Aktuelle Pressemitteilungen

Neuer Spezialist für Harnblasenkrebs am Uniklinikum Würzburg

Seit Anfang Oktober dieses Jahres arbeitet Prof. Dr. Georgios Gakis an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg. Der zuletzt am Universitätsklinikum Tübingen beschäftigte Mediziner ist ein Experte in der Behandlung von Harnblasentumoren.

In der Urologie sind Harnblasentumore die zweithäufigste Krebsart nach dem Prostata-Karzinom. Schwerpunktmäßig für die bestmögliche Behandlung dieser heterogenen Krankheit gewann die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zum 1. Oktober 2017 Prof. Dr. Georgios Gakis als neue Kraft.

In den vergangenen elf Jahren war der 38-Jährige an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen tätig, zuletzt als Oberarzt und außerplanmäßiger Professor. Schon während seines Humanmedizin-Studiums an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen entdeckte der in Baden-Württemberg geborene Sohn griechischer Eltern sein Interesse an der Urologie. „Entgegen der sonst verbreiteten Tendenz zu einer immer weiteren Spezialisierung ist die Urologie ein chirurgisches Fachgebiet, das noch weitgehende Kompetenzen in der Hand eines Facharztes vereinigt“, beschreibt Prof. Gakis und fährt fort: „Damit verbunden sind eine Vielfalt von unterschiedlichen ärztlichen Tätigkeiten sowie der immer spannende Umgang mit Patienten aus einem sehr breiten Altersspektrum – von kleinen Kindern bis zu betagten Senioren.“

Zwei sehr unterschiedliche Formen von Harnblasentumoren

Auf seine Doktorarbeit in Allgemeinchirurgie in Tübingen im Jahr 2006 folgten sechs Monate als Assistenzarzt an der Klinik für Allgemeinchirurgie des Klinikums München Großhadern, bevor er nach Tübingen zurückkehrte, diesmal an die Universitätsklinik für Urologie. Hier erarbeitete er sich unter Prof. Dr. Arnulf Stenzl unter anderem seine Spezialkenntnisse in der Behandlung von Harnblasenkarzinomen. „Krebserkrankungen der Harnblase lassen sich grob in zwei sehr unterschiedliche Formen einteilen“, erläutert Prof. Gakis und präzisiert: „Dreiviertel der Fälle sind oberflächliche Tumore, die in der Regel bei einem Eingriff über die Harnröhre abgetragen werden können. Die Harnblase bleibt dabei erhalten. Das restliche Viertel sind wesentlich aggressivere Tumore, die in die Blasenwand einwachsen und zudem Metastasen bilden können. Diese muskelinvasiven Tumore können meist nur durch die vollständige Entfernung der Blase geheilt werden.“

Orthotope Neoblase als Ersatzreservoir „bauen“

Für beide Krebsformen besitzt Prof. Gakis das Know-how zu einer Behandlung nach dem aktuell bestverfügbaren Wissensstand. So ist er in der Lage, nach der radikalchirurgischen Behandlung von muskelinvasiven Harnblasentumoren an der Position der entfernten Blase aus patienteneigenem Dünndarmgewebe ein Ersatzreservoir zu bilden. Man spricht dann von einer orthotopen Neoblase. Zu den weiteren chirurgischen Herausforderungen bei diesem Eingriff zählt es, für die Kontinenz den Schließmuskel unter der ehemaligen Harnblase zu erhalten. Auch für die Beibehaltung der sexuellen Funktion bei Männern wie Frauen ist chirurgisches Können gefragt.

En-bloc-Resektion für oberflächliche Harnblasentumore

Zur Behandlung der oberflächlichen Harnblasentumoren hat Prof. Gakis eine neue Methode „im Gepäck“, die er nun auch am UKW etablieren wird. Bei der von ihm mitentwickelten „En-bloc-Resektion mit Hydrojet“ wird unter den Tumor ein Depot aus Kochsalzlösung injiziert, wodurch das Krebsgewebe in das Blaseninnere angehoben wird. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen der Tumor beim Abtragen in viele kleine Segmente zerteilt wird, ist bei diesem Vorgehen das in der Onkologie favorisierte Herausschneiden des Tumors in einem Stück möglich“, erläutert Prof. Gakis. Nach seinen Angaben wird dieses Verfahren beim Kolonkarzinom schon seit Jahren erfolgreich angewandt.

