News aus der Forschung

Leidenschaft für Labor und Lehre

Florian Kleefeldt ist neuer Juniorprofessor an der Universität Würzburg. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung, für die er bereits viele Preise erhalten hat.

Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt.
Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt. (Bild: privat)

Erst den Young Investigator Award, dann den Promotionspreis der Anatomischen Gesellschaft, anschließend eines der seltenen Graduiertenstipendien der Novartis-Stiftung und den Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung und zuletzt den Orlovic Nachwuchsfonds Innovative Kardiologie: Dafür, dass Florian Kleefeldt erst seit kurzem Juniorprofessor für Anatomie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ist, hat er schon erstaunlich viele Preise und Auszeichnungen erhalten.

Stammzellen für geschwächte Herzen

Auf der anderen Seite helfen ihm diese Preise dabei, seine Forschungsprojekte voranzutreiben. So nutzt er beispielsweise aktuell die 10.000 Euro aus dem Orlovic Nachwuchsfonds dafür, einen Aufenthalt in Boston zu finanzieren. Seit April 2023 ist er zu Gast am renommierten Harvard Stem Cell Institute der Harvard Universität. Dort bleibt er zwar seinem Forschungsschwerpunkt treu: kardiovaskuläre Erkrankungen wie beispielsweise Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gleichzeitig erweitert er seinen Horizont von der Prävention hin zur Therapie.

„Nach einem Infarkt regeneriert das menschliche Herz nur sehr schlecht. Es ist nicht dazu in der Lage, von sich aus ausreichend neues Muskelgewebe zu bilden“, schildert Kleefeldt das Problem. Stammzellen könnten dafür die Lösung sein. Aus dem Körper des Patienten gewonnen, lassen sie sich dazu anregen, sich zu Herzmuskelzellen zu entwickeln und eine Art Miniaturgewebe zu bilden. Dieses könnte dann dem geschwächten Herz unterstützend zur Seite stehen. Ein anderer Ansatz, mit diesen Zellen ein neues Herz zu „drucken“, ist zwar ebenfalls denkbar; bis tatsächlich Kranke davon profitieren, ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Ein Protein schiebt den Alterungsprozess an

Schon seit seiner Doktorarbeit forscht Florian Kleefeldt an den Ursachen für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Bereits damals ist ein spezieller Akteur ins Fadenkreuz des jungen Wissenschaftlers geraten: das Protein CEACAM1, das die Alterung der Gefäße maßgeblich beeinflusst. Kleefeldt und das Forschungsteam am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg konnten damals zeigen, dass die Menge an CEACAM1-Molekülen mit steigendem Alter kontinuierlich wächst, und damit auch altersbedingte Schädigungen zunehmen.

Ohne dieses Protein zeigten sich deutlich geringere altersabhängige Veränderungen in den Gefäßen. „Das Gefäßsystem eines 80-Jährigen könnte ohne CEACAM1 so gut sein wie das eines 30-Jährigen“, sagt Kleefeldt überspitzt. Wäre das nicht der ideale Angriffspunkt für eine vorbeugende Therapie gegen Schlaganfall und Herzinfarkt? „Im Prinzip ja“, so der Wissenschaftler. Entsprechende Studien würden dazu bereits in den Startlöchern stehen. Die Frage ist nur, wann man mit solch einer Therapie beginnen sollte. Schließlich bauen sich die Schädigungen im Blutgefäß über einen langen Zeitraum auf.

Forschung an Krebs und Diabetes

Mit CEACAM1 hat sich Kleefeldt auch in anderen Forschungsprojekten beschäftigt. So spielt das Protein auch bei Krebserkrankungen der Haut, des Dickdarms, der Lunge und anderer Organe eine Rolle: Dort kommt es in metastasierenden Tumoren wesentlich häufiger vor als in örtlich begrenzten Tumoren. Und es sorgt dafür, dass metastasierte Tumorzellen auf ihrem Weg durch den Körper besser überleben. Wie das möglich ist, untersucht Kleefeldt gemeinsam mit seinem Team. „Wir wollen auch prüfen, ob sich CEACAM1 als therapeutisches Ziel zur Prävention und Behandlung metastasierender Tumoren eignet“, sagt er.

