Aktuelle Pressemitteilungen

Jetzt noch teilnehmen: Befragung zur Angehörigenpflege während der Corona-Pandemie

Ein Forschungsprojekt am Uniklinikum Würzburg zielt auf eine bessere Unterstützung der Angehörigenpflege in zukünftigen Krisen ab. Hierfür werden noch Personen gesucht, die während der Covid-19-Pandemie ihnen nahestehende Personen gepflegt haben und über ihre damaligen Erfahrungen berichten wollen.

Bild: UKW / Caroline Liebscher
Mit einer Umfrage sollen die Erfahrungen angehöriger Pflegepersonen während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 erforscht werden. Bild: UKW / Caroline Liebscher

Würzburg. Das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg sucht für eine Befragung noch Menschen, die zwischen März und Dezember 2020 eine nahestehende Person unentgeltlich gepflegt haben. In jenem Zeitraum beeinträchtigten die Covid-19-Pandemie und die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus die Situation in der Angehörigenpflege deutlich. In der Studie sollen die dabei von den Pflegepersonen gemachten Erfahrungen analysiert werden, um in zukünftigen Krisensituationen diese Form der Pflege besser unterstützen zu können.

Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen volljährig sein, über gute Deutschkenntnissen verfügen und im fraglichen Zeitraum mindestens zehn Stunden pro Woche pflegerisch tätig gewesen sein. Bei der Umfrage ist ein Fragenbogen online oder in Papierform auszufüllen, der Zeitbedarf beträgt etwa 30 bis 45 Minuten. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich für ein vertiefendes Interview zu melden.

Die Studie ist Teil des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Forschungsprojektes „CollPan“, das sich mit den indirekten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beschäftigt.

Link zur Befragung: www.t1p.de/collpan-pflege

Kontakt: Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg, Jessica Ruck, E-Mail: Ruck_J1@ ukw.de, Tel: 0931 201-47802

Text: Pressestell UKW

Bild: UKW / Caroline Liebscher
Mit einer Umfrage sollen die Erfahrungen angehöriger Pflegepersonen während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 erforscht werden. Bild: UKW / Caroline Liebscher

Neue Hausärztinnen und Hausärzte braucht das Land

Vom 26. bis zum 28. September findet in Würzburg der 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin statt. Die Registrierung ist ab sofort möglich.

Würzburg. Neue Wege in die Allgemeinmedizin. Nachwuchs für Versorgung und Forschung begeistern.“ So lautet das Motto der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), die vom 26. bis zum 28. September 2024 in Würzburg stattfindet. „Wir brauchen in Zukunft viele neue Hausärztinnen und Hausärzte im ganzen Land“, erklärt Prof. Dr. Anne Simmenroth, die gemeinsam mit Prof. Dr. Ildikó Gágyor das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) leitet. Die Direktorinnen, die beide einen Tag in der Woche in allgemeinmedizinischen Praxen in Würzburg arbeiten, freuen sich über einen regen Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ärztinnen und Ärzten, Studierenden, Medizinischen Fachangestellten, Studienassistenz und Beschäftigen aus der Sozialarbeit, dem Gesundheitswesen, der Politik und allen Bereichen, die mit der hausärztlichen Versorgung zu tun haben.

Junge Menschen für die Allgemeinmedizin begeistern

„Gemeinsam mit allen Teilnehmenden möchten wir diskutieren, wie es uns gelingen kann, den Nachwuchs einzubinden und was wir brauchen, um junge Menschen weiterhin für die Allgemeinmedizin zu begeistern“, sagt Anne Simmenroth. „Der Nachwuchs ist der Grundstein für all unsere Zukunftspläne, ihn zu fördern ist die Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Versorgung, für die Forschung und für die Aus- und Weiterbildung in unserem Fach“, fährt Ildikó Gágyor fort. „Wenn wir hier nicht genug investieren, werden wir alt aussehen.“

Begegnung und Austausch der verschiedenen Generationen

Die Ausbildung beginnt bereits im Studium, und findet nicht nur in den Universitätsklinken statt, sondern maßgeblich in den hausärztlichen Praxen. „Wir brauchen daher die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ganz stark in der Lehre, in den Blockpraktika und im Praktischen Jahr“, erinnert Anne Simmenroth, die am Institut für die Lehre und Lehrforschung zuständig ist. Nicht nur Hausärztinnen und Hausärzte aus der Region, sondern aus dem ganzen Land sind herzlich zum Kongress eingeladen. „Wir freuen uns, wenn sich die verschiedenen Generationen – etablierte und potentielle Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner – beim Kongress begegnen und austauschen.“

