Interdisziplinäre Intensivmedizin: Neues Wahlfach für Medizinstudierende

Sieben Kliniken am UKW verstärken ihre Zusammenarbeit und bündeln ihre Kompetenzen für eine zukunftsweisende studentische Lehre auf dem Gebiet der Intensivmedizin.

Intensivmedizin als Kernelement moderner Hochleistungsmedizin

Die Intensivmedizin ist der Bereich der modernen Medizin, der sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlicher Krankheitsbilder beschäftigt. Im Einzelfall handelt es sich oft um hochkomplexe Patientinnen und Patienten. Multimodale Therapiekonzepte aus konservativen, interventionellen und chirurgischen Ansätzen sind erforderlich, um diese Patientinnen und Patienten adäquat versorgen zu können. Wissenschaftliche Erkenntnisse, technische Neuerungen und zunehmende Digitalisierung eröffnen den Behandelnden stetig neue Möglichkeiten.

Interdisziplinarität und Interprofessionalität als Schlüssel für zukunftsweisende Lehre

Um den rasanten Entwicklungen in der Intensivmedizin Rechnung zu tragen und diesen integralen Bereich in der studentischen Lehre zu verankern, gehen sieben Kliniken und Einrichtungen des UKW ab dem Sommersemester 2026 einen neuen Weg. Studierenden der Humanmedizin ab dem 8. Semester wird ermöglicht, das neue UaK-Wahlfach „Interdisziplinäre Intensivmedizin“ zu belegen. Unter Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie wurde dieses Wahlfach in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie (Chirurgische Klinik I), der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie (Chirurgische Klinik II), der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik, der Neurologischen Klinik und Poliklinik und der Pflegedirektion entwickelt. Ziel ist es, den Studierenden die Bedeutung von Interdisziplinarität und Interprofessionalität in der modernen Intensivmedizin zu vermitteln. Dies umfasst neben medizinischen Aspekten auch organisatorische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Überlegungen.

Organbezogenes und patientenzentriertes Lehrkonzept – das Curriculum im Überblick

Die Lehrinhalte sind in zwölf thematische Schwerpunkte gegliedert, welche die gesamte Bandbreite der modernen Intensivmedizin organbezogen und systemisch abbilden: Typische Erkrankungsbilder aus den Bereichen des Zentralen Nervensystems, des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge, des Gastrointestinaltrakts, der Nieren, des Skelettsystems oder der Blutgerinnung werden behandelt, ebenso wie entsprechende Organersatzverfahren. Hinzu kommt die interdisziplinäre Schockraumversorgung sowie der Umgang mit Therapiezieländerungen, palliativen Therapieansätzen und Tod.

Die Veranstaltung findet während des Semesters als UaK-Wahlfach in Kleingruppen direkt auf den Intensivstationen des UKW statt. Die wöchentlichen Seminare zu je 2 Unterrichtseinheiten beinhalten Theorieelemente, Falldiskussionen und praktische Aspekte inklusive Intensivvisiten.

Erste Evaluationsergebnisse als weiterer Ansporn für die Lehrenden

Die ersten sechs Studierenden haben im Sommersemester 2026 das Wahlfach besucht. Besonders positiv bewerteten die Studierenden die Organisation, die Motivation der Dozierenden, die Möglichkeit der aktiven Beteiligung sowie den hohen Praxisbezug. Weiterhin wurde der „Kontakt auf Augenhöhe“ zwischen Lehrenden und Studierenden gelobt. Alle Studierenden gaben an, dass ihr Interesse für Intensivmedizin geweckt wurde („stimme zu“ bzw. „stimme ganz zu“). Über alle Veranstaltungstermine hinweg konnte für das neue Wahlfach eine Benotung von 1,4 erzielt werden. Diese äußerst positiven Evaluationsergebnisse bieten reichlich Ansporn für die Dozierenden und zeigen das immense Potenzial, das in diesem Format steckt.