Aktuelle Pressemitteilungen

Seit 15 Jahren Förderer der CI-Selbsthilfe

Die HNO-Klinik des Universitätsklinikums Würzburg unterstützt seit dem Jahr 2011 offiziell die Selbsthilfe für Menschen mit Cochlea-Implantat. Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) und deren Fachzeitschrift „Schnecke“ bedankten sich für die 15-jährige Förderung mit einer Urkunde.

 

Delegation der DCIG und der von der Gesellschaft herausgegebenen Fachzeitschrift „Schnecke – Leben mit Cochlea-Implantat & Hörgerät“ das UKW und überbrachte eine Urkunde.
Von links: Dr. Roland Zeh (Präsident DCIG), Sonja Oligmacher (Vizepräsidentin DCIG) und Marisa Strobel (Chefredakteurin „Schnecke“) überreichten die Dankesurkunde für die 15-jährige Förderung an Prof. Dr. Stephan Hackenberg (Klinikdirektor) und den Prof. Dr. Kristen Rak (Leitenden Oberarzt, beide HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg). © Helmuth Ziegler / UKW

Würzburg. Cochlea-Implantate (CI) ermöglichen es tauben oder hochgradig schwerhörigen Kindern und Erwachsenen, wieder zu hören und zu verstehen. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wurden in den vergangenen 25 Jahren über 3.500 der Hörprothesen implantiert. „Gerade im damit verbundenen Rehabilitationsprozess spielt die Selbsthilfe eine zentrale Rolle. Sie ergänzt die medizinische und therapeutische Versorgung, indem sie den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen Orientierung, Erfahrungsaustausch und emotionale Unterstützung bietet“, unterstreicht Prof. Dr. Stephan Hackenberg. Der Direktor der HNO-Klinik des UKW fährt fort: „Deshalb sind wir seit dem Jahr 2011 offizieller Förderer der CI-Selbsthilfe bei der DCIG, der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e.V.“

Finanzielle Unterstützung und fachlicher Austausch

Anlässlich dieses 15-jährigen Jubiläums besuchte am 1. Juli 2026 eine Delegation der DCIG und der von der Gesellschaft herausgegebenen Fachzeitschrift „Schnecke – Leben mit Cochlea-Implantat & Hörgerät“ das UKW und überbrachte eine Urkunde. Dabei bedankte sich Dr. Roland Zeh, der Präsident der DCIG, nicht nur für die finanzielle Unterstützung durch die Würzburger Klinik, sondern vor allem auch für den kontinuierlichen und intensiven fachlichen Austausch. Michaela Peterhoff, die Leiterin der CI-Selbsthilfegruppe Würzburg-Unterfranken, ergänzte: „Selbsthilfe lebt davon, dass es Orte gibt, an denen Menschen mit einer Hörschädigung willkommen sind – nicht als Fall, sondern als Mensch. Diese Klinik ist ein solcher Ort.“

Das CHC Würzburg als wegweisende Einrichtung

Prof. Dr. Kristen Rak, der leitende Arzt des Bereichs Implantierbare Hörsysteme der HNO-Klinik, nutzte das Treffen, um den Gästen die Struktur und die Leistungen des Comprehensive Hearing Centers (CHC) Würzburg vorzustellen. Das 2009 gegründete interdisziplinäre Hörzentrum des UKW fasst sämtliche an der Versorgung von Schwerhörigen beteiligten Fachgruppen räumlich kompakt zusammen. Die Patientinnen und Patienten werden ganzheitlich, interdisziplinär und individuell zu allen aktuellen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten beraten. Zu den Angeboten gehören ein Neugeborenen-Hörscreening genauso wie die Versorgung mit den modernsten Hörgeräten und implantierbaren Hörsystemen. Dies schließt die lebenslange Nachsorge bei diesen Hörhilfen mit ein. „Gerade auch CI-Trägerinnen und -Träger profitieren von dieser hochspezialisierten Betreuung“, erläuterte Rak. Hinzu kämen am Zentrum viele interdisziplinäre Forschungsprojekte, die unter anderem Eingang in die Entwicklung neuer Hörhilfen finden.

Text: Pressestelle / UKW
 

Delegation der DCIG und der von der Gesellschaft herausgegebenen Fachzeitschrift „Schnecke – Leben mit Cochlea-Implantat & Hörgerät“ das UKW und überbrachte eine Urkunde.
Von links: Dr. Roland Zeh (Präsident DCIG), Sonja Oligmacher (Vizepräsidentin DCIG) und Marisa Strobel (Chefredakteurin „Schnecke“) überreichten die Dankesurkunde für die 15-jährige Förderung an Prof. Dr. Stephan Hackenberg (Klinikdirektor) und den Prof. Dr. Kristen Rak (Leitenden Oberarzt, beide HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg). © Helmuth Ziegler / UKW

Medizin: Der Weg einer Studentin in die Hirnforschung

Ein Hirnatlas soll die Mikrometer-Anatomie für den Klinikalltag nutzbar machen. Daran hat Helen Friedrich, Medizinstudentin an der Uni Würzburg, mitgewirkt. Ihr Weg in die Forschung war dabei alles andere als einfach.

 

Portrait Frau Helen Friedrich
Helen Friedrich absolviert aktuell das Praktische Jahr ihres Medizinstudiums. In ihrer Forschung arbeitet sie daran, hochauflösende Hirnanatomie für klinische Fragestellungen nutzbar zu machen. (Bild: Martin Brandstätter / Universität Würzburg)

Helen Friedrich studiert Medizin in Würzburg und forscht an der Schnittstelle von Neuroanatomie, Bildgebung und klinischer Medizin. In ihrer Promotion beschäftigt sie sich mit hochauflösender Hirnbildgebung und der Frage, wie anatomisches Wissen für neurologische Patientinnen und Patienten nutzbar werden kann.

Auf Grundlage eines außergewöhnlich hochaufgelösten 7-Tesla-MRT-Scans hat sie gemeinsam mit einem interdisziplinären Team einen detaillierten MRT-Atlas von Hirnstrukturen erstellt. Da routinemäßige klinische Schädel-MRT-Aufnahmen eine deutlich geringere räumliche Auflösung haben, hat sie diesen Atlas in einen standardisierten Referenzraum überführt.

Dadurch können hochauflösende anatomische Informationen perspektivisch auch für klinische Analysen genutzt werden. Für ihre Forschung verbrachte Helen Friedrich mehr als eineinhalb Jahre am Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School in Boston, USA.

Helen, dein Weg hat dich über verschiedene Disziplinen geführt. Was treibt dich an?

