Aktuelle Pressemitteilungen

Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis für Dr. Uta Eberlein

Dr. Uta Eberlein von der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg erhielt den diesjährigen Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung. Die Medizinphysikexpertin wurde damit für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu DNA-Schäden im Blut nach Radionuklidtherapien sowie zur Dosimetrie für neue Radiopharmaka geehrt.

Dr. Uta Eberlein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Medizinphysik von Prof. Dr. Michael Laßmann an der von Prof. Dr. Andreas Buck geleiteten Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg. Bei der Jahrestagung 2018 der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung (GBS) in Frankfurt/M. wurde ihr am 17. September dieses Jahres der Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis verliehen.
Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung honoriert ihre ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten, die sich zum einen mit der Beschreibung von DNA-Schäden im Blut nach Radionuklidtherapien beschäftigen und zum anderen mit der Dosimetrie für neue Radiopharmaka, die für Therapien in der Nuklearmedizin eingesetzt werden sollen.

Über die Auszeichnung und die GBS

Der Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis wird jährlich von einer GBS-Jury für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der biologischen Strahlenforschung an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Gesellschaft für biologische Strahlenforschung dient damit der Erhaltung und Vertiefung der wissenschaftlichen Grundlagen des Strahlenschutzes. Außerdem unterstützt sie die medizinische Umsetzung strahlenbiologischer Erkenntnisse.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Uniklinikum Würzburg: Neue Erkenntnisse zu den pathophysiologischen Abläufen bei Morbus Fabry

Einem Forscherteam um Prof. Dr. Nurcan Üçeyler an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg ist es gelungen, dem bislang noch ungeklärten Mechanismus von Schmerz, Empfindungsstörung und reduzierter Nervenfaserdichte der angeborenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse der umfangreichen Studie wurden im Oktober dieses Jahres in eLife, einem renommierten britischen Wissenschaftsmagazin, veröffentlicht.

Morbus Fabry ist eine seltene, lebensbedrohliche Erbkrankheit. Bei den Betroffenen funktioniert das Enzym α-Galaktosidase A nicht oder nur eingeschränkt. In der Folge werden Fettmoleküle – vor allem Globotriaosylceramid (Gb3) – nicht abgebaut und lagern sich in vielen Geweben und Organen ein, was die Krankheit zu einem interdisziplinären Problem macht. Zu den neurologischen Hauptsymptomen bei Fabry-Patienten zählt ein brennender Schmerz an Händen und Füßen, typischerweise ausgelöst durch Hitze oder Fieber. Außerdem verlieren die Betroffenen mit zunehmendem Alter häufig das Temperaturempfinden der Haut und haben dort auch eine reduzierte Anzahl an sensiblen Nervenfasern. Am UKW ist seit dem Jahr 2001 eines der größten europäischen Zentren für Morbus Fabry entstanden. Das „Fabry-Zentrum für interdisziplinäre Therapie Würzburg“ (FAZiT) betreut aktuell über 300 Patienten und ist auch bei der klinischen Erforschung der Erkrankung an unterschiedlichen Organen hoch aktiv.

Wie hängen Fettablagerungen und Symptome zusammen?

„Der Mechanismus, der die Gb3-Ablagerungen in den Zellen mit den Beschwerden der Patienten und dem Verlust von Nervenfasern verbindet, ist bislang noch unbekannt. Entsprechend sind die Behandlungsoptionen für die Patienten eingeschränkt“, berichtet Prof. Dr. Nurcan Üçeyler von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW. Als jüngstem Erfolg der Forschungsbemühungen gelang es kürzlich Dr. Lukas Hofmann aus dem Forscherteam um Prof. Üçeyler an einem Mausmodell der Fabry-Erkrankung dem Mechanismus von Schmerz, Empfindungsstörung und reduzierter Nervenfaserdichte auf die Spur zu kommen. An der umfangreichen Studie waren außerdem die Arbeitsgruppe Molekulare Elektrophysiologie und das Institut für Klinische Neurobiologie der Universität Würzburg sowie die Yale School of Medicine aus New Haven/USA beteiligt.

Gb3-Ablagerungen reduzieren Ionenströme

Die Untersuchungen zeigten, dass der Verlust der thermischen Empfindlichkeit auf durch Gb3-Ablagerungen reduzierte Ionenströme in sensiblen Spinalganglienneuronen zurückzuführen ist. Letztere sind Nervenzellen, die für die Sensibilität zuständig sind und sich in den Spinalganglien befinden. Die Ionenströme sind für die Entstehung und Weiterleitung der elektrischen Signale in den Nervenfasern verantwortlich, die auch der Schmerzempfindung zugrundeliegen. Die für die Fabry-Erkrankung typischen Gb3-Ablagerungen führen außerdem zu erhöhtem zellulären Stress und zu Zelltod in den sensiblen Spinalganglienneuronen, wodurch sich die verminderte Nervenfaserdicht in der Haut erklären lässt. „Im Zellmodell für Morbus Fabry konnten wir ferner nachweisen, dass die Verminderung der Ionenströme in direktem Zusammenhang mit der Akkumulation von Gb3 innerhalb der Zellen steht“, erläutert Dr. Hofmann und fährt fort: „Durch Inkubation dieser Zellen mit einem Medikament, das auch im Rahmen der derzeit üblichen Enzymersatztherapie bei Fabry-Patienten eingesetzt wird, konnte dieser Effekt rückgängig gemacht werden.“

