Forschungsverbund PROTECT-AD

Im Forschungsverbund PROTECT-AD, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, arbeitet man an der Verbesserung therapeutischer Verfahren gegen Angststörungen und der Versorgung Betroffener. Im Mittelpunkt steht die Extinktionstherapie als effektiver Wirkmechanismus. Insgesamt nehmen sieben universitäre Zentren – Berlin, Bochum, Dresden, Greifswald, Marburg, Münster, Würzburg – an diesem großen Projekt teil.

Ziel von PROTECT-AD

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden unter einer Angsterkrankung und werden, wenn überhaupt, oft erst sehr spät therapiert. Diesem oft jahrelangen Leidensweg soll mit frühzeitigen und effektiven Therapien entgegengesteuert werden. Die Versorgungslage soll verbessert und die psychotherapeutischen Behandlungsansätze sollen weiterentwickelt und optimiert werden. Dazu ist der Forschungsverbund PROTECT-AD gegründet worden, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Unter Einbindung von sieben universitären Zentren werden diese Ziele in einem breiten Ansatz und in zahlreichen Projekten verfolgt.

Extinktionslernen

Kern des Forschungsverbundes sind zwei klinische Studien, die sich mit dem sogenannten Extinktionslernen bei Kindern und Erwachsenen befassen. Damit wird das Auslöschen (lateinisch: exstinguere) automatisierter Angstreaktionen auf bestimmte Reize bezeichnet, indem andere Verhaltensmuster erlernt werden. Dies gelingt durch neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen und mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Aktuellen Ergebnissen präklinischer Studien zufolge ist das Extinktionslernen der zentrale Wirkmechanismus einer solchen expositionsbasierten KVT.

Wie lässt sich die Extinktionstherapie verbessern?

Deshalb ist das Ziel, die Effektivität dieses zentralen Wirkmechanismus nun noch weiter zu steigern. In zwei multizentrischen klinischen Studien wird untersucht, durch welche speziellen Elemente sich die Extinktionstherapie optimieren lässt. Begleitet werden die klinischen Therapiestudien von mehreren experimentellen und ergänzenden Studien, die zugrundeliegende Mechanismen, Moderatoren und Prädiktoren des Therapieerfolgs untersuchen. Das IZA arbeitet an folgenden Teilprojekten:

P1 Erwachsenen-RCT

Ziel von P1 ist es, in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) den Erfolg einer Extinktionstherapie bei Erwachsenen mit Angsterkrankungen durch die Intensivierung der Behandlung zu verbessern. Geprüft werden soll zum Beispiel, ob dies durch eine systematische Variation von angstauslösenden Reizen oder Situationen, durch eine gezielte Überprüfung von Angstbefürchtungen – den sogenannten prediction error – oder durch eine Verdichtung therapeutischer Einheiten und Übungen in einem kürzeren Zeitrahmen von etwa zwölf Wochen erreicht werden kann.

Ansprechpartner und lokaler Projektleiter:
Prof. Dr. phil. Paul Pauli
Lehrstuhlinhaber am Lehrstuhl Psychologie I
Telefon: +49 931 31-82842
Fax: +49 931 31-82733
E-Mail: l-psy1@ psychologie.uni-wuerzburg.de

P2 Kinder-RCT

In einer groß angelegten randomisierten kontrollierten Studie (RCT) soll herausgefunden werden, inwieweit es sinnvoll ist, bei der Behandlung von Kindern mit Angsterkrankungen auch die Eltern in die Therapie mit einzubeziehen und ob der Erfolg einer intensivierten Expositionstherapie durch das Verhalten der Eltern beeinflusst wird. Die Studie untersucht Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren mit Trennungsangst, spezifischer Phobie oder sozialer Angststörung.

Ansprechpartner und lokaler Projektleiter:
Prof. Dr. med. Marcel Romanos
Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Telefon: +49 931 201- 78000
Fax: +49 931 201-78040
E-Mail: kj_direktion@ ukw.de

P3 Virtuelle Realität

Im Teilprojekt P3 wird unter anderem untersucht, mit welchen Mitteln das Extinktionslernen weiter verbessert werden kann und ob zum Beispiel der Einsatz einer virtuellen Realität dazu beiträgt. Dabei soll auch geprüft werden, welche Patientin oder welcher Patient unter Berücksichtigung aussagekräftiger subjektiver, verhaltensbezogener und biologischer Merkmale von dieser Zusatztherapie am meisten profitiert.