Und mit dem Forschungsförderpreis 2021 der Vogel Stiftung, der mit 25.000 Euro dotiert ist, untersucht Kleefeldt den Einfluss von CEACAM1 auf die diabetische Mikroangiopathie. Dabei geht es um die Grundlagen neuartiger Therapien bei Diabetes-Folgeerkrankungen mit dem Schwerpunkt, die bei Diabetikern häufig vorkommenden Sehbeeinträchtigungen oder gar eine Erblindung zu vermeiden.

Werdegang des Preisträgers

Florian Kleefeldt, Jahrgang 1991, ist in Niederstetten im Main-Tauber-Kreis aufgewachsen und hat an der Universität Würzburg Medizin studiert und parallel das Begleitstudium „Experimentelle Medizin“ absolviert, das für die biomedizinische Forschung qualifiziert.

Zur Doktorarbeit kam Kleefeldt in die Anatomie zu Professor Süleyman Ergün. Dessen Team gewann ihn final für die Wissenschaft: „Ich war und bin begeistert von der Forschung und der guten Betreuung hier.“ Die Begeisterung für dieses Fach spürt man auch beim transatlantischen Zoom-Call; sie hat dazu geführt, dass er mittlerweile Facharzt und seit Mai 2023 Juniorprofessor für Translationale Medizin ist.

Ein exzellentes Forschungsumfeld

Würzburg biete ihm ein exzellentes Forschungsumfeld und passe gut zu seinem translationalen Ansatz – also dem Ziel, Forschungsergebnisse möglichst schnell zum Patienten zu bringen. Die Universitätsklinik und das Rudolf-Virchow-Zentrum, die Biodatenbank und das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, das Comprehensive Cancer Centre mit seiner Early Clincal Trials Unit in direkter Nachbarschaft bieten ihm „unglaublich viele Chancen“ für seine Forschung.

„Am Anfang meines Medizinstudiums hatte ich natürlich auch die Vorstellung, dass ich später mit dem Stethoskop um den Hals in der Klinik am Krankenbett stehe“, schildert Kleefeldt seinen Werdegang. Während seiner Praktika habe er jedoch gemerkt, dass ihm das nicht reicht. Zwar sei die moderne Medizin in der Lage, viele Krankheiten zu heilen. In etlichen Fällen gelingt dies allerdings nicht. Dort sei die Forschung gefragt, um neue Antworten auf bislang ungelöste Fragen zu geben. Eine Aufgabe, die den Mediziner mehr gereizt hat als die Arbeit in der Klinik.

Enger Kontakt zu den Studierenden

Was ihn neben der Arbeit in den gut ausgestatteten Labors der Würzburger Anatomie an diesem Fach begeistert, ist der enge Kontakt zu Studierenden. Kleefeldt ist Dozent in fast allen Lehrveranstaltungen des Instituts – angefangen bei den mikroskopischen Übungen, die sich mit Zellstrukturen, Geweben und Organen befassen, bis zu den makroskopischen Übungen am menschlichen Körper, dem sogenannten „Präp-Kurs“.

„Dieser Kurs ist sehr intensiv“, sagt Kleefeldt. Zum einen, weil er mit einem hohen Lernaufwand verbunden ist. Zum anderen natürlich, weil der Kontakt mit einem Verstorbenen und die Arbeit daran prinzipiell eine besondere Erfahrung ist. „Hier hat man die Möglichkeit, den menschlichen Körper in einem wortwörtlichen Sinne zu ‚begreifen‘. Dafür sind wir den Menschen, die sich für die medizinische Ausbildung vermachen, sehr dankbar“, sagt der Anatom.

Dies ermögliche den Studierenden ein Verständnis des menschlichen Körpers, das für ihre spätere medizinische Tätigkeit immens wichtig sei und nicht durch Bücher oder Videos ersetzt werden könne. In dieser Zeit würden viele Studierende in ihrer persönlichen Entwicklung einen großen Schritt machen. Dies mitzuerleben, fasziniert Kleefeldt jedes Jahr aufs Neue.

Kontakt

Prof. Dr. Florian Kleefeldt, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universität Würzburg, T: +49 931 31-80681, florian.kleefeldt@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Onlinemagazin der Universität Würzburg vom 05.09.2023

Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt.
Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt. (Bild: privat)

Den Geheimnissen der Immunzellen auf der Spur

Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für Systemimmunologie an der Uni Würzburg. Mit ihrer Forschung will sie die Grundlage schaffen für eine gezieltere Behandlung von Krebs- und Immunerkrankungen.

Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU.
Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU. (Bild: Sebastian Hofmann / Uni Würzburg )

Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger haben eine Reihe ausgeklügelter Strategien entwickelt, um vom menschlichen Immunsystem unentdeckt zu bleiben. Sie täuschen, tarnen und töten. Wie es unseren Immunzellen trotzdem gelingt, sie zu identifizieren und auszuschalten, das erforscht Anna Lippert. Seit Mai ist sie neu als Juniorprofessorin für translationale Medizin am Institut für Systemimmunologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg.

„Man weiß heute schon eine Menge darüber, wie Immunzellen ihre Umgebung auf chemischer Ebene wahrnehmen“, erklärt die Wissenschaftlerin, „beispielsweise, dass sie infizierte Zellen bzw. deren charakteristische Molekülstruktur mithilfe von Rezeptoren erkennen.“ Neben chemischen spielten aber auch veränderte physische Eigenschaften kranker Zellen eine wichtige Rolle, etwa die charakteristische Steifigkeit virenbefallener Zellen. „Und wie unser Immunsystem diese Merkmale wahrnimmt, das ist kaum erforscht.“

Grundlagenforschung soll zur Entwicklung schonenderer Therapien dienen

Lipperts Ziel: Entschlüsseln, wie unser Immunsystem tickt und Immunzellen genetisch so verändern, dass sie Zellen mit bestimmten Eigenschaften gezielt ausschalten. „Könnten wir einer Immunzelle beispielsweise beibringen, besonders weiche Zellen zu töten, hätten wir einen möglichen Ansatz für die Bekämpfung von Krebs“, so die Forscherin. „Krebsbefallene Zellen verfügen nämlich in der Regel über ein weicheres Zellskelett als gesunde Zellen.“

Perspektivisch könnte die Grundlagenforschung so dazu beitragen, klassische Chemotherapien durch schonendere und gezieltere Behandlungen zu ersetzen – oder auch verhindern, dass Immunzellen gesunde Zellen angreifen, wie es bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist. „Auch Neuropathien, also Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose (MS), könnten wir durch unsere Forschung besser verstehen.“

Internationale Forschung

Von der University of California in Berkeley und der Cambridge University, wo Lippert bisher im Rahmen eines Henry-Wellcome-Fellowships forschte, bringt sie mehrere Forschungsprojekte mit nach Würzburg. „Ein Fokus meiner Arbeit ist das Verständnis, wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen“, erzählt Lippert. „Die Zellen in unserem Körper verändern ihre Steifigkeit bei Entzündungen und Krankheiten wie Krebs, und unsere Immunzellen sind diesen Veränderungen ausgesetzt und können sie erkennen. Wenn wir verstehen, wie sie dies tun, können wir gezielte Immuntherapien entwickeln, die die Steifigkeit von Geweben verändern oder Immunzellen weniger oder empfindlicher für diese Steifigkeitsänderungen machen.“ Zudem erforscht die Juniorprofessorin die molekulare Funktion von Antikörpern bei Neuropathien und den Zusammenhang zwischen Zytoskeletten und der Aktivierung von Immunzellen von Patienten mit Immundefekten.

Vor ihrer Zeit in Berkeley und Cambridge schloss Lippert ihre Doktorarbeit an der University of Oxford ab zum Thema „Wie aktivieren Antikörper Immunzellen?“. Ihren Master in „Integrated Life Sciences absolvierte sie am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen, ihren Bachelor in „Integrated Life Sciences“ ebenfalls in Erlangen.

Über das Institut für Systemimmunologie

Die Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie ist eine Initiative der Uni Würzburg und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Ihr Ziel ist exzellente immunologische Forschung: Rund 50 internationalen Forschende untersuchen die Entwicklung und Funktion des Immunsystems. Ihr Fokus liegt auf der Erforschung der Immunantwort gegen Infektionserreger, chronisch entzündliche Erkrankungen und Tumore, um neue Konzepte und Strategien für Impfstoffe und Immuntherapien zu entwickeln.

Kontakt

Prof. Dr. Anna Lippert, Juniorprofessorin für translationale Medizin, anna.lippert@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Onlinemagazin der Universität Würzburg vom 05.09.2023

Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU.
Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU. (Bild: Sebastian Hofmann / Uni Würzburg )

„Forschung hilft“: Zweiter Benefiz-Krimi erschienen

Der zweite historische Würzburg-Krimi von Prof. Dr. Alexander Meining ist erschienen. Wie schon beim vorangegangenen Band spendet der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg das Autorenhonorar an „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität.

Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“.
Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“. Bild: Elke Kunkel Fotographie Würzburg

Würzburg. Würzburger Dynamit – so heißt der zweite von Alexander Meining verfasste historische Würzburg-Krimi. Das im Gmeiner Verlag erschienene Taschenbuch kann ab 13. September 2023 im Buchhandel und online erworben werden. Das verkaufsabhängige Autorenhonorar und die Einnahmen aus Lesungen spendet der Autor erneut an die Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders hoffnungsvolle Krebsforschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der Freizeit-Schriftsteller Meining ist auch in seinem beruflichen Leben eng mit der Würzburger Universitätsmedizin und dem Thema Krebs verbunden: Als Professor fungiert er als stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg und leitet dort den Schwerpunkt Gastroenterologie. Die Recherche zu geschichtlichen Hintergründen und das Verfassen von Romanen empfindet er als Ausgleich zu seinem ärztlichen Arbeitsalltag. 

Nachfolger von „Mord im Ringpark“

Vor ziemlich genau einem Jahr erschien unter dem Titel „Mord im Ringpark“ sein erster Würzburg-Krimi, ebenfalls mit Benefiz-Anteil für „Forschung hilft“. „Ich konnte gar nicht so recht einschätzen, wie das Buch in der Öffentlichkeit ankommen würde. Umso mehr habe ich mich – auch für die Stiftung – gefreut, dass sich das Buch bislang sehr gut verkauft hat“, schildert Meining.

Signierstunde am 30. September

Zum Erscheinen des zweiten Bandes findet am Samstag, den 30. September 2023 von 11:00 bis 14:00 Uhr eine Signierstunde statt. Veranstaltungsort ist die Würzburger Buchhandlung Hugendubel, Kürschnerhof 4-6. Neben dem Kontakt zum Autor ist der Termin auch eine Gelegenheit, die Stiftung „Forschung hilft“ kennenzulernen. „Wir freuen uns nicht nur über die Neuerscheinung und die damit verbundenen Spenden, sondern gerade auch über solche Begleitveranstaltungen“, betont Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende des Stiftungsrats von „Forschung hilft“ fährt fort: „Dieser Rahmen, mitten im Alltagsleben, ist eine wunderbare Möglichkeit, sich unkompliziert und niederschwellig über Themen der Tumorforschung und Krebstherapie auszutauschen.“

Über das Buch

„Würzburger Dynamit“ spielt im Jahr 1888 und wie schon im ersten Band ist Georg Hiebler, ein junger Beamter des bayerischen Innenministeriums, als Ermittler im Einsatz. Denn während der Hundertjahrfeier des bayerischen Königs Ludwig I. explodiert in München eine Bombe. Rasch wird ein Attentat auf die königliche Familie vermutet. Die Spur führt nach Würzburg zu einer Anarchistengruppe. Der Fall scheint schnell gelöst, doch dann besucht der Prinzregent die Residenzstadt am Main – und der eigentliche Attentäter erwartet ihn bereits.
Das 224 Seiten starke Buch kostet 12 Euro. Als E-Book ist es für 9,99 Euro zu haben.
Wer die Stiftung „Forschung hilft“ weiter voranbringen will, kann außerdem auf folgendes Konto spenden: 
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“.
Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“. Bild: Elke Kunkel Fotographie Würzburg

Phon-O-Ton Folge 11 – Ausgabe August 2023: Der Kehlkopfschrittmacher Teil II

Der phoniatrische Wissenspodcast zum Mitnehmen. Ein Format des IZSS.

Bildmotiv Podcast Phon-O-Ton

Die Forschung zur beidseitigen Lähmung der Stimmlippen schreitet voran.

In Folge 08 hat uns eine Patientin bereits berichtet, welche Veränderungen im Alltag eine solche Erkrankung bedeuten kann. Sie entschied sich damals für einen besonderen Weg und hat sich im Rahmen eine Studie einen Kehlkopfschrittmacher implantieren lassen. 10 Jahre sind seitdem vergangen.

In unserem Interview berichtet Sie über diese Zeit, Ihre Beschwerden und das Leben mit dem Kehlkopfschrittmacher.

Hier geht es zum Podcast Folge 11

Alle bisherigen Folgen stehen Ihnen auch hier auf der Webseite des IZSS zur Verfügung.