Verständnisgewinn als mögliche Vorstufe für eine bessere Therapie

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden laut dem Würzburger Forscherteam nun die Grundlage für weitere Untersuchungen, die letztlich in einer noch effizienteren Diagnostik und Therapie von Morbus Fabry sowie anderen Lipidspeicherkrankheiten münden können. Die Ergebnisse der Studie wurden im Oktober 2018 in eLife, einer renommierten britischen Fachzeitschrift für Biomedizin und Life Sciences, veröffentlicht.

Literatur:

Hofmann L, Hose D, Grießhammer A, Blum R, Döring F, Dib-Hajj S, Waxman S, Sommer C, Wischmeyer E, Üçeyler N. Characterization of small fiber pathology in a mouse model of Fabry disease. Elife. 2018 Oct 17;7. pii: e39300. doi: 10.7554/eLife.39300. [Epub ahead of print]

Forschungsförderung:

Interdisziplinäres Zentrum für klinische Forschung (IZKF) Würzburg (N-260)

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Freiräume für die Forschung

DFG fördert Clinician Scientist-Programm, das die Forschung von Assistenzärzten unterstützt

„Junge Ärztinnen und Ärzte, die forschen möchten, gehören zu einer schützenswerten Spezies“, meint Prof. Dr. Stefanie Hahner. Doch immer seltener finden Medizinerinnen und Mediziner in der Facharztausbildung neben der zeitintensiven Behandlung von Patienten Zeit zum Forschen. Deshalb hat die Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie und Prodekanin der Medizinischen Fakultät für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg ein Qualifizierungskonzept entwickelt, das dem Nachwuchs den Freiraum zur Forschung gibt, und sie für ihren weiteren Weg als forschende Ärztinnen und Ärzte besonders qualifiziert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat den Antrag jetzt voll bewilligt und fördert das Programm mit 1,7 Millionen Euro für zunächst drei Jahre; Folgeförderungen sind in Aussicht gestellt.

Gefördert werden soll vor allem der Brückenschlag zwischen ärztlicher Tätigkeit am Patienten und patientenorientierter Forschung im Labor oder in klinischen Studien. Das Forschungskonzept ist auch bekannt als „from bench to bedside and back". Erkenntnisse aus der Laborforschung fließen direkt in die praktische Anwendung am Patienten, die Erfahrungen aus der Behandlung am Krankenbett werden wiederum bei der Forschung berücksichtigt. Dieses „Ping-Pong", wie Professor Stefanie Hahner das wechselseitige Feedback nennt, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Behandlungskonzepte: „Die direkte ärztliche Tätigkeit am Patienten lässt uns Probleme und Verbesserungsbedarf erkennen und in wissenschaftliche Projekte transferieren, die idealerweise zu neuen Erkenntnissen und Behandlungsprinzipien führen. Deshalb sind für den medizinischen Fortschritt die aufmerksamen und wissenschaftlich denkenden Ärztinnen und Ärzte unerlässlich."

Antwort auf das Warum der Generation Y

Medizinischer Fortschritt in Form von zahlreichen weiteren noch unentdeckten Diagnostiken und Therapien im Kampf gegen Krankheiten ist die Antwort auf die Frage der „Generation Y“ - die Generation, die nach dem Warum fragt. Warum soll ich nach zehn oder zwölf Stunden klinischer Arbeit noch ins Labor? Wie viel Zeitbleibt mir für Familie und Freizeit? Ist die Forschung meine Freizeit? Sind die Kolleginnen und Kollegen meine Familie? „Aufgrund der immer größeren Patientenzahl und der kürzeren Liegezeiten bleibt dem heutigen medizinischen Nachwuchs tatsächlich neben, nach oder vor der klinischen Arbeit kaum noch Raum für Forschung“, erklärt Stefanie Hahner. „Deshalb benötigen wir hier nachhaltige Strukturen, in denen sich enthusiastische Assistenzärzte weiterentwickeln können und Freiräume finden für Forschung und kreative Muße.“

Summe aus Kompetenz und Exzellenz

Seit einem Jahr gibt es am Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) in Würzburg bereits das Clinician Scientist-Programm. Ziel des dreijährigen strukturierten Programms mit 18-monatiger Forschungszeit, Mentoring, interaktiver Vernetzung und zahlreichen Zusatzqualifikationen ist es, einen Karriereweg für den forschungsbegeisterten Nachwuchs anzubieten, der sowohl hohe Kompetenz in der Patientenversorgung als auch Exzellenz in der translationalen medizinischen Forschung anstrebt, also seine wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell und gezielt in die klinische Anwendung überführt.

