Schwerpunkte der Forschung

Unsere breit aufgestellten Forschungsinteressen richten sich im Kern – abgesehen von ständig verbesserten Therapieformen – vor allem auf Möglichkeiten der gezielteren und früheren Intervention und Prävention. Dabei folgen wir einem dimensionalen und transdiagnostischen Ansatz, um zentrale Mechanismen zu verstehen, wie psychische Symptome über die Lebensspanne entstehen.

Lernmechanismen

Für die transdiagnostische Forschung, die krankheitsübergreifende Mechanismen besser verstehen möchte, sind Lernmechanismen von zentraler Bedeutung. Sie beschreiben und verbinden sowohl die biologisch-neurowissenschaftliche, als auch die psychologisch-kognitive sowie die sozial-interaktive Ebene. Deshalb ist der Einfluss biopsychosozialer Faktoren auf Lernmechanismen ein zentraler Ansatzpunkt unserer Forschung. Aus dem vertieften Verständnis über gesunde wie krankhafte Prozesse in unterschiedlichen Entwicklungsphasen erhoffen wir uns konkrete Ansatzpunkte zur Gegensteuerung. Im optimalen Fall können frühzeitige Interventionen nicht nur die Effizienz personalisierter Therapien verbessern, sondern auch – präventiv eingesetzt – die Entstehung der Erkrankung verhindern.

Krankheits- und Vulnerabiltiätsmarker

Dafür wollen wir aus den Erkenntnissen unserer Grundlagenforschung aussagekräftige und klinisch relevante Marker identifizieren. Dazu benutzen wir auch unterschiedliche statistische Methoden, um die vielfältigen biopsychosozialen Daten aus einzelnen Entwicklungsphasen zu analysieren. In translationalen Forschungsansätzen werden dann aus den Ergebnissen zielgerichtet Präventionsgramme sowie personalisierte Therapieoptionen für die Praxis entwickelt. Deren Auswahl, Anwendung und Effizienz werden in klinischen Anwendungsstudien beobachtet und bewertet.

Neun Arbeitsgruppen

Die Forschungsaktivitäten der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) sind in neun wissenschaftlichen Arbeitsgruppen organisiert. Die krankheitsspezifischen Schwerpunkte liegen auf Angststörungen, ADHS und Autismus und umfassen somit ein breites Spektrum der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Intervention und Versorgung von ADHS

Im Rahmen der zwei großen multizentrischen Forschungsverbünde ESCAlife und der INTEGATE-ADHD untersuchen wir die Wirksamkeit etablierter Behandlungsformen, die Versorgungsqualität und die Häufigkeit des Auftretens von ADHS bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Auch versuchen wir aussagekräftige Biomarker zu identifizieren, die nicht nur Aussagen zum Krankheitsverlauf zulassen sondern auch bei der Auswahl individuell angepasster Therapieoptionen hilfreich sind.

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Angst im Entwicklungsverlauf

Wie und wodurch entstehen Angsterkrankungen? Gibt es spezifische Wirkfaktoren in der kindlichen Entwicklung, die besonderen Einfluss auf die Entstehung oder die Vermeidung einer späteren Angsterkrankung haben? Diesen Fragen gehen wir im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB TRR) 58 nach. Weiterhin untersuchen wir in der multizentrischen Studie PROTECT-AD, ob sich die Expositionstherapie unter Einbezug der Eltern verbessern lässt.

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Autismus-Spektrum-Störungen und Intelligenzminderung

In zwei großen Projekten – der klinischen Studie A-FFIP, und dem Forschungsverbund ASD-Net – suchen wir nach Möglichkeiten, die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern und weitere wirksame Therapieverfahren zu etablieren. Unter anderem testen wir, ob sich unter Gabe von Oxytocin die Sozialkompetenzen verbessern. In ProVIA, einem weiteren großen multizentrischen Projekt,  arbeiten wir an der Entwicklung einer App mit, die Angehörigen Hilfe im Alltag bieten soll.

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Deletions- und Duplikationssyndrom 22q11.2.

Im Fokus unserer Forschungsarbeit zum Thema Deletions- und Duplikationssyndrom 22q11.2. steht die exakte Zuordnung genetischer Veränderungen zu korrelierenden Symptomenkomplexen. Insbesondere in Hinblick auf neuropsychiatrische Erkrankungen sollen damit aussagekräftige Marker zum Erkrankungsrisiko oder zum Verlauf identifiziert werden, die auch Hilfestellung bei der Therapieauswahl geben können.

