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Allgemeinmedizin kennt keine Grenzen

Prof. Dr. Anne Simmenroth bringt das europäische Netzwerk EURACT erstmals zum Council Meeting nach Würzburg. Im Mittelpunkt: Allgemeinmedizin in Studium und Weiterbildung und ihre Rolle im Gesundheitssystem

Teilnehmende stehen vor altem Gebäude auf dem Klostergelände der Erlöserschwestern
Am 15. Oktober kamen die ersten Delegierten der European Academy of Teachers in General Practice/Family Medicine (EURACT) zum dreitätigen Council-Meeting nach Würzburg. © Anne Simmenroth / UKW
Porträtbild von Anne Simmenroth vor Grünpflanzen im Büro
Prof. Dr. Anne Simmenroth, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin, bringt das europäische Netzwerk EURACT erstmals zum Council Meeting nach Würzburg. © Angie Wolf / UKW

Würzburg. Von Island bis Israel und von Portugal bis zur Ukraine – die European Academy of Teachers in General Practice (EURACT) verbindet Lehrende der Allgemein- und Familienmedizin über die Grenzen der Europäischen Union hinweg. Aus mehr als 35 Mitgliedsstaaten sind die Delegierten nun der Einladung von Prof. Dr. Anne Simmenroth, Direktorin des Würzburger Instituts für Allgemeinmedizin, gefolgt und zum EURACT Council Meeting in die unterfränkische Universitäts- und Residenzstadt gereist. Vom 15. bis 17. Oktober bringen die Professorinnen und Professoren für Allgemeinmedizin ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Lehre und Weiterbildung zusammen, arbeiten an Studien und Positionspapieren und verfolgen dabei das übergeordnete Ziel, die Ausbildung der Hausärztinnen und Hausärzte in Europa zu optimieren und an die Bedarfe anzupassen. 

Erstmals tagt EURACT in Würzburg

„Es ist ein tolles Gremium, die Arbeit macht unglaublich viel Spaß und wir können sehr viel voneinander lernen“, sagt Anne Simmenroth. Die Allgemeinmedizinerin und Wissenschaftlerin wurde bereits zum vierten Mal zu Deutschlands Vertreterin in der EURACT gewählt. Seit zwei Jahren leitet sie zudem in dem Netzwerk die Sektion „Studium“. Zweimal im Jahr tagen die EURACT-Delegierten in verschiedenen europäischen Universitätsstädten, um ihre Themenbereiche weiterzuentwickeln. „Ich freue mich sehr, dass die Stadt Würzburg zum ersten Mal Gastgeberin dieses wichtigen Netzwerktreffens ist“, sagt Anne Simmenroth. „So etwas hat es noch nie gegeben und wird es vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht geben.“ In zwei Jahren möchte Simmenroth ihr Amt in jüngere Hände legen.

Für das Rahmenprogramm hat Anne Simmenroth neben einer Stadtführung mit der Medizinhistorikerin Prof. Dr. Sabine Schlegelmilch eine Einführung in das deutsche Gesundheitswesen, die Vorstellung der Medizinischen Fakultät sowie Besuche von niedergelassenen Praxen in Kleingruppen geplant. „Für die Gäste ist es immer besonders spannend, das Gesundheitssystem des jeweiligen Gastgeberlandes kennenzulernen. Anne Simmenroth spricht aus Erfahrung. 

Deutschland bei der Lehre gut aufgestellt

Wie ist es hierzulande um Lehre und Weiterbildung bestellt? „In der Lehre ist Deutschland im europäischen Vergleich gut aufgestellt”, so Simmenroth. Die Allgemeinmedizin ist an den medizinischen Fakultäten inzwischen breit verankert, Lehrstühle sind etabliert und auch Lehrpraxen werden über strukturierte Programme und eine finanzielle Vergütung eingebunden. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich eher im oberen Drittel. In einigen Ländern, zum Beispiel in Teilen Osteuropas, fehlen hingegen Lehrstühle, Personal und ausreichende finanzielle Mittel für die allgemeinmedizinische Lehre.

Die Weiterbildung hinkt hinterher

Deutlich größeren Nachholbedarf gibt es Simmenroth zufolge in Deutschland bei der Weiterbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Länder wie Finnland, Schweden, Norwegen, England, die Niederlande oder auch die baltischen Staaten setzen auf klar strukturierte Weiterbildungsprogramme mit festen Rotationen durch verschiedene Fachbereiche und Einrichtungen, Mentoren und regelmäßigem Unterricht. Dadurch ist die Weiterbildung stärker wie eine Verlängerung Studium organisiert und es wird gewährleistet, dass alle angehenden Fachärztinnen und Fachärzte vergleichbare Inhalte und Erfahrungen sammeln. In Deutschland hängt dagegen noch vieles von der jeweiligen Weiterbildungsstelle und den Rahmenbedingungen ab. Zwar schaffen erste Weiterbildungsverbünde und Kompetenzzentren mehr Struktur, sie reichen aber noch nicht an die etablierten Modelle anderer europäischer Länder heran.