Interdisziplinärer Ansatz rund um Herz und Gefäße

Zusätzlich zu diesen derzeit fünf Clinician Scientists, die jedes Jahr im IZKF-Programm aufgenommen werden, können jetzt dank der DFG-Förderung weitere sechs Stellen pro Jahr ausgeschrieben werden. Diese Förderung kommt nahezu der gesamten medizinischen Fakultät zugute. Denn das neue Clinician Scientist-Programm namens UNION CVD ist interdisziplinär aufgestellt. UNION CVD steht für Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases.

„Herz- und Gefäßkrankheiten, vor allem chronische ischämische Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz sind nicht nur die häufigsten Todesursachen in Deutschland, sie sind auch durch zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen charakterisiert“, erläutert Professor Dr. Stefan Frantz, Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Uniklinik Würzburg die Hintergründe des Programms. „Jeder zweite Herzschwäche-Patient hat zum Beispiel sieben oder mehr Komorbiditäten. Diese können sich wiederum negativ auf das Krankheitsbild der Herzschwäche auswirken und weitere Erkrankungen mit sich ziehen. Die kardiovaskuläre Forschung erfordert daher einen hochgradig interdisziplinären Ansatz.“ Stefan Frantz ist neben Stefanie Hahner, Jürgen Deckert (Psychiatrie), Matthias Goebeler (Hautklinik), Peter Heuschmann (Lehrstuhl für Klinische Epidemiologie und Biometrie) und Andrea Thelen-Frölich (Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung) Mitantragsteller des Clinician Scientist Programms.

Hervorragende Infrastruktur für kardiovaskuläre Forschung

Ein weiterer Punkt für den Fokus auf Herz- und Gefäßkrankheiten sind die langjährigen Erfahrungen und bahnbrechenden Erfolge der Medizinischen Fakultät Würzburg in der Herz- und Gefäßforschung. Sonderforschungsbereiche und Zentren wie das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) und das Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) bieten den jungen Ärztinnen und Ärzten ein hervorragendes Umfeld für die kardiovaskuläre Forschung. „Mit der Infrastruktur und einem hochqualifiziert besetzten Mentoren-Team aus verschiedenen Disziplinen wie Psychiatrie, Physiologie, Dermatologie, Experimentelle Biomedizin und Bildgebung stehen den Clinician Scientists beste Bedingungen zur Verfügung, um nachhaltige und international angesehene Projekte zu bearbeiten“, ist sich Professor Stefanie Hahner sicher.

Förderung in vollem Umfang

Das Qualifizierungskonzept hat die internationale Begutachtungsgruppe der DFG überzeugt: „Aufgrund der sehr überzeugenden wissenschaftlichen Ausrichtung des geplanten Clinician Scientist-Programms an einem international sichtbaren Forschungsschwerpunkt des Universitätsklinikums Würzburg, der sehr gelungenen Einbettung in die in Würzburg vorhandenen Strukturen zur Ausbildung von Clinician Scientists und des insgesamt überzeugenden Ausbildungskonzepts“, empfehlen die Gutachter die Förderung des Antrags im vollen Umfang.

Mitglieder des Steering Committees:

  • Prof. Dr. Jürgen Deckert (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I)
  • Prof. Dr. Christoph Germer (Klinikdirektor der Chirurgie I)
  • Prof. Dr. Matthias Goebeler (Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie)
  • Prof. Dr. Stefanie Hahner (Stellvertretende Leiterin der Endokrinologie und Diabetologie)
  • Prof. Dr. Peter Heuschmann (Leiter des Lehrstuhls Klinische Epidemiologie und Biometrie)
  • Prof. Dr. Michaela Kuhn (Direktorin des Instituts für Vegetative Physiologie)
  • Prof. Dr. Christoph Maack (Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz und Leiter der Translationalen Forschung)
  • Prof. Dr. Stefan Störk (Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz)
  • Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen (Leiterin des Instituts für Experimen-telle Biomedizin, Lehrstuhl II)

Pressemittelung als PDF zum Download.

Mitarbeiter am Uniklinikum mit offener Tuberkulose

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg und des Landratsamtes Würzburg 25. Oktober 2018

Ein Mitarbeiter (m/w/divers) des Uniklinikums Würzburg ist an einer ansteckungsfähigen Tuberkulose erkrankt und hatte von Anfang bis Ende September 2018 etwa 200 Patientenkontakte.
Das Universitätsklinikum Würzburg bedauert, dass es zu diesem Kontakt gekommen ist. Leider lassen sich solche sehr seltenen Fälle, in den letzten 10 Jahren keiner, trotz der routinemäßig durchgeführten sorgfältigen Einstellungsuntersuchungen nicht gänzlich vermeiden.

