Forschung

Wir betreiben exzellente Forschung mit dem Ziel, neue Erkenntnisse und vielversprechende Ansätze möglichst schnell in die Praxis umzusetzen. So tragen wir dazu bei, die Patientenversorgung stetig zu verbessern.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte der Universitäts-Kinderklinik Würzburg im Überblick:

Neonatologie – Einfluss von Immunmodulatoren auf pulmonale Inflammation und Airway-Remodelling bei Frühgeborenen

Die Surfactant-Substitution stellt einen Meilenstein in der Behandlung des Atemnotsyndroms (RDS) von Frühgeborenen dar und hat die Sterblichkeit sowie Langzeitmorbidität dieser unreifen Kinder drastisch reduziert. Neben ihrer biophysikalischen Wirkung auf die Lungenfunktion, scheinen einzelne Surfactant-Komponenten pulmonale Entzündungsprozesse, welche eine zentrale Rolle besonders bei chronischen Lungenerkrankungen einnehmen, günstig zu beeinflussen. Ein Projekt der neonatologischen Forschungsgruppe befasst sich mit dem immunmodulierenden und anti- inflammatorischen Potential eines neuen synthetischen Surfactant-Präparats. Außerdem werden mit Hilfe verschiedener in vitro und in vivo Modelle die molekularen antientzündlichen Mechanismen von Koffein untersucht, das klinisch zur Prävention der bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) eingesetzt wird und möglicherweise einen positiven Effekt auf das pulmonale Surfactant-System hat.

Pathophysiologie der Ureaplasmen-Infektion bei Früh- und Neugeborenen

Während die perinatale Ureaplasmen-Infektion mit Chorioamnionitis und vorzeitiger Wehentätigkeit assoziiert ist, wird deren Bedeutung in der Pathogenese von Inflammation und Morbidität bei Früh- und Neugeborenen kontrovers diskutiert. Die Prävalenz und Relevanz der Ureaplasmen-Infektion könnten insbesondere bei sehr unreifen Frühgeborenen deutlich höher sein als bislang vermutet. Bisherige Daten deuten auf die mögliche Induktion einer folgeschweren Inflammationsreaktion, bedingt durch Ureaplasmen, in Lunge und ZNS Frühgeborener hin. Mit Hilfe von in vitro-Modellen wird die pro-inflammatorische und immunmodulatorische Kapazität von Ureaplasma urealyticum und U. parvum analysiert. Eine prospektive klinische Studie untersucht die Bedeutung der perinatalen Ureaplasmen-Kolonisation und Infektion auf das Outcome von Frühgeborenen < 30 Schwangerschaftswochen (Kooperation mit der Universitätskinderklinik Poznań, Polen). 

Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Stammzelltransplantation: Zelluläre Immunität und neue Therapiestrategien bei Patienten mit malignen Erkrankungen

Die Immunabwehr ist für die Zerstörung verbleibender Tumorzellen nach Chemotherapie bzw. Stammzelltransplantation von großer Bedeutung. Die Funktionalität der T-Zellabwehr bei erkrankten Patienten (Leukämien, Hirntumoren) wird in einem Forschungsprojekt systematisch untersucht und der Verlauf mit dem Therapieansprechen korreliert. Die Voraussetzungen für eine suffiziente T-Zell-Antwort werden außerdem in einem robusten antigen-spezifischen in vitro Modell untersucht und der Einfluss von immunmodulierenden  Substanzen herausgearbeitet.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung immuntherapeutischer Verfahren (Impfung mit dendritischen Zellen; Therapie mit tumor-spezifischen T-Zellen oder bispezifischen Antikörper. Eine weitere klinische Stu- die zur therapeutischen Vakzinierung von Patienten mit rezidiviertem Glioblastom mit autologen, Tumor-Lysat-gepulsten dendritischen Zellen wird 2016 mit der Rekrutierung beginnen. Weiterhin besteht ein gut etabliertes Xenograft-Modell für eine humane Medulloblastomzelllinie der – prognostisch sehr ungünstigen – Gruppe 3. Dringend benötigte, neue Therapieoptionen werden damit analysiert. Im Bereich der allogenen Stammzelltransplantation werden derzeit klinische, multizentrische Studien zu neuen T-Zell-Depletionsverfahren durchgeführt, welche die therapeutische Wirksamkeit von gamma-delta-T-Zellen im Hinblick auf Transplantatfunktion und antivirale sowie anti-tumoröse Immunität hin untersuchen.

