Gemeinsam gegen Krebs: Bayerns Forschung setzt auf Vernetzung und Patientenbeteiligung

Forschende, Patientinnen und Patienten sowie Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zeigten, wie standortübergreifende Zusammenarbeit und aktive Patientenbeteiligung die Krebsforschung und -versorgung im Freistaat Bayern stärken können.

Würzburg. Wie entsteht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkreter Fortschritt für Menschen mit Krebs? Und wie können die Erfahrungen von Betroffenen dazu beitragen, neue Forschungsansätze und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 6. Netzwerktreffens des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF), das am 15. Oktober in Würzburg und online stattfand. Unter dem Motto „Gemeinsame Forschung, Versorgung und Fortschritt“ kamen 200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Start-ups, Patientinnen, Patienten und Angehörige im Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg zusammen, weitere 50 Teilnehmende schalteten sich per Livestream zu. Im Fokus standen innovative Forschungsansätze, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Frage, wie die Perspektiven von Betroffenen stärker in Forschung und Versorgung einfließen können.


„Das Netzwerktreffen des BZKF macht sichtbar, was möglich wird, wenn die bayerischen Universitätsstandorte ihre Expertise bündeln und gemeinsam an besseren Perspektiven für Patientinnen und Patienten arbeiten. Davon profitiert die Versorgung in ganz Bayern“, betonte Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), bei der Eröffnung.

Wenn Patientenbeteiligung Forschung voranbringt

Wie wertvoll die Erfahrungen von Patientinnen und Patienten für die Forschung sind, zeigte die Studie „Gustabor“ als Beispiel für gelungene Patientenbeteiligung. Die digitale Plattform unterstützt Patientinnen und Patienten, die während einer Tumortherapie unter Geschmacksstörungen leiden, mit individuell abgestimmten Rezepten und Ernährungstipps. Mithilfe Künstlicher Intelligenz werden persönliche Vorlieben und Beschwerden mit wissenschaftlich fundierten Empfehlungen verknüpft. Das Ziel: Essen trotz veränderter und belastender Geschmacksempfindungen wieder angenehmer und einfacher zu machen.

Auch die Gesprächsrunde „Patientenperspektiven im Fokus“ machte deutlich, wie wichtig die Erfahrungen von Menschen mit Krebs für Forschung und Behandlung sind. Mitglieder des Patienten-Experten-Pools (PEP) teilten ihre persönlichen Perspektiven und zeigten auf, wie die Erfahrungen, Bedürfnisse und Lebensrealitäten von Betroffenen frühzeitig in Forschung und Versorgung einfließen können.

Zwei Studien – sechs bayerische Universitätsklinika – ein gemeinsames Ziel

Wie standortübergreifende Zusammenarbeit neue Perspektiven eröffnet, zeigten die ersten beiden BZKF-eigenen klinischen Studien. Die ERASE-AML-Studie prüft einen neuen immuntherapeutischen Ansatz für Hochrisikopatientinnen und -patienten mit akuter myeloischer Leukämie. Die Studie PRIME untersucht, ob die PSMA-PET die Diagnose von klinisch bedeutsamem Prostatakrebs verbessern kann. Das BZKF fördert die beiden Studien, an denen alle sechs BZKF-Standorte beteiligt sind, mit insgesamt 5,2 Millionen Euro und dem Ziel, Krebspatientinnen und -patienten in Bayern möglichst früh Zugang zu innovativen Diagnose- und Therapieverfahren zu ermöglichen.


Auch die nächste Generation junger Krebsforscherinnen und -forscher stand im Fokus des Netzwerktreffens. Die BZKF-Young Scientist Fellows 2026 präsentierten ihre Forschungsvorhaben unter dem Leitgedanken „Exzellenz stärken – Wissen teilen“. Das seit 2023 laufende Programm unterstützt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, Forschungsideen zu entwickeln und in Projekten voranzubringen, sich bayernweit mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen und von deren Erfahrungen zu profitieren.


Prof. Dr. Caroline Kisker, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Würzburg, erklärte: „Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eröffnet große Chancen für die Zukunft der Krebsforschung. Junge Forschende bereichern die Wissenschaft mit neuen Perspektiven, innovativen Ideen und frischen Impulsen. Die Möglichkeit ihre Expertise standortübergreifend einzubringen, Wissen zu teilen und voneinander zu lernen, führt zu wertvollen Synergien, die den wissenschaftlichen Fortschritt voranbringen und neue Möglichkeiten schaffen, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern."
 

Forschung würdigen, Fortschritt gemeinsam gestalten

Zum Abschluss des Netzwerktages rückten zwei Auszeichnungen für besondere wissenschaftliche Leistungen in den Fokus: Mit dem neuen BZKF-Posterpreis und dem jährlich verliehenen BZKF-Publication Award wurde die Bedeutung herausragender Forschungsleistungen und des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Weiterentwicklung der Krebsmedizin gewürdigt. Das 6. BZKF-Netzwerktreffen machte deutlich: Fortschritte in der Krebsforschung entstehen nicht allein im Labor oder in der Klinik. Sie entstehen auch dort, wo Fachwissen zusammenkommt, junge Talente gefördert werden und die Erfahrungen von Patientinnen und Patienten Gehör finden. Das BZKF schafft dafür eine Plattform, auf der die sechs bayerischen Universitätsklinika ihre Kompetenzen bündeln – mit dem gemeinsamen Anspruch, die Krebsversorgung nachhaltig zu verbessern.

Veranstaltungsrückblick mit Videoaufzeichnung, Fotogalerie und Posterausstellung: https://bzkf.de/aktuelles/6-bzkf-netzwerktreffen/

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) verfolgt das Ziel, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bzkf.de.

 

Zum 6. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) begrüßten Mitglieder des Standortes Würzburg im Rudolf-Virchow-Zentrum ihre Kolleginnen und Kollegen aus den BZKF-Standorten. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF
Zum 6. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) begrüßten Mitglieder des Standortes Würzburg im Rudolf-Virchow-Zentrum ihre Kolleginnen und Kollegen aus den BZKF-Standorten. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF
200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Start-ups, Patientinnen, Patienten und Angehörige kamen im Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg zusammen, weitere 50 Teilnehmende schalteten sich per Livestream zu. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF
200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Start-ups, Patientinnen, Patienten und Angehörige kamen im Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg zusammen, weitere 50 Teilnehmende schalteten sich per Livestream zu. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF

Zum 6. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) begrüßten Mitglieder des Standortes Würzburg im Rudolf-Virchow-Zentrum ihre Kolleginnen und Kollegen aus den BZKF-Standorten. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF

200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Start-ups, Patientinnen, Patienten und Angehörige kamen im Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg zusammen, weitere 50 Teilnehmende schalteten sich per Livestream zu. Foto: Matthias Merz Fotografie / BZKF