Ein Leuchtturm mit Strahlkraft

Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität vom 11.September 2018

Gut zwei Jahre Bauzeit und Kosten von rund sechs Millionen Euro: Das sind die Rahmendaten des Neubaus für die Graduate School of Life Sciences (GSLS), den die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) am Dienstag, 11. September 2018, feierlich eingeweiht hat.

Die Graduiertenschule ist eine Einrichtung, die seit dem Jahr 2006 Nachwuchskräfte in den Lebenswissenschaften gezielt fördert. In ihr werden zurzeit über 600 Doktorandinnen und Doktoranden aus mehr als 250 Arbeitsgruppen der Biologie, Medizin, Chemie, Pharmazie, Physik und Psychologie betreut. Über ein Drittel davon kommt aus dem Ausland – die hohe Internationalität war von Anfang an ein besonderes Merkmal der Graduiertenschule.

Durch innovative Konzepte und Programme, die mittlerweile auch Masterstudierende und Postdocs einbeziehen, kommt der GSLS ein Vorzeigecharakter für die Nachwuchsförderung zu. Sie gehört zu den großen, international und interdisziplinär ausgerichteten Graduiertenschulen in Deutschland.

Der Neubau

Im Neubau stehen den Promovierenden und Beschäftigten der GSLS unter anderem ein großer Vortragssaal, Seminarräume, ein Bibliotheks- und Lesebereich und Büros zur Verfügung – auf einer Hauptnutzfläche von rund 1.200 Quadratmetern, verteilt auf drei Geschosse.  Die Promovierenden sollen hier in Ruhe an ihrer Dissertation schreiben, Tagungen und Seminare besuchen und sich fächerübergreifend begegnen können.
Der symbolische erste Spatenstich für den Bau war im Juni 2016 gesetzt worden, im Dezember 2016 folgte das Richtfest.

Fakten zur Graduiertenschule

Die GSLS der Universität Würzburg wird seit 2006 in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert. Bislang sind rund 16 Millionen Euro staatliche Fördermittel in die GSLS geflossen – hauptsächlich in Stipendien für herausragende Promovierende und in das überfachliche Trainings- und Qualifizierungsprogramm.
2012 wurde die Graduiertenschule im Rahmen der Exzellenzinitiative sehr positiv begutachtet. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst beschloss daraufhin den Neubau eines zentralen Gebäudes neben der Mensateria.
Seit 2007 bilanziert die GSLS mehr als 450 abgeschlossene Promotionsverfahren und über 1600 Publikationen.

Der Festakt

Zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche waren zur feierlichen Einweihung des neuen Gebäudes auf den Campus Hubland gekommen, um sich selbst einen Eindruck von den Räumen zu verschaffen. Hier ein paar Stimmen aus den Grußworten:

Prof. Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg: „Der Neubau ist der zentrale Knotenpunkt für alle Aktivitäten der Graduiertenförderung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und eine interdisziplinäre Lehr-, Lern- und Begegnungsstätte. Hier kann die Universität jungen Menschen die Fähigkeiten vermitteln, die sie in die Lage versetzen, noch in 20 Jahren die Probleme zu lösen, vor denen die Gesellschaft dann steht.“

Prof. Dr. Caroline Kisker, Direktorin der GSLS: „Die Graduate School of Life Sciences bildet die gemeinsame Plattform zur Vernetzung von Medizinern und Naturwissenschaftlern. Das ist eines ihrer Erfolgsrezepte, schließlich sind interdisziplinäre Promotionen heutzutage Standard. Das neue Gebäude erleichtert die Vernetzung ungemein.“

Dr. Michael Mihatsch, Abteilungsleiter Universitäten / Hochschulmedizin, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst: „Der Neubau ist eine verhältnismäßig kleine, aber feine Ergänzung des Angebots in den Lebenswissenschaften und steht für die Kompetenz und wissenschaftliche Exzellenz der Universität Würzburg in diesem Bereich. Der unauffällige Verlauf des Baugeschehens macht Mut für weitere Projekte in Würzburg.“

Oliver Jörg, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst
im Bayerischen Landtag: „Der Neubau für die Graduate School of Life Sciences ist ein wichtiges Puzzleteil in den Anstrengungen, die wir unternehmen, damit die Region Mainfranken auch morgen noch erfolgreich aufgestellt ist. Es ist unser Ziel, im nordbayerischen Raum Projekte zu entwickeln, die weltweit einen guten Ruf haben. Die Universität Würzburg ist da mit dabei.“

Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken: „Die Universität Würzburg hat sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Graduiertenschulen entwickelt. Der Neubau befindet sich an einem zentralen Standort zwischen altem und neuem Campus und steht symbolträchtig an der Schnittstelle von wissenschaftlichem Fortschritt und der Entwicklung der Stadt. Denn Wissenschaft, Forschung und Entwicklung müssen zusammenarbeiten für den Erfolg der Region.

Christian Schuchardt, Oberbürgermeister von Würzburg: „Die Regiopolregion Mainfranken hat strategische Leuchttürme definiert, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. In solch einem Leuchtturmprojekt befinden wir uns heute. Dieser Neubau ist ein Meilenstein für die Stadt Würzburg und die gesamte Region. Er kann die Strahlkraft von Universität und Region zeitgemäß fortschreiben.“

Jan Knippel, Bereichsleiter Universitätsbau, Staatliches Bauamt Würzburg: „Der Neubau ist stabil, hochwertig, langlebig und sparsam – oder in einem Wort: nachhaltig. Holz und helle Farben sorgen für eine angenehme und kommunikative Atmosphäre.“

Im Anschluss an die Begrüßung und die Grußworte nahmen Domkapitular Dr. Stefan Rambacher und Dekanin Dr. Edda Weise die ökumenische Weihe für das neue Gebäude vor. Das Trio „Züngelnder Saitenwind“ sorgte mit Akkordeon, Cello und Saxophon für den musikalischen Rahmen.