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Forschung

Die Forschung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg über Störungen gruppiert sich in die Themenfelder Angststörungen, Autismus-Spektrumsstörungen (ASS) und Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Weitere Forschungstätigkeiten widmen sich Biomarkern und dem Thema Pharmakovigilanz und Therapeutisches Drug Monitoring. Die Arbeitsgruppe Developmental Neuroimaging beschäftigt sich mit Prozessen der hirnorganischen Reifung sowie der Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten. Im Forschungsschwerpunkt Entwicklungspsychiatrische Neurobiologie geht es um die Entwicklung von biologischen Modellen neuropsychiatrischer Erkrankungen.

Schwerpunkte der Forschung

Angststörungen

In Kooperation mit der Biologischen Psychologie (Prof. Pauli) sowie der Klinik für Psychiatrie (Prof. Deckert) ist die KJPPP Teil des Zentralprojekts Z02 des Sonderforschungsbereichs Angst (SFB TRR 58, s. dort). Durch Untersuchung von 500 gesunden Kinder zwischen 8 und 12 Jahren konnten wir zeigen, dass Kinder eine stärkere Furchtgeneralisierung aufweisen als Erwachsene und die Generalisierung mit der Ausprägung von Angstsymptomen korreliert. Damit scheinen wir einem wesentlichen Mechanismus von früher Entwicklung von Angststörungen auf der Spur zu sein und verfolgen diese in neuen Projekten weiter. Weiterhin sind wir im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Psychotherapienetzwerks PROTECT-AD involviert in eine große Multicenterstudie an Kindern mit Angsterkrankungen in Kooperation mit der Universität Bochum und der TU Dresden. Die Studie wird begleitet durch physiologische und funktionelle Bildgebungsstudien.

Ansprechpartner: M. Romanos, J. Reinhard, A. Bürger, S. Neufang

Autismus-Spektrumsstörungen (ASS)

Autismus-Spektrum-Störungen gehen mit komplexen neurobiologischen Entwicklungsstörungen einher, jedoch fehlen bislang Biomarker mit diagnostischem Nutzen. Mittels quantitativer Realtime-PCR wird mRNA Expression von Kandidatengenen im Vollblut bestimmt. Auf Proteinebene wird beispielsweise die Oxytocinkonzentration mittels Radioimmunoassay im Plasma quantifiziert. Mit Hilfe proteomanalytischer Verfahren wird hypothesengenerierend nach pathophysiologischen Kandidaten gesucht. Die Studienprojekte erfolgen in lokalen Kooperationen sowie in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie Rostock, der KJP Zürich, dem Institute of Life Science, Swansea (Wales) und dem Proteom Center Bochum.

Ansprechpartner: R. Taurines, T. Jans, J. Geissler

Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Im Rahmen der Klinischen Forschergruppe KFO 125 wurden ein Vielzahl Studien zur genetischen und neurobiologischen Ätiologie der ADHS durchgeführt, die in weiteren Projekten fortgeführt werden. Neben dem neurobiologischen Fokus haben wir einen Schwerpunkt im Bereich der translationalen Psychotherapieforschung . Die bislang größte Psychotherapiestudie ADHD-Net wurde von Würzburg aus initiiert und 2014 abgeschlossen. In einer neuen Förderung durch das BMBF im Rahmen des Konsortiums ESCAlife als Teil der nationalen Psychotherapienetzwerke wurden Anfang 2016 drei multizentrische randomisierte klinische Studien unter maßgeblicher Beteiligung unserer Klinik initiiert. In dem Konsortium werden insgesamt 1200 Patienten mit ADHS verschiedener Altersgruppen in einem aufwändigen gestuften Versorgungsdesign randomisiert- kontrolliert untersucht.

 

Ansprechpartner: M. Romanos, J. Geissler, M. Gerlach, T. Jans

 

 

Biomarker

Ein „biologischer Marker“ ist definiert als ein charakteristisches Merkmal, das - nach der Validierung - der objektiven Messung normaler biologischer und pathogenetischer Prozesse oder der pharmakologischen Ansprechbarkeit auf eine therapeutische Intervention dient. Mithilfe verschiedener Verfahren (Real-time PCR, Proteomics, Riechtestungen, transcranielle Sonografie) werden potenzielle Messparameter als Biomarker evaluiert, um eine wesentliche Verbesserung der Diagnostik und eine personalisierte Therapie von psychiatrischen Krankheiten zu erreichen.

