Forschung

Wir betreiben exzellente Forschung mit dem Ziel, neue Erkenntnisse und vielversprechende Ansätze möglichst schnell in die Praxis umzusetzen. So tragen wir dazu bei, die Patientenversorgung stetig zu verbessern.

Forschungsschwerpunkte der Poliklinik für Zahnerhaltung

Die derzeitigen Forschungsprojekte der Poliklinik für Zahnerhaltung fokussieren auf die restaurative Zahnerhaltung, die Endodontologie und die zahnärztliche Traumatologie. Abhängig vom Fachgebiet werden die verschiedenen Projekte von den Oberärzten der Poliklinik (PD Dr. N. Hofmann, Dr. M. Jahreis, Dr. R. Krug, Dr. S. Soliman) betreut beziehungsweise mitbetreut.

Laboruntersuchungen

Die im Rahmen der Werkstoffkunde bearbeiteten Fragestellungen beinhalten Wechselwirkungen zahnärztlicher Werkstoffe mit der Zahnhartsubstanz sowie zahnärztlicher Werkstoffe untereinander. Zur Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen steht eine Kausimulationsmaschine zur künstlichen Probenalterung, sowie eine statische Prüfmaschine mit Versuchsaufbauten zur Bestimmung klassischer Materialparameter (Druckfestigkeit, Biegefestigkeit, Verbundfestigkeit im Zug-, Scher und Durchstoßversuch) zur Verfügung. Induktive Wegaufnehmer und Messverstärker ermöglichen die Erfassung der Verformung von Zähnen unter Belastung und während der Lichtpolymerisation von Kompositfüllungen. Weitere Versuchsaufbauten erlauben die Bestimmung sowohl des Schrumpfungsverlaufs als auch der Temperatur während der Polymerisation zahnärztlicher Komposite, sowie die Bestimmung der Strahlungsflussdichte und des Emissionsspektrums zahnärztlicher Lichtpolymerisationsgeräte. Die Randdichtheit von Restaurationen in vitro wird durch funktionelle Verfahren (Farbstoffpenetration) überprüft; die Ergebnisse werden dabei EDV-gestützt durch Bildauswerteverfahren dokumentiert. Zur morphologischen Randanalyse von Restaurationen in vitro und in vivo wird ein Rasterelektronenmikroskop eingesetzt. Unter Anwendung eines in vitro Modells wird in einem laufenden Kooperationsprojekt mit der Universitätszahnklinik in Basel, Schweiz, das Diskolorationspotential verschiedener endodontischer Materialien untersucht. Mit "Guided Endodontics" wurde 2015 ebenfalls in Kooperation mit der Zahnklinik Basel ein neuartiges Verfahren zur schablonengestützten Navigation im Rahmen der endodontischen Behandlung posttraumatisch obliterierter Zähne entwickelt.

Klinische Studien

Die klinischen Studien haben zum Ziel, neue Werkstoffe oder Therapieverfahren mit dem bisherigen Goldstandard zu vergleichen. In den letzten zwei Jahren wurden Wurzelkanalfüllungen aus den studentischen Behandlungskursen klinisch und röntgenologisch nach einem Zeitraum von zehn Jahren nachuntersucht. Moderne maschinelle Wurzelkanalaufbereitungen und neuere Fülltechniken sind in den studentischen Behandlungskursen seit mehreren Jahren etabliert. In aktuellen Studien wird der Einfluss moderner Verfahren auf die technische Qualität der Wurzelfüllungen sowie die Erfolgsraten der betroffenen Zähne ermittelt. Die Überlebensrate laborgefertigter Restaurationen wird in verschiedenen Studien nachuntersucht. In der ästhetisch sensiblen Frontzahnregion gehört hierzu die Evaluierung von glasfaserverstärkten Adhäsivbrücken über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Im Seitenzahngebiet wird aktuell die Prognose indirekter Restaurationen aus Keramik und hochgoldhaltigen Legierung nach einer Liegedauer von acht bis zehn Jahren untersucht. Auf dem Gebiet der dento-alveolären Traumatologie werden am Zahnunfallzentrum registrierte komplexe Verletzungen der Zahnhartsubstanz und der umliegenden Gewebe analysiert. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung zahnerhaltender Strategien für traumatisch schwer kompromittierte Zähne. Kronen-Wurzel-Frakturen, deren Therapie aufgrund des subkrestalen Frakturverlaufs als schwierig gilt, werden im Rahmen einer klinischen Studie unter Zuhilfenahme modernster bildgebender Verfahren bewertet. Es werden Langlebigkeit und Qualität des adhäsiven Verbundes nach adhäsiver Wiederbefestigung der Zahnkrone nach bis zu zwölf Jahren kontrolliert. Alternative Methoden wie die interalveoläre Transposition erweitern das therapeutische Spektrum für diese Verletzungsart und werden für die Jahre 2016 und 2017 systematisch hinsichtlich ihres Erfolges untersucht.

Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Parodontologie

Die Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Parodontologie sind nachfolgend aufgelistet und werden teilweise in Kollaboration mit anderen Instituten oder Kliniken bearbeitet.

Adjuvante systemische Antibiose in der Therapie chronischer und aggressiver parodontaler Erkrankungen

Die Evaluation der Wertigkeit der adjunktiver systemischer Antibiose im Rahmen antiinfektiöser Parodontaltherapie ist bereits seit mehreren Jahren ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Abteilung für Parodontologie. Neben lokalen, in Kollaboration mit dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie realisierten Forschungsprojekten, war die Abteilung an der Realisierung einer multizentrischen von der DFG geförderten Internventionsstudie (ABPARO) maßgeblich beteiligt, deren Ergebnisse zur Zeit fortlaufend ausgewertet und publiziert werden.

(Ansprechpartner: Prof. Dr. med. dent. Ulrich Schlagenhauf, Dr. med. dent. Yvonne Jockel-Schneider M. Sc., M. Bechtold)

Entzündungsmodulierende Wirkung des Konsums nitrathaltiger Lebensmittel

In einer klinischen Studie in Kooperation mit dem Institut für Lebensmittelwissenschaften und Biotechnologie der Universität Hohenheim untersuchte die Abteilung für Parodontologie die entzündungsmodulierende Wirkung nitrathaltiger Lebensmittel. Sie enthüllte eine ausgeprägte Hemmwirkung des Konsums nitrathaltigen Kopfsalatsaftes auf die Ausprägung chronischer gingivaler Entzündungen unabhängig von der Qualität der häuslichen Zahnpflege. Erste Ergebnisse wurden bereites publiziert.

(Ansprechpartner: Dr. med. dent. Yvonne Jockel-Schneider M. Sc., Prof. Dr. med. dent. Ulrich Schlagenhauf)

Parodontale Erkrankungen und kardiovaskuläre Gesundheit

In Kollaboration mit der Klinik für Innere Medizin I durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass parodontal erkrankte Patienten im Vergleich zu alterskorrelierten parodontal gesunden Kontrollen eine signifikant erhöhte vaskuläre Augmentation aufweisen und somit nicht nur parodontale sondern häufig auch signifikante vaskuläre Gesundheitsprobleme aufweisen. Erste Ergebnisse einer klinischen Studie, die ebenfalls in Kollaboration mit der Klinik für Innere Medizin I und mit Unterstützung der DFG durchgeführt wurde, zeigen, dass die therapeutisch bedingte Elimination parodontaler Entzündungen von einer signifikanten Reduktion entzündungskorrelierter kardiovaskulärerParameter begleitet wird.

(Ansprechpartner: Dr. med. dent. Yvonne Jockel-Schneider M. Sc., G. Ertl, C. Angermann, Prof. Dr. med. dent. Ulrich Schlagenhauf)

Socket Preservation nach Zahnextraktion

Nach Extraktion eines Zahnes zeigt der umgebende alveoläre Knochen eine ausgeprägte Resorptionstendenz, die eine funktionelle und ästhetisch unaufällige Wiederherstellung der Kaufunktion durch Eingliederung einer Brücke oder Insertion eines enossalen Zahnimplantates in vielen Fällen beeinträchtigt oder ohne zusätzliche knochenaugmentative Eingriffe unmöglich macht. Erste Untersuchungen belegten, dass ein möglichst dichter Verschluss des alveolären Knochendefektes mittels eines freien Schleimhauttransplantates signifikant die beobachtete alveoläre Resorption reduziert. Die Identifizierung weiterer Kofaktoren, die zur Stabilisierung des alveolären Knochenniveaus beitragen, ist Gegenstand aktueller Untersuchungen.

(Ansprechpartner: Prof. Dr. med. dent. Stefan Fickl)

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