Buntes Programm in abwechslungsreichen Formaten und schönstem Ambiente

Ildikó Gágyor, die am Lehrstuhl den Schwerpunkt Versorgungsforschung betreut, verspricht ein buntes Programm in schönstem Ambiente, organisiert von einem hochmotivierten und extrem engagierten Team. „Neben der Nachwuchsförderung werden wir uns vielen weiteren Themen widmen, die in unserem Fach wichtig sind, vonKlima und Gesundheit über Digitalisierung und E-Health bis hin zu Präventionskonzepten und Forschungsprojekten.“ Auch die Formate sind abwechslungsreich: Es wird eine Podiumsdiskussion geben, Plenar-, Poster- und „1 slide 5 minutes“-Vorträge sowie Symposien, Workshops, Arbeits- und Fachgruppentreffen und einen Science Slam.

Das „Leere Sprechzimmer“ und der „Reflective Practitioner“

Auch das „Leere Sprechzimmer“, das erstmals auf dem 55. DEGAM-Kongress in Lübeck gezeigt wurde, wird in Würzburg Platz finden. Die Wanderausstellung erinnert an die ärztlichen Opfer der NS-Diktatur. Damals waren nicht nur tausende, vor allem jüdische Ärztinnen und Ärzte Opfer geworden, sondern auch Kolleginnen und Kollegen zu Täterinnen und Tätern und Mitwissenden. Die Ausstellung wird bei jeder Jahrestagung mit einem regionalen Schwerpunkt installiert. Derzeit beschäftigen sich 20 Würzburger Medizinstudierende im Rahmen des Wahlfaches „Reflective Practitioner“ mit der Erinnerungs- und Gedenkarbeit an die Opfer des Nationalsozialismus in Würzburg.

Die Registrierung für den Kongress ist ab sofort möglich:https://degam-kongress.de/2024/

Hinweis:

Ein Video mit Prof. Dr. Anne Simmenroth und Prof. Dr. Ildikó Gágyor vom Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) finden Sie ebenfalls auf der Kongress-Homepage: https://degam-kongress.de/2024/

 

Text: Kirstin Linkamp / UKW

Algorithmus soll Reha-Bedarf ermitteln

Bei einem vom Uniklinikum Würzburg wissenschaftlich begleiteten Projekt soll durch automatisierte Datenanalyse der Reha-Bedarf bei chronischen Rückenschmerzen früher als bisher identifiziert werden.

Bild: Sven Kelber / AOK Bayern
Gemeinsames Projekt bei chronischen Rückenleiden (von links): Alexander Pröbstle, Direktor AOK-Direktion Würzburg, Jasmin Colga, stellvertretende Direktorin AOK-Direktion Würzburg, Dr. Harald Berger, Leiter der Abteilung Gesundheit und Teilhabe bei der DRV Nordbayern und Prof. Dr. Heiner Vogel, Leiter der Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften im Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg. Bild: Sven Kelber / AOK Bayern

Würzburg. Viele Menschen mit chronischen Rückenschmerzen nehmen eine medizinische Rehabilitation gar nicht oder erst zu spät in Anspruch. Das beeinträchtigt die Chancen, das Fortschreiten der Krankheit rechtzeitig einzudämmen. Hier will das Projekt „Zugangsoptimierte Arbeitsfähigkeitsorientierte Rehabilitation“ (ZAR) jetzt mit den Möglichkeiten der Digitalisierung gegensteuern. Hinter dem seit 2021 laufenden Vorhaben stehen die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern und die Krankenkasse AOK Bayern. Von Seiten der Wissenschaft sind das Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm sowie die am Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg (UKW) angesiedelte Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften beteiligt.