Helen Friedrich: Der Mensch. Zunächst studierte ich Rechtswissenschaften, wobei ich mich besonders für rechtsphilosophische und ethische Fragen interessierte: Was ist gerecht? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie denken wir über Verantwortung und das menschliche Leben nach? Diese Fragen führten mich zur Psychologie. Während meines Bachelors in Würzburg entwickelte ich eine große Faszination für die funktionelle Magnetresonanztomographie.

Diese Methode nutzt Magnetfelder, um Signale aus dem Gehirn zu erfassen und Hirnfunktionen sichtbar zu machen. Die Möglichkeit, Denk- und Wahrnehmungsprozesse des Menschen mit bildgebenden Verfahren zu untersuchen, hat mich nachhaltig beeindruckt. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit bei Professor Matthias Gamer habe ich an einer Studie zur sozialen Aufmerksamkeit mit funktioneller Magnetresonanztomographie mitgearbeitet.

Wie kam es zum Wechsel in die Medizin?

Ich glaube, es war Neugier und Beharrlichkeit. Während eines Nebenjobs in der Neuropsychologie begegnete ich einer Patientin, die nach einer Operation einen langanhaltenden Verwirrtheitszustand entwickelte. Hinzu kamen Schwindel, ein Tremor, Ängste und eine komplexe psychopharmakologische Konstellation. Mir wurde damals bewusst, dass mir zum einen das medizinische Wissen fehlte, um diese Symptome wirklich einzuordnen, und zum anderen die Handlungskompetenz, einen solchen Fall abzuklären.

Diese Lücke wollte ich nicht stehen lassen. Ich wollte verstehen, was hinter solchen klinischen Verläufen steckt: was durch die Operation erklärbar ist, welche Rolle Medikamente spielen und welche Veränderungen der Hirnfunktion diese neurologischen Phänomene erklären. Aus diesem Bedürfnis heraus entstand der Wunsch, Medizin zu studieren. Während meines Masters der Psychologie wechselte ich deshalb in das Humanmedizin-Studium.

Wie bist du in die Forschung in den USA gekommen?

Für mich war früh klar, an der Schnittstelle von klinischer Medizin und Hirnbildgebung zu promovieren. Die Arbeit des Network Stimulation Laboratory von Professor Andreas Horn faszinierte mich sehr, deshalb bewarb ich mich dort initiativ. In unserem ersten Gespräch erzählte er mir von einem Projekt zur präzisen Kartierung des Gehirns mit hochauflösender MRT-Bildgebung. Das passte sehr gut zu meinen Interessen.

Eine so lange Forschungszeit während des Medizinstudiums zu organisieren, war oft kompliziert: Ich stellte ein Betreuungskomitee zusammen und wurde dabei von Professor Jens Volkmann seitens der Neurologischen Klinik und Professorin Cordula Matthies seitens der Neurochirurgischen Klinik in Würzburg unterstützt. Außerdem warb ich Stipendien der Bayer Foundation (Carl-Duisberg Stipendium) und der Graduate School of Life Sciences Würzburg ein und nahm ergänzend einen Kredit auf. Nach einem halben Jahr am Brigham and Women’s Hospital erhielt ich ein weiteres Stipendium, das mich bis zum Ende meines Aufenthalts finanziell unterstützte.

Es war eine sehr intensive Zeit mit zahlreichen spannenden Projekten und der Zusammenarbeit mit sehr inspirierenden Persönlichkeiten. Ich konnte internationale Kollaborationen aufbauen und habe dort erfahren, wie weit wissenschaftliche Neugier, Ausdauer und echte Leidenschaft tragen können. Es war eine prägende Erfahrung.

Du arbeitest am Gehirn. Was fasziniert dich daran besonders?

Die Komplexität. In Boston habe ich viel Zeit im Archiv der Harvard Medical School verbracht. Dort konnte ich historische Anatomiebücher einsehen, die teilweise bis ins Jahr 1885 zurückreichen. Es ist beeindruckend, wie präzise und beinahe fotorealistisch Hirnforscher schon damals einzelne Hirnregionen auf Basis von Gewebeproben kartiert haben.

Für unser Projekt hatten wir die Möglichkeit, das Gehirn einer verstorbenen Frau ohne Hirnerkrankung mit einem 7-Tesla-MRT in einer Auflösung von 100 Mikrometern zu analysieren, was von einem Team aus Spezialisten des Massachusetts General Hospital ein paar Jahre zuvor aufgenommen und veröffentlicht wurde. Bei einem ex-vivo-Scan, also außerhalb des lebenden Körpers, sind sehr lange Messzeiten möglich. Dadurch lassen sich mikroskopische Details im MRT sichtbar machen, die in klinischen Routineaufnahmen normalerweise nicht erkennbar sind. Genau diese Details könnten im klinischen Alltag den Unterschied machen, zum Beispiel bei neurochirurgischen Eingriffen oder bei der Beurteilung von Schädigungen des Nervensystems, etwa nach einem Schlaganfall.

Was ist aus diesem Scan entstanden?

Auf Grundlage dieses MRT-Scans habe ich in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team einen hochauflösenden Hirnatlas erstellt. Vereinfacht gesagt ist das eine sehr detaillierte Karte von Hirnstrukturen und ihrer Lagebeziehungen. Der Vorteil der MRT-Daten ist, dass sie als dreidimensionales Volumen vorlagen. Man kann dieses Volumen digital in beliebigen Ebenen betrachten und virtuell „schneiden“; nicht nur horizontal, sagittal oder koronar, sondern auch schräg, asymmetrisch oder entlang bestimmter anatomischer Verläufe.

Das ist besonders wichtig für den Vergleich mit historischen mikroskopischen Referenzen. Viele klassische Anatomieatlanten beruhen auf Gewebeschnitten, die nicht standardisierten Ebenen folgen. Ein dreidimensionales MRT-Volumen erlaubt es, solche Ebenen digital nachzuvollziehen und damit historische Zeichnungen und Beschreibungen präzise in die moderne Bildgebungswelt zu übertragen.

Der entscheidende Schritt war anschließend, diese hochauflösenden Atlasinformationen in einen standardisierten Referenzraum zu übertragen. Dafür haben wir teilweise neue Programme und Arbeitsabläufe konzipiert, um das möglichst präzise zu bewerkstelligen. Dadurch wird der Atlas nicht nur als Forschungsdatensatz nutzbar, sondern kann prinzipiell mit klinischen MRT-Daten einzelner Patientinnen und Patienten in Beziehung gesetzt werden.