Gefragter Autor diverser Leitlinien

Speziell in der Fachwelt anerkannte Nachweise für die uro-onkologische Expertise von Prof. Gakis sind seine Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Komitees. So ist er Erstautor der Leitlinien der Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) zum primären Urethralkarzinom und Mitglied in der EAU-Leitliniengruppe zum muskelinvasiven und metastasierten Harnblasenkarzinom. Darüber hinaus leitete er die Arbeitsgruppe der S3-Leitlinie zum nicht-muskelinvasiven Urothelkarzinom.

Maximilian-Nitze-Preis 2014 für Habilitationsschrift

Als engagierter Forscher kann sich Prof. Gakis bislang auf fast 150 wissenschaftliche Publikationen stützen. Unter diesen wurde seine Habilitationsschrift im Jahr 2014 mit dem Maximilian-Nitze-Preis ausgezeichnet. Dies ist der höchste Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Urologie zu vergeben hat. „Das Thema war der Einfluss von männlichen Hormonen auf die Entwicklung von Harnblasenkarzinomen. Es gibt Hinweise darauf, dass Androgene das Wachstum von aggressiven Blasentumoren beeinflussen können. Meine Forschungsarbeit widmete sich den dabei auf genetischer Ebene ablaufenden Mechanismen“, berichtet der Preisträger.

Gute Forschungsmöglichkeiten am UKW

Die an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie vorhandenen Forschungsmöglichkeiten zählten auch zu den Faktoren, die Prof. Gakis auf die ausgeschriebene Stelle nach Würzburg zogen: „Besonders wertvoll ist zum Beispiel die Anbindung an das eigene Labor der Urologie, was mir die Chance gibt, im Bereich des Urothelkarzinoms weiter zu forschen. Außerdem freue ich mich darauf, von der Expertise von Prof. Dr. Hubert Kübler zu profitieren.“ Prof. Gakis kennt den Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW von der gemeinsamen Arbeit an der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom.
Ein weiterer Anziehungspunkt am UKW war für den in der Laparoskopie erfahrenen Urologen die derzeitige, von Prof. Kübler in seinem Fachbereich vorangetriebene Ausweitung der Roboterchirurgie.

In Punkto Lehre bietet Prof. Gakis Tutorenschaften und Doktorarbeiten an. Außerdem hält er einen Teil der Vorlesung zum Harnblasenkarzinom.

Eine Widmung, die Leben rettet

Die Vogel Stiftung hat Unipräsident Alfred Forchel anlässlich seines 65. Geburtstags einen mit 30.000 Euro dotierten Forschungsförderpreis gewidmet. Dessen Ziel ist es, eine schnelle und zielgerichtete Behandlung von Schlaganfällen zu ermöglichen.

Im August dieses Jahres konnte der Präsident der Julius-Maximilians-Universität (JMU) seinen 65. Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass hatte die Universität am 13. Oktober Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Kirche und Wirtschaft zu einem Festsymposium in die Neubaukirche eingeladen.

Eine besondere Überraschung überreichte dabei Dr. Kurt Eckernkamp an Alfred Forchel. Eckernkamp war viele Jahre Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender der Vogel-Mediengruppe in Würzburg; gemeinsam mit seiner Gattin Nina Eckernkamp-Vogel gründete er 2010 die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, die sich der Förderung von Bildung, Wissenschaft, Medizin und Kultur verschrieben hat.

Durch gute Forschung Leben retten

Das Geschenk: ein Forschungsförderpreis in Höhe von 30.000 Euro, der dem Unipräsidenten gewidmet ist. „Ich möchte Ihren Geburtstag, Herr Präsident, zum Anlass nehmen, im Namen der Vogel Stiftung Ihnen und der Universität herzlich Danke zu sagen für Ihre Unterstützung und die überaus erfolgreiche Kooperation“, sagte Eckernkamp beim Überreichen der Urkunde. Unter dem Leitgedanken „Durch gute Forschung Leben retten“, soll das Geld dafür eingesetzt werden, die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Unterfranken zu verbessern.