Algorithmus wertet Routine-Daten aus

Ein Kernpunkt des Projekts ist das Zusammenführen und die Interpretation von ansonsten getrennt vorgehaltenen Datensammlungen. Prof. Dr. Heiner Vogel, der Leiter der Würzburger Arbeitsgruppe, erläutert: „Die Krankenkassen haben umfangreiche Informationen über den Krankheitsverlauf ihrer Versicherten und die durchgeführten Therapiemaßnahmen. Sie haben allerdings keine Infos über das letztendliche Ergebnis, wie zum Beispiel eine Frühberentung der Betroffenen. Dieses Wissen hat jedoch die Rentenversicherung.“ Im Projekt ZAR werden diese beiden Datenschätze pseudonymisiert – also unter strenger Beibehaltung des Datenschutzes – miteinander verbunden und interpretiert. Die Auswertung von Routine-Daten wie Diagnosen, Arbeitsunfähigkeitszeiten und Medikamentenverordnungen übernimmt ein spezieller, vom Ulmer Institut entwickelter Algorithmus.

Hochgradig proaktiver, präventiver Ansatz

Das Programm ermittelt proaktiv Menschen mit Reha-Bedarf, denen die AOK Bayern dann frühzeitig ein individuelles Angebot machen kann. Das Verfahren bietet zudem den Vorteil, dass die Rentenversicherung Nordbayern durch die analysierten Daten den Reha-Bedarf schnell erkennen und damit den Antrag zügig bewilligen kann. Um Teilnehmende für das Projekt sowie eine Kontrollgruppe zu gewinnen, schreibt die Krankenkasse derzeit rund 1.000 Versicherte aus Nordbayern an. Die Teilnahme ist freiwillig und nur mit schriftlicher Zustimmung der Versicherten möglich.

Wissenschaftliche Evaluation am UKW

Prof. Vogel und sein Team haben die Aufgabe, das Vorhaben wissenschaftlich zu begleiten und zu evaluieren. Dabei geht es um Fragen wie: Haben die Patientinnen und Patienten, die über den Algorithmus in die Reha geschickt werden, im Durchschnitt einen besseren Verlauf? Welche sonstigen Vorteile gibt es gegenüber dem traditionellen Verfahren? Auch die medizinisch-therapeutische Seite wird von den Forscherinnen und Forschern in den Blick genommen: Wie erleben die Behandelnden das „neue“ Patientenklientel, deren gesundheitlichen Probleme vielleicht (noch) gar nicht so gravierend sind, wie bislang gewohnt? „Sollten sich die erwarteten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Vorteile bestätigen, gehört zu den Zielen von ZAR auch die Verstetigung, also die Übernahme in das reguläre Leistungsangebot der Krankenkasse“, berichtet Prof. Vogel und fährt fort: „Dazu entwickeln wir Handlungsanweisungen, bei denen es nicht zuletzt um die richtige Kommunikation mit Menschen geht, die dem Einsatz eines Algorithmus zunächst mit Misstrauen begegnen.“

Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt läuft bis Ende Oktober 2026 und beschränkt sich zunächst auf chronische Rückenbeschwerden. Langfristig ist eine Ausweitung auf weitere Diagnosen möglich.

Texte: Pressestelle UKW

Bild: Sven Kelber / AOK Bayern
Gemeinsames Projekt bei chronischen Rückenleiden (von links): Alexander Pröbstle, Direktor AOK-Direktion Würzburg, Jasmin Colga, stellvertretende Direktorin AOK-Direktion Würzburg, Dr. Harald Berger, Leiter der Abteilung Gesundheit und Teilhabe bei der DRV Nordbayern und Prof. Dr. Heiner Vogel, Leiter der Arbeitsgruppe Rehabilitationswissenschaften im Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg. Bild: Sven Kelber / AOK Bayern

Infoveranstaltung zur Digitalisierung in der Cochlea-Implantat-Nachsorge

Anlässlich des Jubiläums „40 Jahre Cochlea-Implantat in Deutschland“ lädt das Uniklinikum Würzburg alle Interessierten am Mittwoch, den 12. Juni 2024 zu einer Informationsveranstaltung rund um die für viele Menschen so hilfreiche Hörprothese ein.