Das könnte klinisch relevant werden: Hochauflösende anatomische Informationen können als präzise Referenz dienen, etwa um klinische Bildgebung besser zu interpretieren, Zielregionen genauer zu beschreiben oder neurochirurgische und neurologische Fragestellungen anatomisch fundierter zu bearbeiten.

Gab es auf deinem Weg besondere Herausforderungen?

Ich bin die erste Akademikerin in meiner Familie, und gerade am Anfang musste ich mir vieles selbst erschließen: Orientierung, Fördermöglichkeiten und den Zugang zu akademischen Strukturen. Man startet einen akademischen Weg nicht immer mit derselben Ausstattung. Neben dem Studium arbeitete ich viel, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, da Medizin für mich ein Zweitstudium war und mir klassische Wege wie BAföG oder viele staatliche Stipendien damit nicht mehr offenstanden.

Auch mein Forschungsaufenthalt in Boston war kein vorgezeichneter Weg. Ich musste vieles organisatorisch selbst bahnen, Finanzierungsmöglichkeiten suchen und an manchen Stellen beständig bleiben. Das war anspruchsvoll. Rückblickend hat mich genau das geprägt: Man braucht Mut, Ausdauer und Vertrauen in die eigene wissenschaftliche Vision. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig gute Mentorinnen und Mentoren, verlässliche Teams und ein Umfeld sind, das ambitionierte Wege ermöglicht.

Aktuell absolvierst du das Praktische Jahr. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Im Praktischen Jahr sind wir Studierenden fest in den Stationsalltag eingebunden und werden Schritt für Schritt auf die ärztliche Tätigkeit vorbereitet. Zurzeit arbeite ich auf einer Station des Uniklinikums Würzburg, auf der Patientinnen und Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen behandelt werden.

Wir führen Gespräche mit Patientinnen und Patienten, erheben Krankengeschichten, nehmen Blut ab, legen Zugänge, begleiten Visiten und besprechen gemeinsam diagnostische und therapeutische Entscheidungen. Auch praktische Verfahren wie Knochenmarkpunktionen oder Lumbalpunktionen lernen wir kennen.

Das Praktische Jahr ist eine intensive Phase, weil man klinische Verantwortung zunehmend unmittelbar erlebt. Gleichzeitig ist es genau das, worauf das Studium vorbereitet: nach dem dritten Staatsexamen als Ärztin oder Arzt arbeiten zu können. Gerade in der Verbindung von klinischer Arbeit und Forschung liegt für mich die besondere Attraktivität dieses Berufs.

Danke für das Gespräch!

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 07.07.2026.

Portrait Frau Helen Friedrich
Helen Friedrich absolviert aktuell das Praktische Jahr ihres Medizinstudiums. In ihrer Forschung arbeitet sie daran, hochauflösende Hirnanatomie für klinische Fragestellungen nutzbar zu machen. (Bild: Martin Brandstätter / Universität Würzburg)

Back to the roots: Camilla Schinner übernimmt Anatomie-Lehrstuhl

Camilla Schinner ist neu in der Anatomie der Universität Würzburg. Sie forscht an genetischen Herzerkrankungen, die bei jungen, sportlichen Menschen zu plötzlichem Herztod führen können.

Portrait Frau Camilla Schinner
Vor 16 Jahren hat Camilla Schinner an der Uni Würzburg ihr Medizinstudium begonnen. Jetzt ist sie zurückgekehrt und leitet den Lehrstuhl für Anatomie II. (Bild: Daniel Peter)

Das Herz schlägt unregelmäßig, zu schnell und pumpt nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf. Die Betroffenen brechen plötzlich bewusstlos zusammen – oft mitten auf dem Fußballfeld oder beim Sport. Die arrhythmogene Kardiomyopathie ist eine genetische Herzerkrankung und eine der häufigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod bei jungen, sportlichen Menschen. Genau diese Erkrankung steht im Zentrum der Forschung von Camilla Schinner.

Schinner ist neu an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU); am 1. Juli 2026 hat sie den Lehrstuhl für Anatomie II übernommen. Das heißt: So wirklich neu ist die Anatomin nicht an der JMU. Man könnte auch sagen: Mit der Rufannahme hat sich für sie ein Kreis geschlossen. Immerhin hat sie vor 16 Jahren hier ihr Medizinstudium begonnen. Und noch vor dem Physikum wurde hier bei ihr die Passion für Anatomie geweckt.

„Seit dem Präparierkurs war ich total begeistert. Den menschlichen Körper zu verstehen, buchstäblich zu begreifen, kombiniert mit der manuellen Präparation und mit der Lehrtätigkeit: Das war für mich perfekt.  Mir war schnell klar: Das ist das, was ich beruflich machen will“, sagt die 36-Jährige.

Die Begeisterung im Präparierkurs hat Camilla Schinner auch zu dem Forschungsthema gebracht, mit dem sie sich heute noch beschäftigt. „Weil ich anatomische Forschung genauer kennenlernen wollte, habe ich Jens Waschke, meinen damaligen Anatomie-Professor, gefragt, ob ich bei ihm meine Doktorarbeit schreiben kann. Der war einverstanden und ich bin ihm dafür nach München gefolgt, wo er gerade an der LMU einen Ruf angenommen hatte.“ Und in Jens Waschkes Labor drehte sich alles um die Zell-Zell-Adhäsion, besonders um desmosomale Haftkontakte.

Neue Erkrankungsmechanismen identifiziert

Diese bilden seitdem einen Schwerpunkt in Camilla Schinners Forschung. Sie spielen auch bei der arrhythmogenen Kardiomyopathie eine wesentliche Rolle. „In diesen Fällen führen genetische Mutationen in den Haftmolekülen der Herzmuskelzellen dazu, dass die Zellen unter Belastung gewissermaßen auseinanderreißen. Dies stört die elektrischen Kontakte im Herzen und löst lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen aus“, sagt Schinner. In einer späteren Phase kommt es dann zu einer Verringerung der Herzmuskelzellen und einer Vernarbung des Organs.

In ihren Studien untersucht die Wissenschaftlerin die molekularen Mechanismen der Erkrankung und arbeitet an neuen Therapieansätzen, wie etwa die medikamentöse Stärkung der Zelladhäsion. Mit Hilfe von Mausmodellen, Patientenproben und stammzellbasierten Herzmuskelmodellen konnte die Arbeitsgruppe mehrere vielversprechende Wirkstoffkandidaten identifizieren. Nun erforscht sie deren genauen Wirkmechanismus, um die Therapie gezielter weiterzuentwickeln.

