Aktuelle Pressemitteilungen

"Regenbogenfahrt" zu Besuch an der Kinderklinik

Eine besondere Fahrradttour schenkt krebskranken Kindern Mut

Gruppenfoto der Regenbogenfaher vor der Kinderklinik. Alle Teilnehmer haben ein T-Shirt mit Regenbogen an und teilweise auch mit Regenbogen-Fahnen.
Die „Regenbogenfahrer“ vor der Uni-Kinderklinik. (Foto: Denise Lampert)
Eine Gruppe Regenbogenfahrer auf ihren Fahrrädern die Grombühlstraße hochradeln und ins Klinikgelände einfahren.
Einfahrt auf das Klinikgelände. (Foto: Denise Lampert)

Würzburg, 25. August 2026 - Eine Fahrradtour der anderen Art machte am vergangenen Donnerstag in Würzburg Halt: die Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Insgesamt rund 60 Fahrradfahrer besuchten im Rahmen einer einwöchigen Tour von Kassel nach Nürnberg verschiedene Kliniken entlang der Route. Was die Tour so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Fahrradfahrer im Kindes- oder Jugendalter von einer Krebserkrankung betroffen waren. Bei ihren Besuchen auf den Kinderkrebsstationen der besuchten Kliniken schenken sie den Kindern und Familien Mut und Zuversicht, um die schwere Zeit der Krankheit zu überstehen. Bei der 34. Regenbogenfahrt war die Würzburger Uni-Kinderklinik eine Etappe der Tour. Bei der feierlichen Einfahrt auf das Klinikgelände am Donnerstagnachmittag, den 20. August, wurden die Fahrradfahrer unter anderem von der Elterninitiative Regenbogen begrüßt. Im Mittelpunkt dieses Zwischenziels stand der Besuch auf den Kinderkrebsstationen, auf denen die "Regenbogenfahrer" gemeinsam ein Lied für die Patienten sangen, das ihnen Kraft spenden sollte.

Anschließend hatten die besonderen Besucher die Möglichkeit, in den Austausch mit den Patientenfamilien zu gehen und anhand ihrer eigenen Erfahrungen zu zeigen, dass ein erfülltes Leben und sportliche Betätigung auch nach einer überwundenen Krebserkrankung möglich sind. Als einer der Gastgeber des Würzburger Etappenstopps begleitete auch die Elterninitiative Regenbogen den Besuch. Der Verein unterstützt betroffene Familien während und nach der Erkrankung und weiß aus seiner täglichen Arbeit, welchen Stellenwert neben der medizinischen Behandlung auch positive Perspektiven für die jungen Patienten haben. Ganz im Sinne des Vereinsmottos "Die Diagnose können wir nicht ändern, aber das Umfeld positiv beeinflussen" sorgten die Regenbogenfahrer mit ihrem Besuch für besondere Momente auf den Stationen.

Text: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.
 

Gruppenfoto der Regenbogenfaher vor der Kinderklinik. Alle Teilnehmer haben ein T-Shirt mit Regenbogen an und teilweise auch mit Regenbogen-Fahnen.
Die „Regenbogenfahrer“ vor der Uni-Kinderklinik. (Foto: Denise Lampert)
Eine Gruppe Regenbogenfahrer auf ihren Fahrrädern die Grombühlstraße hochradeln und ins Klinikgelände einfahren.
Einfahrt auf das Klinikgelände. (Foto: Denise Lampert)

Gesunde als Kontrollpersonen für Schmerzstudie gesucht

Das Uniklinikum Würzburg erforscht in einer aktuellen Studie das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS). Für eine Kontrollgruppe werden noch gesunde Personen gesucht, die nicht von dieser chronischen Schmerzerkrankung betroffenen sind.

