Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilung der Universität Würzburg: Infektionsforschung: Graduiertenkolleg verlängert

Infektionskrankheiten des Menschen besser verstehen und damit den Weg zu neuen Therapien bahnen: Das ist Ziel eines Graduiertenkollegs an der Universität Würzburg. Es kann jetzt in eine zweite Förderperiode starten.

Organoide sind winzig klein – deutlich kleiner als ein Reiskorn – und gleichen dennoch in Aufbau und Struktur ihren großen „Vorbildern“: Organen wie beispielsweise dem Darm oder der Schleimhaut der Gebärmutter. Weil sie das ursprüngliche Organ sehr gut nachbilden, die gleichen Zelltypen besitzen und vergleichbar biochemisch reagieren, eignen sie sich hervorragend für die Grundlagenforschung. An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) spielen Organoide eine wichtige Rolle bei der Forschung an Infektionskrankheiten. Und ihre Bedeutung wird in Zukunft noch zulegen.

Infektionskrankheiten sind nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen des Menschen. Trotz zahlreicher medizinischer Fortschritte in der Vergangenheit ist eine erfolgreiche Behandlung in vielen Fällen nicht in Sicht oder durch Phänomene wie einer zunehmenden Resistenz der Erreger gegen gängige Medikamente gefährdet. Bessere Strategien für effiziente und langanhaltende Therapien gegen menschliche Infektionskrankheiten sind deshalb dringend erforderlich. Voraussetzung dafür ist ein möglichst detailliertes Wissen über die jeweiligen Infektionsprozesse.

Mehr als fünf Millionen Euro für die kommenden Jahre

An diesen Details forscht das Graduiertenkolleg „3D-Gewebemodelle zur Untersuchung von mikrobiellen Infektionen durch Pathogene des Menschen“ seit dem Jahr 2016 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Jetzt, zum Ende der ersten Förderperiode, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Würzburger Infektionsforschern die hohe Qualität ihrer bisherigen Arbeit bestätigt und eine „Verlängerung“ bewilligt. Für die kommenden 4,5 Jahre stellt sie nochmals mehr als fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Das ist der Punkt, an dem Organoide ins Spiel kommen: „Um im Labor eine Infektion unter möglichst realistischen Bedingungen erforschen zu können, braucht es spezielle Gewebe und eine hoch entwickelte Analysetechnik“, erklärt Professor Thomas Rudel, Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der JMU und Sprecher des Graduiertenkollegs. Solche Gewebe haben die Mitglieder des Graduiertenkollegs in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt und erforscht. „In der ersten Förderperiode wurden Organoide für den gesamten Magen-Darm-Trakt, die Eileiter und die Gebärmutterschleimhaut etabliert“, so Rudel.

Worauf die Wissenschaftler ebenfalls setzen, sind sogenannte „humane 3D-Gewebemodelle“. Diese stammen ursprünglich aus der Transplantationsmedizin und kommen dort als Gewebeersatz, beispielsweise nach Unfällen oder Tumoroperationen, zum Einsatz. Weil sie menschlichem Gewebe so ähnlich sind, eignen sie sich sehr gut dafür, das Infektionsgeschehen quasi unter realen Bedingungen zu erforschen.

 
Einblicke, die bisher nicht möglich waren

Mit solch einem, von ihnen entwickelten 3D-Modell haben die Würzburger Infektionsforscher beispielsweise neue Details einer Infektion mit Gonokokken, den Erregern einer der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, entdeckt. In ihren Modellen überleben die Bakterien mehrere Tage in Gewebenischen, einem Merkmal, das in einfachen Infektionsmodellen nie beobachtet wurde. Dass eine Unterversorgung mit Sauerstoff bei einer Infektion mit Meningokokken, Auslösern schwerer Krankheiten wie etwa der Hirnhautentzündung, eine Rolle spielen könnte, ist das Ergebnis ihrer Forschung an einem weiteren Gewebemodell, das die Blut-Hirn-Schranke nachahmt. Komplexe humane 3D-Hautmodelle akzeptiert selbst die Tsetsefliege und injiziert dabei Trypanosomen, Erreger der afrikanischen Schlafkrankheit, in spezielle Wundkanälchen – ein Prozess, der in diesem Infektionsmodell zum ersten Mal beobachtet wurde.

