Der aus zahlreichen Fernsehsendungen bekannte TV-Moderator und Münchner Astrophysik-Professor Harald Lesch sorgte vergangenen Freitagabend für ein bis auf den letzten Platz ausverkauftes Auditorium in der Würzburger Universitätsbibliothek. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Buch „Die Entdeckung der Gravitationswellen“, das Lesch zusammen mit ehemaligen Studierenden geschrieben hat. Harald Lesch und drei der Co-Autoren – Judith Selig, Florian Selig und Roman Zitlau – stellten ausgewählte Kapitel des Buches vor.
Für unser alltägliches Leben seien die Gravitationswellen nicht relevant, meinte Harald Lesch, was aber durchaus nicht bedeute, dass sie keine Relevanz hätten. Im Gegenteil: Für die physikalische Grundlagenforschung habe der empirische Nachweis dieser Wellen, der am 15. September 2015 erbracht wurde, größte Bedeutung, führe er doch zu den Grundlagen unserer Vorstellung des Universums: „Zum ersten Mal konnte man das kosmische Beben spüren, das durch die Verschmelzung von zwei schwarzen Löchern vor 1,3 Milliarden Lichtjahren entstand.“ Doch was ist ein schwarzes Loch? Warum „bebt die Raumzeit“? Und was heißt es, wenn schwarze Löcher miteinander verschmelzen? Diese Fragen überfordern das Vorstellungsvermögen jedes Nicht-Physikers und genau da setzten Harald Lesch, Judith Selig, Florian Selig und Roman Zitlau bei ihrer Lesung am vergangenen Freitag an: In lebhaft und anschaulich gestalteten Kurzvorträgen berichteten sie dem gebannt lauschenden Publikum von den bei der Verschmelzung frei gewordenen Massen, die sich als Gravitationswelle ausbreiten und dank des hoch entwickelten Instruments „Interferometer“ bei uns auf der Erde nun fast wöchentlich gemessen werden könnten. Der häufig bemühte Vergleich der Raumzeit mit einem Gummituch hinke, denn es brauche schon gigantische Kräfte, um die Raumzeit „zu verbiegen“. Und schon der Begriff „Raumzeit“ sei ein Kunstwort, das auszudrücken sucht, wie eng Raum und Zeit miteinander verbunden sind.
Nach gut eineinhalb Stunden neigt sich der intergalaktische Flug dem Ende entgegen. Vielleicht schreiben sie ja noch einmal ein gemeinsames Buch, fragen die Zuhörer. Ja, wenn es die Zeit erlaubt und sich ein geeignetes Thema finden ließe, so das Credo der Autoren, die mit der „Entdeckung der Gravitationswellen“ nach ihrem ersten Gemeinschaftswerk „Die Entdeckung des Higgs-Teilchens“ aufs Neue gezeigt haben, dass Wissenschaft kein Elfenbeinturm sein darf, sondern dazu verpflichtet ist, der Gesellschaft wissenschaftliche Erkenntnisse auf verständliche Art und Weise zu vermitteln. Und gäbe es einen passenderen Ort für diese Art der Vermittlung als die Universitätsbibliothek Würzburg, die „nicht nur ein Buchaufbewahrungscontainer“ sei, wie der Leiter der Universitätsbibliothek, Hans-Günter Schmidt, in seiner Begrüßung betonte: „Wir sind als Universitätsbibliothek auch ein Forum des Austauschs. Wir bieten Information an, kostenlos, damit sich jede und jeder selbst ein Bild machen kann von der Welt, wissen kann, ungefiltert.“ Die 500 Besucher am Freitagabend wollten sich das Angebot nicht entgehen lassen: Sie wollten verstehen und sich auf hohem wissenschaftlichen Niveau unterhalten lassen. Das ist Harald Lesch und seinen ehemaligen Studierenden bestens gelungen. Herzlichen Dank und gerne mal wieder!