C-Faserstimulation zur Untersuchung kleiner Hautnerven
Zur Studienteilnahme der Kontrollgruppe gehört auch die Durchführung einer sogenannten C-Faserstimulation zur Untersuchung kleiner Hautnerven. © Celine Panzer / UKW

 

Würzburg. Das CRPS (Complex Regional Pain Syndrome oder komplexes regionales Schmerzsyndrom) tritt meist nach Verletzungen oder Operationen an Armen oder Beinen auf. Der Körper reagiert dabei mit einer überschießenden, fehlgesteuerten Entzündungsreaktion. Um die chronische Schmerzerkrankung besser zu verstehen, führt das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg (UKW) derzeit die Studie ResolveCRPS 2.0 durch. Unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Rittner werden dabei CRPS-Patientinnen und -Patienten über ein Jahr lang begleitet. 

Um die gewonnenen Erkenntnisse zu überprüfen und abzusichern, wird eine gesunde Kontrollgruppe benötigt, für die derzeit noch Teilnehmende gesucht werden. Mitmachen können Personen zwischen 18 und 85 Jahren, die noch nie von einem CRPS betroffen waren. Ausschlusskriterien sind eine Schwangerschaft, schwere Nieren- oder Lebererkrankungen, schweres Asthma, eine immunsuppressiv behandelte Autoimmunerkrankung, die aktuelle Einnahme von Cortison, eine Neuropathie oder eine chronische Schmerzerkrankung.

Das erwartet die Teilnehmenden 

Die Studienteilnahme umfasst unter anderem körperliche und neurologische Untersuchungen, eine Blutentnahme, verschiedene Funktions- und Krafttests, Untersuchungen der Nervenfunktion, Hautdurchblutung und Herzratenvariabilität sowie eine MRT-Untersuchung des Kopfes. Für die Teilnahme wird eine Aufwandsentschädigung von bis zu 70 Euro pro Person gezahlt.

Interessierte können sich für weitere Informationen bei Lea Grundei von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des UKW unter E-Mail: grundei_l1@ ukw.de oder telefonisch unter 0931-201 30277 melden.

Text: Pressestelle / UKW

C-Faserstimulation zur Untersuchung kleiner Hautnerven
Zur Studienteilnahme der Kontrollgruppe gehört auch die Durchführung einer sogenannten C-Faserstimulation zur Untersuchung kleiner Hautnerven. © Celine Panzer / UKW

Schilddrüseninfotag informiert über Autoimmunerkrankungen

Bei einem Informationstag der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg stehen in diesem Jahr Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse im Mittelpunkt. Die Veranstaltung am 26. September 2026 bietet neben allgemeinverständlichen Kurzvorträgen auch kostenlose Schilddrüsen-Ultraschalluntersuchungen an.

Schilddrüse
Beim Schilddrüseninfotag 2026 informieren Expertinnen und Experten am Uniklinikum Würzburg über Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und bieten kostenlose Ultraschalluntersuchungen an. © UKW, KI-generiert

 

Würzburg. Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) lädt am Samstag, den 26. September 2026, zum Schilddrüseninfotag ein. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich an Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie alle Interessierten, die sich über Erkrankungen der Schilddrüse informieren möchten. Im Mittelpunkt stehen diesmal Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis und der Morbus Basedow. 

Zwischen 10:00 Uhr und etwa 11:30 Uhr referieren im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße Fachleute aus Nuklearmedizin, Endokrinologie und Endokriner Chirurgie über Ursachen sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheiten. Die Vorträge erläutern unter anderem die Rolle des Immunsystems und stellen moderne bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Szintigraphie vor. Außerdem werden operative und nuklearmedizinische Therapieoptionen beschrieben. 

Die Veranstaltung will Betroffenen Orientierung geben und häufige Fragen beantworten: Welche Symptome deuten auf eine Autoimmunerkrankung hin? Welche Laborwerte sind wichtig? Wann reichen Medikamente aus und wann kommen andere Therapieverfahren infrage? 

Im Anschluss an die Vorträge lädt das Organisationsteam zu einem kleinen Imbiss ein. Darüber hinaus bietet die Klinik für Nuklearmedizin von 12:00 bis 14:00 Uhr kostenlose Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse an. 

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bis spätestens 18. September 2026 erforderlich. 