Jede Menge Technik ist notwendig, um die molekularen Prozesse in solch komplexen Infektionsmodellen auf dem Niveau einzelner Zellen analysieren zu können. Würzburger Forscher haben dafür beispielsweise in der ersten Förderperiode spezielle Methoden einer superauflösenden Mikroskopie entwickelt, die sie nun mit bioinformatischen Analysen kombinieren wollen. Damit wollen sie in Zukunft Interaktionen zwischen dem Krankheitserreger und seinem Wirt mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung untersuchen.

Höchst anspruchsvolle Aufgaben stehen an

Trotz der Erfolge in der ersten Förderperiode: In den kommenden knapp fünf Jahren bleibt den Mitgliedern des Graduiertenkollegs noch genug zu tun. Dann geht es vor allem darum, die humanen 3D-Infektionsmodelle, die auf im Reagenzglas gezüchteten Geweben basieren, weiterzuentwickeln. „Die bisherigen Modelle haben sich als sehr gut geeignet erwiesen. Es gibt jedoch noch einige Merkmale, die je nach den spezifischen Bedürfnissen entwickelt oder angepasst werden müssen“, sagt Thomas Rudel. Die Versorgung mit Blutgefäßen sowie einem funktionierenden Immunsystem stehen dabei ganz oben auf der Liste – eine „höchst anspruchsvolle Aufgabe“, wie Rudel sagt. Auch den Einfluss der Gewebearchitektur als ein für die Infektion relevantes Merkmal wollen die Wissenschaftler in den kommenden Jahren stärker berücksichtigen.

Stichwort Graduiertenkolleg

Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Ziel ist es laut DFG, die Promovierenden auf den komplexen Arbeitsmarkt „Wissenschaft“ intensiv vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen.

15 Doktorandinnen und Doktoranden konnten, direkt aus den Mitteln des Würzburger Graduiertenkollegs finanziert, in der ersten Förderperiode an ihrer Promotion arbeiten; weitere 15 kommen nun dazu. Dazu kommen weitere junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die aus anderen Töpfen finanzielle Unterstützung erhalten.

Die Forscherinnen und Forscher des Graduiertenkollegs decken komplementäre Fachgebiete ab – von der Infektionsbiologie über das Tissue Engineering, Bildgebung und Einzelzell-RNA-Sequenzierung bis zur Bioinformatik. Sie kommen aus den Fakultäten für Biologie und Medizin, dem Universitätsklinikum, der Fraunhofer-Gesellschaft (ISC) und der Helmholtz-Gesellschaft (HIRI). Im Zentrum ihrer Forschung stehen Erreger wie Papillomviren, mehrere bakterielle Erreger und Trypanosomen sowie Leishmanien.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Rudel, Lehrstuhl für Mikrobiologie, T:+49 931 31-84401, Thomas.Rudel@ biozentrum.uni-wuerzburg.de
Zur Homepage des GRK: https://www.uni-wuerzburg.de/grk2157/startseite/

 

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Pressemeldung der Universitätsmedizin Bayern: Corona-Testungen in Bayern – Chancen für Infektionsschutz und wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn

Die bayerische Universitätsmedizin begrüßt mit Nachdruck die Ausweitung der Corona-Testkapazitäten, die eine flächendeckende Untersuchung der Bevölkerung Bayerns ermöglichen soll.

Der Ausbau der Kapazitäten zum jetzigen Zeitpunkt erscheint insbesondere auch deshalb sinnvoll und erforderlich, um in den bevorstehenden Herbst- und Wintermonaten bei gehäuft auftretenden Symptomen saisonaler Erkältungserkrankungen schnell reagieren und SARS-CoV-2 bei symptomatischen PatientInnen ausschließen zu können. Gleichzeitig gilt es, die potentielle Ausbreitung durch asymptomatische Virusträger mit großzügiger Testausweitung zu minimieren. Diese rechtzeitige Vorbereitung wird einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 und damit für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Lebens und die Erholung der bayerischen Wirtschaft ausüben.