Bild: Helmut Korda / UKW
Im Jahr 1984 wurde das erste Cochlea-Implantat in Deutschland an der Medizinischen Hochschule Hannover implantiert. Heute sind bundesweit etwa 60.000 Menschen mit dieser Hörprothese versorgt. Bild: Helmut Korda / UKW

Würzburg. Seit 40 Jahren werden in Deutschland erfolgreich Cochlea-Implantate (CI) eingesetzt. Seither ermöglichen die Hörprothesen es tauben oder hochgradig schwerhörigen Kindern sowie Erwachsenen, wieder zu hören und zu verstehen. Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. (DCIG) widmet diesem Jubiläum vom 10. bis 15. Juni 2024 eine bundesweite Aktionswoche, bei der die generellen Möglichkeiten und aktuellen Entwicklungstrends des CIs noch weiter bekannt gemacht werden sollen. Am Uniklinikum Würzburg (UKW) unterstützen das Comprehensive Hearing Center (CHC) und die Cochlea-Implantat-Selbsthilfegruppe Würzburg-Unterfranken dieses Ziel. Gemeinsam bieten sie am Mittwoch, den 12. Juni 2024 zwischen 17:00 und 19:00 Uhr eine kostenlose Informationsveranstaltung für alle Interessierten an.

Im Hörsaal der HNO-Klinik in Gebäude B2 an der Josef-Schneider-Straße porträtiert dabei Michaela Peterhoff die Selbsthilfegruppe, während Eva-Maria Bayer und Felix Leitner die Arbeit des Würzburger Reha-Zentrums Cochlea Implantat Centrum (CIC) Süd vorstellen.

Außerdem geht es um aktuelle technologische Entwicklungen. „Wie in vielen Bereichen, hat auch bei der CI-Versorgung in den vergangenen Jahren die Digitalisierung massiv Einzug gehalten – von der präoperativen Evaluation bis hin zur Nachsorge“, berichtet Privatdozentin Dr. Anja Kurz. Die Technische Leiterin des CHC Würzburg fährt fort: „Am Infoabend wird unsere Kollegin Ana Selena Pau in diesem Zusammenhang speziell auf die Online-CI-Hörtherapie eingehen. Außerdem werden wir die zukunftsweisenden Möglichkeiten zur Fern-Prozessoranpassung erläutern.“ Und Prof. Dr. Kristen Rak, der Medizinische Leiter des Hör-Zentrums, ergänzt: „In der Diagnostik und bei der Operation setzen wir ebenfalls digitale Instrumente ein. Für ein möglichst vollständiges Bild werden wir auch diese zukunftsträchtigen Lösungen darstellen.“

Neben der laienverständlichen Vermittlung der Fachinformationen wird es bei der Veranstaltung ausreichend Raum für Fragen und zur Diskussion geben.

Zahlen zum Cochlea-Implantat

Am UKW startete die CI-Versorgung im Jahr 1991. Seither wurden hier über 3.500 der Hörprothesen implantiert. Laut DCIG gibt es in Deutschland aktuell rund 60.000 CI-Trägerinnen und -Träger. Nach Angaben der Gesellschaft könnten allein in der Bundesrepublik rund 500.000 weitere Menschen von einem Cochlea-Implantat profitieren. Zu den Gründen für diesen Versorgungsmangel gehört nach wie vor noch die Unwissenheit über die Existenz und die Chancen der Technologie.

Text: Pressestelle UKW

Bild: Helmut Korda / UKW
Im Jahr 1984 wurde das erste Cochlea-Implantat in Deutschland an der Medizinischen Hochschule Hannover implantiert. Heute sind bundesweit etwa 60.000 Menschen mit dieser Hörprothese versorgt. Bild: Helmut Korda / UKW

Tag der offenen Tür im Schmerzzentrum

Am Dienstag, den 4. Juni 2024, findet der bundesweite „Aktionstag gegen den Schmerz“ statt. Aus diesem Anlass veranstaltet das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg in seinen topmodernen Räumen einen umfassenden Informationsnachmittag.

Monika Fischer / UKW
Der Tag der offenen Tür ist auch eine Gelegenheit, die modernen Räume des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin im Gebäude A9 des Uniklinikums Würzburg kennenzulernen. Bild: Monika Fischer / UKW

Würzburg. Anlässlich des bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ organisiert das von Prof. Dr. Heike Rittner geleitete Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg (UKW) am Dienstag, den 4. Juni 2024 erneut einen öffentlichen Informationstag. Veranstaltungsort sind erstmals die im Jahr 2020 neu bezogenen Räume im Gebäude A9 oberhalb des Parkhauses des Klinikums.