Weitere Veranstaltungen der Universitätsbibliothek im Jubiläumsjahr
Bis zum Jahresende gibt es noch eine ganze Reihe von Highlights, mit denen die Universitätsbibliothek ihr 400-Jahres-Jubiläum begeht: Die Solo-Performance „Ruland Rulez“ rund um den Würzburger Bibliothekar des 19. Jahrhunderts Anton Ruland, von und mit Markus Grimm am 20. Oktober, den Aktionstag „Frisch gepresst“ zum Thema „Buchdruck“ am 16. November, die Lesung „Mörderisches Franken“ mit Günter Huth am 3. Dezember sowie weitere thematische Führungen. Details finden sich im Veranstaltungsprogramm unter https://go.uniwue.de/ub400programm
Aktuelle Pressemitteilungen
Seit mehr als 15 Jahren veranstalten der Verein KIWI Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V. und der Leitende Oberarzt der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW), Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, zweimal jährlich den immer wieder gut besuchten Kurs „Erste Hilfe im Säuglings- und Kleinkindalter“. Die Neuauflage am Dienstag, den 22. Oktober 2019, um 19:30 Uhr im Hörsaal der Uni-Kinderklinik startet mit einem Vortrag, bei dem diesmal Dr. Katharina Ruf, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neonatologie der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, zunächst Präventionsmöglichkeiten von Unfällen, Vergiftungen, Verbrühungen und Verbrennungen, plötzlichem Kindstod sowie Infektionen mit bedrohlichen Komplikationen erläutert. Zu ausgewählten Fallbeispielen wird sie zudem sinnvolle Erste-Hilfe-Maßnahmen beschreiben.
Zu diesen zählt auch die Laienreanimation, die am Kursabend von den Teilnehmer/innen an Simulationspuppen geübt werden kann. Dieser praktische Teil wird von zwei Fachkinderkrankenschwestern aus der Intensivpflege der Uni-Kinderklinik unterstützt.
Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Kinderklinik des UKW in Haus D 31. Die voraussichtliche Dauer des kostenlos angebotenen Kurses ist 1,5 Stunden. Weitere Informationen gibt es bei KIWI e.V. unter www.kiwiev.de.
Vor 35 Jahren, im Jahr 1984, startete Gesine Hilse als Lehrkraft an der Berufsfachschule für Krankenpflege am Uniklinikum Würzburg (UKW). 1995 wurde sie zur leitenden Lehrschwester ernannt, ab 2009 bestimmte sie als Leiterin die Geschicke der Berufsfachschule. Dabei prägte sie nicht nur die Ausbildung am UKW, sondern auch die Krankenpflegeausbildung in ganz Bayern entscheidend mit. So war sie unter anderem als Mitglied der Lehrplankommission tätig. Zum 1. Oktober 2019 trat sie ihren wohlverdienten Ruhestand an.
Abschiedsfeier mit vielen Lobesworten
Bei der Abschiedsfeier am 26. September unterstrich die große Gästezahl, wie angesehen Gesine Hilse im Kollegium, bei ihren Vorgesetzten und nicht zuletzt auch bei den Beschäftigten des UKW war und ist. Der leitende Regierungsschuldirektor der Regierung von Unterfranken, Norbert Kornder, betonte in seiner Ansprache ihren großen Erfahrungsschatz und ihre immer zukunftsorientierte Arbeitshaltung. Auch Dr. Rainer Schua, der leitende Medizinaldirektor bei der Regierung von Unterfranken, stellte die langjährige, hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gesine heraus. Im Namen des gesamten Klinikums bedankte sich Bettina Steinmetz, die Leiterin der Personalabteilung des UKW, für die stets konstruktive und partnerschaftliche Kooperation, die vom Willen geprägt war, den Schülerinnen und Schüler eine bestmögliche Ausbildung zu bieten.
