Aktuelle Pressemitteilungen

Infoaktion zum Themenkreis „Autoimmunerkrankungen und Ernährung“

Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung verdeutlichen Diätassistentinnen und Ökotrophologinnen des Uniklinikums Würzburg am Donnerstag, 5. März 2026 auf einer Infofläche im Zentrum für Innere Medizin die Zusammenhänge zwischen Autoimmunerkrankungen und Ernährung.

Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt.
Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt. © Pixabay

Würzburg. Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. macht seit 1998 jedes Jahr im März mit einem Aktionstag auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung aufmerksam. In diesem Jahr stehen die Verbindungen zwischen Autoimmunerkrankungen und Ernährung im Mittelpunkt. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) nimmt das Thema auf und bietet am Donnerstag, 5. März 2026, auf einer Infofläche Schautafeln, ein Wissensspiel sowie Broschüren und Materialien zum Mitnehmen an. Außerdem gibt es antientzündliche Snacks zur Verkostung.

Die Aktion findet zwischen 10:00 und 16:00 Uhr nahe der Cafeteria „Insel“ im Erdgeschoss des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße statt. Initiiert, organisiert und durchgeführt wird sie von Diätassistentinnen und Ökotrophologinnen des UKW, die auch für individuelle Gespräche zur Verfügung stehen.

Antientzündliche Ernährung bei vielen Autoimmunerkrankungen vorteilhaft

Zum Hintergrund: In Deutschland leiden rund neun Prozent der Bevölkerung an einer der vielen Autoimmunerkrankungen – Tendenz steigend. Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen zählen Hashimoto-Thyreoiditis, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Zöliakie und Lupus erythematodes. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, doch genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und der Lebensstil spielen eine bedeutende Rolle. Lebensmittel können Einfluss auf den Verlauf und die Symptome von Autoimmunerkrankungen haben. Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung kann dabei helfen, das Immunsystem zu regulieren, Entzündungen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Sie kann ein wichtiger Teil der ganzheitlichen Behandlung sein. Bei bestimmten Erkrankungen, wie bei der Zöliakie, ist sogar eine strikte – in diesem Fall glutenfreie – Ernährung unerlässlich, da Gluten Entzündungsprozesse im Darm auslöst.

Text: Pressestelle / UKW
 

Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt.
Beim Tag der gesunden Ernährung stehen antientzündliche Lebensmittel im Mittelpunkt. © Pixabay

KIPS: KI-basierte Patientensimulation in der Lehre

Universitätsklinikum Würzburg startet mit KIPS ein Leuchtturmprojekt

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) festigt seine Position als Innovationstreiber in der medizinischen Ausbildung und startet das Projekt „KIPS” (KI-basierte Patientensimulation). In einer multizentrischen Kooperation zwischen dem Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW, der Technischen Universität München (TUM) am Campus Heilbronn sowie Experten für medizinische KI vom Inselspital Bern (Schweiz) wird eine skalierbare Trainingsplattform auf Basis von Large Language Models (LLMs) entwickelt. Mit KIPS sollen Studierende die Gelegenheit erhalten, ihre Kommunikationsfertigkeiten zu trainieren und gleichzeitig die klinische Entscheidungsfindung schulen. 

Würzburg / Heilbronn / Bern. Simulierte Patientengespräche sind ein fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Dabei schlüpfen Schauspielpersonen die Rolle von Patientinnen und Patienten und führen Konsultationsgespräche mit Medizinstudierenden. Neben der medizinischen Gesprächsführung lernen die Studierenden, Empathie zu zeigen, aktiv zuzuhören und nonverbale Signale zu deuten. Sie üben, auf unterschiedliche Persönlichkeiten, Emotionen und kulturelle Hintergründe einzugehen, und lernen, schwierige Situationen wie das Überbringen schlechter Nachrichten, Unsicherheit oder Konflikte professionell zu bewältigen. Zudem erhalten sie strukturiertes Feedback, das ihnen hilft, ihr eigenes Auftreten zu reflektieren und kontinuierlich zu verbessern. Das Training mit menschlichen Schauspielenden ist jedoch kostenintensiv und schwer skalierbar.