Drei moderierte Talkrunden

Zum Tag der offenen Tür gehören ein vielseitiges, kostenloses Programm aus Kurzvorträgen sowie eine Reihe von Informationsinseln zu ausgewählten Schmerzthemen. Hierbei arbeiten Therapeutinnen und Therapeuten aus Anästhesiologie, Neurologie, Psychosomatik, Kinderklinik, Chirurgie und Neurochirurgie zusammen. In moderierten Talkrunden zu den Themen Rückenschmerzen, Fibromyalgie und Komplexes Regionales Schmerzsyndrom können die Besucherinnen und Besucher auch direkt Fragen an die jeweiligen Expertinnen und Experten stellen.

Darüber hinaus können sie sich an Ständen über bewährte und neue Therapieprogramme des ZiS für Jugendliche, Erwachsene und Senioren informieren. Parallel gibt es Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für diverse medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieformen, darunter Aromatherapie, Entspannungsverfahren, Maltherapie, Ergotherapie, psychologische Unterstützung, transkutane elektrische Nervenstimulation und Physiotherapie.

Informationen zur Schmerzforschung

Ein weiterer Infopoint gibt Auskunft zum aktuellen Stand der klinischen und experimentellen Schmerzforschung aus der klinischen Forschungsgruppe KFO5001 ResolvePAIN. Deutlich wird auch, wie sich durch angemessene Schmerztherapie und Unterstützung bei patienteneigenen Aktivitäten die Funktion im Alltag, die Lebensqualität und die Schmerzen verbessern lassen. Last but not least stellt sich die Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz Würzburg als kontinuierliche Anlaufstelle vor.

„Ziel des Aktionstages ist es, bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen – mit Ärztinnen und Ärzten, Interessierten, Angehörigen sowie den Betroffenen selbst“, fasst Prof. Rittner, seit November 2023 Inhaberin des Lehrstuhls für Schmerzmedizin an der Uni Würzburg, zusammen.

Weitere Details zum Programm unter www.ukw.de/zis.

Text: Pressestelle UKW

Monika Fischer / UKW
Der Tag der offenen Tür ist auch eine Gelegenheit, die modernen Räume des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin im Gebäude A9 des Uniklinikums Würzburg kennenzulernen. Bild: Monika Fischer / UKW

Sehbehindertentag mit breitem Informationsangebot

Am Mittwoch, den 26. Juni 2024 veranstaltet der Verein der Freunde und Förderer der Universitäts-Augenklinik Würzburg im Würzburger Tagungszentrum Burkardushaus einen Informationstag, der sich der Diagnostik, Therapie und Unterstützung von Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung oder Sehbehinderung widmet.

Amelie Seidel / Blindeninstitut Würzburg
Beim Sehbehindertentag am 26. Juni 2024 werden auch optische Hilfsmittel präsentiert.

Würzburg. Fachvorträge, eine Hilfsmittelausstellung sowie eine gute Gelegenheit zu Austausch und Vernetzung – all das bietet der Würzburger Sehbehindertentag am Mittwoch, den 26. Juni 2024. Kernthemen sind die Diagnostik, die Therapie und die Möglichkeiten zur Unterstützung von Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung oder Sehbehinderung. Als Veranstaltungsort wählten die Organisatoren vom Verein der Freunde und Förderer der Universitäts-Augenklinik Würzburg das neben dem Dom gelegene Tagungszentrum Burkardushaus im Herzen der Stadt. Kooperationspartner sind die Universitäts-Augenklinik Würzburg, die Blickpunkt Auge-Beratungsstelle Unterfranken-Würzburg und das Blindeninstitut Würzburg.

Ausstellung von Hilfsmitteln

Der kostenlos und ohne Anmeldung zu besuchende Infotag geht von 12:00 bis 18:00 Uhr. Während dieser gesamten Zeit gibt eine Ausstellung einen Einblick in die Vielfalt der verfügbaren optischen und elektronischen Hilfsmittel für Sehbehinderte. Darüber hinaus wird Wissenswertes zu sozialrechtlichen Aspekten geboten.

