Mehr Wirksamkeit und Sicherheit für die CAR-T-Zelltherapie: Vogel Stiftung fördert Würzburger Forschung

Für seine Forschung an der Optimierung von CAR-T-Zelltherapien wird der Mediziner Dr. Lukas Scheller vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg mit 70.000 EUR von der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp gefördert.

Würzburg. Die CAR-T-Zelltherapie hat die Behandlung von Blutkrebs und weiteren Erkrankungen revolutioniert: Körpereigene T-Zellen werden im Labor so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen können. Begleitmedikamente können die Therapiewirkung jedoch verändern oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. In dem von der Vogel Stiftung mit 70.000 Euro geförderten Projekt wird Dr. Lukas Scheller diese Zusammenhänge analysieren.

Viele Patientinnen und Patienten nehmen neben der CAR-T-Zelltherapie weiterhin ihre gewohnten Medikamente ein, die ihnen ihr Hausarzt verschrieben hat. Lukas Scheller geht der Frage nach, ob diese Medikamente die Wirkung und Sicherheit der CAR-T-Zelltherapie beeinflussen. „Wir freuen uns sehr über die Förderung der Vogel Stiftung. Sie ermöglicht es uns, den Einfluss bestimmter Medikamente auf den Therapierfolg zu verstehen und anschließend neue Lösungen entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, die Medikamente der Patientinnen und Patienten vor Beginn der Therapie anzupassen oder bestimmte Begleitmedikationen zu entwickeln,“ erklärt der Wissenschaftler.

Doch nicht nur der Therapieerfolg ist entscheidend, auch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten steht im Fokus. So widmet sich Lukas Scheller der Frage, ob sich mögliche Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie bereits vor der Behandlung erkennen lassen. Dazu analysiert er Blutproben auf bestimmte körpereigene Stoffe, sogenannte Biomarker, die Hinweise auf ein erhöhtes Risiko geben können. Gleichzeitig erforscht er, wie Immunzellen und Blutgefäßzellen miteinander kommunizieren und welchen Einfluss diese Prozesse auf die Therapie mit CAR-T-Zellen haben.

Etablierte CAR-T-Zelltherapie soll noch wirksamer und sicherer werden

Das neue Projekt wird in den Laboren am von Prof. Michael Hudecek geleiteten Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum Würzburg durchgeführt. „Durch die Kombination aller Ergebnisse könnten wir die Ursachen von Wirkungen und Nebenwirkungen noch besser verstehen, sie frühzeitig erkennen und steuern, um die CAR-T-Zelltherapie noch wirksamer und sicherer zu machen,“ fasst der CAR-T-Zell-Experte zusammen. 

Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung betont bei der Scheckübergabe am Universitätsklinikum: „Die CAR-T-Zelltherapie zählt zu den vielversprechendsten Innovationen der modernen Krebsmedizin. Wir freuen uns, mit unserer Förderung dazu beizutragen, dass diese wirkungsvollen Forschungsansätze ausgeweitet, wissenschaftlich validiert und langfristig zum Nutzen der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt werden können.“

Über den Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie

Der Mediziner Dr. Lukas Scheller forscht am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie von Prof. Dr. Michael Hudecek an der von Prof. Dr. Hermann Einsele geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg. Der Lehrstuhl arbeitet eng mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA zusammen, um neue CAR-T-Zelltherapien möglichst schnell in die klinische Anwendung zu überführen.

Text: Christina Bornschein / UKW 

Gunther Schunk übergibt großen Scheck an Lukas Scheller, daneben steht Michael Hudecek.
Scheckübergabe am 6. Juli 2026 am UKW-Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, v.l.n.r.: Dr. Gunther Schunk (Vogel Stiftung), Dr. Lukas Scheller (Universitätsklinikum Würzburg), Prof. Dr. Michael Hudecek (Universitätsklinikum Würzburg). © Christina Bornschein / UKW

Scheckübergabe am 6. Juli 2026 am UKW-Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, v.l.n.r.: Dr. Gunther Schunk (Vogel Stiftung), Dr. Lukas Scheller (Universitätsklinikum Würzburg), Prof. Dr. Michael Hudecek (Universitätsklinikum Würzburg). © Christina Bornschein / UKW