Überall fehlt Nachwuchs

So unterschiedlich Lehre und Weiterbildung sowie die Gesundheitssysteme in Europa auch sind, eines eint sie alle: das Nachwuchsproblem. Der Ärztemangel in der Primärversorgung, vor allem im ländlichen Raum, ist sogar ein globales Problem. Ob Australien, Brasilien, Kanada oder Europa – überall sieht man eine Ausdünnung der hausärztlichen Versorgung. Auch hierzu tauscht sich die EURACT aus: Mit welchen Maßnahmen kann der Generationenwechsel in der Allgemeinmedizin aktiv gestaltet und begleitet werden? „Jeder hat seine Ideen und Erfahrungen, wie man junge Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin begeistern kann“, sagt Anne Simmenroth. 

Warum Allgemeinmedizin begeistert

Für die Allgemeinmedizinerin sind die Vielfalt, Breite und Kontinuität des Fachs die perfekte Kombination. „Ich behandle die unterschiedlichsten Krankheitsbilder, muss mich ständig weiterbilden und begleite viele Menschen über weite Strecken ihres Lebens. Ich lebe gewissermaßen mit ihnen. Das ist unglaublich toll“, schwärmt Simmenroth. In ihrer letzten Sprechstunde hatte sie beispielsweise erst ein vierjähriges Kind und später einen Hausbesuch bei einer 92-Jährigen Patientin – für die Blockpraktikantin, die dabei war, sicher ein prägendes Erlebnis. 

Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte bestätigen die Faszination dieses Berufs. Dennoch sind es zu wenige, um die hausärztliche Versorgung von morgen zu sichern. „Ohne Quereinsteiger, also Internistinnen und Internisten, die hausärztliche Sitze übernehmen, würde es gar nicht gehen”, so Simmenroth. Die zweite große Gruppe der Quereinsteiger kommt aus den Bereichen Anästhesie und Chirurgie. 

Harmonisierung der medizinischen Ausbildung in Europa

Zur Bewältigung von Problemen wie dem Nachwuchsmangel hat die EURACT einige strategische Anforderungskataloge publiziert. Wie, ab wann und mit welchen Methoden sollte zum Beispiel im Studium die Allgemeinmedizin aber auch die Primärmedizin wie Pädiatrie verankert werden? Welche Pflichtinhalte der Allgemeinmedizin müssen vermittelt werden? Wie kann die Qualität der Ausbildung in den Praxen gesichert werden? Auf Basis eines europäischen Konsensprozesses formulierten EURACT und WONCA (World Organization of Family Doctors) im Jahr 2020 unter der Leitung von Anne Simmenroth erstmals gemeinsame und europaweit anwendbare Mindeststandards für die universitäre Ausbildung in Allgemein- und Familienmedizin (Link zum Positionspapier*).

Früh in die Praxis – aber wie? 

Neben diesen Mindeststandards legt EURACT in den vergangenen Jahren seinen Fokus verstärkt auf moderne Lehrformate und die Sichtweise junger Ärztinnen und Ärzte. 2023 erschien eine Befragung, in der angehende Hausärztinnen und Hausärzten angaben, welche Fähigkeiten die neue Generation in der Facharztausbildung für absolut essenziell hält. Im selben Jahr wurde eine qualitative Studie zu Krankenhaus-Praktika veröffentlicht.

Ein wichtiger Punkt ist der frühzeitige Kontakt mit der klinischen Praxis (ECE für Early Clinical Exposure). Zwar sind Programme zu ECE seit den Nullerjahren in manchen Ländern verbreitet, finden jedoch auch heute kaum Beachtung, wie eine Befragung ergab, die Anne Simmenroth 2022 als Erstautorin veröffentlicht hat. Obwohl zahlreiche Daten auf vielfältige positive Auswirkungen eines frühen Kontakts zu Patientinnen und Patienten in Kliniken und Praxen hindeuten, gab es keine signifikanten Veränderungen hinsichtlich der Einführung oder der curricularen Gewichtung von ECE-Programmen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass es Hindernisse bei der Umsetzung oder Ausweitung eines ECE gebe. „Die Haltung der Einrichtungen gegenüber bestimmten Fachbereichen und eine mangelnde Bereitschaft, mit neuen Lehrmethoden zu experimentieren, könnten hierfür teilweise verantwortlich sein“, schlussfolgern die Autorinnen und Autoren.

Aktueller Stand der Grundausbildung 

Ganz aktuell ist ein Bericht von Anne Simmenroth, den sie gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Jessica Ruck und der finnischen Kollegin Helena Karppinen verfasst hat. Darin stellen die Forscherinnen den aktuellen Stand der medizinischen Grundausbildung im Bereich Allgemeinmedizin/Familienmedizin in den EURACT-Ländern im Jahr 2024 dar. 