An der Universität Würzburg findet Schinner dafür ein optimales interdisziplinäres Umfeld. Hier arbeitet sie eng mit dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) zusammen und bringt ihre Expertise in zwei Sonderforschungsbereiche ein – den SFB „Kardio-immune Schnittstellen“ unter der Leitung von Professor Stefan Frantz, und den Transregio „Desmosomale Dysfunktion epithelialer Barrieren“ mit dem Würzburger Standortsprecher Professor Nicolas Schlegel. Allein wegen dieses wissenschaftlichen Umfelds sei es für sie klar gewesen, sich auf diese Stelle zu bewerben und schließlich das Angebot der Universität anzunehmen.

Verständnis vor Auswendiglernen

Anatomie gilt traditionell als ein Fach, in dem Studierende riesige Mengen an Begriffen auswendig lernen müssen. Schinner verfolgt in der Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen und Ärzten einen anderen Ansatz. Für sie hat das funktionelle Verständnis klare Priorität. Anstatt auch noch den kleinsten Fußmuskel isoliert abzufragen, legt sie Wert darauf, dass die Studierenden das Zusammenspiel, die funktionelle Relevanz und die klinische Bedeutung für den späteren Beruf durchdringen. Dabei ist die Lehre für Schinner keine Pflicht, sondern eine Leidenschaft: „Forschung und Lehre sind die zwei zentralen Säulen meiner Tätigkeit. Ich würde das eine nicht für das andere aufgeben wollen.“

Als Frau auf einem Lehrstuhl ist sich Schinner auch ihrer Vorbildfunktion bewusst. In akademischen Führungspositionen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. „Während bis zum Postdoc-Level oft noch Parität herrscht, zögern Frauen danach häufiger, den nächsten Karriereschritt zu wagen“, sagt sie. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Frauen ein wenig mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben dürfen, um den nächsten Karriereschritt anzugehen.

Inspiration und Vorbild

Schinner möchte Mut machen: Selbstzweifel seien normal und könnten einen durch kritisches Hinterfragen besser machen. Man dürfe sich von ihnen nur nicht bremsen lassen. In solchen Momenten könne es helfen, wenn jemand anderes sagt: „Doch, klar, mach das! Du hast gute Chancen!“ Diese Erfahrung der Unterstützung habe sie selbst machen dürfen.

Und Vorbilder spielen dabei eine wichtige Rolle. Das habe sie schon jetzt deutlich gemerkt, seit sie den Ruf auf den Lehrstuhl angenommen hat. Die Resonanz vor allem von anderen Frauen zeige ihr, dass das eine Vorbildfunktion habe, wenn eine relativ junge Frau wie sie einen Lehrstuhl übernimmt.

Zur Person

Camilla Schinner (*1990) studierte von 2010 bis 2016 Humanmedizin an der Universität Würzburg, der LMU München sowie in den USA in Cincinnati und New York. Ihre Promotion schloss sie 2019 an der LMU München ab, nachdem sie von 2012 bis 2017 an ihrer Doktorarbeit über die Zell-Zell-Haftung im Herzen geforscht hatte.

Nach Stationen als Postdoc und Nachwuchsgruppenleiterin an der Universität Basel wurde sie Juniorprofessorin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Zuletzt war sie als Assistant Professor an der Universität Bern sowie als Professorin und stellvertretende Institutsdirektorin am UKE Hamburg tätig. Seit 2023 ist sie zudem zertifizierte Fachanatomin.

Kontakt

Prof. Dr. med. Camilla Schinner, Institut für Anatomie und Zellbiologie, camilla.schinner@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 07.07.2026.

 

Portrait Frau Camilla Schinner
Vor 16 Jahren hat Camilla Schinner an der Uni Würzburg ihr Medizinstudium begonnen. Jetzt ist sie zurückgekehrt und leitet den Lehrstuhl für Anatomie II. (Bild: Daniel Peter)

Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach

Aufklärung soll HPV-bedingtem Krebs vorbeugen

 

Bayern Gesundheitsministerin Judith Gerlach bei einem Gespräch mit einem Mann. Im Hintergrund sieht man eine Fahne und Münchens Kirche.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP
Ministerin Judith Gerlach mit Vertretern am Informationsstand der Bayerischen Impfwoche HPV.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP
Geöffnete Hände mit bunten Noppenbällen.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP

München, 06.07.2026 Mit einem Informations- und Dialogangebot des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) startete am vergangenen Freitag in der Münchner Innenstadt die 8. Bayerische Impfwoche. Im Fokus steht in diesem Jahr die Aufklärung über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach unterstützte vor Ort die HPV-Kampagne des BZKF und kam mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Die Bayerische Impfwoche läuft vom 3. bis 12. Juli 2026.

Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte anlässlich des Auftakts der Bayerischen Impfwoche: „HPV-Infektionen sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Daneben können sie auch Tumore im Mund- und Rachenraum oder im Genitalbereich auslösen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig zu schützen. Leider sind die HPV-Impfquoten in Deutschland noch immer zu niedrig, ganz besonders bei den Jungen. Mit der diesjährigen Bayerischen Impfwoche legen wir daher einen Fokus auf die Bedeutung der HPV-Impfung. Ziel ist es, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema auseinandersetzen und wir die Impfquoten nachhaltig erhöhen können!“

Das BZKF zieht zum Auftakt der Bayerischen Impfwoche eine erste positive Bilanz. Zahlreiche Passantinnen und Passanten in der Münchner Innenstadt nutzten die Gelegenheit, sich über die HPV-Impfung zu informieren, Fragen zu stellen und mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Die große Resonanz zeigt das hohe Interesse am Thema und unterstreicht die Bedeutung niedrigschwelliger Informationsangebote. Die Bayerische Impfwoche setzt damit ein wichtiges Zeichen für Prävention und Gesundheitsvorsorge in Bayern und rückt den Stellenwert von Schutzimpfungen für die öffentliche Gesundheit in den Fokus.

Prof. Dr. Claus Belka, stellvertretender Direktor des BZKF sowie Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am LMU Klinikum München, erklärt: „Viele Eltern und Jugendliche wissen leider noch immer zu wenig über Humane Papillomviren und die Möglichkeiten, durch eine Impfung einen wirksamen Schutz vor HPV-bedingten Krebserkrankungen zu erlangen. Dabei gehört die HPV-Impfung zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen überhaupt: Modellrechnungen zeigen, dass die HPV-Impfung innerhalb eines großen internationalen Vergleichs von 14 Impfprogrammen in 117 Ländern die höchste Zahl verhinderter Todesfälle pro 1.000 Impfungen erreicht. Jede rechtzeitig durch-geführte HPV-Impfung ist daher eine Investition in ein möglichst gesundes und aktives Leben.“

Impfquoten müssen weiter steigen

Die HPV-Impfung zählt zu den wirksamsten Maßnahmen der Krebsprävention. Dennoch sind die Impfquoten weiterhin deutlich zu niedrig: Im Jahr 2024 waren bayernweit lediglich 50 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 30 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Damit bleibt Bayern wie auch Deutschland insgesamt deutlich hinter den Impfzielen zurück.