Ansprechpartner: M. Romanos, C. Drepper, J. Geissler, R. Taurines, M. Gerlach

Pharmakovigilanz und Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Steigende Verordnungszahlen von Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter stehen im Kontrast zu den erheblichen Unsicherheiten in Bezug auf die Arzneimittelsicherheit und die Beurteilung der Wirksamkeit mangels klinischer Studien. Das Multicenter-Projekt TDM-VIGIL unter Leitung der KJPPP Würzburg (Förderung durch das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM) erfasst systematisch das Verordnungsverhalten von Psychopharmaka, evaluiert das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Arzneimitteln sowie unerwünschte Arzneimittelwirkungen und minimiert Risiken durch Anwendung von Therapeutischem Drug Monitoring.

Ansprechpartner: K. Egberts, S.-Y. Dang, S. Fekete, S. Reichert, R. Taurines, M. Romanos, M. Gerlach

Developmental Neuroimaging

Die AG Developmental Neuroimaging beschäftigt sich mit Prozessen der hirnorganischen Reifung sowie der Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten. Als Untersuchungsmethoden dienen dafür funktionelle Bildgebungsmethoden wie z.B. fMRT (task- und resting-state fMRT) und strukturelles MRT (morphometrische Untersuchungen, DTI). In einer Studie wird beispielsweise die pathophysiologische Rolle von Eisen bei dopamin-assoziierten Bewegungsstörungen im Rahmen neuropsychiatrischer Erkrankungen untersucht. In dem vom IZKF geförderten Kooperationsprojekt „Neurobiologie von Aufmerksamkeitsnetzwerken bei Angst und Angsterkrankungen (IZKF N262)“ zwischen der KJPPP (PD. Dr. S. Neufang), der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Prof. Dr. Dr. K. Domschke) und der Abteilung für Neuroradiologie (Dr. G. Homola) wird mittels einer Verknüpfung von neuropsychologischen Methoden sowie funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), die Effizienz der verschiedenen Komponenten des Aufmerksamkeitsnetzwerks und deren neuronaler Korrelate unter Verwendung des Attention Network Tests (ANT) erstmals bei Patienten mit Angststörungen und gesunden Kontrollen vergleichend untersucht. Weiterhin sollen in einem ‚Imaging (Epi)Genetics‘ Ansatz (epi)genetische Marker identifiziert werden, die einem dysfunktionalen Aufmerksamkeitsnetzwerk zugrunde liegen, den Therapieerfolg prädizieren oder auf epigenetischer Ebene einen neurobiologischen Mechanismus des Therapieerfolgs darstellen.

Ansprechpartner: S. Neufang, J. Geissler, A. Akrif

Entwicklungspsychiatrische Neurobiologie

Die AG Entwicklungspsychiatrische Neurobiologie widmet sich der Entwicklung von biologischen Modellen neuropsychiatrischer Erkrankungen. Durch die zunehmende Identifizierung von krankheitsassoziierten Genvarianten im Menschen wird die funktionale Charakterisierung dieser Varianten im Modellorganismus für das Verständnis der beteiligten Pathomechanismen essentiell sein. Im Rahmen des vom IZKF geförderten Projekts „Anatomical and functional investigation of the CNS of zebrafish models – for attention deficit/hyperactivity disorder (ADHD) (IZKF N-320)“ wurde in Kooperation mit Dr. C. Lillesaar am Biozentrum der Universität Würzburg ein Zebrafischmodell im Larvenstadium entwickelt, welches nun auf das adulte Tier ausgeweitet wird und welches die funktionelle Untersuchung von genetischen Charakteristika erlaubt, die zuvor in humanen Populationen für ADHS oder andere Störungen als relevant erkannt wurden. Zum Einsatz kommen u.a. die CRISPR/CAS-Methodik sowie Laboranalysetechniken wie CLARITY, um strukturelle Veränderungen des zentralen Nervensystems (ZNS) zu untersuchen.

Ansprechpartner: C. Drepper, M. Romanos

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+49 931 201-78010

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Prof. Dr. Marcel Romanos:
direktion@ukw.de

PD Dr. Regina Taurines:
taurines_r@ ukw.de

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