Medikamente nach der Transplantation

Entscheidend dafür, wie lange und wie gut die neue Niere arbeitet, ist die regelmäßige und korrekte Einnahme von Medikamenten, welche die Abstoßung des Spenderorgans unterdrücken. Die zuverlässige Mitarbeit der Patientin oder des Patienten ist deshalb nach der Transplantation zwingend erforderlich.

Tägliche Einnahme von Medikamenten

Nach einer Transplantation muss verhindert werden, dass das körpereigene Immunsystem das übertragene Organ als fremd erkennt, angreift und zerstört. Gegen solch eine Abstoßungsreaktion werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem gezielt schwächen, sogenannte Immunsuppressiva. Diese Wirkstoffe müssen sehr zuverlässig jeden Tag ein- bis zweimal eingenommen werden, solange das fremde Organ im Körper verbleibt. Bereits ein einmaliges Vergessen der Medikamenteneinnahme kann eine Abstoßung auslösen! Eine nur gelegentliche Einnahme der Immunsupressiva führt zum sicheren Verlust des Organs!

Immunsupressiva

Folgende Wirkstoffe werden als Immunsuppressiva gegen eine Abstoßungsreaktion eingesetzt:

  • Ciclosporin A: zum Beispiel Sandimmun Neoral, Sandimmung Optoral oder Cicloral
  • Tacrolimus: zum Beispiel Prograf, Advagraf, Envarsus oder Tacrolimus
  • Mycophenolsäure: zum Beispiel CellCept, Myrortic, oder Myfenax
  • Sirolimus: Rapamune 
  • Everolimus: Certican
  • Azathioprin: zum Beispiel Imurek
  • Kortison

Nebenwirkungen

Alle Medikamente haben Nebenwirkungen. Die gewünschte Abschwächung des Immunsystems bewirkt in Folge aber auch, dass Infektionen und Krebszellen weniger gut abgewehrt werden können als bei gesunden Personen: Das Infektions- und Krebsrisiko nehmen zu.

Um die Lebensqualität dennoch möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird für jede Patientin und jeden Patienten – je nach Wirkungen und Nebenwirkungen – die individuell beste Substanzklasse und Dosis festgelegt.

Diese gilt es dann unbedingt einzuhalten, da eine Abweichung große körperliche Schäden zur Folge haben könnte. Mit Messungen des Blutspiegels lässt sich die korrekte Dosierung auch kontrollieren. Die Dosis wird im Laufe der Jahre vorsichtig reduziert.

Die optimale Einstellung der Immunsuppressiva ist zwar mit einem Tanz auf Messers Schneide vergleichbar, führt jedoch meist zu befriedigenden Resultaten.

Kontrolluntersuchungen

Nach der Transplantation sind regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich, um Probleme mit der Niere oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen sofort zu erkennen. Für die Langzeitbetreuung empfehlen wir alle vier Wochen eine Kontrolluntersuchung. Diese kann auch von Ihrer Nephrologin oder Ihrem Nephrologen vorgenommen werden. Dabei wird Blut und Urin untersucht, der Medikamentenspiegel kontrolliert und ein Mal pro Jahr ein Ultraschall der Nieren durchgeführt.

Zweimal pro Jahr sollte die Kontrolluntersuchung jedoch im Transplantationszentrum erfolgen. 

Die bessere Alternative!

Wenngleich Sie auch mit dem besten Organ versorgt wurden, das verfügbar war, so sind Sie dennoch nicht gesund. Trotzdem verschafft Ihnen eine Nieren- oder eine Nieren-Bauchspeicheldrüsen-Transplantation eine Lebensqualität, die Sie vermutlich seit langem nicht mehr hatten.

Wir wünschen uns, dass Sie auf diese Weise so lange wie möglich von dem Transplantat profitieren können!

Ansprechpartner

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Elke Boss

Administration des Nierentransplantationsprogramms

+49 931 201-39305

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Romana Ziegler

Peritonealdialyse Schwester - Administration des Nierentransplantationsprogramms

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Portraitfoto: PD Dr. Kai Lopau

PD Dr. med.
Kai Lopau

Leiter des Nieren-Transplantationsprogramms

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Prof. Dr. med.
Ingo Klein

Leiter Transplantations- und hepatobiliäre Chirurgie

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