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Der Rotkreuzhof wird zum Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ startet die Planungen für ein neuartiges Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung im historischen Rotkreuzhof in Würzburg. Das Projekt soll eine Lücke zwischen Klinik, ambulanter Behandlung und Zuhause schließen und Familien während schwerer Erkrankungen unterstützen. Geplant sind barrierearme Appartements, Beratungs- und Schulungsangebote sowie Räume für Begegnung und Selbsthilfe.

Gebäude von oben
Luftaufnahme des Rotkreuzhofs © Benedikt Knüttel / Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Gebäude
Der Rotkreuzhof © Benedikt Knüttel / Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

Würzburg. Nach dem Willen des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ soll imRotkreuzhof in Würzburg-Oberdürrbach ein Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung entstehen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen während medizinischer Behandlungen, ambulanter Therapien oder in Übergangsphasen nach einem Klinikaufenthalt einen gemeinsamen Aufenthaltsort zu bieten. Das Vorhaben verbindet Wohnen auf Zeit mit psychosozialer Unterstützung, Beratung, Bildung und Selbsthilfeangeboten. Die Stiftung Juliusspital Würzburg unterstützt dieses Vorhaben, indem sie dem Verein die historische Hofanlage im Rahmen eines Erbbaurechts langfristig zur Verfügung stellt.

Warum wird ein solches Zentrum gebraucht?

Die moderne Medizin ermöglicht immer kürzere Krankenhausaufenthalte und zunehmend ambulante oder teilstationäre Behandlungen. Gleichzeitig reisen viele Patientinnen und Patienten für hochspezialisierte Therapien über weite Strecken zum Behandlungsort an. „Für Angehörige bedeutet dies häufig lange Fahrwege, fehlende Übernachtungsmöglichkeiten in Kliniknähe sowie eine räumliche Trennung in einer ohnehin belastenden Situation“, berichtet Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende von „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ fährt fort: „Gerade an einem führenden Gesundheitsstandort wie Würzburg mit Universitätsmedizin, Transplantations- und Krebszentren sowie hochspezialisierten Einrichtungen für Kinder- und Palliativmedizin wächst der Bedarf an ergänzenden Unterstützungsangeboten.“ Nach ihren Worten soll das geplante Zentrum diese Versorgungslücke schließen und die medizinische Spitzenversorgung um soziale Nähe ergänzen.

Welche Angebote macht das Zentrum?

Kern des Projekts sind rund 18 barrierearme Appartements für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Ergänzt werden sie durch Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche, Beratungsräume sowie Seminar- und Schulungsräume. Inhaltlich basiert das Konzept auf drei Säulen:

  • Wohnen auf Zeit: Betroffenen und ihren Familien wird eine bezahlbare Unterkunft in Kliniknähe geboten.
  • Begleitung: Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten Beratungsleistungen, psychosoziale Unterstützung sowie ehrenamtliche Hilfsangebote.
  • Bildung und Austausch: Geplant sind Angehörigenschulungen, der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sowie Fortbildungen und Veranstaltungen.

Wichtig ist den Initiatoren die klare Abgrenzung: Der Rotkreuzhof wird weder Pflegeheim noch Hospiz, Rehabilitationsklinik oder klassisches Hotel sein. Vielmehr versteht er sich als sozialmedizinische Begleitinfrastruktur zwischen Klinik und Zuhause.

Wer kann das Zentrum nutzen?

Das Angebot richtet sich an Menschen, die aufgrund einer schweren Erkrankung oder einer komplexen medizinischen Behandlung vorübergehend Unterstützung benötigen. Dazu zählen Patientinnen und Patienten ebenso wie ihre Angehörigen. Besonders profitieren sollen Familien, die während einer Therapie oder nach einem Krankenhausaufenthalt beieinanderbleiben möchten. „Auch wenn der Initiator des Vorhabens ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ heißt, sind die Leistungen des Zentrums keineswegs auf onkologische Patientinnen und Patienten beschränkt“, unterstreicht Nelkenstock

Darüber hinaus sollen Selbsthilfegruppen, soziale Einrichtungen, Beratungsdienste und Fortbildungsangebote die Räume am Rotkreuzhof nutzen können.

Wer steht hinter dem Projekt und organisiert es?

Der gemeinnützige Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ verantwortet das Projekt als Bauherr und organisatorischer Träger. Die ehrenamtliche Projektgruppe wird von Gabriele Nelkenstock geleitet. Unterstützt wird sie von Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Finanzierung, Fundraising, Kommunikation und Recht.

Das Projekt setzt zudem auf Kooperationen mit Kliniken, Selbsthilfeorganisationen und sozialen Einrichtungen der Region.

Wie soll das Vorhaben finanziert werden?

Rechtliche Grundlage des Projekts ist ein Erbpachtmodell mit dem Eigentümer des Anwesens, der Stiftung Juliusspital Würzburg. Die Finanzierung basiert auf mehreren Säulen. Geplant sind Großspenden und Zuwendungen von Mäzenen, Fördermittel von Stiftungen und öffentlichen Programmen, Förderdarlehen, Eigenmittel des Trägers sowie bürgerschaftliches Engagement. Ziel ist laut Nelkenstock eine langfristig tragfähige Finanzierung sowohl des Umbaus als auch des späteren Betriebs.