Über EURACT: Die European Academy of Teachers in General Practice (EURACT) ist das europäische Netzwerk für Lehrende und Ausbildende in der Allgemeinmedizin und gilt offiziell als Bildungsnetzwerk von WONCA Europa. Die World Organization of Family Doctors (WONCA) ist der weltweite Dachverband für Allgemein- und Familienmedizin. EURACT bietet unter anderem internationale Fort- und Weiterbildungen für Lehrende, Kurse zu Prüfungs- und Bewertungsmethoden sowie Kongresse und Symposien an. Darüber hinaus entwickelt und veröffentlicht EURACT Empfehlungen, Standards und Lehrmaterialien für die Aus- und Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. Das Netzwerk umfasst Vertreterinnen und Vertreter aus rund 40 Ländern des geografischen Europas und ist damit nicht auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beschränkt. https://www.euract.eu/

Europäische Ausbildungsanforderung für den Studiengang „Allgemeinmedizin/Familienmedizin“ im Grundstudium

Die Kernaussagen des Positionspapiers der EURACT und WONCA „Europäische Anforderungen für den Studiengang Allgemeinmedizin/Familienmedizin im Grundstudium“ aus dem Jahr 2020: 

  • Viele wesentliche Lernziele für jeden Medizinstudierenden lassen sich effizient in der Allgemeinmedizin/Familienmedizin vermitteln
  • Die Lehre sollte sich an Symptomen orientieren, nicht nur an Krankheiten
  • Die Studierenden sollten im Einzelunterricht von erfahrenen Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern unterrichtet werden, ergänzt durch andere Ausbildungsformen
  • Die Lehre sollte den ambulanten Bereich einbeziehen
  • Eine frühzeitige klinische Heranführung an die Allgemeinmedizin/Familienmedizin sollte nach Möglichkeit umgesetzt werden
  • Die optimale Dauer des Lehrplans für Allgemeinmedizin/Familienmedizin sollte drei Monate betragen, mindestens jedoch vier Wochen
  • Jede medizinische Fakultät sollte über eine Abteilung oder eine Einheit für Allgemeinmedizin/Familienmedizin verfügen, deren Leiter eine Hausärztin oder ein Hausarzt ist

*'European Education Requirements for the Undergraduate General Practice/Family Medicine Curriculum Endorsed by the European Academy of Teachers in General Practice/Family Medicine (EURACT) and The European Regional Branch of The World Organization of National Colleges, Academies and Academic Associations of General Practitioners/Family Physicians (WONCA Europe). Anne Simmenroth, Francesco Carelli, Odd Martin Vallersnes, Mario R. Sammut, Natalia Zarbailov, Milena Cojić, Nino Kiknadze, Arabelle Rieder, Valentina Madjova, Alex Harding, Nele Michels und Helena Karppinen im Namen des BME-Ausschusses von EURACT. Resources - EURACT

Teilnehmende stehen vor altem Gebäude auf dem Klostergelände der Erlöserschwestern
Am 15. Oktober kamen die ersten Delegierten der European Academy of Teachers in General Practice/Family Medicine (EURACT) zum dreitätigen Council-Meeting nach Würzburg. © Anne Simmenroth / UKW
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Prof. Dr. Anne Simmenroth, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin, bringt das europäische Netzwerk EURACT erstmals zum Council Meeting nach Würzburg. © Angie Wolf / UKW

Personalia vom 13.10.2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

PD Dr. Sven Flemming, stellvertretender Klinikdirektor, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie (Chirurgische Klinik I), ist mit Wirkung vom 01.10.2026, befristet bis 30.09.2031, als Universitätsprofessor für Minimal-invasive und Robotische Chirurgie an der Universität Würzburg eingestellt worden.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg 13.10.2026

Can Ergen-Behr entwickelt KI-Modelle für individuellere Therapien

Dr. Can Ergen-Behr wurde als neuer Juniorprofessor für Single-Cell Medical Systems Biology an die Universität Würzburg berufen.

Vizepräsidentin Kisker und Prof. Egen-Behr in einem Innenhof. Er hält eine Urkunde in der Hand.
Can Ergen-Behr bei seiner Ernennung zum Juniorprofessor mit JMU-Vizepräsidentin Caroline Kisker. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

Can Ergen-Behr ist Mediziner und Experte für Computational Biology, also für informationstechnologische Anwendungen in der Biologie. Mit seiner Forschungsgruppe „Artificial Intelligence in Translational Systems Medicine“ untersucht er, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, individuelle Krankheitsverläufe besser zu verstehen und Therapien gezielter auf einzelne Patientinnen und Patienten abzustimmen.

Individuelle Krankheitsverläufe besser vorhersagen

Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Krankheitsverläufe zeigen und auf die gleiche Behandlung unterschiedlich reagieren. Can Ergen-Behr möchte verstehen, welche biologischen Mechanismen diesen Unterschieden zugrunde liegen.

Dafür entwickelt der Wissenschaftler KI-Modelle, die klinische Daten mit Einzelzell- und räumlichen molekularen Messungen verbinden. So sollen individuelle Krankheitsverläufe nicht nur besser vorhergesagt, sondern auch die molekularen Ursachen von Abweichungen zwischen Patientinnen und Patienten identifiziert werden. Sein langfristiges Ziel ist es, die Grundlage für präzisere und individuellere Behandlungsentscheidungen zu schaffen.

„Mit Künstlicher Intelligenz können wir heute große Mengen biologischer und klinischer Daten miteinander verbinden und dadurch neue Zusammenhänge erkennen. Ich freue mich sehr darauf, diese Forschung an der Universität Würzburg weiterzuentwickeln und damit neue Wege für eine präzisere Medizin zu eröffnen“, sagt der neue Professor.

