Aktuelle Pressemitteilungen

Herzschwäche und Vorhofflimmern: Was ist Henne, was ist Ei? Das ist eine von vielen Fragen, die bei der Veranstaltung „Schwaches Herz aus dem Takt“ am 23. November 2018 im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) er-örtert werden. Denn Vorhofflimmern kann Auslöser einer Herzinsuffizienz sein, aber auch die Folge. Vorhofflimmern ist in diesem Jahr Schwerpunkt der Herzwochen, die alljährlich im November von der Deutschen Herzstiftung mit insgesamt mehr als 1.000 Veranstaltungen bundesweit ausgerufen wer-den. 1,8 Millionen Menschen leiden hierzulande unter dieser Herzrhythmusstörung. Fast doppelt so viele haben eine Herz-schwäche. Beides sind Volkskrankheiten mit ernsthaften Prognosen.

Aus diesem Anlass veranstaltet das DZHI am Freitag, 23. November, von 14 bis 18 Uhr einen Nachmittag der offenen Tür zum Thema „Schwaches Herz aus dem Takt.“

Im Zentrum der Veranstaltung steht die öffentliche Sprechstunde von 15 bis 17 Uhr. Die Professoren Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW), Christoph Maack (Sprecher des DZHI) und Stefan Störk (Leiter der Herzinsuffizienzambulanz im DZHI) sowie der niedergelassene Kardiologe Jürgen Brandl stehen nach kurzen Impulsvorträgen Rede und Antwort zu Fragen, die den Besucherinnen und Besuchern auf dem Herzen liegen. Im Anschluss an die Sprechstunde gibt es die Möglichkeit, von 17 bis 18 Uhr, in der Lounge die Ärztinnen und Ärzte aus dem DZHI und der MedEins persönlich zu sprechen.

Darüber hinaus gibt es jede Menge Tipps zur herzgesunden Ernährung, Bewegung und Hinweise für den Notfall. So halten die Diätassistentinnen der Uniklinik Würzburg (UKW) um 14:15 Uhr einen Vortrag zur herzgesunden Ernährung. Die Johanniter zeigen um 17:15 Uhr einzelne Schritte für den Notfall und mit welchen beherzten Maßnahmen man Leben retten kann. Die erste Herzinsuffizienzsportgruppe in Bayern, die vom DZHI initiiert wurde, stellt sich vor. Ferner informieren die Selbsthilfegruppe Herzschwäche und die Defibrillator-Selbsthilfegruppe (ICD) über ihre monatlichen Treffen. Und die Deutsche Herzstiftung bietet an ihrem Infostand die neue Broschüre „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ sowie Ratgeber und weiteres Material zur Herzgesundheit an.

Die Veranstaltung bietet auch den Rahmen für eine Ausstellungseröffnung, die aufgrund ihres interdisziplinären und beherzten Charakters hervorragend ins DZHI passt. Nadine Bernard vom Fachbereich Schule der Stadt Würzburg präsentiert in der Lounge Ausschnitte ihrer jüngsten Streetart-Aktion aus der Zellerau. 50 Schülerinnen und Schüler aus fünf Schulen haben gemeinsam mit ihren Lehrerkräften und professionellen Künstlern Anfang Oktober dem Trafohäuschen in der Frankfurter Straße einen neuen Anstrich gegeben, und zwar mit Spraydosen und Farbrollen. Unter dem Motto „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ ließen die Nachwuchs-Künstlerinnen und -Künstler ihre Entwürfe zu einem großen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Beliebtes Graffiti-Symbol war passend zum Thema „Courage“ das Herz.

Wir freuen uns, wenn Sie im Vorwege über die Veranstaltung berichten und in Ihren Medien darauf aufmerksam machen. Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen – ob privat oder beruflich. Wer vor Ort über den Tag berichten möchte, melde sich bitte vorab bei der Pressestelle des DZHI (Kirstin Linkamp, Telefon: 0931 201 46325, Linkamp_K@ ukw.de) an. Wir unterstützen Sie gern.