Ein Anmeldeformular gibt es unter https://www.ukw.de/nuklearmedizin/veranstaltungen

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse richtet sich das körpereigene Immunsystem irrtümlich gegen das Schilddrüsengewebe. Die häufigste Form ist die Hashimoto-Thyreoiditis, bei der eine chronische Entzündung langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann. Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme und Konzentrationsstörungen.

Der Morbus Basedow führt dagegen meist zu einer Überfunktion der Schilddrüse. Betroffene leiden häufig unter Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Schlafstörungen und starkem Schwitzen. In einigen Fällen können auch die Augen betroffen sein.

Beide Erkrankungen lassen sich heute in der Regel gut diagnostizieren und behandeln. Neben Laboruntersuchungen spielen Ultraschall und nuklearmedizinische Verfahren eine wichtige Rolle. Die Therapie reicht von Medikamenten über Radiojodtherapie bis hin zu operativen Eingriffen. 

 

Text: Pressestelle UKW

Schilddrüse
Beim Schilddrüseninfotag 2026 informieren Expertinnen und Experten am Uniklinikum Würzburg über Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und bieten kostenlose Ultraschalluntersuchungen an. © UKW, KI-generiert

Krebsforschung zum Anfassen: MS Wissenschaft kommt nach Würzburg

Vom 8. bis 11. September ankert die MS Wissenschaft nahe der Würzburger Mainkuh. Mit an Bord des Ausstellungsschiffs ist ein digitales Forschungsspiel aus Würzburg, das eine besondere Form der Krebstherapie verständlich macht.

CAR-T-Zellen zusammenstellen und damit Krebszellen besiegen – das können Gäste der MS Wissenschaft spielerisch am Würzburger Exponat zur Immunzelltherapie.
Eigene CAR-T-Zellen zusammenstellen und damit Krebszellen besiegen – das können Gäste der MS Wissenschaft spielerisch am Würzburger Exponat zur Immunzelltherapie. (Ilja C. Hendel / Wissenschaft im Dialog, CC BY-SA 4.0)

Die MS Wissenschaft ist ein 100 Meter langes Binnenfrachtschiff, das aktuelle Forschung als schwimmende Ausstellung in verschiedene Städte bringt. Seit Mai ist sie im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ unterwegs und steuert insgesamt rund 35 Städte an. An Bord sind rund 30 Ausstellungsstücke zu sehen.

Mit dabei ist in diesem Jahr auch ein Würzburger Exponat zu sogenannten CAR-T-Zellen. Das sind Immunzellen, die für die Behandlung von Krebs mit einem besonderen Rezeptor ausgestattet werden, der es ihnen erlaubt, Krebszellen zu erkennen und gezielt zu zerstören. 

Wie genau das funktioniert, können Gäste auf der MS Wissenschaft selbst nachvollziehen: Auf einem großen, berührungsempfindlichen Tisch stellen sie eigene CAR-T-Zellen zusammen. Mit dem passenden Rezeptor, dem „CAR“ (steht für: „chimärer Antigenrezeptor“), erhalten die Immunzellen eine „Superkraft“, um Krebszellen zu zerstören.

Entwickelt wurde das Exponat von einem interdisziplinären Team des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig. Es macht Krebsforschung und Immuntherapie für ein breites Publikum anschaulich und lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Krebsforschung und Immuntherapie spielerisch vermitteln

„Das CAR-T-Zell-Spiel ist entlang der Strecke der MS Wissenschaft bereits auf großes Interesse gestoßen“, freut sich Professor Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum und Leiter der Außenstelle Würzburg des IZI. „Wir haben schon viele Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern bekommen, aber auch von Patientinnen und Patienten. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf den Stopp in Würzburg: Hier ist ein großer Teil der Forschung entstanden, die wir mit dem Exponat sichtbar machen.“

In einem gemeinsamen Projekt haben Teams der beiden Würzburger Lehrstühle für Immuntherapie und für Games Engineering das Spiel innerhalb von rund vier Monaten konzipiert, entwickelt und programmiert. Die technische Umsetzung übernahm die Games-Engineering-Studentin Marie Schramm im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in der Gruppe von Professor Sebastian von Mammen.