Vom Mediziner zum Datenforscher

Can Ergen-Behr studierte Medizin und Physik an der RWTH Aachen und absolvierte anschließend seine klinische und wissenschaftliche Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Von 2021 bis 2025 forschte er an der University of California in Berkeley, wo er Methoden des maschinellen Lernens für die Analyse hochdimensionaler Einzelzelldaten entwickelte.

Seine Juniorprofessur in Würzburg hat er zum 15. Juni 2026 angetreten. Mit der Berufung an die JMU verbindet er nun seine klinische Erfahrung als Internist mit der Entwicklung moderner KI-Methoden für Einzelzell-, räumliche und klinische Daten.

Kontakt

Prof. Dr. Can Ergen-Behr, Institut für Systemimmunologie, T +49 931 31-83749, E-Mail: can.ergen@ uni-wuerzburg.de 

Webseite des Professors

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 13.10.2026

 

Vizepräsidentin Kisker und Prof. Egen-Behr in einem Innenhof. Er hält eine Urkunde in der Hand.
Can Ergen-Behr bei seiner Ernennung zum Juniorprofessor mit JMU-Vizepräsidentin Caroline Kisker. (Bild: Robert Emmerich / Universität Würzburg)

Waldbaden gegen Erschöpfung nach Krebs: Studienteilnehmende gesucht

Kann das bewusste Erleben des Waldes helfen, die anhaltende Erschöpfung nach einer Krebserkrankung zu lindern? Dieser Frage geht die FOREST-Studie nach, an der das Universitätsklinikum Würzburg beteiligt ist. Untersucht werden drei unterschiedliche Formen des Waldbadens. Dafür sucht das Forschungsteam weitere Teilnehmende.

 

Bild vom Herbstwald. Blätter leuchten in verschiedenen geblbtönen.
Der Wald ist für viele Menschen ein besonderer Ort der Erholung. Kann er auch helfen, die chronische Erschöpfung nach einer Krebstherapie zu lindern? © Helmuth Ziegler / UKW

Würzburg. Auch nach Abschluss einer Krebstherapie leiden viele Patientinnen und Patienten unter anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen. Diese als Cancer-related Fatigue (CrF) bezeichnete tiefe Erschöpfung kann die Lebensqualität und die Bewältigung des Alltags erheblich beeinträchtigen.

Die multizentrische FOREST-Studie untersucht, inwieweit sich solche Beschwerden durch Waldbaden lindern lassen. „Im Mittelpunkt steht das bewusste Erleben des Waldes mit möglichst vielen Sinnen. Wir möchten herausfinden, ob und in welchem Umfang sich dadurch die Erschöpfung der Betroffenen verringern lässt“, erläutert Prof. Dr. Claudia Löffler, Leiterin des Bereichs Komplementäre Onkologie Integrativ (KOI) am Universitätsklinikum Würzburg (UKW).

Drei Wege, den Wald zu erleben

Das Licht zwischen den Blättern betrachten, dem Rascheln der Zweige lauschen, den Duft des Waldes wahrnehmen oder eine Baumrinde ertasten: Beim klassischen Waldbaden im Gramschatzer Wald nördlich von Würzburg begleitet Lisa Schiffmann aus dem KOI-Team die Teilnehmenden durch einfache Achtsamkeitsübungen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Studie untersucht jedoch nicht nur das Waldbaden in der Natur. Zwei weitere Gruppen erleben den Wald in der Umweltstation der Stadt Würzburg auf unterschiedliche Weise: Eine Gruppe betrachtet echte 360-Grad-Waldaufnahmen mithilfe einer Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) und hört dazu Waldgeräusche. Die andere Gruppe unternimmt eine angeleitete Fantasiereise, bei der vor dem inneren Auge ein persönliches Waldbild entsteht. Beide Angebote werden durch Waldduft ergänzt.

Mit dem Vergleich der drei Ansätze will das Forschungsteam herausfinden, ob auch Menschen von einem Walderlebnis profitieren können, denen ein regelmäßiger Aufenthalt in der Natur aus gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen schwerfällt.

Acht Wochen Waldbaden – wissenschaftlich begleitet

Die Teilnehmenden werden nach dem Zufallsprinzip einer der drei Anwendungsgruppen oder einer Wartegruppe zugeteilt. Acht Wochen lang findet einmal wöchentlich eine angeleitete Anwendung statt. Pro Termin ist etwa eine Stunde zuzüglich Anfahrt einzuplanen.

Begleitend werden Fragebögen ausgefüllt und Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Veränderungen der Erschöpfung und des Wohlbefindens zu erfassen. Nach insgesamt 16 Wochen endet die Studienteilnahme mit einer abschließenden Befragung per E-Mail. Auch die Personen in der Wartegruppe erhalten anschließend die Möglichkeit, Waldbaden auszuprobieren.