Um die Bevölkerung umfassend über die Bedeutung der HPV-Impfung zu informieren, arbeitet das BZKF gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP), der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) und dem Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) eng zusammen. Die HPV-Aufklärung ist zudem ein wichtiger Bestandteil des Masterplans Prävention des StMGP. Bereits in den vergangenen Monaten wurde im Austausch mit zahlreichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wichtige Impulse gesetzt. Während der Bayerischen Impfwoche werden diese Aktivitäten durch zahlreiche Informations- und Aufklärungsmaßnahmen in ganz Bayern ergänzt. Weiterführende Informationen zur Bayerischen Impfwoche stehen auf der Website des Bayerischen Gesundheitsministeriums zur Verfügung.

Veranstaltungshinweis

Am Mittwoch, 8. Juli findet ein kostenfreies Online-Angebot für Eltern statt. Fachexperten des BZKF beantworten anonym alle Fragen zum Thema HPV-Impfung: https://bzkf.de/aktuelles/news-detail-1/unsicher-bei-der-hpv-impfung-425/

Impfempfehlung

i Die HPV-Impfung wird von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, in Arztpraxen der Kinder- und Jugendmedizin, Allgemeinmedizin, Urologie oder Gynäkologie durchgeführt. Eine Impfempfehlung besteht für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren, da die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt am wirksamsten ist. Jugendliche, die in diesem Alter nicht geimpft wurden, sollten die Impfung so bald wie möglich, spätestens jedoch vor dem 18. Geburtstag, nachholen. Auch für Erwachsene kann eine HPV-Impfung nach individueller ärztlicher Beratung sinnvoll sein, da diese sie vor HP-Virustypen schützen kann, mit denen noch kein Kontakt bestand. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an.
Kostenfreies Informationsmaterial für Interessierte und Praxen: https://bzkf.de/behandlung/praevention/hpv-impfkampagne/ 

 

Pressemitteilung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) vom 06.07.2026
 

Bayern Gesundheitsministerin Judith Gerlach bei einem Gespräch mit einem Mann. Im Hintergrund sieht man eine Fahne und Münchens Kirche.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP
Ministerin Judith Gerlach mit Vertretern am Informationsstand der Bayerischen Impfwoche HPV.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP
Geöffnete Hände mit bunten Noppenbällen.
Auftakt der 8. Bayerischen Impfwoche mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. © StMGP

Kardioneuroablation – neues Therapieangebot bei langsamem Herzschlag

Patientinnen und Patienten mit plötzlichen Herzschlagpausen, Ohnmachtsanfällen oder einem dauerhaft zu langsamen Puls mussten bislang häufig mit einem Herzschrittmacher versorgt werden. Am Uniklinikum Würzburg steht seit diesem Frühjahr mit der Kardioneuroablation nun ein innovatives Katheterverfahren zur Verfügung, das in ausgewählten Fällen eine Alternative zur Schrittmacher-Implantation sein kann.

 

Graphik in 3D-Darstellung eines linken Herzovorhofs.
In der 3D-Darstellung des linken Herzvorhofs kennzeichnen die violett markierten Bereiche Regionen mit Nervengeflechten des parasympathischen Nervensystems. Die runden violetten Markierungen zeigen das rechte obere Nervengeflecht. Die roten Punkte markieren Stellen, an denen während des Eingriffs gezielt Gewebe verödet wurde, um krankhafte elektrische Signale zu unterbrechen und die Aktivität der Nervengeflechte zu beeinflussen. © UKW

Würzburg. Das Herz wird in seiner eigenen elektrischen Aktivität vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Insbesondere der sogenannte Parasympathikus – oft auch als „Ruhenervensystem“ bezeichnet – kann den Herzschlag verlangsamen. Bei manchen Menschen geschieht dies situativ so stark, dass es zu ausgeprägten Pulsverlangsamungen, Herzschlagpausen oder sogar Ohnmachtsanfällen kommt. Man spricht dann von bradykarden Herzrhythmusstörungen.

Für diese Patientinnen und Patienten bietet das Uniklinikum Würzburg (UKW) seit diesem Frühjahr die Kardioneuroablation an – ein modernes elektrophysiologisches Verfahren, das gezielt in die nervale Steuerung des Herzens eingreift. Dabei werden bestimmte Nervenknotenpunkte – sogenannte Ganglien – verödet, die den bremsenden Einfluss des Parasympathikus auf das Herz vermitteln. Ziel ist es, die Herzfrequenz dauerhaft zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern. 

„Die Kardioneuroablation eröffnet ausgewählten Patientinnen und Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit, bei denen bislang häufig nur die Implantation eines Herzschrittmachers infrage kam“, erläutert Prof. Dr. Thomas Fischer. Der Leiter der interventionellen Elektrophysiologie an der Medizinischen Klinik I des UKW fährt fort: „Insbesondere jüngere Betroffene können von diesem Verfahren profitieren, wenn ihre Beschwerden durch eine übermäßige Aktivität des Parasympathikus verursacht werden.“

Wenn das Nervensystem das Herz ausbremst

Anders als bei klassischen Ablationsverfahren, die vor allem schnelle Herzrhythmusstörungen behandeln, richtet sich die Kardioneuroablation gezielt gegen die Ursachen bestimmter langsamer Herzrhythmusstörungen. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählen wiederkehrende Ohnmachtsanfälle (Synkopen), plötzliche Herzschlagpausen sowie ein dauerhaft zu langsamer Herzschlag, der Beschwerden wie Schwindel, Leistungsminderung oder Erschöpfung verursacht. 

Voraussetzung ist eine sorgfältige Diagnostik, um festzustellen, ob die Beschwerden tatsächlich durch eine übermäßige parasympathische Steuerung des Herzens ausgelöst werden.

Hochauflösende Bildgebung ermöglicht präzise Therapie

Für die Planung des Eingriffs nutzt das UKW modernste Bildgebungstechnologien. Mithilfe eines hochauflösenden Photonen-Computertomographen werden die Bereiche sichtbar gemacht, in denen sich die relevanten Nervengeflechte befinden. Diese Bilddaten werden anschließend mit einer während des Eingriffs erstellten Landkarte des Herzens fusioniert. Dadurch können die Ärztinnen und Ärzte die Zielregionen präzise lokalisieren und behandeln. 

