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Zum Tag der Organspende: Posterausstellung am Uniklinikum Würzburg

Rund um den diesjährigen Tag der Organspende liefert das Uniklinikum Würzburg vom 2. bis 7. Juni mit einer Posterausstellung zentrale Fakten zu der für viele Menschen lebenswichtigen Entscheidung.

Der von der Deutschen Stiftung Organtransplantation im Jahr 1983 ins Leben gerufene Tag der Organspende findet in diesem Jahr am 4. Juni statt. Der Thementag soll danken, aufklären und die Bedeutung der Entscheidung für eine Organspende unterstreichen. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) nimmt dies zum Anlass, vom 2. bis zum 7. Juni 2022 in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin an der Oberdürrbacher Straße eine Posterausstellung zu präsentieren. Die Aushänge vor dem Hörsaal und in der Nähe der Cafeteria verdeutlichen zum Beispiel den Ablauf einer Organspende, beschreiben die Feststellung des Hirntods und zeigen, wer in der Region für Transplantationen zuständig ist. 

Organisatorin der Schau ist Dr. Anna Laura Herzog. Die geschäftsführende Oberärztin des Transplantationszentrums des UKW berichtet: „Alleine in Bayern warten aktuell 1100 Patientinnen und Patienten auf ein lebensrettendes Spenderorgan, davon gut 250 am UKW.“ Nach ihren Worten kann ein chronisch Nierenkranker an der Dialyse zwar einige Jahre überleben, hat aber je nach Gesundheitszustand eine deutlich verminderte Lebenserwartung. „Bei Herz oder Leber gibt es praktisch keine Möglichkeit, die Organfunktion längerfristig zu ersetzen. So sterben auch in Würzburg jährlich etwa 25 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten“, unterstreicht Dr. Herzog. 

 Start ins Jahr 2022 mit Herausforderungen durch Corona

Laut der Expertin war der Start in das Jahr 2022 aus Sicht der potenziellen Organempfängerinnen und -empfänger eine enorme Herausforderung: „Die zahlreichen, durch die Corona-Pandemie verursachten personellen Ausfälle in den Transplantationsteams führten dazu, dass im ersten Quartal dieses Jahres bundesweit nur 176 Organspenderinnen und Organspender zur Verfügung standen – im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum 249.“

Uniklinikum Würzburg bei Gewebespenden bundesweit führend

An keinem anderen Krankenhaus in Deutschland wurden im Jahr 2021 mehr Gewebe – zum Beispiel Augenhornhäute, Herzklappen oder Blutgefäße – gespendet, als am Uniklinikum Würzburg.

Laut der Statistik der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) war das Uniklinikum Würzburg (UKW) im Jahr 2021 der deutschlandweite Spitzenreiter bei den Gewebespenden: Hier stellten 110 Menschen nach ihrem Tod Gewebe wie Augenhornhäute, Herzklappen oder Blutgefäße für andere Patientinnen und Patienten zur Verfügung. 

Hohe Zustimmungsquote nach Aufklärungsgesprächen

Das UKW arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit der DGFG in der altruistischen Gewebespende zusammen. Seit Juni 2019 ist Marina Kretzschmar als Koordinatorin für die DGFG in der Gewebespende am UKW tätig. Sie prüft anhand der Verstorbenenmeldungen, ob jemand für eine Spende in Frage kommt. Ist das der Fall, kontaktiert sie die Angehörigen. Stimmen diese nach dem Aufklärungsgespräch zu, führt Marina Kretzschmar die Gewebeentnahme durch. Die Zustimmungsquote nach den Aufklärungsgesprächen lag am UKW mit 48 deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 42 Prozent.

„Unser hohes Aufkommen an Gewebespenden freut uns in erster Linie für die vielen Menschen, denen wir mit der Weitergabe dieser ‚Geschenke der Mitmenschlichkeit‘ helfen konnten”, kommentiert Prof. Dr. Jens Maschmann. Der Ärztliche Direktor des UKW fährt fort: „Dabei sind wir natürlich auch etwas stolz, dass die Abläufe rund um die Spende bei uns so gut funktionieren.“ Das liegt nach seinen Worten zu großen Teilen an der hervorragenden Zusammenarbeit der Klinikumsbeschäftigten mit der DGFG-Koordinatorin. „Zum einen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema Gewebespende bestens sensibilisiert. Zum anderen haben wir in Frau Kretzschmar eine Partnerin, die in der Lage ist, mit den Angehörigen von Verstorbenen gleichsam empathische, wie objektiv informierende Gespräche zu führen“, so Maschmann.

Pandemie-Management als einer der Erfolgsfaktoren

Dass am UKW gerade auch in den Corona-Monaten die Gewebespende-Aktivitäten hochgehalten werden konnten, ist nach Einschätzung des Ärztlichen Direktors nicht zuletzt auf das erfolgreiche Pandemie-Management des unterfränkischen Klinikums der Maximalversorgung zurückzuführen. „Dieses ermöglichte es uns, in großer Zahl auch nicht-infizierte Patientinnen und Patienten zu versorgen, unter denen sich dann naturgemäß weiterhin Spenderinnen und Spender fanden“, erläutert der Professor.

Weitere Details zu den Jahreszahlen 2021 und den Hintergründen der Gewebespende liefert die DGFG auf ihrer Homepage unter https://gewebenetzwerk.de  

 

 

Tag der Organspende am 1. Juni 2019

Die weitere Gestaltung der Organspende in Deutschland ist derzeit Thema intensiver politischer Diskussionen.

Eine Gelegenheit, sich über alle relevanten Aspekte zu informieren, ist der bundesweite Tag der Organspende am Samstag, den 1. Juni 2019. In Würzburg übernimmt das Uniklinikum zusammen mit Selbsthilfegruppen, Verbänden und weiteren Partnern diese Aufgabe. Gemeinsam laden sie alle Interessierten zwischen 10:00 und 14:30 Uhr auf den Innenhof des Würzburger Rathauses ein.

An Ständen besteht dort die Möglichkeit, in einer entspannt-offenen Atmosphäre mit ärztlichen Experten, Organempfängern sowie Angehörigen von Organspendern ins Gespräch zu kommen.

Neben diesem Wissen „aus erster Hand“ gibt es eine Posterausstellung zu Fragen wie: Wie läuft eine Organspende ab? Wer darf spenden? Wie sind die Voraussetzungen dafür? Darüber hinaus liegen Broschüren und weitere schriftliche Unterlagen zur Mitnahme bereit.

„Zur Organspende sollte jede und jeder einen fundierten Standpunkt haben. Wichtig ist, dass Sie Ihre persönliche, freiwillige Entscheidung für oder gegen Ihre Spendenbereitschaft auf einer breiten und sachlich richtigen Wissensbasis treffen“, unterstreicht Prof. Dr. Georg Ertl. Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg fährt fort: „Darüber hinaus ist der Aktionstag auch eine hervorragende Gelegenheit, allen, die zur Organspende bereit sind, zu danken.“

Begleitet wird die Veranstaltung von einem Familien- und Unterhaltungsprogramm mit Kinderschminken und Glücksrad. Außerdem organisieren die Footballer der Würzburg Panthers ein Torwandwerfen.

Hier finden Sie die vollständige Pressemeldung des Universitätsklinikums Würzburg zum Tag der Organspende.

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Telefon 

Dr. med. Anna Laura Herzog
+49 931 201-39741

 

 


Anschrift

Transplantationszentrum des Universitätsklinikums | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A3 | 97080 Würzburg | Deutschland