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Phon-O-Ton gibt Patientinnen und Patienten eine Stimme – News zum Hören

In dem Podcast berichten Patientinnen und Patienten im Gespräch über ihre Erfahrungen mit ihrer Erkrankung und deren Behandlung. Zu ihren Geschichten werden zusätzliche medizinische Informationen gegeben. 
Der Podcast richtet sich an Studierende, Therapeutinnen und Therapeuten, die Pflege, aber auch interne und externe ärztliche Kolleginnen und Kollegen sowie alle Interessierten.

Wie abonniere ich den Podcast?

Der Podcast kann über unseren YouTube-Kanal gehört werden. Abonnieren Sie dazu unseren Kanal und aktivieren Sie die Benachrichtigung für neue Videos. 

Zentrum für Stimme und Schlucken (IZSS)

Das Interdisziplinäre Zentrum für Stimme und Schlucken (IZSS) beschäftigt sich mit Stimm- und Schluckstörungen. Wir betreuen Patientinnen und Patienten aller Altersstufen vom Säugling bis zum Hochbetagten. Ziel des Zentrums ist die interdisziplinäre und multiprofessionelle Versorgung sowie die langfristige Anbindung der Patientinnen und Patienten.

Alle Infos zum IZSS finden Sie hier

Forschende Physiotherapeutinnen und -therapeuten entwickeln Zukunftsperspektiven

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten aus der deutschen Universitätsmedizin machten sich bei einem Workshop Gedanken um die Zukunft der Forschung in ihrem Fachgebiet. Für das Uniklinikum Würzburg nahm Markus Giehl, der Zentrale Leiter der Physiotherapie, an der Veranstaltung teil.

Die Teilnehmenden am Scoping Workshop des „Netzwerks der forschenden Physiotherapeut:innen an den deutschen Universitätskliniken“.
Die Teilnehmenden am Scoping Workshop des „Netzwerks der forschenden Physiotherapeut:innen an den deutschen Universitätskliniken“. Bild: Oliver Grewe

Hannover/Würzburg. Mit sogenannten Scoping Workshops will die Volkswagen-Stiftung zur Reflexion und Weiterentwicklung von Forschungsgebieten und -communities beitragen. Bei den von der Stiftung geförderten Veranstaltungen erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, gemeinsam eine Standortbestimmung ihres Forschungsgebietes vorzunehmen und davon ausgehend Perspektiven für dessen weitere Entwicklung zu erarbeiten. 
In diesem Zusammenhang trafen sich vom 5. bis 7. Juli dieses Jahres 21 Physiotherapeutinnen und -therapeuten aus 20 deutschen Universitätsklinika im Schloss Herrenhausen in Hannover zum Gedankenaustausch. Die Expertinnen und Experten sind Teil des im Herbst 2022 gegründeten „Netzwerks der forschenden Physiotherapeut:innen an den deutschen Universitätskliniken“, das sich als Stimme der Physiotherapie-Forschung an den Universitätsklinika und als Forum zum gegenseitigen Empowerment versteht. Für das Uniklinikum Würzburg nahm Markus Giehl, der Zentrale Leiter der Physiotherapie, am Workshop teil. 

Bei dem Treffen wurde die Erarbeitung eines Positionspapiers zu Chancen, Nutzen, Herausforderungen, Rahmenbedingungen und Themenfeldern von physiotherapeutischer Forschung im universitätsmedizinischen Setting angestoßen. Die Finalisierung und Veröffentlichung des Papiers ist für Herbst dieses Jahres geplant. 

Die Teilnehmenden am Scoping Workshop des „Netzwerks der forschenden Physiotherapeut:innen an den deutschen Universitätskliniken“.
Die Teilnehmenden am Scoping Workshop des „Netzwerks der forschenden Physiotherapeut:innen an den deutschen Universitätskliniken“. Bild: Oliver Grewe

Universitätsmedizin Würzburg: Das Schmerzprojekt ReliefVR erreicht die Praxisphase

Das Projekt ReliefVR, an dem Uniklinikum und Universität Würzburg als wissenschaftliche Partner maßgeblich beteiligt sind, hat eine weitere Hürde im bundesweiten Wettbewerb „Gesellschaft der Ideen“ genommen. Es darf jetzt in die vom Bundesforschungsministerium geförderte Praxisphase starten.