Die beteiligten Wissenschaftler können dabei auf bereits existierende Strukturen zugreifen: Das Schlaganfallnetzwerk TRANSIT-Stroke wurde 2011 unter der Federführung des Universitätsklinikums Würzburg gegründet. Es bietet allen angebundenen Kliniken in Unterfranken eine lückenlose Schlaganfallversorgung mit den neuesten medizinischen Diagnostik- und Therapieoptionen. Durch die telemedizinische Vernetzung der Kliniken können vor allem schwer betroffene Patienten zeitgerecht in die entsprechend spezialisierten Zentren verlegt werden, um hier eine optimale medizinische Behandlung zu erhalten.

Neue Therapie nach einem Schlaganfall

In der jüngsten Vergangenheit hat die Therapie des Schlaganfalls eine bahnbrechende Neuerung erfahren. Durch spezielle Verfahren können verschlossene Gefäße wiedereröffnet und die Durchblutung des Gehirns wiederhergestellt werden. Dieses Verfahren ist vergleichbar mit der Durchführung eines Herzkatheters nach einem Herzinfarkt und verbessert sowohl das funktionelle Ergebnis wie auch das Überleben des Patienten mit einem Schlaganfall.

Diese neue Methode wurde nun am Universitätsklinikum Würzburg etabliert und wird mit großem Erfolg angewendet. Die mechanische Wiedereröffnung von Gefäßen des Gehirns ist der bisherigen Akuttherapie mit Gerinnsel auflösenden Medikamenten überlegen. Allerdings ist die Therapie nur für eine Untergruppe der Schlaganfallpatienten mit Verschluss eines großen Gefäßes geeignet – etwa zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle.

Die beste Behandlung für die Betroffenen

In einem nächsten Schritt wollen die Beteiligten deshalb ein Verfahren etablieren, das sicherstellt, dass diejenigen Patienten, die von diesem Verfahren am meisten profitieren, identifiziert und schnellstmöglich in ein spezialisiertes Behandlungszentrum eingeliefert oder aus einer anderen Klinik verlegt werden, die das Verfahren selbst nicht vorhält. Um dies zu erreichen, müssen sowohl die Strukturen des TRANSIT-Stroke Netzwerkes als auch die notfallmedizinische Versorgungsstrategie angepasst werden. Das Ziel ist es, Schlaganfallpatienten die jeweils beste Behandlung ohne Zeitverzögerung anzubieten.

Schulungen stehen am Anfang 

Schulungen sollen den erstversorgenden Notärzten die klinischen Entscheidungskriterien vermitteln, die einen umgehenden Transport in ein Zentrum sinnvoll machen, das die mechanische Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes durchführen kann. In Unterfranken sind diese Zentren aktuell die überregionalen Schlaganfalleinheiten in Bad Neustadt und Schweinfurt (zu bestimmten Zeiten) und das Universitätsklinikum Würzburg mit 24-stündiger Rufbereitschaft.

Darüber hinaus muss die teleradiologische Vernetzung unter den an TRANSIT beteiligten Kliniken verbessert werden, um die großen Gefäßverschlüsse sicher durch Spezialisten zu diagnostizieren und die Verlegungen aus anderen Kliniken zu steuern. Diese Maßnahmen erfordern einen hohen strukturellen Aufwand; zusätzlich müssen weitreichende Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für Kliniken, Notärzte und Rettungsdienst durchgeführt werden.

Das hierfür geplante Projekt ist interdisziplinär angelegt, daran beteiligt sind Experten aus der Neurologie, der Epidemiologie, der Neuroradiologie und Notfallmedizin.
Dank an Kurt Eckernkamp
Hocherfreut zeigte sich Unipräsident Alfred Forchel über diese Unterstützung. „Das Projekt verbessert die Lebensqualität nach einem Schlaganfall und rettet Leben. Außerdem kommt es den Menschen der Region Unterfranken unmittelbar zu Gute“, sagte er und dankte Kurt Eckernkamp herzlich.