Sinnvolle Nutzung der Testkapazitäten erforderlich

So wertvoll ein niedrigschwelliger Zugang zu Tests für die gesamte Bevölkerung ist, so wichtig ist aber auch eine sinnvolle Nutzung der Testkapazitäten. Daher sollten die vorhandenen Testkapazitäten insbesondere für solche Personen auch wiederholt angeboten werden, für die beruflich bedingt oder aufgrund der persönlichen Situation ein erhöhtes Infektionsrisiko oder ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dies ist in erster Linie Pflegepersonal und Bewohner von Alters- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhauspersonal einschließlich Medizinstudierender und (Risiko-)PatientInnen, SchülerInnen und Lehrpersonal, BetreuerInnen und Betreute in Kitas und Kindergärten sowie Personen, die auf engstem Raum zusammenleben und arbeiten.

Die Dynamik der Virusverbreitung ist noch immer nur unzureichend verstanden. Die Kosten für flächendeckende Testungen lassen sich daher insbesondere auch dann rechtfertigen, wenn mit den erhobenen Daten wichtige neue Erkenntnisse über die Verbreitung und die Eingrenzung des Virus gewonnen und damit sich anbahnende Infektionswellen schnell erkannt und effizient verhindert werden können. Dies kann nur gelingen, wenn die Testkapazitäten, die in den zurückliegenden Monaten in den bayerischen universitätsmedizinischen Einrichtungen aufgebaut wurden, dabei systematisch einbezogen werden und die infektionsepidemiologische Expertise der Universitätsmedizin genutzt wird.

Die Universitätsklinika und Medizinischen Fakultäten haben in den vergangenen Monaten bei der Beherrschung der Pandemie ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden als Eckpfeiler des Gesundheitssystems die regionale Koordination der medizinischen Versorgung übernommen. Der Universitätsmedizin in Bayern muss mit ihrer vielfältigen praktischen Kompetenz eine führende Rolle auch bei der Planung und Durchführung flächendeckender Corona-Testungen zugewiesen werden, um Infektionsschutz der Bevölkerung und wissenschaftliche Aufarbeitung von positiven Testergebnissen sowie die Nachverfolgung der Infektionsketten zur Kontrolle der Pandemie nachhaltig sicherzustellen. Um die infektionsmedizinische Kompetenz der Universitätsmedizin und des öffentlichen Gesundheitsdienstes zur vollen Entfaltung zu bringen, müssen auch neue Strukturen geschaffen und die in den einzelnen Sektoren vorhandenen Expertisen in einem Bayerischen Zentrum für Infektionsmedizin zusammengeführt und verzahnt werden. Nur so kann Bayern auch zukünftige Herausforderungen durch Infektionskrankheiten erfolgreich bestehen.

Die Universitätsmedizin Bayern ist ein Zusammenschluss der bayerischen Universitätsklinika und medizinischen Fakultäten und vertritt die gemeinsamen Anliegen der bayerischen Universitätsklinika und Medizinischen Fakultäten.

Kontakt:

Vorsitzender:
Prof. Dr. med. Matthias Frosch
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Dekanat Medizinische Fakultät
Josef-Schneider-Straße 2/D7
97080 Würzburg
Tel. 0931/201-55201
mfrosch@ hygiene.uni-wuerzburg.de

Stellvertretender Vorsitzender:
Prof. Dr. med. Oliver Kölbl
Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg
Tel. 0941/944-5301
vorstand@ ukr.de

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Universitätsmedizin Bayern (UMB) e.V.
Geschäftsstelle
c/o Universitätsklinikum Würzburg
Josef Schneider Str. 2
97080 Würzburg
info@ unimedizin-bayern.de

 

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Würzburger Universitäts-Kinderklinik Teil der Langzeitstudie Covid Kids Bavaria

Eine bayernweite Langzeitstudie wird die Öffnung von Kinderkrippen, Kindergärten und Grundschulen nach dem Corona-Lock-Down wissenschaftlich begleiten. Zu den teilnehmenden Forschungseinrichtungen zählt auch die Würzburger Universitäts-Kinderklinik.