Sie präsentierten in Berlin der Jury erfolgreich das Projekt ReliefVR.
Sie präsentierten in Berlin der Jury erfolgreich das Projekt ReliefVR (von links): Prof. Dr. Heike Rittner (Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des UKW), Isabell Neumann (Lehrstuhl Psychologie I der Uni Würzburg) und Yevgenyia Nedilko (Videoreality GmbH). Bild: Videoreality GmbH / Thomas Schmidt

Würzburg. Für das Projekt ReliefVR geht es im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2020 gestarteten Wettbewerb für Soziale Innovationen „Gesellschaft der Ideen“ immer weiter nach oben. Unter ursprünglich über 1.000 eingereichten Ideen wurde es Ende Juni dieses Jahres von einer Jury zu einem der vier überzeugendsten Konzepte gewählt. „Damit kann ReliefVR aus der bisherigen Erprobungs- in die Praxisphase durchstarten“, verdeutlicht Prof. Dr. Heike Rittner vom Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Für 15 Monate erhält das hinter ReliefVR stehende Team jetzt eine Förderung von 250.000 Euro sowie professionelle Unterstützung bei der Verstetigung und Skalierung.

Worum geht es bei ReliefVR?

Ziel von ReliefVR ist es, ein medizinisches Produkt zu entwickeln, das Technologien der Virtuellen Realität (VR) dazu nutzt, neuronale Netzwerke im Gehirn so zu verändern, dass chronische Schmerzen möglichst dauerhaft gelindert werden. Dazu werden besondere Bewegungen in einer spannenden VR-Umgebung spielend geübt. Ergebnis der jetzt endenden Erprobungsphase ist ein individuell angepasstes Programm für Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. 

Wie ist die Würzburger Universitätsmedizin involviert?

Ideengeberin und Leiterin von ReliefVR ist Yevgenyia Nedilko von der Videoreality GmbH. Die Frankfurter Firma ist auf die Produktion innovativer VR-Anwendungen und -Erlebnisse spezialisiert. Gemeinsam mit dem ZIS arbeitet der Lehrstuhl Psychologie I der Universität Würzburg mit Prof. Dr. Ivo Käthner an der Entwicklung und Umsetzung des Projekts.

Weitere Infos:
www.reliefvr.de 
www.gesellschaft-der-ideen.de 
 

Sie präsentierten in Berlin der Jury erfolgreich das Projekt ReliefVR.
Sie präsentierten in Berlin der Jury erfolgreich das Projekt ReliefVR (von links): Prof. Dr. Heike Rittner (Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des UKW), Isabell Neumann (Lehrstuhl Psychologie I der Uni Würzburg) und Yevgenyia Nedilko (Videoreality GmbH). Bild: Videoreality GmbH / Thomas Schmidt

Gute Noten für das Else Kröner Center Würzburg-Mwanza

Mitte 2020 hat das „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg-Mwanza“ die Arbeit aufgenommen. In einem Zwischengutachten wurde ihm jetzt seine gute Arbeit bestätigt.

Die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre sind Partnerorganisationen des Else Kröner Centers in Mwanza. Dort haben sich die Beteiligten zum Gruppenfoto versammelt.
Die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre sind Partnerorganisationen des Else Kröner Centers in Mwanza. Dort haben sich die Beteiligten zum Gruppenfoto versammelt. (Bild: Jimmy Mwaisaka / Else Kröner Center Würzburg-Mwanza)
Im März 2023 haben sich die Mitglieder der am Else Kröner Center beteiligten Einrichtungen in Würzburg getroffen.
Im März 2023 haben sich die Mitglieder der am Else Kröner Center beteiligten Einrichtungen in Würzburg getroffen. Auf dem Programm standen die Erneuerung des Partnerschaftsabkommens und die Zwischenevaluation des Centers. (Foto: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

Die Gesundheitsversorgung in der Region um Mwanza (Tansania) verbessern: So könnte man stark verkürzt das Ziel benennen, das die Mitglieder des „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza“ verfolgen. Finanziert mit 2,5 Millionen Euro durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, hat das Zentrum Mitte 2020 die Arbeit aufgenommen. Der Förderzeitraum ist auf fünf Jahre ausgelegt.
Die Projektleitung liegt in der Hand der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU); Kooperationspartner in Würzburg sind das Universitätsklinikum Würzburg (UKW), das Missionsärztliche Institut und die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) e.V. Partnerorganisationen in Mwanza sind die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre.