Erwachsene mit anhaltender Erschöpfung gesucht

Für die Studie werden weiterhin Personen ab 18 Jahren gesucht, die nach einer Krebsbehandlung unter anhaltender Erschöpfung leiden. Eine fortgesetzte antihormonelle Therapie schließt die Teilnahme nicht grundsätzlich aus. Ob die individuellen Voraussetzungen für eine Studienteilnahme erfüllt sind, klärt das Studienteam im persönlichen Gespräch.
Die von der Carstens-Stiftung geförderte Studie wird gemeinsam mit Kooperationspartnern in Stuttgart und Tübingen durchgeführt.

Kontakt für Interessierte

Wer an der FOREST-Studie teilnehmen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich direkt an das Studienteam des UKW wenden: per Telefon unter 0931 201 35350 oder per E-Mail unter KOI-studien_CCC@ukw.de mit dem Betreff „FOREST-Studie“.

Text: Pressestelle / UKW

 

Bild vom Herbstwald. Blätter leuchten in verschiedenen geblbtönen.
Der Wald ist für viele Menschen ein besonderer Ort der Erholung. Kann er auch helfen, die chronische Erschöpfung nach einer Krebstherapie zu lindern? © Helmuth Ziegler / UKW

Leben mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs: Online-Veranstaltung informiert und beantwortet Fragen

Das Universitätsklinikum Würzburg lädt am 12. November 2026 zu einer kostenlosen Online-Informationsveranstaltung rund um erblich bedingten Brust- und Eierstockkrebs ein. Fachleute informieren über Vorsorge, Früherkennung, Therapie und aktuelle Studien. Die Fragen der Teilnehmenden werden live beantwortet.

 

Fünf Portrait-Fotos und unten in der Mitte ein Animationsfoto mit vier Händen auf denen ein Herz und eine Krebsschleife zu sehen ist.
Sie teilen bei der Online-Infoveranstaltung ihr Wissen: Prof. Dr. Achim Wöckel, PD Dr. Tanja Schlaiß, Dr. Franziska Ulrich und Dr. Neda Dragicevic Babic (alle vier von der Frauenklinik des UKW) sowie Gabriele Nelkenstock, die Selbsthilfebeauftragte des UKW (von links oben nach rechts unten. © T. Berberich, Foto Weber, B. Schmitt / UKW

Würzburg. Was bedeutet es, wenn Brust- oder Eierstockkrebs in einer Familie gehäuft auftritt oder eine entsprechende erbliche Genveränderung nachgewiesen wurde? Welche Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung gibt es? Wann können prophylaktische Operationen sinnvoll sein? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die Online-Informationsveranstaltung „Leben mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs: Informieren – Verstehen – Nachfragen“ des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) am Donnerstag, 12. November 2026, von 16.00 bis 17.00 Uhr.
Die von der Universitäts-Frauenklinik organisierte Veranstaltung richtet sich an Patientinnen mit erblich bedingtem Brust- oder Eierstockkrebs, Gesunde mit einer bekannten Genveränderung, Familien mit einer Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs sowie Angehörige und sonstige Interessierte.

Über Genomsequenzierung, individuelles Erkrankungsrisiko und vorbeugende Operationen

In kurzen, verständlichen Vorträgen beleuchten Fachleute diverse Aspekte des familiären Brust- und Eierstockkrebses. Ein Thema sind prophylaktische Operationen und die Frage nach deren Chancen und Risiken. Vorgestellt werden zudem Studienergebnisse zur Inanspruchnahme solcher vorbeugenden Eingriffe sowie eine geplante Studie zur Bestimmung von Restdrüsengewebe.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem polygenen Risikoscore (PRS). Dieser berücksichtigt eine Vielzahl genetischer Varianten und kann dazu beitragen, das individuelle Erkrankungsrisiko differenzierter einzuschätzen. In diesem Zusammenhang wird auch die Studie PRS-CHANCE vorgestellt und über Möglichkeiten zur Teilnahme informiert.

Außerdem wird das Modellvorhaben Genomsequenzierung angesprochen. Wie läuft dieses ab, was ist der Nutzen und welche Einschlusskriterien gelten?

Als Abrundung des Informationsangebots stellen Selbsthilfegruppen ihre Leistungen und Kontaktmöglichkeiten vor.

Im Anschluss an die einzelnen Vorträge besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, individuelle Fragen live im Chat zu stellen.

Kostenfreie Teilnahme nach Anmeldung

Das Webinar ist kostenfrei. Wichtig ist eine Anmeldung bis zum 11. November 2026 per E-Mail an veranstaltungen_ufk@ukw.de. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden den Zoom-Einwahllink sowie eine Anleitung zum Ablauf.