Fachvorträge zu ausgewählten Erkrankungen

Um 14:00 Uhr startet eine Serie von laienverständlichen, jeweils etwa halbstündigen Fachvorträgen. Hierbei referieren vier Experten der Universitäts-Augenklinik sowie ein niedergelassener Kollege. Themen sind die Altersbedingte Makuladegeneration, das Glaukom (Grüner Star), das trockene Auge und der Katarakt (Grauer Star). Außerdem wird die Bedeutung der Hornhauttransplantation und der Lions Hornhautbank Würzburg erläutert. Ergänzend liefert der Medizinhistoriker Frank Krogman zu jedem der beschriebenen Krankheitsbilder kurzweilige Details aus der Medizingeschichte. Die Vortragenden stehen auch für individuelle medizinische Fragen zu Verfügung.

Das detaillierte Programm findet sich unter www.ukw.de/augenklinik/veranstaltungen

Text: Pressestelle UKW

Amelie Seidel / Blindeninstitut Würzburg
Beim Sehbehindertentag am 26. Juni 2024 werden auch optische Hilfsmittel präsentiert.

Hans Konrad Müller-Hermelink verstorben

Der frühere Leiter des Instituts für Pathologie und Träger einer Verdienstmedaille „Bene Merenti“ in Gold der Uni Würzburg, Professor Hans Konrad Müller-Hermelink, ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Professor Hans Konrad Müller-Hermelink
2014 erhielt Professor Hans Konrad Müller-Hermelink (Mitte) die Verdienstmedaille „Bene Merenti“ in Gold; überreicht durch Universitätspräsident Alfred Forchel und Universitätsvizepräsidentin Andrea Szczesny. (Foto: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

Professor Hans Konrad Müller-Hermelink hatte von 1985 bis zu seiner Emeritierung 2009 den Lehrstuhl für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie an der Universität Würzburg inne. Gleichzeitig leitete er das Institut für Pathologie und baute es zu einem international angesehenen Referenz- und Konsultationszentrum für Lymphknotenpathologie aus.

Müller-Hermelink rief zahlreiche Forschungsinitiativen ins Leben; darunter das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), eine gemeinsame Einrichtung der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg. Er hatte den Antrag zur Finanzierung maßgeblich vorbereitet und war dann viele Jahre Sprecher des Zentrums. Mit der Etablierung des IZKF trug er wesentlich dazu bei, dass Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung möglichst rasch in die klinische Anwendung fließen konnten. Er hatte auch einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Würzburger Biomedizin national und international große Anerkennung genießt.

Für seine herausragenden Leistungen verlieh die Universität Würzburg ihm 2014 die Verdienstmedaille „Bene Merenti“ in Gold.

Werdegang des Professors

Hans Konrad Müller-Hermelink, 1943 in Tübingen geboren, studierte Medizin in seiner Heimatstadt sowie in Montpellier und Kiel. Nach der Promotion 1970 am Institut für Pathologie in Kiel, der Ausbildung zum Facharzt und der Habilitation im Jahr 1976 wurde er C3-Professor an der Universität Kiel. 1985 folgte er dem Ruf an die Universität Würzburg.

Der Mediziner erforschte bösartige Tumore des Lymphsystems, sogenannte Lymphome. Er hat neue diagnostische Methoden mitentwickelt, mutierte Gene identifiziert und an der Klassifikation der Lymphome mitgearbeitet. Unter anderem war er Sprecher des Sonderforschungsbereichs 172 „Molekulare Mechanismen der Krebsentstehung“, des Graduiertenkollegs 639 „Molekulare und strukturelle Grundlagen der Tumorinstabilität“ und der Forschergruppe „Altered Transcription in Lymphoid Tumors“.

1994 wurde Müller-Hermelink zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem die Rudolf‐Virchow‐Medaille der Deutschen Gesellschaft für Pathologie und den Deutschen Krebspreis für translationale Forschung.

Nach seiner Emeritierung war Hans Konrad Müller-Hermelink als Wissenschaftsdirektor und Vorsitzender des Medizin‐Ausschusses des Universitätsklinikums Schleswig‐Holstein tätig. In dieser Funktion leistete er einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Universitätsmedizin dieses Bundeslandes erfolgreich zusammenwachsen konnte. Am 11. Mai 2024 ist der Professor im Alter von 80 Jahren in Würzburg verstorben.

Professor Hans Konrad Müller-Hermelink
2014 erhielt Professor Hans Konrad Müller-Hermelink (Mitte) die Verdienstmedaille „Bene Merenti“ in Gold; überreicht durch Universitätspräsident Alfred Forchel und Universitätsvizepräsidentin Andrea Szczesny. (Foto: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)