Forschung

Wir betreiben exzellente Forschung mit dem Ziel, neue Erkenntnisse und vielversprechende Ansätze möglichst schnell in die Praxis umzusetzen. So tragen wir dazu bei, die Patientenversorgung stetig zu verbessern.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte der Universitäts-Kinderklinik Würzburg im Überblick:

Neonatologie

Sehr unreife Frühgeborene haben ein hohes Risiko für schwere Infektionen mit Folgeerkrankungen wie die einer chronischen Lungenerkrankung oder perinatalen Hirnschädigung. Eine Inflammationsreaktion durch Ureaplasmen, die häufig im Zervikalsekret schwangerer Frauen nachgewiesen werden, könnte Teil des bisher nur teilweise verstandenen, multifaktoriellen Pathomechanismus sein, der zu Schädigung von Lunge und ZNS Frühgeborener führt. Unter Verwendung primärer neonataler Monozyten sowie Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke wird die immunmodulatorische Kapazität von Ureaplasmen untersucht. Eine prospektive klinische Studie prüft eine Assoziation zwischen perinataler Ureaplasmen-Exposition und neonatalem Outcome bei Frühgeborenen < 30 Schwangerschaftswochen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt untersucht den immunmodulatorischen Einfluss von Coffein, als in der Neonatologie routinehaft eingesetztem Atemanaleptikum, auf pulmonale Inflammation und Airway-Remodelling bei Frühgeborenen.

Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Stammzelltransplantation

Forschungsschwerpunkte sind immuntherapeutische Verfahren, die durch das GMP-Labor für Zelltherapie rasch klinisch umgesetzt werden können. So wurde die TCRαβ/CD19-Depletion für haploidente Stammzelltransplantate erfolgreich klinisch getestet. Diese Transplantationsform kann durch die Übertragung sortierter Gedächtnis-T-Zellen weiter risikoarm unterstützt werden.

Im Rahmen eines internationalen Consortiums (MAGIC) wird prospektiv die Validität von Biomarkern zur Diagnostik und Therapiesteuerung der Graft-versus-Host-Erkrankung untersucht. Weitere Forschungsthemen sind der Einsatz neuer T-Zell-Therapien, sowie der Einfluss eines HLA-DP-Mismatches auf den Transplantationserfolg.

Eine therapeutischen Vakzine (dendritische Zellen) bei Kindern mit rezidivierten Gliomen wird derzeit in einer multizentrischen Phase-I/II-Studie untersucht. Im Rahmen eines EUTRANSCAN Konsortiums werden Tumorimpfstoffe über Ligandompeptide entwickelt und in einem In-vitro-T-Zell-Priming Modell evaluiert.

Weiterhin werden in einem Xenograft-Modell für Gruppe-3-Medulloblastome neue Therapieansätze erforscht. Zudem werden klinische Studien zu neuen Immuntherapeutika (bispezifische Antikörper, Checkpoint-Inhibitoren) durchgeführt.

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt werden angeborene Thrombozytopathien molekular klassifiziert.
Ein multinationales Patientenregister mit Biomaterialbanking ist im Aufbau.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Diagnostik von Membran- und Enzymdefekten der Erythrozyten dar.
Unsere Einrichtung nimmt an einer internationalen Phase-III-Studie für den Pyruvatkinasemangel teil.

Pädiatrische Infektiologie

In infektionsepidemiologischen Studien wird die Krankheitslast von Infektionskrankheiten und der Einfluss von Impfprogrammen bei Kindern und Jugendlichen untersucht.

Als Kooperationsprojekt erfolgt die molekularbiologische Identifizierung und Typisierung der erfassten Pathogene.

Weiterhin werden Studien zu Klinik und Schweregrad bei Erkrankung durch neue Influenza- und RSV-Varianten durchgeführt. In einer bundesweiten Langzeitstudie zu Pleuraempyemen werden die Mikrobiologie und Erregeranpassung am Beispiel von Pneumokokken-Serotypen-Replacement sowie das klinische Management untersucht.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Diagnostik von Neuroborreliose bei Kindern mit neuen Biomarkern, wie CXCL13.