Spezialisierte Betreuung am UKW

Das Universitätsklinikum Würzburg verfügt über ein seit dem Jahr 2022 zertifiziertes Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Hier erhalten Menschen, bei denen aufgrund ihrer eigenen Erkrankung oder ihrer Familiengeschichte der Verdacht auf eine erbliche Veranlagung besteht, eine maßgeschneiderte Beratung und Betreuung. Im Zentrum arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Frauenheilkunde, Humangenetik, Radiologie sowie Psychologie und Psychoonkologie eng zusammen. Durch die vereinte Sachkompetenz kann für Ratsuchende das individuelle Erkrankungsrisiko ermittelt werden. Auf dieser Basis beraten die Expertinnen und Experten sie gegebenenfalls über die Vorteile einer intensivierten Früherkennung der Brust und über die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke und/oder des Brustdrüsengewebes. 
www.ukw.de/fbrek-zentrum 


Text: Pressestelle / UKW

 

Fünf Portrait-Fotos und unten in der Mitte ein Animationsfoto mit vier Händen auf denen ein Herz und eine Krebsschleife zu sehen ist.
Sie teilen bei der Online-Infoveranstaltung ihr Wissen: Prof. Dr. Achim Wöckel, PD Dr. Tanja Schlaiß, Dr. Franziska Ulrich und Dr. Neda Dragicevic Babic (alle vier von der Frauenklinik des UKW) sowie Gabriele Nelkenstock, die Selbsthilfebeauftragte des UKW (von links oben nach rechts unten. © T. Berberich, Foto Weber, B. Schmitt / UKW

Mit Smartphone-Spiel gegen riskanten Cannabiskonsum: Neues Präventionsprogramm für Jugendliche

Bayerischer Präventionstag am 12. Oktober in Würzburg mit Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Der Bayerische Präventionstag macht sichtbar, wie vielfältig und innovativ Prävention heute bereits ist.“

Im Mittelpunkt von X-CAN steht eine Geschichte, in der die Jugendlichen beim Spiel selbst eingebunden wer-den. Vor dem Download des Spiels ist eine Registrierung zur Begleitstudie nötig. Quelle: LUMALENSCAPE GmbH & Gentle Troll Entertainment
Im Mittelpunkt von X-CAN steht eine Geschichte, in der die Jugendlichen beim Spiel selbst eingebunden wer-den. Vor dem Download des Spiels ist eine Registrierung zur Begleitstudie nötig. Quelle: LUMALENSCAPE GmbH & Gentle Troll Entertainment
Stellten beim Bayerischen Präventionstag in Würzburg das Smartphone-Spiel „X-CAN“ zur Cannabisprävention vor: Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor UKW), Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Prof. Dr. Marcel Romanos (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, UKW, v.l.). Foto UKW / S. Dreising
Stellten beim Bayerischen Präventionstag in Würzburg das Smartphone-Spiel „X-CAN“ zur Cannabisprävention vor: Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor UKW), Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Prof. Dr. Marcel Romanos (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, UKW, v.l.). Foto UKW / S. Dreising

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) erprobt mit X-CAN einen neuen digitalen Ansatz zur Cannabisprävention bei Jugendlichen. Das für Smartphones geeignete „Serious Game“ vermittelt Wissen über Risiken und trainiert Strategien, die helfen sollen, Cannabiskonsum zu vermeiden oder zu reduzieren. Für die vollständig online durchgeführte wissenschaftliche Begleitstudie werden Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren gesucht. 

Das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderte Projekt wurde am 12. Oktober beim Bayerischen Präventionstag mit Gesundheitsministerin Judith Gerlach in Würzburg öffentlich vorgestellt.

Seit der Teillegalisierung von Cannabis für Erwachsene im Jahr 2024 ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Fokus gerückt. Denn gerade im Jugendalter ist Cannabiskonsum mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Am Deutschen Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) in Würzburg wird deshalb mit X-CAN ein Smartphone-Spiel entwickelt und wissenschaftlich begleitet. Das DZPP wird gemeinsam vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) getragen.

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach erklärt: „Ich bin überzeugt: Gute Prävention muss früh ansetzen und die Menschen in ihrem Alltag erreichen. X-CAN ist dafür ein gutes Beispiel: Mit X-CAN wollen wir zukünftig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse der Cannabisprävention mit innovativen Elementen wie Gamification und Virtual Reality (VR) digital an die jungen Menschen heranbringen. Solche neuen Wege können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Gesundheitskompetenz zu stärken und junge Menschen dabei zu unterstützen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Denn Cannabis ist keineswegs eine harmlose Droge.“

„Mit X-CAN wollen wir Jugendliche dort erreichen, wo digitale Angebote selbstverständlich zu ihrem täglichen Leben gehören“, erläutert Dr. Stella Vieth vom DZPP. Die Projektleiterin fährt fort: „Unser Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Präventionsinhalte nicht nur zu vermitteln, sondern sie in eine interaktive Geschichte einzubetten und mit konkreten Strategien zu verbinden, die Jugendliche in ihrem Alltag anwenden können.“

Gemeinsam mit Sam auf der Suche nach Alex

Im Mittelpunkt von X-CAN steht eine Geschichte, in die die Jugendlichen selbst eingebunden werden. Zu Beginn wählen sie eine Spielfigur namens Sam aus, die sie als „Buddy“ durch das Spiel begleitet. Sam macht sich Sorgen um den gemeinsamen Freund Alex: Seit einiger Zeit hat er kaum noch Kontakt zu ihm. Nach und nach erfahren die Spielenden, dass Alex wegen seines Cannabiskonsums Hobbys und Verpflichtungen vernachlässigt und sich zunehmend von anderen Menschen zurückzieht. Gemeinsam mit Sam versuchen sie herauszufinden, was geschehen ist und welche Unterstützung Alex benötigt.