Vom Hackathon zum Forschungsprojekt

Das Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am UKW stellte sich deshalb die Frage: „Kann KI das Arzt-Patienten-Gespräch trainieren?” Hacker, die sich im März 2025 zum zweiten Healthcare-Hackathon in Würzburg versammelten, suchten nach einer Antwort. Innerhalb von 24 Stunden entwickelte ein interdisziplinäres Team im Zentrum für Digitale Innovationen (ZDI) einen Proof of Concept, der das Potenzial generativer KI für die medizinische Gesprächsführung aufzeigte. Mithilfe fortgeschrittener Methoden der Spracherkennung und -wiedergabe sowie eines speziell modifizierten Large Language Models (LLM) kam man einem Arzt-Patienten-Gespräch auf der verbalen Ebene bereits sehr nahe. Das formalisierte Projekt KIPS (KI-basierte Patientensimulation) überführt diesen Prototypen nun in eine wissenschaftlich validierte Lehranwendung zur systematischen Vermittlung ärztlicher Gesprächsführung. 

Simulation in der medizinischen Ausbildung braucht neue Ideen und moderne Werkzeuge. Dass Studierende mit virtuellen Patientinnen und Patienten echte Gespräche führen können, war bislang nicht möglich. Genau hier setzt unser Projekt an“, sagt Prof. Dr. Sarah König, Leiterin des Instituts für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung.

Objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur ist Alleinstellungsmerkmal

Ein Large Language Model (LLM) ist ein System der künstlichen Intelligenz, das darauf trainiert ist, Sprache zu verstehen, zu verarbeiten und zu erzeugen. Im Rahmen von KIPS kann es daher realistische Arzt-Patienten-Dialoge in Echtzeit simulieren. Die KI übernimmt dabei die Rolle des Patienten, reagiert auf verbale Eingaben der Studierenden und generiert anschließend ein objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal. 

Neu ist zudem der longitudinale Aufbau: Studierende können die virtuellen Patienten innerhalb eines stationären Aufenthaltes über mehrere Visiten hinweg begleiten und die Auswirkungen von Maßnahmen, wie etwa die Anordnung eines neuen Medikaments, erkennen und reflektieren. 

„Bei KIPS geht es nicht darum, Gespräche mit (Schauspiel-)Patienten in der medizinischen Ausbildung zu ersetzen – diese werden immer die wichtigste Säule des Anamnesetrainings bleiben. Wir wollen jedoch aufzeigen, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Technologie bietet, insbesondere in Bezug auf Skalierbarkeit, strukturiertes Gesprächsfeedback und das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns“, erklärt Alexander Zamzow, ärztlicher Projektleiter „KIPS“ an der Lehrklinik Würzburg, die didaktische Innovation. 

Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen

Die Relevanz kompetenter Gesprächsführung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die ärztliche Tätigkeit, sondern auf alle akademischen und nicht-akademischen Gesundheits- und Heilberufe. Daher ist im weiteren Projektverlauf eine Erweiterung des Trainingsangebots für zusätzliche Berufsgruppen vorgesehen. So soll das System beispielsweise an die Bedürfnisse der Hebammenwissenschaft angepasst werden, um auch in diesem Bereich frühzeitig interprofessionelle Synergien zu entwickeln.

Maßgebliche Förderung durch die Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp

Die Realisierung dieses zukunftsweisenden Vorhabens am Standort Würzburg wird durch eine Förderung der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp ermöglicht. „Wir unterstützen die wirkungsvolle Nutzung von KI in der medizinischen Anwendung und allen voran in der Ausbildung, weil wir hier sehr große Chancen sehen, schnell und flächendeckend erhebliche Fortschritte umzusetzen. Gerade KIPS ist ein Paradebeispiel für Geschwindigkeit und kompetente Innovation“, erläutert Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. Parallel dazu wird der Projektarm am Campus Heilbronn durch den TUM Incentive Fund gefördert. Diese Unterstützung unterstreicht die Relevanz des Projekts für die ärztliche Qualifizierung über die Region hinaus. Im Januar 2026 startete das Projekt mit der Weiterentwicklung des Prototypen, gefolgt von einer Pilotstudie zur Evaluation der Nutzbarkeit und des Trainingserfolgs im Herbst 2026.