Wann und wie geht es in die Umsetzung?

Mit der öffentlichen Vorstellung des Konzepts beginnt nun die nächste Phase der Projektentwicklung. Im ersten Bauabschnitt sollen die etwa 18 Appartements, Gemeinschaftsbereiche, Seminar- und Beratungsräume sowie Organisations- und Verwaltungsflächen geschaffen werden. Die vorhandenen Garten- und Außenanlagen können dabei weitgehend übernommen werden.

Parallel dazu sollen weitere Finanzierungsbausteine gesichert, Fördermittel eingeworben und die bauliche Planung konkretisiert werden.

Über den Rotkreuzhof

Der Rotkreuzhof liegt in der Oberdürrbacher Straße 100 in Würzburg-Oberdürrbach auf einem rund 9.500 Quadratmeter großen Grundstück. Das denkmalgeschützte Anwesen blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück und wird bereits seit 1232 als Ort der Fürsorge erwähnt. Seit 1580 gehört der Rotkreuzhof – mit zeitweisen Unterbrechungen – als landwirtschaftlicher Hof zur Stiftung Juliusspital Würzburg. Das nun vorgestellte Projekt des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ betrifft ausschließlich die Hofanlage des Rotkreuzhofs – die dortigen landwirtschaftlichen Flächen werden weiterhin vom Juliusspital bewirtschaftet.

Die historische Hofanlage umfasst mehrere Gebäude, die sich um einen Innenhof gruppieren. Neben den künftigen Wohn- und Begegnungsbereichen stehen großzügige Garten- und Freiflächen zur Verfügung. Mit der behutsamen Umnutzung des Ensembles soll die geschichtliche Bedeutung des Rotkreuzhofs bewahrt und zugleich eine neue soziale Aufgabe für die Region geschaffen werden. 

Karsten Eck, als Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg quasi der Hausherr des Rotkreuzhofs, begrüßt die Initiative von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ ausdrücklich: „Es freut uns sehr, dass unsere Hofanlage künftig einem so wichtigen sozialen Zweck dienen soll. Das geplante Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung fügt sich in besonderer Weise in unseren Stiftungsauftrag ‚Helfen & Heilen‘ ein. Dass hier ein Ort entstehen kann, der schwer erkrankten Menschen und ihren Familien in unmittelbarer Nähe zu den Würzburger Kliniken zugleich Ruhe, Natur und Raum zum Krafttanken bietet, ist eine echte Win-win-Situation. Wir danken Frau Nelkenstock und allen Beteiligten für ihr großes Engagement und freuen uns, zu diesem wegweisenden Vorhaben einen Beitrag leisten zu können.“

Gabriele Nelkenstock ergänzt: „Langfristig wollen wir hier ein Modellprojekt für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung schaffen, das medizinische Behandlung und menschliche Begleitung miteinander verbindet.“

 

Wer die Arbeit von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und den Aufbau des Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung unterstützen möchte, kann dies tun unter Spendenkonto:

Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE46 7905 0000 0000 0686 68
www.kampfgegenkrebs.de

Pressemitteilung Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. - 21. Juli 2026

Gebäude von oben
Luftaufnahme des Rotkreuzhofs © Benedikt Knüttel / Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Gebäude
Der Rotkreuzhof © Benedikt Knüttel / Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

Kein Hinweis: Orale Kontrazeptiva beeinflussen die Impfantwort nicht

Große prospektive CoVacSer-Studie des UKW findet keine relevanten Unterschiede der humoralen oder zellulären Immunantwort

Verschiedene Blisterpackungen von Antibabypillen
Die Analyse der CoVacSer-Studie zeigt, dass die Einnahme oraler Kontrazeptiva die humorale oder zelluläre Immunantwort nach COVID-19-Boosterimpfungen nicht relevant verändert. © Isabell Wagenhäuser / UKW
Collage mit drei freigestellten Porträts vor hellblauem Hintergrund
PD Dr. Manuel Krone (links) ist Letztautor der Studie und Leiter der CoVacSer-Studie am UKW, Dr. Isabell Wagenhäuser ist Erstautorin und Dr. Alexander Gabel vom Centre for Integrative Infectious Disease Research (CIID) der Universität Heidelberg verantwortlich für die Biostatistik. © Collage mit Canva

Würzburg. Beeinflusst die Antibabypille die Wirksamkeit von Impfungen? Diese Frage wird seit einigen Jahren wissenschaftlich diskutiert. Mehrere ältere, kleinere Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die neueste Auswertung einer großen Kohortenstudie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), die im Fachjournal npj Vaccines veröffentlicht wurde, liefert nun eine neue Evidenz: Bei mehr als 1.000 Frauen fanden die Forschenden auch Berücksichtigung wichtiger Einflussfaktoren keinen Hinweis darauf, dass die Einnahme oraler Kontrazeptiva die humorale oder zelluläre Immunantwort nach Boosterimpfungen gegen SARS-CoV-2 relevant verändert. 