Das Gesundheitsamt Würzburg hat nach dem Eingang der Meldung die erforderlichen Schritte eingeleitet: Die vorliegenden Laboruntersuchungen wurden kontrolliert und die betroffene Station, auf der sich der erkrankte Mitarbeiter inzwischen als Patient befindet, kontaktiert. Auch mit dem Betroffenen selbst führte die für die Tuberkulosefürsorge verantwortliche Ärztin Gespräche, um sich einen Überblick über die Einsatzorte am Uniklinikum, die stattgefundenen Kontakte sowie über mögliche Quellen, an denen sich der Mitarbeiter selbst angesteckt haben könnte, zu verschaffen.
Eine Besprechung mit dem Leiter der Universitätsklinik Würzburg, Prof. Dr. Georg Ertl sowie weiteren Ärzten des Klinikums, der Pflegedirektion, der Stabsstelle Krankenhaushygiene und des Betriebsärztlichen Dienstes folgte.

Für eine Ansteckung mit Tuberkulose ist i.d.R. ein mehrstündiger Kontakt in einem geschlossenen Raum oder ein einmaliger enger Kontakt, z.B. durch Anhusten, notwendig. Dennoch werden zum Schutz der Patienten und zur Sicherheit alle Patienten und Mitarbeiter, die sich zu dem Zeitpunkt auf der jeweiligen Station befunden haben, in die Umgebungsuntersuchung einbezogen.

An die möglicherweise betroffenen Patienten der Stadt und des Landkreises Würzburg wird das Gesundheitsamt Würzburg ein Informationsschreiben versenden. Betroffene Personen aus anderen Landkreisen werden jeweils von den zuständigen Gesundheitsämtern informiert.

In dem Schreiben wird die Blutuntersuchung acht Wochen nach dem potentiellen Kontakt angekündigt, da eine mögliche Infektion mit Tuberkulosebakterien erst nach dieser Zeit im Blut nachweisbar ist. Bei gesundheitlichen Beschwerden, die auf eine Tuberkuloseerkrankung hinweisen (wie langanhaltender Husten, ggf. mit blutigem Auswurf, Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust) wird auf eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt hingewiesen. Die Blutuntersuchung der Patienten wird im Gesundheitsamt Würzburg ab dem 19. November 2018 durchgeführt.          

Die Mitarbeiter des Universitätsklinikums werden direkt vom Universitätsklinikum verständigt und betreut. Es folgen für die möglicherweise Betroffenen die notwendigen vorsorglichen Untersuchungen. Die spezialisierten Ärzte des Universitätsklinikums sind mit der Prävention, der Diagnostik und Behandlung der heute selten gewordenen Tuberkulose bestens vertraut.

Die Tuberkulose ist mit Antibiotika sehr effektiv zu behandeln bzw. heilbar.

Wir weisen darauf hin, dass aufgrund der Persönlichkeitsrechte des Mitarbeiters keine weiteren Informationen zur Person veröffentlicht werden können.


Weitere Informationen zur Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine ansteckende Infektionskrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Sie kann verschiedene Organe des menschlichen Körpers befallen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Neben der Lunge können aber auch andere Organe befallen sein, z. B. Lymphknoten, Nieren und Gelenke, Wirbelsäule und zentrales Nervensystem. Typische Symptome sind langanhaltender Husten gelegentlich mit blutigem Auswurf, Schmerzen beim Atmen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß und vergrößerte Lymphknoten. Personen mit einer offenen Lungentuberkulose sind ansteckend, weil diese die Bakterien beim Husten und Niesen ausscheiden. Andere Menschen können dann die erregerhaltigen Tröpfchen einatmen und sich anstecken.

Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt dabei von der Dauer und Stärke des Kontakts ab. Eine Tuberkulose, bei der die Lunge nicht betroffen ist, ist bei normalem Kontakt nicht ansteckend. Nicht jeder Kontakt mit Tuberkulosebakterien führt zu einer Erkrankung. In der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit nicht aus, weil das Immunsystem die Tuberkulose-Erreger nach Aufnahme in den Körper kontrolliert. So erkranken in den ersten beiden Jahren nur ungefähr zehn Prozent der Menschen nach Aufnahme der Bakterien in den Körper. Je nach Lebensalter und Abwehrlage kann es aber bereits schon nach Monaten oder auch erst nach Jahrzehnten zum Krankheitsausbruch kommen.