Collage einer Gesprächssituation- links ein Student, rechts die Ansicht des Monitors mit KI-Patient und Benutzeroberfläche mit Gesprächsstruktur und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten.
Im Projekt KIPS führen Studierende die Gespräche vor einem PC, Tablet oder Smartphone mit virtuellen Patientinnen und Patienten, die den Eindruck erwecken, per Video zugeschaltet zu sein. © Projekt KIPS / Alexander Zamzow

Personalia vom 10. Februar 2026 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

In der ersten Direktoriumssitzung des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde Prof. Dr. Oliver Kurzai, Leiter des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie, zum Präsidenten des BZI Bayern gewählt. Er übernimmt damit eine zentrale Rolle in der strategischen Weiterentwicklung des Zentrums und in der Koordination der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Forschung, klinischer Versorgung und öffentlichem Gesundheitsdienst. Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Inhaberin des Lehrstuhls für Krankenhaushygiene, wurde zur Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) gewählt wurde. BaySurv ist einer von mehreren Programmbereichen des BZI und befasst sich mit der kontinuierlichen Überwachung relevanter Erreger unter Einsatz moderner molekularer und datenbasierter Methoden. Mehr Infos zum BZI: https://www.bzi-bayern.de/ 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 10. Februar 2026

 

KI-Patientinnen und -Patienten für die Ausbildung in Psychotherapie

Am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie entsteht ein virtueller Übungsraum, in dem Studierende therapeutische Gespräche mit einem KI-generierten Gegenüber trainieren können.

Patientinnen-Simulation in Virtueller Realität.
Dr. Daniel Gromer, Dr. Isabel Neumann und Dr. Sabrina Gado (von links) arbeiten an einer Patientinnen-Simulation in Virtueller Realität. (Bild: Cathrin Paulsen / Universität Würzburg)

Ein Raum, ein Stuhl, ein Gegenüber. Die Stimme klingt bestimmt, vielleicht auch etwas besorgt: „Ich will nicht zurück in alte Muster“, sagt die Patientin. Ihr gegenüber sitzt ein angehender Psychotherapeut. Doch die Frau vor ihm existiert nicht wirklich, sie ist eine Simulation aus Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität.

Neuer Master bringt neue Anforderungen für die Lehre

Im Zuge der Reform der Psychotherapieausbildung ist an der Universität Würzburg ein neuer Masterstudiengang entstanden, an den sich – nach erfolgreichem Abschluss – direkt die Approbationsprüfung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten anschließen lässt. Diese Veränderung hat dazu geführt, dass die Lehre, etwa das Training psychotherapeutischer Interaktionen, deutlich praxisorientierter gestaltet sein muss.

Bislang wurde dabei hauptsächlich auf Rollenspiele mit Schauspielerinnen und Schauspielern oder Mitstudierenden gesetzt. Beide Varianten sind jedoch mit Herausforderungen verbunden: Sie sind entweder kosten- und betreuungsintensiv oder stoßen bei der authentischen Darstellung belastender Situationen oder bestimmter Personengruppen an ihre Grenzen.

KI-Patientinnen und -Patienten für authentische Interaktionen

An einer kreativen Lösung für diese Herausforderung experimentiert ein Lehrprojekt am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie: „Die Studierenden bekommen eine VR-Brille auf, mit der sie in einen virtuellen Therapieraum versetzt werden. Ihnen gegenüber sitzt eine virtuelle Person. Sie bekommen dann eine bestimmte Aufgabe für das therapeutische Gespräch. Sie sollen zum Beispiel abklären, was für eine Problematik die Person mitbringt.“, erklärt Dr. Daniel Gromer, einer der Projektleiter.

Das Besondere: Die Antworten der Patientinnen und Patienten folgen keiner vorprogrammierten Antwortkette, sondern reagieren auf Grundlage eines detaillierten Prompts auf das, was die Studierenden in das Gespräch einbringen. „Die Idee ist, glaubwürdige, authentische soziale Interaktionen darzustellen“, sagt Dr. Sabrina Gado, die den technischen Teil des Projekts leitet.

Zusammenspiel von Hard- und Software ist technisch komplex

Was die Studierenden sagen, wird über ein Mikrofon aufgenommen, in Text umgewandelt und an ein KI-Sprachmodell geschickt. Die generierte Textantwort wird anschließend wiederum in Sprache übersetzt und in der VR-Umgebung zusammen mit einer passenden Animation der sprechenden Person abgespielt.