Grundlage der Analyse war die prospektive CoVacSer-Studie des UKW, in der über 1.800 Mitarbeitende des Gesundheitswesens mehrere Jahre lang durch die Pandemie immunologisch begleitet wurden. Für die aktuelle Auswertung wurden 1.061 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren untersucht. Rund 20 Prozent von ihnen gaben an, orale Kontrazeptiva einzunehmen. Die Forschenden analysierten sowohl die Antikörperantwort als auch die T-Zell-Immunität vor und nach der dritten beziehungsweise vierten COVID-19-Impfung. Für keinen dieser Parameter zeigte sich ein statistisch signifikanter Einfluss der Einnahme oraler Kontrazeptiva.

Relevanz für Impfstrategien

„Weltweit nehmen Millionen von Frauen orale Kontrazeptiva ein. Gleichzeitig spielen Impfungen eine zentrale Rolle in der Prävention von Infektionskrankheiten. Entsprechend wichtig ist die Frage, ob sie die Wirksamkeit von Impfungen beeinflussen können“ sagt Dr. Isabell Wagenhäuser, Erstautorin der Studie. „Unsere Ergebnisse zeigen keinen relevanten Einfluss oraler Kontrazeptiva auf die Immunantwort nach COVID-19-Boosterimpfungen. Die Daten können dazu beitragen, bestehende Unsicherheiten wissenschaftlich einzuordnen und schaffen zugleich eine Grundlage für weitere Untersuchungen möglicher Wechselwirkungen zwischen häufig eingesetzten Medikamenten und Impfantworten auch bei zukünftigen Impfstoffen.“

Methodischer Fortschritt in einem schwer untersuchbaren Forschungsfeld

Warum ist diese Studie besonders aussagekräftig? „Die Fragestellung ist wissenschaftlich anspruchsvoll“, sagt der Biostatistiker Dr. Alexander Gabel vom Centre for Integrative Infectious Disease Research (CIID) der Universität Heidelberg. „Randomisierte kontrollierte Studien zur Einnahme oraler Kontrazeptiva sind aus ethischen Gründen kaum möglich. Deshalb sind große, gut charakterisierte Kohorten und robuste statistische Verfahren entscheidend, um mögliche Zusammenhänge verlässlich zu untersuchen."

Frühere Untersuchungen beschrieben teilweise Zusammenhänge zwischen hormoneller Kontrazeption und einzelnen immunologischen Parametern. Mögliche Störfaktoren konnten dabei jedoch häufig nur eingeschränkt berücksichtigt werden. Die aktuelle Studie nutzte deshalb statistische Modelle, die Alter, Body-Mass-Index, Impfstoff, frühere SARS-CoV-2-Infektionen, Beruf und weitere potenzielle Einflussgrößen in die Auswertung einbezogen.

„Gerade bei Fragestellungen, die sich nicht ethisch akzeptabel randomisiert untersuchen lassen können große prospektive Kohortenstudien in Kombination mit geeigneten statistischen Verfahren wichtige Evidenz liefern. Unsere Ergebnisse zeigen, wie aussagekräftig solche Datensätze sei können“, fasst PD Dr. Manuel Krone, Letztautor und Leiter der CoVacSer-Studie, zusammen.

Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass die Studie auch Grenzen habe. So lagen beispielsweise keine Informationen über die genaue Zusammensetzung der verwendeten Kontrazeptiva oder den Zeitpunkt innerhalb des Menstruationszyklus vor. Unterschiede zwischen einzelnen Präparaten oder zyklusabhängige Effekte können deshalb nicht abschließend beurteilt werden. Diese Aspekte sollen in weiteren Studien künftig genauer untersucht werden.

Die CoVacSer-Studie

Die CoVacSer-Studie wurde als prospektive Langzeitstudie am Universitätsklinikum Würzburg zur Untersuchung der Immunantwort nach COVID-19-Impfungen und SARS-CoV-2-Infektionen durchgeführt. Von September 2021 bis Dezember 2023 wurden über 1.800 Beschäftigte des Gesundheitswesens begleitet. Ziel war es, Faktoren zu identifizieren, die die humorale und zelluläre COVID-19-Immunität nach Impfung und Infektion beeinflussen, sowie Erkenntnisse zur Impfstoffwirksamkeit, zu Auffrischungsimpfungen und zum Einfluss von SARS-CoV-2 Impfungen und Infektion auf Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit zu gewinnen. Seit April 2024 werden in der Fortsetzungsstudie ARIPro im Zentrallabor des Universitätsklinikums in modifiziertem Studiendesign prospektiv akute Atemwegsinfektionen durch Influenza, RSV und SARS-CoV-2 bei Mitarbeitenden im Gesundheitswesen untersucht. Ziel ist es, die Impfprävention, Immunantwort und Langzeitfolgen bei diesen respiratorischen Infektionen besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Präventionsmaßnahmen und Impfstrategien für respiratorische Infektionserkrankungen weiterzuentwickeln. 