Die Erkrankung lässt sich mit Medikamenten erfolgreich behandeln. Bei ausreichend langer Therapie und zuverlässiger Einnahme der Medikamente kann die Krankheit meist geheilt werden. (Quelle: LGL)

Weitere Links zum Thema:

Robert Koch-Institut:
www.rki.de/tuberkulose

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL:
www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/tuberkulose/

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK):
http://www.dzk-tuberkulose.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/tuberkulose/?tx_dotdownload_pi1%5BiFileUid%5D=1960&tx_dotdownload_pi1%5Baction%5D=download&tx_dotdownload_pi1%5Bcontroller%5D=Download&cHash=ce0378c171f6d0029092012fd28b27ed 

 

Prof. Dr. Karl Georg Häusler verstärkt am Uniklinikum Würzburg die Klinik und Poliklinik für Neurologie

Prof. Dr. Karl Georg Häusler nahm einen Ruf an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg an und leitet die Schlaganfallversorgung und klinische Schlaganfallforschung an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg und im Telemedizinnetzwerk TRANSIT-Stroke.

Seit dem 1. Juli 2018 ist die W2-Professur für „Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung“ an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) wiederbesetzt: Prof. Dr. Karl Georg Häusler trat die Nachfolge von Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz an, der als Ordinarius an die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen berufen wurde.
Prof. Häusler war vor seinem Wechsel als Oberarzt an der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig. Des Weiteren leitete er das Studienteam an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) „Centrum für Schlaganfallforschung Berlin“.
In seinem Humanmedizin-Studium, das Prof. Häusler an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin absolvierte, und im Rahmen seiner neurowissenschaftlichen Promotion am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch gelangte er zu der Überzeugung, seine Facharztausbildung an der Neurologischen Klinik und Hochschulambulanz der Charité beginnen zu wollen. Nach Abschluss der Facharztausbildung habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Charité zum Thema „Interdisziplinäre Aspekte in der Akutversorgung und Prävention des ischämischen Schlaganfalls“ und wurde später auch zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Klinische Schlaganfallforschung steht im Mittelpunkt

„Die Schlaganfallversorgung und klinische Schlaganfallforschung hat mich seit Beginn meiner klinischen Tätigkeit fasziniert“, sagt Prof. Häusler, zumal „der Schlaganfall ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit darstellt“. Sein damaliger wissenschaftlicher Mentor Prof. Dr. Arno Villringer, der als Leitender Oberarzt an der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité tätig war, unterstützte die Umsetzung erster Studien unter Einschluss von Schlaganfallpatienten, die auf eine Charakterisierung der Immunantwort, die Relevanz der kardialen Bildgebung oder die Bedeutung der medikamentösen Schlaganfallprävention abzielten. Dank der Unterstützung von Prof. Dr. Matthias Endres, der seit 2008 als Direktor der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité tätig ist, und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, der von 2008 bis 2017 das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin leitete, konnte Prof. Häusler als Arbeitsgruppenleiter eine Vielzahl weiterer klinischer Studien durchführen und sich auf diesem Wege für eine Berufung an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg empfehlen.
Befragt bezüglich seiner weiteren Ziele sagte Prof. Häusler, dass er „im Fachgebiet der vaskulären Neurologie durch seine interdisziplinär und transsektoral ausgerichteten Forschungsarbeiten einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Schlaganfallprävention und der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten leisten möchte“. Von besonderem Interesse für seine Arbeit seien „die mannigfaltigen Wechselwirkungen zwischen Herz und Gehirn“. So können „pathologische Veränderungen des Herzens, wie beispielsweise eine Herzinsuffizienz, oder bestimmte Herzrhythmusstörungen, wie beispielsweise Vorhofflimmern, das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall erhöhen, aber auch mögliche Folge eines Schlaganfalls sein.“
Prof. Häusler arbeitet daher sehr eng mit Kardiologen zusammen, beispielsweise als Mitglied im Lenkungsausschuss des Kompetenznetzes Vorhofflimmern e.V. oder als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Herz & Hirn“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und ist ein hoch willkommener Kooperationspartner im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI).

Ideale Arbeitsbedingungen in Würzburg

An der Julius-Maximilians-Universität und am Universitätsklinikum Würzburg findet Prof. Häusler nach eigener Aussage ideale Voraussetzungen vor, um seine weiteren beruflichen Ziele zu verwirklichen. Neben der etablierten klinischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit der von Prof. Dr. Jens Volkmann geleiteten Klinik und Poliklinik für Neurologie mit der von Prof. Dr. Stefan Frantz geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik I und dem von Prof. Dr. Mirko Pham geleiteten Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, sei hierfür die bereits seit Jahren bestehende Kooperation mit dem von Prof. Dr. Peter Heuschmann geleiteten Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg von entscheidender Bedeutung. Mit der Etablierung des IFB „Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz“ sei in Würzburg zudem „ein struktureller Meilenstein für die weitere Erforschung dieser Volkserkrankung geschaffen worden, deren vielfältige Relevanz für die Schlaganfallforschung Gegenstand intensiver Forschungsbestrebungen sei“. Des Weiteren strebe er eine „intensive Zusammenarbeit mit Vertretern der Grundlagenforschung an, um translationale Forschungsbestrebungen, die auf eine Übertragung von experimentell erlangten Erkenntnissen in die Patientenversorgung abzielen, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen.“