Pädiatrische Infektiologie: Epidemiologie und Prävention von Infektionskrankheiten

In infektionsepidemiologischen Studien wird die Krankheitslast von Infektionskrankheiten und der Einfluss von Impfprogrammen bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Klinische Daten zur Patienten-Charakterisierung werden von Kinderärzten in Arztpraxen- und Kinderklinik-Netzwerken erhoben. In Kooperation mit den Instituten für Virologie in Würzburg und Jena, dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie in Würzburg und nationalen mikrobiologischen Referenzzentren (Würzburg, Aachen) erfolgt die molekularbiologische Identifizierung und -typisierung der erfassten Pathogene. Die Anpassung von Erregern unter Impfprogrammen wird unter anderem am Beispiel von Pneumokokken Serotypen-Replacement bei Pleuraempyemen untersucht.

Pädiatrische Rheumatologie, Spezielle Immunologie und Osteologie Hypophosphatasie – Pathophysiologie und Entwicklung neuer therapeutischer Prinzipien

Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene Erkrankung des Knochen- und Mineralstoffwechsels mit verminderter Aktivität der gewebeunspezifischen alkalischen Phosphatase. Betroffen sind die Knochenmineralisation, die Nierenfunktion und ggf. auch des zentralen Nervensystem. In Würzburg wird die europaweit größte HPP-Patientenkohorte in einem interdisziplinären Team betreut.

Die Projekte reichen dabei von den Grundlagen der Erkrankung bis hin zu präklinischen Therapieansätzen. Seit 2011 ist die Universitätskinderklinik Studienzentrum einer europaweit ersten Phase II Studie zur Therapie der schweren Form der Hypophosphatasie mittels Enzymersatztherapie.

Pathogenese von Autoimmunerkrankungen

Eine gestörte T-Zell-Homöostase steht bei zahlreichen Autoimmunerkrankungen im Vordergrund. Es wird mittels in vitro Polarisierungsexperimenten, epigenetischer Modulation und Interaktion mit mesenchymalen Stammzellen als auch Beeinflussung von Migrationsfaktoren versucht, inflammatorische T-Zellen zu inaktivieren und regulatorische T-Zellen zu stimulieren. In weiteren Studien wird der Einfluss von immunsuppressiver und immunmodulatorischer Therapie auf Effektor-Mechanismen von latenten Virusinfektionen untersucht und die humorale und zelluläre Immunantwort auf Impf-Antigene analysiert, mit dem Ziel Vakzinierungs-Schemata für immunsupprimierte Patienten zu verbessern.

Klinische Immunologie

Autoantikörper produzierende B-Zellen spielen eine zentrale Rolle in der Pathogenese vieler Autoimmunerkrankungen. Wir untersuchen die molekularen und zellulären Mechanismen, die an der gestörten Immuntoleranz und Produktion von Autoantikörpern beteiligt sind. Hierzu werden monoklonale Antikörper aus einzelnen isolierten B-Zellen von Patienten mit Autoimmunerkrankungen und primären Immundefekten rekombinant hergestellt und auf Autoreaktivität getestet. Ein Fokus liegt auf der Analyse anti-thrombozytärer Antikörper, die das Krankheitsbild der Immunthromboyztopenie (ITP) verursachen.

Pädiatrische Pneumologie / Mukoviszidose / Sportmedizin: Körperliche Aktivität und Training bei Gesunden und Kindern mit chronischen Lungenerkrankungen

Regelmäßige körperliche Aktivität und Sport haben zunehmend Eingang in die Therapie der Mukoviszidose gefunden. In den vergangenen Jahren wurde daher untersucht, wie Menschen mit Mukoviszidose zu mehr Bewegung angeregt werden können und welche klinischen Auswirkungen dies hat. Das Mukoviszidoseteam in Würzburg initiierte und koordinierte die Entwicklung eines Interventionsprogramms zur Steigerung der körperlichen Aktivität einschließlich eines Internet-basierten Tagebuches, welches jetzt in vier Sprachen zur Verfügung steht. Aktuell wird eine internationale, multizentrische, randomisierte Studie dazu durchgeführt. Weiterhin wurde eine internationale Datenbank zu Belastungsuntersuchungen bei Mukoviszidose etabliert, mit der jetzt unter anderem die Frage nach der Vorhersagekraft von Belastungsuntersuchungen bezüglich der Lebenserwartung geklärt werden soll. In einer weiteren Untersuchung werden Aktivitätsverhalten, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei Patienten mit chronisch-rezidivierender multifokaler Osteomyelitis erfasst.

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