Über die Herzwochen der Deutschen Herzstiftung

„Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ ist das Thema der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung vom 1. bis zum 30. November. Über Ursachen und Symptome, aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren bei Vorhofflimmern sowie die Gerinnungshemmung (Schlaganfallprävention) informieren Herzspezialisten u. a. in Kliniken, Herzzentren, Krankenkassen und Betrieben bundesweit. Termine der mehr als 1.000 Veranstaltungen sind unter www.herzstiftung.de abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128400.

Über das DZHI

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum unter dem Dach von Universitätsklinikum und Universität Würzburg und wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, effektive Strategien für Prävention und Therapie der Herzinsuffizienz zu entwickeln und die Erkrankung grundlegend zu erforschen. Das Zentrum vereint dazu Grundlagen-, Versorgungs- und klinische Forschung in einem bundesweit einmalig multidisziplinären, translationalen Ansatz.

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Weitere Etappe auf dem Weg zur neuen Klinik für Strahlentherapie

Am 2. November beginnt das Uniklinikum Würzburg mit Rodungsarbeiten für den geplanten Neubau der Klinik für Strahlentherapie auf dem Altcampus (Bereich C) des Klinikums-Areals.

Die zu rodende Fläche in der Größe von 0,46 ha liegt hinter der Frauenklinik. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt professionell betreut und abgestimmt, um alle artenschutzrechtlichen Belange zu berücksichtigen.

Voraussichtlich sind die Rodungsarbeiten Ende November abgeschlossen. Der Rodungsvorgang wird ökologisch begleitet. Ausgleichsmaßnahmen werden nach Abschluss der Maßnahme umgesetzt.

Der klinische Betrieb wird durch das Projekt nicht beeinträchtigt.

Training für den Ernstfall: Behandlungsplatz im Uniklinikum Würzburg aufgebaut

Um auf einen Massenanfall von Verletzten bestmöglich vorbereitet zu sein, müssen rettungsdienstliche und klinische Strukturen gut aufeinander abgestimmt sein. Deshalb errichteten ehrenamtliche Einheiten des Katastrophenschutzes am 26. Oktober 2018 innerhalb kürzester Zeit probehalber einen Behandlungsplatz für 50 Patienten im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg.

Durch Zugunfälle, Flugzeugabstürze, Epidemien, Störfälle in Industriebetrieben oder Terroranschläge kann es in kurzer Zeit zu einem Massenanfall mit vielen Verletzten oder Erkrankten kommen. In solchen Situationen errichten speziell ausgebildete und ausgestattete Einheiten der Hilfsorganisationen in der Nähe des Unglücksortes einen Behandlungsplatz. In der aus Zelten bestehenden Einrichtung werden die Patienten gesichtet und in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Hier wird auch eine erste Notfallbehandlung durchgeführt. Bei lebensbedrohlich verletzten Patienten stellen die Rettungsdienstkräfte zudem unverzüglich die Transportfähigkeit her. Weiterhin dient der Behandlungsplatz als Puffer- und Koordinierungsbereich für die folgende Verteilung der Patienten auf die umliegenden Kliniken.

Test: Kann ein Behandlungsplatz in einem Gebäude des Klinikums aufgebaut werden?