Leitung des Arbeitsbereichs vaskuläre Neurologie

Neben seinem Engagement in der klinischen Forschung leitet Prof. Häusler als Geschäftsführender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW die Stroke Unit, eine zertifizierte Spezialstation für die Behandlung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall. Darüber hinaus beteiligt sich Prof. Häusler an der ambulanten Versorgung von Schlaganfallpatienten, die in der Neurovaskulären Ambulanz des Universitätsklinikums vorstellig werden können.
Im Rahmen von Vorlesungen und Untersuchungskursen bemüht sich Prof. Häusler nach eigenen Worten um eine multimodal ausgelegte Weiterbildung von Studierenden, die neben der Wissensvermittlung zu Differenzialdiagnosen sowie den gegebenen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stets einen engen Bezug zum Patienten und seinen individuellen Bedürfnissen haben soll.

Administrative Leitung des Schlaganfallnetzwerks TRANSIT-Stroke

Mit der Berufung auf die „Professur für Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung“ übernahm Prof. Häusler auch die Funktion des ärztlichen Gesamtgeschäftsführers des seit 2014 bestehenden „Transregionalen Netzwerks für Schlaganfallintervention mit Telemedizin“ (TRANSIT-Stroke), das einen Verbund von zwölf Kliniken darstellt, der auf eine flächendeckende und hochqualitative Versorgung von Schlaganfallpatienten in Unterfranken sowie in Teilen von Oberfranken und Baden-Württemberg abzielt. Prof. Häusler möchte durch seine Arbeit dazu beitragen die Bevölkerung für Schlaganfall-assoziierte Symptome zu sensibilisieren, die Patientenversorgung im TRANSIT-Netzwerk noch weiter zu verbessern und die wissenschaftliche Evaluation der geleisteten Arbeit in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg zu intensivieren. Fernziel sei dabei eine Zertifizierung des TRANSIT-Stroke-Netzwerks als „Neurovaskuläres Netzwerk“. Zudem zeigt sich Prof. Häusler davon überzeugt, dass ein intensiver Austausch mit anderen Telemedizinnetzwerken für die Verstetigung der telemedizinischen Versorgung im Freistaat Bayern von Bedeutung ist.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

In der großen klinischen Studie EMPA-REG OUTCOME mit Patienten mit Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische Studien auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Gerade gestartet ist die EMPA-KIDNEY-Studie, die den Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes zeigen soll. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert. Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt. Die Wissenschaftler untersuchen in dieser Studie, ob die einmal tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Dazu erhält die Hälfte der Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, die sie einmal täglich einnehmen muss, während die andere Hälfte ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.

Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung: „Ich freue mich, dass wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der University of Oxford fortsetzen und die EMPA-KIDNEY-Studie auf den Weg gebracht haben. Das Uniklinikum Würzburg hat bereits seit dem Jahr 2005 mit den Wissenschaftlern aus Oxford mehrere große Studien wie SHARP und REVEAL erfolgreich koordiniert und abgeschlossen. Gemeinsam möchten wir nun her-ausfinden, ob sich die einmal tägliche Einnahme von Empagliflozin bei Patienten mit einer Nierenerkrankung aber ohne Diabetes ebenfalls positiv auswirkt. Somit können wir hoffentlich das Leben von Patienten mit Nierenerkrankungen retten und die Notwendig-keit einer Dialysebehandlung in Zukunft verringern.“

Auch Patienten mit Herzerkrankungen dürfen hoffen. Professor Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI): „Die EMPA-REG OUTCOME Studie, an der das DZHI in der Person von Professor Wanner ebenfalls beteiligt war, zeigte, dass Empagliflozin die An-zahl von Todesfällen infolge einer Herzerkrankung um 38 Prozent und von Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Herzinsuffizienz um 35 Prozent senkt. Aufgrund dieser Ergebnisse wird Empagliflozin inzwischen weltweit bei Patienten mit Diabetes und erhöhtem Risiko für eine Herzerkrankung oder bereits bestehender Herzerkrankung eingesetzt. Nun gilt es zu prüfen, ob Empagliflozin auch Patienten ohne Diabetes zugutekommt und es für weitere Indikationen zugelassen werden kann. Parallel zur EMPA-KIDNEY-Studie, die sich an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung richtet, haben wir zwei klinische Funktionalitätsstudien namens EMPERIAL gestartet, bei denen untersucht wird, ob Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz die körperliche Belastbarkeit verbessert. Ich freue mich, dass das Uniklinikum Würzburg und unser Clinical Trial Office vom DZHI zu diesem möglichen und wichtigen Therapiefortschritt einen Beitrag leisten können.“