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Kognitive und computationale Neurowissenschaften

Sind gesunde und in Verbindung mit psychischen Erkrankungen auftretende Verhaltensmuster im Gehirn nachweisbar? Lassen sich aus den Messwerten zusammen mit der individuellen Symptomatik Verlaufsmodelle erstellen? Mit Hilfe von mathematischen Algorithmen versuchen wir biologische, psychologische und soziale Daten zusammenzuführen und daraus Prädiktoren für den Verlauf zu identifizieren. Wichtige Messgröße in unserer Arbeit ist die Rolle des Botenstoffs Dopamin.

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Neuronale Entwicklung und Krankheitsmechanismen

Anhand des Zebrafisches werden die Auswirkungen von Risikogenen auf die Entstehung von psychiatrischen Erkrankungen untersucht. Durch experimentelle Manipulationen an den Genen während der Embryonalentwicklung an diesem dem Menschen ähnlichen Modellorganismus lassen sich die Auswirkungen am geschlüpften Zebrafisch unmittelbar beobachten. Dabei wird sein Gehirn in modernen Bildgebungsverfahren dargestellt.

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Lernen und Motivation in den Entwicklungsphasen

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit den Einflüssen von Umwelt und sozialem Umfeld auf kognitive Prozesse. Wodurch werden Motivation, Lernen und Entscheiden im Entwicklungsverlauf – insbesondere im Kindes- und Jugendalter geprägt? Durch die Erforschung und der Identifikation potenzieller Risikofaktoren für bestimmte Altersgruppen böte sich ein konkreter Ansatzpunkt zur frühzeitigen Intervention bei pathologischen Abweichungen. Im besten Fall könnten man aus diesen Erkenntnissen ein individualisiertes Behandlungs- oder sogar Präventionsprogramm erstellen.

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Translationale Intervention und Prävention

Einen breiten und alle Arbeitsgruppen überspannenden Rahmen nimmt die Ursachenforschung zur Entstehung psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter ein. Eingebunden und kooperierend mit dem Deutschen Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZPP) hier am Standort Würzburg werden Bedarf, Möglichkeit und Wirkung von Präventionsprogrammen untersucht, lebensweltbezogen umgesetzt und im größeren Rahmen erprobt sowie bewertet. Aktuell stehen Präventionsprogrammen gegen Selbstverletzung und Borderline-Persönlichkeitsstörungen im Fokus.

Pharmakovigilanz und therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Unsere Projekte verfolgen das Ziel, die Sicherheit und Effektivität der Arzneimitteltherapie von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern. Da die meisten Wirkstoffe nur für Erwachsene zugelassen sind, untersuchen wir deren Zusammenhänge von Dosis, Konzentration, Therapieeffekt und unerwünschten Nebenwirkungen beim Kind. Aus den Erhebungen mehrerer multizentrischer und internationaler Beobachtungsstudien werden standardisierte Empfehlungen herausgearbeitet und in Registern zusammengefügt.

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Ansprechpartner

Portraitfoto von Univ. Prof. Dr. med. Marcel Romanos

Univ.-Prof. Dr. med.
Marcel Romanos

Klinikdirektor Kinder- und Jugendpsychiatrie

+49 931 201-78000

Portraitfoto von Prof. Dr. med. Lorenz Deserno

Prof. Dr. med.
Lorenz Deserno

W2-Professur für Experimentelle Neurowissenschaften in der Entwicklungspsychiatrie

+49 931 201-78090

Portraitfoto von Dr. Andrea Reiter (Foto: S. Otte)

Prof. Dr. rer. nat.
Andrea Reiter

W1-Professur für Lernprozesse in der Entwicklungspsychiatrie, Psychotherapie und Prävention

+49 931 201-78000

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Telefon

Klinik und Poliklinik für KJPPP
Poliklinik +49 931 201-78600
Privatambulanz +49 931 201-78010

Zentrale Dienstnummer & Dienstarzt
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Pforte Zentrum für Psychische Gesundheit
+49 931 201-76050

Sekretariat Tagesklinik
+49 931 250-8040

Direktion
Prof. Dr. Marcel Romanos
+49 931 201-78000

Stellvertretende Direktion
PD Dr. Regina Taurines
+49 931 201-78010

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Stationssekretariat
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Anschrift

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums | Margarete-Höppel-Platz 1 | 97080 Würzburg | Deutschland

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