„Es kann aber auch Situationen geben, in denen aus Sicherheits- oder Logistikgründen ein Aufbau eines Behandlungsplatzes in der Nähe des Schadensraums nicht möglich oder nicht sinnvoll ist“, sagt Prof. Dr. Thomas Wurmb. Der Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Stattdessen kann es besser sein, diese Sichtung und erste Patientenversorgung direkt ins Krankenhaus zu verlegen.“
Genau das wurde am 26. Oktober dieses Jahres in einer mehrstündigen Übung am Zentrum für Operative Medizin (ZOM) des UKW erprobt. Um 16:00 Uhr rückten rund 50 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes mit ihrer Ausrüstung an der Oberdürrbacher Straße an. Innerhalb kürzester Zeit errichteten sie einen voll funktionstüchtigen Behandlungsplatz mit einer Versorgungskapazität für 50 Patienten pro Stunde. Dazu wurden Versorgungsplätze für die Patienten mit dem Material der Katastrophenschutzeinheiten eingerichtet. Auf Zelte konnten bei diesem „Indoor-Einsatz“ verzichtet werden, da die vorhandene Infrastruktur des Klinikums sehr gute Voraussetzungen bietet. Von Seiten des Klinikums unterstützten 15 medizinische und technische Mitarbeiter/innen die Aktion. Der Übungseinsatz wurde von einer gemeinsamen Einsatzleitung, bestehend aus Klinik- und Sanitätseinsatzleitung, abgestimmt und koordiniert. „Das hat hervorragend geklappt“, stellte der Organisatorische Leiter Stefan Dietz vom BRK fest. Von Seiten der Klinikeinsatzleitung um Rüdiger Braun (Logistik) und Jörn Braungardt (Technik) wurde vor allem die gelungene technische Umsetzung gelobt. Diese Auffassung unterstrich auch Ernst Freier vom Malteser Hilfsdienst als Mitglied der Übungsleitung. In die Planungen vorab involviert waren zudem die Regierung von Unterfranken, die mittlere und die untere Katastrophenschutzbehörde, die Feuerwehr sowie die Polizei.

Positive Antworten auf Behandlungs- und Logistikfragen

„Bei diesem Test erhielten wir viele Antworten auf Fragen wie: Kann das Material problemlos zu den vorgesehenen Räumlichkeiten transportiert werden? Reicht der zur Verfügung stehende Platz für die Patientenversorgung? Können wir eine adäquate, kontinuierliche Zu- und Abfahrt von Rettungsfahrzeugen gewährleisten?“, sagte Harald Erhard, 1. Bezirksbereitschaftsleiter des BRK in Unterfranken. „Was uns zunächst Kopfzerbrechen bereitete, war die Kommunikation zwischen Klinik und Rettungsdienst. Hier lieferte uns die Übung wertvolle Erkenntnisse“, kommentierte Thomas Witzel von der Johanniter Unfallhilfe. Neben der räumlichen Nähe zu wichtigen Funktionsräumen erwies es sich auch als vorteilhaft, dass sich die bereitgestellten Flächen in einem vom Patienten- und Besucherverkehr weitgehend abgelegenen Bereich befanden.
Laut Prof. Wurmb könnten im Ernstfall von diesem Behandlungsplatz aus die Patienten strukturiert zur definitiven Versorgung verteilt werden – gleich vor Ort im UKW, aber auch an die anderen lokalen und regionalen Krankenhäuser. Dass dieser Ernstfall bestenfalls niemals eintritt und es bei Training und Übung bleiben soll, betonte Dr. Christian Markus von der Klinikeinsatzleitung im Rahmen der Abschlussbesprechung.
Am Ende der Übung wurde die temporäre Einrichtung innerhalb von 30 Minuten wieder abgebaut und verladen. Der Vorstand des Klinikums lud alle Akteure auf einen wohlverdienten Imbiss ein. Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Klinikums, dankt den zumeist ehrenamtlichen Katastrophenschutzhelfern herzlich für ihren hohen Einsatz.

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Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis für Dr. Uta Eberlein

Dr. Uta Eberlein von der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg erhielt den diesjährigen Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung. Die Medizinphysikexpertin wurde damit für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu DNA-Schäden im Blut nach Radionuklidtherapien sowie zur Dosimetrie für neue Radiopharmaka geehrt.

Dr. Uta Eberlein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Medizinphysik von Prof. Dr. Michael Laßmann an der von Prof. Dr. Andreas Buck geleiteten Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg. Bei der Jahrestagung 2018 der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung (GBS) in Frankfurt/M. wurde ihr am 17. September dieses Jahres der Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis verliehen.
Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung honoriert ihre ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten, die sich zum einen mit der Beschreibung von DNA-Schäden im Blut nach Radionuklidtherapien beschäftigen und zum anderen mit der Dosimetrie für neue Radiopharmaka, die für Therapien in der Nuklearmedizin eingesetzt werden sollen.

Über die Auszeichnung und die GBS

Der Dieter-Frankenberg-Nachwuchspreis wird jährlich von einer GBS-Jury für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der biologischen Strahlenforschung an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Gesellschaft für biologische Strahlenforschung dient damit der Erhaltung und Vertiefung der wissenschaftlichen Grundlagen des Strahlenschutzes. Außerdem unterstützt sie die medizinische Umsetzung strahlenbiologischer Erkenntnisse.