Die Idee für das Spiel stammt von Annika Dressler vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie. Die Spiel-Konzeptionierung und die wissenschaftliche Leitung übernahm Thomas Däullary. Christina Bornschein war für die organisatorische Leitung und Kommunikation verantwortlich. Beide arbeiten am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie. Nach der Tour des Ausstellungsschiffs will das Team das Projekt weiterentwickeln und zusätzlich strategischer ausrichten, sodass es über mehrere Level spielbar ist und noch komplexere Zusammenhänge vermittelt. 

Finanziert wurde das Exponat mit Unterstützung vom Comprehensive Cancer Center Allianz WERA (CCC WERA), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, PlasmidFactory GmbH, Miltenyi Biotec und Johnson & Johnson.

Veranstaltungen an Bord

An Bord der MS Wissenschaft finden mehrere kostenfreie Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt, die vom Universitätsklinikum, der Julius-Maximilians-Universität und von der Fachzeitschrift Vogel IT Medien organisiert werden. Da die Plätze auf dem Schiff begrenzt sind, ist eine Teilnahme am 9. und 10. September nur mit vorheriger Anmeldung möglich (siehe Anmeldeseiten):

Die MS Wissenschaft

Die MS Wissenschaft ist seit Mai 2026 auf Tour. Von Berlin aus führte die Route des 100 Meter langen Frachtschiffs zunächst nach Polen, anschließend durch Deutschland und Österreich. Insgesamt werden rund 35 Städte angelaufen. Der Eintritt ist frei. Jedes Jahr besuchen etwa 100.000 Menschen die Ausstellung, darunter viele Schulklassen und Familien. Die MS Wissenschaft wird realisiert von der Wissenschaft im Dialog gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Der letzte Deutschland-Stopp ist vom 8. bis 11. September 2026 in Würzburg. Die schwimmende Ausstellung liegt in dieser Zeit in der Nähe der Mainkuh, Höhe Felix-Freudenberger-Platz (Koordinaten 49.789326, 9.927181).

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 24. August 2026

 

CAR-T-Zellen zusammenstellen und damit Krebszellen besiegen – das können Gäste der MS Wissenschaft spielerisch am Würzburger Exponat zur Immunzelltherapie.
Eigene CAR-T-Zellen zusammenstellen und damit Krebszellen besiegen – das können Gäste der MS Wissenschaft spielerisch am Würzburger Exponat zur Immunzelltherapie. (Ilja C. Hendel / Wissenschaft im Dialog, CC BY-SA 4.0)

Online-Abendsprechstunde informiert über Bluthochdruck

Ein kostenloses Webinar des Uniklinikums Würzburg und der Mediengruppe Main-Post am 22. September 2026 gibt Antworten auf zentrale Fragen rund um Risiken, Ursachen und Behandlung von Bluthochdruck.

Portrait Prof. Ulrich Hofmann und Dr. Victoria Hagen
Prof. Dr. Ulrich Hofmann und Dr. Victoria Hagen informieren am 22. September 2026 in einer Online-Abendsprechstunde des Uniklinikums Würzburg über Ursachen, Risiken und moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Bluthochdruck. © Norbert Schmidt, Stefan Dreising / UKW

Würzburg. Bluthochdruck gehört zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Viele Betroffene spüren lange Zeit keine Beschwerden – dennoch kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schwerwiegende Folgen haben: Er steigert das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder Nierenschäden. Wie Bluthochdruck entsteht, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was Betroffene selbst tun können, erläutern Fachleute des Uniklinikums Würzburg (UKW) am Dienstag, den 22. September 2026, in einer kostenlosen Online-Veranstaltung der Reihe „Abendsprechstunde“. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post angeboten.