Ansprechpartner und lokaler Projektleiter:
Prof. Dr. phil. Paul Pauli
Lehrstuhlinhaber am Lehrstuhl Psychologie I
Telefon: +49 931 31-82842
Fax: +49 931 31-82733
E-Mail: l-psy1@ psychologie.uni-wuerzburg.de

P4 MRT-Untersuchung

Im Teilprojekt P4 sollen die neurobiologischen Grundlagen von Angststörungen und deren Behandlung experimentell untersucht werden. Unter anderem werden mittels MRT-Untersuchungen bestimmte neurofunktionelle Aktivierungsmuster gesunder Probandinnen und Probanden mit denen von Personen mit unterschiedlichen Angsterkrankungen verglichen. Daraus erhofft man sich einerseits ein besseres Verständnis davon, wie sich Konditionierung und Extinktionslernen im Gehirn vollzieht, welche Auswirkungen eine Expositionstherapie auf diese Aktivierungsmuster hat und ob andererseits daraus Schlüsse hinsichtlich des Wiederauftretens von Angst und der emotionalen Verarbeitung gezogen werden können.

Ansprechpartner und lokaler Projektleiter:
Prof. Dr. phil. Martin Herrmann
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Telefon: +49 931 201-76650
E-Mail: herrmann_m@ ukw.de

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Lüken
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Psychologie
Telefon: +49 30 2093-9307
E-Mail: ulrike.lueken@ hu-berlin.de

P5 Genetik und Epigenetik

Gibt es genetische Faktoren oder epigenetische Mechanismen, die Einfluss auf den Erfolg des Extinktionslernens oder des intensivierten Extinktionslernens haben? Im Forschungsprojekt P5 ermitteln wir unter Einbeziehung bildgebender Verfahren potenzielle Biomarker, die Hinweise darauf geben, in welchem Maß Betroffene auf das jeweilige therapeutische Verfahren vermutlich ansprechen werden.

Ansprechpartner und Projektleiter:
Prof. Dr. med. Jürgen Deckert
Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (PPP)
Telefon: +49 931 201-77000
Fax: +49 931 201-77020
E-Mail: deckert_j@ ukw.de

Prof. Dr. med. Katharina Domschke, PhD, M.A.
Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychiatrie Freiburg
Telefon: 0761 270-65050
E-Mail: katharina.domschke@ uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen

Ausführliche Information finden Sie auf der Website von PROTECT-AD, dem BMBF-Forschungsverbund für Angststörungen.

Ansprechpartner

Portraitfoto von Prof. Dr. med. Jürgen Deckert

Prof. Dr. med.
Jürgen Deckert

Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (PPP)

+49 931 201-77000

Portraitfoto von Univ. Prof. Dr. med. Marcel Romanos

Univ.-Prof. Dr. med.
Marcel Romanos

Klinikdirektor Kinder- und Jugendpsychiatrie

+49 931 201-78000

Portraitfoto von Prof. Dr. Paul Pauli

Prof. Dr. phil.
Paul Pauli

Lehrstuhlinhaber – Lehrstuhl für Psychologie I – Biologische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie

+49 931 31-82842

Kontakt, Sprechzeiten

Telefon

Anmeldung zur ambulanten Behandlung in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (PPP)
+49 931 201-77800

Anmeldung in der Hochschulambulanz
+ 49 931 3182839

Anmeldung zur ambulanten Behandlung im Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP)
+49 931 201-79600

E-Mail und Fax

Sekretariat PPP
ps_sekr@ ukw.de

+49 931 201-77020

Sekretariat Hochschulambulanz
angstambulanz@ psychologie.uni-wuerzburg.de

+4931 31-828390

Sekretariat KJPPP
kj_ambulanz@ ukw.de

+49 931 201-78620

 

 


Anschrift

Interdisziplinäres Zentrum für Angsterkrankungen | Universitätsklinikum Würzburg | Magarete-Höppel-Platz 1 |  97078 Würzburg | Deutschland

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