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Uniklinikum Würzburg: Neue Erkenntnisse zu den pathophysiologischen Abläufen bei Morbus Fabry

Einem Forscherteam um Prof. Dr. Nurcan Üçeyler an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg ist es gelungen, dem bislang noch ungeklärten Mechanismus von Schmerz, Empfindungsstörung und reduzierter Nervenfaserdichte der angeborenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse der umfangreichen Studie wurden im Oktober dieses Jahres in eLife, einem renommierten britischen Wissenschaftsmagazin, veröffentlicht.

Morbus Fabry ist eine seltene, lebensbedrohliche Erbkrankheit. Bei den Betroffenen funktioniert das Enzym α-Galaktosidase A nicht oder nur eingeschränkt. In der Folge werden Fettmoleküle – vor allem Globotriaosylceramid (Gb3) – nicht abgebaut und lagern sich in vielen Geweben und Organen ein, was die Krankheit zu einem interdisziplinären Problem macht. Zu den neurologischen Hauptsymptomen bei Fabry-Patienten zählt ein brennender Schmerz an Händen und Füßen, typischerweise ausgelöst durch Hitze oder Fieber. Außerdem verlieren die Betroffenen mit zunehmendem Alter häufig das Temperaturempfinden der Haut und haben dort auch eine reduzierte Anzahl an sensiblen Nervenfasern. Am UKW ist seit dem Jahr 2001 eines der größten europäischen Zentren für Morbus Fabry entstanden. Das „Fabry-Zentrum für interdisziplinäre Therapie Würzburg“ (FAZiT) betreut aktuell über 300 Patienten und ist auch bei der klinischen Erforschung der Erkrankung an unterschiedlichen Organen hoch aktiv.

Wie hängen Fettablagerungen und Symptome zusammen?

„Der Mechanismus, der die Gb3-Ablagerungen in den Zellen mit den Beschwerden der Patienten und dem Verlust von Nervenfasern verbindet, ist bislang noch unbekannt. Entsprechend sind die Behandlungsoptionen für die Patienten eingeschränkt“, berichtet Prof. Dr. Nurcan Üçeyler von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW. Als jüngstem Erfolg der Forschungsbemühungen gelang es kürzlich Dr. Lukas Hofmann aus dem Forscherteam um Prof. Üçeyler an einem Mausmodell der Fabry-Erkrankung dem Mechanismus von Schmerz, Empfindungsstörung und reduzierter Nervenfaserdichte auf die Spur zu kommen. An der umfangreichen Studie waren außerdem die Arbeitsgruppe Molekulare Elektrophysiologie und das Institut für Klinische Neurobiologie der Universität Würzburg sowie die Yale School of Medicine aus New Haven/USA beteiligt.

Gb3-Ablagerungen reduzieren Ionenströme

Die Untersuchungen zeigten, dass der Verlust der thermischen Empfindlichkeit auf durch Gb3-Ablagerungen reduzierte Ionenströme in sensiblen Spinalganglienneuronen zurückzuführen ist. Letztere sind Nervenzellen, die für die Sensibilität zuständig sind und sich in den Spinalganglien befinden. Die Ionenströme sind für die Entstehung und Weiterleitung der elektrischen Signale in den Nervenfasern verantwortlich, die auch der Schmerzempfindung zugrundeliegen. Die für die Fabry-Erkrankung typischen Gb3-Ablagerungen führen außerdem zu erhöhtem zellulären Stress und zu Zelltod in den sensiblen Spinalganglienneuronen, wodurch sich die verminderte Nervenfaserdicht in der Haut erklären lässt. „Im Zellmodell für Morbus Fabry konnten wir ferner nachweisen, dass die Verminderung der Ionenströme in direktem Zusammenhang mit der Akkumulation von Gb3 innerhalb der Zellen steht“, erläutert Dr. Hofmann und fährt fort: „Durch Inkubation dieser Zellen mit einem Medikament, das auch im Rahmen der derzeit üblichen Enzymersatztherapie bei Fabry-Patienten eingesetzt wird, konnte dieser Effekt rückgängig gemacht werden.“