Klinische Immunologie

Primäre Immundefekte (PIDs) sind angeborene Erkrankungen des Immunsystems, die durch eine hohe Infektionsanfälligkeit und eine gestörte Immunregulation auffallen. Wir untersuchen die genetische Grundlage bislang nicht bekannter, insbesondere B-Zellassoziierter PID. Zudem untersuchen wir die Pathomechanismen, die an der gestörten Immuntoleranz und Produktion von Autoantikörpern bei Patienten mit PIDs beteiligt sind. Die Untersuchungen solcher „genetischen Modelerkrankungen“ geben krankheits-relevante aber auch übergeordnete Einsichten in die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems.

Pädiatrische Rheumatologie

Die Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) mit antinukleären Antikörpern (ANAs) im Kindes- und Jugendalter entspricht wahrscheinlich einer klinisch homogenen Subgruppe (früher Erkrankungsbeginn, Uveitis). Hinsichtlich der Pathogenese konnten wir bei ANA+ JIA Patienten im entzündeten Gelenk das Vorkommen einer besonderen T-Helfer Population aufzeigen, die an der dysregulierten Aktivierung von B-Zellen beteiligt ist. Mittels Hochdurchsatzsequenzierung der T-Zell-Rezeptoren und Expressions-Klonierung der B-Zell-Rezeptoren dieser Zellpopulationen wird die Reaktivität gegenüber nukleären Autoantigenen untersucht.

Pathogenese von Autoimmunerkrankungen

Eine gestörte T-Zell-Homöostase steht bei zahlreichen Autoimmunerkrankungen im Vordergrund. Es wird mittels In-vitro-Polarisierungsexperimenten, epigenetischer Modulation und Interaktion mit mesenchymalen Stammzellen als auch Beeinflussung von Migrationsfaktoren versucht, inflammatorische T-Zellen zu inaktivieren und regulatorische
T-Zellen zu stimulieren. In weiteren Studien wird der Einfluss von immunsuppressiver und immunmodulatorischer Therapie auf Effektor-Mechanismen von latenten Virusinfektionen untersucht und die humorale und zelluläre Immunantwort auf Impf-Antigene analysiert, mit dem Ziel Vakzinierungs-Schemata für immunsupprimierte Patienten zu verbessern.

Osteologie

Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene Erkrankung des Knochen- und Mineralstoffwechsels mit verminderter Aktivität der gewebeunspezifischen alkalischen Phosphatase. Betroffen sind die Knochenmineralisation, die Nierenfunktion und ggf. auch des zentralen Nervensystem. In Würzburg wird die europaweit größte HPP-Patientenkohorte in einem interdisziplinären Team betreut. Die Projekte reichen dabei von den Grundlagen der Erkrankung bis hin zu präklinischen Therapieansätzen. Weiterhin erfolgt die Teilnahme am internationalen HPP-Register und Studien zur Erfassung der Lebensqualität und körperlichen Aktivität bei Patienten mit HPP.

Pädiatrische Pneumologie / Mukoviszidose / Sportmedizin

Eine hohe körperliche Aktivität und eine gute körperliche Leistungsfähigkeit sind prognostische Faktoren für eine Reihe von pneumologischen pneumologischen Krankheitsbildern wie zum Beispiel der Mukoviszidose. In den vergangenen Jahren wurden daher die Methoden zur Erfassung der körperlichen Aktivität und die spiroergometrische Messung der Leistungsfähigkeit für chronische Lungenerkrankungen international weiter standardisiert, um die Bedeutung dieser Größen für den Krankheitsverlauf besser zu untersuchen. Weiterhin wurden in einer von uns geleiteten internationalen Multicenterstudie die Effekte eines Interventionsprogramms zur Steigerung der körperlichen Aktivität evaluiert. Weitere Schwerpunkte des Bereichs lagen in Projekten mit dem Institut für Röntgendiagnostik (Entwicklung einer funktionellen Lungenbildgebung im MRT) und dem Lehrstuhl für Tissue Engineering (Entwicklung von individualisierten Gewebemodellen bei seltenen Lungenerkrankungen).

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