Technisch ist das Vorhaben komplex, da die verschiedenen Hard- und Softwarekomponenten nahtlos ineinandergreifen und ständig an den neuen Stand der Technologie angepasst werden müssen. Finanziell gefördert wurde das Projekt von WueDive am Zentrum für wissenschaftliche Bildung und Lehre (ZBL).

Spielerischer Zugang kann die Angst vorm Scheitern nehmen

Aus psychotherapeutischer Sicht liegen für Projektleiterin Dr. Isabel Neumann die Vorteile auf der Hand: Studierende könnten denselben Fall mehrfach durchspielen und dabei unterschiedliche Gesprächsstrategien erproben. Außerdem fühlten sie sich mit generierten Gegenübern freier, auch mal Gesprächsstrategien außerhalb ihrer Komfort-Zone auszuprobieren. „VR erlaubt einen spielerischen Zugang“, bekräftigt Sabrina Gado, „und das kann die Angst vorm Scheitern nehmen.“

Darüber hinaus bietet das System die Möglichkeit, Interaktionen aufzuzeichnen und so Augenbewegungen, Stimmlage und sogar physiologische Reaktionen wie die Herzrate der Studierenden auszuwerten. Dazu erläutert Isabel Neumann: „Durch die Aufzeichnung kann ich im Nachhinein reflektieren, ob es vielleicht Themen gibt, die für mich unangenehm sind, wo ich zum Beispiel den Augenkontakt nicht halte. So kann ich mich langsam an die eigene Therapeutenpersönlichkeit herantasten.“

Perspektiven auch für andere Berufsgruppen

Langfristig stellt sich dem Entwicklungsteam die Frage, wie das System zugänglicher gestaltet werden kann: Lässt sich die Simulation neben der Variante in VR auch webbasiert realisieren? Eine Bildschirmversion wäre zwar weniger immersiv und ohne physiologische Messungen, dafür aber jederzeit auch von zu Hause zugänglich, so Daniel Gromer. Zudem ließe sich das zugrunde liegende KI-Modell auch auf andere Kontexte übertragen, etwa auf medizinische Anamnesegespräche oder anspruchsvolle Gesprächssituationen im Lehramtsberuf.

Ob virtuelle Patientinnen und Patienten die Ausbildung langfristig verändern werden, ist offen. Klar ist aber, dass sie den Möglichkeitsraum erweitern. Sie erlauben intensives Üben an äußerst vielfältigen Szenarien und neue Formen der Reflexion. Dabei soll die Technologie kein Ersatz sein, sondern die sonst in der Therapieausbildung stattfindenden Gespräche und Seminare ergänzen. Aktuell läuft bereits eine Testphase mit Studierenden.

Weblink

Projekt „Simulation psychotherapeutischer Interaktionen in VR mittels KI“

Kontakt

Dr. Sabrina Gado, Dr. Daniel Gromer und Dr. Isabel Neumann am Lehrstuhl für Psychologie I
Supervision des Projekts: Dr. Lea Hildebrandt, Prof. Dr. Matthias Gamer und Prof. Dr. Katja Bertsch

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 10. Februar 2026

Patientinnen-Simulation in Virtueller Realität.
Dr. Daniel Gromer, Dr. Isabel Neumann und Dr. Sabrina Gado (von links) arbeiten an einer Patientinnen-Simulation in Virtueller Realität. (Bild: Cathrin Paulsen / Universität Würzburg)

Erste DiGA für entzündlich-rheumatische Erkrankungen zugelassen

Die Axia-App bietet eine strukturierte Bewegungstherapie und schließt damit die Versorgungslücke bei axialer Spondyloarthritis (axSpA)

Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW

Würzburg. Für „Apps auf Rezept“ wurde bereits im Dezember 2019 mit dem Digitalen-Versorgungs-Gesetz (DVG) ein rechtlicher Rahmen geschaffen. Seitdem können vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüfte Apps und webbasierte Therapieprogramme ärztlich verordnet und von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. Die App richtet sich speziell an Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA), die früher auch als Morbus Bechterew bezeichnet wurde.