Verständnisgewinn als mögliche Vorstufe für eine bessere Therapie

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden laut dem Würzburger Forscherteam nun die Grundlage für weitere Untersuchungen, die letztlich in einer noch effizienteren Diagnostik und Therapie von Morbus Fabry sowie anderen Lipidspeicherkrankheiten münden können. Die Ergebnisse der Studie wurden im Oktober 2018 in eLife, einer renommierten britischen Fachzeitschrift für Biomedizin und Life Sciences, veröffentlicht.

Literatur:

Hofmann L, Hose D, Grießhammer A, Blum R, Döring F, Dib-Hajj S, Waxman S, Sommer C, Wischmeyer E, Üçeyler N. Characterization of small fiber pathology in a mouse model of Fabry disease. Elife. 2018 Oct 17;7. pii: e39300. doi: 10.7554/eLife.39300. [Epub ahead of print]

Forschungsförderung:

Interdisziplinäres Zentrum für klinische Forschung (IZKF) Würzburg (N-260)

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Freiräume für die Forschung

DFG fördert Clinician Scientist-Programm, das die Forschung von Assistenzärzten unterstützt

„Junge Ärztinnen und Ärzte, die forschen möchten, gehören zu einer schützenswerten Spezies“, meint Prof. Dr. Stefanie Hahner. Doch immer seltener finden Medizinerinnen und Mediziner in der Facharztausbildung neben der zeitintensiven Behandlung von Patienten Zeit zum Forschen. Deshalb hat die Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie und Prodekanin der Medizinischen Fakultät für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg ein Qualifizierungskonzept entwickelt, das dem Nachwuchs den Freiraum zur Forschung gibt, und sie für ihren weiteren Weg als forschende Ärztinnen und Ärzte besonders qualifiziert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat den Antrag jetzt voll bewilligt und fördert das Programm mit 1,7 Millionen Euro für zunächst drei Jahre; Folgeförderungen sind in Aussicht gestellt.

Gefördert werden soll vor allem der Brückenschlag zwischen ärztlicher Tätigkeit am Patienten und patientenorientierter Forschung im Labor oder in klinischen Studien. Das Forschungskonzept ist auch bekannt als „from bench to bedside and back". Erkenntnisse aus der Laborforschung fließen direkt in die praktische Anwendung am Patienten, die Erfahrungen aus der Behandlung am Krankenbett werden wiederum bei der Forschung berücksichtigt. Dieses „Ping-Pong", wie Professor Stefanie Hahner das wechselseitige Feedback nennt, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Behandlungskonzepte: „Die direkte ärztliche Tätigkeit am Patienten lässt uns Probleme und Verbesserungsbedarf erkennen und in wissenschaftliche Projekte transferieren, die idealerweise zu neuen Erkenntnissen und Behandlungsprinzipien führen. Deshalb sind für den medizinischen Fortschritt die aufmerksamen und wissenschaftlich denkenden Ärztinnen und Ärzte unerlässlich."

Antwort auf das Warum der Generation Y

Medizinischer Fortschritt in Form von zahlreichen weiteren noch unentdeckten Diagnostiken und Therapien im Kampf gegen Krankheiten ist die Antwort auf die Frage der „Generation Y“ - die Generation, die nach dem Warum fragt. Warum soll ich nach zehn oder zwölf Stunden klinischer Arbeit noch ins Labor? Wie viel Zeitbleibt mir für Familie und Freizeit? Ist die Forschung meine Freizeit? Sind die Kolleginnen und Kollegen meine Familie? „Aufgrund der immer größeren Patientenzahl und der kürzeren Liegezeiten bleibt dem heutigen medizinischen Nachwuchs tatsächlich neben, nach oder vor der klinischen Arbeit kaum noch Raum für Forschung“, erklärt Stefanie Hahner. „Deshalb benötigen wir hier nachhaltige Strukturen, in denen sich enthusiastische Assistenzärzte weiterentwickeln können und Freiräume finden für Forschung und kreative Muße.“