Professor Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI und Leiter des Departments Translationale Forschung begrüßt ebenfalls das neue Studienprogramm, zumal der Fokus seiner Forschung unter anderem auf der Wechselwirkung von Herzinsuffizienz und Diabetes liegt. Als Ergebnis eines internationalen Expertenworkshops der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Brüssel, an dem auch Christoph Wanner teilnahm, hat Maack vor kurzem ein Positionspapier zu diesem Thema veröffentlicht. „Immer mehr Menschen leiden hierzulande an Herzinsuffizienz und an Diabetes mellitus. Auch die Kombination aus Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz steigt mit der Zunahme von Adipositas stetig. Umso wichtiger ist es, eine medikamentöse Therapie zu finden, die sich positiv auf alle Erkrankungen auswirkt.“

Die Behandlung von Patienten mit Diabetes und Herzinsuffizienz ist Christoph Maack zufolge bislang ein klinisches Dilemma. „Obwohl viele Medikamente den Blutzucker senken, haben sie sehr unterschiedlich den Verlauf von Herz-Kreislauferkrankungen beeinflusst“, erklärt der Kardiologe. „Dies legt nahe, dass nicht die Blutzuckersenkung an sich, sondern womöglich andere Effekte auf den Stoffwechsel und/oder das Herz-Kreislaufsystem die Effektivität verschiedener Medikamente bestimmen. Im Falle von Empagliflozin, Dapagliflozin und anderer Medikamente aus dieser Substanzklasse werden neben dem Schutz der Nierenfunktion auch Blutdrucksenkung, Entwässerung mit Gewichtsreduktion sowie Beeinflussung des Elektrolythaushalts und Stoffwechsels des Herzens als zugrundeliegende Mechanismen diskutiert. Die zukünftigen Studien sollen zeigen, ob die Gliflozine auch bei Patienten ohne Diabetes eine Herzschwäche und Nierenschwäche günstig beeinflussen.“

Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt. Es sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz und Nieren aus.

Über das DZHI

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum unter dem Dach von Universitätsklinikum und Universität Würzburg und wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, effektive Strategien für Prävention und Therapie der Herzinsuffizienz zu entwickeln und die Erkrankung grundlegend zu erforschen. Das Zentrum vereint dazu Grundlagen-, Versorgungs- und klinische Forschung in einem bundesweit einmalig multidisziplinären, translationalen Ansatz.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Fachtagung am Uniklinikum Würzburg verdeutlicht die hohen Anforderungen beim Planen und Bauen von Krankenhäusern

Wie kann den Bedürfnissen von Patienten und Beschäftigten, wie auch den Anforderungen aus Hygiene, Technik, Brandschutz und Ökonomie bei der Planung von Krankenhaus-Baumaßnahmen Rechnung getragen werden? Diesem Thema widmeten sich multiprofessionelle Experten bei einer Fachtagung Ende September dieses Jahres am Uniklinikum Würzburg.

Vor zwei Jahren startete das Uniklinikum Würzburg (UKW) eine neue Tagungsreihe unter dem Titel „Bauen in medizinischen Einrichtungen“. Am 26. September dieses Jahres fand deren zweite Veranstaltung statt, diesmal mit dem Schwerpunkt „Planerische und bauliche Regelwerke beim Bauen in Krankenhäusern“. An der Organisation beteiligt waren – neben dem UKW – das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Bayerische Architektenkammer, die Ingenieurskammer Bau sowie die Bayerische Krankenhausgesellschaft. Vor Ort sorgten Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW, und sein Team für einen reibungslosen Ablauf. Wie schon bei der Pilotveranstaltung in 2016 war die Tagung mit gut 250 Teilnehmer/innen aus dem gesamten Bundesgebiet schnell ausgebucht.

Im Spannungsfeld zwischen moderner Medizin, Effizienz und Ökonomie

Nach einer Begrüßung durch Prof. Vogel und Marion Resch-Heckel, Vizepräsidentin der Bayerischen Architektenkammer, führte Peter Lechner vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in die Förderrichtlinien und planerischen Vorgaben beim Krankenhausbau in Bayern ein. Nach seinen Worten ist das Budget für außeruniversitäre Krankenhaus-Baumaßnahmen im Freistaat im Jahr 2018 um 23 Prozent gestiegen. Auch für die nähere Zukunft werde eine ähnliche Größenordnung angestrebt. Neben diesen positiven Botschaften arbeitete der Referent jedoch auch das Spannungsfeld zwischen den Wünschen nach medizinisch zeitgemäßen Abläufen, effizienten betrieblichen Strukturen sowie sparsamen Lösungen heraus.
Joachim Fuchs vom Staatlichen Bauamt Würzburg gab einen Einblick in das Vergabeverfahren in Planungs- und Bauphasen. Zu unterscheiden sei insbesondere, ob Vergaben nach nationalem oder EU-Recht durchzuführen seien und ob die Vergabe an einen Generalunternehmer oder an Einzelunternehmer erfolge. „Zwar fallen nur elf Prozent der Vergaben unter EU-Vergaberecht, allerdings haben diese Projekte große Vergabevolumina“, erläuterte Fuchs. Nach seinen Worten funktioniert die Kommunikation der Vergabe mittlerweile ausschließlich elektronisch.
Petra Wörner von dem auf Gesundheits- und Forschungsbau spezialisierten Ingenieurbüro wörner traxler richter aus Frankfurt a. M. beschrieb anhand von Beispielen verschiedene Schritte und Ebenen des Planungsprozesses bei Krankenhausneubau- und Sanierungsprojekten. Laut der Architektin ermöglicht ein detailliertes Kosten- und Vergabemanagement dabei die Einhaltung von Budget- und Terminvorgaben.