 

Geht von Kinderbetreuungsstätten die Gefahr einer unkontrollierten SARS-CoV-2-Ausbreitung aus? Und welchen Einfluss hat die Covid-19-Pandemie auf die Kindergesundheit? Valide Antworten auf diese und weitere Fragen sucht die bayernweite Langzeitstudie „Covid Kids Bavaria“, die am 6. Juli 2020 im Beisein von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler offiziell gestartet wurde.

Bislang keine sicheren Erkenntnisse über die Infektiosität von Kindern

Durchgeführt wird das wissenschaftliche Vorhaben von den sechs bayerischen Universitätskinderkliniken – auch am Standort Würzburg. „In der Corona-Pandemie nimmt die Öffentlichkeit Kinder als häufige Virusträger wahr, wofür es bislang keinen wissenschaftlichen Beweis gibt“, sagt Prof. Dr. Christoph Härtel. Der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Gleichermaßen unerforscht sind die Folgen, welche die Schließung von Betreuungseinrichtungen, Spielplätzen und Sportstätten auf eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat.“

Um hier Erkenntnisse zu gewinnen, wird in ganz Bayern ab September dieses Jahres an rund 150 per Zufallsprinzip ausgewählten Kinderkrippen, Kindergärten und Grundschulen getestet, wie viele Kinder und Betreuungskräfte infiziert sind und ob sie Symptome aufweisen. „Auch in Würzburg und der Region werden wir in den kommenden Wochen zahlreiche dieser Einrichtungen kontaktieren. Die Standorte orientieren sich an den Wahlkreisen, wodurch ein möglichst gleichmäßiges Bild entstehen soll“, erläutert Prof. Härtel, Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Anschließend werden nach seinen Worten die Sorgeberechtigten und Betreuer/innen per E-Mail über das Vorhaben informiert und um Einwilligung zur Studienteilnahme gebeten. Pro Einrichtungen sollen 18 Kinder und vier Betreuungspersonen einbezogen werden. „Die Teilnahme an den Testungen ist natürlich freiwillig. Insgesamt läuft die Studie selbstverständlich nach den höchsten Ethikstandards und völlig transparent ab“, versichert der Klinikdirektor.

Rachenabstriche bei Kindern und Betreuern

Voraussichtlich ab September dieses Jahres – mit Beginn des neuen Schuljahres – wird ein Team der Würzburger Universitäts-Kinderklinik unter der Leitung des Kinderarztes und Infektiologen Prof. Dr. Johannes Liese bei den Kindern und ihren Betreuern Rachenabstriche zu vier Zeitpunkten im Abstand von etwa vier Wochen durchführen. „Diese stichprobenartige Untersuchung sollte uns in die Lage versetzen, Infektionsketten aufzeigen und die Rolle der Kinder dabei beurteilen zu können“, hofft Prof. Liese.

Neben der Testung sollen standardisierte psychosoziale Fragebögen klären, ob und wie die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Kinder durch die Bedingungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt ist. „In der Gesamtschau wird die Studie auch einen wissenschaftlichen Beleg dafür liefern, ob aufwändige Maßnahmen, wie Kontaktverbote und Schulschließungen, einen entscheidenden Beitrag zum bisher vergleichsweise sehr kontrollierten Verlauf der Pandemie in Deutschland hatten – oder nicht“, kündigt Prof. Liese an.

Das Ende der Studie ist für Januar 2021 vorgesehen. Die Datenauswertung soll voraussichtlich bis Ende März 2021 abgeschlossen sein. Der Freistaat finanziert die Kosten des Projekts mit einer Million Euro.