Summe aus Kompetenz und Exzellenz

Seit einem Jahr gibt es am Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) in Würzburg bereits das Clinician Scientist-Programm. Ziel des dreijährigen strukturierten Programms mit 18-monatiger Forschungszeit, Mentoring, interaktiver Vernetzung und zahlreichen Zusatzqualifikationen ist es, einen Karriereweg für den forschungsbegeisterten Nachwuchs anzubieten, der sowohl hohe Kompetenz in der Patientenversorgung als auch Exzellenz in der translationalen medizinischen Forschung anstrebt, also seine wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell und gezielt in die klinische Anwendung überführt.

Interdisziplinärer Ansatz rund um Herz und Gefäße

Zusätzlich zu diesen derzeit fünf Clinician Scientists, die jedes Jahr im IZKF-Programm aufgenommen werden, können jetzt dank der DFG-Förderung weitere sechs Stellen pro Jahr ausgeschrieben werden. Diese Förderung kommt nahezu der gesamten medizinischen Fakultät zugute. Denn das neue Clinician Scientist-Programm namens UNION CVD ist interdisziplinär aufgestellt. UNION CVD steht für Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases.

„Herz- und Gefäßkrankheiten, vor allem chronische ischämische Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz sind nicht nur die häufigsten Todesursachen in Deutschland, sie sind auch durch zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen charakterisiert“, erläutert Professor Dr. Stefan Frantz, Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Uniklinik Würzburg die Hintergründe des Programms. „Jeder zweite Herzschwäche-Patient hat zum Beispiel sieben oder mehr Komorbiditäten. Diese können sich wiederum negativ auf das Krankheitsbild der Herzschwäche auswirken und weitere Erkrankungen mit sich ziehen. Die kardiovaskuläre Forschung erfordert daher einen hochgradig interdisziplinären Ansatz.“ Stefan Frantz ist neben Stefanie Hahner, Jürgen Deckert (Psychiatrie), Matthias Goebeler (Hautklinik), Peter Heuschmann (Lehrstuhl für Klinische Epidemiologie und Biometrie) und Andrea Thelen-Frölich (Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung) Mitantragsteller des Clinician Scientist Programms.

Hervorragende Infrastruktur für kardiovaskuläre Forschung

Ein weiterer Punkt für den Fokus auf Herz- und Gefäßkrankheiten sind die langjährigen Erfahrungen und bahnbrechenden Erfolge der Medizinischen Fakultät Würzburg in der Herz- und Gefäßforschung. Sonderforschungsbereiche und Zentren wie das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) und das Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) bieten den jungen Ärztinnen und Ärzten ein hervorragendes Umfeld für die kardiovaskuläre Forschung. „Mit der Infrastruktur und einem hochqualifiziert besetzten Mentoren-Team aus verschiedenen Disziplinen wie Psychiatrie, Physiologie, Dermatologie, Experimentelle Biomedizin und Bildgebung stehen den Clinician Scientists beste Bedingungen zur Verfügung, um nachhaltige und international angesehene Projekte zu bearbeiten“, ist sich Professor Stefanie Hahner sicher.

Förderung in vollem Umfang

Das Qualifizierungskonzept hat die internationale Begutachtungsgruppe der DFG überzeugt: „Aufgrund der sehr überzeugenden wissenschaftlichen Ausrichtung des geplanten Clinician Scientist-Programms an einem international sichtbaren Forschungsschwerpunkt des Universitätsklinikums Würzburg, der sehr gelungenen Einbettung in die in Würzburg vorhandenen Strukturen zur Ausbildung von Clinician Scientists und des insgesamt überzeugenden Ausbildungskonzepts“, empfehlen die Gutachter die Förderung des Antrags im vollen Umfang.