Empfehlung: Hygiene-Experten in die Bauplanung einbinden

Nutzer werden meist als Letzte zu Bauprojekten hinzugezogen, sind aber diejenigen, die dann am Ende im fertigen Gebäude arbeiten. Dabei weichen die Vorstellungen des Auftraggebers und der Nutzer oft in vielen Punkten voneinander ab. Auf diese Problematik wies Johanna Groß hin. Die Fachbereichsleiterin Hygiene im Medizinmanagement der Schön Klinik Management SE empfahl: „Die Einbindung der Krankenhaushygienemitarbeiter in Bauprojekte ermöglicht relevante Verbesserungen der Hygiene im Krankenhausbau. Deshalb sollte Hygiene als eigenes Teilprojekt an der Bauplanung beteiligt sein.“

Rooming-in-Lösung in der Neonatologie

Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Kinderklinik am UKW, stellte am Beispiel des Rooming-in in der Neu- und Frühgeborenenmedizin die Herausforderungen bei der Planung einer Behandlungseinheit aus ärztlicher Sicht dar. „In diesem sensiblen Bereich muss es das Ziel sein, durch bauliche Maßnahmen einen engen Kontakt von Eltern und Frühgeborenen zu gewährleisten und zu vermeiden, dass die Kinder durch Krankenhauskeime erkranken“, verdeutlichte Prof. Wirbelauer. Er schlug vor, dass Patientenzimmer für eine Familie vorbehalten sind und von einer Seite über die Station, von der anderen über den Rooming-in Bereich der Eltern begehbar sein sollten.

Hochkontagiöse Patienten in der Notaufnahme: Bauliche Lösungen

Jan Holzhausen vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen an der Technischen Universität Braunschweig beschrieb die Rolle des Bauens bei der Infektionsreduzierung am Beispiel des Umgangs mit hochkontagiösen Patienten in einer Notaufnahme. Die dazu nötigen baulichen Planungen werden derzeit im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten EKOS-Projekts bearbeitet. EKOS steht für „Entwicklung eines neuartigen Konzepts zur Sicherstellung der infektiologisch-medizinischen Versorgung von seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen in Schwerpunktkrankenhäusern“.
Wie innovative medizinische Verfahren die Anforderungen an den Krankenhausbau verändern, schilderte Prof. Dr. Volker Schächinger, der Direktor der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fulda, am Beispiel eines Hybrid-Herzkatheterlabors. Dort werden die Anforderungen an moderne kardiologische Interventionstechniken – wie eine moderne Durchleuchtungseinrichtung – mit einem suffizienten Hygienekonzept zusammengeführt.

Verdunstungskühlwerke vor Legionellen schützen

Die Probleme und Anforderungen an die Hygiene bei Verdunstungskühlwerken erklärte Rainer Kryschi, Sachverständiger für Wasserhygiene. Die gerade auch in Krankenhäusern häufig zur Abführung von überschüssiger Wärme eingesetzten Verdunstungskühlanlagen sind für viel kommunale Legionellen-Ausbrüche verantwortlich. Die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetztes aus dem Jahr 2017 erhöhte die Anforderungen an den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen auch in Krankenhäusern.

Aspekte des Brandschutzes

Thorsten Maiwald und Gerald Pierags von der Berufsfeuerwehr Würzburg schilderten am Beispiel der Zentren für Operative und Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg praktische Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes. Gerade in großen Gebäudekomplexen müssen die Feuerwehranfahrt, die Löschwasserversorgung und die Evakuierung von Patienten von Beginn an in die Bauplanungen einbezogen werden. Dies verdeutlichte Georg Brechensbauer von der Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, am Beispiel der Umbauplanung des Klinikums Robert Koch Gehrden. Seiner Meinung nach gehört das Planen und Bauen von medizinischen Einrichtungen zu den schwierigsten Planungs- und Bauaufgaben überhaupt – eine Einschätzung, die auch als ein Fazit der gesamten Tagung stehen könnte.

Pressemittelung als PDF zum Download.