Mit studentischem Enthusiasmus, wissenschaftlicher Expertise und Einbindung von Patientinnen und Patienten zum Erfolg

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Würzburger Medizinstudierenden, der Rheumatologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) und der Selbsthilfeorganisation für axSpA. „Es verbindet studentischen Enthusiasmus, wissenschaftliche Expertise und die enge Einbindung der Patientinnen und Patienten auf besondere Weise, was seinen Erfolg erklärt“, erläutert Privatdozent Dr. Patrick-Pascal Strunz. Der Rheumatologe leitete die deutschlandweit randomisiert-kontrollierte klinische Studie, die eine signifikante Wirksamkeit der digitalen Therapiehilfe als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung zeigte. „Dass die Axia-App mit ihrer evidenzbasierten Bewegungstherapie nun analog zu einem Medikament durch Ärztinnen und Ärzte verordnungsfähig ist, ist ein bedeutender Meilenstein für die digitale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten mit axSpA. Damit wird eine bisherige Versorgungslücke geschlossen.“

Axia motiviert zu regelmäßiger Bewegung - ein zentraler Baustein der Therapie

Bei der axSpA handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und die Iliosakralgelenke betrifft und zu chronischen Rückenschmerzen führt. Neben entzündungshemmenden Medikamenten ist eine konsequente Bewegungs- und Physiotherapie eine der zentralen Säulen der leitliniengerechten Therapie. Im Versorgungsalltag kann diese jedoch häufig nicht ausreichend umgesetzt werden.

Verbesserte Beweglichkeit, weniger Schmerzen, mehr Lebensfreude

Axia unterstützt und motiviert die Patientinnen und Patienten effektiv dabei, ihre Behandlung aktiv mitzugestalten und regelmäßige Bewegung, die ein zentraler Baustein der Therapie ist, orts- und zeitunabhängig in den Alltag zu integrieren. Mithilfe der App konnten typische Krankheitssymptome wie Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit und Erschöpfung gelindert, die Beweglichkeit verbessert und die Lebensqualität deutlich gesteigert werden 

Den Studienteilnehmenden fielen alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Bücken oder längeres Gehen nach der Anwendung leichter. Viele von ihnen fühlten sich insgesamt aktiver, beweglicher und leistungsfähiger.

Patientenzentrierte Versorgungslösungen made in Würzburg

Die Zulassung ist nicht nur für die Patientinnen und Patienten ein Gewinn, sondern stellt auch einen großen Erfolg für die beteiligten Entwickler dar. Die Würzburger Medizinstudenten Maxime le Maire und Tobias Heusinger brachten gemeinsam mit dem Informatiker Robert Leppich im Rahmen ihres Start-ups Applimeda ihre Idee bis zur Marktreife. Dabei arbeiteten sie eng mit der Rheumatologie des UKW und der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) zusammen. 

Gemeinsam entwickelten sie mehr als 250 physiotherapeutisch angeleitete Übungsvideos, darunter sogenannte Alltagsroutinen. Dabei werden gezielte Dehn- oder Mobilisationsübungen in alltägliche Aktivitäten wie Zähneputzen oder Kaffeekochen integriert. Ein spielerisches Belohnungssystem mit Punkten, virtuellen Meilensteinen und dem Maskottchen „Bechto” sorgt zusätzlich für Motivation. Neben den Übungen umfasst die App auch informative Inhalte. In interaktiven Lernmodulen wird medizinisches Wissen zur Erkrankung sowie Tipps zu den Themen Ernährung, Medikamenteneinnahme, Begleiterkrankungen und Alltagserleichterungen vermittelt. Das Angebot wird durch Funktionen wie einen Symptom- und Medikamententracker, die Möglichkeit, Schrittzählerdaten einzubinden, sowie Entspannungsübungen ergänzt.

Zur axialen Spondyloarthritis (axSpA)

Der Begriff „axiale Spondyloarthritis“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „axial“ für Körperachse – hier vor allem Wirbelsäule und Kreuz-Darmbein-Gelenke –, „spondylo“ für Wirbel, „arthron“ für Gelenk und „itis“ für Entzündung zusammen. Es handelt sich also um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Gelenke, die vor allem die Wirbelkörper entlang der Körperachse betrifft. Sie tritt meist im jungen Erwachsenenalter, häufig vor dem 45. Lebensjahr, auf. Typisch sind schleichend beginnende, entzündliche Rückenschmerzen, die vor allem im Ruhezustand auftreten. In Deutschland sind schätzungsweise 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten sowie konsequenter Bewegung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.

Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW

1.800 Euro zugunsten krebskranker Kinder

Familie Hess unterstützt erneut die Elterninitiative Regenbogen

Scheckübergabe der Familie Hess aus Randersacker an Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Elterninitiative.
Scheckübergabe der Familie Hess aus Randersacker an Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Elterninitiative.

