich ein starkes Zeichen für Mitmenschlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Dass Bewegung auch noch ein wesentlicher Faktor bei der Prävention vieler Erkrankungen ist, macht die Aktion extra wertvoll.“  

Text: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

Pressemitteilung Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. - 30. Juli 2026

Übergabe Spendenscheck
Schulleiter Ingolf John (links) und Lehrer Vitali Schreivogel überreichten den Spendenscheck aus dem Benefizlauf der Würzburger Wolffskeel-Realschule an Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Foto: Andreas Kraus