Risiken erkennen, Blutdruckwerte senken

Referierende und Ansprechpartner sind Prof. Dr. Ulrich Hofmann, Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW, sowie Dr. Victoria Hagen, Assistenzärztin der Klinik. Gemeinsam informieren sie über aktuelle Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie des Bluthochdrucks und beantworten Fragen der Teilnehmenden.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie mögliche Ursachen der Erkrankung, die gesundheitlichen Risiken eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks sowie Maßnahmen zu dessen Senkung. Darüber hinaus erläutern die Fachleute, wann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist und wie Betroffene ihren Blutdruck zu Hause richtig messen können.

Teilnahme per Zoom

Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und endet gegen 19:30 Uhr. Sie findet über die Videoplattform Zoom statt. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn die Zugangsdaten per E-Mail. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.ukw.de/selbsthilfe in der Rubrik „Veranstaltungen“.


Text: Pressestelle / UKW
 

Portrait Prof. Ulrich Hofmann und Dr. Victoria Hagen
Prof. Dr. Ulrich Hofmann und Dr. Victoria Hagen informieren am 22. September 2026 in einer Online-Abendsprechstunde des Uniklinikums Würzburg über Ursachen, Risiken und moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Bluthochdruck. © Norbert Schmidt, Stefan Dreising / UKW

Würzburger Forschung entdeckt neuen Weg zu sicherem Thromboseschutz

Eine teilweise Verringerung des GPVI-Rezeptors erzeugt neuen Thrombozyten-Phänotyp, der vor Thrombosen schützt, ohne die lebenswichtige Blutstillung zu beeinträchtigen

Collage der beiden Porträts von Nieswandt und Navarro - der Hintergrund ist sehr unscharf.
Stefano Navarro (links) ist Erstautor und Bernard Nieswandt Letztautor der Studie die zeigt: Eine partielle Herunterregulierung des Glykoproteins VI der Thrombozyten durch Antikörper mit geringer Affinität sorgt für einen anhaltenden und sicheren antithrombotischen Schutz. @ Collage mit Canva / Bernhard Nieswandt / UKW
Zwei Mikroskopische Bilder - links Kontrollgruppe, rechts Maus mit reduziertem GPVI
Eine teilweise Verringerung des GPVI-Rezeptors (GPVILO) schützt vor Thrombosen und akuten Lungenschäden. In Mäusen mit reduziertem GPVI lagerten sich nach einer Behandlung, die eine akute Entzündungsreaktion auslöst, deutlich weniger Blutplättchen und neutrophile Granulozyten in der Lunge ab. Die beiden Bilder zeigen den Unterschied: Links ist ein Beispiel aus der Kontrollgruppe zu sehen, rechts eine Maus mit reduziertem GPVI. Die Blutgefäße sind magenta, Blutplättchen cyan und neutrophile Granulozyten gelb dargestellt. © Bernhard Nieswandt / UKW

Ein Forschungsteam der Experimentellen Biomedizin I des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) präsentiert in der renommierten Fachzeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy“ einen neuartigen Ansatz zur Vorbeugung von arteriellen Thrombosen und entzündlichen Gewebeschäden, so genannten thrombo-inflammatorischen Erkrankungen, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Anstatt den Thrombozytenrezeptor Glykoprotein VI (GPVI) zu blockieren, haben die Forschenden ihn teilweise herunterreguliert. Eine gezielte Verringerung der Rezeptordichte auf der Oberfläche der Blutplättchen könnte krankhafte Signale zur Bildung von Blutgerinnseln abschwächen und gleichzeitig die normale Blutgerinnung weitgehend erhalten.

Würzburg. Glykoprotein VI, kurz GPVI, ist ein Oberflächenrezeptor, der ausschließlich in Thrombozyten und ihren Vorläuferzellen, den Megakaryozyten im Knochenmark, vorkommt. GPVI ist vor allem für die Bindung von Kollagen an der verletzten Gefäßwand verantwortlich, was die Aktivierung und das Verklumpen der Blutplättchen auslöst. GPVI spielt somit eine Rolle bei der sogenannten Hämostase, der Blutstillung. Eine übermäßige Aktivierung des Rezeptors GPVI kann jedoch zur Bildung krankhafter Thromben und damit zu Gefäßverschlüssen führen, wodurch der Blutfluss zu lebenswichtigen Organen behindert wird. Ein Infarkt droht. 