Publikation: Isabell Wagenhäuser, Julia Reusch, Juliane Mees, Lukas B. Krone, Isabella Eiter, Thiên-Trí Lâm, Alexandra Schubert-Unkmeir, Carolin Curtaz, Anna Frey, Oliver Kurzai, Stefan Frantz, Sabine Wicker, Achim Wöckel, Nils Petri, Alexander Gabel & Manuel Krone. Oral contraceptive usage among healthcare workers and its impact on COVID-19 booster vaccination immunogenicity. npj Vaccines 11, 134 (2026). https://doi.org/10.1038/s41541-026-01510-z

Verschiedene Blisterpackungen von Antibabypillen
Die Analyse der CoVacSer-Studie zeigt, dass die Einnahme oraler Kontrazeptiva die humorale oder zelluläre Immunantwort nach COVID-19-Boosterimpfungen nicht relevant verändert. © Isabell Wagenhäuser / UKW
Collage mit drei freigestellten Porträts vor hellblauem Hintergrund
PD Dr. Manuel Krone (links) ist Letztautor der Studie und Leiter der CoVacSer-Studie am UKW, Dr. Isabell Wagenhäuser ist Erstautorin und Dr. Alexander Gabel vom Centre for Integrative Infectious Disease Research (CIID) der Universität Heidelberg verantwortlich für die Biostatistik. © Collage mit Canva

Personalia vom 21. Juli 2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Christian Stetter, Leitender Oberarzt, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 09.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Neurochirurgie“ erteilt.

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 21. Juli 2026

Universitätsklinikum Würzburg führt neues Corporate Design ein

Kraftvolles Fundament für eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg / Schrittweise Umsetzung

Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein, das bisherige Logo des UKW wird dabei ersetzt. Damit setzt das Universitätsklinikum die sehr erfolgreiche Entwicklung am Standort nun auch in seinem Erscheinungsbild um. Durch das neue Corporate Design erhält das UKW mit seinen mehr als 50 Kliniken, Instituten und Zentren weit mehr als ein neues Logo – auch die gemeinsame Identität für die größte Klinik in Unterfranken wird gestärkt. Das neue Designsystem schafft ein kraftvolles Fundament für eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg und verbindet dabei wissenschaftliche Exzellenz, Vernetzung und die regionale Verwurzelung des Universitätsklinikums.

„Sichtbar machen, wofür wir stehen“

„Die Würzburger Universitätsmedizin kann speziell in den letzten Jahren auf außergewöhnliche Erfolge zurückblicken. Dazu zählen der Start für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, die Entwicklung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) oder die erfolgreiche Einwerbung und Verlängerung von Sonderforschungsbereichen (SFB). Mit dem neuen Corporate Design machen wir sichtbar, was uns ausmacht und wofür wir stehen. Diese Identität basiert auf unserem Selbstverständnis: ‚Dem Menschen verpflichtet‘“, erklärt Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Beide Elemente können in verschiedenen Kombinationen genutzt werden. Basis für die Entwicklung des neuen Corporate Designs war ein umfassender Prozess, an dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Klinikbereiche und Berufsgruppen des UKW beteiligt waren. Das bisherige Corporate Design des UKW stammt aus dem Jahr 2002.

Neu definiertes Selbstverständnis als Basis für Logo-Entwicklung

„Zur Ergänzung unseres Selbstverständnisses ‚Dem Menschen verpflichtet‘ haben wir um diesen Kern drei zentrale Werte neu ergänzt: ‚Strahlkraft, Weitblick und Füreinander‘. Das neue Logo und Corporate Design geben diese Werte wieder“, so von Oertzen weiter.

Das Füreinander wird durch die Verbindung der drei Buchstaben sichtbar. Die Verschmelzung von „U“ und „K“ betont die besondere Nähe zur Universität. Die parallelen Linien stehen für die Strahlkraft des Universitätsklinikums, in der Region, national und international. Die Rundung im „W“ verweist zudem auf die bisherige „Mainwelle“ im alten Logo und damit auf die regionale Verwurzelung des Würzburger Universitätsklinikums. 

Wegweisende Bauprojekte starten

„Zudem steht mit dem Beginn der Baumaßnahmen auf dem Erweiterungsgelände Nord ein wegweisendes Projekt an, das die Zukunft der Würzburger Universitätsmedizin prägen wird. Diesem Innovationsschub wird das neue Erscheinungsbild ebenfalls gerecht. Unser Medizin-Campus wird sich grundlegend wandeln. Dieser Wandel wird durch das neue Corporate Design aufgegriffen“, so Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Das bisherige Logo und Corporate Design des UKW wurden seit 2002 nicht mehr grundlegend verändert. Nach weit über 20 Jahren mit dem bestehenden Logo sei es nun der passende Zeitpunkt für eine komplette Überarbeitung des Erscheinungsbildes.