Mitglieder des Steering Committees:

  • Prof. Dr. Jürgen Deckert (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I)
  • Prof. Dr. Christoph Germer (Klinikdirektor der Chirurgie I)
  • Prof. Dr. Matthias Goebeler (Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie)
  • Prof. Dr. Stefanie Hahner (Stellvertretende Leiterin der Endokrinologie und Diabetologie)
  • Prof. Dr. Peter Heuschmann (Leiter des Lehrstuhls Klinische Epidemiologie und Biometrie)
  • Prof. Dr. Michaela Kuhn (Direktorin des Instituts für Vegetative Physiologie)
  • Prof. Dr. Christoph Maack (Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz und Leiter der Translationalen Forschung)
  • Prof. Dr. Stefan Störk (Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz)
  • Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen (Leiterin des Instituts für Experimen-telle Biomedizin, Lehrstuhl II)

Pressemittelung als PDF zum Download.

Freiräume für die Forschung

„Junge Ärztinnen und Ärzte, die forschen möchten, gehören zu einer schützenswerten Spezies“, meint Prof. Dr. Stefanie Hahner. Doch immer seltener finden Medizinerinnen und Mediziner in der Facharztausbildung neben der zeitintensiven Behandlung von Patienten Zeit zum Forschen. Deshalb hat die Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie und Prodekanin der Medizinischen Fakultät für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg ein Qualifizierungskonzept entwickelt, das dem Nachwuchs den Freiraum zur Forschung gibt, und sie für ihren weiteren Weg als forschende Ärztinnen und Ärzte besonders qualifiziert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat den Antrag jetzt voll bewilligt und fördert das Programm mit 1,7 Millionen Euro für zunächst drei Jahre; Folgeförderungen sind in Aussicht gestellt.

Prof. Dr. Stefanie Hahner ist Hauptantragstellerin des Clinician Scientist-Programms.

Gefördert werden soll vor allem der Brückenschlag zwischen ärztlicher Tätigkeit am Patienten und patientenorientierter Forschung im Labor oder in klinischen Studien. Das Forschungskonzept ist auch bekannt als „from bench to bedside and back“. Erkenntnisse aus der Laborforschung fließen direkt in die praktische Anwendung am Patienten, die Erfahrungen aus der Behandlung am Krankenbett werden wiederum bei der Forschung berücksichtigt. Dieses „Ping-Pong“, wie Professor Stefanie Hahner das wechselseitige Feedback nennt, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Behandlungskonzepte: „Die direkte ärztliche Tätigkeit am Patienten lässt uns Probleme und Verbesserungsbedarf erkennen und in wissenschaftliche Projekte transferieren, die idealerweise zu neuen Erkenntnissen und Behandlungsprinzipien führen. Deshalb sind für den medizinischen Fortschritt die aufmerksamen und wissenschaftlich denkenden Ärztinnen und Ärzte unerlässlich.“

Antwort auf das Warum der Generation Y

Medizinischer Fortschritt in Form von zahlreichen weiteren noch unentdeckten Diagnostiken und Therapien im Kampf gegen Krankheiten ist die Antwort auf die Frage der „Generation Y“ - die Generation, die nach dem Warum fragt. Warum soll ich nach zehn oder zwölf Stunden klinischer Arbeit noch ins Labor? Wie viel Zeit bleibt mir für Familie und Freizeit? Ist die Forschung meine Freizeit? Sind die Kolleginnen und Kollegen meine Familie? „Aufgrund der immer größeren Patientenzahl und der kürzeren Liegezeiten bleibt dem heutigen medizinischen Nachwuchs tatsächlich neben, nach oder vor der klinischen Arbeit kaum noch Raum für Forschung“, erklärt Stefanie Hahner. „Deshalb benötigen wir hier nachhaltige Strukturen, in denen sich enthusiastische Assistenzärzte weiterentwickeln können und Freiräume finden für Forschung und kreative Muße.“

Summe aus Kompetenz und Exzellenz

Seit einem Jahr gibt es am Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) in Würzburg bereits das Clinician Scientist-Programm. Ziel des dreijährigen strukturierten Programms mit 18-monatiger Forschungszeit, Mentoring, interaktiver Vernetzung und zahlreichen Zusatzqualifikationen ist es, einen Karriereweg für den forschungsbegeisterten Nachwuchs anzubieten, der sowohl hohe Kompetenz in der Patientenversorgung als auch Exzellenz in der translationalen medizinischen Forschung anstrebt, also seine wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell und gezielt in die klinische Anwendung überführt.