Engagiert, vorrausschauend, herzlich
Die Schulleiterin des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe, Oberstudiendirektorin Christine Hildebrandt, sowie die Kolleginnen und Kollegen an der Berufsfachschule bedauern sehr, dass mit Gesine Hilse eine engagierte und vorausschauende, vor allem aber sehr herzliche Leiterin und Kollegin das Schulzentrum verlässt.
Dennoch – oder gerade deshalb – wünschte das gesamte Schulzentrum Gesine Hilse bei der Abschiedsfeier für ihren Ruhestand alles erdenklich Gute und vor allem Zeit für die Dinge, die aufgrund ihres enormen beruflichen Einsatzes bisher zu kurz kamen.
Seit Anfang Oktober hat Frank Engels die kommissarische Leitung der Berufsfachschule für Krankenpflege.
Die Selbsthilfekontaktstellen des Aktivbüros der Stadt Würzburg und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Unterfranken e. V., sowie rund 40 Selbsthilfegruppen aus Würzburg erreichten gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Würzburg ein großes Ziel: Das UKW darf sich zukünftig „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ nennen.
Diese Auszeichnung wird vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung in Berlin verliehen. Voraussetzung ist die Erarbeitung von Maßnahmen, um die acht definierten Qualitätskriterien in eine Umsetzung zu bringen.
Oberbürgermeister Christian Schuchardt zeigte sich höchst erfreut über die Kooperation: „Die empathische Expertise, wie sie durch die Selbsthilfe geleistet werden kann, hat einen hohen Stellenwert und kann die medizinischen Leistungen eines forschungsorientierten Universitätsklinikums ergänzen.“ Auch Sozialreferentin Dr. Hülya Düber brachte ihren Dank und ihre Wertschätzung für die geleistete Arbeit zum Ausdruck: „Diese Kooperation war mir von Anfang an ein Herzensanliegen und ich bin sehr stolz, dass die Selbsthilfe so gut beim Universitätsklinikum aufgenommen und strukturell verankert wird.“
In vier Qualitätszirkeln arbeiteten hierfür Vertreterinnen und Vertreter aus Selbsthilfegruppen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Selbsthilfe-Kontaktstellen und des Klinikums zusammen. Erarbeitet wurden Maßnahmen, wie die Selbsthilfe im Klinikum gut sichtbar werden kann und wie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen empfohlen werden kann. Prof. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums ist dankbar: „Auch eine intensivere Zusammenarbeit der Selbsthilfe mit unserem Klinikum wurde angebahnt“.
Hierbei sind viele sehr wertvolle und ganz konkrete Ergebnisse erzielt worden. Beispielsweise stellt eine Informationsbroschüre die Selbsthilfe und die vorhandenen Anlaufstellen vor. Auch in das Entlassmanagement wurde die Selbsthilfe aufgenommen und ist auf dem hierfür vorgesehenen Flyer benannt. Zudem konnten indikationsspezifische Selbsthilfegruppen Kontakt zur jeweiligen Klinik bzw. zum jeweiligen Zentrum bekommen, um eine direkte Vernetzung und Zusammenarbeit aufzunehmen.
Auch auf der Homepage des Universitätsklinikums ist die Selbsthilfe für Patienten und Angehörige auffindbar. Ein Imagefilm stellt die Zusammenarbeit vor und zeigt, wie das Erfahrungswissen der Selbsthilfe-Aktiven für das Fachwissen der Klinik von Nutzen sein kann.
In diesem Jahr bestanden 40 Schülerinnen und sechs Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Gesundheitsberufe in Würzburg erfolgreich ihr Examen. Als Prüfungsvorsitzender überreichte der Leitende Medizinaldirektor bei der Regierung von Unterfranken, Dr. Rainer Schuà, in einer Feierstunde die Prüfungszeugnisse und Urkunden.
Für das Examen unterzogen sich die jungen Frauen und Männer einer dreitägigen schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Das praktische Examen wurde auf den Stationen des Uniklinikums Würzburg abgelegt. Gerade bei Letzteren konnten die Prüflinge die Anwendung der erworbenen beruflichen Handlungskompetenzen unter Beweis stellen.