Mittlerweile ist es bei Familie Hess aus Randersacker Tradition, Freunde und Bekannte in der Adventszeit zum Wintergrillen einzuladen. Auch im vergangenen Jahr entschieden sie sich dazu, bei ihrer Veranstaltung auf die wichtige Arbeit der Elterninitiative Regenbogen aufmerksam zu machen und baten um Spenden für den Verein. Das Ergebnis der vergangenen Jahre konnte dieses Mal sogar übertroffen werden, insgesamt 1.800 Euro wurden in Form eines Spendenschecks an Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Elterninitiative, übergeben. Unter dem Motto „Die Diagnose können wir nicht ändern, aber das gesamte Umfeld positiv beeinflussen“ setzt sich die Elterninitiative Regenbogen für krebskranke Kinder und deren Familien ein. Das spendenfinanzierte Angebot des Vereins umfasst u.a. die familiengerechte Ausstattung der betreffenden Stationen an der Uni-Kinderklinik sowie die psychosoziale Betreuung von Familien während und nach der Therapie.

Das Wintergrillen und der gemeinnützige Gedanke dahinter kommen bei den Gästen so gut an, dass Familie Hess bereits die nächste Veranstaltung plant. Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich für die treue Unterstützung.

 

Pressemitteilung: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.

Scheckübergabe der Familie Hess aus Randersacker an Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Elterninitiative.
Scheckübergabe der Familie Hess aus Randersacker an Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Elterninitiative.

Tag der Ausbildung am Universitätsklinikum Würzburg

Einblicke in 18 Ausbildungsberufe am 13. Februar 2026

Verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten an der Uniklinik Würzburg
Einblicke in vielfältige Ausbildungsberufe bietet der Tag der Ausbildung am Universitätsklinikum Würzburg, der am 13. Februar 2026 stattfindet. © Salih Usta / UKW.

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) bietet jungen Menschen vielfältige berufliche Perspektiven: Insgesamt 18 Berufe können am Klinikum erlernt werden. Beim Tag der Ausbildung haben Interessierte die Möglichkeit, diese Ausbildungsangebote kennenzulernen. 

Am Freitag, 13. Februar 2026, lädt das UKW von 8:30 bis 16:00 Uhr Schülerinnen und Schüler sowie alle Ausbildungsinteressierten ein, das Klinikum zu besuchen und mehr über die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten zu erfahren. Auch Eltern sind herzlich willkommen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen persönliche Einblicke in die Ausbildungsberufe am UKW. Besucherinnen und Besucher können mit Auszubildenden, Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Mitarbeitenden ins Gespräch kommen, Fragen stellen und sich über Ausbildungsinhalte, Voraussetzungen und berufliche Perspektiven informieren. „Neben medizinischen Ausbildungsberufen bietet das UKW auch Ausbildungen in der Verwaltung, der IT, in technischen Bereichen, der Tierpflege oder der Küche an. Am 13. Februar stehen wir allen Schülerinnen und Schülern, Berufseinsteigenden und Angehörigen für einen offenen und lockeren Austausch zur Verfügung“, erklärt Stefanie Freiberg, Leiterin der Stabsstelle Ausbildung und Studium am UKW und Organisatorin der kostenlosen Veranstaltung.

Neben Informationen gibt es auch spannende und erlebbare Eindrücke aus den einzelnen Bereichen. So können die Besucherinnen und Besucher durch Mikroskope die faszinierende Welt der Zellen verfolgen oder mittels Virtual Reality an einer Operation teilnehmen.

Der Tag der Ausbildung bietet damit eine ideale Gelegenheit, das Universitätsklinikum Würzburg als Ausbildungsbetrieb aus nächster Nähe zu erleben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet im Zentrum für Operative Medizin (ZOM), Haus A1/A2 (Oberdürrbacher Straße 6, 97080 Würzburg), statt.

Weitere Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten am UKW.

 

 

Text: Annika Wolf / UKW

Verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten an der Uniklinik Würzburg
Einblicke in vielfältige Ausbildungsberufe bietet der Tag der Ausbildung am Universitätsklinikum Würzburg, der am 13. Februar 2026 stattfindet. © Salih Usta / UKW.