Prof. Dr. Bernhard Nieswandt beschrieb im Jahr 2001 im Journal of Experimental Medicine erstmals die Funktion des Rezeptors GPVI. Mit seiner Forschung legte der Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Biomedizin I am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und Forschungsgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in den vergangenen Jahren das Fundament für die Entwicklung und klinische Erprobung von sogenannten GPVI-Inhibitoren. Erst vor wenigen Wochen unterzeichneten Boehringer Ingelheim und das unterfränkische Biotech-Unternehmen EMFRET Analytics einen Kooperations- und Lizenzvertrag für das präklinische Entwicklungsprogramm des GPVI-blockierenden Antikörpers EMA601. Dessen Entwicklung wurde maßgeblich von der Universitätsmedizin Würzburg begleitet (siehe Pressemeldung zur Vertragsunterzeichnung und Historie von EMA601). Nieswandt und sein Team, allen voran Dr. Stefano Navarro als Erstautor, zeigten im Jahr 2024 im European Heart Journal, dass EMA601 den GPVI-Signalweg der Thrombozyten äußerst wirksam blockiert und so Thrombosen und thrombo-inflammatorische Krankheitsprozesse verhindert, ohne die lebensnotwendige Blutgerinnung zu beeinträchtigen. 

Aktuelle Studie zeigt unerwartete Alternative zu GPVI-Inhibitoren

Jetzt präsentieren Navarro und Nieswandt gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen und Emfret Analytics in der hochrangigen Fachzeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy“ einen weiteren vielversprechenden Ansatz zur Vorbeugung von Thrombosen und thrombo-inflammatorischen Erkrankungen, bei dem die normale Blutgerinnung erhalten bleibt. 

Anstatt die Aktivität von GPVI durch eine Blockade zu hemmen, verringerten sie die GPVI-Rezeptordichte auf der Oberfläche der Thrombozyten. Gänzlich entfernen könne man GPVI nicht, wie frühe Untersuchungen ergaben. Ein GPVI-Mangel schützte Mäuse zwar vor Thrombosen, könnte jedoch in Kombination mit anderen Thrombozytenaggregationshemmern wie Aspirin die Hämostase beeinträchtigen.

Das Team der Experimentellen Biomedizin I fand nun mithilfe eines humanisierten Mausmodells und menschlicher Blutplättchen heraus, dass bestimmte Antikörper mit geringer Bindungsstärke – in diesem Fall JAQ1-Antikörper – die Anzahl der GPVI-Rezeptoren auf den Blutplättchen um etwa die Hälfte verringern. Zur Überraschung der Forschenden kam der Rezeptorabbau konstant auf halbem Weg zum Stillstand. Anstatt also GPVI-defiziente Thrombozyten zu erzeugen, schien JAQ1 durchweg einen völlig neuen Thrombozytenzustand zu erzeugen, einen stabilen „GPVI-low“-Phänotyp (GPVILO).

GPVILO ist ein neuer eigenständiger Thrombozytenphänotyp

„Für mich war die überraschendste Erkenntnis, dass ein teilweiser Rezeptorverlust nicht einfach ein Zwischenzustand zwischen normalen Thrombozyten und einem GPVI-Mangel ist“, erklärt Erstautor Dr. Stefano Navarro. „Stattdessen führte er zu einem eigenständigen Thrombozytenphänotyp, der die hämostatische Funktion aufrechterhielt und gleichzeitig eine starke antithrombotische Wirksamkeit bewahrte.“

Bemerkenswerterweise konnten die Blutplättchen trotz der geringeren Rezeptorzahl weiterhin an verletzten Blutgefäßen haften und Blutungen stillen. Im Gegensatz zur vollständigen GPVI-Depletion blieb die hämostatische Funktion selbst in Kombination mit hochdosiertem Aspirin bei einer partiellen Reduktion von GPVI erhalten. Gleichzeitig waren die Signale, die zur Bildung und Stabilisierung von Blutgerinnseln beitragen, sowie die gerinnungsfördernde Aktivität der Blutplättchen deutlich abgeschwächt. 