 

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Austausch der Unterfränkischen Landtagsabgeordneten mit dem Universitätsklinikum Würzburg

Wie ist das Universitätsklinikum für die Zukunft aufgestellt? Unter diesem Motto stand ein persönlicher Austausch zwischen unterfränkischen Landtagsabgeordneten mit Vertretern des UKW. Das Treffen fand am 06.07.2020 im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) statt. Die Gesprächsinitiative war von Gerhard Eck, Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, ausgegangen. Zu den hochkarätigen Gästen zählten die Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach, die ehemalige Landtagspräsidentin Stamm und der ehemalige bayerische Justizminister Prof. Winfried Bausback.

 

Auf der Agenda standen zunächst zentrale Bauvorhaben des UKW sowie die Verstetigung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI). Der Ärztliche Direktor des UKW, Prof. Georg Ertl, beklagte, dass die Großbauten Kopfklinik und Zentrum für Frauen, Mutter, Kind unwirtschaftlich sind und stete Investitionen benötigen, um den hohen medizinischen Standards des UKW voll zu genügen. Es war nochmal eine Überarbeitung nach den neuen Standards des Bauministeriums notwendig geworden, die mehr Planungssicherheit geben sollen. Nun geht’s aber weiter. Die Abgeordneten zeigten sich optimistisch, dass noch im Juli mit dem Planungsauftrag zu rechnen wäre.

Und zwischenzeitlich ist dieser Fall zur großen Freude auch eingetreten - der Planungsauftrag wurde am 10. Juli unterschrieben.

Als weiteres für die Region und weit darüber hinaus wichtiges Thema wurde die Verstetigung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz, kurz DZHI behandelt. Die Förderung durch den Bund für 10 Jahre mit insgesamt ca. 50 Millionen Euro für das Projekt und für das Gebäude nochmal einer ähnlichen Summe, die sich der Bund mit dem Freistaat Bayern geteilt haben, wären in den Sand gesetzt, wenn die Zusagen des Freistaats für die Verstetigung nicht eingehalten würden. „Ohne das DZHI wäre unser Standort und die Internationale Herzforschung wissenschaftlich deutlich ärmer“, so der Sprecher des DZHI Prof. Christoph Maack, was der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Matthias Frosch, unterstreicht. Das DZHI führt unter anderem auch die aktuelle und beispiellose STAAB-COVID Studie durch, an der 5000 Würzburger Bürger teilnehmen. Sie wird in Gegenwart des Staatsministers Sibler in einer Pressekonferenz am 16.Juli 2020 im DZHI vorgestellt.

 

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Uniklinikum Würzburg: Bürgertelefon „Bayern gegen Krebs“ und neue BZKF-Homepage sind wertvolle Informationsquellen

Vor wenigen Tagen starteten ein Bürgertelefon und eine neue Homepage des Bayerischen Krebsforschungszentrums. Das Uniklinikum Würzburg als Teil dieses Netzwerks unterstreicht den Nutzen dieses beispiellosen Informationsangebots.

Im neuen Bayerischen Krebsforschungszentrum (BZKF) arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika zum Nutzen der Krebspatienten im Freistaat aufs Engste zusammen. So erhalten die Betroffenen über das Zentrum zum Beispiel im Rahmen von gemeinsamen klinischen Studien Zugang zu aktuellen Krebstherapien – unabhängig von ihrem Wohnort. Ein weiterer selbstgegebener Auftrag ist eine umfassende Informationsvermittlung. Dazu gibt es seit wenigen Tagen die neue Hotline „Bayern gegen Krebs“. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 85 100 80 beantworten Experten Patienten, Angehörigen und interessierten Bürgern alle Fragen zur Krebsforschung und -behandlung in Bayern. Bei Bedarf werden die Krebskranken sofort telefonisch an ein heimatnahes, spezialisiertes, universitäres Zentrum des BZKF vermittelt.

Außerdem ging eine neue Homepage unter www.bzkf.de mit detailliertem Material, Kontakten und aktuellen Meldungen an den Start. Zu den präsentierten Inhalten gehören Informationen zu Forschung, Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation bei Krebserkrankungen, ebenso wie zu laufenden Studien und aktuellen Veranstaltungen.