Die Geschichte wird an die Lebenswelt der Teilnehmenden angepasst. Wer beispielsweise Sport als Hobby angibt, erlebt Alex als talentierten Nachwuchsfußballer, dessen Cannabiskonsum zunehmend seine sportlichen Ziele gefährdet. Dialoge und kurze Videos im Graphic-Novel-Stil erzählen seine Entwicklung – vom ersten Kontakt mit Cannabis über wachsende Probleme bis hin zum Weg in eine Beratungsstelle. In die Handlung sind unterschiedliche Präventionselemente eingebaut. Die Jugendlichen erhalten Informationen zu Cannabis und seinen Risiken, überprüfen ihr Wissen und lernen Möglichkeiten kennen, Konsumangebote abzulehnen oder mit emotionalem Stress umzugehen. Weitere Elemente sind personalisierte Strategien zur Emotionsregulation, Hinweise auf Suchtberatungsangebote sowie die virtuelle Simulation eines „Bad Trips“, also einer von Cannabis hervorgerufenen Paranoia.

Studie untersucht Wirksamkeit von X-CAN

Ob X-CAN tatsächlich dazu beitragen kann, Cannabiskonsum zu verhindern oder zu reduzieren, wird derzeit durch Nachbefragungen der jugendlichen Teilnehmer nach dem Spiel wissenschaftlich untersucht. Dafür gibt es zwei Versionen des Spiels: Eines richtet sich an Jugendliche mit psychischen Symptomen wie ADHS oder emotionaler Instabilität, die bislang kein Cannabis konsumiert haben. Bei ihnen soll X-CAN dazu beitragen, einen Einstieg in den Konsum zu verhindern. Die zweite Version richtet sich an Jugendliche, die bereits Cannabis konsumiert haben, und soll sie dabei unterstützen, ihren Konsum zu reduzieren.

„Digitale Prävention hat das Potenzial, Jugendliche niedrigschwellig, ortsunabhängig und in großer Zahl zu erreichen“, sagt Prof. Dr. Marcel Romanos. Entscheidend sei nach den Worten des Direktors der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des UKW aber, dass solche Angebote nicht nur attraktiv gestaltet seien, sondern ihre Wirksamkeit auch wissenschaftlich belegen könnten. „Genau hier setzt die X-CAN-Studie an“, so der Institutsvorstand des DZPP. X-CAN wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert. Kooperationspartner sind das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie der Lehrstuhl für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der JMU.

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Würzburg (UKW): „Prävention muss ein gleichwertiger Baustein in unserem Versorgungssystem sein. Dafür steht beispielhaft und vorbildlich das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit, DZPP, gemeinsam getragen vom UKW und der Universität Würzburg. Das heute vorgestellte Programm zur Cannabisprävention bei Kindern und Jugendlichen ist ein ganz praktisches Beispiel für die Arbeit des DZPP. Hinzukommen aber noch weitere Aufgaben: Die Prävention von Angststörungen und Depression, Suizidprävention oder Prävention von Psychosen. Was wir in diesem Alter vorbeugend verhindern können, zahlt sich auf die Lebenszeit dieser Menschen vielfach aus.“

„Wie dringend Prävention gerade bei jungen Menschen ist, zeigen aktuelle Zahlen: Nach dem Deutschen Schulbarometer weist inzwischen jedes vierte Kind zwischen acht und 17 Jahren Anzeichen einer hohen psychischen Belastung auf – Tendenz steigend. Viele psychische Erkrankungen beginnen früh im Leben – wirksame Prävention muss deshalb rechtzeitig ansetzen. Genau das ist der Auftrag des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit. Es entwickelt Präventionsprogramme aus der Forschung heraus, prüft ihre Wirksamkeit mit wissenschaftlicher Sorgfalt und bringt, was sich bewährt, in die Fläche“, betont Prof. Dr. Paul Pauli, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren gesucht

Für die laufende Studie werden weiterhin Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren gesucht. Die Teilnehmenden testen X-CAN und nehmen an drei bis vier Befragungsterminen teil. Das gesamte Forschungsprojekt wird online durchgeführt und kann damit flexibel von zu Hause aus absolviert werden. Nachbefragungen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten sollen zeigen, ob sich Einstellungen und Verhalten in Bezug auf Cannabiskonsum längerfristig verändern. Für die Teilnahme wird eine Aufwandsentschädigung von rund 40 Euro gezahlt. Die erhobenen Daten werden vertraulich und entsprechend den geltenden Datenschutzbestimmungen behandelt.

Ziel ist es, die Wirksamkeit von X-CAN wissenschaftlich nachzuweisen und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, das Smartphone-Spiel langfristig als evidenzbasiertes Präventionsangebot vielen Jugendlichen zugänglich zu machen.