Der Eingriff erfolgt über Katheter, die über die Leistenvene zum Herzen vorgeschoben werden. Der Zugangsweg ähnelt dem einer Ablation bei Vorhofflimmern. Die zu behandelnden Nervengeflechte liegen überwiegend im linken Vorhof sowie im Übergangsbereich zwischen rechtem und linkem Vorhof. Nach der Verödung nimmt der hemmende Einfluss des Parasympathikus ab, wodurch sich die Herzfrequenz dauerhaft erhöhen kann. Das Risiko des Eingriffs gilt als gering. 

„Die Kardioneuroablation ersetzt den Herzschrittmacher nicht grundsätzlich“, betont Fischer. „Sie ermöglicht es uns aber, bestimmten Patientinnen und Patienten eine individuellere Behandlung anzubieten.“ Mit der Einführung des Verfahrens baut das UKW sein Spektrum in der modernen Herzrhythmusmedizin weiter aus und gehört zu den wenigen Zentren, die diese noch vergleichsweise junge Therapieform in Deutschland anbieten.

Text: Pressestelle / UKW
 

Graphik in 3D-Darstellung eines linken Herzovorhofs.
In der 3D-Darstellung des linken Herzvorhofs kennzeichnen die violett markierten Bereiche Regionen mit Nervengeflechten des parasympathischen Nervensystems. Die runden violetten Markierungen zeigen das rechte obere Nervengeflecht. Die roten Punkte markieren Stellen, an denen während des Eingriffs gezielt Gewebe verödet wurde, um krankhafte elektrische Signale zu unterbrechen und die Aktivität der Nervengeflechte zu beeinflussen. © UKW

ADHS bei Kindern und Erwachsenen: Gesundheitsforum mit Prof. Dr. Marcel Romanos

Online-Veranstaltung der SZ am 8. Juli um 19.30 Uhr / Anmeldung nötig

Experte beim Gesundheitsforum am 8. Juli: Prof. Dr. Marcel Romanos vom Universitätsklinikum Würzburg. Foto: Johannes Kiefer
Experte beim Gesundheitsforum am 8. Juli: Prof. Dr. Marcel Romanos vom Universitätsklinikum Würzburg. Foto: Johannes Kiefer

Würzburg/München. Prof. Dr. Marcel Romanos, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) nimmt am kommenden Mittwoch (8. Juli) als Experte teil beim Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung. Bei der Online-Veranstaltung ab 19.30 Uhr geht es um ADHS bei Kindern und Erwachsenen. Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) gehört seit vielen Jahren zu den Schwerpunktthemen von Prof. Romanos in Klinik und Forschung. Weitere Teilnehmerinnen sind Prof. Dr. Alexandra Philipsen (Universitätsklinikum Bonn) und die Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie sowie Psychologische Psychotherapeutin Dr. Astrid Neuy-Lobkowicz. Moderiert wird das Gesundheitsforum von Dr. Christina Berndt, Leitende Redakteurin im Ressort Wissen der Süddeutschen Zeitung.

Hinweise zur Teilnahme und weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Experte beim Gesundheitsforum am 8. Juli: Prof. Dr. Marcel Romanos vom Universitätsklinikum Würzburg. Foto: Johannes Kiefer
Experte beim Gesundheitsforum am 8. Juli: Prof. Dr. Marcel Romanos vom Universitätsklinikum Würzburg. Foto: Johannes Kiefer

Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf

Würzburger Studie zeigt: Mechanismen der Schmerzrückbildung verlaufen im Spinalganglion geschlechtsspezifisch

Die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AG stehen draußen, die dritte von links ist Felicitas Schlott mit einem gebastelten Doktorhut in der Hand
Mitglieder der AG Blum von der Neurologischen Klinik und Poliklinik am UKW anlässlich der Promotionsverteidigung von Felicitas Schlott: v.l.n.r. Dongdong Sun, Maximilian Koch (jetzt SysMed), Felicitas Schlott, Robert Blum, Annemarie Sodmann, Saskia Moritz und Niels Köhler. © privat / Felicitas Schlott
Gewebeschnitte mit Markierung und Segmentierung auf schwarzem Hintergrund. Zusammenstellung für Cover-Vorschlag der Print-Ausgabe.
Das Bild zeigt repräsentative Gewebeschnitte von Hinterwurzelganglien (DRG) und hebt durch Markierung und Segmentierung die große, natürliche Variabilität im Aussehen der Schnitte hervor. Neuronen sind grau, Makrophagen gelb und reaktive Satelliten-Gliazellen rot markiert - die Neuronen männlicher Tiere sind in Cyan und die Neuronen weiblicher Tiere in Magenta segmentiert. © Felicitas Schlott und Annemarie Sodmann / UKW
Drei mikroskopische Bilder, die die Studie zusammenfassen - von der Verletzung in den Schmerz und Schmerzauflösung. Makrophagen besetzen Raum zwischen Neuron und Gliazelle und verlassen den Raum bei der Schmerzauflösung wieder.
In einem Tiermodell der natürlichen Schmerzrückbildung zeigen lokale Makrophagen und Satellitengliazellen eine ausgeprägte Dynamik. Auf der hochauflösenden Aufnahme ist eine funktionelle Einheit im Spinalganglion (DRG) einer weiblichen Ratte zu sehen, bestehend aus sensorischen Neuronen (cyan), Satellitengliazellen (rot) und lokalen Makrophagen (gelb). Die Makrophagen übernehmen wichtige Aufgaben der Immunabwehr und tragen zur Regulation der Gewebeumgebung bei.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Robert Blum am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) untersuchte das Spinalganglion (DRG) bei männlichen und weiblichen Ratten nach einer Nervenverletzung sowie während der Schmerzrückbildung. Dabei fanden die Forschenden heraus, dass die Mechanismen der Schmerzrückbildung geschlechtsspezifisch sind, obwohl die unmittelbare Reaktion auf die Verletzung weitgehend gleich ist. Bei weiblichen Tieren blieben Immunreaktionen, insbesondere die Aktivität von Makrophagen länger bestehen. Bei den männlichen Tieren hingegen zeigten die Satellitengliazellen eine anhaltendere Aktivierung. In beiden Geschlechtern erfolgt die Schmerzrückbildung entgegen bisheriger Vermutungen ohne Verlust von Nervenzellen oder Gewebe. Besonders überraschend war, dass hunderte Gene geschlechtsspezifisch reguliert waren.