Gezielte Steuerung der Rezeptordichte könnte zum therapeutischen Prinzip werden

Die Studie eröffnet damit einen neuen Ansatz für die Entwicklung sichererer Medikamente zur Vorbeugung von Thrombosen. Anstatt GPVI vollständig auszuschalten, könnte die gezielte Steuerung der Rezeptordichte künftig selbst zum therapeutischen Prinzip werden, indem pathologische Signalwege selektiv unterdrückt werden. In experimentellen Modellen boten GPVILO-Thrombozyten einen zuverlässigen Schutz vor arterieller Thrombose und entzündlichen Lungenschäden.

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass die biologische Funktion von GPVI nicht nur von seiner Aktivität, sondern auch von seiner Anzahl auf der Thrombozytenoberfläche abhängt. Damit eröffnet sich ein neues pharmakologisches Konzept, bei dem die Rezeptordichte selbst zum therapeutischen Ziel wird“, erläutert Bernhard Nieswandt. „Eine langfristige Anti-GPVI-Therapie könnte über die Prävention thrombotischer Erkrankungen hinaus auch zur Behandlung entzündlicher Krankheitszustände wie des ischämischen Schlaganfalls, akuter Lungenverletzungen und möglicherweise von Krebsmetastasen beitragen.“

Publikation: Stefano Navarro, Sarah Beck, Sabrina I. Bonfiglio, Ernesto J. Cuenca-Zamora, Lukas J. Weiß, Marijke Kuijpers, Johan Heemskerk, David Stegner, Bernhard Nieswandt. Partial downregulation of platelet Glycoprotein VI by low affinity antibodies confers sustained and safe antithrombotic protection. Signal Transduct Target Ther. 2026;11(1):264. doi: 10.1038/s41392-026-02864-5.

Weitere Links:

Studie von 2001: https://doi.org/10.1084/jem.193.4.459

Studie von 2024: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae482

Pressemeldung zur Vertragsunterzeichnung und Historie von EMA601: Universitätsklinikum Würzburg: Vielversprechender GPVI-Inhibitor macht wichtigen Schritt in Richtung klinische Entwicklung

Collage der beiden Porträts von Nieswandt und Navarro - der Hintergrund ist sehr unscharf.
Stefano Navarro (links) ist Erstautor und Bernard Nieswandt Letztautor der Studie die zeigt: Eine partielle Herunterregulierung des Glykoproteins VI der Thrombozyten durch Antikörper mit geringer Affinität sorgt für einen anhaltenden und sicheren antithrombotischen Schutz. @ Collage mit Canva / Bernhard Nieswandt / UKW
Zwei Mikroskopische Bilder - links Kontrollgruppe, rechts Maus mit reduziertem GPVI
Eine teilweise Verringerung des GPVI-Rezeptors (GPVILO) schützt vor Thrombosen und akuten Lungenschäden. In Mäusen mit reduziertem GPVI lagerten sich nach einer Behandlung, die eine akute Entzündungsreaktion auslöst, deutlich weniger Blutplättchen und neutrophile Granulozyten in der Lunge ab. Die beiden Bilder zeigen den Unterschied: Links ist ein Beispiel aus der Kontrollgruppe zu sehen, rechts eine Maus mit reduziertem GPVI. Die Blutgefäße sind magenta, Blutplättchen cyan und neutrophile Granulozyten gelb dargestellt. © Bernhard Nieswandt / UKW

Mit einer Spende gegen den Muskelschwund

Nach seiner erfolgreichen Tumortherapie am Uniklinikum Würzburg wollte Mario Zura gerne etwas zurückgeben. Gemeinsam mit Familie, Freunden und seinem Sportverein sammelte er über 1.600 Euro für einen Bewegungstrainer. Das Gerät hilft Patientinnen und Patienten der Station M84 dabei, auch während des Krankenhausaufenthalts ihre Muskelfunktion zu erhalten oder zurückzugewinnen.