Identität stärken und Orientierung geben

Marcus Huppertz, Pflegedirektor des Würzburger Universitätsklinikums: „Eine starke optische Dachmarke gibt Patientinnen und Patienten Orientierung, sie steigert die Wiedererkennung und stärkt bei Mitarbeitenden das Wir-Gefühl – und damit auch die Identifikation mit dem Klinikum. Speziell in der Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen, etwa in der Ansprache von Auszubildenden und Fachkräften, ist auch das ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Erfolgsmodell Universitätsmedizin 

„Gerade die Kombination von Forschung, Lehre und Krankenversorgung zeichnen die Universitätsmedizin generell aus. Diese Stärke prägt den Standort Würzburg ganz besonders. Das zeigen die Ansiedlungen von außeruniversitären Einrichtungen wie dem Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) oder das geplante Max-Planck-Institut im Bereich der Lebenswissenschaften. Diese exzellente Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin wird mit dem neuen Design auch optisch unterstützt“, so Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg.

„Gutes Design erfüllt eine Funktion“

Entwickelt wurde das neue Corporate Design von der Agentur „Zeichen & Wunder“ aus München. Die Leitung des Projektes liegt bei Lena Ossiander, der Leiterin der Stabsstelle Marketing am UKW. Ossiander: „Das neue Corporate Design wird unsere Außendarstellung langfristig prägen, es transportiert die Werte des UKW und stärkt unsere Identität. Dabei ging es uns nicht darum, einfach nur etwas Neues oder Schöneres zu gestalten. Gutes Design erfüllt eine Funktion – und genau das war unser Anspruch. Es erleichtert den Zugang zu Informationen und hilft uns dabei, klarer, konsistenter und als ein gemeinsames UKW zu kommunizieren.“

Das neue Corporate Design des UKW wird nun ab dem 20. Juli schrittweise in den kommenden zwei Jahren eingeführt. Am Beginn stehen Online-Anwendungen und zentrale Vorlagen. Die Außenbeschilderung des UKW wird später umgestellt. In einem Folgeprojekt ist zudem die grundlegende Überarbeitung der UKW-Website geplant.

Baukastenprinzip für zahlreiche Anwendungsfälle

Um die vielen unterschiedlichen Anwendungsfälle und Formate gut abdecken zu können, gibt es am UKW nun einen Logo-Baukasten und flexible Regeln für den Einsatz des Logos. Je nach Anwendung und Kontext kann eine passende Logo-Variante gewählt werden. Standardmäßig wird das Logo im Querformat verwendet. Alle Logo-Varianten gibt es in der Primärfarbe UKW Dunkelblau und als Negativ-Variante in Weiß. Für Sonderfälle gibt es eine monochrome Variante in Schwarz. Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert.

Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das Universitätsklinikum Würzburg führt ab dem 20. Juli ein neues Corporate Design ein. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Lena Ossiander, Marcus Huppertz und Philip Rieger (v. l.) stellten zum Start für das neue Corporate Design-System verschiedene Beispiele in der Anwendung vor. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Den Mitarbeitenden des UKW wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim jährlichen Sommerfest vorab präsentiert. Foto: UKW / Thomas Berberich
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW
Das neue Logo besteht aus der Wortmarke „UKW“ und dem Zusatz „Universitätsklinikum Würzburg“ in der Primärfarbe Dunkelblau. Logo: UKW

Neue Perspektive für die Schlaganfalltherapie

Neuroprotektion durch Blockade von NLRP3 in der Akutphase des Schlaganfalls

Collage aus fünf mikroskopischen Aufnahmen
Das NLRP3 Inflammasom in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten in der Hyperakutphase des Schlaganfalls: Repräsentative immunhistochemische Multikanal-Färbung: Dargestellt ist ein kleines zerebrales Gefäß innerhalb des Schlaganfallareals 4 Stunden nach Beginn eines dauerhaften Verschlusses der A. cerebri media rechts. Gefärbt wurden Zellkerne (DAPI, blau), Endothelzellen/Gefäße (CD105, grün), das NLRP3 Inflammasom (rot) und Neutrophile (Ly6G, violett). Es zeigt sich eine Expression des NLRP3 Inflammasoms in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten. Der weiße Pfeil zeigt einen NLRP3-positiven intravasalen Neutrophilen. Maßstabsbalken = 50 µm. Aus: Bellut et al., Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization, Cell Reports Medicine, 2026.

In der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ berichten Forschende aus Würzburg über NLRP3 als vielversprechendes Zielmolekül: Dessen Blockade konnte im Experiment das Fortschreiten von Schlaganfällen bereits während des Gefäßverschlusses verlangsamen. Bei Patientinnen und Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall fanden sich korrespondierend in speziellen „pialen“ Blutproben aus dem betroffenen Hirngebiet erhöhte Anzahlen NLRP3-positiver Immunzellen mit prognostischer Bedeutung. Perspektivisch könnte eine frühzeitige Hemmung von NLRP3 wertvolle Zeit bis zur Wiedereröffnung eines verschlossenen Hirngefäßes überbrücken und so das Behandlungsergebnis verbessern.