Würzburg. „Was Schmerz ist und wie er entsteht, wissen wir schon recht gut. Aber wie löst er sich wieder auf? Was passiert genau im zentralen Knotenpunkt, dem Spinalganglion, wo die Schmerzsignale aus den verletzten peripheren Nerven empfangen und über das Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet werden?“, fragt Prof. Dr. Robert Blum. Der Molekular- und Zellbiologe der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) hat sich mit seiner Arbeitsgruppe im Rahmen der Klinischen Forschungsgruppe KFO5001 diese Schlüsselstelle für die Schmerzverarbeitung, auch DRG für Dorsal Root Ganglion genannt, genauer angeschaut. Konkret machte sein Team eine Bestandsaufnahme der molekularen und zellulären Ebenen im gesunden Zustand, in der akuten Schmerzphase und in der sogenannten Resolution, also der Phase, in der sich der Schmerz auf natürliche Weise mindestens halbiert hat.

KI-gestützte Analyse des dorsalen Wurzelganglions

Für ihre Studie nutzten die Forschenden ein etabliertes Rattenmodell für neuropathische Schmerzen, das die Arbeitsgruppe seit vielen Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Heike Rittner, Inhaberin des Lehrstuhls für Schmerzmedizin, und Prof. Dr. Alexander Brack aus der Anästhesiologie, untersucht. In diesem Modell wird der Ischiasnerv verletzt. Anders als in vielen anderen Modellen bilden sich die Schmerzzeichen jedoch im Verlauf der Zeit wieder zurück. 

Sieben Tage beziehungsweise fünf Wochen nach der Nervenverletzung entnahmen die Forschenden die DRGs. Jedes Ganglion wurde in mehr als 100 hauchdünne Gewebeschnitte zerlegt, auf Objektträger aufgebracht und mit Antikörpern gefärbt, die gezielt Nervenzellen, Satellitengliazellen sowie Makrophagen, die „Fresszellen“ der Immunzellen, sichtbar machen. Anschließend wurden die Präparate mikroskopisch erfasst.

„Insgesamt hatten wir etwa 7500 vierkanalige Mikroskopiebilder, also rund 30.000 Einzelbilder der unterschiedlichen Zelltypen. Die kann natürlich kein Mensch objektiv auswerten“, sagt Robert Blum. Daher kam hier eine künstliche Intelligenz (KI)-Anwendung ins Spiel, die die Arbeitsgruppe gezielt für die Analyse des DRG trainiert hatte. Das Verfahren basiert auf Deep Learning. Dabei werden künstliche neuronale Netzwerke auf Bildeigenschaften trainiert, um anschließend eine große Anzahl von Bildern objektiv auszuwerten.

So konnte die Arbeitsgruppe erstmals ein Gesamtbild davon erstellen, wie sich die Zellen rund um die Neurone in den Phasen verteilen, in denen der Schmerz am stärksten ist oder sich in der Auflösung befindet. Und dieses Gesamtbild sorgte für einige Überraschungen. Denn entgegen der langjährigen Annahme werden die Nervenzellen im DRG nicht aussortiert, sondern bleiben weitgehend erhalten. Stattdessen werden vor allem die Zellaktivität sowie die räumliche Anordnung der umliegenden Zellen dynamisch verändert- und das unterschiedlich bei weiblichen und männlichen Tieren. 

Makrophagen wandern in der Schmerzphase zu den Neuronen hin 

Makrophagen setzen beispielsweise in der akuten Schmerzphase entzündliche Botenstoffe frei, welche die sogenannten Nozizeptoren leichter auf Reize reagieren lassen. Dadurch wird die Schmerzwahrnehmung erhöht. Zunächst wandern die Makrophagen ganz nahe an die Oberfläche der Neurone und verdrängen dabei die Satellitengliazellen, die dort eigentlich sitzen. Wenn sich der Schmerz auflöst, wandern die Immunzellen aus diesem interzellulären Raum wieder heraus. 

Viele gehen davon aus, dass sich auch die Satellitengliazellen in eine Art Makrophagen-artige Immunzelle umprogrammieren. „Doch wir können in hoher Auflösung belegen, dass es sich um zwei verschiedene Zelltypen handelt. Die Makrophagen wandern in der Schmerzphase zwischen Neuron und Satellitenglia und wieder heraus. Dies kann sich jeder anschauen“, sagt Dr. Annemarie Sodmann. Die Neurobiologin und Mitautorin hat sich zur Expertin für die Auswertung komplexer Biologiedaten entwickelt und die vielen Bilder in einer öffentlich verfügbaren Streamlit-App veranschaulicht.

Bei Weibchen bleiben die Makrophagen länger aktiv

Eine weitere Überraschung zeigte sich bei der geschlechterspezifischen Auswertung. Es scheint, als würden Männchen und Weibchen den Schmerz biologisch unterschiedlich verarbeiten. Bei den männlichen Ratten sind die Makrophagen etwas flexibler und verschwinden schneller von der Neuronenoberfläche. Bei den weiblichen Ratten waren die Makrophagen hingegen auch nach fünf Wochen noch deutlich an den Neuronen zu sehen. Das heißt, die Immunantwort scheint beim Weibchen länger aktiv zu sein. Interessant ist jedoch, dass beide Geschlechter zum gleichen Endpunkt kommen: Der Schmerz löst sich zum gleichen Zeitpunkt auf, allerdings mit unterschiedlichen Mustern. 

Bei Männchen hält Kontakt zwischen Satellitengliazellen und Neuronen länger an 

Für Erstautorin Felicitas Schlott war der klare Unterschied in der glialen Reaktion die größte Überraschung. Beim DRG, im peripheren Nervensystem umschließen Satellitengliazellen die Zellkörper der sensorischen Neurone wie eine „Hülle“ und beeinflussen deren Aktivität. Das heißt, sie können die Schmerzsignale verstärken. In der akuten Schmerzphase war der Aktivierungsmarker der Satellitengliazellen (GFAP) ähnlich hoch bei den männlichen und weiblichen Tieren. Bei den Männchen hielt jedoch die Aktivierung länger an. 

„Es gab zwar bereits Hinweise darauf, dass Immunparameter in beiden Geschlechtern unterschiedlich reguliert sind, doch diese ausgeprägte inverse Reaktion zwischen Makrophagen und Satellitengliazellen ist äußerst spannend“, sagt Felicitas Schlott. Das Projekt war auch Thema ihrer Dissertation, die sie kürzlich erfolgreich verteidigte. 