Gerät Bewegungstrainer mit Spender und Mitarbeiterinnen Station
Der Spender Mario Zura mit der stellvertretenden Pflegeleiterin Christina Steinmann, Physiotherapeutin Edith Stadler und Oberärztin PD Dr. Monika Rau (von links). © Helmuth Ziegler / UKW

Würzburg. Mario Zura kennt das Uniklinikum Würzburg (UKW) – speziell die Station M84 – aus eigener Erfahrung. Im vergangenen Jahr wurde er hier mehrere Monate lang wegen eines bösartigen Knochentumors am rechten Schienbein behandelt. Nach Chemotherapie und Operation befindet er sich inzwischen in der Nachsorge und kommt weiterhin zu Kontrolluntersuchungen ans Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung.

Die erfolgreiche Therapie und die von ihm als sehr empathisch erlebte Versorgung weckten bei Zura den Wunsch, etwas Konkretes und Sinnvolles zurückzugeben. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Station M84, der Schwerpunktstation für Hepatologie und Onkologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik II, wurde dafür ein Bewegungstrainer als geeignetes Spendenziel ausgewählt.

1.615 Euro von Familie, Freunden und Sportgemeinschaft

Dafür brachte Mario Zura insgesamt 1.615 Euro zusammen. Etwa die Hälfte der Summe stammt aus seinem Familien- und Freundeskreis, die andere Hälfte von der Sportgemeinschaft Dietershausen/Friesenhausen im Landkreis Fulda. Dort engagiert sich Zura als Fußballtrainer.

Das mit diesem Geld im Frühjahr 2026 angeschaffte Gerät wird nach den Beobachtungen von Christina Steinmann, der stellvertretenden Stationsleitung von M84, von den Patientinnen und Patienten intensiv genutzt. Und das ist gut so. „An jedem Tag im Krankenbett wird Muskelmasse abgebaut – mit weitreichenden Folgen“, erläutert Privatdozentin Dr. Monika Rau. Laut der Oberärztin der Station M84 wurde erst im vergangenen Jahr am UKW eine Studie veröffentlicht, die am Beispiel von Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose eindrücklich zeigt, dass eine Sarkopenie – also der krankheitsbedingte Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft – mit einer deutlich ungünstigeren Prognose verbunden ist.

Individuell steuerbares Eigentraining 

Mit dem gespendeten Bewegungstrainer können sowohl Arme als auch Beine trainiert werden. Dabei ist das Gerät sehr unterschiedlich einsetzbar. Ein Motor ermöglicht bei Bedarf auch ein passives Bewegen der Gliedmaßen. Je nach körperlicher Verfassung lässt sich die Belastung schrittweise steigern und ein aktives, fordernderes Training durchführen.

„Unser Hauptziel ist es, die Ausdauer und die Muskelfunktion der Patientinnen und Patienten zu fördern“, erklärt die für die Station M84 zuständige Physiotherapeutin Edith Stadler und fährt fort: „Mit dem Gerät ist dabei neben den regulären physiotherapeutischen Behandlungen ein zusätzliches Eigentraining möglich.“ Zu Beginn werden die Patientinnen und Patienten von den Physiotherapeutinnen und -therapeuten in die richtige Nutzung eingewiesen.
Besonders sinnvoll sind laut Stadler mehrere kurze Trainingseinheiten über den Tag verteilt statt einer einzelnen, langen Trainingsphase. So könne der Bewegungstrainer dazu beitragen, auch während eines längeren Krankenhausaufenthalts möglichst viel körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren.

Das Team der Station M84 bedankte sich im Namen der Patientinnen und Patienten herzlich bei Mario Zura für sein großartiges Engagement.

 

Text: Pressestelle / UKW

Gerät Bewegungstrainer mit Spender und Mitarbeiterinnen Station
Der Spender Mario Zura mit der stellvertretenden Pflegeleiterin Christina Steinmann, Physiotherapeutin Edith Stadler und Oberärztin PD Dr. Monika Rau (von links). © Helmuth Ziegler / UKW