Würzburg. Wird ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich verschlossen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Mit jeder Minute, in der das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, sterben Millionen Nervenzellen unwiederbringlich ab. Zwar kann das Blutgerinnsel heute häufig medikamentös aufgelöst (Thrombolyse) oder mechanisch mittels Katheter entfernt werden (Thrombektomie), sodass der Blutfluss wiederhergestellt wird. Dennoch kommt es trotz erfolgreicher Behandlung häufig zu schweren bleibenden Schäden oder zum Tod.

Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses. Um die Behandlungsergebnisse zu verbessern, sind daher zusätzliche Therapieansätze erforderlich, die bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes wirksam werden.

Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) erforschen interdisziplinäre Arbeitsgruppen aus Neurologie, Neuroradiologie und Experimenteller Biomedizin seit Jahren entzündliche Prozesse, die das Fortschreiten des Schlaganfalls beeinflussen. Im Fokus steht unter anderem das Inflammasom, ein Bestandteil des Immunsystems, der auf Stresssignale reagiert und Immunantworten steuern kann.

Entzündung als therapeutischer Ansatzpunkt

Eine Schlüsselrolle in diesen Entzündungsprozessen kommt dem NLRP3-Inflammasom zu. Bislang war vor allem seine Rolle in späteren Phasen des Schlaganfalls bekannt. Eine Arbeit aus der Würzburger Neurologie und Neuroradiologie sowie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn legt nun dar, dass NLRP3 bereits unmittelbar nach dem Gefäßverschluss aktiv wird und damit eine bislang wenig beachtete frühe Krankheitsphase beeinflusst.

In experimentellen Modellen konnte das Forschungsteam zeigen, dass eine gezielte Hemmung des NLRP3-Inflammasoms die Entzündungsreaktion deutlich abschwächt und das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses verlangsamt. „Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, den Schlaganfall bereits in einer sehr frühen Phase therapeutisch zu beeinflussen“, sagt Prof. Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors der Neurologie, dessen Professur von der Hentschel-Stiftung gefördert wird.

Direkter Nachweis beim Menschen

Erstmals gelang es den Forschenden, die Expression von NLRP3 direkt beim Menschen während eines akuten Schlaganfalls nachzuweisen. Ermöglicht wurde dies durch ein am Standort etabliertes, hochspezifisches Protokoll und die enge Zusammenarbeit mit den interventionellen Neuroradiologen Privatdozent Dr. Alexander Kollikowski und Prof. Dr. Mirko Pham (Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie). Während routinemäßiger Thrombektomien konnten so winzige Blutproben aus dem akut betroffenen Hirngebiet gewonnen werden, deren prognostische Relevanz in früheren Studien gezeigt werden konnte.

Die Analysen bestätigten die experimentellen Befunde und zeigen, dass NLRP3-vermittelte Entzündungsreaktionen auch beim Menschen pathophysiologisch relevant sind. Zudem ließ sich anhand der Anzahl NLRP3-positiver Immunzellen der klinische Verlauf drei Monate nach dem Schlaganfall vorhersagen.

Perspektive: Therapie noch vor der Klinik

„Unsere Ergebnisse liefern einen wichtigen Ansatzpunkt für Therapien, die den Schlaganfall bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes beeinflussen sollen. Ein denkbarer Ansatz wäre, NLRP3-Inhibitoren sehr früh, etwa bereits im Rettungswagen einzusetzen“, sagt Privatdozent Dr. Maximilian Bellut, Erstautor der Studie (Interview).

„Zwischen dem Gefäßverschluss und der erfolgreichen Thrombektomie vergeht oft wertvolle Zeit“, erklärt Alexander Kollikowski. „Wenn es gelingt, das Fortschreiten des Infarkts in dieser Phase zu bremsen, könnte das die Prognose vieler Patientinnen und Patienten verbessern.“

Michael Schuhmann ergänzt: „Bis zur klinischen Anwendung beim Schlaganfall ist es noch ein weiter Weg. Dass NLRP3-Inhibitoren bereits für andere Erkrankungen klinisch entwickelt werden, könnte jedoch zukünftige translationale Studien erleichtern.“

Die Ergebnisse liefern damit einen wichtigen translationalen Ansatzpunkt für neue, neuroprotektive Behandlungen beim Schlaganfall durch gezielte Hemmung entzündlicher Prozesse.

Publikation: Maximilian Bellut, Alexander M. Kollikowski, Marius L. Vogt, Lukas Rossnagel, Ibrahim Hawwari, Bernardo S. Franklin, Mirko Pham, Guido Stoll and Michael K. Schuhmann. Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization. Cell Reports Medicine (2026), https://doi.org/10.1016/j.xcrm.2026.102723

Was ist NLRP3 genau? 