Interdisziplinärer Ansatz rund um Herz und Gefäße

Zusätzlich zu diesen derzeit fünf Clinician Scientists, die jedes Jahr im IZKF-Programm aufgenommen werden, können jetzt dank der DFG-Förderung weitere sechs Stellen pro Jahr ausgeschrieben werden. Diese Förderung kommt nahezu der gesamten medizinischen Fakultät zugute. Denn das neue Clinician Scientist-Programm namens UNION CVD ist interdisziplinär aufgestellt. UNION CVD steht für Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases.

„Herz- und Gefäßkrankheiten, vor allem chronische ischämische Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz sind nicht nur die häufigsten Todesursachen in Deutschland, sie sind auch durch zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen charakterisiert“, erläutert Professor Dr. Stefan Frantz, Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Uniklinik Würzburg die Hintergründe des Programms. „Jeder zweite Herzschwäche-Patient hat zum Beispiel sieben oder mehr Komorbiditäten. Diese können sich wiederum negativ auf das Krankheitsbild der Herzschwäche auswirken und weitere Erkrankungen mit sich ziehen. Die kardiovaskuläre Forschung erfordert daher einen hochgradig interdisziplinären Ansatz.“ Stefan Frantz ist neben Stefanie Hahner, Jürgen Deckert (Psychiatrie), Matthias Goebeler (Hautklinik), Peter Heuschmann (Lehrstuhl für Klinische Epidemiologie und Biometrie) und Andrea Thelen-Frölich (Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung) Mitantragsteller des Clinician Scientist Programms.

Hervorragende Infrastruktur für kardiovaskuläre Forschung

Ein weiterer Punkt für den Fokus auf Herz- und Gefäßkrankheiten sind die langjährigen Erfahrungen und bahnbrechenden Erfolge der Medizinischen Fakultät Würzburg in der Herz- und Gefäßforschung. Sonderforschungsbereiche und Zentren wie das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) und das Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) bieten den jungen Ärztinnen und Ärzten ein hervorragendes Umfeld für die kardiovaskuläre Forschung. „Mit der Infrastruktur und einem hochqualifiziert besetzten Mentoren-Team aus verschiedenen Disziplinen wie Psychiatrie, Physiologie, Dermatologie, Experimentelle Biomedizin und Bildgebung stehen den Clinician Scientists beste Bedingungen zur Verfügung, um nachhaltige und international angesehene Projekte zu bearbeiten“, ist sich Professor Stefanie Hahner sicher.

Förderung in vollem Umfang

Das Qualifizierungskonzept hat die internationale Begutachtungsgruppe der DFG überzeugt: „Aufgrund der sehr überzeugenden wissenschaftlichen Ausrichtung des geplanten Clinician Scientist-Programms an einem international sichtbaren Forschungsschwer-punkt des Universitätsklinikums Würzburg, der sehr gelungenen Einbettung in die in Würzburg vorhandenen Strukturen zur Ausbildung von Clinician Scientists und des insgesamt überzeugenden Ausbildungskonzepts“, empfehlen die Gutachter die Förderung des Antrags im vollen Umfang.

Mitglieder des Steering Committees:

  • Prof. Dr. Jürgen Deckert (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie)
  • Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I)
  • Prof. Dr. Christoph Germer (Klinikdirektor der Chirurgie I)
  • Prof. Dr. Matthias Goebeler (Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie)
  • Prof. Dr. Stefanie Hahner (Stellvertretende Leiterin der Endokrinologie und Diabetologie)
  • Prof. Dr. Peter Heuschmann (Leiter des Lehrstuhls Klinische Epidemiologie und Biometrie)
  • Prof. Dr. Michaela Kuhn (Direktorin des Instituts für Vegetative Physiologie)
  • Prof. Dr. Christoph Maack (Sprecher des DZHI und Leiter der Translationalen Forschung)
  • Prof. Dr. Stefan Störk (Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz)
  • Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen (Leiterin des Instituts für Experimentelle Biomedizin, Lehrstuhl II)
Prof. Dr. Stefanie Hahner ist Hauptantragstellerin des Clinician Scientist-Programms.