Differentiell exprimierte Gene bestätigen geschlechtsspezifische Programme

Um eine zweite Evidenz zu schaffen bestimmte das Team gemeinsam mit der Core Unit Systemmedizin der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg und des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) des UKW das komplette Transkriptom, also die Gene, die im gesamten DRG-Gewebe exprimiert werden. „Die zentralen Mechanismen der Schmerzverarbeitung sind evolutiv konserviert und somit bei beiden Geschlechtern sehr ähnlich. Wir gehen davon aus, dass die beobachteten Unterschiede bei der Schmerzrückbildung auf subtile biologische Unterschiede zurückzuführen sind, beispielsweise auf die geschlechtsspezifische Zellverteilung im DRG oder die Regulation bestimmter Gengruppen“, erläutert Robert Blum.

Während der akuten Schmerzphase waren die Gene, die während der Schmerzentwicklung massiv hochreguliert wurden, zwischen den Geschlechtern weitgehend ähnlich. In der Schmerzrückbildung nahmen diese Überlappungen jedoch ab und es zeigten sich neue, relevante Gene. 

„Ich hätte nicht gedacht, dass einzelne Gene so durch die Decke gehen“, sagt Robert Blum. „Demnach ist die Schmerzrückbildung keine Umkehr der Verletzung, also keine Rückkehr zum Originalzustand, sondern ein ganz neues genetisches und geschlechtsspezifisches Programm.“

Insgesamt zeige die Studie laut Felicitas Schlott, dass das Geschlecht in der zellulären und molekularen Schmerzbiologie eine viel größere Rolle als bislang angenommen. „Die ganz grundlegenden biologischen Ursachen dieser Unterschiede sind jedoch sowohl beim Menschen als auch bei Tieren viel zu wenig untersucht.“

Relevanz für zukünftige personalisierte Schmerzmedizin

Für die Schmerzforschung könnten die in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlichen Erkenntnisse ein Schritt sein, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Schmerzverarbeitung breiter zu betrachten. Denn die Bestandsaufnahme zeigt, dass die Schmerzrückbildung ein multizellulärer, multikategorialer und sexspezifischer Prozess ist, der interpretiert werden müsse. Blum beschreibt die biologischen Prozesse bei der Auflösung von Schmerzen als ein selbstoptimierendes, vielleicht chaotisches Oszillieren vieler Faktoren, die alle zu einem Ziel führen. Er vergleicht diesen Prozess mit einem Bienenschwarm, bei dem das Flugmuster einer Biene zwar chaotisch aussieht, bei dem aber alle Bienen in eine Richtung fliegen. Es mache daher auch keinen Sinn, sich eine Biene oder einen Faktor herauszupicken und diesen auszuschalten, um die Auflösung voranzutreiben. 

Nun gilt es zunächst zu prüfen, ob die in der Studie beschriebenen Veränderungen im DRG auch auf den Menschen übertragbar sind. Dazu sollen systemische Parameter aus Blutproben von Menschen mit dem Tiermaterial verglichen werden. Ein weiterer Schritt, den Annemarie Sodmann mit der Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe plant, ist die Übertragung dieser neuen Erkenntnisse in die Regenerativmedizin: Lässt sich die Auflösung von neuropathischen Schmerzen mit der Reparatur von Nervenschäden fördern? Und löst dies auch die geschlechtsspezifischen genetischen und zellulären Programme der Schmerzrückbildung aus?

Publikation: Felicitas Schlott, Beate Hartmannsberger, Thorsten Bischler, Tom Gräfenhan, Alexander Brack, Heike L. Rittner, Annemarie Sodmann, Robert Blum. Sex-specific molecular and cellular phenotypes during resolution of neuropathic pain in dorsal root ganglia. Cell Reports. Volume 45, Issue 6, 2026, 117442, ISSN 2211-1247, https://doi.org/10.1016/j.celrep.2026.117442.

Info DRG: Spinalganglien, auch bekannt als DRG für dorsal root ganglia, sind Ansammlungen von sensorischen Nervenzellkörpern, die sich an der hinteren (dorsalen) Nervenwurzel befinden, kurz bevor diese in das Rückenmark eintritt. Die Neuronen der DRGs empfangen Reize über ihre peripheren Fortsätze und leiten sie über zentrale Axone an das Rückenmark weiter. Die DRGs spielen also eine zentrale Rolle bei der Weiterleitung von Schmerzsignalen vom peripheren zum zentralen Nervensystem, über das Rückenmark bis ins Gehirn. Sie sind die erste Station im Nervensystem, an der Schmerzreize verarbeitet und weitergeleitet werden – eine Schlüsselstelle für das Verständnis, die Diagnose und die Therapie von Schmerzerkrankungen.

 

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Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AG stehen draußen, die dritte von links ist Felicitas Schlott mit einem gebastelten Doktorhut in der Hand
Mitglieder der AG Blum von der Neurologischen Klinik und Poliklinik am UKW anlässlich der Promotionsverteidigung von Felicitas Schlott: v.l.n.r. Dongdong Sun, Maximilian Koch (jetzt SysMed), Felicitas Schlott, Robert Blum, Annemarie Sodmann, Saskia Moritz und Niels Köhler. © privat / Felicitas Schlott
Gewebeschnitte mit Markierung und Segmentierung auf schwarzem Hintergrund. Zusammenstellung für Cover-Vorschlag der Print-Ausgabe.
Das Bild zeigt repräsentative Gewebeschnitte von Hinterwurzelganglien (DRG) und hebt durch Markierung und Segmentierung die große, natürliche Variabilität im Aussehen der Schnitte hervor. Neuronen sind grau, Makrophagen gelb und reaktive Satelliten-Gliazellen rot markiert - die Neuronen männlicher Tiere sind in Cyan und die Neuronen weiblicher Tiere in Magenta segmentiert. © Felicitas Schlott und Annemarie Sodmann / UKW
Drei mikroskopische Bilder, die die Studie zusammenfassen - von der Verletzung in den Schmerz und Schmerzauflösung. Makrophagen besetzen Raum zwischen Neuron und Gliazelle und verlassen den Raum bei der Schmerzauflösung wieder.
In einem Tiermodell der natürlichen Schmerzrückbildung zeigen lokale Makrophagen und Satellitengliazellen eine ausgeprägte Dynamik. Auf der hochauflösenden Aufnahme ist eine funktionelle Einheit im Spinalganglion (DRG) einer weiblichen Ratte zu sehen, bestehend aus sensorischen Neuronen (cyan), Satellitengliazellen (rot) und lokalen Makrophagen (gelb). Die Makrophagen übernehmen wichtige Aufgaben der Immunabwehr und tragen zur Regulation der Gewebeumgebung bei.