Verlängerung empfohlen

Jetzt – zur Halbzeit des Förderzeitraums – wurde das Center einer Zwischenevaluation unterzogen. Über mehrere Tage hinweg haben sich dafür sowohl externe Gutachter, die von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung beauftragt waren, als auch die wissenschaftlichen Mitglieder des Advisory Boards des Centers einen Eindruck von der bisher geleisteten Arbeit verschafft – in Würzburg und in Mwanza. 

Das Ergebnis ist eindeutig: Alle Gutachter empfehlen die Weiterförderung des Else Kröner Centers Würzburg-Mwanza. Deutlich wurde dabei auch der Wunsch, dass das Center über den geplanten Zeitrahmen von fünf Jahren hinaus weiterarbeiten soll. Dazu hat auch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.

Drei Arbeitsschwerpunkte

Die Arbeit des Centers konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Schwerpunkte. Einer davon ist die gemeinsame Ausbildung von Nachwuchskräften mittels Austauschprogrammen für Medizinstudierende, gemeinsame Studiengänge im Bereich Epidemiologie und Biostatistik, sowie Public Health, und ein bilaterales Doktorandenprogramm. Schulungen medizinscher Fachkräfte und ein Ausbau der medizinischen Versorgung in Mwanza und in der Region um den Viktoriasee bilden einen zweiten Schwerpunkt. Der Aufbau eines gemeinnützigen Programms zur Bekämpfung der Schistosomiasis, einer um den Viktoriasee stark verbreiteten parasitären Krankheit, den dritten. Übergeordnete Ziele sind die Verbesserung der klinischen Versorgung der Bevölkerung im Krankenhaus und eine verbesserte Gesundheitsversorgung auf Community-Ebene rund um den Viktoriasee.

Stimmen zur erfolgreichen Zwischenevaluation

„Das Else Kröner Center in Mwanza hat sich seit der Gründung vor allem durch den eindrucksvollen Einsatz der Beteiligten in Würzburg und Mwanza sehr gut entwickelt und ist ein Vorzeigeprojekt der Stiftung geworden. Wir hoffen nun, mit der erfolgenden Weiterförderung das Aufgebaute weiter stabilisieren und die Aspekte Nachhaltigkeit und Ausweitung nochmals deutlich verstärken zu können.“  - Prof. Dr. Michael Madeja, Vorstandsvorsitzender der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

„Mit Gründung des Else Kröner Centers wurden die langjährigen Partner aus Mwanza und Würzburg noch enger zusammengeführt und bisherige Projekte vertieft und erweitert. Die Förderung durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ermöglicht zudem ein großangelegtes Projekt zur Bekämpfung der Schistosomiasis. Von einer Weiterführung des Centers werden beide Standorte auf den unterschiedlichsten Ebenen profitieren. Wir begrüßen daher die Zusage für eine Weiterfinanzierung des Centers sehr.“ – Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg
„Das Ergebnis der Evaluation freut uns als DAHW sehr, weil für unsere Arbeit die Kooperation mit wissenschaftlichen Akteuren sehr wichtig ist und auch das Engagement der Community in unserer Forschung eine bedeutsame Rolle spielt. Wir möchten sozusagen eine Brücke bauen zwischen dem „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft und der Bevölkerung, der die Ergebnisse der Forschung ja schließlich zugutekommen sollen – das ist in diesem Projekt gut gelungen. Und natürlich freut es uns für die Menschen in unserem Projekt, die Doktorand:innen, die Ärzt:innen und die Bewohner:innen von Ukerewe, für die Schistosomiasis und ihre Folgen nach wie vor eine große Herausforderung darstellen.“ – Dr. Christa Kasang, Forschungskoordinatorin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS)

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 2.400 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 60 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands.

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 17.08.2023

Die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre sind Partnerorganisationen des Else Kröner Centers in Mwanza. Dort haben sich die Beteiligten zum Gruppenfoto versammelt.
Die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Centre sind Partnerorganisationen des Else Kröner Centers in Mwanza. Dort haben sich die Beteiligten zum Gruppenfoto versammelt. (Bild: Jimmy Mwaisaka / Else Kröner Center Würzburg-Mwanza)
Im März 2023 haben sich die Mitglieder der am Else Kröner Center beteiligten Einrichtungen in Würzburg getroffen.
Im März 2023 haben sich die Mitglieder der am Else Kröner Center beteiligten Einrichtungen in Würzburg getroffen. Auf dem Programm standen die Erneuerung des Partnerschaftsabkommens und die Zwischenevaluation des Centers. (Foto: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)