Das Protein „NOD-, LRR- und Pyrin-Domänen-enthaltend 3“ (NLRP3) ist ein wichtiger Bestandteil des angeborenen Immunsystems. Sein Name beschreibt seinen Aufbau. Die NOD-Domäne ist an der Aktivierung des Proteins beteiligt, während der LRR-Baustein (Leucin-reiche Wiederholungen) dabei hilft, Gefahrensignale, wie beispielsweise Zellschäden, zu erkennen. Die Pyrin-Domäne spielt schließlich eine zentrale Rolle bei der Auslösung von Entzündungsreaktionen. Diese Bausteine ermöglichen es dem Protein, als eine Art „Sensor“ zu fungieren, der schädliche Veränderungen im Körper erkennt und eine Immunreaktion in Gang setzt.

Hier geht es zum Interview mit dem Erstautor der Studie, Privatdozent Dr. Maximilian Bellut, sowie der Translationskette: www.ukw.de/forschung/pressemitteilungen/detail/news/pill-in-the-pocket-beim-verdacht-auf-schlaganfall/

Time is brain: Je schneller gehandelt wird, desto größer ist die Chance, Gehirngewebe zu retten!

Ein Schlaganfall kann entweder durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung im Gehirn verursacht werden: Ein Blutgefäß kann reißen (hämorrhagischer Schlaganfall) oder durch ein Gerinnsel verstopfen (ischämischer Schlaganfall). Beide Formen sind akute Notfälle, die sofortiges Handeln erfordern. Mit über 80 Prozent ist der ischämische Schlaganfall die häufigste Form. Dabei blockiert ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn, sodass der dahinterliegende Bereich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Nervenzellen absterben.

Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist, kommt es zu unterschiedlichen Ausfällen. Häufig sind es einseitige Lähmungen, aber auch Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen können auftreten.

Ein einfacher Merksatz zur Erkennung ist der FAST-Test: F steht für „Face” - hängt beim Lächeln eine Gesichtshälfte? A steht für „Arms“ – sinkt beim Heben beider Arme ein Arm ab? S steht für „Speech“ – klingt die Sprache verwaschen oder unverständlich? T steht für Time: Wenn eines dieser Anzeichen zutrifft, sofort den Notruf 112 wählen. Denn: „Time is brain“ – jede Minute zählt, um wertvolles Gehirngewebe zu retten.

Collage aus fünf mikroskopischen Aufnahmen
Das NLRP3 Inflammasom in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten in der Hyperakutphase des Schlaganfalls: Repräsentative immunhistochemische Multikanal-Färbung: Dargestellt ist ein kleines zerebrales Gefäß innerhalb des Schlaganfallareals 4 Stunden nach Beginn eines dauerhaften Verschlusses der A. cerebri media rechts. Gefärbt wurden Zellkerne (DAPI, blau), Endothelzellen/Gefäße (CD105, grün), das NLRP3 Inflammasom (rot) und Neutrophile (Ly6G, violett). Es zeigt sich eine Expression des NLRP3 Inflammasoms in Endothelzellen und neutrophilen Granulozyten. Der weiße Pfeil zeigt einen NLRP3-positiven intravasalen Neutrophilen. Maßstabsbalken = 50 µm. Aus: Bellut et al., Identifying the role of NLRP3 inflammasome in stroke progression and outcome before recanalization, Cell Reports Medicine, 2026.

Neubau des UKW: Grünes Licht für hochinnovative Energiezentrale

Energiekonzept umfasst u.a. Wärmepumpen, Erdwärme (Geothermie), Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher / "Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten"

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Würzburg. Der nächste Meilenstein für das Erweiterungsgelände Nord am Universitätsklinikum Würzburg (UKW): Der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag hat am 15. Juli auch der 2. Teilbaumaßnahme zur Erschließung für das Bauprojekt zugestimmt. Dabei geht es um die Errichtung einer neuen und hocheffizienten Energiezentrale für den Neubau sowie um die technische Infrastruktur und logistische Erschließung. Damit stehen für die ersten beiden Teilbaumaßnahmen rund 714,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die bereits zuvor bewilligte erste Teilbaumaßnahme umfasst umfangreiche Maßnahmen zur Baufeldfreimachung und Vorbereitungen für die Baulogistik.

„Das ist ein weiteres starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Bayern am Standort Würzburg. Diese Entscheidung unterstreicht erneut das enorme Engagement und die kontinuierliche Unterstützung des Freistaates Bayern und zahlreicher Landtagsabgeordneter für die Universitätsmedizin Würzburg und den Neubau auf dem Erweiterungsgelände Nord“, betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume freute sich über die Entscheidung: „Bei unseren Uniklinika geht es jetzt Schlag auf Schlag – Ende Juni im Kabinett, jetzt, Mitte Juli gibt es bereits für Würzburg und weitere zentrale Maßnahmen grünes Licht durch den Landtag. Das ist ein klares Bekenntnis des Parlaments und ein entscheidender Schritt: Das größte Uniklinika-Bauprogramm des Freistaats nimmt jetzt richtig an Fahrt auf. Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Landtag für die klare Haltung – die Spitzenmedizin ist uns zu Recht lieb und teuer.“

Energiekonzept hat Vorbildfunktion

Die neue Energiezentrale auf dem Erweiterungsgelände Nord erfüllt modernste Ansprüche der sicheren und nachhaltigen Energieversorgung. Sie setzt dabei ausschließlich auf regenerative Energien. Das Energiekonzept umfasst u.a. Wärmepumpen, Erdwärme (Geothermie), Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher. Natürlich werden auch die Anforderungen für eine sichere Notstromversorgung erfüllt. „Mit dem Energiekonzept übernimmt das UKW auch eine Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten, wenn es um den Einsatz regenerativer Energien geht“, sagt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor der Würzburger Uniklinik.