Wertvolle Infos, die Perspektiven aufzeigen

„Unsicherheit und fehlende Informationen gehören zu den zentralen Faktoren, die Krebspatienten und ihre Angehörigen speziell in der Zeit unmittelbar nach der Diagnosestellung stark belasten“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Würzburger Krebsexperte und konzeptionelle Mitgestalter des BZKF fährt fort: „Das Bürgertelefon und die Homepage sind gerade in dieser Situation äußerst wertvolle Angebote, die weitere Perspektiven aufzeigen können“. Für Einsele, der am Uniklinikum Würzburg die Medizinische Klinik und Poliklinik II leitet, ist die extrem kooperative Struktur des im November vergangenen Jahres gegründeten Zentrums ein Meilenstein auf dem Weg zu einer individuell optimierten Krebstherapie im Freistaat.

 

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Uniklinikum Würzburg: Ministerien genehmigen ersten Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord

Das Bayerische Wissenschaftsministerium genehmigte heute zusammen mit dem Finanz- und Bauministerium den jeweils ersten Bauabschnitt der Neubauprojekte Kopfklinikum und Zentrum Frauen-Mutter-Kind des Uniklinikums Würzburg.

Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei der heutigen Unterschrift unter dem für den Medizinstandort Würzburg und ganz Unterfranken so wichtigen Planungsauftrag. Bild: StMWK

Große Freude und Erleichterung am Uniklinikum Würzburg (UKW): Die zuständigen bayerischen Ministerien genehmigten heute den jeweils ersten Bauabschnitt für den Neubau des Kopfklinikums und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind. Mit der Genehmigung bat das Wissenschaftsministerium das Bauministerium, den Planungsauftrag zur Erstellung der Projektunterlagen zu erteilen. Gleichzeitig wurde die Bauverwaltung zur Durchführung eines Planungswettbewerbs ermächtigt. Damit ist der Weg frei für die Planungen zur Bebauung des Würzburger Erweiterungsgeländes Nord, das der Freistaat Bayern im Herbst 2019 von der Stiftung Juliusspital erworben hatte.

 

Grünes Licht für eine der größten Maßnahmen des Freistaats in der Hochschulmedizin

Der Bedeutung dieses Schrittes angemessen, waren die Reaktionen allseits überschwänglich. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der Genehmigung den Grundstein für eine der größten Maßnahmen, die der Freistaat im Bereich der Hochschulmedizin jemals in Angriff genommen hat, legen konnten“, kommentierte Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, sprach von einem Feiertag fürs Uniklinikum sowie einem Wirkungskreis, der teilweise weit über Unterfranken hinausreicht. „Die Weichen für diese unerlässliche Weiterentwicklung von Patientenversorgung, Forschung und Lehre waren ja schon gestellt. Jetzt kann auch der Zug auf diesen Gleisen Fahrt aufnehmen“, freute sich der Klinikumsdirektor. Er nutzte die Gelegenheit, allen Politikern zu danken, die sich für das so dringend erwartete Projekt engagiert hatten.

 

Staatliches Bauamt kann jetzt in die Projektplanung einsteigen

Mit den Planungsaufträgen kann das Staatliche Bauamt nun die Projektplanung des Großprojekts beginnen. Die nächsten Schritte sind die Auslobung eines interdisziplinären Planungswettbewerbs und die Erstellung einer vertieften Vorentwurfsplanung, der sogenannten Projektunterlagen, die dem Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags vorgelegt werden.

Laut Jan Knippel, Bereichsleiter am Staatlichen Bauamt Würzburg, werden für die Durchführung des Planungswettbewerbs und die Erstellung der Projektunterlagen aktuell etwa 2,5 bis drei Jahre veranschlagt.

Zusammen mit den Erschließungskosten werden die Gesamtkosten für die beiden geplanten ersten Bauabschnitte über eine Milliarde Euro betragen.