Links
Mehr Informationen zu TRANSIT-Stroke (https://www.transit-stroke.de/index.php)
Homepage der Vogel Stiftung: www.vogel-stiftung.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Infotag zur Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms

Am Samstag, den 4. November 2017, findet zum fünften Mal das Myelom-Forum am Uniklinikum Würzburg statt. Die Veranstaltung informiert Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten über Neuigkeiten in der Diagnostik und Behandlung der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks.

Violette Plasmazellen eines Myelom-Patienten
Im Knochenmark-Ausstrichpräparat sind die vielen, hier violetten Plasmazellen eines Myelom-Patienten zu erkennen. Bei Gesunden darf höchstens jede 20. Knochenmarkzelle eine Plasmazelle sein. Bild: Uniklinikum Würzburg

Das jährlich am Uniklinikum Würzburg (UKW) veranstaltete Myelom-Forum bringt regelmäßig hunderte Patienten, Angehörige und sonstige Interessierte aus ganz Deutschland nach Würzburg. Grund ist das hier versammelte, hohe Spezialwissen zum Multiplen Myelom (MM). So gilt das UKW als eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks. Darüber hinaus gehört MM zu den Forschungsschwerpunkten des Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken, des am UKW angesiedelten Onkologischen Spitzenzentrums.

Chancen der Personalisierten Medizin

Die diesjährige Neuauflage des Forums findet am Samstag, den 4. November 2017, statt. Ab 9:00 Uhr referieren Experten des UKW im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße über neue Erkenntnisse sowie aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden. „Ein wichtiges Stichwort dabei ist ‚Personalsierung‘ – sowohl in der Diagnostik, wie auch in der Behandlung“, schildert Prof. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Der international renommierte Myelom-Experte fährt fort: „Beim Forum werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel mehr erfahren über die am Uniklinikum Würzburg gebotenen Möglichkeiten der innovativen Genomsequenzierung in der MM-Diagnostik. Außerdem werden wir erläutern, wie weit wir mit unseren Plänen vorangeschritten sind, das körpereigene Immunsystem gegen die Krankheit zu wenden.“

Nuklear- und Komplementärmedizin, Symptom-Management

Weitere Vorträge widmen sich neuen nuklearmedizinischen Verfahren sowie komplementärmedizinischen Ansätzen. Das Forum thematisiert zudem die Probleme, die das Myelom selbst, wie auch die Nebenwirkungen aus dessen Behandlung bei den Knochen und den Nieren der Betroffenen hervorrufen können. Wie in den vergangenen Jahren auch, wird eine Diskussion den Zuhörerinnen und Zuhörern Gelegenheit geben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.

Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am 5. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung im Sekretariat von Prof. Hermann Einsele unter E-Mail: schaefer_b@ukw.de oder Tel: 0931/201-40001.

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

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Violette Plasmazellen eines Myelom-Patienten
Im Knochenmark-Ausstrichpräparat sind die vielen, hier violetten Plasmazellen eines Myelom-Patienten zu erkennen. Bei Gesunden darf höchstens jede 20. Knochenmarkzelle eine Plasmazelle sein. Bild: Uniklinikum Würzburg

Würzburger Hörtag 2017: Wie finde ich die richtige Lösung für mein Hörproblem?

Am Samstag, dem 11. November 2017, lädt das interdisziplinäre Hörzentrum der Würzburger HNO-Universitätsklinik (CHC) alle Interessierten zu einem Infotag „Besser Hören und Verstehen im Alltag“ rund um das Thema Hören und individuelle Hörverbesserung ein.

Die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg betreibt seit acht Jahren ein interdisziplinäres Hörzentrum (Comprehensive Hearing Center – CHC), in dem Betroffenen nach umfassender Diagnostik eine individuelle Therapie für ihre Hörprobleme angeboten wird. Welche Möglichkeiten es hierzu gibt, können Interessierte am Samstag, den 11. November 2017, beim Würzburger Hörtag des Zentrums erfahren.