Die gesamte Ausbildung dauerte drei Jahre mit über 2.500 Stunden in der Praxis und über 2.100 Stunden im theoretischen Teil.
Vier Absolventinnen haben parallel zur Ausbildung den Bachelor-Studiengang Pflege Dual belegt. Sie studieren jetzt noch weitere 1,5 Jahre, um den Studienabschluss Pflege Dual Bachelor of Science zu erhalten.
Die Leiterin des Schulzentrums, Oberstudiendirektorin Christine Hildebrandt, die Leiterin der Krankenpflegeschule, Gesine Hilse, die beiden Klassenleitungen Carina Kirchner und Michael Kuhlmann, der Pflegedirektor des UKW, Günter Leimberger, sowie der gesamte Prüfungsausschuss beglückwünschten die Absolventinnen und Absolventen.
Mit dem Hirntumor-Informationstag organisiert die Deutsche Hirntumorhilfe zweimal im Jahr ein bundesweites Forum, auf dem sich Betroffene, Experten und Multiplikatoren über die diversen Aspekte dieser vielgestaltigen Krebserkrankungen austauschen können. Partner bei der 45. Neuauflage am Samstag, den 19. Oktober 2019, ist zum wiederholten Male die Neurochirurgische Klinik des Uniklinikums Würzburg. So hat deren Leitender Oberarzt, Privatdozent Dr. Mario Löhr, erneut die wissenschaftliche Leitung des Symposiums inne.
Zehn Referent/innen aus ganz Deutschland
Er kündigt an: „An diesem Tag werden insgesamt zehn Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland praxisnah und verständlich einen Überblick zu aktuellen Standards und Innovationen in der Behandlung von Hirntumoren und Hirnmetastasen geben.“ Der Würzburger Neurochirurg selbst wird beispielsweise unter dem Titel „Was, wenn der Tumor wiederkommt?“ über die Möglichkeiten der Rezidivtherapie berichten.
Ein besonders spannendes Thema ist nach Einschätzung von Priv-Doz. Dr. Löhr der Off-Label-Use, also der Einsatz ungeprüfter Medikamente. Zu den damit verbundenen Chancen und Risiken findet am Ende des Informationstages eine Podiumsdiskussion statt.
„Neben der Podiumsdiskussion besteht während des ganztägigen Informationstags für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch sonst immer wieder Gelegenheit, ihre individuellen Fragen einzubringen und somit die Einschätzungen von gleich mehreren Experten einzuholen“, unterstreicht Dr. Löhr.
Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch
Das Symposium geht von 9:30 bis etwa 19:00 Uhr. Eine kostenpflichtige Anmeldung ist noch bis 10. Oktober 2019 unter www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag möglich. Hier findet sich auch das detaillierte Programm. Eine Anmeldung vor Ort ist nur möglich, wenn noch Platzkapazitäten vorhanden sind.
Im Rahmen der kostenlosen Patientenseminarreihe des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken am Uniklinikum Würzburg (UKW)werden am Mittwoch, den 9. Oktober 2019, zwischen 17:00 und 18:00 Uhr mögliche Ursachen und Risikofaktoren für Krebserkrankungen beleuchtet. Markus Knott, der stellvertretende Leiter des Tumorregisters des UKW am CCC Mainfranken, verdeutlicht, wie Krebserkrankungen entstehen, welche Einflussfaktoren im Spiel sind, wie die Wissenschaft bestimmte Risiken einschätzt und welche Möglichkeiten zur Vermeidung bestehen. Zudem beschreibt der Onkologe, wie neue technologische Methoden die Datenerhebung in diesem Bereich revolutionieren und wie künstliche Intelligenz uns helfen kann, neue Faktoren zu identifizieren.
Veranstaltungsort ist der Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin in Haus A2 an Oberdürrbacher Straße.