Umfangreiche Erschließungsmaßnahmen für den Neubau nötig

Bereits im April gab der Haushaltsauschuss grünes Licht für die 1. Teilbaumaßnahme zur Erschließung für das Erweiterungsgelände Nord am Universitätsklinikum Würzburg. Bevor die Errichtung der Klinikneubauten im 1. Bauabschnitt beginnen kann, ist eine umfangreiche Baufeldfreimachung nötig. Zu den Maßnahmen zählen etwa die Errichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase und eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag und Teilaushub, die Errichtung von Trafostationen zur Baustromversorgung, die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes und die Verlegung von Leitungen. Die Verlagerung der Parkplätze und des Hubschrauberlandeplatzes ist nötig, da der künftige Neubau auf den Flächen entsteht, die aktuell hierfür genutzt werden. Wenn diese Ersatzflächen in Betrieb genommen werden, beginnen die Vorab-Aushubarbeiten auf dem eigentlichen Baufeld. Das Projekt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW ist eine der größten Baumaßnahmen in Bayern.

Neubau führt Klinikbereiche zusammen

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW mit 276 Betten wird zukünftig für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik (beide bisher in der Kopfklinik) und die Frauenheilkunde entsprechende Operationssäle, Intensivpflegeplätze und Zentraleinrichtungen auf einer Nutzungsfläche von insgesamt ca. 30.000 Quadratmetern Platz bieten. Damit werden modernste Räumlichkeiten geschaffen, mit denen die jetzigen Flächen aus den 1970er (Kopfklinik) bzw. 1930er Jahren (Frauenklinik) ersetzt werden

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Aktionstag der Hepatitis-Eliminationsinitiative in Nürnberg

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli 2026 lädt die „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ zu einer großen Informations- und Testungsaktion auf den Jakobsplatz in Nürnberg ein. Initiiert wurde die von vielen Partnern mitgetragene Veranstaltung vom Uniklinikum Würzburg, das die Eliminationsinitiative leitet.

Schriftzug: "Lass uns Klartext reden." Das Wort Klartext ist rot markiert
Das Logo des Welt-Hepatitis-Tags 2026 greift dessen Motto auf: „Lass uns Klartext reden“.

Nürnberg / Würzburg. Unter dem Motto „Lass uns Klartext reden“ will der Welt-Hepatitis-Tag am Dienstag, den 28. Juli 2026, die Öffentlichkeit über Prävention, Diagnose und Behandlung von Virushepatitis aufklären. Am Jakobsplatz in Nürnberg findet dazu am Awareness-Tag von 12:00 bis 18:00 Uhr eine umfangreiche Informations- und Testungsaktion statt. Initiiert wurde sie von der „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“. Die in diesem Frühjahr gestartete Initiative wird angeführt von Prof. Dr. Andreas Geier. Der Leiter der Hepatologie am Uniklinikum Würzburg unterstreicht: „Wir freuen uns sehr, dass wir für die geplante, breit angelegte und an alle Personengruppen adressierte Veranstaltung mit starken und kompetenten Partnern kooperieren können.“ So wird der Nürnberger Aktionstag unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, von der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), von der AIDS-Beratung Mittelfranken und der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth sowie vom Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg.

Über Hepatitis B und C 

Hepatitis B und C sind Virusinfektionen, die die Leber betreffen und oft lange unbemerkt bleiben. Beide können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Hepatitis B wird vor allem über Blut, durch Sexualkontakte und von der Mutter auf das Kind übertragen – eine Impfung schützt. 

Auch Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch gemeinsam genutzte Spritzen. Deutlich weniger häufig wird eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C berichtet. Eine Impfung gibt es bei Hepatitis C nicht, aber moderne Medikamente können die Infektion in fast allen Fällen heilen. Frühe Tests und Behandlungen sind entscheidend. „Vor diesem Hintergrund ist die Hepatitis-Elimination eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit. Der Nürnberger Aktionstag ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg“, ist sich Prof. Geier sicher. 

Interessierte kontaktieren die Projektkoordination der „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ unter E-Mail: hepatitiselimination@ukw.de.


Text: Pressestelle / UKW

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Das Logo des Welt-Hepatitis-Tags 2026 greift dessen Motto auf: „Lass uns Klartext reden“.