 

 

 

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Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei der heutigen Unterschrift unter dem für den Medizinstandort Würzburg und ganz Unterfranken so wichtigen Planungsauftrag. Bild: StMWK

Handgefertigte Masken bringen 1.000 Euro für die Würzburger Universitäts-Kinderklinik

Bei einer Spendenaktion für privat genähte Mund-Nasen-Schutzmasken kamen 1.000 Euro für die Station Seestern der Würzburger Universitäts-Kinderklinik zusammen.

Mit dem Fortschreiten der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen kam in diesem Frühjahr die Verpflichtung auf, in öffentlichen Bereichen Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Bedingt durch den weltweit riesigen Bedarf an medizinischen, aber auch einfachen Stoffmasken war es anfangs fast unmöglich, als Normalbürger überhaupt eine Maske zu bekommen. Immer mehr Nähbegeisterte griffen daher in die eigene Stofftruhe und begannen mit der Hilfe zur Selbsthilfe.

100 Masken für die BDZ – Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft
So auch Dagmar Steinschauer mit ihren beiden erwachsenen Töchtern Laura und Denise aus Sondheim im Grabfeld. Mutter Dagmar nähte zunächst Stoffmasken nur für die eigene Familie. Nach und nach kamen erste Anfragen aus der Ortschaft dazu. Ihre Tochter Denise ist Vorstandsmitglied im Ortsverband Mainfranken des BDZ – Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft. Sie erkannte, dass ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen möglicherweise auch noch nicht ausreichend mit Masken versorgt sein könnten. Spontan bot sie hier ihre Hilfe an. Es kam die Idee auf, unter den Gewerkschaftsmitgliedern und unter den interessierten Mitarbeiter/innen ihrer Dienststelle beim Hauptzollamt Schweinfurt eine Anfrage zu starten, wer noch entsprechende Masken benötige. In der Folge gingen zahlreiche Bestellungen bei Familie Steinschauer ein, so dass am Ende allein für den Kollegenkreis von Denise Steinschauer rund 100 Masken zu nähen waren.
Dagmar Steinschauer saß Abend für Abend und in jeder freien Minute an ihrer Nähmaschine, um die Flut der Aufträge möglichst schnell abzuarbeiten. Nach gut einer Woche war ein Großteil der Masken fertig und konnte – meist durch kontaktlose Übergabe – an die „Kunden“ geliefert werden.
Bereits im Vorfeld der Nähaktion hatte sich die Vorstandschaft des BDZ Ortverbands Mainfranken mit Familie Steinschauer darauf verständigt, die Maßnahme auch für eine Benefizaktion zu nutzen. So wurde pro Maske eine freiwillige Spende von fünf Euro veranschlagt, wovon ein Euro auf die Materialkosten entfiel. Die verbleibenden vier Euro sollten einem guten Zweck dienen.

Familiärer Kontakt zur Kinderklinik

Da Laura Steinschauer als Kinderkrankenschwester auf der pädiatrischen Infektionsstation Seestern der Würzburger Universitäts-Kinderklinik tätig ist, schlug Familie Steinschauer vor, die Spendenaktion zugunsten dieser Station durchzuführen. Der BDZ Ortsverband Mainfranken und die Vorstandschaft beteiligten sich an der Spendenaktion mit 100 Euro. Ferner unterstützten viele Kolleginnen und Kollegen die Aktion mit Spenden, die weit über den vorgeschlagenen „Preis“ hinausgingen. Zusammen mit Einzelspenden von Zöllnern und Bekannten der Familie Steinschauer konnte nach rund zwei Wochen eine Spendensumme von 1.000 Euro verbucht werden.

1.000 Euro für Spielsachen und mehr

Johannes Koch, der Vorsitzende des BDZ Ortsverbands Mainfranken, und Denise Steinschauer überreichten den Spendenscheck an Prof. Dr. Johannes G. Liese und Privatdozent Dr. Henner Morbach. Die beiden Oberärzte der Kinderklinik bedankten sich herzlich für die wunderbare Idee und die großzügige Spende. Das Geld soll unter anderem für die Beschaffung von Spielsachen für die kleinen Patienten der Station Seestern und für die Neueinrichtung des Spielplatzes vor der Station verwendet werden.

 

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