Würzburg. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist jetzt der dritte photonenzählende Computertomograph (CT) im Einsatz und bringt enorme Vorteile für die Patienten. Durch das neue Gerät kann die Strahlendosis um die Hälfte reduziert werden. Ganzkörperscans können in wenigen Sekunden durchgeführt werden.
Zudem profitieren Patienten und Ärzte von der neuen Qualität und Präzision der CT-Aufnahmen: „Selbst feinste Strukturen, die wir im herkömmlichen CT oft nur unscharf sehen, sind exakt dargestellt. Wir können z.B. die kleinen Seitenäste der Herzkranzgefäße erkennen oder minimale Ablagerungen in der Gefäßwand exakt darstellen. Auch Tumorzellnester im Knochenmark lassen sich im neuen CT schneller und besser erkennen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKW. Dort wurde das neue Gerät installiert.
Jedes Photon wird einzeln gezählt
Der Grund für diese Präzision liegt in der Technik des Gerätes, das jedes einzelne Photon, also die kleinste physikalische Einheit des Lichts, zählen und dessen Energie messen kann. Herkömmliche CT-Geräte können das nicht und müssen sehr viele Photonen zu einem Lichtstrahl bündeln. Die photonenzählende Computertomographie liefert daher eine deutlich bessere räumliche Auflösung.
Mehr Komfort für die Patienten / 50 Prozent weniger Kontrastmittel
Das neue Gerät wird seit Juli in der täglichen Patientenversorgung eingesetzt. Prof. Bley ist überzeugt: „Solche photonenzählenden CT-Geräte werden sich im klinischen Alltag der Radiologie weiter durchsetzen. Die hohe Auflösung bei verbessertem Komfort für die Patienten dank kürzerer Scanzeit, eine niedrigere Strahlendosis und potentiell geringere Nebenwirkungen sind starke Argumente. Wir setzen damit am UKW bereits jetzt neue Maßstäbe in der Versorgung. Das ist ein Riesengewinn für alle Disziplinen der Krankenversorgung am UKW – auch für die Notfallmedizin.“ Durch die neue Technik kann zudem die Menge des eingesetzten Kontrastmittels um die Hälfte reduziert werden.
„Ausstattung ist einzigartig“
Das Team um Prof. Bley hat bereits umfangreiche Erfahrung mit der Technik: Seit 2021 konnte ein solcher photonenzählender Computertomograph bereits durch Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Forschung am UKW eingesetzt werden. Insgesamt sind an der Würzburger Uniklinik nun drei dieser photonenzählenden CT-Geräte im Einsatz: Zwei im Institut von Prof. Bley, ein drittes Gerät wird im Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie (Direktor Prof. Dr. Mirko Pham) in der Kopfklinik genutzt. Prof. Bley: „Eine solche Ausstattung ist wirklich einzigartig und ein großer Gewinn für unsere Patienten.“
Ein anderer Aspekt ist dem Würzburger Radiologen aber genauso wichtig: „Die Geräte werden natürlich von Kolleginnen und Kollegen genutzt, die dafür die erforderliche Kompetenz haben und ebenso die nötige Empathie im Umgang und im Gespräch mit den Patienten. Denn für uns mag eine solche Untersuchung klinische Routine sein, für viele Patienten ist eine Untersuchung im CT aber eine neue bzw. nicht alltägliche Erfahrung. Auch darauf gehen wir ein. Das ist ein wichtiger Baustein für eine patientenorientierte Radiologie.“