Referenten greifen zentrale Fragen auf

In einem Vortragsblock von 10:00 bis 12:00 Uhr geben Experten Antworten auf folgende Fragen: Wie funktioniert das Hören und was kann gestört sein? Wie kann man das Hören verbessern? Warum ist die Früherkennung von Hörstörungen so wichtig? Was ist ein Cochlea Implantat und was kann es leisten? Hören trainieren – ist das notwendig? Hören mit Hörgeräten – was kann zusätzlich nützlich sein?

Individuelle Beratung und kostenloser Hörtest

Anschließend gibt es bis 13:00 Uhr die Gelegenheit, sich in individuellen Gesprächen mit den jeweiligen Spezialisten zu informieren. An Infoständen präsentieren zudem Hörakustiker, CI-Firmen, Selbsthilfegruppen und Rehabilitationseinrichtungen ihr Leistungsangebot.Für alle, die sich nicht sicher sind, ob ihre Hörstörung schon behandlungsbedürftig ist, führt das Comprehensive Hearing Center am Hörtag kostenlose Hörtests durch – von 8:00 bis 9:45 Uhr und von 12:00 bis 13:00 Uhr.

Anmeldung erforderlichVeranstaltungsort ist der Hörsaal der Universitäts-HNO-Klinik, Josef-Schneider-Straße 11, Haus B2, 1. Stock.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten die Organisatoren um eine Anmeldung ab 16. Oktober bis spätestens 08. November 2017. Möglich ist dies von Montag bis Freitag zwischen 13:00 und 15:30 Uhr unter Telefon: +49 931 201-21735.

Weitere Infos unter www.chc.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen CHC“.

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Transfusionsmediziner des Uniklinikums Würzburg erhalten fast 400.000 Euro für Thrombozytenforschung

Die Arbeitsgruppe von Dr. Anna Kobsar und Dr. Jürgen Kößler am Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg erhält annähernd 400.000 Euro für ein dreijähriges Forschungsvorhaben. Ihre Grundlagenforschung zur Biochemie von Thrombozyten zielt letztlich darauf ab, das Auftreten von Transfusionsreaktionen und die Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu vermeiden.

Thrombozyten als Teil des Immunsystems

Was steckt hinter dem medizinisch-fachlichen Forschungstitel? Dr. Kößler erläutert: „Thrombozyten sind nicht nur für die Blutstillung und Blutgerinnung von Bedeutung, sondern wirken auch als Bestandteil des Immunsystems. So sind sie beispielsweise in der Lage, über Toll-like-Rezeptoren mit verschiedenen Immunzellen zu interagieren. Dabei können sie potenziell zum Auftreten von Transfusionsreaktionen und zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen.“ Das Ziel des Projekts sei es, zu verstehen, wie die Toll-like-Rezeptorfunktion durch den Proteinstoffwechsel in den Thrombozyten reguliert wird, um mögliche pharmakologische Ansatzpunkte zu finden.

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Das Seelsorgeteam des Uniklinikums Würzburg öffnet einen „Schatz der Erinnerung“

Das Team der Klinikseelsorge des Uniklinikums Würzburg (UKW) stellt in den kommenden Wochen sukzessive die Anliegenbücher der vergangenen 13 Jahre zum Nachlesen aus. So werden die hier festgehaltenen Gedanken, Sorgen und Danksagungen zu einem „Schatz der Erinnerung.“

Im Raum der Stille im Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße liegt immer ein Anliegenbuch auf. Viele Patienten, Angehörige, Besucherinnen und Besucher sowie Beschäftigte des Klinikums schreiben darin ihre Gedanken, Sorgen, Hoffnungen, Gebete und Danksagungen nieder.