Teilnahme und weitere Informationen

Interessierte Jugendliche beziehungsweise ihre Familien können ihre Kontaktdaten über die X-CAN-Studienseite (unter https://redcap.ukw.de/surveys/?s=CFL7PXKAYLC9KRKA). hinterlegen. Fragen zur Studie beantwortet das Projektteam unter E-Mail an x-can@ ukw.de

Im Mittelpunkt von X-CAN steht eine Geschichte, in der die Jugendlichen beim Spiel selbst eingebunden wer-den. Vor dem Download des Spiels ist eine Registrierung zur Begleitstudie nötig. Quelle: LUMALENSCAPE GmbH & Gentle Troll Entertainment
Im Mittelpunkt von X-CAN steht eine Geschichte, in der die Jugendlichen beim Spiel selbst eingebunden wer-den. Vor dem Download des Spiels ist eine Registrierung zur Begleitstudie nötig. Quelle: LUMALENSCAPE GmbH & Gentle Troll Entertainment
Stellten beim Bayerischen Präventionstag in Würzburg das Smartphone-Spiel „X-CAN“ zur Cannabisprävention vor: Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor UKW), Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Prof. Dr. Marcel Romanos (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, UKW, v.l.). Foto UKW / S. Dreising
Stellten beim Bayerischen Präventionstag in Würzburg das Smartphone-Spiel „X-CAN“ zur Cannabisprävention vor: Prof. Dr. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor UKW), Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Prof. Dr. Marcel Romanos (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, UKW, v.l.). Foto UKW / S. Dreising

Brustkrebs: Spezialisten des UKW beantworten Fragen am Telefon

Gefragt werden kann, was die Anrufenden persönlich beschäftigt: von Früherkennung und auffälligen Veränderungen über eine Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

In einer Telefonsprechstunde von Awareness Deutschland beantworten PD Dr. Inga Bekes und Prof. Dr. Achim Wöckel von der Frauenklinik des UKW persönliche Fragen rund um Brustkrebs. Foto: UKW / Kathrin Heyer
In einer Telefonsprechstunde von Awareness Deutschland beantworten PD Dr. Inga Bekes und Prof. Dr. Achim Wöckel von der Frauenklinik des UKW persönliche Fragen rund um Brustkrebs. Foto: UKW / Kathrin Heyer

Würzburg. Zwei Brustkrebsspezialisten des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) öffnen im Brustkrebsmonat Oktober am Donnerstag, 15. Oktober 2026, von 17 bis 19 Uhr ihre Telefonleitungen für Menschen aus ganz Deutschland. In einer kostenlosen Telefonsprechstunde von Awareness Deutschland beantworten PD Dr. Inga Bekes, Bereichsleiterin Senologie, und Prof. Dr. Achim Wöckel, Klinikdirektor der Frauenklinik des UKW, persönliche Fragen rund um Brustkrebs. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Raum für persönliche Fragen

Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer – unabhängig davon, ob sie selbst erkrankt sind, als Angehörige mit einer Brustkrebserkrankung konfrontiert werden oder sich über Früherkennung und Brustkrebs informieren möchten.

Gefragt werden kann, was die Anrufenden persönlich beschäftigt: von Früherkennung und auffälligen Veränderungen über eine Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten bis zu Fragen, die sich aus der eigenen Lebenssituation ergeben. Auch Brustkrebs beim Mann kann Thema des Gesprächs sein.

Für jedes Gespräch stehen bis zu zehn Minuten zur Verfügung. Zwei Telefonnummern werden für die Sprechstunde freigeschaltet. Wer eine der Leitungen erreicht, spricht direkt mit PD Dr. Inga Bekes oder Prof. Dr. Achim Wöckel. Die Gespräche werden persönlich und vertraulich geführt.

Initiiert wird die Telefonsprechstunde von der ebenfalls in Würzburg ansässigen gemeinnützigen Organisation Awareness Deutschland. Mit ihrem Projekt die.pink.Charity informiert sie bundesweit über Brustkrebs und Früherkennung.

Termin und Teilnahme

Donnerstag, 15. Oktober 2026

17:00 bis 19:00 Uhr

Kostenlose Telefonsprechstunde zum Thema Brustkrebs mit:

PD Dr. Inga Bekes

Bereichsleiterin Senologie

Universitätsklinikum Würzburg

Prof. Dr. Achim Wöckel

Klinikdirektor der Frauenklinik

Universitätsklinikum Würzburg

Telefon: 0931 705222577

Telefon: 0931 705222578

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Pro Anruf stehen bis zu zehn Minuten Gesprächszeit zur Verfügung.

Über Awareness Deutschland

Awareness Deutschland ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Würzburg. Mit die.pink.Charity informiert sie bundesweit über Brustkrebs und Früherkennung und schafft Zugänge zu verständlichem Gesundheitswissen. Weitere Projekte widmen sich unter anderem Prostatakrebs, Kindern und Jugendlichen mit einem an Krebs erkrankten Elternteil sowie der regelmäßigen Brustselbstuntersuchung.

In einer Telefonsprechstunde von Awareness Deutschland beantworten PD Dr. Inga Bekes und Prof. Dr. Achim Wöckel von der Frauenklinik des UKW persönliche Fragen rund um Brustkrebs. Foto: UKW / Kathrin Heyer
In einer Telefonsprechstunde von Awareness Deutschland beantworten PD Dr. Inga Bekes und Prof. Dr. Achim Wöckel von der Frauenklinik des UKW persönliche Fragen rund um Brustkrebs. Foto: UKW / Kathrin Heyer