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Gemeinsam gegen die Essstörung

Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKW Würzburg untersucht in einer neuen Studie, ob eine familienbasierte Therapie bei Anorexia nervosa genauso wirksam sein kann wie eine stationäre Behandlung.

Illustration einer Familie: Vater, Mutter und deren Tochter

Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen bei einer Essstörung am besten? Dieser Frage geht das Universitätsklinikum Würzburg in einer neuen Studie auf den Grund. Die FIAT-Studie (Familien-Basierte vs. Institutionelle Anorexia-nervosa-Therapie) am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) untersucht, welche Behandlung bei Anorexia nervosa (AN) im Kindes- und Jugendalter am besten hilft. Dafür werden zwei bewährte Therapieansätze direkt miteinander verglichen: die stationäre multimodale Therapie (SMT), die in Deutschland bei schwerer AN häufig Standard ist, und die familienbasierte Therapie (FBT), die beispielsweise in den USA oft als Verfahren der Wahl gilt. 

Familienzentrierte Behandlung im häuslichen Umfeld?

Ziel der Studie ist es, zu prüfen, ob eine strukturierte, familienzentrierte Behandlung im häuslichen Umfeld – am UKW als telemedizinische Videositzungen – mindestens genauso wirksam ist wie eine stationäre Behandlung und für welche Patientinnen und Patienten welcher Ansatz besonders geeignet ist. Geleitet wird die Studie durch die Charité.

Die FBT könnte für Betroffene einen Mittelweg bieten, der den Familien hilft, besser mit der Krankheit umzugehen, und eventuell eine stationäre Behandlung ersetzen. Bundesweit nehmen 22 Zentren teil, insgesamt werden 200 Familien eingeschlossen.

Wer kann teilnehmen?

Patientinnen und Patienten im Alter von 8 bis 17 Jahren

  • mit AN-Diagnose (Anorexia nervosa)
  • mit dem Bedarf einer vollstationären Therapie
  • gesetzlich krankenversichert
  • mit stabiler Internetverbindung
  • wohnhaft in der Nähe eines Studienzentrums

Nach einem ausführlichen Informationsgespräch werden die Teilnahmevoraussetzungen geprüft und – wenn alles passt – die Einverständniserklärung unterschrieben.

Anschließend erfolgt eine zufällige Zuteilung (Randomisierung) zu einer von zwei Behandlungen: SMT oder FBT per Videositzungen. Mit Therapiebeginn sowie im Verlauf werden Fragebögen ausgefüllt. Dafür gibt es 170 € Aufwandsentschädigung.

Kontakt am UKW: KJ_Ambulanz@ukw.de

Mehr Informationen zur Studie

Wenn Geräusche Angst auslösen

In einer Studie des UKW wird erforscht, wie virtuelle Eindrücke Emotionen und körperliche Stressreaktionen beeinflussen – und was dabei im Körper messbar passiert.

Angst- und Furchtreaktionen sind automatische Schutzmechanismen: Innerhalb weniger Sekunden schaltet der Organismus in den „Fight-or-Flight“-Modus. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, die Muskulatur spannt sich an, und die Haut beginnt stärker zu schwitzen – der Körper macht sich bereit für Kampf oder Flucht.

Diese Reaktionen sind evolutionär sinnvoll, können im modernen Alltag aber auch ohne reale Gefahr auftreten, etwa bei Stress, plötzlichen Geräuschen oder ungewohnten Situationen. Manche Menschen erleben das als unangenehm oder belastend. Um besser zu verstehen, welche Auslöser solche Reaktionen verstärken oder abschwächen, untersuchen Forschende am UKW gezielt die Wirkung von Geräuschen in virtuellen Umgebungen.

Prof. Dr. Grit Hein und ihr Team am  Zentrum für Psychische Erkrankungen (ZEP) des Universitätsklinikums Würzburg prüfen in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Marc Erich Latoschik vom Lehrstuhl für Human-Computer Interaction in einer Studie, wie sich Furchtreaktionen durch verschiedene virtuelle Szenarien beeinflussen lassen, und suchen hierfür Probandinnen. Die Untersuchung findet in einem etwa einstündigen Termin im VR-Raum des ZEP am Margarete-Höppel-Platz 1 in Würzburg statt.

Dabei tragen die Teilnehmerinnen eine VR-Brille und erleben während der gut einstündigen Untersuchung unterschiedliche Situationen, während der Einfluss von Geräuschen auf die emotionale Reaktion sowie die Hautleitfähigkeit gemessen wird. Diese ist ein bewährter Körperwert, der zeigt, wie stark ein Nervensystem gerade auf Stress oder Anspannung reagiert. Bei emotionaler Erregung wird die Haut feuchter und ihre Leitfähigkeit verändert sich. So lässt sich objektiv nachvollziehen, wie stark der Körper auf bestimmte Reize reagiert.

Eine verängstigt schauende Frau kauert sich zusammen und presst ein Kissen an sich.

Für die Studie werden gesucht:

  • gesunde Frauen im Alter von 18 bis 60 Jahren
  • Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse
  • Die Teilnehmerinnen sollten keine Platzangst haben
  • Außerdem sollten keine neurologischen oder psychiatrischen Vorerkrankungen vorliegen
  • Für die Teilnahme gibt es eine Pauschale von 16 Euro

Interessierte können sich per E-Mail an den Studienleiter philipp.krop@uni-wuerzburg.de wenden.

Eine Gruppe von Menschen spaziert durch einen Park. Die Menschen sind von hinten zu sehen.

Wenn das Wetter mitspielt, können die Teilnehmenden bei einem Spaziergang am Mainufer unkompliziert Kontakte knüpfen.

Aktionstag Selbsthilfe

„Gehen wir ein Stück des Weges gemeinsam!“

Zum vierten Mal lädt das Universitätsklinikum Würzburg alle Interessierten – insbesondere Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie alle mit Bezug zur Selbsthilfe – zu einem gemeinsamen Spaziergang und Austausch ein. Anschließend erwartet die Teilnehmenden im Park ein offenes Begegnungstreffen mit Infoständen von Selbsthilfegruppen sowie Getränken und kleinen Speisen, um Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Selbsthilfegruppen, die mit einem Infostand teilnehmen möchten, sind herzlich willkommen. Wann? Mittwoch, 1. Juli 2026, ab 16 Uhr Wo? Exerzitienhaus Himmelspforten, Mainaustraße 42, Würzburg Anmeldung erforderlich: selbsthilfe@ukw.de

Werbeanzeige des Uniklinikums Würzburg: Mitarbeitende verschiedener Berufsgruppen vor dem Klinikgebäude, dazu QR-Codes und Links zu Stellenangeboten und Ausbildung, Slogan „Karriere am UKW – Du hast die Wahl.“
Anzeige mit dem Slogan „Gemeinsam besser“, Kontaktdaten zu Selbsthilfe-Beratungsstellen in Würzburg, Hinweis auf die Auszeichnung als „selbsthilfefreundliches Krankenhaus“
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