„Seit der Inbetriebnahme des ZOM im Jahr 2004 ist auf diese Weise eine kleine Bibliothek von 14 vollgeschriebenen Anliegenbüchern zusammengekommen“, berichtet Pater Maximilian Bauer, der katholische Leiter des ökumenischen Seelsorgeteams des UKW. Diese werden in der Sakristei des Raums der Stille aufbewahrt. Hin und wieder lesen Mitglieder des Seelsorgeteams ausgewählte Inhalte als Fürbitten in den dortigen Gottesdiensten vor.„Jetzt wollen wir diesen ‚Schatz der Erinnerung‘ nach und nach der Öffentlichkeit nochmals in seiner Gesamtheit zugänglich machen“, kündigt Klinikseelsorgerin Marion Mack an.

Dazu werden die Bücher ab 17. Oktober 2017 sukzessive auf einem Ständer an der Außenrundung des Raums der Stille ausgelegt. So können alle Interessierte in den Sammlungen blättern und lesen. „Neue“ Anliegen können weiterhin von jedermann im Raum der Stille in das dort bereitgestellte, aktuelle Buch geschrieben werden. „Mit der Aktion wollen wir die Sorgen und Nöte der Menschen in einem Krankenhaus, aber auch deren Hoffnung, Erleichterung und Dankbarkeit ein weiteres Mal öffentlich wertschätzen. Das Lesen in den Anliegenbüchern soll nach unserer Vorstellung zur Erinnerung, zum Nachdenken und zur Anteilnahme anregen“, verdeutlicht Klinikseelsorgerin Andrea Lorey.

Das Projekt läuft bis zum Advent dieses Jahres und soll von Zeit zu Zeit wiederholt werden.

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Uniklinikum Würzburg: Artur-Pappenheim-Preis für Dr. Michael Hudecek

Der Krebsforscher Dr. Michael Hudecek vom Uniklinikum Würzburg wurde für eine seiner wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie ausgezeichnet.

Der mit 10.000 Euro dotierte Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) ehrt herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit klinischen, experimentellen oder theoretischen Fragen der Hämatologie beschäftigen. Die diesjährige Ausgabe des Awards ging auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie Ende September in Stuttgart an Dr. Michael Hudecek. Der an der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) beschäftigte Forscher wurde damit für seine Arbeit „The Nonsignaling Extracellular Spacer Domain of Chimeric Antigen Receptors Is Decisive for In Vivo Antitumor Activity“ ausgezeichnet.

Forschung an gentechnisch verbesserten T-Zellen

Dahinter verbringt sich eine große Hoffnung der zukünftigen Krebstherapie: T-Zellen. Sie zählen zu den stärksten Waffen der körpereigenen Immunabwehr. Leider können diese Killer in der Regel Krebszellen nicht von gesunden Zellen unterscheiden und greifen sie deshalb auch nicht an. Dies ändert sich, wenn die T-Zellen mit einem synthetischen, sogenannten chimären Antigenrezeptor ausgerüstet werden. Der chimäre Antigenrezeptor, kurz CAR, arbeitet wie ein Sensor, der sich gezielt an ein Oberflächenmolekül auf den Tumorzellen bindet. Mit dieser gentechnischen Verbesserung sollen T-Zellen in die Lage versetzt werden, Krebszellen im Körper aufzuspüren und zu eliminieren.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Hudecek konnte zeigen, dass das spezifische Design von CARs die Tumorzellerkennnung und die CAR-T-Zellfunktion beeinflusst. Sie identifizierten Designparameter, die gezielt moduliert werden können, um die Antitumorwirksamkeit von CAR-T-Zellen zu erhöhen.

Einer der aussichtsreichsten Therapieansätze der Krebsforschung

„Die CAR-T-Zell-Therapie gehört zu den aussichtsreichsten Behandlungsformen der aktuellen internationalen Krebsforschung. Insofern ist es vollkommen gerechtfertigt, dass Dr. Hudecek mit dem Artur-Pappenheim-Preis die höchste Auszeichnung der DGHO erhielt“, freut sich Prof. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW.

Der Namenspatron des Preises, Artur Pappenheim (1870 –1916), war ein deutscher Hämatologe, der sich intensiv mit der Blutzellforschung befasste.

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